Guten Morgen.
Aller Anfang ist ... hölzern. Es begannen gestern die Sägespäne produzierenden Arbeiten an meiner 10. Anlage. Die Anlagen 5-9 waren alle in Spur N, jetzt bin ich zu Spur H0 (Zweileiter) zurückgekehrt. Trotz aller Anstrengungen ruckelten in Spur N zu viele Loks holprig über die Gleise, und an eine Digitalisierung der über 100 teils recht alten Loks war keinesfalls zu denken. Daher der Spurwechsel - eine Entscheidung, die ich mir nicht leicht gemacht habe. Die alte Anlage "Ähnlich Wuppertal" abzubrechen, hat weh getan; wobei ich zwei Segmente als Diorama aufbewahren werde; auch von den meisten Fahrzeugen mag ich mich nicht trennen. Aber mit knapp 47 Jahren ist immer noch Zeit für etwas Neues
Die neue Anlage führt (wie schon die letzten zuvor) an drei Wänden entlang bei einer Tiefe von 30 bis 50cm und einer Gesamtlänge von unter 10m. Thema ist ein fiktiver Kleinstadtbahnhof an einer eingleisigen, unelektrifizierten Nebenbahn in Westdeutschland in den 80er Jahren. In die eine Richtung führt die Strecke zu einer größeren Stadt (Fiddle Yard), in die andere Richtung führte die Strecke mal tiefer ins Bergische hinein, aber - typisch für die 80er - die Stilllegungswelle hat schon Spuren hinterlassen: Nur noch ein paar Schienenbusse im Schülerverkehr fahren eine Haltestelle weit in diese Richtung (Mini-Schattenbahnhof), außerdem wird ein Industrieanschluss bedient. Alle anderen Züge enden in "meinem" Bahnhof. Neben regelmäßigen Nahverkehrszügen gibt es ein paarmal am Tag einen Eilzug, der sich gemütlich auf den Weg in eine entfernte Großstadt macht. Die Bedienung des örtlichen Güterschuppens vervollständigt den Verkehrsbedarf.
Naturgemäß gibt es noch nicht viel zu sehen. Ich baue den Bahnhofsbereich klassisch "flach", also mit Spanplatten auf Lattengerüst. Die freie Strecke wird durch Hügellandschaft führen und in offener Rahmenbauweise erstellt.
Zu sehen ist hier der provisorisch aufgebaute Bahnhof mit seinen drei Durchgangsgleisen (kurzer Hausbahnsteig plus ein einfacher Mittelbahnsteig) und dem stumpfen Verladegleis. An den Mittelbahnsteig werden Züge mit vier 30-cm-Wagen passen, typische Züge werden aber maximal mit dreien unterwegs sein (entsprechend der Maße des geplanten Fiddle Yard). Im Vordergrund geht's um die Kurve (R5) Richtung Großstadt. Die beiden Gleise rechts laufen in einer Bogenweiche zusammen, das linke Gleis ist ein Freiladegleis. Im Hintergrund geht's in einer scharfen Kurve ins Nirgendwo, bzw. für die Schüler morgens in die Schule und mittags zurück. Ich habe mir einen Kunstgriff erlaubt und die letztgenannte Ausfahrt mit engen Radien R2/3 verlegt, denn dort fahren nur der 798, eine 260 mit Zweiachsern oder eine umsetzende Lok, aber keine langen Wagen (und lang heißt bei mir: 30,3 cm).
Einen kompletten Gleisplan poste ich in Kürze.
Kurz zum Gleismaterial: Wie ihr seht, handelt es sich um Roco Line mit Bettung. Alles über einen Zeitraum von drei Wochen gebraucht bei ebay erworben. War eigentlich kein großes Problem. Bloß bei den großen Radien musste ich auf ein Schnäppchen warten (für R5/6 werden Apothekenpreise verlangt), und die Weichenantriebe fehlen mir noch. Das Gleissystem ist ein Kompromiss: Die Schienenprofile sind schön niedrig, die Bettung sieht mit matter Farbe und Extra-Schotter für meine Ansprüche ganz okay aus (total echt halt nicht, das ist der Nachteil), Weichenantriebe sind extrem leicht zu montieren, die Herzstücke sind polarisiert, alles fährt sauber und stotterfrei drüber (für einen N-Bahner ein Erlebnis, das einem die Tränen in die Augen treiben kann!). Einschottern konnte ich noch nie besonders
Okay, ein bisschen muss ich, oder ich hole mir fertige Bettung, denn die ganz weiten Kurven, Ausgleich- und Abstellgleise und die freien Strecke baue ich natürlich mit Flexgleisen (von GT, die den Roco Line-Gleisen sehr ähneln, bloß ca. 0,2mm höher sind).
Zu meinem Digitalsystem schrieb ich schon an anderer Stelle. Ich verwende einen SRCPd auf einem Raspberry Pi und ein Märklin Delta 6604 plus Trafo als Booster. Steuern kann ich mit Rocrail vom PC aus oder mit meiner eigenen App, mit der man auch schon ganz prima fahren kann (siehe genannter Link).
Verfügbare motorisierte Fahrzeuge sind derzeit von Roco eine 290, eine 260, zwei 211 und eine Piko 218. Alles altrot bis auf eine der beiden 211. Anfang der 80er sah das halt so aus. Bis auf die 260 stecken Tams-Decoder in allen Loks. Sehnlichst erwartet wird das Postpaket mit einem Trix 798 mit Sound
Soweit erstmal für den Anfang. Ich poste dann ab und zu hier zum Baufortschritt und beantworte natürlich gerne Fragen, falls es welche gibt. Ich habe wenig Zeit und baue sehr langsam. Aber ein paar Ideen, die ich umsetzen will, sind sicher recht sehenswert
Wobei mir immer schon der originalgetreue Betrieb (ungefähr) nach Fahrplan eine große Rolle gespielt hat, und der würde ja jetzt schon funktionieren - bloß müssen die Fahrgäste einen SEHR großen Sprung wagen, um ein- oder auszusteigen.
Schönes Wochenende allerseits!
Uwe



Wen wundert's.





ops: Außerdem fährt die Hälfte der Loks nicht mehr, was an irgendeinem Problem in meinem selbstgebauten Digitalsystem liegt.




was Du baust. Mit dem Roco Gleis bist schon gut dabei. Nur nachschottern würd ich es auf alle Fälle. Zwischen und neben den Gleisen. Noch ein feineres Holz und Farbe, dann ist Dein Prellbock schon gut. Mit dem 3 D Drucker kannst Dir ja alles selber machen. Tolle Möglichkeit.
) ist man vermutlich besser bedient. Ob das auch für eine Brücke gilt, die naturgemäß ebenfalls aus viel "Luft" besteht, wird sich demnächst zeigen...