RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#1 von Heiko Landmann , 15.03.2015 12:49

Hallo, liebe Forumsmitglieder,
mit folgendem Problem komme ich nicht recht weiter:
Ich möchte einen Kesselwagen von Ep. IV zurücksetzen auf Ep. III.
Dabei möchte ich eine halbwegs passende 6-stellige Wagennummer haben (auch wenn es den Wagen für den Einsteller vielleicht so nicht wirklich im Original gab - deshalb auch nur halbwegs passend, es gab den Wagentyp in Epoche III).
Bei der Rechereche habe ich folgenes herausfinden können:
1. Kesselwagen haben nur Wagennummern bekommen, da die DB in der Epoche III keine eigenen Kesselwagen im Bestand hatte und deshalb auch hierfür keine Gattungsbezeichnungen vergeben wurden. Die DR interressiert hier nicht, bei der das ja wegen der Zwangsenteignung von Eisenbahneigentum anders war.
2. Die Wagen wurden fortlaufend nummeriert. Ausfälle gab es dabei nur durch Ausmusterung oder Verlust der Wagen.
3. Steppis Seite hilft mir nicht weiter, weil er nur die Staatsbahnwagen aufgenommen hat.
4. Fremo hilft nicht weiter, weil dort nur erläutert ist, wie die Gattungszeichen zusammengesetzt wurden, nicht aber die Wagennummern.
5. Wiki hilft nicht weiter, weil dort nur der Weg von den alten DB-Nummern zu den UIC-Nummern nachvollziehbar wird, nicht aber umgekehrt.
6. An Cartsens komme ich nicht problemlos an Band 6 und muss auch zugeben, dass ich mir nicht wegen der Privateinsteller den doch nicht wirklich billigen Band zu PWg zulegen will, der mich ansonsten eher periphär interessiert. Auch weiß ich nicht, ob mir das Werk wirklich weiterhilft.
7. Der Vergleich der reichhaltig vorhandenen Kesselwagenmodelle hat mich auch nicht weitergeberacht, da
7.1 meine Vermutung, die ersten drei Zahlen gäben z.B. einen Wagentyp wieder, nicht so recht weitergeführt hat bzw.
7.2. meine andere Vermutung, dass diese drei Zahlen den Einsteller wiedergeben, auch nicht ins Ziel führte.

Nun also folgende Fragen:
Generell:
- Wurden die alten Wagennummern in die neuen UIC-Nummern übernommen (also vermutlich: Waren die letzten drei Ziffern der UIC-Nummer vor dem Trennstrich vor der Kontrollziffer identisch mit den letzten drei Ziffern der DB-Nummerierung), oder wurde hier bereinigt bzw. ganz neu vergeben?
- Wie wurden die Wagennummern für Kesselwagen bei der DB ab 1951 bis 1960/64 vergeben? Verbarg sich hinter den ersten drei Nummern der Wagennummer ein Nummernkreis? Waren die letzten drei Ziffern tatsächlich die fortlaufenden Wagennummern innerhalb des Nummernkreises der ersten drei Ziffern?

Wenn das alles so wäre, meine Folgebitten für den speziellen Wagen:
- Es handelt sich um einen beheizten Kesselwagen für Nahrungsmitteltransporte (Öle und Fette): Welcher Nummernkreis?
- Der Wagen ist zweiachsig
- Das Epoche IV-Fahrzeug hatte als laufende Wagennummer die 725 vor dem Trennstrich für die Kontrollnummer. Kann ich (mit etwas Spielraum) die Nummer als lfd. Wagennummer für die Epoche III übernehmen?

Ich hoffe, Ihr könnt mir helfen und grüße herzlich
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#2 von Stefan Walter , 15.03.2015 13:01

Hallo Heiko,

die alten Wagennummern tauchten in den neuen Nummern nicht mehr auf, dh. man kann sie auch nicht aus der Ep.4-Wagennummer "rekonstruieren".
Das war aber auch schon beim Übergang von der Ep.2 auf die Ep3. der Fall: die Wagen waren zwar auch weiterhin im 500000er-Nummernbereich eingereiht, aber die Nummern änderten sich.

Lange Zeit wußte ich nicht, nach welchen Kriterien sich die Nummern in der Ep.3 zusammensetzten. "SC" hat die Schematik, die dahinter steht, in langen Listen erläutert: die Nummern waren in Bereiche eingeteilt, von denen jeder private Einsteller einen Bereich zugewiesen bekam. Dh. wenn man den Einsteller kennt (und evtl. die Beheimatung - wenn ein Einsteller mehrer Niederlassungen hat), kann man den "claim abstecken" in dem ein Privatgüterwagen seine Wagennummer gehabt haben muss.

mfG
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#3 von Heiko Landmann , 15.03.2015 19:48

Lieber Stefan,
vielen Dank so weit.
Wenn ich dich richtig verstehe, benötige ich also doch irgendwie SCs Werk und dann heißt es blättern, denken und beten.
Noch eine kurze Nachfrage: wenn ich mir z.B. meine Gl ansehe, dann haben die fast alle Wagennummern die mit 190-199 beginnen. Ähnlich sieht es bei den Gr20 aus, die fast alle im Bereich um die 150-159 zu finden sind. Weißt du, ob ich mit der Vermutung richtig liege, dass sich dahinter zunächst einmal eine Art "Codierung" der Wagenbauart verbirgt? Das würde mir schon einmal ein Stück weiter helfen, weil ich dann ja "nur" noch herausfinden müsste, welche Codierung die entsprechenden Kesselwagen hatten. Oder hilft mir da nach Deiner Erfahrung ggfls. auch SC weiter? Dann wäre es vielleicht doch zeit das Buch mal zu kaufen.
Die konkrete Wagennummer ist mir nach Deinen Infos fast zweitrangig geworden, weil sie eh eher eine Näherung als Tatsache wäre und mangels Fotos des Wagens (immerhin: Märklin hat ihn dieses Jahr auch als geschweißten Kesselwagen und vermutlich ohne Isolierung mit der gleichen Fahrzeugnummer auf den markt gebracht! Also vermute ich, dass es den Wagen wohl in irgendeinem Register geben haben muss aber eben ohne weitere fotografische Belege.) nicht belegbar wird.
Solltest du, lieber Stefan, oder auch jemand anders mir weiterhelfen können - vielen Dank im Voraus!
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#4 von Sgns 691 , 15.03.2015 20:58

Hallo Heiko,

sag doch ruhig ganz konkret welchen Wagen du umnummern möchtest. Vielleicht hilft da dann auch SC Band 7 weiter. Dort werden ja doch viele, aber natürlich längst nicht alle, 2-achsigen Kesselwagen für brennbare Flüssigkeiten behandelt. Wenn der Wagen / die Wagengruppe dabei ist, dann gibt es dort ggf. alle Nummern von Ep. 2 bis Ep. 6.

Viele Grüße
Peter


 
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#5 von Stefan Walter , 16.03.2015 08:29

Hallo Heiko,

mit einem Auszug aus der Kesselwagen-Wagennummernliste könnte ich dir behilflich sein. Aber wenn es sich nur um ein paar Wagen handelt, sag mir Einsteller (Firmenname), Heimatbahnhof (waren die Wagen in mehreren Niederlassungen beheimatet, belegten sie u.U. andere Nummernbereiche) und vielleicht noch die Artikelnummer. Und wichtig: der Wagen muss natürlich von seiner Bauart in die Ep.3 passen!

Das mit den Nummernbereichen bei Gl-Wagen (und nicht bei diesen) ist korrekt: die Wagennummern wurden entsprechend der Wagenbauart/Gattung vergeben. Die erste Ziffer gibt gleichzeitig auch die Bauart an: "0" Behältertragwagen BT, "1" Güterzugbegleitwagen "Pwg", gedeckte Gw. unter 20 Tonnen Ladegewicht und Drehgestellwagen, "2" gedeckte Gw. über 20 Tonnen Ladegewicht. "3" = gedeckte Gw. der Sonderbauarten "K" (Silo-, Schiebedach-, Schwenkdachwagen), "T"Kühlwagen, "V" gedeckte Kleinviehwagen, "4" = Rungenwagen, "5" Privatwagen, "6" offene Gw. der Sonderbauarten (zB. Autotransporter), "7" offene Gw. bis 20 Tonnen Ladegewicht, "8" dto. über 20 Tonnen, "9" Schwerlast, Schienen- und Tiefladewagen.

mfG
Stefan Walter


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#6 von TheK , 16.03.2015 23:16

Bei Privatwagen sagt die Ep.3-Nummer nur etwas über den Eigentümer aus. Darum lässt sich auch nichts aus neueren Nummern ableiten, denn die sind über die Bauart definiert. Hier hilft es also einen Ep.3-Wagen des gleichen Eigentümers zu finden – aber Vorsicht, der Eigentümer ist nicht immer, was groß dransteht. Unter 542 findet man zum Beispiel viele bunte Kesselwagen, die dann EVA gehören – etwa einen isolierten DEA (542 661), einen ELK "Shell" (541 201) oder einen dicken Mobil-Vierachser (542 577).


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#7 von Heiko Landmann , 18.03.2015 22:18

Hallo liebe Forumsmitglieder,
vielen Dank an alle für eure vielen Infos.
Vielleicht hilft es am ehesten, dem Vorschlag zu folgen, den wagen einfach genau zu benennen:
Es handelt sich um Rocos Brandt Schokoladenkesselwagen, Art.Nr. 46329, vermutlich beheimatet in Hagen.
Hier ein link mit diverssen Ansichten:
http://www.google.de/imgres?imgurl=http:...ved=0CD8Q9QEwBQ
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#8 von TheK , 18.03.2015 22:31

Tja, dann hab ich was, was du sicher eher nicht hören willst: Von diesen Wagen wurden 1970 durch Linke-Hofmann-Busch 340 Stück für VTG gebaut – vorgesehen für Heizöl. So wurde es mir zumindest mal für eine Marktübersicht aus dem Carstens Band 7 zitiert. Die Bauart ist also nicht für die Epoche 3 verwendbar.

Und die Beschriftung? Kesselwagen für Schokolade… Naja, Kokolores. Wagennummer ist auch noch quatsch – "21" in der obersten Zeile wäre ein Staatsbahnwagen. Wenigstens die technischen Daten stimmen


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#9 von Heiko Landmann , 18.03.2015 23:24

Hallo Kai,
ob Schokoladen mit Kesselwagen transportiert wurden oder nicht, entzieht sich meiner Kenntnis. Allerdings läst sich auch Märklin ja nicht lumpen mit einem Brandt-Kesselwagen (allerdings anderer Bauart), denn zur Artikelnummer 46431 schreibt man dort:

"Das Modell es realistischen Vorbilds wird in einer Auflage von 1.000 Stück nur in 2015 für VEDES-MC Händler gefertigt.
Die Firma Brandt unterhielt für den Transport von Schokolade vom Werk in Landshut nach Hagen eigene Kesselwagen. Diese fuhren in Regelgüterzügen mit und sicherten so die Versorgung des Stammsitzes mit Rohstoffen. "

Nun kann man natürlich sagen, dass Märklin ja auch den Glaskesselwagen erfunden hat, ich weiß.

Wichtiger vielleicht aber: in "Planet Eisenbahn" (Hrsg. DB Museum) muss es auf Seite 111 eine Abbildung der Verladung von flüssiger Schokolade in einen Kesselwagen im Jahr 1969 geben (habe auch dieses Buch leider nicht) .

Irgendetwas derartiges muss es also doch gegeben haben.

Vielleicht eben nur nicht meinen Kesselwagen - aber da wäre ich zur Not noch zu einem Kompromiss bereit.

Herzliche Grüße

Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#10 von TheK , 18.03.2015 23:52

Jetzt bin ich platt... Und da die Brandt-Wagen sogar alle gleich aussehen (in N von Arnold gibt es auch noch einen) könnte das Design sogar hinkommen. Nur Ep.3 wird da immer noch nicht draus :/


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#11 von ZugKnipser , 19.03.2015 11:23

Hallo Heiko

Zitat von Heiko Landmann

Wichtiger vielleicht aber: in "Planet Eisenbahn" (Hrsg. DB Museum) muss es auf Seite 111 eine Abbildung der Verladung von flüssiger Schokolade in einen Kesselwagen im Jahr 1969 geben (habe auch dieses Buch leider nicht) .



Eine hübsche Geschichte. Aber mit Sicherheit nicht wahr.
Kakao/Schokolade bringt man nur zum "Schmelzen", wenn man es weiterverarbeiten möchte, aber mit Sicherheit nicht für den Transport/Aufbewahrung. Dafür wird die "Blockform" gewählt.*
Zumal die flüssige Schokolade, in Abhängigkeit ihrer Zusammensetzung, während des Transportes auf eine bestimmte Temperatur (+/- 2 Grad Celsius) gehalten werden muß, damit ihre qualitativen Eigenschaften erhalten bleiben. Und die Mindestschmelztemperatur auch nicht unterschritten werden darf, damit man den Wagen wieder entleeren kann. Kann bedeuten, im Winter mit Heizung, im Sommer mit Kühlung.
Das macht definitiv keinen Sinn...

VG Frank

*Meine Frau ist gelernte Konditorin und seit über 20 Berufsjahren gehören Arbeiten mit Couverture zu ihrem Arbeitsalltag.


- Wissen ist wie eine Laterne, die einen klammern sich an ihr fest, den anderen weist sie den Weg. -

Zwischen Limfjord & Dosse - Eisenbahnbilder aus drei Jahrzehnten
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#12 von Heiko Landmann , 19.03.2015 19:08

Hallo, liebe Leute,
Schokolade im Kesselwagen scheint sich zu einem echten Renner in meinem Leben zu entwickeln.
Nun habe ich Kai baff gemacht, aber die Schokoladenfront schießt dazwischen mit einer Anmerkung, die mir zwar sachlich fremd ist, sich aber irgendwie auch nicht falsch anhört.
Ich habe mal an die Firma Brandt geschrieben und bin gespannt, was die Wissen. ich sach Euch, die haben einen gehabt, aber da ist nur hektoliterweise flüssige Kokosmilch von den niederbayerischen Kokospalmplantagen bei Deggendorf drin durch die Gegend gefahren worden
Schlimmstenfalls decken wir noch auf, dass uns Brandt mit mieser (zerkochter oder tiefgekühlter) Schokolade abspeist
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#13 von Sgns 691 , 19.03.2015 20:42

Hallo Stummis,

also Brandt hat definitiv mindestens einen isolierten Zweiachser gehabt. Hier habe ich ein Beweisfoto dafür gefunden. Leider kann man sonst keinerlei Details erkennen.Das 7. Foto auf der Seite:
http://earv1044.npage.de/galerie40679.html

@Kai: Das Zitat aus SC7 ist nicht so ganz richtig. Auf Seite 154 steht: "...ein von LHB 1970 für die VTG zum Transport von Lösungsmitteln in einer kleinen Serie gebauter Edelstahlkesselwagen..."
Die Austauschkodierung 21 ist für die Zeit vor 1980 auch für Privatwagen korrekt! Siehe meine Erläuterungen zu den UIC-Nummern in Ep.4:
http://stummiforum.de/viewtopic.php?f=35&t=116600#p1346921

@Frank: Die Mindestschmelztemperatur darf während des Transports schon unterschritten werden. Man kann den Kessel ja am Zielort vor der Entladung wieder hochheizen. Technisch geht das, ob es der Ladung gut tut, ist eine andere Sache.

@Heiko:Wenn du an kein besseres Foto heran kommst, dann würde ich ein Untergestell von Fleischmann 5410 ff mit dem Kessel von Roco verheiraten. Dieses UG paßt schon ab Ep.3 (und fährt heute immer noch durch die Gegend) und ist darüberhinaus auch eine gutes Modell. Wenn man geduldig ist, kann man es auf Börsen schonmal im Neuzustand für 10,- € finden.

Viele Grüße
Peter


 
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#14 von TheK , 19.03.2015 21:05

Zitat von Sgns 691

@Kai: Das Zitat aus SC7 ist nicht so ganz richtig. Auf Seite 154 steht: "...ein von LHB 1970 für die VTG zum Transport von Lösungsmitteln in einer kleinen Serie gebauter Edelstahlkesselwagen..."
Die Austauschkodierung 21 ist für die Zeit vor 1980 auch für Privatwagen korrekt! Siehe meine Erläuterungen zu den UIC-Nummern in Ep.4:
http://stummiforum.de/viewtopic.php?f=35&t=116600#p1346921



Ah, das mit den Nummern wusste ich nicht – vor allem nicht, dass die 0 "Privatwagen" heißt (wohl weil selbige in Ep.4 eh fast durchweg Kesselwagen waren…).

Das Fahrgestell von Roco hältst du für Ep.3 für zu modern? Oder nur für zu grob mit dem Loch in der Pufferbohle?


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#15 von Sgns 691 , 19.03.2015 22:37

Hallo Kai,

beides. Ich kenne UG in dieser Bauform nur mit den Baujahren 1969 - 1971. Die UG aus 1957 hatten zwar auch diese charakteristischen LHB-Federböcke, aber die Achshalter waren gesickte Pressblechteile. Dazu kommt ein um 200 mm kürzerer Achsstand und Seilösen anstelle der modernen Seilanker mit Konsolen.
Das Problem am Modell ist vorallem die zu große Breite des Rahmens. Im Original hat ein Außenrahmen aus U240-Profilen eine Außenbreite von 1990 mm. Das ergibt für H0 = 22,9 mm. Roco hat 26,6 mm und Flm hat 23,9 mm, das sieht doch wesentlich besser aus.

Viele Grüße
Peter

Edit 22.04.2015, Rahmenbreite korrigiert


 
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#16 von Heiko Landmann , 20.03.2015 00:32

Lieber Peter,
vielen Dank für deine fundierte Infos und vor allem das Photo, denn das belegt ja ggfls., dass es eben genau die Kesselwagentype war, die ich hier auch stehen habe. Und es würde zugleich belegen, dass Märklin uns dieses Jahr anschmiert, denn die gleiche Wagennummer auf einen ganz anderen Wagentypen zu ziehen lässt ja wohl annehmen, dass da was nicht stimmt, oder?
Mal sehen, was die Firma Brandt so über ihre eigene Geschichte weiß - vielleicht kommen wir ja so auch an bessere Photos. Man weiß ja nie!
Kannst du mir noch einen Gefallen tun: Welches Fleischmannfahrgestell meinst du Basisartkelnummer 5033?
Übrigens: vielen Dank auch für die vielen Photos, die ich mir gerne noch kurz vor dem zubettgehen angesehen habe.
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#17 von Heiko Landmann , 20.03.2015 00:34

Lieber Peter,
sorry, im Vorteil ist, wer alles liest - du verwiest auf eine Artikelnummer. Ich schau's mir mal an.
Herzliche Grüße nochmals
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#18 von TheK , 20.03.2015 02:38

Zitat von Heiko Landmann
Und es würde zugleich belegen, dass Märklin uns dieses Jahr anschmiert, denn die gleiche Wagennummer auf einen ganz anderen Wagentypen zu ziehen lässt ja wohl annehmen, dass da was nicht stimmt, oder?



Daran muss man sich bei Kesselwagen leider gewöhnen – die Hersteller haben oft nur ein Modell, welches dann in jeden Farbtopf fällt, der denen einfällt. Oft genug ist da schon die Werbung selbst frei erfunden; auf Bauarten wird da kaum geachtet. Bei der Wahl der Bauarten ist man auch nicht unbedingt sonderlich einfallsreich; die allermeisten Modelle von Nachkriegs-Wagen dürften "versehentlich" entstanden sein, als ein Hersteller eigentlich eine recht oft gebauten und teilweise nachher tatsächlich "rumgekommenen" Bauarten der Kriegszeit umsetzen wollte. Piko und Märklin (sowie in N noch Arnold und Rivarossi) haben dabei durchweg deutlich größere Nachfahren des Uerdingers erwischt (der selbst dafür nach wie vor fehlt); Fleischmann wollte wohl einen geschweißten 27m³-Wagen (mit ~9000 Exemplaren der häufigste Kesselwagen aller Zeiten) umsetzen, erwischte aber einen auf den ersten Blick recht ähnlichen, jedoch nur zweimal gebauten Wagen von 1957…

Die beiden Roco-Modelle sind meines Wissens die einzigen Wagen, die mal komplett anders aussehen – wobei bisher noch kein Hersteller in H0 oder N entdeckt hat, dass es Kesselwagen auch in anderen Längen gibt. In TT hat Tillig dagegen einen gar nicht mal seltenen DR-Typ, der (in diversen Behälter-Versionen) wohl den Großteil der heute noch verbliebenen Zweiachser ausmachen dürfte.

Was Fleischmann 5033 angeht: Die Leiter sieht nach Nachkrieg aus, das Fahrwerk nach Vorkrieg und das gesamte nach ziemlich grob. Wenn keiner schreit, würde ich um das Modell einen Bogen machen.


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#19 von Heiko Landmann , 24.03.2015 11:59

Nur ein kurzer Zwischenstand nach einem längeren Telefonat mit der Firma Brandt:
Ja, Brandt hat EINEN Kesselwagen zum Transport von Schokolade eingesetzt.
Das Bild mit dem Culemeyer aus Landshut kann für den Wagen zutreffen, weil tatsächlich geculemeyert wurde.
Für mich etwas frustrierend: Brandt hat wohl erst ca. (Genaueres konnte man mir dort nicht sagen) 1970 mit diesem Transport begonnen (und ca. Mitte der 1980er wieder eingestellt). Also: Das gibt nichts mit Epoche III, womit ich mit meinem ursächlichen Problem nicht weiter komme.
Also: Ich kann nur schummeln. Was würdet Ihr vorschlagen? Ich tendiere dazu, eine denkbare DB-Nummer zu nehmen. Gefühlssache, auch wenn es gegen das Reinheitsgebot verstößt. Aber was für eine Nummer nehme ich dann?
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#20 von TheK , 24.03.2015 12:16

530 725? Musst du nur irgendwo die 5 finden


Gruß Kai

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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#21 von Sgns 691 , 24.03.2015 22:30

Hallo Heiko,

zunächst der Hinweis, daß ich in meinem Beitrag vom 19. März die Angabe der Rahmenbreite beim Vorbild geändert habe. Keine Ahnung, ob ich mich seinerzeit schlicht vermessen habe oder ob es ein Exot war. Tatsache ist jedenfalls, daß sowohl der Roco-LHB-Wagen als auch der Flm-SEAG-Wagen eine UG-Breite von 1990 mm haben.

Nun zu der Nummernfrage. Der Brandt-Wagen war in Gevelsberg-Vogelsang beheimatet. Von diesem Bahnhof zweigte das Anschlußgleis zur Brandt-Fabrik in Hagen ab. Der Bahnhof unterstand der BD Wuppertal. Dieser BD war, für die bei ihr eingestellten Privatwagen, der Nummernbereich 543 000 - 545 203 zugeteilt. Bekannte Einsteller sind laut SC6, Seite 72 die Firmen Klöckner (543 065 - 543 099), Shell (543 200 - 543 548), Degussa (543 550 - 543 699), Henkel (544 000 - 544 281) und Armita (544 920 - 544 999). Da bleibt also noch reichlich Luft für eine Wunschnummer.

Es reicht übrigens nicht, nur die Nummer zu ändern. Die Anordnung der Anschriften war teilweise anders und für die Einstelleranschrift war am rechten Wagenende eine zusätzliche Tafel vorgeschrieben.

Viele Grüße
Peter


 
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#22 von Heiko Landmann , 25.03.2015 23:12

Lieber Forumsmitglieder!
Vielen Dank für die seriöse Unterstützung! Gerade Deine, lieber Peter, vielen sachkundigen Hinweise werden das Schummeln wohl doch zu einem erträglichen Ende führen. Vielleicht opfere ich doch mal die 50 Euro für den 6er von Carstens.
Wenn ich mit der Sache fertig bin, schicke ich mal ein Foto rum und lasse Euch dann auch wissen, was in Hagen herausgekommen ist.
Herzliche Grüße
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#23 von Sgns 691 , 26.03.2015 22:17

Hallo Heiko,

vielen Dank für deine netten Worte. Ich warte dann mal gespannt auf die Ergebnisse der Brandt-Recherche und deine Umsetzung ins Modell. Ein Hinweis noch zu Carstens Band 6. Es gibt bei der VGB eine Leseprobe zu diesem Buch:
https://shop.vgbahn.info/miba/shop/g%C3%...and+6-_803.html
Wenn du sie noch nicht kennst, hilft sie dir vielleicht bei deiner Entscheidung weiter.

Viele Grüße
Peter


 
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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#24 von Heiko Landmann , 05.04.2015 18:09

Hallo, liebe Forumsmitglieder,
ein weiterer Zwischenstand in Sachen Brandt-Kesselwagen.
Das Photo aus dem Brandtarchiv zeigt eindeutig, dass es sich um das schon etwas ältere Modell von Roco handelt. Ob die Maße des Fahrgestells stimmen, weiß ich nicht, aber das findet sich.
Der Vergleich des Modells (M) mit dem Original (O) zeigt ein paar Unterschiede.
1. Tafel für die Eigentümerbezeichnung - wie schon hier diskutiert, hat M diese Tafel, die aber auf dem Photo von O nicht mehr vorhanden ist. Eine Demontage am M bietet sich nicht an, weil dann sichtbar wird, dass M kein ausgeprägtes Lager für den Kessel besitzt, der aber am O vorhanden ist (und wohl sein muss).
2. Ablassstutzen - während beim M das Rad zur Öffnung des Ablaufstutzens direkt auf dem Abflussrohr sitzt, ist dies beim O nach rechts versetzt neben dem Stutzen.
3. Anschriftentafel für Epoche IV - hier auch schon diskutiert: Die Nr. des Austauschverfahrens am O ist in der Tat 21, die übrige Anschrift ist optisch richtig wiedergegeben. Allerdings ist die RIV-Streckenlasttabelle fehlerhaft, da O stets in der Dezimale 3, M aber 5 stehen hat.
4. Anschrift auf dem Lager des Kessels bei O: Hier befinden sich vermutlich Hinweise auf die Behandlung des Fahrzeuges und vermutlich auch Revisionshinweise. Das ist aber nicht genau erkennbar. Vielleicht wissen da Epoche IV-Leute mehr.
5. Auf dem Wagenrahmen ist das eine oder andere auf dem Photo von O wegen Schlagschatten nicht erkennbar.
5.1 Ob der Wagen über Anschlagpunkte für Bergegeschirre dort verfügt, wo sie bei M sitzen ist nicht klar erkennbar. Kann aber sein, dass sie Opfer des Schlagschattens wurden, denn was wäre ein Wagen ohne sie?
5.2 Die Angabe der Bremsenbauart stimmt (KE-GP), sie steht allerdings beim O (wie wohl vorgeschrieben) in Rot rechts neben der Ladevolumenangabe des Kessels angeschrieben (direkt unter dem Rad für die Entleerung des Kessels). Unter der Fahrzeugkennung befindet sich eben nicht die Angabe der Bremsenbauart, sondern schlicht die Bezeichnung der Bahnverwaltung DB. Erstaunlicherweise ist die Bedruckung auf der Rückseite von M vollkommen anders angeordnet. War das bei den Originalwagen auch so?
5.3 Die Rahmenlänge ist beim O mit 4,50m angegegeben, nicht wie beim M mit 5,00m
5.4 Das Revisionsdatum ist im Rahmenbereich des O direkt unter dem Aufstieg aufgetragen; beim M zu weit links.
Und schließlich: Ja, das Ladegut ist laut Anschrift "flüssige Schokolade".
Fazit bisher für mich:
Mit ein paar Kompromissen werde ich leben müssen (und wollen - Epoche III!):
1. Die Öffnungen für die alten Roco-Kupplungsführungen müssen halt verspachtelt, geschliffen und lackiert werden. Ist halt eine blöde Arbeit, weil sich bei dem Modell die Puffer nicht abnehmen lassen. Aber - so gehen sie nicht, wie sonst bei Roco üblich, verloren.
2. Die Anschriften müssen angepasst werden - Die Tatsache, dass Roco am Modell die Epoche-III-Tafel für die Eigentümerbezeichung hat stehen lassen, macht es leichter für die Nachbildung in Epoche III. Nur die Rahmenanschriften machen mir Sorgen, weil die sehr klein werden. Naja, Herr Hartmann von Ha0 wird sich freuen, denn auf seine Arbeit ist selbst im bereich unter 1mm Verlass.
3. Die eine oder andere Pinselarbeit wird an den Bremshebeln nötig werden. Aber das geht schon.
4. Schließlich werde ich mal versuchen, über Kante und in der Rundung des Kessels die Nasschiebebilder der Bremsstreifen aufzutragen. Wird schon fummelig werden. Immerhin: Sie liegen der Packung bei und sind auch richtig herum. Vermutlich allerdings sind die schon ordentlich abgelagert und etwas störrig.
Mehr dann
Heiko


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RE: Wagennummerierung DB Ep. III

#25 von Sgns 691 , 11.04.2015 21:29

Hallo Heiko,

etwas verspätet hier einige Anmerkungen zu deinem M-O-Vergleich.
zu 1.) das M hat keine Tafel für die Eigentümeranschrift. Was du meinst, ist das (für diesen Wagen korrekte) senkrechte Seitenteil des Kesselsattels. Kann man aber als Anschriftenfläche missbrauchen.
zu 4.) fast richtig, da stehen bei neuen Wagen die Gewährleistungsangaben.
zu 5.1) die "Anschlagpunkte für Bergegeschirre" heißen im richtigen Leben "Seilanker" und werden beim Verschub der Wagen mittels Spillanlagen benötigt. In Ep. 3 waren anstelle der Seilanker oft Seilösen vorhanden.
zu 5.3) das ist das Problem. Das M hat korrekterweise einen Achsstand (nicht Rahmenlänge) von 57,4 mm entsprechend 5,00 m beim Vorbild. Hier hilft nur der vorgeschlagene Umbau auf das Flm Untergestell. Das hat ein Vorbild mit 4,50 m Achsstand.
weitere Frage) ich vermute, der Brandt-Wagen hat Doppelschaken als Federaufhängung? Das M hat ja Einfachschaken.
zu 4.) es gibt von verschiedenen Anbietern Weichmacher für Decals.

Viele Grüße
Peter


 
Sgns 691
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