RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#1 von Moba Seba , 19.05.2015 21:34

Hallo Stummis,

nachdem ich hier etwa ein halbes Jahr still mitgelesen und viele Anregungen bekommen habe, möchte ich euch auch an meinen bescheidenen Bastelversuchen teilhaben lassen. Da ich als Student nur ein kleines Budget und so gut wie keinen Platz für eine richtige Anlage habe, komme ich momentan nicht über die Teppichbahn hinaus und werde mich so lange mit kleinen Bastelprojekten begnügen müssen.
Hier möchte ich euch an meinem Versuch einen günstigen Kamerawagen zu bauen teilhaben lassen.

Die Anforderungen
Nachdem ich hier einige Kamerafahrten über die eigene Modellbahn gesehen habe, wuchs in mir der Wunsch auch einen solchen Kamerawagen zu besitzen, um dann später auch über die eigenen Anlage zu fahren und diese aus der Sicht des Lokführers zu bewundern. Als ich dann aber die Preise für gebrauchte Kamerawagen sah, entschied ich mich schnell daraus ein Selbstbauprojekt zu machen. Natürlich musste ich um Geld zu sparen und im für mich möglichen Rahmen der Machbarkeit zu bleiben einige Abstriche von den auf dem Markt erhältlichen Modellen machen und bin so zu folgender Anforderungsliste gekommen:

  • Videoaufzeichnung auf einer SD-Karte
  • Leichtes übertragen der Videos auf den PC
  • Stromversorgung über das Gleis
  • Modularer Aufbau der Komponenten


Auf eine Live-Übertragung per Funk habe ich bewusst verzichtet. Zum einen hätte diese Übertragungsart meine Finanzen gesprengt und zum anderen möchte ich beim Modellbahnfahren nicht auf einen Bildschirm gucken. Zum modularen Aufbau sei erwähnt, dass ich mir die Möglichkeit offen halten möchte die Kamera später tauschen zu können, falls ich irgendwann mehr Ansprüche bezüglich Auflösung oder ähnliches habe.

Die Kamera
Auf die verwendete Kamera machte mich ein Freund aufmerksam, der sich gerade eine Überwachungskamera für sein Büro selbst zusammen bastelt. Es handelt sich um die FlyCamOne V2 von eco, die ich im Angebot bei Conrad für 17 Euro erstehen konnte. Sie hat eine Auflösung von 720*480pix und speichert die Videos auf einer SD-Karte (max. 8 GB) und sieht nach dem Auspacken so aus (Die 1-Cent-Münze war nicht im Lieferumfang enthalten ):

Um die erzeugten Daten auf einen PC zu übertragen, kann entweder die SD-Karte entnommen werden, oder ein Mini USB-Kabel angeschlossen werden. Auch für die Energieversorgung stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Entweder kann ein Lithiumakku mit einer Spannung von 3,7 V - 4,2 V angeschlossen werden, oder die Versorgung erfolgt über einen sogenannten RC-Receiver mit einer Spannung von 4,5 V - 6,0 V. Da ich der Lebensdauer von Akkus eher kritisch gegenüberstehe und ich ein nerviges Aufladen vor der eigentlichen Benutzung vermeiden wollte, habe ich mich für eine Energieversorgung über das Gleis entschieden und nutze somit den RC-Receiver.

Die Schaltung
Die elektronische Schaltung zur Energieversorgung besteht aus einem Gleichrichter und einem 5V-Linearregler, dessen Ausgangsspannung dann direkt in den Spannungseingang der Kamera geführt wird. Da Bilder ja bekanntlich mehr sagen als 1000 Worte, hier der Schaltplan:

VSS und VDD sind die Kontakte am Gleis, also die Schleifer am Mittelpunktkontakt und an der Achse. Der Stecker X1 führt zum RC-Receiver der Kamera. Kleine Anmerkung: Ich wäre über einen kleinen Tipp, wie ich die Bezeichnungen von den Dioden D2 und D4 im Programm Eagle drehen kann sehr dankbar. ops:

Das folgende Bild zeigt die Schaltung beim ersten Zusammenbau auf einem Steckbrett mit angeschlossener FlyCam.

Nachdem ich erst ganz optimistisch keinen Kühlkörper am Linearregler verbaut hatte und mir dann gleich bei der ersten Inbetriebnahme meine Pfoten an dem Gerät verbrannt habe, wurden ein paar Temperaturmessungen durchgeführt. Mein Ergebnis:
  • Tmax ohne Kühlkörper: 130°C
  • Tmax mit Kühlkörper: 93°C
  • Tmax zulässig aus Datenblatt: 150°C

Zu diesem Thema habe ich auch gleich noch eine Frage an euch: Kann mir jemand aus Erfahrungen sagen, in wie fern die Kühlung durch den Einsatz von Wärmeleitpaste verbessert wird? Natürlich ist mir klar, dass eine Verbesserung vor allem von dem Aufeinanderliegen des Kühlers und des Kühlfähnchens am Linearregler abhängt, aber vielleicht kann ein Praktiker da ja eine grobe Abschätzung geben, wie weit die Temperatur mit Wärmeleitpaste noch abgesenkt werden könnte.

Der Wagen
Als Wagen war ein klassischer Güterwagen mit Schlusslaterne (Märklin 4411) angedacht, da ich mir einen Umbau eines noch vorhandenen "normalen" Güterwagen auf Stromschleifer nicht zugetraut habe. Kaum hatte ich einen solchen Wagen in der Bucht erstanden stieß ich hier im Forum auf folgendes Thema (Ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich das Thema hier verlinke, mir gefiel die Anleitung aber so gut, dass ich sie unbedingt erwähnen wollte): http://ntqbxpu.stummiforum.de/viewtopic.php?f=27&t=98267
Im nachhinein ärgert es mich wirklich ziemlich, dass ich erst nach dem Kauf auf dieses Thema gestoßen bin, da ich inzwischen den Entschluss gefasst habe, auf Grund der oben erwähnten thermischen Problematik den geschlossenen Aufbau des 4411ers gegen den Aufbau eines offenen Güterwagens zu tauschen, um so einen Wärmestau im Inneren des Wagens zu vermeiden. Tja hinterher ist man immer schlauer...

Das nächste Bild zeigt den gekauften 4411er in seine Einzelteile zerlegt. Das ganze war wie ein Überraschungsei, denn auf den Preis achtend habe ich mich mal an einen Artikel für Bastler gewagt und siehe da: Ein Soundmodul kam zum Vorschein:


Inzwischen sieht das ganze schon etwas besser aus:

Rechts ist der vom 4411er übernommene untere Wagenteil mit den Schleifern, mittig der Wagenaufbau und ganz links die FlyCam zu erkennen. Für die Höhe der Kamera habe ich an meiner BR 120 die Höhe von Schienenoberkante zum Führerhausfenster gemessen und versucht die Kamera auf dem selben Niveau im Güterwagen einzuabauen. Dafür wurde eine kleine Holzplatte als Podest zugesägt, die später in den Wagen geklebt und die Kamera auf dieser verschraubt werden soll. Außerdem wurde die Außenwand des Aufbaus an der Front des Wagens etwas gekürzt, damit im späteren Video kein brauner Balken am unteren Bildrand zu sehen ist.
Hinter der Kamera sollen dann die Steuerplatine der FlyCam und die oben vorgestellte Energieversorgung Platz finden.

Wie geht's weiter?
Als nächstes werde ich die Energieversorgung auf Lochrasterplatine aufbauen und schauen, wie ich das ganze im Wagenaufbau unterbringen und fixieren kann. Außerdem muss ich mir noch eine Verpolungssichere Steckverbindung zwischen Energieversorungsplatine und Steuerplatine der Kamera ausdenken.



Zum Schluss noch eine kleine Bitte: Ich bin blutiger Anfänger und freue mich deshalb über jede Art von Anregung, Kritik oder Lob, also haltet euch nicht zurück.

LG, Sebastian


Gruß, Sebastian


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#2 von X2000 , 19.05.2015 22:16

Hi,

kann man so machen. Aber ich meine, dass eine Kamera in einen Steuerwagen oder eine Lok gehört.


Gruß

Martin


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#3 von spielbahn ( gelöscht ) , 19.05.2015 23:17

Zitat von X2000
Hi,

kann man so machen. Aber ich meine, dass eine Kamera in einen Steuerwagen oder eine Lok gehört.


Wenn man den Wagen nur zum Filmen einsetzt, ist es doch völlig egal, wie der aussieht - man filmt ja nicht jeden Tag.

@Sebastian: Wenn Du die Verlustleistung verringern willst, nimm keinen Linearregler sondern einen Schaltregler. Und wenn Du unbedingt beim Linearregler bleiben willst, baue einen entsprechend belastbaren Widerstand in Reihe ein, dann teilt sich die Verlustwärme wenigstens auf.


spielbahn

RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#4 von Holgi ( gelöscht ) , 20.05.2015 09:07

Hallo Sebastian,

Klasse Bericht, bin gespannt auf das Ergebnis!

Bei der Stromversorgung von irgendwelchen Modulen oder Bausätzen habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Benötigt halt noch einen Gleichrichter.

Holger


Holgi

RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#5 von Stefan Walter , 20.05.2015 16:02

Hallo Sebastian,

welche Belastbarkeit hat der Festspannungsregler? Auf dem Foto sieht es nach einem TO220-Gehäuse aus, welche gewöhnlich bei Reglern mit 1 A Belastbarkeit zum Einsatz kommen. Wenn das Bauteil so heiß wird, muss da schon eine "ordentliche" Stromaufnahme, nahe der Obergrenze erfolgen.

Kannst du die Stromaufnahme an der Kamera mal messen, bzw. gibt das Datenblatt dazu Information preis? Wärmeleitpaste hilft auf jeden Fall, die Verlustwärme besser vom Gehäuse an den Kühlkörper abzuführen, schaden tut sie in keinem Fall was. Nicht umsonst müssen luftgekühlte PC-Prozessoren mit Wärmeleitpaste bestrichen werden, bevor man den Kühlkörper aufsetzt. Ich persönlich halte diese Wärmeentwicklung für etwas zu hoch, bei mir wird kein Bauteil so heiß. Alternativ könntest du dich auch nach einem leistungsfähigeren Kühlkörper umsehen: der verwendete U-förmige ist nicht optimal. Es gibt auch welche in gleicher Größe, mit zusätzlichen Kühlrippen, die eine höhere Wärmeableitung (müsste im Datenblatt in °K/W angegeben sein) schaffen. Und Vorsicht: Abwärme heizt dir auch das Fahrzeuginnere auf.

Nachtrag: Ich sehe gerade, bei deiner Test-Schaltung verwendest du offenbar Dioden 1N4148, die nur einen maximalen Strom von 0,1 A verkraften. D.h. bevor der Spannungsregler so heiß wird, müssten diese bereits längst wegen Überlastung durchgebrannt sein.

mfG
Stefan Walter


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#6 von Schwanck , 20.05.2015 17:19

Zitat von Stefan Walter
Hallo Sebastian,

welche Belastbarkeit hat der Festspannungsregler? Auf dem Foto sieht es nach einem TO220-Gehäuse aus, welche gewöhnlich bei Reglern mit 1 A Belastbarkeit zum Einsatz kommen. Wenn das Bauteil so heiß wird, muss da schon eine "ordentliche" Stromaufnahme, nahe der Obergrenze erfolgen.

Kannst du die Stromaufnahme an der Kamera mal messen, bzw. gibt das Datenblatt dazu Information preis? Wärmeleitpaste hilft auf jeden Fall, die Verlustwärme besser vom Gehäuse an den Kühlkörper abzuführen, schaden tut sie in keinem Fall was. Nicht umsonst müssen luftgekühlte PC-Prozessoren mit Wärmeleitpaste bestrichen werden, bevor man den Kühlkörper aufsetzt. Ich persönlich halte diese Wärmeentwicklung für etwas zu hoch, bei mir wird kein Bauteil so heiß. Alternativ könntest du dich auch nach einem leistungsfähigeren Kühlkörper umsehen: der verwendete U-förmige ist nicht optimal. Es gibt auch welche in gleicher Größe, mit zusätzlichen Kühlrippen, die eine höhere Wärmeableitung (müsste im Datenblatt in °K/W angegeben sein) schaffen. Und Vorsicht: Abwärme heizt dir auch das Fahrzeuginnere auf.

Nachtrag: Ich sehe gerade, bei deiner Test-Schaltung verwendest du offenbar Dioden 1N4148, die nur einen maximalen Strom von 0,1 A verkraften. D.h. bevor der Spannungsregler so heiß wird, müssten diese bereits längst wegen Überlastung durchgebrannt sein.

mfG
Stefan Walter



Moin Stefan,
leider hast du bei deinen Betrachtungen etwas wichtiges übersehen, nämlich die Verlustleistung, die im 7805 anfällt, wenn von 20 V Versorgung auf 5 V Ausgangsspannung heruntergeregelt wird. Das sind bei 1 A immerhin min. 15 W und die bekommt man ohne Kühlung nicht weg! Die Camera zieht bestimmt keine 1000 mA Strom, vielleicht nur 300 mA - das gibt aber immer noch 5 W! Widerstände, die das verkraften sind schon ziemliche Wummer.


Tschüss

K.F.


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#7 von Enno62 , 20.05.2015 21:35

Hallo Sebastian,

vielleicht schaust du zum Thema Spannungsregeler noch mal hier:

http://www.elektronik-kompendium.de/publ...er/ureg3pin.htm

Da gibt es wertvolle Hinweise, warum man welche Zusatzkondensatoren und Dioden zur Beschaltung des Spannungsreglers verwenden sollte um die Schaltung sicherer zu machen. Vielleicht wird dein Regler ja so heiß, weil er stark schwingt (hin und her regelt).


Mit freundlichen Grüßen
Enno
Teppichbahner aus der Löwenstadt Braunschweig


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#8 von gwolfspe ( gelöscht ) , 21.05.2015 20:38


gwolfspe

RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#9 von spielbahn ( gelöscht ) , 21.05.2015 23:01

Zitat von gwolfspe
http://www.pollin.de/shop/dt/NDc5OTgxOTk-/Bausaetze_Module/Bausaetze/Bausatz_Step_down_Wandler.html
Das ist zielführend.


Für praktisch einen Euro mehr, liefert der Chinamann fünf solche Teile....


spielbahn

RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#10 von Moba Seba , 28.07.2015 20:19

Hallo Stummis,

erstmal herzlichen Dank für eure Anregungen und Ratschläge. Nachdem ihr mir vom Step-Down-Wandler erzählt habt, ist es mir wie Schuppen von den Augen gefallen. Eigentlich bitter, dass ich nicht selbst an die Leistungselektronik gedacht habe... aber so ist es ja immer: Vier Augen sehen mehr als zwei. Also herzlichen Dank für den Wink mit dem Zaunpfahl und die Links an Spielbahn, Holgi und gwolfspe.

@ Stefan Walter: Mit den Dioden hast du Recht. Auf meinem Datenblatt steht zwar I_F = 200 mA, aber auch das könnte zu wenig sein. Ich habe die ganze Anordnung gegen einen Gleichrichter getauscht, der 1,5 A verträgt und denke, dass ich damit auf der sicheren Seite bin. Danke für deinen hilfreichen Hinweis.

@ Schwanck: Auch dir danke ich recht herzlich für deine Erläuterung. Ich habe mir diese zu Herzen genommen und das Projekt 'Spannungsregler' eingestampft.

@ Enno67: Herzlichen Dank für den interessanten Link. Als Anfänger hat man da noch überhaupt keine Erfahrungen und solche Seiten helfen immer weiter. Trotzdem habe ich mich gegen den weiteren Einsatz des Linearreglers entschieden, weil egal wie optimiert, die meiste Abwärme bleiben wird. Aber vielleicht kann ich das Gelernte später mal gebrauchen.


So, nun aber weg von der Post und zurück zum Geschehen:
Leider habe ich momentan recht viel um die Ohren, sodass die Basteleien immer liegen bleiben müssen, aber ich den letzten Wochen habe ich dann endlich Zeit gefunden und den Kamerawagen fertig zusammen gebaut.

Als erstes habe ich den Spannungswandler an ein Labornetzteil angeschlossen und die Ausgangsspannung über das Poti eingestellt. Danach folgte der erneute Probeaufbau. Auf dem Bild ist zu sehen: Abgriff am Gleis -> Gleichrichter mit Glättungskondensator -> Step-Down-Wandler -> FlyCam


Hier dann noch mal die veränderten Baugruppen: Zuerst der Gleichrichter, der jetzt 1,5 A liefern kann...



... und der Step-Down-Wandler



Nachdem alles wunderbar funktionierte und ich auch noch mal die Erwärmung, die im Betrieb im übrigen etwa 2 K beträgt , überprüft habe, ging es an den Einbau der ganzen Bauteile in den Wagen. Hier mal ein grober Überblick:



Also habe ich als erstes den Gleichrichter und den Kondensator auf eine zurechtgesägten Lochrasterplatine gelötet. Dabei musste mein Bruder unbedingt versuchen, die Lötdämpfe zu fotografieren. Es ist ihm nicht gelungen, aber damit auch ein Bild von ihm im Internet landet...



Danach wurde die Kamera auf einem Stückchen Holz verschraubt und dieses mit doppelseitigem Klebeband in das Wageninnere geklebt. Das Klebeband kam auch bei der Befestigung der Steuerplatine zum Einsatz. Bei dem Gleichrichter habe ich mich für eine Freiluftverdrahtung entschieden... später werdet ihr sehen, dass die Platine durch die vielen Kabel, die noch zu verstauen waren, keinerlei Möglichkeit hat mit anderen elektrischen Teilen in Berührung zu kommen. Das nächste Bild zeigt den Zwischenstand des Einbaus. Es fehlt nur noch der Step-Down-Wandler, der schon bereit liegt.



Auf die angekündigte verpolungssichere Steckverbindung zwischen Step-Down-Wandler und der Steuerplatine der FlyCam habe ich verzichtet und stattdessen einfach die gleichen Kabelfarben verwendet. Da hier sowieso niemand anderes als meine Wenigkeit anfassen darf, wird das wohl reichen.

Komplett zusammen gebaut und verdrahtet sieht das gute Stück dann so aus:



Und noch mal von vorne:



Bleibt abschließend nur noch die Frage: Was kostet der Spaß?
Dazu hier mal eine kleine Auflistung:

  • FlyCam One V2: 17,00 €
  • Güterwagen mit Schleifer: 9,80 €
  • Step-Down-Wandler: 3,25 €
  • SD-Karte: 4,95 €
  • Verbrauchsmaterial: ~ 3,00 €
  • Gesamt: 38,00 €


Ich gehe mal davon aus, dass die 3 € für das Verbrauchsmaterial, in dem auch der Kondensator und der Gleichrichter berücksichtigt sind, wahrscheinlich etwas zu hoch angesetzt sind. Leider habe ich zu den Bauteilen keinen expliziten Preis, da sie aus Sortimenten stammen.


Das einzige, was jetzt noch fehlt ist eine ausgiebige Testfahrt. Als Teppichbahner kommt man zu solchen schönen Momenten leider recht selten, aber ich bin ganz zuversichtlich, dass es den nächsten Sonntag klappt.

Ich hoffe euch hat mein kleiner Baubericht gefallen und vielleicht auch den ein oder anderen inspiriert, sich selbst einen günstigen Kamerawagen zu bauchen.

LG, Sebastian


Gruß, Sebastian


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#11 von aircooledrolf , 30.07.2015 20:44

hallo Sebastian

coole Sache die du da baust , warte gespannt auf den ersten film !!!!!


glück auf , Rolf


ROLFSBURG 1 : viewtopic.php?f=64&t=72184#p755445
ROLFSBURG 2 : viewtopic.php?f=64&t=144031

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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#12 von JaM , 01.08.2015 09:14

Hallo Sebastian,

für eine Versorgung über die Gleise ist ein 2 achsiger Wagen nicht optimal: Es wird viele kleine Unterbrechungen der Versorgung geben. Daher empfehle ich Dir den Kondensator deutlich zu erhöhen. Es ist andernfalls zu befürchten, dass sich die Kamera oft "verschlucken" wird.

Beste grüße,
JaM


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#13 von Stadtbahner , 01.08.2015 12:18

Es ist eine gute Idee gewesen, den alten Heizer 7805 gegen eine effizientere Schaltung zu tauschen. Danke für dein tolles Bauprojekt, vielleicht kann ich mir ja den ein oder anderen Trick anschauen, wenn ich mal eine Cockpitaufnahme aus meinen RC-Cars machen möchte.


Viele Grüße, Marc

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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#14 von Moba Seba , 07.08.2015 21:19

Hallo Stummis,

@ aircooledrolf: Leider warte ich auch noch gespannt auf den ersten richtigen Film. Habe zwar letzten Sonntag alles aufgebaut und auch ein paar 'Szenen' gefilmt, aber es stellte sich heraus, dass ich an den Test doch etwas zu optimistisch herangegangen bin. Die Probleme bringen mich gleich zum nächsten Post:

@ JaM: Du hattest Recht, die Spannungsversorgung bricht auf Grund von Kontaktschwierigkeiten zwischen Wagen und Schiene immer wieder zusammen. Das wird wohl an der nur einen genutzten Achse für den Kontakt zu den Schienen liegen. Ich werde also deinen Rat befolgen und eine größere Kapazität zur Spannungsstabilisierung einsetzen. Dazu habe ich gleich auch noch eine Frage, vorher aber noch zu

@ FabulousFrey: Es freut mich, wenn ich dir mit meinen bescheidenen Bastelversuchen ein bisschen Inspiration liefern kann.

Jetzt aber zu meiner Frage: Ich kenne es von der Leistungselektronik, dass man den Spannungszwischenkreis mit einer Vorladeschaltung aufläd. Sprich den Kondensator nicht direkt an den Gleichrichter hängt, sondern zur Strombegrenzung einen Widerstand zwischenschaltet. Dieser wird dann zur Vermeidung von Verlusten nach dem Aufladen des Kondensators per Schütz überbrückt. Jetzt meine Frage:
Sollte man bei der Vergrößerung der Kapazität in diesem Fall ebenfalls eine Vorladeschaltung (eventuell auch einfach ohne das spätere Überbrücken des Widerstands) einbauen, damit ich meine Modellbahn und den Kondensator nicht mit zu hohen Strömen belaste? Und wenn ich dann auf das Überbrücken des Widerstands verzichte, hätte ich ja wieder Verluste, die das ganze Fahrzeug ordentlich aufheizen, was ich ja gerade mit dem Step-Down-Wandler verhindert habe?

Ich hoffe es kann mir jemand von euch sagen, ob ich da Probleme sehe, die gar nicht existieren oder mir gleich noch einen praktischen Tipp geben kann... wie schon öfters erwähnt, ich besitze gerade bei diesen kleinen Spannungen überhaupt keine Erfahrungen und bin blutiger Anfänger.

LG, Sebastian


Gruß, Sebastian


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#15 von spielbahn ( gelöscht ) , 08.08.2015 10:40

Hallo Sebastian,

bei der Modellbahn bist du ja weit von "Leistungselektronik" entfernt, da genügt es, einen größeren Kondensator direkt an den Gleichrichter zu hängen. Als Richtwert kannst du 1000µF pro Ampére rechnen. (Mehr schadet auch nicht....) Einen Ladewiderstand benötigst du nicht. Einzige Ausnahme: Wenn du digital fährst und z.B. durch Zugbeleuchtung relativ viele Kondensatoren am Gleis hängen hast, kann die Elektronik der Zentrale beim Einschalten eine Überlast erkennen und wieder abschalten. Dann must du eben doch kleine Ladewiderstände zur Strombegrenzung einbauen. (Bei den Beleuchtungen.)

@Roberto: Wie eine Diode bei Kontaktschwierigkeiten helfen soll, erschließt sich mir nicht. Ebensowenig, wie sie den Ladestrom begrenzen soll.


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#16 von Holgi ( gelöscht ) , 08.08.2015 16:09

Hallo zusammen,

ich spiele mit dem Gedanken, ebenfalls einen solchen Wagen zu bauen. Die verwendete Kamera gibt es wohl nicht mehr. Kann jemand eine Alternative (in der genannten Preisklasse) empfehlen?

Danke!

Holger


Holgi

RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#17 von spielbahn ( gelöscht ) , 08.08.2015 17:07

Hallo!

Ich würde - wie Roberto es auch empfiehlt - den Akku des Kamerabausteins nutzen und in den Wagen eine Ladeschaltung einbauen, wenn überhaupt nötig. Sooo lange Kamerafahrten wird es wohl nicht geben, dass eine Akkuladung nicht reicht....
Meine Lösung (in Spur Z) sah so aus.

@Holger: gib bei Ebay mal "spycam" oder "minicam" als Suchbegriff ein.


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RE: Kamerawagen - Selbstbau für etwa 40 Euro

#18 von Moba Seba , 11.08.2015 21:04

Hallo Leute,

herzlichen Dank für eure schnellen Antworten. Ich gebe euch recht, dass man mit einem Akku die aktuellen Probleme nicht hätte, aber wie im ersten Beitrag geschrieben, möchte ich auf einen Akku verzichten. Dafür gibt es für mich persönlich mehrere Gründe:
Zum einen möchte ich nicht noch ein Gerät haben, welches ich, wenn ich es dann mal nutzen möchte (was bei dem Wagen wohl eher seltener vorkommen wird... zumindestens so lange ich Teppichbahner bin) erst aufladen muss. Zum anderen habe ich bis jetzt nur schlechte Erfahrungen mit der Lebensdauer von Akkus gemacht. Egal ob Laptop oder Handy, das erste, was kaputt geht ist - zumindestens bei mir - immer der Akku.

Ich werde also bei Gelegenheit den Kondensator gegen ein größeres Modell austauschen und bei der Gelegenheit gleich mal die Stromaufnahme der Kamera messen und hier noch einmal nachliefern... wurde ja irgendwo weiter oben gefragt. An dieser Stelle herzlichen Dank an Spielbahn für die Faustformel für die Kapazität... solche Abschätzungen sind immer Gold wert und wird gleich auf dem 'Formelzettel' vermerkt. en:
Im Übrigen hast du meinen riesen Respekt für den sehr schicken Kamerawagen in Spur Z.... sieht echt klasse aus und wahr wahrscheinlich ne ziemliche Fummelei...

@ Holgi: Die Kamera für 17 Euro zu bekommen, war ein riesiger Glückstreffer... normalerweise kostet die so um die 30 Euro und scheint tatsächlich ziemlich rar zu sein. Als ich mir die gekauft habe, hatte ich sie noch bei Amazon gefunden, um Preise zu vergleichen... inzwischen ist sie auch da nicht mehr lieferbar. Das einzige Angebot, welches ich auf die Schnelle gefunden habe ist eins bei Ebay...
http://www.ebay.de/itm/FlyCamOne-V2-FlyC...a-/290598361450
Aber da ist man zusammen mit dem Versand schon fast bei 40 Euro

Ansonsten gibt es natürlich diverse kleine Flugobjekte mit Kameras (bei Reichelt auch für unter 20 Euro) die man ausschlachten könnte. Vielleicht findest du auch was im Autozubehör... mein Vater hat sich an seinem Wagen eine Rückfahrkamera nachgerüstet, die im Plastikrahmen des Kennzeichens integriert ist. Nur so eine Idee, aber vielleicht kommt man da günstig an eine Kamera ran


Gruß, Sebastian


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