RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#1 von Stefan Krauss , 03.01.2016 01:02

Hallo!

Für das "analoge" Ansteuern der neuen (Profi-) Form- und Flügelsignale war ein eigenes Stellpult angekündigt worden, das Profi-Signal-Schaltpult 72760. Im Forum wurde ja schon diskutiert, wie die Signale angesteuert werden. Das lässt sich nun beantworten.

Das Schaltpult ist inzwischen lieferbar und schon gekauft und zerlegt ...



Das Schaltpult wird mit den Beschriftungsaufklebern, zwei Anschlusskabeln für die Stromversorgung und vier Kabeln für den Anschluss an die Signale geliefert. Diese 2-poligen Kabel sind 1,80 m lang und haben an der einen Seite einen Platinenstecker (für das Steuerpult) und an der anderen einen sehr kleinen Stecker für das Signal. Laut Märklin kann man sie nicht verlängern. Die Stecker taugen dazu auch nicht, man wird kaum Gegenstücke finden. Ich sehe aber kein Problem, die Kabel aufzuschneiden und dann zu verlängern.

Das Schaltpult entspricht vom Aussehen her den neuen Schaltpulten im Startup-Sortiment. Auch die seitliche Stromzuführung passt dazu. Man kann das Profi-Signal-Schaltpult wie die Startup-Pulte aneinanderreihen, es werden die gleichen Leitungen benutzt. Allerdings darf man nicht mischen. Warum das so sein soll, ist nicht ganz klar. Ich sehe nicht, warum es nicht funktionieren sollte, hinter das letzte Startup-Pult 72751 oder 72752 noch ein paar Profi-Signal-Schaltpulte 72760 zu hängen. Die Versorgungsspannung für das erste Schaltpult kommt direkt von einem Schaltnetzteil 66361 (ein entsprechendes Anschlusskabel liegt bei) oder von einem Startup-Anschlussgleis (das für die IR-Fernsteuerung, dort gibt es einen Ausgang für den Anschluss von Schaltpulten).

Man hat den Eindruck, dass das Profi-Signal-Schaltpult im Wesentlichen für die ambitionierten Startup-Käufer gemacht ist, die schon die "schöneren" Signale nutzen wollen, die Signale aber nicht über das Digitalsystem schalten können.

Märklin schreibt in seiner Hauspostille: "Diese Signalgeneration ist in erster Linie für den digitalen Schaltbetrieb entwickelt." Das ist wörtlich zu nehmen. Die Signale können nämlich tatsächlich nur digital angesteuert werden. Auch die Anschlussleitungen vom Profi-Signal-Schaltpult werden an den Gleisanschluss des Signals angeschlossen und ersetzen somit lediglich den Gleisanschluss - erwartet wird aber wieder ein digitales Signal, das das Signal auch mit Strom versorgt.

Dazu erzeugt das Schaltpult ein "normales" MM-Digitalsignal. Solange man nichts macht, wird das Idle-Loksignal gesendet (also MM-Lok-Adresse "0"). Drückt man auf einen Knopf, so wird das entsprechende MM-Magnetartikel-Signal gesendet. Also an die entsprechende Adresse zunächst ein "Einschalten", dann wieder ein "Ausschalten". Die Zeit ist festgelegt, ebenso die Adressen. Es handelt sich um die Magnetartikel 1 - 4 am Dekoder 1.

So sieht dann das Schaltpult von Innen aus:



Das Schaltpult besitzt 8 Anschlüsse, also für 4 Signale + 4 Vorsignale. Allerdings ist es egal, an welchen Anschluss man ein Signal anschließt. Es wird überall dasselbe Signal ausgegeben - ist ja auch klar, ist digital. Zur Anlage hin könnte man sich daher sogar Verdrahtungsaufwand sparen und nur eine Leitung vom Schaltpult zu allen acht Signalen (Vor- und Hauptsignal) legen.

Auch wenn das Schaltpult einen manuellen, herkömmlichen Betrieb der neuen Licht- und Formsignale suggeriert, lassen sich die Signale nicht an eine bestehende, mit "einfachen" Schaltpulten arbeitende Steuerung integrieren. Das gilt z.B. für selbstgebaute Stelltische oder eine Automatisierung mittels Schaltgleisen und Ähnlichem. Es ist dann immer der "Umweg" über eine echte Digitalzentrale notwendig.

Grüße
Stefan


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RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#2 von MiGStein ( gelöscht ) , 23.03.2017 07:45

Hallo Stefan,

ich bin gerade über Deinen informativen Artikel zum Signal-Stellpult gestoßen - vielen Dank für die Mühe, die Du Dir gemacht hast!

Eine Detailfrage habe ich dazu noch (ich steige nach jahrzehntelanger Abstinenz gerade wieder in das MoBa-Hobby und die für mich neue Digitaltechnik in diesem Bereich ein). Ich habe mir für meine geplante kleine Bahnhos-Anlage ein Gleissperrsignal gekauft, zu dessen Lieferumfang u.a. auch ein Digitaldekoder gehört. Sehe ich das richtig, daß der Digitaldekoder nicht benötigt wird, wenn das Signal direkt an das Schaltpult 72760 angeschlossen wird? Oder benötige ich den mitgelieferten Digitaldekoder auf jeden Fall, um die Zugbeeinflussung realisieren zu können?

Grundsätzlich möchte ich die Signale schon über Schaltpulte des Typs 72760 und nicht über die Mobile Station schalten, da mir das Schalten über die MS zu umständlich ist - bei mir läuft es zwar nur auf eine kleine Anlage hinaus, aber schon mit einer handvoll Loks, Weichen und Signalen stelle ich mir das Hantieren mit der MS kaum noch praktikabel vor...

Gruß von der Spree

Michael


MiGStein

RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#3 von Stephan Tuerk , 23.03.2017 19:09

Hallo Michael,

einfach plug and play.

Was der Decoder jetzt macht ist einfach ne "black box" wo Kabel reingehen und wo anders rauskommen.

Leider habe ich meine Bilder nicht mehr - habe den Aufbau mal dokumentiert.

Versorgungsspannung recht ein Schaltnetzteil aus einer Startpackung. ( es reicht das 18VA)

Das Schaltpult gab es vor Kurzem mit fast 50% Rabatt bei Online-Händlern (~ 23€). Mal googlen ob es das noch günstig gibt.


mfG Stephan Türk
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wg CORONA: mittlerweile sind viele Einschränkungen aufgehoben und sind nur noch Empfehlungen

http://www.mist55.de


 
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RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#4 von Schwanck , 23.03.2017 20:04

Moin Michael,

leider hast du nicht gesagt, welches Gleissperrsignal du erworben hast; es gibt da mehrere bei den Lichtsignalen und auch eins bei den Formsignalen. Hier die Reihenfolge wie im Katalog ab S.244: L = Lichtsignal; F = Formsignal; St = Stellpult:
76471, xx472 - L - St. 72760
74371 - L St. - 72751
70421 - F St. - 72760.


Tschüss

K.F.


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RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#5 von MiGStein ( gelöscht ) , 23.03.2017 21:00

Moin zurück,

konkret geht es um die Ansteuerung folgender Signale durch das Schaltpult 72760:

76471 - Gleissperrsignal
70412 - Formsignal
70392 - dto.

Bei den o.a. Formsignalen scheint der Dekoder ja - anders als beim Gleissperrsignal - fest im Signalfuß eingebaut zu sein, weswegen meine Frage sich nur auf das Gleissperrsignal bezog, wo der Dekoder über eine lösbare Kabelverbindung mit dem Signal verbunden ist.

Abgesehen von der Frage, ob der Einsatz des Dekoders in jedem Fall zwingend ist, würde mich auch noch interessieren, ob ein via Schaltpult 72760 gesteuertes Signal parallel auch in der Mobile Station 2 sichtbar ist - und wenn ja, ob das Signal in diesem Fall sowohl von dort wie auch vom Schaltpult aus gesteuert werden kann.

Analoge Grüße

Michael


MiGStein

RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#6 von Schwanck , 23.03.2017 22:24

Moin Michael,

wie aus dem Eröffnungsbeitrag von Stefan hervorgeht, ersetzt das 72760 eine Digitalzentrale. Die MS 2 ist auch eine solche Zentrale und 2 Zentralen an einem Objekt geht nicht und verbietet sich sogar aus 2 Gründen: 1 dieser logische Grund und 2. der technische weil die beiden Ausgänge der Zentralen direkt zusammengeführt sich zerstören würden. Es gibt da nur die Möglichkeit eines Umschalters oder eines CAN-Bus-Projektes. Die Antwort ist kurz und knapp:
NEIN - Es geht nicht (so einfach).


Tschüss

K.F.


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RE: Märklin Profi-Signal-Schaltpult 72760 für neue Signale

#7 von Stefan Krauss , 25.03.2017 22:03

Hallo, Michael,

da du mich direkt angesprochen hast, auch von mir noch eine knappe Antwort. Die bisherigen Antworten beschreiben den Sachverhalt aber schon richtig.

Also: Der Dekoder bleibt dran. Statt Gleis wird das Signalstellpult angeschlossen. Es ersetzt die Zentrale, ein sowohl-als-auch-Anschluss/Betrieb geht nicht.

Grüße
Stefan


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