RE: Erstes Modul von Anfang an

#1 von photopeter ( gelöscht ) , 18.03.2007 12:41

Hallo.
Gestern habe ich mit meinem ersten Modul (siehe auch dieser Thread) angefangen. Der Unterbau ist soweit fertig. Da es meine erste Modulanlage wird, dachte ich, ich zeige mal, wie ich was mache/gemacht habe, um Anregungen und Kritik zu bekommen. Obendrein mag dieses "Tagebuch" dem einen oder anderen ja bei der Lösung eines Problems helfen. Zuerst mal ein Blick auf die 3D Ansicht des geplanten Moduls:

Bei der Modulbauweise werden kleine Teilstücke einer Anlage einzeln erstellt, die dann später zu einem großen Ganzen verbunden werden. Die großen Vorteile der kleine Teile liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand. Man kann das Ganze leicht bewegen, kommt überall leicht dran und die Anlage lässt sich bei Bedarf mit wenig Platzverbrauch verstauen. Deswegen hat man in der Regel erheblich mehr Raum für die Anlage zur Verfügung, sofern man keinen Keller oder Dachboden für eine stationäre Anlage zur Verfügung hat.
Die Nachteile der Modulbauweise sollen auch nicht unerwähnt bleiben. Zum einen wird man die Modul- Trennkanten nie ganz wegtarnen können. Zum anderen dauert es sehr lange, bis man endlich "Betrieb" machen kann. Für Ungeduldige wie mich bietet sich da, neben "Teppichbahning" der Bau einer Test- und Qüälanlage in Startpackungsmanier an. Meine ist auf 2x1 Meter Styropor aufgebaut und hat 2 parallele Kreise, damit ich auch man 2 Züge gleichzeitig fahren kann. Als Gleise wurden Piko A Gleise aus Startpackungen "verwurstet". Allerdings befriedigt mich weder die Ausführung noch der Gleisplan auf Dauer. Da muss es schon eine "richtige" und vor allem vorbildgetreuere Anlage sein. Aber um die neuen bzw neu digitalisierten Fahrzeuge zu testen und ihnen Auslauf zu gewähren, dafür reicht es.

Im Gegensatz zu einer stationären Anlage lässt sich so eine Modulanlage leicht transportieren, ab und aufbauen. Deswegen muss man hier so sparsam mit dem Gewicht sein, wie nur möglich. Spanplatten oder schwere Rahmenkonstruktionen verbieten sich aus diesem Grund von selbst. Für Module gibt es die verschiedensten Normen, damit man Module unterschiedlicher Erbauer für Ausstellungen o. Ä. frei kombinieren kann. Ich habe mich aber entschieden, keine Norm zu verwenden, da es mir um den Aufbau meiner individuellen Anlage geht und ich damit nicht auf Messen tingeln will. Dafür fehlt mir ohnehin die Zeit. Außerdem kann man so die Anlage besser seinen räumlichen Verhältnissen und Gleisplan- Vorlieben anpassen. Deswegen habe ich mich für eine Kastenbauweise aus Sperrholz mit Landschaftsaufbau aus Styropor und einer Größe von 120 x 60 cm entschieden. Als Gleismaterial wird im sichtbaren Bereich Code 83 Flexgleis von Tillig und Roco sowie Tillig Weichen verlegt. Im nicht sichtbaren Bereich kommen verschiedenen Code 100 Gleise (Piko A, GFN, Roco- Alt GT- Flexgleise) zum Einsatz. Hier (im Unsichtbaren) ist ja nur die Funktion, nicht aber die Optik wichtig.


Also auf geht's mit Tag 1:
Die Holzteile habe ich mir im Baumarkt exakt auf Maß zuschneiden lassen. Das wird einfach präziser, als wenn man das selbst mit Laub- oder Stichsäge macht. Als Material kommt Sperrholz in unterschiedlichen Stärken zum Einsatz. Die "Grundplatte" und die Trassen werden aus 8mm, die Spanten aus 10mm starkem Sperrholz gemacht. Holz- Kosten für dieses Modul ca 40€.

Eine erste Stellprobe soll zeigen, ob die vorab angestellten Berechnungen stimmen. Und wie man sieht, scheint alles zu passen.

Das mein Küchentisch als Werkbank "missbraucht" wird, stört weiter nicht .

Zuerst werden auf der Vorder- und Rückseite der "Grundplatte" die genaue Lage der Spanten angezeichnet. Warum auf beiden Seiten? Die Antwort darauf folgt später.


Als nächstes werden bei allen "inneren" Spanten V- förmige Ausschnitte angezeichnet und ausgesägt. Die genaue Größe und Position ist nicht wichtig. Durch diese Ausschnitte werden später die Kabel geführt.


Wie alle später freiliegenden Kanten sollte natürlich auch die Kanten der V- Ausschnitte mit dem Schleifklotz leicht gebrochen werden, um keine scharfkantigen Stellen unter dem Modul zu haben. Auf Dauer ist das sehr viel angenehmer für die Hände


Dann werden die tragenden Spanten mit Weißleim untereinander und mit der "Grundplatte" verleimt. Der von mir verwendeten Kleber trocknet recht schnell, also hat man nicht all zu viel Zeit. Zuerst habe ich den mittleren Längsspant gesetzt, daran die drei Querspanten der einen Seite. Anschließend den äußeren Längsspant. Und dann das Ganze genau so auf der anderen Seite. Anschließend habe ich die äußeren Ecken zusätzlich mit Heißkleber fixiert, damit nichts verrutscht.


Nun wird das Ganze Teil umgedreht (deswegen die Fixierung mit Heißkleber). Man tackert (schraubt, nagelt) nun die tragende Platte an den Spanten fest. Schrauben ist mir zu umständlich (vorbohren). Die vielen Hammerschläge beim nageln belasten die Konstruktion stärker als der kurze, knackige Schlag der Tacker- Pistole. Außerdem geht es so am schnellsten und bequemsten. Und man haut sich nicht auf die Finger Hier kommen jetzt zum ersten (aber nicht zum letzten) Mal die auch auf der Oberseite eingezeichneten Spanten zum Tragen. Ohne diese Linien hätte man es schwer, den Tacker an die richtige Stelle zu setzen. Auch beim Schrauben oder Nageln ist das unverzichtbar. Später werden sich diese Linien noch bei andere Gelegenheit als nützlich erweisen.


Nun ist das Gebilde schon sehr stabil. Trotzdem habe ich alle Kanten zusätzlich mit einer Naht Heißkleber verstärkt. Das bring kaum Gewicht, stabilisiert die Konstruktion aber durchaus.

Als Abschluss ein Bild des fertigen Unterbaus mit allen verwendeten Werkzeugen.

Wie man sieht, habe ich noch rechtzeitig vor Baubeginn daran gedacht, die "gute" Tischdecke durch eine ausgemusterte verdreckte zu ersetzen.
Der komplette Unterbau wiegt so weniger als 5 Kg. Das fertige Modul dürfte wohl unter 10 Kg bleiben und damit wirklich problemlos zu händeln sein.

Die nächsten Bauabschnitte sind nun:
Aufzeichnen des Trassen- und Fluss- Verlaufs.
Aufzeichnen, ausschneiden und anbringen der seitlichen Abschlussplatten (die für die Modul- Übergänge verantwortlich sind).
Ausschneiden von notwendigen Montageöffnungen.
Ausschneiden und einbauen der Trassenbretter.
Setzen der Brückenköpfe und der Brücke.
Verlegung des Dämmaterials.
Verlegung der Gleise.
Verkabelung der Gleise.

Damit sind die nächsten Bautage gut ausgefüllt, denke ich.

So, nun mal her mit Kritik und Anregungen.


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#2 von photopeter ( gelöscht ) , 18.03.2007 22:11

Hallo alle.
Nun folgt Tagebuch Eintag Seite 2:
Heute habe ich einige dreckige und laute Arbeiten erledigt.

Aber der Reihe nach:
Als erstes habe ich mal das Trassenbrett der Hauptstrecke aufgezeichnet und ausgeschnitten. So aus dem Vollen zu schöpfen ist bei den Holzpreisen eigentlich purer Luxus, erleichter den Bau aber ungemein. Als Kurvenlineal habe ich ein Fleischmann Profi Flexgleis "missbraucht". Das geht prima... Auch hier müssen die Sägekanten natürlich mit dem allgegenwärtigen Schleifklotz behandelt werden. Auf dem zweiten Foto sieht man wohl deutlich, warum.


Bei der nun folgenden Stellprobe kam leider heraus, das die Brücke kürzer und die Trasse der Hauptstrecke breiter als gedacht ist. Da ich auf den Fluss aber nicht verzichten wollte, musste ich die Nebenstrecke steiler kreuzen lassen, als mir eigentlich lieb ist. Dadurch wird die Spannweite der Brücke zwar größer, die Radien der Nebenbahn aber enger. Allerdings liege ich noch immer gut über R2 (420mm). Für die Nebenbahn muss das reichen. Hab ich mal einfach so beschlossen


Nachdem die Position der Brücke nun festgelegt ist, geht es ans Aufzeichnen der übrigen Elemente sowie der Arbeitsöffnungen. Hierbei erweisen sich die Linien (Spanten) erneut als hilfreich.


Als nächstes werden die Öffnungen in die Platte gesägt- Vorbohren und den Rest mit der Stichsäge ausschneiden. Auch hier wieder die Kanten brechen. Die Öffnungen oben Links sind für die Stromversorgung der Gleise. Untern Rechts ist für ein dort geplantes Vorsignal und oben Rechts ist für ein Funktionsmodell, zu dem ich jetzt noch nichts verraten werde. Etwas Spannung muss doch bleiben.


Nun kommen die Seiten des Moduls an die Reihe. Man zeichnet den Landschaftsverlauf unter besonderer Berücksichtigung der Gleistrassen auf. Es werden immer zwei Seiten auf einmal geschnitten, damit das nächste Modul exakt an das jetzt gebaute passt. Dazu habe ich zwei Sperrholzplatten mit ganz wenig Heißkleber deckungsgleich aufeinander geklebt. Nun werden beide Bretter in einem Zug geschnitten.


Kurz testen, ob die Trasse der Hauptstrecke auch passt, wenn die vorgesehenen Stützleisten verbaut werden. Diese Leisten stammen von einem ausgemusterten Lattenrost eines Bettes. Die Höhe erschien mir hier Passend. So braucht man sich beim Zuschneiden der Stützen nicht viel Mühe geben, da das kritische Element Höhe hierbei durch die Latte vorgegeben ist.


Anschließend wird mit der anderen Seite genau so verfahren. Die jeweils übrig gebliebenen Modul- Abschlüsse werden gut aufgehoben (damit man sie beim nächsten Modul garantiert nicht wieder findet ) Dann werden die Seiten in der inzwischen bekannten Art (Weißleim zum Kleben, Heißkleber zum ersten Fixieren und Tacker zum fest Fixieren) an den Modulkasten gebaut. So sieht man schon mal in etwa, wie die Landschaft später aussehen soll. Mir ist vor allem Wichtig, dass man die "Platte" später nicht mehr als solche erkennen kann, sondern die Landschaft in harmonischen Linien auf und ab geht. Deswegen hat die Landschaft auch überall mehr Höhe als die Platte. Lediglich der Fluss als tiefste Stelle wird direkt auf der Grundplatte gestaltet.


Nun werden die Stützleisten für die Trasse aufgeklebt.


Als letzter Arbeitsschritt für heute (dieses Wochenende) habe ich das Trassenbrett eingebaut. Damit das Ganze nicht so kahl aussieht, fungiert mein neuestes Spielzeug hier mal als "Model".


Für diese Woche war es das mit dem Bau. Innerhalb der Woche komme ich bestimmt nicht dazu, weiter an dem Modul zu arbeiten. Außerdem ist mein Schotter noch nicht da und ich muss mir erst mal überlegen, wie ich die Brückenköpfe gestalte. Drei ESU LoPi 3 sowie ganz viele weiße LED warten ebenfalls noch auf den Einbau in diverse Fahrzeuge... Also, es gibt viel zu tun, warten wir es ab.


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#3 von Loko07 ( gelöscht ) , 26.05.2007 10:23

Hallo Photopeter,

wann geht es denn weiter? Hab schon lange keinen Fortschritt gesehen? Oder hast Du keine Lust mehr uns daran Teil haben zu lassen?

Anja


Loko07

RE: Erstes Modul von Anfang an

#4 von photopeter ( gelöscht ) , 26.05.2007 12:45

Hallo.
Wenn es doch jemanden interessiert also gerne weiter. Allerdings heute nicht so viel. Ich habe nur das Gleisbett vorbereitet.
Für die Geräuschdämmung und die Gleisbettung verwende ich Trittschall- Dämmung für Parkett aus dem Baumarkt. Das ist spottbillig (m² 0,50€ leicht und gut zu verarbeiten. Die Geräuschdämmung ist sehr gut, wie ich auf meiner "Test- und Quäl- Anlage" feststellen konnte.


Mir ist es aber für ein volles Gleisbett zu dünn, also habe ich einfach zwei Lagen übereinander geklebt.

Die Getränkeflaschen dienen zum Anpressen, bis der Leim angezogen hat.

Anschließend werden die Gleis- Mittellinien und die Außenkanten der Gleise aufgezeichnet.


Nun wird mit einem Cuttermesser und schräg gestellter Klinge das überschüssige Material abgeschnitten. Zwischen den Gleisen habe ich nur eine Lage des Materials entfernt, da hier im Original das Schotterbett auch nicht so weit abgesenkt ist, wie an den Außenseiten.


Nun wird das ganze Gleisbett grau gestrichen. Nur für den Fall, das irgendwo Lücken in der Schotterung auftreten.


Nun muss das Ganze erst mal durchtrocknen. In der Zwischenzeit suche ich noch nach einer Lösung, um die Flexgleise provisorisch zu befestigen, bis das Einschottern abgeschlossen ist. Nägel oder Schrauben will ich in den hellen Betonschwellen nicht haben. Auch keine Löcher dafür. Die müsste ich auch erst mühsam in die Schwellen stechen (sind bei Roco von unten angraviert, bei Tillig gar nicht vorgesehen)


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#5 von photopeter ( gelöscht ) , 26.05.2007 12:49

Weiter geht es nach einer etwas größeren Pause mit dem Bau. Heute habe ich die Gleise der Hauptstrecke verlegt. Einschottern werde ich sie heute Abend auch noch. Jetzt will ich aber erst einen Kaffee trinken. Dabei kann ich ja schon mal die bisherigen Fotos fertig machen und hochladen.
Zuerst werden die Stromanschlüsse angelötet. Um das Ganze so unauffällig wie möglich zu machen, habe ich die Drähte von unten an die Profile gelötet. Der rote Strich auf der Schwelle markiert, wo ich die Drähte anlöten muss, damit sie auch durch die Aussparung in der Grundplatte nach unten geführt werden können. Natürlich muss man das bei allen Gleisen (2 mal Hauptstrecke 1 mal Nebenstrecke) machen, da das Modul sonst nicht befahrbar ist.


Danach werden die Löcher für die Kabel angezeichnet und gebohrt.


Man kann selbst ohne Schotter schon kaum noch erkennen, wo der Stromanschluss ist. Nach dem Einschottern und Einfärben ist der Anschluss völlig unsichtbar.


Als nächstes werden die Gleisverbindungen hergestellt. Das Modul ist ja länger als ein Flexgleis, also muss man natürlich eine Verbindung machen. Aus Sicherheitsgründen habe ich Schienenverbinder genommen und werde die Stöße zusätzlich noch verlöten, wenn das Gleis eingeschottert ist. Um einen möglichst unsichtbaren Stoß zu erhalten, muss man natürlich die Schwellen auch unter den Polschuhen in möglichst gleichmäßigem Abstand haben. Obendrein stören die Kleineisennachbildungen beim Aufschieben der Polschuhe. Diese schneidet man mit einem scharfen Messer an jeweils zwei Schwellen einfach ab. Somit gewinnt man genug Platz, um die schmalen und flachen Polschuhe des RocoLine Gleises aufschieben zu können.


An den Modul Enden werden die Gleise vorerst nur mit "Luft" abgeflext, damit man noch korrigieren kann. Wenn die Gleise fertig eingeschottert und damit fest verklebt sind, kann man das exakte Zuschneiden besser machen.


Zur provisorischen Fixierung der Gleise habe ich hier Doppelklebeband verwendet, wie man es sonst zum Teppich verlegen nutzt. Beim anschließenden Aufkleben der Gleise muss man sorgfältig vorgehen, damit die Züge später nicht zu viele Wellenbewegungen machen. Man kontrolliert immer wieder, ob die Gleise auch grade bzw im passenden Bogen liegen. Hier sind die Gleise nur in einer ganz leichten S- Kurve verlegt. Da machen die RocoLine Gleise keine Probleme. Mal sehen, wie das bei der Nebenbahn klappt, die doch wesentlich mehr Bogen aufweisen wird.


Ein erster Rollversuch zeigt, das die Gleise gerade genug liegen.


Die erste Probefahrt. Immer ein erhabenes Gefühl, wenn das erste Mal aus eigener Kraft ein Zug auf der neuen Anlage fährt. Auch wenn es sich wie hier nur um einen Meter hin und her handelt. Die Ehre der ersten Fahrt gebührt natürlich meinem derzeitigen Paradezug, dem LS Models City Night Line mit der roten Roco 110.3 Bügelfalte davor. Als "Gegenzug" fungiert hier der Piko Desiro in Nordwestbahn Farbgebung. So ein Treffen ist in Natura absolut denkbar. Der CNL hat gerade Osnbrück HBF verlassen auf dem Weg nach Zürich. Und der NWB Desiro ist auf dem Weg von Bielefeld (Ja, Bielefeld gibt es doch wirklich und in Echt!) nach Osnabrück kurz vor der Einfahrt in den Osnabrücker HBF.


Aber auch das ist Epoche V: Der CNL begegnet dem Museumszug der Mindener Eisenbahnfreunde, die mit ihrer T3 und einigen preußischen Personenwagen auf dem Weg zu einem Dampflokfest in Bremen sind. Ich mag Epoche V


Ich wollte wissen, ob die 60er Jahre T3 auf den Code 83 Gleisen fahrbar ist. Und es geht tatsächlich sogar relativ gut. Deswegen musste auch mal ein Museumszug ran. Ich habe zwar schon auf provisorisch verlegten Gleisen probiert, aber das beruhigt doch noch mehr.


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#6 von Walter Zöller ( gelöscht ) , 26.05.2007 13:40

Hallo Photopeter,
mit Interesse habe ich deine Ausführungen zum Modulbau gelesen und muß immer wieder staunen, wie sich manche Mobahner Arbeit kaufen, indem sie das Rad neu erfinden, das mittlerweile in den entsprechenden Normen gezeigt wird.
Besonders stört mich deine Ansicht, daß man erst nach langer Zeit Fahrbetrieb machen kann. Meine ursprünglich als "Opa/Enkel-Anlage" konzipierten Module erlaubten schon nach einer Woche einen beschiedenen Fahrbetrieb auf sechs Modulen, die natürlich noch nicht landschaftlich gestaltet waren. Trotzdem hatte mein 5-jähriger Enkel viel Spaß bei Aufbau und Betrieb der "Anlage". Auf den zwei Gleisen (Märklin-C) mit 4-gleisigem Bahnhof konnten immerhin 4 Züge abwechselnd fahren.
Mit den später dazu gekommenen Modulen ist bei jedem Fahrtag eine andere Strecke möglich, da es sich um ECHTE Module handelt, die unter einander austauschbar und auch seitenverkehrt eingesetzt werden können. Sie sind demnach mechanisch und elektrisch symmetrisch.
Die Modulkästen haben die Maße 100 x 50 x 20, eine durchgehende Deckplatte und keine Spanten oder Eckverstrebungen. Das Material ist 13mm Tischlerplatte. Die Kästen sind nur verschraubt und haben etliche Transporte zu Fahrtagen und Ausstellungen klaglos überstanden.
Mit der landschaftlichen Gestaltung kann man sich Zeit lassen, wenn die Anlage erstmal funktioniert.
Beim Bau einer Anlage nach einem noch nicht bekannten System sollte man sich zuerst einmal schlau machen, bevor man, wie oben gesagt, sich Arbeit kauft.
Gruß
Walter


Walter Zöller

RE: Erstes Modul von Anfang an

#7 von photopeter ( gelöscht ) , 26.05.2007 14:36

Hallo.
Ich habe eine transportable Anlage im Stil einer Anfangspackung (doppelgleisiges Oval), um spielen (für Puristen Fahrbetrieb machen) zu können. Deswegen ist der sofortige Fahrbetrieb nicht die oberste Prämisse. Ich hatte mir sogar überlegt, dafür ein Fertig- Gelände zu besorgen, habe es dann aber doch lieber selbst gebaut.

Diese Modul- Anlage soll eine quasi- stationäre Anlage werden, die 3-4 mal pro Jahr abgebaut werden muss, da dann der Raum dann für andere Zwecke benutzt werden muss. Dieses erste Modul will ich komplett durch gestalten, um eine Fotokulisse für meine Fahrzeuge zu haben. Erst dann mache ich mir Gedanken über weitere Module. Die können dann durchaus anfänglich nur "Roh" mit Gleisen werden. Wobei Segmente wohl eher richtig währe, denn eine Austauschbarkeit ist nicht vorgesehen. Auch die Teilnahme an Ausstellungen habe ich nicht im Sinn. Und auch keine Zeit sowie Transportmöglichkeit (kein Auto) dafür.
Aber ein sichtbares Brett als Anlage mag ich nicht. Deswegen müssen bei mir die Gleise höher liegen, als das "0" Niveau. Würde die Anlage nicht gelegentlich abzubauen sein, würde ich ohnehin nur in offener Rahmenbauweise oder Verbund- Rahmenbauweise bauen. Die dünne Sperrholz- Platte ist ein Tribut an die Mobilität. Eine 13mm Tischlerplatte währe mir viel zu schwer.

Die typischen Modulanlagen, wie man sie von Ausstellungen kennt, ein- oder zweigleisige Strecke und ein paar cm "Landschaft" neben den Gleisen sowie den obligatorischen Wendeschleifen an den Enden, alles selbstverständlich in eine Ebene, die mag ich nicht. Mir gefällt eher weiträumige, sanft geschwungene Landschaft mit nur ein paar wenigen Gleisen drin. In idealer Form so wie die Schwarzwaldbahn in Hausach. Hätte ich den Platz, das Geld und die Zeit, so würde ich mir etwas ganz ähnliches bauen. allerdings wohl geografisch eher bei uns angesiedelt.

Wenn ihr mit euren "Brettern" viel Spaß habt, so ist das prima und ich freue mich für euch. Mir würde das aber keinen Spaß machen, deswegen baue ich was anderes. Und aus dem gleichen Grund baue ich nicht nach irgendwelchen Normen, sondern so, wie es mir gefällt.


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#8 von DRGW ( gelöscht ) , 26.05.2007 14:59

Hi Photopeter,
schön das die NWB schon auf deiner Strecke verkehrt.

Ich verfolge deinen Bau mit Interesse, da nach der Fertigstellung meiner US Anlage eine Anlage in Modul-/Segmentbauweise in meinem Kopf herumspukt. Auch hier ist keine irgendeiner Norm angepasste Bauweise geplant, und auch die Reihenfolge der einzelnen Segmente wird festgelegt.

Weiter so und her mit weiteren Bildern und Berichten.


DRGW

RE: Erstes Modul von Anfang an

#9 von hasan , 27.05.2007 03:17

Zitat
Hallo.
Wenn es doch jemanden interessiert also gerne weiter.



Ja, bitte! Ich finde deine Arbeit sehr interessant!
Wie verbindest du den Gleise zwischen zwei Module? Ich meine um einer praezise Gleisverbindung zu haben?

Vielen Dank

Andrea


hasan  
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RE: Erstes Modul von Anfang an

#10 von Cougarman ( gelöscht ) , 27.05.2007 08:21

Zitat von photopeter
Die großen Vorteile der kleine Teile liegen im wahrsten Sinne des Wortes auf der Hand. Man kann das Ganze leicht bewegen, kommt überall leicht dran und die Anlage lässt sich bei Bedarf mit wenig Platzverbrauch verstauen. Deswegen hat man in der Regel erheblich mehr Raum für die Anlage zur Verfügung, sofern man keinen Keller oder Dachboden für eine stationäre Anlage zur Verfügung hat.



Aber zum Aufbau brauchst Du doch den gleichen Platz, als wenn Du eine stationäre Anlage bauen würdest ?
Bei Modulen sehe ich den einzigen Vorteil in der Transportfähigkeit.
Wenn man sie dann mal mit zu "Freunden" nehmen will.


Cougarman

RE: Erstes Modul von Anfang an

#11 von photopeter ( gelöscht ) , 27.05.2007 10:13

Hallo.

Zitat von Cougarman
...Aber zum Aufbau brauchst Du doch den gleichen Platz, als wenn Du eine stationäre Anlage bauen würdest ?...


Zum betriebsbereiten Aufbau schon, aber nicht zur "Lagerung" der Anlage. Wenn man keinen Betrieb macht, kann man die einzelnen Teile z.B. mit den bekannten Schienesystemen an einer Wand verstauen. Eine stationäre Anlage belegt ihren Platz hingegen ständig. Um mit einer Modulanlage Betrieb zu machen, konfisziert man einfach vorübergehend das Wohnzimmer, Esszimmer, Gästezimmer, Arbeitszimmer, Garage, Garten,... baut dort die Module auf und macht Betrieb. Wenn man fertig ist, werden die Module wieder im "Regal" verstaut und der Raum steht wie gewohnt für andere Aufgaben zur Verfügung.
Bei mir wird die Anlage im Fotostudio gebaut. Das wird halt nur hin und wieder zum eigentlichen Zweck gebraucht. Deswegen kann die Anlage dort die meiste Zeit des Jahres aufgebaut stehen bleiben.

@ Andrea
Die Schienen werden gar nicht verbunden. Die Stöße an den Modulkanten müssen nur sorgfältig genug ausgeführt werden, damit ein reibungsloser Betrieb möglich wird. Deswegen kommen in die Rahmen Führungsbolzen, damit die einzelnen Module auch wirklich exakt fluchten. Die elektrische Verbindung geschieht über mehrpolige Steckverbinder zwischen den Modulen.


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#12 von Cougarman ( gelöscht ) , 27.05.2007 10:17

Zitat von photopeter
Um mit einer Modulanlage Betrieb zu machen, konfisziert man einfach vorübergehend das Wohnzimmer, .......

....Bei mir wird die Anlage im Fotostudio gebaut.




Du erklärst das dann bitte meiner Frau.
Ein kaum genutztes Fotostudio wäre natürlich eine klasse Sache.


Cougarman

RE: Erstes Modul von Anfang an

#13 von photopeter ( gelöscht ) , 27.05.2007 10:23

Zitat von Cougarman
...Du erklärst das dann bitte meiner Frau. ...


Das machst du am besten, wenn sie gerade die nächste "Tupperparty" mit ihren Freundinnen abhält....


photopeter

RE: Erstes Modul von Anfang an

#14 von hasan , 27.05.2007 11:00

Danke fuer deiner Antwort!

Andrea


hasan  
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RE: Erstes Modul von Anfang an

#15 von Walter Zöller ( gelöscht ) , 27.05.2007 12:00

Hallo Photopeter,

zunächst zum Gewicht: die 13 mm - Tipla ist möglicherweise leichter als 10-er Sperrholz.
Und was den Transport angeht: in einem normalen PKW kann man allenfalls ein Sandwichpack aus 2 Modulen befördern. Für meine inzwischen 11 Module brauche ich immer einen Lieferwagen oder PKW-Anhänger.

Außer der Transportmöglichkeit bringt eine Modul-/Segmentanlage mit festgelegter Reihenfolge keine Vorteile. Wenn die Anlage langweilig wird oder sich bei der Planung Fehler eingeschlichen haben, wirkt sich das aus wie bei einer festinstallierten Anlage. Zur Abhilfe muß man ein Teil neu bauen, was seine Zeit braucht.
Dagegen bieten ECHTE Module die Möglichkeit, durch Tausch der Teile den Charakter der Anlage zu verändern. Man kann natürlich auch mit zusätzlichen, vorgehaltenen Modulen aus einer Flachlandanlage eine Mittelgebirgsbahn oder etwas ganz anderes bauen (Steinbruch gegen Hafenbecken tauschen). Oder die Anlage vom Wohnzimmer über den Flur ins Arbeitszimmer verlängern, usw. usw.

Bitte, das sind nur Denkanstöße. Ich bin kein Missionar. Ich habe nur die Klagen satt, daß man sich verplant hat und einen Anlagenteil abreißen und neu bauen muß. Oder daß man Wartungsarbeiten an der Anlage nur noch im Tiefflug erledigen kann (Letzte Woche zu lesen).

Gruß
Walter


MichaSZ hat sich bedankt!
Walter Zöller

   


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