ich hätte mal eine Frage... gibt es eigentlich irgendwelche Aussagen über die Laufleistungen von Modellbahnloks? Ich meine, bevor dann die ersten Reparaturen fällig werden.
Hintergrund meiner Frage ist, daß ich eigentlich meine Loks immer "schone". Ich denke mir immer, nicht so oft fahren lassen, und so weiter...
Dabei ist das eigentlich Unsinn, denn ich will ja auch etwas von ihnen haben.
Kann man sagen, eine typische Fleischmann-Lok hält X Stunden durch, und dann müssen Ersatzteile ran? Und wenn ja, welche, und was kosten die so circa? (Kohlen usw.)
Ich denke, wenn man keinen Dauerbetrieb wie im MiWuLa macht (die tauschen meines Wissens die Loks jährlich komplett aus), kann man getrost von Jahrzehnten ausgehen. "Schonen" bringt zudem sowieso nur für die Motorkohlen was (und die sind Pfennigteile); Kunststoffteile, die wegen fehlendem Weichmacher bröseln (Haftreifen, Zahnräder oder sogar ganze Gehäuse… gibt es so oder so.
Siehe der Test, auf den der Vorposter verweist – also 1000 km wären bei meiner Anlage über 150.000 Runden. Das dürften selbst alle Loks zusammen kaum je erreichen…
Gruß Kai
Güterwagen in H0 aus allen Epochen zum Angucken. Ep.3-Anlage in N zum Fahren.
Wartungsarbeiten können in der Praxis nach 40 bis 50 Betriebsstunden auftreten. Hiermit ist dann das Ölen von Achslagern gemeint. Ansonsten sind je nach Hersteller und Antriebskonzept 200 bis 500 Betriebsstunden realistisch, bevor größere Reparaturen notwendig sind. In der Praxis erreichen diese Grenze die meisten verkauften Modellbahhnloks nicht. Dies war früher extremer, da pro Anlage im Schnitt weniger Modelle vorhanden waren und diese daher mehr zum Einsatz gekommen sind. Heute erlebt man daher wohl häufiger Standschäden als eine Überbeanspruchung des Materials in der Praxis.
Besonders stark beansprucht werden natürlich Modelle, die wie jetzt in der Weihnachtszeit immer wieder zu sehen in Schaufenstern von morgens bis abends ihre Runden drehen. Da sind 80 Betriebsstunden pro Woche keine Seltenheit.
Auffällig für mich ist, dass die uralten 20...30 Jahre alten analogen Loks von Roco lange ohne Wartung u. Reparatur auskommen. Damals gab es bei Roco große robuste Motoren mit diesen riesigen Kohlen, die nicht alle werden u. gekapselte Getriebe mit Fettfüllung. Bei Fleischmann, Märklin, Trix, usw. hörte man, im wahrsten Sinne des Wortes schon wesentlich öfters, dass die Modelle nach einer Wartung schrien. Die neuen Konstruktionen von heute sind eigentlich alle gleich "schlecht" u. mit der Digitalisierung kamen noch die vielen anfälligen Lötstellen der Kabelverbindungen u. Leiterplatten dazu. Früher wurde mehr geschraubt, die Modelle waren robuster. Heute ist alles filigraner, geht eher verloren oder bricht ab. Es wird mehr nur zusammen geklickst u. man muß mehr löten. Und lange halten??? Die alte Märklinlok ging nie kaputt, brauchte aber öfters Öl oder Fett u. die Kinder konnten damit auf kleinen Radien u. Achterbahn-Anlagen spielen. Die neue Gützold- oder Brawa-Lok sollte man mit weißen Handschuhen anfassen u. keine Kinder in deren Nähe lassen. Man fährt große Radien u. flache Rampen. Es kommt also darauf, aus welcher Generation die Modelle stammen u. was man damit machen will. Die Laufleistungen habe ich nie beachtet u. Reparaturen nie dokumentiert. Ich habe nur seit Jahrzehnten alles selber repariert u. gewartet (auch Fremdmodelle) u. hatte einen großen Modelldurchlauf, wobei sich der eigene Bestand nun mit der Zeit u. den bevorzugten Themen u. Epochen geändert hat.
Die Mobaillustrierte führte mal vor ein paar Jahren, einen Dauervergleichstest durch.
Bei den Vergleichsloks handelte es sich um die Baureihen 215/216/218, von fünf verschiedenen Herstellern. Ich kann mich noch erinnern, das die Fleischmann den Vergleichstest mit fast 3000km, relativ knapp vor dem Märklinmodell, für sich entschied. Ich weis auch noch das die Flm den hauseigenen Rund, und die Märklin den klassischen DCM-Motor an Bord hatten. Piko viel schon nach ein paar Hundert Kilometer, als erstes aus.
Werde die Zeitschrift mal suchen, um genaueres sagen zu können.
Paar Werte daraus sind weiter oben verlinkt – da sind eben auch die 1000 km her, nach denen bis auf die spottbillige von Piko (da war der Motor selbst das Problem) alle noch liefen.
Gruß Kai
Güterwagen in H0 aus allen Epochen zum Angucken. Ep.3-Anlage in N zum Fahren.
#8 von
Laenderbahner
(
gelöscht
)
, 24.11.2015 14:24
Hallo, bin mir ähnlich: auf Grund meiner unfangreicheren Modellsammlung übersteigt die Anzahl der "Standschäden" (Verharzung, "platte" Haftreifen, usw.) die Zahl der wg. Verschleiß ins AW gewanderten Lokomotiven bei weitem. "Bester Dauerläufer" bei mir ist allerdings ein Kleinserienmodell (97 102), das ich mal zwei Wochen lang in Kriechfahrt gegen den Prellbock ankämpfen lies. Selber schuld - wenn mal den Strom nicht ausschaltet - der Lok ist nichts passiert, nur das K-Gleis hatte Einlaufmarken. mfg Thomas
#10 von
Laenderbahner
(
gelöscht
)
, 24.11.2015 14:38
Hallo Kai, ja, genau - nur im Reichbahnlook. Natürlich haben die Räder durchgedreht, zum Glück hat die Lok weder Haftreifen, noch war an der Stelle die Zahnstange montiert. Mit Zahnstange und ihrer hohen Untersetzung zieht die Lok mehr als 500g über die Rollenwaage (mehr Gewicht passte nicht in den Becher) mfg Thomas
Zitatwenn man keinen Dauerbetrieb wie im MiWuLa macht
das MiWuLa weicht der Frage nach den Laufleistunge auch geschickt aus. Die Antwort die ich bekommen habe tönt aber auch plausibel: "Es gäbe von jedem Hersteller Loks die steigen relativ schnell aus und solche die halten sehr lange durch, sogar beim selben Modell"
Gemäss dem Händler meines Vertrauens (er hat eine grosse Schauanlage mit ellenlagen Zügen) müssen die HAG Loks wohl einsame Spitze sein (bei den Preisen darf das dann wohl auch erwartet werden )
Anhand meiner Sammlung (absteigende Stückzahlen) Märklin, Roco, HAG/Piko, Liliput kann ich zur Frage keine Aussage machen.
Eins jedoch dürfte klar sein: je detailtreuer und feiner die Modelle, je anfälliger werde sie. Sowohl auf die Laufleistung bezogen wie auch auf die Robusrtheit (Berührung/Wartung/Zusammenstoss)
Ich schrieb im obigen Beitrag "vor ein paar Jahren", dabei ist der Vergleichstest, auch schon bald wieder ein Jahrzehnt alt. Aber egal, denn selbst die Laufleistung der Piko, wird der normale Mobahner wohl nie vordern.
Schon spannend, dass bei allen Loks der gleiche Defekt wieder aufgetreten ist – bei Märklin der Anker (davon abgesehen, dass sie Kohlebürsten frisst), bei Brawa das Achslager, bei Roco das Getriebe und bei Piko der Motor. Interessant auch die Unterschiede bei der Lebensdauer der Kohlebürsten in der Fleischmann-Lok. Das vermeintliche Standard-Verschleißteil Haftreifen kommt dagegen nur ein einziges Mal vor.
Naja, und "fein Detailliert macht empfindlich" ist damit wohl auch widerlegt
Gruß Kai
Güterwagen in H0 aus allen Epochen zum Angucken. Ep.3-Anlage in N zum Fahren.
dann danke ich euch allen schon mal für die tollen Antworten jetzt stehe ich einem "intensiveren" Betrieb meiner Loks nicht mehr ganz so ängstlich gegenüber (und selbst wenn iiiirgendwann mal was kaputtgehen sollte - dann wird's halt reapriert)
ich habe mal ein Gespräch mit den Leuten von der Modellbundesbahn geführt. Da kam die Aussage, dass z. B. Roco 44er etwa 80 Km (also echte Kilometer) Laufleistung mit dem ersten Motor erreichen. Die können das ja anhand der Software nachvollziehen. Die fahren bei ihrem Betrieb ganze Radsätze auf, und müssen die dann tauschen...
Ich warte noch auf den berühmten 1-Euro-Motor, den man tatsächlich für einen Euro erneuert bekommt.
Als ich vor Jahren den LUX-Staubsaugerwagen angeschafft habe, gab es ihn mit zwei Motorvarianten: einmal Faulhaber-Motor mit 2000 Betriebsstunden oder XY-Motor ("aus Fernost") mit 250 Betriebsstunden. Gerade mal nachgeschaut, ich kann nur noch die Faulhaber-Variante auf der Website erkennen.
Hier mal ein nettes "Experiment" zum Thema Betriebsstunden: Wie viele Stunden drehen sich die Motoren Eurer H0-Loks? Erkenntnis: die meisten Modelleisenbahner wissen nicht, wie viele Stunden ihre Triebfahrzeuge durchhalten müssen.
Nach dem Loxx-Dauertest prangerte übrigens ein dickes Fleischmann-Plakat über der Teststrecke. Fleischmann war auch Sponsor der Schauanlage. Ein Schelm, wer böses dabei denkt . Ich fand' den Test aber dennoch sehr aufschlussreich.
Grüße, Peter
Bei campact.de per E-Mail abstimmen: 49-Euro-Ticket retten! ... das haben Stand 25.08.2023 um 20:45 Uhr schon 115.000 Menschen getan.
Und Aktionen bei campact.de wirken, siehe Wikipedia, da wird darüber berichtet.
@Arne: vielen Dank für die Wiederholung der Vergleichstests mit exakten Angaben!
@Kai: die Haftreifenfrage wird wohl eher über die Belastung entschieden. In diesem Zusammenhang: Arne, welcher Belastung waren die Modelle ausgesetzt?
Aufgrund der Vielzahl verschiedener Modelle und Konstruktionen gibt es ein wahres Eldorado, würde man sich in die Austestung der Grenzen begeben Allein einen Beitrag kann ich leisten für den Fall besonders hoher Last (>120g Dauerlast): ein Modell in meinen Loktests hielt damit 80 Stunden aus, dann war das erste Beisatzrad zerstört. Dies betraf die BR120 als 37532 von Märklin. Alle anderen Modelle haben weniger Belastung bzw. deutlich geringere Belastungszeiten erlitten ohne bislang erkennbaren Schaden an Motor und/oder Getriebe. Dekoderschäden zähle ich nicht hierzu.
spannend finde ich, dass alle Loks mit der selben Geschwindigkeit von um die 135km/h unterwegs waren. (Laufleistung/Betriebsstunden*87) Es waren wohl alles voreingestellte Digitalvarianten.
Zitat von SAH @Kai: die Haftreifenfrage wird wohl eher über die Belastung entschieden. In diesem Zusammenhang: Arne, welcher Belastung waren die Modelle ausgesetzt?
Ausgerechnet die Ausgabe mit den Testbedingungen, finde ich nicht. Aber so weit ich mich entsinnen kann, war die Teststrecke als 8 angelegt und die Loks hatten jeweils 12 Güterwagen am Haken. Ob eine Steigung eingebaut war, weis ich leider nichtmehr.
moin, wir hatten das ja doch schon mal vor Jahren (???)
Eigentlich ist doch die Laufleistung (Zeit bzw Strecke) für jeden von uns, der eine betriebsfähige Anlage sein eigen nennt, recht individuell zu bewerten. Ich (!) habe das Glück, jeden Tag ca. eine Stunde spielen zu können/dürfen Sind ca 7 Stunden die Woche...ok, am WE mehr, sagen wir dann mal 10 Stunden. In der Woche 40. Im Jahr, sagen wir mal nach Abzug aller Bankrotts, 400. Nun ist es nicht so, daß ich nur mit der gleichen Lok spiele - es verteilt sich der Spieltrieb auf gerade mal 30 Modelle. Wann werde ich bloß die Leistungen, welche hier in den Raum gestellt werden, für die ein oder andere Lok erreicht haben? Und wie gesagt, ich spiele jeden Tag. Wenn man nun bedenkt, daß viele von euch einen größeren Fuhrpark ihr eigen nennen dürfen, dafür aber weniger Zeit zum Spielen haben..... So gesehen ist für mich die Antwort nach der Laufleistung von Loks nicht oder nur bedingt verwertbar - die Zeiträume sind einfach nicht überschaubar.
was meinst Du mit Bankrotts? Im Monat 40 Stunden, da komme ich auf 480 im Jahr, bei 30 Triebfahrzeugen im wechselnden gleich verteilten Einsatz also jährlich nur 16 Stunden für jede Lok. Stimmen die obigen Zahlen, mußt Du alle 5 Jahre an der gleichen Lok mit einer Reparatur rechnen. Das dürfte whl für die meiste von uns zutreffen und ist doch tragbar! Bei meinen 200 Loks und meist 0 Stuinden in der Woche liege ich wohl eher auf der Seite der Standschäden...
Momentan läuft meine Anlage komplett oberirdisch und eben. Dürfte daher tatsächlich antriebschonend sein, die neue Konzeption ist aber schon in Arbeit, mit Rampen zu den ausgedehnten Schattenbahnhöfen. Wenn 2 Drittel der Strecke unterirdisch sind, sehe ich die Lok nur etwa ein Drittel der Fahr-/betriebszeit - damit verschlechtert sich der Nutzen füe mich ja eigentlich. Ok, das war jetzt eher als Scherz gemeint, aber mir geht es darum, daß neben der absoluten Zahl in Stunden der Nutzen ja auch anders gesehen werden kann, bei einem Hobby ist das doch eher subjektiv, oder?
Die Erfahrung daß neuere Konstruktionen oft weniger standfest sind, habe leider auch ich gemacht. Neben der Kompliziertheit der Konstruktion mit entsprechend vielen Fehlerquellen und einer in den allerletzten Jahren stark zurückgegangenen Qualität der Fertigung und Endkontrolle scheint mir hier eine übertriebene Sparsamkeit bei der Werkstoffwahl ursächlich zu sein. Stichwort im Einkauf liegt der Gewinn.
Daher wieder mal die oft gestellte Frage: Tun die Firmen sich damit einen Gefallen? Auf lange Sicht eher nicht...
Interessant auch der oben angeführte Vergleich. Daß hier Piko schlecht abschneidet, ist natürlich schade. Hier handelt es sich um ein Einsteigermodell, das bei Anfängern oft als einzige Lok Kilometer schrubben muß. Da ist der Ausfall dann programmiert und damit der Frust beim Anfänger, oft ein Kind oder Jugendlicher, die gehen dann auf Dauer als Modellbahner verloren, wenn sie sich schon am Anfang ärgern müssen.
Mit freundlichem Gruß
Stefan
Elektrotraktion der Bundesbahn in Südwestdeutschland 2L analog und digital
Da sich Piko Expert und Hobby im Preis deutlich unterscheiden, wird es da außer in der Optik auch noch andere technische Unterschiede geben. Hobby ist eindeutig als Spielzeug einzuordnen. Schau Dir mal eine Expert und eine Hobby von innen an!
klein.uhu
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
was meinst Du mit Bankrotts? Im Monat 40 Stunden, da komme ich auf 480 im Jahr, bei 30 Triebfahrzeugen im wechselnden gleich verteilten Einsatz also jährlich nur 16 Stunden für jede Lok. Stimmen die obigen Zahlen, mußt Du alle 5 Jahre an der gleichen Lok mit einer Reparatur rechnen. Das dürfte whl für die meiste von uns zutreffen und ist doch tragbar! Bei meinen 200 Loks und meist 0 Stuinden in der Woche liege ich wohl eher auf der Seite der Standschäden...
moin Meteor/Stefan Mit "Bankrotts" meinte ich die Urlaubs-,Krankheits- und sonstwas - Zeit, in der man nicht unserem Hobby frönen kann.... Und wenn ich nach Hochrechnung alle 5 Jahre zur Lokreparatur müßte - klar wäre das tragbar. Nur - bei mir ist der Abstand noch größer bzw. es gibt Loks, bei denen sind in den letzten 15 Jahren gerade 1 - 2 Mal die Haftreifen gewechselt worden....
Zitat von Heiko76 Und gibt es bei Rock und Fleischmann unterschiede? Sind doch eine Firma.
Die Frage ist jetzt aber nicht ernst gemeint
Beide Hersteller haben doch eine völlig andere Historie. Die ganzen Konstruktionen(Loks,Wagen,Gleise usw)der beiden Firmen, liefen vollkommen unabhängig voneinander und hatten und haben, nichts miteinander gemein.
Roco hat halt nur vor kurzem, FLM vereinnahmt.Das wars aber auch schon, mit der Gemeinsamkeit.