RE: H0m/RHB Anlage im Bau: Vorstellung fiktive Anlage "Oberried"

#1 von BoboEGR , 24.07.2014 15:13

Hallo Zäme,

so ich glaube es wird Zeit nach Monaten des stillen Lesens und ab und zu Schreibens, mal meine eigene kleine Welt vorzustellen. Nach dem ich einige Jahre im TT Modulbau zu Hause war kam ich vor einigen Jahren auf den Geschmack einer Schmalspurbahn nach den Vorbildern der RhB, FO bzw. MGB und CAB (Chur-Arosa-Bahn). Da ich schon immer Fan von modernen (oder modernisierten) E-Loks war, haben mich die Vorbilder (Ge 4/4 1 bis 3) richtig vom Hocker gehauen.

Da ich mein Hobby lange nur theoretisch machen konnte, kam die Inititialzündung durch meine Frau und eine Startpackung von Bemo. Ich war einfach begeistert, geringer Platzbedarf und trotzdem was zum Anfassen, H0m war genau der richtige Maßstab für mich. Auch wenn die doch hohen Preise der Modelle manchmal erschreckend sind, konnte ich nicht mehr loslassen und einen Umzug in eine große Wohnung ermöglichte mir endlich das Ausleben meiner Wünsche auf einer richtigen Anlage. Parallel dazu entschloss ich mich schweren Herzens dazu, mich von meiner TT Sammlung und den Resten meiner Module zu trennen und das Geld direkt in H0m zu investieren.

Fast ein Jahr tüftelte ich an meinen Gleisplan.



Dazu noch der Plan der Ebene 0 (Schattenbahnhof und Zufahrten)



Vorbild
Ein „echtes“ Vorbild hat meine Anlage nicht, auch wenn ich meine Station Oberried nenne. Der Bahnhof und die gesamte Strecke sind aber natürlich an das Vorbild RhB angelehnt und die Landschaft wird durch die Umgebung der Alpen bestimmt. Einige Elemente, wie die große Kurve vor der Station sind anderen Vorbild Situationen nachempfunden (Stichwort Alp Grüm).
Eine vorbildliche Einschränkung auf eine der Strecken der RhB kam für mich nicht in Frage, dafür kenne ich mich damit zu wenig aus und ich wollte auch keinen echten Vorbild Betrieb simulieren. Ich hatte erst überlegt, eine echte Station nach zu bauen, aber der Platz reicht dafür nicht aus. Mit Kompromissen kann ich nun einen GEX mit 5 Wagen verkehren lassen, das reicht für mich als Hobby vollkommen aus.

Anlage
Die Anlage ist eine klassische L-Form mit den Schenkel Maßen 4,00 m und 1,7 m mit einer maximalen Tiefe von 90 cm. Das Prinzip ist eine einfache, verschlungene Ring Strecke. 90 cm sind dabei schon recht groß, da die Anlage an der Wand steht, daher ist z.B. der Bahnhof neben der Anlage auf vorbereiteten Platten gebaut und dann nach fast vollständiger Fertigstellung montiert wurden. Es bleiben dann also ca. 50 cm Tiefe übrig, die ich locker erreichen kann überall.

Die Anlage unterteilt sich in zwei Ebenen. Die Ebene 0 ist der 5-gleisige Schatten Bahnhof, Ebene 1 (bei +20 cm) ist die höchste Stelle mit der fiktiven Station Oberried.

Am vorderen Rand des langen Schenkels schlängelt sich die Strecke den Berg hinauf und ergibt so eine doch lange Paradestrecke. Die Züge benötigen bei Tempo 40 km/h (umgerechnete Vorbild Geschwindigkeit) ca. 5 Minuten, um die Anlage einmal komplett zu umfahren.

Die Steigungen betragen maximal 4%, da ist bei meinen kurzen Zügen und dem Material von BEMO noch vertretbar, aber schon ganz schön heftig. So krasse Steigungen wie beim Vorbild hätte auf Grund der enormen Belastung des Modell Materials nie gewagt.

Die Station (der Bahnhof) ist bewusst einfach gehalten. Ich bin eher der Fahr-Typ und nicht der Rangier-Typ, von
daher ist ein einfacher Durchgangsbahnhof auch vollkommen ausreichend. Zumal die finanziellen Aspekte bei der Realisierung immer eine große Rolle spielen, Modellbahn ist mein Hobby, aber nicht mein Lebensmittelpunkt

Rohbau
Gebaut habe ich alle Rahmen, die Füße und die Platten komplett selbst. Zum Einsatz kamen gehobelte Bretter (10x2 cm) und 5x5 cm
Kanthölzer für die Füße. Ursprünglich wollte ich die Landschaft und Trassen dann in Spanten Bauweise errichten, mangels Erfahrung und passenden Werkzeugen habe ich mich dann doch für die klassische Plattenbauweise entschieden. Einige Stellen auf Ebene 0 unter dem Bahnhof habe ich offen gelassen, da ich dort noch von unten im Notfall an alle elektronischen Elemente herankommen kann (Wartungsöffnungen).

Sämtliche Trassen habe ich mit Sperrholz oder MBF Platten (6 mm) Unterlagen gebaut. Als Stütze kamen dabei die Reste der gehobelten
Bretter zum Einsatz, ab 5 cm Höhe wurden diese mit Stuhlwinkeln verschraubt (zusätzlich zum Holzleim). Die Trassen wurden mit einer Breite von 7-8 cm angelegt, an einigen Stellen musste ich auf Grund des Schattenbahnhofs diese breiter anlegen.

Nachblickend muss ich sagen, daß ich trotz großer Sorgfalt und Planung noch so manche Stellen habe, die ich einfach anders hätte planen sollen, damit ich mehr Platz für Stützen hätte. Auch würde ich heute 10 mm Sperrholz verwenden, um die Stabilität der Trassen noch zu verbessern. Es geht zwar alles, aber man hätte es noch besser machen können.

Segmente
Da man ja nie weiß, was noch kommt (Umzug, Kinder, Arbeit etc.), ist die Anlage in vier Segmente aufgeteilt. Beim Bau wird diese Trennung auch strikt durchgezogen, auch wenn diese Kanten nicht immer unproblematisch sind. Auch optisch mag das ein wenig stören, aber das Leben ist nun mal voller Kompromisse.

Die Anlage selbst besteht aus 4 Segmenten (maximal 1,4 m lang), die jederzeit abgebaut, die Füße entfernt und dann transportiert oder verstaut werden könnten.

Wie schon oben erwähnt sind 90 cm schon eine enorme Tiefe und selbst für einen Lulatsch (1,92 m) wie mich eine Herausforderung und da sich der Bahnhof am hinteren Ende befindet, habe ich diesen in 2 Teile aufgeteilt. Dann habe ich Stützen aus 5x5cm Kantholz gebaut und 2 je 1 cm starke MBF Platten als Grundlage verwendet. Diese konnte ich während der ersten Bauphase jederzeit herunternehmen und auf Stützen für alle notwendigen Arbeiten auf Stützen ablegen. So kam ich bequem an alle Bereiche und konnte für die Verkabelung und die Antriebe etc. die Platten auch jederzeit kippen oder um 180° drehen. Am Ende wurden dann die Platten fest verschraubt und in die Landschaft integriert.

Rollmaterial
Zum Einsatz soll mal vieles kommen, was die RhB (MGB) in den Epochen IV bis VI so hergibt. Ich bin nicht so der Vorbild Fetischist, trotzdem habe ich mich auf die modernen Epochen und realistische Zug Kompositionen festgelegt. Das Highlight ist natürlich der GEX, der bei mir mit 5 Wagen (2x 2. Klasse, 2x 1. Klasse und Service Wagen) über die Anlage fahren soll.

Geschaltet, gefahren und gesteuert wird komplett digital. Wichtig ist mir eine realistische Geschwindigkeit, daher werden alles Loks mit ihren Decodern eingemessen und so getrimmt, das die Geschwindigkeitsstufen dem Vorbild entsprechen. Ich hasse Loks die mit gefühlten 300 km/h über die Anlage rauschen. Gefahren wird mit einem Durchschnittstempo von 40 km/h, da macht das Zugucken so richtig Spaß.

Natürlich sind alle Loks und Steuerwagen digitalisiert. Ausgerüstet sind Decoder von Kühn (N25), ESU (LokPilot Micro), Viessmann und (seit einem Tipp) inzwischen ZIMO. Letztere werden von mir in allen Modellen nach und nach die anderen Decoder ersetzen, weil ich mit den ZIMO Decodern definitiv die besten Erfahrungen gesammelt habe.

Verwendete Komponenten
Ich möchte jetzt nicht jedes Ding genau vorstellen und erläutern, von daher liste ich hier einfach mal auf, was sich so unter der Anlage befindet. Das alles digital ist, hatte ich ja schon erwähnt, und von daher wurden auch die verwendeten Teile darauf hin abgestimmt. Sämtliche Weichen wurde auch umgebaut (Herzstück Polarisierung, Kurzschluss Sicherheit, sichere Stromversorgung) vor dem Einbau.

Als Gleismaterial kommt das PECO H0m Code 75 Material zum Einsatz, wobei ich nur aus Platzgründen auch zwei Bogenweichen verwendete. Ansonsten hätte ich mich nur auf die einfachen Weichen beschränken wollen.

  • Uhlenbrock IB Basic als Zentrale mit 12V Uhlenbrock Trafo für Digitalstrom (Booster integriert, kein weiterer Booster)
  • Steuerung direkt oder per PC
  • ca. 50 Anschlüsse am Gleis alleine für die Digitalstrom Versorgung
  • 2x 16V Trafos, einer für Signale und Weichen, einer für die Leuchten
  • 4x LDT RM-GB-8-N S88 Rückmelder mit 28 Anschlüssen (32 möglich), für Überwachung und/oder autom. Steuerung
  • ca. 150m 2×0,75 mm² Kupferlitze für den Digitalstrom, Rückmelder und Zubehörzuleiter
  • 20 Stromverteiler für Digitalstrom und Zubehör
  • ca. 100m 2×0,25 mm² Kupferlitze für Zubehör wie Weichen, Leuchten (kurze Wege von den Verteilern)
  • 4 Servos, 1 Conrad Antrieb und 6 PECO PL-10-W (plus PL-15) für die Weichen inkl. Verkabelung zu den Weichenmodulen und Polaritätsschaltern (Rückmelder vorbereitet, falls mal gewünscht)
  • Weichen, Signal und Licht Decoder von qdecoder.de (1x Z1-16, 1x Z1-16N Power, 2x Z1-16 Signal DACH, 1x Z2-8+)
  • 2 WA5 Weichenelektronik inkl. Decoder und Polaritätsschalte von mbtronik
  • ca. 100 Stecker, um bei “Verpolungen” handeln zu können
  • eine Menge Lüsterklemmen und Stecker (z.B. D-SUB) zum Verbinden der Segmente


Aktueller Stand und Sonstiges
Bis heute bin ich noch mit dem Rohbau beschäftigt (Untergrund, Trassen), dieser ist aber zu 95% abgeschlossen. Fast alle Gleisen und Weichen liegen, sind angeschlossen und fast die gesamte Elektronik ist verlegt und geprüft. Die Landschaft ist erst in den Anfängen zu erahnen, hier lasse ich mir viel Zeit.

Momentane Großprojekte sind der Bahnhof (ich will von hinten nach vorne bauen) und der kleine Teil des L (hier entsteht gerade ein neues Viadukt).

Die Oberleitung stammt von Sommerfeldt und die Signale von Schneider. Die Oberleitung wird komplett aufgebaut inkl. Fahrleitung und auch einige Sondermasten baue ich per Hand. Im unterirdischen Bereich wird es keine Oberleitung geben, da ich keinen Oberleitungsbetrieb mache(n kann). Ich fahre auch mit gesenkten Pantografen, da die Loks auch Sammlerstücke sind und ich den Verschleiß vermeiden will.

Die Fahrdrähte werde ich am Ende komplett selbst bauen, da ich mit den Standardlängen einfach nicht hinkommen würde und es auch eine Frage des Preises ist. Die "schlankeren" Fahrdrähte, die ich gerne verwenden würde, sind doch recht teuer, also wage ich den Selbstbau.

Infos und Berichte
Seit einiger Zeit betreibe ich ein Blog (http://rhbblog.sven-bobrowski.de ), welches alle Infos, Grundlagen, Bauberichte, Bilder und Videos enthält. Das Blog ist für mich wie ein riesiger Notiz Zettel und auch eine Art historisches Lexikon, natürlich werde ich auch gerne hier ab und zu mal ein paar Updates und Bilder posten.

Bilder
Zum Abschluss jetzt noch ein paar Bilder vom aktuellen Zustand und aus der Vergangenheit.

Im Bau: Linke Bahnhofsausfahrt


Ein paar selbst gebaute Sondermasten (Doppelausleger, 3-fach Ausleger)




Ein paar Impressionen vom Bahnhof im Bau










Nur ein Genie überblickt das Chaos

Dazu: im Ernst, alle Kabel sind nummeriert und erfasst, um bei Bedarf handel zu können.

Totale


Tunnelportal und Felsdurchbruch (Kunstbauten wie Tunnel, Brücken baue ich komplett selbst, Mauern etc. aus Gußformen)




Bring mir den Schotter (zum Einsatz kommt Schotter von spurenwelten.de, der sich bei mir bei den Tests durchsetzte)


So das war es erstmal, weitere Bilder und Infos kommen gerne weiterhin regelmäßig, wenn sich jemand dafür interessiert.

MfG
Sven


Meine fiktive RhB Segment Anlage im Aufbau (seit 09/2013)
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RE: H0m/RHB Anlage im Bau: Vorstellung fiktive Anlage "Oberried"

#2 von Basel21 ( gelöscht ) , 24.07.2014 17:36

Hallo Sven und willkommen bei den Schmalspur Infizierten

Mit H0m und RhB hast du dir ein sehr interessantes und vielseitiges Vorbild ausgesucht und man findet auch eine Menge Rollmaterial dazu. Auch ich hab mich für dieses Thema entschieden.

Dein Gleisplan ist interessant und mir gefällt er gut. Ich hätte aber einen kleinen Denkanstoss.
Wie wäre es, wenn du den Plan anstelle eines Kreises zu einem Punkt zu Punkt Plan umgestaltest? Dazu müsstest du auch nicht sehr viel an deinem Gleisplan ändern und es würde den Betrieb viel realistischer machen, zudem kannst du in den Endbahnhöfen sehr vielseitig Rangschieren und die Züge kehren, wie im Original, wenn sie von Punkt A nach B und schlussendlich nach C fahren wieder von Punkt C zu Punkt B und A zurück. Ich werde es bei meiner RhB Anlage auch so machen.
Wenn du den Platz hast könntest du einen der SB auch als Fiddle Yard Planen.

Dies ist nur ein Vorschlag und soll nicht heissen, dass dein Gleisplan nix wert ist

LG und ich bin gespannt auf deine Vorschritte Eric

Ps. Den Bahnhof Alp Grüm könntest du (inklusive eines Teils des Aufstieges) durchaus auf diesem Raum verwirklichen, wenn du dies möchtest.


Basel21

RE: H0m/RHB Anlage im Bau: Vorstellung fiktive Anlage "Oberried"

#3 von BoboEGR , 25.07.2014 09:33

Zitat von Basel21
Dein Gleisplan ist interessant und mir gefällt er gut. Ich hätte aber einen kleinen Denkanstoss.
Wie wäre es, wenn du den Plan anstelle eines Kreises zu einem Punkt zu Punkt Plan umgestaltest? Dazu müsstest du auch nicht sehr viel an deinem Gleisplan ändern und es würde den Betrieb viel realistischer machen, zudem kannst du in den Endbahnhöfen sehr vielseitig Rangschieren und die Züge kehren, wie im Original, wenn sie von Punkt A nach B und schlussendlich nach C fahren wieder von Punkt C zu Punkt B und A zurück. Ich werde es bei meiner RhB Anlage auch so machen.
Wenn du den Platz hast könntest du einen der SB auch als Fiddle Yard Planen.

Dies ist nur ein Vorschlag und soll nicht heissen, dass dein Gleisplan nix wert ist



Hallo Eric,

du wirst lachen, aber genau einen Plan mit Kopfbahnhof und Punkt zu Punkt mit Schattenbahnhof/Wende hatte ich ebenfalls lange liegen. Und genau Alp Grüm diente da auch als Vorlage, wobei ich dann im konkreten Plan einen fiktiven Bahnhof verwendete. Ganz am Anfang hatte ich sogar noch Arosa im Auge, leider wäre der auch mit zu vielen Kompromissen behaftet gewesen (Längenkürzungen).

Hier mal die Bilder von den alternativen Plan damals:

Sichtbarer Bereich:



Schattenbahnhof/Wende:



In diesem Plan war auch eine einfach Strecke mit Mini Schattenbahnhof für H0 gewesen (BLS, SBB).
Das Ganze war schon fast spruchreif. Aber die PECO DKW sind verdammt teuer und die Kosten für alle Weichen waren dann doch etwas abschreckend.

Das mit dem Fiddle Yard hatte ich schon auf dem Papier, nur fehlt mir hier definitiv der Platz.

MfG
Sven


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RE: H0m/RHB Anlage im Bau: Vorstellung fiktive Anlage "Oberried"

#4 von BoboEGR , 07.08.2014 13:16

Die letzten Tage konnte ich endlich ein wenig mit der Ausgestaltung des rechten Teils der Anlage beginnen. Dieser Bereich wird später nur noch schwer erreichbar sein, wenn alle Segmente aneinander stehen.

Vom Prinzip her arbeite ich mich von hinten nach vorne durch, so waren nun zuerst die Gestaltung hinter dem Gleis und die Oberleitung dran.

In der Totale kann man die Arbeiten gut erkennen, die Landschaft wurde endlich mit einer Decke versehen, anschließend gespachtelt und Fundamente für die zukünftigen Häuser angelegt.



Das Gelände hinter dem Gleis an der Wand wurde von mir soweit fertig gestaltet. Zum Einsatz kamen Styropor, Putzträger aus dem Baumarkt, Papier, Holzleim und eine selbst gemixte Spachtelmasse. Anschließend wurde dann mit Gips und Formen ein paar kleine Felsen gestaltet und diese mit der üblichen Methode gefärbt. Die Spachtelmasse mixe ich immer aus Gips, Quarzsand, Wasser, Holzleim, Spüli und Farbe (braun).

Für die Vegetation sind ein Grasmaster, Grasfasern von miniNatur - Silhouette und NOCH, Unkraut von miniNatur, Grasmatten von ModelScene und Klumpstreu von Woodland die Hilfsmittel der Wahl.





Zum Zeitpunkt der Aufnahmen fehlte noch das Finish der Felsen.

Danach ging es an ein Thema, welches ich lange überlegt und abwog (Kosten), aber mich am Ende für den Selbstbau entschieden habe. Es geht um die Fahrdrähte für die Oberleitung. Nach dem ich mir schon einige Spezial Masten und Konstruktionen baute, nutzte ich die Erfahrung der Bastelei nun auch, um die Fahrdrähte selbst zu bauen.

Zum Einsatz kommt hier 0,6mm Federstahldraht, der gleichzeitig sehr steif, aber auch biegsam und sehr gut lötbar ist. Für die verschiedenen Längen baue ich mir Formen aus Sperrholz Resten und Nägeln. Dort lege ich die zurecht geschnittenen Drähte ein und verlöte diese. Als prima Hilfsmittel hat sich dabei auch das Sommerfeldt Lötöl entpuppt.

Die Fahrdrähte werden dann auf die passenden Längen geschnitten (mit Überstand), die Enden des Fahrdrahts unten zu Haken gebogen. So kann ich die Stücken am Ausleger einhängen. Der Führungsdraht oben wird dann auf die Führungen (Isolatoren) oder in die Ösen (moderne Ausführung und Quertragerwerke) gelegt. Der Fahrdraht selbst wird dann mit Löten befestigt, der Führungsdraht oben mit einem Tropen Sekundenkleber fixiert. Danach (oder vor dem Kleben) werden die überlappenden Enden gekappt.

Das Finish ist dann die Lackierung mit einen dunklen, matten Grauton (Revell Farben).

Stellprobe und Check der Lage





Die ersten "Meter" sind geschafft (Farbe ist noch feucht)





Das ganze Prozedere ist ein extremer Aufwand an Zeit (und Geduld) und man sieht auf den unteren Bildern auch einen ersten kleinen Fehler (Führungsdraht war 1 mm zu kurz und liegt nicht korrekt auf), aber mir gefällt es. Schließlich ist es Selbstbau, da kann man auch mal kleine Fehler machen

Mit der Zeit werden die Fahrleitungen auch besser von der Hand gehen, jetzt waren es 4 Stück in drei Tagen inkl. Montage.

Ein anderes Thema, was mich ebenfalls tagelang beschäftigte und sehr viel Mini Arbeiten erforderte, war die Bahnsteig Beleuchtung. Im rechten Teil des Bahnhofs sind die Masten der Querträger direkt im Mittelbahnsteig verbaut. Ich weiß gar nicht warum ich das so plante, im aber irgendwie gefiel mir die Herausforderung. Zwei der Masten wurden, neben einem weiteren Ausleger für das Gleis 1, noch mit einem Draht Paar versehen, welches an einem Licht Modul angeschlossen ist.

Da ich nirgendswo die typischen Leuchten der RhB in H0 zu kaufen fand, habe ich mich an den Selbstbau gewagt. Zum Einsatz kamen dabei Platten, Rohre und Profile von Evergreen, als Leuchtmittel dient eine LED von Faller. Der Draht der LED ist dabei oben durch eine Röhre, am Mast direkt geführt bzw. durch ein U-Profil abgedeckt. Am Fuß habe ich improvisieren müssen und mit T-Profilen eine Art "Unterbau" nachgestellt. Nicht ganz professionell, aber das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach trotz allem sehen lassen.



Zusammenfassend kann ich sagen, die wenigen Fortschritte sind der Mühe wert gewesen. Selbstbau macht immer noch am meisten Spaß

Gruß,
Sven


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