RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#1 von marshaj , 03.04.2014 18:46

Hallo,
meine alten Märklin- Loks aus Jugendtagen machen aus meiner Sicht auch heute noch eine recht gute Figur, besonders nachdem sie digitalisiert wurden.
Allerdings sind einige davon mit ihrem Motorgeräusch recht laut, wie z.B. die E94 (3022), die TM800 und BR. 89 aus den 60ern, Primex E63 (3002), aber auch neuere Modelle wie die E104 (3049) oder sogar die BR. 86 mit fx-Decoder (Nr. ?).

Nun habe ich im Forum immer wieder von der Möglichkeit des Erneuerns des Motorschildes oder dem Einbau von Kugellagern gelesen. Letzteres traue ich mir wirklich nicht zu, da ich nicht so exakt arbeiten kann.

Würde sich der Motorschild-Wechsel auf die Geräuschentwicklung so deutlich auswirken daß sich das Ganze lohnt ? Oder liege ich mit der Idee völlig falsch ?

Ein vollständiger Motorumbau erscheint mir als nicht besonders sinnvoll....
Wenn ja, wie und wo finde ich die passenden Teile ? Ersatzteillisten habe ich für die Loks leider nicht.


Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen


 
marshaj
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#2 von digitalo , 03.04.2014 19:16

Hallo (hier könnte Ihr Name stehen) marshaj

Also die Geräusche kommen meist vom Getriebe. Ein Umbau des Motors mit Kugellagern sorgt in der Regel dafür das die Stromaufnahme sinkt und die Maschine bessere Roll Eigenschaften hat. Es kann aber auch zu den von Dir gewünschten Effekten kommen. Eine Garantie gibt es aber nicht.


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#3 von Nichteisenbahner ( gelöscht ) , 03.04.2014 19:54

Zitat von marshaj
Würde sich der Motorschild-Wechsel auf die Geräuschentwicklung so deutlich auswirken daß sich das Ganze lohnt ?

Hi,
mir sind aus eingener Erfahrung, aus regelmäßigem Durchforsten des Forums oder auch aus anderen Quellen keinerlei Indizien dafür bekannt, dass allein durch Motorschildtausch das Fahrgeräusch zu verringern ist.
Tut mir leid.
Gruß
Martin


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#4 von Helgasheimkeller , 03.04.2014 20:06

Um das Fahrgeräusch zu senken macht das tauschen des Motorschildes wenig Sinn, es sei denn es ist ausgeschlagen. Wohl aber das reinigen des Getriebes und aller Zahnräder von altem verharzten Fett mit Feuerzeugbenzin und anschliesendem neues schmieren der getriebe Räder mit feinem wenigen Öl. Das hat bei mir geholfen.
Gruß Werner


SabrinaMirijam


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#5 von Schachtelbahner , 03.04.2014 20:25

Das Motorschild zur Geräuschminderung zu tauschen macht keinen Sinn. Das Fahrgeräusch der älteren Lok kommt vom Getriebe mit den Messing Zahnrädern. Eine Geräuschminderung kannst Du nur mit einem Motortausch/Getriebetausch erreichen.


Grüße von Kurt
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#6 von lokhenry , 03.04.2014 20:47

Hi,

ich würde alle Loks mit Kugellager Ausrüsten, wenn Du die erste fertig hast, kommt der Rest von alleine.

Bei mir war das

A) Das kreischen der Motoren war sofort weg,

B) Die Loks können Hyper langsam fahren,

C) Der Auslauf wird deutlich besser,

D) Die Loks laufen deutlich gleichmäßiger auf der Strecke.


Der Umbau selber dauert ca. 20 min. und ich bin sicher die meisten können das.

Eigentlich ganz einfach?

Hier die von mir eingebauten Spezial Kugellager.






Hier am Beispiel einer BR 160 die gleichzeitig auf 5 Poleanker mit Feldmagnet Umgebaut wurde.



Das zerlegen und der Zusammenbau erspare ich mir zu Erklären sollte jeder können.
Nachdem zerlegen:

An der Getriebeseite das 4 mm Gleitlager von innen nach außen rausdrücken, in dieser Öffnung passt das Kugellager genau rein.










Als nächstes, den Motorschild auf ein Holzklötzchen mit Doppel Klebeband Fixieren und die Öffnung von 1,5 mm mit Stufenbohrer 2/4 mm Aufbohren, oder was auch funktioniert, habe ich auch zuerst gemacht, mit 0,5 mm Schritten auf 4 mm Aufbohren, zbs. 2 – 2,5 – 3 – 3,5 – 4 mm.





Danach mit Waschbenzin Getriebeseite und Schild Entfetten, die Kugellager ca. 1/3 in die Öffnung pressen und was noch rausguckt mit ein wenig UHU Sekundenkleber bestreichen, bitte ganz wenig benutzen und die Lager Bündig reindrücken.

Vor dem Zusammenbau mit Spezialfett das Getriebe Abschmieren.

Ganz wichtig:

Die Schrauben vom Motorschild bei laufenden Motor leicht abwechselnd anziehen bis diese fest sind, hierdurch zentriert sich der Motorschild selber und das evtl. wiederholen bis der Motor ganz ruhig läuft und fertig ist der Umbau.

Lieben MoBa Gruß

Henry


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#7 von BW-Fan , 03.04.2014 21:24

Hallo Hans-Jürgen,



dem Post von Lokhenry ist nichts hinzuzufügen.
So mache ich das bei mir auch immer und es funktioniert tadellos.
Wichtig ist wirklich nur,dass die Schrauben des Motorschildes wie von Henry beschrieben, bei laufendem Motor angezogen werden.
Ich habe einige Loks,bei denen ist sogar nur eine Schraube des Motorschildes angezogen,weil die nur so ruhig zu kriegen waren,macht aber auch nix
Das kriegst du bestimmt auch hin,ist wirklich nicht schwer.

Das "Sägen" der Zahnräder wirst du allerdings nie ganz wegbekommen,das gehört halt zu alten wie auch neuen Märklinloks (mit Zahnradgetrieben) dazu.

Aber selbst wenn es die Zahnräder sind,ein Kugellager bringt deutliche Vorteile.
Vielleicht hast du ein altes Motorschild zum ausprobieren.


Viel Spass und noch einen schönen Abend.


Gruß,Heiko
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Nur Altern hilft bei Plastikglanz,
nämlich so
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#8 von TEE2008 , 03.04.2014 21:45

Hallo,
es kommt recht häufig vor, dass das Kugellager auf der Getriebeseite durch das Loch rutscht.
Deswegen ist es ratsam das ab Werk verbaute Gleitlager vorsichtig auszubauen, um es ggf. wieder verwenden zu können.
Die Motorschildseite ist die wichtigere Seite, da man so verhindern kann, dass sich die Kollektorspalten durch Öl und Kohleabrieb zusetzen.


Gruß

Tobias


 
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#9 von Helgasheimkeller , 04.04.2014 08:33

Ein wesentlichen Anteil an der Geräuschentwicklung wie schon geschrieben haben die Metallzahnräder. Ich habe einige Loks und darunter ist auch eine 89 die hat 2 Kunstoffzahnräder die ist absolut leise. Gruß Werner


SabrinaMirijam


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#10 von Heinzi , 04.04.2014 09:55

Hallo zusammen

dann auch noch meinen Mist zum Thema:

Lagerschilder zu tauschen macht meistens nur Sinn wenn diese Ausgeschlagen sind. Ausgeschalgene Lagerschilder machen sich meistens dadurch bemerkbar, dass bei langsamen beschleunigen bei einer bestimmter Drehzahl Geräusche auftreten, die bei weiterem beschleunigen wieder verschwinden. Bei diesem Symptom lohn ein tauschen durchaus. Dann würde ich aber auch gleich den Kunstoffeinsatz im Motorblock ersetzen.
Ich habe abe auch schon neue Lagerschilder durch andere neue ersetzt uhnd Überraschungen erlebt. Ich bin mir aber nicht sicher ob diese Überraschungen eher auf die Kohlenhalterung (anderer Sitz) und den Anpressdruck der Kohlen zurückzuführen ist.
Verbesserungen haben sich bei mir auch ergeben durch Verringerung des Kohlenanpressdruckes.



Kugellager wiederum machen meiner Meinung nach nur Sinn, wenn auch der Motor auf HLA Antrieb umgebaut wird. Bei neuen Lagerschilder ist der positive Effekt der Kugellager aber nur halb so wild wie oben beschrieben. Auch ist meiner erfahrung nach der Stromverbrauch nicht wirklich messbar kleiner. (Diesbezüglich bringt die Umrüstung von Allstrommotoren auf HLA-Antrieb deutlich mehr--> Allein aus diesem Grunde kann sich ein Motorumbau durchaus lohnen.

"Ölen und salben hilft allenthalben"! ? Diese Aussage sehe ich mittlerweile etwas differenzierter.
Auf anraten meiner Märklinwärkstätte öle die Zahnflanken der Zahnräder nur noch in den seltensten Fällen.
Geschmiert werden aber die Lagerungen der Zahnräder mit ganz wenig Lokfett B52. Diese werden oft vergessen und vernachlässigt. Manches Geräusch kommt aber von dem zu grossen Spiel der Zahnradlagerungen.


Gruss Heinzi
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#11 von lokhenry , 04.04.2014 10:02

Hallo Heinzi,

baue doch ein 3 Poler um, warum den nicht und haste schonmal eine Lok auf 5 Poler Umgebaut oder sind die Vorteile nicht wichtig für Dich?

Gruß

Henry


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#12 von Hexdi , 04.04.2014 13:30

Hallo,
dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Zitat von lokhenry
Hi,

ich würde alle Loks mit Kugellager Ausrüsten, wenn Du die erste fertig hast, kommt der Rest von alleine.

Bei mir war das

A) Das kreischen der Motoren war sofort weg,

B) Die Loks können Hyper langsam fahren,

C) Der Auslauf wird deutlich besser,



Als einer, der so einen Umbau selber noch nie probiert hat,
hätte ich spontan ein paar Fragen dazu:

1) Auf dem Tütchen von GHW sind die Daten des verwendeten Lagers nicht ganz zu erkennen. Handelt es sich um ein 681 X ZZ Best.nr. 681 500 und ist das das Standard Teil für alle klassischen Märklin Motore ?
2) Wo kann mann den erwähnten Stufenbohrer 2/4 mm beziehen ?
(Nehme an, dass man mit diesem Werkzeug die vorhandene Bohrung präziser aufweiten kann)
3) Macht es Sinn, für die letzten Zehntelmillimeter eine Reibahle zu verwenden ?
4) So ein Lager kostet bei GHW gerade mal 69 cent. Am Preis kann es also nicht liegen, dass die Großserienhersteller keine Wälzlager in ihre Motoren einbauen. Kennt jemand die Gründe für das Gleitlager ?

Gruß
Berthold


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#13 von Rauchgenerator , 04.04.2014 15:37

Der Umbau auf Kugellager hat einen "kleinen" Haken. Wer nicht auf HLA umrüsten will, muss mit den alten Motorschilden klarkommen. Und in denen finden die Kugellager mit aussen 5 mm leider keinen Halt.

Ja ich weiß, wer noch Dreipoler fährt, lebt im modellbahnerischen Neandertal usw. Aber sorry, meine Dreipoler laufen digital sehr sehr gut, fahren ruckelfrei an und auch sehr serh langsam sehr gut.


Bekennender 3-Pol Scheibenkollektorfahrer auf M-Pickelgleis!

Viele Grüsse
Ralf


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#14 von Peter BR44 , 04.04.2014 16:53

Hallo Tobias,

Zitat von TEE2008
.....Die Motorschildseite ist die wichtigere Seite, da man so verhindern kann, dass sich die Kollektorspalten durch Öl und Kohleabrieb zusetzen.


wenn Du schreibst verhindern kann, frage ich mich, wo dann der Kohlestab sich ablagert?
Verschleißfreie Motorbürsten (Kohlen) sind mir noch nicht bekannt.

Eine weitere Rolle für den "Radau" zum Getriebe, spielt auch die Gehäusekonstruktion.
Wenn ich meine umgebaute 3003 BR 24 fahre, hört man so gut wie keine Geräusche.
Dagegen in selber Manier umgebaute 03.10 3089, 3094 und 3489, mache durch ihre
Konstruktion richtig Krach. Da hilft auch kein trennen der Konstrukte, ölen oder sonst
etwas, Der "riesige" Hohlraum des Gehäuses, ist ein wunderbarer Resonanzkörper, den
sich so mancher Sounddecoder wünscht.
Hatte sogar mal eine 3789 auf dem OP-Tisch, die hatte der Besitzer mit viel Silikon
weitgehendst aufgefüllt. Leider ohne große Geräuschminderung.

Meine Erfahrung ohne Kugellager sind die Lager alle mit nur einem Tropfen Öl zu versehen.
Zahnräder die ineinander greifen, bekommt nur eines davon einen Tropfen ab. Dies hat sich
bis jetzt für mich am besten bewährt.


Viele Grüße Peter


Wenn Du Gott zum lachen bringen willst, schmiede Pläne!


 
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#15 von TEE2008 , 04.04.2014 17:03

Hallo Peter,
das Gemisch aus Öl und Kohleabrieb setzt die Kollektorspalten relativ schnell beeinträchtigend (klebrig) zu.


Gruß

Tobias


 
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#16 von DeMorpheus , 04.04.2014 17:07

Zitat von Peter BR44

Zitat von TEE2008
.....Die Motorschildseite ist die wichtigere Seite, da man so verhindern kann, dass sich die Kollektorspalten durch Öl und Kohleabrieb zusetzen.


wenn Du schreibst verhindern kann, frage ich mich, wo dann der Kohlestab sich ablagert?
Verschleißfreie Motorbürsten (Kohlen) sind mir noch nicht bekannt.


Der Kohlestaub sammelt sich natürlich immer noch im Motor, aber nicht in den Kollektorspalten wo er Kriechströme verursacht. Dort sammelt er sich nur, wenn er sich mit dem Öl vom Gleitlager zu einer klebrigen Masse vermischt.

Gegenüber einem intakten Gleitlager ist ein Kugellager nicht leiser ... der Lärm kommt eher von den Zahnrädern. Es kann helfen die Zahnräder vorsichtig zu entgraten und dafür zu sorgen, dass die Flanken nicht am Gehäuse oder anderen Zahnrädern anliegen.

Grüße,
Moritz


Viele Grüße,
Moritz

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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#17 von Heinzi , 04.04.2014 17:10

Hallo Henry

Zitat
baue doch ein 3 Poler um, warum den nicht und haste schonmal eine Lok auf 5 Poler Umgebaut oder sind die Vorteile nicht wichtig für Dich?

Ich verstehe nicht genau auf was du hinaus willst?
Ich habe sämtliche meine älteren Loks auf HLA Antrieb mit Kugellager und LOPI M4V3 umgebaut. Die alten Allstrommotoren hatten 3polige Rotoren und z.T. noch Delta Decoder.
Bei einem solchen Umbau liegen die Vorteile klar auf der Hand.
Viel geringerer Stromverbrauch
Viel schönere und bessere Fahreigenschaften
Meistens auch etwas leiser. Insbesondere dann, wenn die Geräusch vom Rotor her rührten. Wenn die Geräusche aber vom Getriebe her kammen, war ich auch mit einem solchen Umbau meist machtlos. In einigen Fällen half das Fetten der Zahnradlagerungen, in einem Falle habe ich mir aber ein neues Drehgestell geholt. (Das alte wartet jetzt auf eine Revision)

Ich rüste auch meine fabrikneuen Loks mit HLA Antrieb (nach etwa 6 Monaten) auf Kugellager um.
Bei einem solchen Umbau halten sich die Vorteile von Kugellager in grenzen.
Gute Kunststofflager haben auch fast keine Reibung und laufen ebenfalls geräuschlos.
Es sind keine wesentlichen Verbesserungen der Fahreigenschaften feststellbar.
Einen Vorteil sehe ich darin, dass man an zwei Stellen auf Öl oder Fett verzichten kann und ich erhoffe mir einen Langzeiteffekt, dahingehend, dass die Kugellager beständiger sind als die Kunststofflager.
Bei neun Loks konnte ich hingegen die Fahreigenschften schon deutlich verbessern durch Reduktion des Kohlenanpressdruckes und (Märklin und ESU mögen mir verzeihen) durch einbau eines LOPI V3 Decoders


Gruss Heinzi
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#18 von Peter BR44 , 04.04.2014 19:21

Hallo Tobias,

Zitat von TEE2008
Hallo Peter,
das Gemisch aus Öl und Kohleabrieb setzt die Kollektorspalten relativ schnell beeinträchtigend (klebrig) zu.


ok, dass leuchtet wiederum ein.
Hatte deinen ersten Post anders durch das Wörtchen >und< verstanden!


Viele Grüße Peter


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#19 von Peter BR44 , 04.04.2014 19:25

Hallo Moritz,

Zitat von DeMorpheus
Der Kohlestaub sammelt sich natürlich immer noch im Motor, aber nicht in den Kollektorspalten wo er Kriechströme verursacht. Dort sammelt er sich nur, wenn er sich mit dem Öl vom Gleitlager zu einer klebrigen Masse vermischt.......


Dieser Effekt tritt aber in der Regel nur von zu viel des Guten ein.
Sprich Öl. Von daher Öle ich meine nur, wenn sie nach Öl kreischen.


Viele Grüße Peter


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#20 von marshaj , 05.04.2014 13:42

Hallo,
und erst einmal herzlichen Dank für die interessanten Antworten .

Bei den Motorschilden ist ja fast ein Gleichstand zwischen "sinnvoll" und "sinnlos" herauszulesen. Das werde ich also hinten anstellen.
Zuerst werde ich mich einmal an den Getrieben versuchen. Dabei fand ich den Hinweis zum zusätzlichen Entgraten sehr interessant.
Allerdings muß ich zugeben, daß ich mich bisher nie an den Ausbau der Zahnräder herangewagt habe. Die scheinen ja auf die Achsen aufgepresst zu sein und so ist es doch wohl recht tückisch, sie herauszunehmen. Gibt es dafür irgendwo eine Arbeitsbeschreibung und benötigt man Spezialwerkzeug ?
Negativbeispiel dafür ist mir eine Vorläuferachse meiner Krokodil, die sich ohne meine Einwirkung so gelockert hat, daß sich die Spurweite selbständig verbreitert und die Abzweige in Weichen plötzlich zum unüberwindbaren Hindernis werden. Hier muß jetzt Kunstharz helfen. Das wird bei Getriebezahnrädern sicher nicht gehen...


Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
Hans-Jürgen


 
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#21 von Robert Bestmann , 05.04.2014 18:41

Hallo Hans-Jürgen,

für die Vorlaufachse Deines Krokodils würde ich Loctite 648 nehmen. Das ist kein herkömmlicher Kleber, sondern diese Pampe dehnt sich beim Trocknen aus und klemmt damit z.B. ein Rad wieder auf der Achse fest. Davon genügen kleinste Mengen.

Zahnräder bekommt man aus dem Getriebeblock, indem man die zugehörigen Bolzen z.B. mit einem dünnen Nagel herausklopft (gemeint sind hier die Getriebeblöcke von Modellen mit Drehgestellmotoren).

Viele Grüße

Robert


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#22 von lokhenry , 05.04.2014 18:56

Zitat von Heinzi
Hallo Henry

Zitat
baue doch ein 3 Poler um, warum denn nicht und haste schon mal eine Lok auf 5 Poler Umgebaut oder sind die Vorteile nicht wichtig für Dich?

Ich verstehe nicht genau auf was du hinaus willst?
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Bei einem solchen Umbau halten sich die Vorteile von Kugellager in grenzen.
Gute Kunststofflager haben auch fast keine Reibung und laufen ebenfalls geräuschlos.
Es sind keine wesentlichen Verbesserungen der Fahreigenschaften feststellbar.
Einen Vorteil sehe ich darin, dass man an zwei Stellen auf Öl oder Fett verzichten kann und ich erhoffe mir einen Langzeiteffekt, dahingehend, dass die Kugellager beständiger sind als die Kunststofflager.
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Hi,

als erstes, alle meine Mätrix Loks haben ein 5 Poler die Vorteiole sind klar und beschrieben und wenn der Threaderöffner keine Fünfpoler will dann soll er das sein lassen, das Thema ist ein anders, auch ein 3 Poler kann man mit Kugellager ausrüsten.

Ich habe mit Kugellager so einige Loks sehr ruhig bekommen, die lauteste war eine BR 120 das war eine richtige Kreissäge, deswegen verstehe ich deine Ansprache nicht wirklich, wer sich ein Umbau nicht zutraut oder ein anderes Problem hat, sollte die Finger von lassen.

Ich bin mit dem Umbau sehr zufrieden und werde jede kreischende Lok erstmals Kugellager verpassen und wer die Meinung vertritt ein Kunstofflager sei Gleichwertig zu einem gekapselten Hochleistungslager, dann bitteschön lass diesen Umbau sein, ich frage mich wirklich dabei, ob es hier überhaupt Sinn ergibt die Erfahrung die man hat einzubringen.

Gruß

Henry


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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#23 von marshaj , 05.04.2014 21:36

Zitat von Robert Bestmann
... (gemeint sind hier die Getriebeblöcke von Modellen mit Drehgestellmotoren)...



Hallo, Robert,
herzlichen Dank für den Hinweis. Ich nehme also an, daß man die Achsen später durch sanftes Hineinklopfen wieder ausreichend fest bekommt.
Unterscheidet sich das Vorgehen denn bei Motoren, die nicht auf Drehgestellen sitzen?


@Henry:
Derzeit befinde ich mich ziemlich am Anfang der mechanischen Eingriffe in meine Loks. Ich werde jetzt so langsam nach und nach die diversen Vorschläge nachvollziehen. Wegen der notwendige Bohrpräzision wird der Kugellagereinbau sicher der letzte Versuch sein.
Der HLA allein scheint auch kein Patentrezept zu sein, denn mir wurde eine BR 53 entsprechend umgebaut, aber das Geräusch ist immer noch erheblich. Wenn ich fitter bin werde ich versuchen, da auch einmal das Getriebe zu optimieren.
Aber alles mit Ruhe, ich bin ja nicht auf der Flucht...


Viele Grüße aus der Lüneburger Heide,
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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#24 von lokhenry , 06.04.2014 01:29

Hi,

braucht alles seine Zeit und etwas Mut.


Gruß

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RE: Motorschild-Erneuerung zur Geräuschminderung?

#25 von Schachtelbahner , 06.04.2014 21:06

Zitat von marshaj
Hallo,
und erst einmal herzlichen Dank für die interessanten Antworten .

Bei den Motorschilden ist ja fast ein Gleichstand zwischen "sinnvoll" und "sinnlos" herauszulesen. Das werde ich also hinten anstellen.
Zuerst werde ich mich einmal an den Getrieben versuchen. Dabei fand ich den Hinweis zum zusätzlichen Entgraten sehr interessant.
Allerdings muß ich zugeben, daß ich mich bisher nie an den Ausbau der Zahnräder herangewagt habe. Die scheinen ja auf die Achsen aufgepresst zu sein und so ist es doch wohl recht tückisch, sie herauszunehmen. Gibt es dafür irgendwo eine Arbeitsbeschreibung und benötigt man Spezialwerkzeug ?
Negativbeispiel dafür ist mir eine Vorläuferachse meiner Krokodil, die sich ohne meine Einwirkung so gelockert hat, daß sich die Spurweite selbständig verbreitert und die Abzweige in Weichen plötzlich zum unüberwindbaren Hindernis werden. Hier muß jetzt Kunstharz helfen. Das wird bei Getriebezahnrädern sicher nicht gehen...



Hallo Hans Jürgen,

die Zahnräder würde ich nicht versuchen raus zu nehmen. Das kann man nur einem Empfehlen der auch genügend Erfahrung darin hat. Die Räder sind auf Presssitz gearbeitet das nur einmal richtig fest ist. Beim Versuch die Achse raus zu schlagen wird die Bohrung der Räder automatisch ein klein wenig geweitet aber genug damit das Rad keinen festen Sitz mehr hat.

Ich würde eine Messingbürste an meine Proxxon machen und die Zähne damit bürsten wenn da tatsächlich ein Grat dran sein sollt was man mit der Lupe sehen kann. Das lässt sich ohne Demontage der Zahnräder erledigen.

Die mangelhaft gefrästen Zahnräder von Märklin sind ja schließlich bekannt, ob da ein Entgraten nützt ist mehr als fraglich.

Das totale Zerlegen würde ich nur an einer Lok üben die zu nichts mehr zu gebrauchen ist.


Grüße von Kurt
dem Schachtelbahner
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Schachtelbahner
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