Innerstetalbahn > Der dicke Chinese hat seine Arbeit aufgenommen

Bereich zur Vorstellung der eigenen Modellbahnanlage.

Gewünscht sind insbesondere Fotos, technische Daten, Gleispläne und evtl. auch Berichte über die Entstehung. Die Anlage sollte in einem "vorzeigbaren Zustand" sein, für reine Rohbauberichte ist das Forum "Anlagenbau".

Bitte startet in diesem Bereich für jede Anlage einen eigenen Thread!
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mb-didi
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung ... der Film

#176

Beitrag von mb-didi » Do 28. Feb 2013, 18:25

Hallo Jürgen,
es ist schon richtig, daß die Lastgrenze der Wagen ausgenutzt wird. Jedoch hat man auch schon in früheren Zeiten auf Sicherheit geachtet.
Angenommen es wird tatsächlich wie in Deinem Filmchen so eine Beladung mit Schotterkegel gemacht. Der Zug geht auf Reise und muß dann mal eine Zwangsbremsung einlegen.
Der gesammte Schotterkegel setzt sich in Fahrtrichtung in Bewegung (physikalische Grundsätze mit Masseträgheit etc will ich hier nicht erläutern, da es nur um Grundsätzliches geht). Somit wird der Schotter nur im vorderen Teil bis an die Bordwand sich verteilen. Der Rest geht über die Bordwand und dann ...

Deine Beweisfotos sind auch ein Beweis für meine Richtigkeit.
Fast alle Hersteller von Modellen mit Schüttbeladung machen den Fehler. Die Beladung ist viel zu hoch über die Bordwände gestaltet.
Im Beispiel 1 rutscht der gesamte Schotter (es könnte auch Sand, Kohle etc sein) des Kegels bei einer Zwangsbremsung über die Bordwand.
Im Beispiel 2 ist der Wagen anders konstruiert. Die Stirnseiten sind hochgezogen um entsprechend mehr Ladung aufnehmen zu können. Bei genauerer Betrachtung ist genug Platz beim Verrutschen des Schotters vorhanden. Glattgestrichen würde er kaum über die Seitenwände reichen.
Wie du ganz richtig gesehen hast, fiel beim Beladen von Waggon 2 Schotter ins Gleisbett ... weil Waggon 2 nicht exakt unter der Rutsche stand. Das hätte sich nicht einmal ausgewirkt, wenn der Schotterkegel nicht durch die zu weit nach unten ragende Rutsche verstrichen worden wäre.
Hier symbolisiert die Rutsche eine Zwangsbremsung. Nur in diesem Fall wird der Schotter nach hinten verstrichen. Das Verhalten bei einer Zwangsbremsung ist auch so, nur das der Schotter nach vorn rutscht.

Didi
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung ... der Film

#177

Beitrag von Jürgen » Fr 1. Mär 2013, 09:46

Hallo Didi,

so ganz kann ich Deinen Ausführungen nicht folgen. Schotter ist keine Flüssigkeit und verhält sich bei Zwangsbremsungen komplett anders. Zum einen ist die Haftung der Körner zu überwinden und sie sind aus einer stabilen Lagerung herauszuheben. Zudem sind die Verzögerungen bei weitem geringer als z.B. beim Auto. Die Beladung hat einen sehr flachen Schüttwinkel, da dies bei der Beladung so eingestellt wird. Heute fahren Fahrzeuge bei der Bahn mit Schüttkegel, die deutlich über die Bordwandung hinausgehen.

http://www.bkcw-bahnbilder.de/PictureGa ... 56.jpg.jpg

Ich konnte trotz einiger Recherche keine Hinweise finden, dass es für die Beladung von Schüttgütern wie Kies oder Sand besondere Vorschriften hinsichtlich der Ladungshöhe gäbe. (siehe auch http://www.hs-merseburg.de/~nosske/Epoc ... _3322.html).

Mir fehlt da die Phantasie, mir vorzustellen, dass Bewegung auf Grund von Bremsungen wahrscheinlich sein könnte. Ich lasse mich aber gerne überzeugen.

Grüße
Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung ... der Film

#178

Beitrag von jaffa » Fr 1. Mär 2013, 12:29

Hallo Didi, hallo Jürgen,

ich bedanke mich für eure sachkundige Unterstützung bei dem Schotterthema – auch wenn ihr euch im Moment nicht einig seid, kann ich in Summe großen Nutzen daraus ziehen ... und weiß, wie ich bei meinem Modellbetrieb Anno 1929 zu verfahren habe.

Ich habe noch einmal einige Bilder aus neuerer Zeit recherchiert, die sicherlich für heutige Zeit nicht die Regel, sondern eher die Ausnahme bilden, aber dennoch zeigen, dass auch heute noch durchaus sorglos mit dem Thema umgegangen wird.

http://www.drehscheibe-foren.de/foren/r ... 31,5414371
http://www.muenchnerubahn.de/fahrzeuge/ ... ieselloks/
dort: weitere Bilder > Diesellok 8903 mit Schotterwagen ...
http://www.roundhouse.ch/Grafik/Bemo/20 ... 53-122.jpg
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbil ... stige.html

Wenn selbst heute noch zuweilen leichtfertig damit umgegangen wird, hat sich 1929 vermutlich kaum jemand um das Thema Ladungssicherung bei Schotter geschert ... wie ja damals insgesamt viel Technik und Verfahren in Betrieb waren, die heute bei TÜV, BGs und Gewerkschaften zu gesträubten Nackenhaare führen würden. Man denke nur einmal an Umweltsünden: das ganze obere Innerstetal ist im Umfeld der ehemaligen Bleihütte mit Schwermetallen kontaminiert.
Auch die Verlinkung auf die DV für den Gebrauch von Schotterwagen bei hs-merseburg.de (Danke! ... danach hatte ich vergeblich gesucht!), die es erst 1931 gab, also 2 Jahre nach meinem Szenario, bringt ja keine neue Erkenntnisse über Füllmengen, obwohl vieles andere sehr genau beschrieben ist.
1929 waren die Talbotwagen erst wenige Jahre in Betrieb – und möglicherweise gab es bis dato keine größeren Zwischenfälle oder Unfälle damit, so dass auch 1931 noch kein Regelungsbedarf in dieser Hinsicht war.
Die »DV Schotter« nennt die bekannten Größen: 12,5 Kubikmeter und Ladegewicht 20 t ... Und lässt das kommentarlos so stehen, obwohl wir ja wissen, dass der Waggon randvoll befüllt nur ca. 18,5 t fassen kann.

Die Eigenart von Bahnschotter ist nun mal, dass er sich verkeilt und nicht so leicht ins Rutschen kommt – wir sprechen hier ja nicht über Kies oder Sand. Zusätzlich ist es so, dass auf der Innerstetalbahn als Nebenstrecke Geschwindigkeit von 35 kmh gefahren wurden. Also kann es durchaus sein, dass etliche Jahre vergehen mussten, bis ein entsprechendes Sicherheitsbewusstsein da war, das auf allen Ebenen Konsequenzen hatte.
Unter anderem auch bei der Waggonkonstruktion, weil bei den meisten neueren Bauarten die Stirn- und Rückwände nicht mehr schräg auslaufen, sondern senkrecht hochgezogen sind ... oder sogar darüber hinausgehend nach innen abgeknickt sind.

Fazit für die Innerstetalbahn 1929: Schotter wird in etwa so beladen, wie in meinem Filmchen zu sehen ist. Das scheint mir für die Zeit realistisch ... und bleibt immer noch deutlich unter dem Ladepegel, den die Modellbahnhersteller mit ihren Beladungseinsätzen für alle Epochen anbieten,.
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn, Spur N, Ep2: Schotterverladung, allg. I

#179

Beitrag von jaffa » Fr 1. Mär 2013, 23:09

Nun geht es darum, dem puren Funktionsmodell eine nette Hülle zu verpassen. Damit habe ich begonnen. Beim ersten Bild sind zwei Seiten bereits mit Holzplanken verkleidet, die vorderen Stützpfeiler sind bereits auf das notwendige Volumen aufgefüttert, aber noch nicht verkleidet:

Bild

Bei den folgenden Bildern haben auch die Stützpfeiler bereits ihre Ummantelung aus Bruchsteinen bekommen:

Bild

Bild

Die Holzbretter sind schon ein erstes Mal farblich behandelt.
Die Feinarbeiten (Kanten sauber spachteln und nacharbeiten, farbliche Optimierung) folgen später. Zunächst einmal müssen Dach und andere Bauelemente ergänzt werden.
Man sieht auf diesen Bildern auch, dass der Abstand zwischen Schüttrutsche und Oberkante Talbotwagen -- wie angekündigt -- größer geworden ist. Bei den nächsten Funktionstests wird man dann sehen, dass die Rutsche nicht mehr auf dem Schüttkegel schleift.
Nebeneffekt: jetzt können auch Loks wie die BR 64 wieder unter dem Bunker entlang fahren; das ging vorher nicht. Wäre auch nicht unbedingt nötig, weil die Schotterzüge zwingend in das Ladegleis gedrückt werden müssen ... aber man weiß ja nicht, wofür es mal gut ist ...
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung ... der Film

#180

Beitrag von jaffa » Sa 2. Mär 2013, 19:58

Hallo Eckard,

irgendwie ging die Diskussion so schnell weiter, dass ich noch gar nicht auf dein Posting geantwortet habe. Danke für den Hinweis, denn das Fleischmann-Konstrukt kannte ich in der Tat nicht! ... möglicherweise ist es auch gar nicht mehr im aktuellen Lieferprogramm?! Die Artikel-Nummer scheint 9482 zu sein!?

Canidae hat geschrieben:mit der Fleischmann-Entladestation meinte ich diese hier:

Bild

Mit der kann man elektrisch oder auch mechanisch Waggons unten beladen und oben mechanisch die Erz-Wagen Entladen.

Und dieses Beladen der Waggons funktioniert "optisch", also von außen betrachtet als, na wie soll ich schreiben, "Werk" wie dein Eigenbau. Die Funktion ist von außen für den Betrachter die gleiche.
Leider kann man aus dem Bild nicht sehen, wie dort die Konstruktion im Inneren beschaffen ist. Wäre interessant zu wissen, welche Lösungen es für dieses konstruktive Problem insgesamt gibt.
Beim genaueren Betrachten von Bildern des von mir bereits erwähnten Arnold »Dosierschiebers«, in Verbindung mit dem wohl kaum zufällig gewählten Namen, habe ich eine Vorstellung, wie dessen Konstruktion sein könnte:

Bild

Wäre eine interessante Alternative, mit der man beides erreichen könnte: Funktionssicherheit und Portionierung. Für mich wäre es nicht in Frage gekommen, weil es die Konstruktion um die Höhe des Dosierschieber vergrößert hätte und ich auch in der Tiefe hätte zulegen müssen. Beides hätte mit nicht gefallen ... ich finde meinen Schotterbunker schon jetzt recht wuchtig.
Aber vielleicht hilft das den anderen potentiellen Schotterverladern -- Daniel? Randolf? -- weiter.
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: Konstruktionsvariant

#181

Beitrag von mb-didi » Sa 2. Mär 2013, 21:15

Hallo Jürgen(jaffa),
die Schotterverladung sieht im jetzigen Baustadium schon seht gut aus.

Das Du wegen der Durchfahrhöhe etwas ändern mußtest war mir noch nicht bekannt.
Du hast aber auch erkannt, daß die Ladungsnachbildung bei sehr vielen Herstellern zu hoch ausgeführt ist.
Selbstverständlich ist es auch richtig, daß der Schotter sich ineinander verkeilt. Jedoch wird es im Gleisbau durch die Gleisstopfmaschine gemacht. Hier wird der Schotter richtig ineinandergerüttelt und auch unter die Schwellen verdichtet.
Bei der Verladung ist es nur Schüttgut, das lose aufeinander liegt. Daher ist die Gefahr des Verrutschen eher gegeben. Aber ich denke, daß es in den 20er Jahren mit der Geschwindigkeit auf dieser Strecke wenig Auswirkung hat.

Didi
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: Konstruktionsvariant

#182

Beitrag von jaffa » Di 5. Mär 2013, 22:04

Ohne viele Worte: Bilder vom aktuellen Bauzustand:

Bild

Bild

Bild


Kommentare folgen morgen.
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: Konstruktionsvariant

#183

Beitrag von SpaceRambler » Di 5. Mär 2013, 22:43

Hallo "Jaffa", hallo "Jürgen" (sonst kommen wir hier durcheinander :wink:),

@Jaffa: Inzwischen hat Deine Verladestation schon weitgehend Form angenommen. Gelernt habe ich, dass die technische Umsetzung der Befüll-Mechanik keineswegs einfach ist. Jedenfalls hast Du Dir ja einen pragmatischen, funktionsfähigen Alternativ-Mechanismus ausgedacht.

@Jürgen: Den Begriff "effektive Dichte" ist halt bei uns Physikern gebräuchlich. Das ist ja leider die große Sprachverwirrung, die wir in den Naturwissenschaften haben, und die uns manchmal das Leben unnötig schwer macht. Jedenfalls hast Du "das richtige" vermutet.

Ich denke aber, so verkehrt ist diese Diskussion gar nicht. Das ist halt wieder ein Stück technische Aufklärungsarbeit über Dinge, die man wissen sollte, wenn man seine Waggons in korrekter Weise beladen will. Wen das nicht interessiert, kann es ja einfach überlesen. Aber wie ich die Stummis einschätze, sind genug darunter, die das schon genau wissen wollen und daher um Deine Info aus erster Hand sehr dankbar sind.

Grüße, Randolf
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: Konstruktionsvariant

#184

Beitrag von jaffa » Mi 6. Mär 2013, 10:41

SpaceRambler hat geschrieben:... Gelernt habe ich, dass die technische Umsetzung der Befüll-Mechanik keineswegs einfach ist.
Hallo Randolf, das würde ich so nicht unbedingt unterschreiben. Man kann es einfach machen ... wie bei der simplen Schieberlösung, die ich jetzt praktiziert habe. Schwieriger wird es nur, wenn man die Dosierung beim Befüllen möchte. In diese Richtung hatte ich ja nur gedacht, weil ich in vorauseilender Vorsicht annahm, die geringen Mengen für 1:160 ließen sich von Hand kaum vernünftig steuern ... diese Befürchtungen haben sich inzwischen zerstreut. Und was in 1:160 funktioniert, geht für alle größeren Spuren sowieso.
Die skizzierte Lösung mit Dosierschieber scheint ja immerhin bei Arnold zu funktionieren. Es gibt zwar mehr Reibungs-/Abstreifkanten als beim einfachen Sperrschieber, aber die Konstruktion scheint dennoch funktionssicherer als die auf den ersten Blick elegante Drehtrommellösung.

Gestern abend kam ich nicht mehr dazu, den aktuellen Bauzustand zu kommentieren: Die grundlegende Oberflächengestaltung des Bunkers ist fertig, Details und Oberflächenfinish folgen noch. Die Styrodurarbeiten für den Einbau der Bunkerrückseite in den Fels sind gemacht; dabei ist alles so gemacht, dass das Bunkergebäude für eventuelle Reparaturen oder Wartungsarbeiten nach oben herausgezogen werden kann:

Bild

An diesem Bild kann man die nächsten anstehenden Arbeiten erklären: oberhalb des Ladegleises verläuft die Trasse für die Feldbahn, die den Abbaubereich in der Innersteschleife mit dem Ladegleis verbindet. Hinter dem Schotterbunker (aus Fotografenperspektive gesehen) wird es einen kurzen Abschnitt geben, auf dem Feldbahnkipploren mit einer Schüttrutschen direkt in Reichsbahnwaggons entladen werden können. In diesem Bereich wird die Felswand zwischen Lade- und Feldbahngleis zusätzlich aufgemauert werden ... u.a. um die klappbare Schüttblech-Vorrichtung aufzunehmen. Den restlichen Bereich werde ich wohl als nackten Fels lassen und nur einzelne kurze Stücke mit bröckelndem Fels durch Mauern unterstützen.
Auch wenn ich im großen Ganzen nach Vorbild arbeite, muss ich beim Steinbruch sehr viel improvisieren, weil es keine genaueren Informationen, geschweige denn Bilder dazu gibt

Ich werde noch eine Treppenkonstruktion vom Ladegleisniveau zum oberen Bunkerbereich ergänzen ... wie auf dem Foto eingezeichnet. Oberhalb des eigentlichen Bunker (also dort wo die beiden Fenster sind) soll sich ein Backenbrecher befinden, der die mit Feldbahnloren vom oberen Steinbruchniveau angelieferten Felsbrocken auf Schottergröße bricht. Zur Erinnerung noch einmal die Skizze des Steinbruchs, die im Wesentlichen noch dem aktuellen Planungsstand entspricht ... wenn man von solchen Details absieht, dass ich den ursprünglich als oben offene Konstruktion geplanten Bunker überdacht, bis über das Ladegleis vorgezogen und den Steinbrecher integriert habe:

Bild

Mit dem Schrägaufzug wartet die nächste kleine technische Herausforderung. Ich werde dort aber vermutlich auf eine Funktionalität verzichten. Nach meiner Erfahrung geht das in 1:160 oft zu Lasten einer filigranen, stimmigen Optik, die sich hier nicht so elegant kaschieren lässt wie bei der Schotterverladung.
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: fast fertig

#185

Beitrag von Jürgen » Mi 6. Mär 2013, 11:09

Hallo Jürgen,
Auch wenn ich im großen Ganzen nach Vorbild arbeite, muss ich beim Steinbruch sehr viel improvisieren, weil es keine genaueren Informationen, geschweige denn Bilder dazu gibt
Ich glaube, das ist das Schicksal der "Vorbildbauer". Es muss einfach an Stellen, an denen die Info fehlt, Abläufe logisch nachvollzogen werden, damit es am Ende stimmig wird. Aber das ist das Schöne dabei. Man erweitert seinen Horizont. Interessant finde ich bei Dir die Lösung mit dem Schrägaufzug, da das Material erst auf die richtige Höhe gebracht werden muss. Das erhöht den Aufwand beträchtlich. War das in der Form beim Vorbild auch so ? Spannend. Dann müssen die Erlöse aus den oberen Steinbrüchen enorm gewesen sein.

Viele Grüße
Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schotterverladung: fast fertig

#186

Beitrag von jaffa » Mi 6. Mär 2013, 11:41

Hallo Jürgen,

was genau in Schwarzewald wie bearbeitet und dann geliefert wurde, weiß ich nicht. Denkbar wären für Grauwacke neben Schotter auch Pflastersteine und Bordsteinkanten. Meines Wissens ist dann schon Schluss: für höherwertige Werksteine (Treppenstufen, Bausteine ...) wurde Grauwacke nicht benutzt.

Ob neben dem Brechen von Schotter auch z.B. Pflastersteine dort gebrochen bzw. behauen wurden, weiß ich nicht. Zumindest möchte ich vorsehen, dass neben dem Schotter auch andere Steine verladen werden können. Dehalb hat der Schrägaufzug zum einen die Funktion, Kleinschlag, aus dem Schotter gebrochen werden soll, von den unteren Abbauebenen nach oben zu befördern, aber auch umgekehrt Pflastersteine, die gleich auf der oberen Abbauebene behauen wurden, nach unten an die Laderampe zu transportieren.
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#187

Beitrag von jaffa » Mi 6. Mär 2013, 13:06

Ein bisschen Ideen- und Planungsfutter zum anstehenden Thema Schrägaufzug.

Während es vom Steinbruch Schwarzewald (südlich von Wildemann gelegen) keine Fotos gibt, gibt es vom nördlich Wildemann gelegenen Steinbruch Adlersberg immerhin drei Foto, die auf der Website von Holger Koch publiziert sind. Eines davon zeigt einen Schrägaufzug:

Bild

Bei den meisten Schrägaufzügen ist es so wie im Bild: zwei Plattformen sind über eine Umlenkrolle miteinander verbunden ... so braucht man, wenn wie im gezeigten Beispiel nur Lasten abwärts transportiert werden, keine zusätzliche Energie, sondern lediglich eine Bremsvorrichtung.
Bei meinem Schrägaufzug wird es etwas komplizierter, weil auch unten eine Gleis entlang läuft. Da müsste man an Stelle der jeweils oben befindlichen Plattform die Gleislücke durch eine Klappbrücke schließen. Deshalb habe ich mich zu einer Konstruktion mit nur einer Plattform entschlossen, bei der mit Gegengewichten gearbeitet wird. Wenn Lasten hoch bewegt werden sollen, muss das Gegengewicht erhöht werden. Bei manchen Schrägaufzugkonstruktionen macht man diesen Gewichtsausgleich mit Wassertanks.

In Kürze dazu mehr.
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#188

Beitrag von SpaceRambler » Mi 6. Mär 2013, 13:22

Hallo Jürgen,

ich habe mir Deine Videos und die Skizzen gerade eben noch mal in Ruhe angeschaut. Es arbeitet ... :wink:

Jedenfalls gibt es an Deiner Lösung nichts zu meckern. Eventuell zu bedenken wäre, ob man den Durchsatz etwas verringert, indem man über Blenden die Öffnung etwas kleiner macht. Zur Zeit rumpelt der Schotter nämlich mit ziemlichem Karacho in die Wagen.

Wie steht es eigentlich um das Gewicht der Wagen? Ich hätte Sorge, dass die bei der Ladung erhöhten Verschleiß der Radlager zeigen ...

Gruß, Randolf
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#189

Beitrag von Carolusmagnus1911 » Mi 6. Mär 2013, 13:38

Hallo Jürgen und an den Rest der Fachsimpler ;)

hier ist ja Einiges los, musste erst aufarbeiten. Es freut mich, das die Schotterverladung so toll geworden ist. Bei der Lösung mit dem Dosierschieber fühle ich mich mal angesprochen. Das Beispiel zeigt, dass eine Lösung mit direkter Verbindung in einem Rutsch zwischen Trichter und Waggon zu unsicher ist. Der Dosierschieber ist dafür genau richtig. Im meinem Thread sieht man schon das Gebäude im Original, in welchem ich meine Verladung einbauen werde. Ich habe es da doch schon einfacher, da dort massig Platz vorhanden ist.

Ohne jetzt das Video nochmal anzuschauen und auf Randolfs Kommentar einzugehen: Die Schüttgeschwindigkeit. Das hatte ich ja anfangs bei meinen Versuchen auch gesehen, dass das alles zu schnell in Waggons "schiesst". Ich hatte damals in einen Trichter aus dem 1€-Laden einfach 2 Sägeschnitte (im Stutzen) schräg zur Schüttrichtung angesetzt und Bleche eingesteckt, die den Schotter durch die Schütte schlängeln und bremsen. Das Ganze braucht allerdings ein wenig Platz, funktioniert aber.

Viele Grüße
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#190

Beitrag von rex » Mi 6. Mär 2013, 13:41

Hallo Jürgen,

die Verladestation gefällt mir richtig gut und dein Plan dieses Segments verspricht noch viele interessante Teilprojekte. Immer wieder erstaunt bin ich über das Fach- und Detailwissen von dir und anderen Stummis, jetzt bspw. zum Thema Schotter. Wenn man das mal aufbereiten könnte, was sich allein im Stummiforum in den einzelnen Threads an Wissen zu einzelnen kniffeligen Fragen und Details angesammelt hat, man könnte daraus sicher ein mehrbändiges Handbuch für Modellbahner, Elektrotechniker und Industriehistoriker erstellen.

Du machst ja mit deiner Moba-Trickkiste schon einen großen Vorstoß in Richtung Systematisierung dieses Wissens. Beste Grüße aus dem Weserbergland in den Harz sendet rex!
Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.

Mein Anlagenporträt findet Ihr hier: Sommer im Weserbergland

Herzlich willkommen zum Ausflug ins detailReich: http://www.detailreich-hannover.de

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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#191

Beitrag von SpaceRambler » Mi 6. Mär 2013, 13:51

Hallo rex,

man könnte das etwas provokant-plakativ so umschreiben: "vom Achterbahn-Fahrer zum Transport-Unternehmer" 8) :wink:

Wenn man konkrete Transportaufgaben erledigen kann, von denen man weiß, was hineingeht und was herauskommt, macht es einfach mehr Spaß. Man fährt nicht mehr bunte Güterwagen-Mischungen durch die Gegend, sondern jeder Waggon hat seinen Platz im Zug und seinen Sinn und Zweck. So wird die Moba zu "Food for the brain", und das garantiert langanhaltenden Spielspaß und vermeidet die Langeweile, die gerne aufkommt, wenn am Ende nur "Züge kreisen".

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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#192

Beitrag von jaffa » Mi 6. Mär 2013, 15:15

Hallo Rex,
ich sehe es ähnlich wie du: dadurch dass viele aus ihren »Nebentätigkeiten« neben der Modellbauerei ganz unterschiedliche Fachkompetenzen einbringen, ist dieses Forum schon ein Schmelzteigel mit einem enormen Potential.
Ich habe extrem von diesem und anderen Foren profitiert. Meine Modellbahn/-bau-Datenbanken sind durchaus auch als Dankeschön für die erhaltene Hilfe zu verstehen: ich möchte das erworbene Know-how in leicht auffindbarer Form weitergeben.
Intensive Diskussion von Detailproblemen kann aber auch solch ein Extrakt nicht ersetzen.

Hallo Randolf, hallo Daniel,
die Verringerung des Querschnitts der Schüttöffnung wäre sicherlich eine weitere Option; da gibt es auch für mich durchaus Optimierungspotential, das auch jetzt noch leicht mit einer zusätzlich einzuklebenden Polystyrolblende auszutesten ist.
Dass alles auf einmal stürzt, dieser Effekt wäre auch bei der Dosierbeladung nicht geringer ... im Gegenteil. Da helfen dann nur »Schikanen« à la Daniel.
Ich hatte auch bei der jetzigen Lösung die Überlegung, durch eine Hebelübersetzung 1:3 zwischen Schieber und Bowdenzug den Weg des Bedienknopfes von 4 auf 12 mm zu erhöhen, um feinfühliger öffnen und schließen zu können. Der Nachteil wäre aber -- abgesehen von einer größeren Störanfälligkeit -- möglicherweise gewesen, dass die Feinfühligkeit durch Spiel in der Hebelmimik sabotiert wird. So habe ich mich für die einfache, direkte Lösung entschieden.

Was man auf den Videos nicht sieht: wenn ich den Schieber nur ganz vorsichtig ein Stückchen weit öffne, denkt der Schotter noch nicht einmal daran, sich in Bewegung zu setzen. Er macht offensichtlich das, was die Aufgabe von Gleisschotter ist: er verkeilt sich unter der von oben nachdrückenden Schotterlast.
Mag sein, dass das bei 1:87 einfacher wird und »Schikanen« zu einem langsameren Schotterfluss führen. Bei 1:160 sehe ich eher den »digitalen« Schotterstrom: entweder er fließt oder er fließt nicht. Der Grat dazwischen ist äußerst schmal.

Ich werde unter Beibehaltung der Grundkonstruktion kleine Optimierungen testen und über die Resultate zu gegebener Zeit auch mit neuem Video berichten.

.... und, Randolf, mit deinem Plädayer »Transportaufgaben lösen anstatt Bahnen kreisen lassen« sprichst du mir aus dem Herzen!

Gedanklich bin ich aber schon bei dem Schrägaufzug. Hier noch einmal ein Ausschnitt aus dem Adlersberg-Foto (in der Auflösung hochgequält und geschärft, um mehr Details zu erkennen) und zwei Skizzen zu den grundsätzlichen Konstruktionsvarianten:

Bild
Was man auf dem Adlersberg-Foto schön sieht: die Loren wurden auf der oberen Sohle per Pferd bewegt.

Bild

Bild
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#193

Beitrag von Jürgen » Mi 6. Mär 2013, 16:26

Moin Jürgen,

kennst Du das hier ?

http://www.brueckenhof.cktdaten.de/gale ... auswahl=38

Grüße
Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#194

Beitrag von SpaceRambler » Mi 6. Mär 2013, 20:54

Sachma Jürgen, kann das sein, dass Du ein ziemliches Zeichentalent hast :bigeek:

Die Skizzen, die Du angefertigt hast, sind absolute Spitze, Dich könnte man glatt als Kommunikations-Designer engagieren!

Eigentlich müsste so etwas dennoch funktionsfähig in N machbar sein. Denn eigentlich sind das "nur" Gleise, die in starker Neigung am Hang befestigt sind. Die Konstruktion der Wagen ist so, dass die Räder mit ausreichender Kraft senkrecht zum Schienenprofil belastet sind. Das Ganze mit einem feinen Nylonfaden angetrieben sollte dann auch nicht aus den Schienen springen ...

Ist aber mehr "laut gedacht", ich kann verstehen, wenn Du das in N nicht funktionsfähig realisierst.

Gruß, Randolf
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#195

Beitrag von Lothar Michel » Mi 6. Mär 2013, 21:50

Hallo Jürgen,

bisher habe ich Deine Fortschritte nur im Stillen bewundert. Aber nachdem Du die Schotterverladung zeigst, kann ich das Lob nicht länger zurückhalten. Das sieht in Deinem Bericht und den Videos nach einer sehr praxistauglichen Konstruktion aus, an der Du bestimmt viel Freude haben wirst :D :D .

Dein Zeichentalent solltest Du auch nicht unter den Scheffel stellen. Das sieht echt :hammer: stark aus.

Auch Deine detailintensive Vorbildrecherche ist beeindruckend.

Fazit: Ich glaube, Du hast einen neuen Stammleser für Deinen Thread... :wink:
Lothar
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#196

Beitrag von steve1964 » Mi 6. Mär 2013, 22:10

-
Hallo Jürgen ,

hm , ich denke mal :
besser kein frei bewegliches Schüttgut .

Ich kenne mich bei Spur N nicht soooo gut aus , habe selbst nur 3 Loks ( Arnold , Flm , Minitrix ) ,
aber die haben unten ein winziges Zahnrädchen sichtbar , nicht verdeckt wie bei Roco H0 -

und das genau würde mich in jedem Fall von Schüttgut abhalten . . ..


Grüße
Steve

-
Zuletzt geändert von steve1964 am Mi 6. Mär 2013, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.
Ich baue , also bin ich .

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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#197

Beitrag von Marsupilami » Mi 6. Mär 2013, 22:13

Also eigentlich ist das auf den Bildern eine Standseilbahn und kein Schrägaufzug...;)

Zum Thema Schrägaufzug empfehle ich übrigens einen Besuch am Rammelsberg in Goslar - dort gibt es einen, der in der nächsten Zeit sogar restauriert werden soll:

Bild
mfg,

Martin

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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#198

Beitrag von Jürgen » Do 7. Mär 2013, 08:35

Ich wäre für "Standseilbahnschrägaufzug" oder kurz "SSBSA" oder noch kürzer "S³A". :fool: Im Ernst: Wo ist der Unterschied ?

Randolf, meinst Du nicht, dass der Virus zur Funktionsfähigkeit nicht schon längst in Jürgen tobt ? Ich wette, da kommen bald die ersten Ideen ... :roll:

Ich denke auch, es sollte machbar sein ...

Jürgen was ist ? Wir lauschen gespannt ...

Grüße
Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#199

Beitrag von jaffa » Do 7. Mär 2013, 11:18

Hier ist ja richtig was los!

@Jürgen: Das Modellprojekt »Weilberg« kannte ich nicht. Als ich intensiver zum Thema Steinbruch und Schrägaufzug recherchiert habe, das war vor Mai 2010, da gab es das Projekt offensichtlich noch nicht im Netz. Dankeschön für den Hinweis.
Aus der Bilddokumentation wird nicht deutlich, ob der dortige Schrägaufzug (bei dem mir schon eher die Bezeichnung »Standseilbahn« über die Lippen käme ... längere Strecke, 1-gleisig mit Ausweiche in der Mitte ...) ein bewegte Funktionsmodell ist.
SpaceRambler hat geschrieben:... Dich könnte man glatt als Kommunikations-Designer engagieren!
@Randolf: ... nur zu! Für das komplette Leistungsportfolio gehst du am besten gleich auf diese Seite
novuprint > Richtwerte > Kompetenzen ... für einen allgemeinen Überblick auf die Startseite meiner Medien- und Werbeagentur novuprint.
Allerdings musst du dich mit deinen Aufträgen beeilen: ich bin nur noch bis Jahresende als Geschäftsführer und so‘ne Art Director (alter, abgegriffener Designer-Joke) tätig ... dann ziehe ich mich zurück und arbeite nur noch sporadisch und projektbezogen als Freelancer.
Auf der Startseite gibts immerhin auch einen Bahnbezug: für unseren Kunden HAFEN HANNOVER haben wir jüngst der nietennagelneuen Gravita 10BB die Hafen-CI verpasst.
Anmerkungen zum Thema Schrägaufzug als Funktionsmodell weiter unten.

@Lothar: Danke für den dicken Blumenstrauß und für deinen Besuch!
Lothar Michel hat geschrieben:Dein Zeichentalent solltest Du auch nicht unter den Scheffel stellen. Das sieht echt :hammer: stark aus.
Zum Scheffel-Thema: siehe oben @Randolf ... ich stelle es nicht drunter, sondern scheffele damit sogar Geld ... so gut es geht zumindest ... Bild

@Steve: ... aber hallo! Natürlich mit beweglichem Schüttgut ... sonst ist es doch nur der halbe Spaß! Sauberkeit spielt für einwandfreie Funktionsfähigkeit bei Spur N ganz allgemein natürlich eine größere Rolle als bei H0 und größer. Aber eine Gefahr durch die Schotterverladung sehe ich überhaupt nicht: dort wo sicherlich immer wieder mal Schotter auf die Gleise fallen wir -- unmittelbar unter dem Schüttbunker -- fährt keine Lok, weil die Waggons in das Stumpfgleis hineingedrückt werden müssen.

@Martin: Also, eigentlich hast du Recht – zumindest was das technische Funktionsprinzip »Standseilbahn« angeht. Aber gib einmal spaßeshalber bei Google beide Begriffe gleichzeitig zur Suche ein -- Standseilbahn Schrägaufzug -- teilweise werden die Begriffe synonym benutzt, teilweise heiß diskutiert ... manche setzen den Begriff »Schrägaufzug« in Gänsefüßchen, beim Hersteller MiniMetro für »Seilgezogene urbane Schienentranportsysteme« wird vom »Schrägaufzug auf den Pariser Montmartre« als ein populäres Beispiel für einen Schrägaufzug gesprochen. Ähnlich handhabt es der Hersteller ABS/Doppelmayr.
In Steinbrüchen wurde/wird übrigens oft auch die Bezeichnung »Bremsberg« verwendet.
Heutzutage scheint alles bestens geregelt, sollte man meinen: es gibt zwei EG-Richtlinien ... eine für Aufzüge und eine für Seilbahnen. Und wenn man die liest, ist man hinterher nicht sehr viel schlauer, weil das hier gemeinte System irgendwie in die Grauzone dazwischen fällt.
Fazit: Man kann es bezeichnen, wie man will. Allemal für historische Beispiele: ich wette, die Malocher in den Wildemanner Steinbrüchen haben nicht Standseilbahn zu dem Ding gesagt.

@Jürgen: Über eine Funktionalität habe ich natürlich nachgedacht. Wenn sie dem Vorbild entsprechen soll, kannst du das in 1:160 vergessen. Die Massen sind einfach zu gering, um die Reibung in der oberen Umlenkrolle zu überwinden ... und reichen nicht einmal aus, um das Zugseil auf Spannung zu halten. Ich habe da bei anderen Projekten bereits leidvolle Erfahrungen gesammelt. In 1:87 hätte man durch die Vervierfachung der Massen/Gewichte eventuell eine Chance.
In 1:160 sähe ich zwei Möglichkeiten:
1. ein rundlaufendes Seil, an dem Plattform und Gegengewicht befestigt sind. Ein rundlaufendes Seil mit einer Führungsrolle oben und unten lässt natürlich unter Spannung halten und man wäre dafür nicht mehr auf die Massen/Gewichte angewiesen. Nachteil: das Funktionsprinzip entspricht unübersehbar nicht mehr dem Vorbild.
2. Die Reibung sowohl bei Plattform wie auch Gegengewicht wird zu den Führungsschienen so »stramm« eingestellt, dass man durch manuelles Bewegen des jeweils oben Befindlichen das untere hochzieht ... unter Beibehaltung der Seilspannung. Eine bedingte Funktionalität in diesem Sinne hatte ich mir sowieso vorgestellt.
Andere Ideen habe ich nicht ... habt ihr welche?
Nachtrag: Anders als bei der Schotterverladung würde sich die Funktionalität auf Hoch- und Runterfahren beschränken; da ja auch die Feldbahn (Spurweite 3,75 mm) ein »nur« rollfähiges Modell ist, klappt eine weitergehende Funktionalität ja sowieso nicht: Lore auf die Plattforam schieben und abkuppeln, per Schrägaufzug nach unten befördern, von der Plattform ziehen oder schieben, Lore kippen und Inhalt in Reichsbahnwaggon entladen ... dafür habe ich mir den falschen Maßstab ausgesucht.

Übrigens ... wen es interessiert: es gibt jemanden, der in 1:160 eine funktionierende Feldbahn gebaut hat: http://www.modellbahn-1zu160.de/Feldbah ... _75mm.html
Es gibt auch Versuche, Gleise und Rollmaterial der Spurweite T (= 3mm, Maßstab 1:450) für Feldbahnen in 1:160 zu nutzen (Roy Bergauer); aber ich halte davon nichts: die zwingend notwendigen Eigenschaften für extreme Langsamfahrt lassen sich bei 9 mm sehr gut realisieren, bei 6 mm gerade nochund bei 3 mm reicht irgendwo ein Staubkörnchen ...
Gruß --- Jürgen
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Re: Innerstetalbahn: Schrägaufzug im Steinbruch

#200

Beitrag von Jürgen » Do 7. Mär 2013, 11:50

Hallo Jürgen,

Du sprichst die Reibung (eigentlich Haftung) in der Umlenkrolle an. Die Nut in der das Seil geführt wird, darf nicht zu glatt sein, damit es nicht rutscht. Eine konische Form ist ebenfalls hilfreich. Das Gewicht vom Gegengewicht (noch relativ einfach) und Wagen kann man mit etwas Anglerblei erhöhen. Du kannst auch Deinen Ehering nehmen, der ist noch schwerer :wink: . Thema Zugseil: Ich habe ein Kunstfasergarn für meine Telegrafenleitung zuhause, die soll nur 0,02 mm Durchmesser haben (Kotol:"Feiner synthetischer Faden nur 0,02mm dünn, reißfest, nicht leitend, fusselt nicht, schwarz."). Das wäre vielleicht etwas für Dich. Falls es Dich interessiert, schicke ich Dir gerne ein Stück. Ich schaue es mir vor dem Hintergrund einmal an.

Vielleicht habe ich bei 1:160 einfach zu naive Vorstellungen. Aber einen Versuch ist es Wert. Ich schau ja nur zu, die Arbeit hast Du ... :aetsch:

Grüße
Jürgen
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