Zitat von DB-IV-Proto87
so geht das nicht! Das gleichzeitige Auftreten von Form- und Lichthauptsignalen in einem Stellwerksbezirk ist nur während der Umstellung von ersteren auf zweitere möglich, die dabei jeweils ungültigen sind auszukreuzen.
Stimmt so pauschal nicht. Im Reichsbahnland hat man bunte Mischungen von Signalbauformen, und auch im Bundesbahnland gibt es diverse Stellwerksbereiche, in denen Form- und Lichthauptsignale gemischt sind. In der Regel sind hier aber die Signale nach einem bestimmten Prinzip aufgestellt, z.B. alle Signale an den Durchfahrgleisen sind Lichtsignale, oder alle Signale an einem Bahnhofskopf, oder alle Ausfahrsignale (dagegen die Einfahrsignale Formsignale). Von daher würde ich die hier gezeigte Mischung tendentiell doch eher als unwahrscheinlich (aber vermutlich nicht unmöglich - da müsste man aber noch in den damaligen Vorschriften zum Aufstellen von Signalen nachsehen, ob etwas dagegen spricht) bezeichnen. Wenn man eine "übliche" Aufstellung möchte, müsste man in diesem Bahnhof alles auf Lichtsignale umbauen.
Zitat von Klaus3
Dann gäbe es die Möglichkeit das bisher in Gleis 3 stehende Lichtsignal als Gruppenausfahrsignal zu verwenden, dann wären jeweils in den Gleisen 1-3 hohe Lichtsperrsignale aufzustellen. Dann könnte man aber vermutlich nicht mehr in 3 die gesamte Länge nutzen, da eine Einfahrt über das Sperrsignal hinaus eigentlich nicht möglich ist. Ob das vielleicht doch projektierbar wäre, müßte ich erst mal schauen... rätsel... 
Warum soll das nicht gehen? Zu finden u.a. im Bahnhof Dachau: Hier gibt es in Gleis 1:
Zugdeckungssignal, Sperrsignal, abzweigende Weiche in Abstellgruppe, Ausfahrsignal. Alle drei Signale können als Ziel einer Zugstraße verwendet werden, Start einer Zugstraße müssten das Sperrsignal und das Ausfahrsignal sein können.
Feldmoching hat da auch was interessantes:
Hier hat man zwei Gleise mit einem "Möchtegern-Hauptsignal", die dann über eine Weiche zusammengeführt werden, hinter der das eigentliche Ausfahrsignal steht. Die Möchtegern-Hauptsignale können die Stellungen Hp0, Sh1 sowie Kennlicht, und zeigen bei einer Einfahrt Hp0. Wird das Ausfahrsignal als Ziel einer Einfahrt genommen, zeigt das Möchtegern-Hauptsignal Kennlicht. Wird bei einer Ausfahrt das Möchtegern-Hauptsignal als Start genutzt...puh, ehrlich gesagt grade keine Ahnung, ob es dann Kennlicht oder Sh1 zeigt.
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Der Vorschlag einer Lang/Kurz Kombination mit nur einer Weiche dazwischen ist auch skurril.
Warum? Ist doch eigentlich eine klassische Kurz-Lang-Konstruktion?
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Zudem wäre dann das Signal für die längere Einfahrt auch in den Fahrwegen für die Gleise 1 & 2 drin. Dieses dann quasi noch zusätzlich als Gruppenausfahrt für 1 & 2 und Lang-Zugstrasse für Gleis 3 zu nutzen, ist ziemlich kompliziert.
Das verstehe ich jetzt nicht ganz. Und warum eigentlich Gleis 3? Das liegt doch wo ganz wo anders?
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den Vorschlag meines Vorredners:
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womit aus 1 (dort Hp2) abgefahren werden kann. In 2 ist vor der Weiche noch ein Deckungssignal erforderlich - ein (hohes) Lichtsperrsignal Sh0/betrieblich abgeschaltet.
möchte ich widersprechen. Eine Zugdeckungsgruppe kann nicht Zugfahrten mittels Kennlicht über eine folgende Weiche zulassen. Zugdeckungssignale können daher nur vor Ausfahrsignalen stehen, wenn KEINE Weiche vor dem Signal kommt.
Sicher? Die Zugfahrt über die Weiche würde ja nicht durch das auf Kennlicht stehende Deckungssignal zugelassen, sondern über das hinter der Weiche stehende Ausfahrsignal. Das ist eigentlich der klassische Mittelweichenfall, und aus betrieblicher Sicht IMHO auch nichts anderes als wenn das Signal vor der Weiche Sh1 zeigen würde (wie bei Gruppenausfahrten üblich).
Wie gesagt, ich hätte da Feldmoching im Verdacht, dass das da so gemacht wird, kann es aber nicht definitiv sagen.
Zitat
Die Idee das Ausfahrsignal 3 lang auch noch als Gruppenausfahrt für 2 &1 zu verwenden geht zumindest bei SpDrS60er Stellwerken nicht! Denn da wäre die Bedienung der Zugstrassentaste für Gleis 2 und die Zugstrassentaste auf das Streckengleis mit der Kennlichtschaltung von Signal 3 lang verbunden. Dann würde der Triebfahrzeugführer am hohen Sperrsignal Sh1 sehen und dann ein Signal mit Kennlicht. Danach gäbe es dann bis hinter den Bahnhof gar kein Signal mehr... das geht nicht!
Du meinst jetzt aus Sicht der Schaltung? Das ist eine gute Frage. Grundsätzlich geht viel, es gibt ja auch in SpDrS60 noch gelegentlich stellwerksspezifische Sonderschaltungen, auch wenn das Ziel vom S60 war, das so weit wie möglich zu minimieren.
Ob sich Gruppenausfahrt und Kurz/Lang bei Verwendung von Grundschaltungen ausschließt - da bin ich gerade ehrlich gesagt überfragt.
Generell wird man so eine Situation aber in der Regel einheitlich gestalten. Nur verstehe ich ehrlich gesagt immer noch nicht, wo das Gleis 3 herkommt 
Zitat
Wichtiger Hinweis: Ich bin weder Fahrdienstleiter noch Signaltechniker. Es mag in der großen Wirklichkeit der Ausnahmen dann auch Möglichkeiten geben, die ich mit meinem Halbwissen nicht kennen kann. Von daher alles was ich schrieb unter dem Vorbehalt, daß ich auch nur interessierter Laie bin.
Gilt bei mir identisch 
Zitat von Bunte-Bahn
Fährt also ein Zug aus Gleis 1 aus, steht dessen Ausfahrgleis auf Hp2, und wird das Vorgezogene Signal an Gleis 2 auf Kennlicht geschaltet.
Hängt bei der hier beschriebenen Situation davon ab, wo der Zug steht. Steht dieser noch vor dem Signal vor der Weiche, zeigt dieses Signal Hp2, das Signal hinter der Weiche dagegen Kennlicht. Steht dieser schon hinter der Weiche, zeigt das Signal hinter der Weiche Hp2, das davor Hp0.
Zitat
Das Zweite Signal in Gleis 2 muss dann Hp0 zeigen ( muss dies auch ein Ausfahrsignal sein oder reicht ein Blocksignal Hp0/Hp1?).
Vollwertiges Ausfahrsignal (auch als Hauptsperrsignal bezeichnet), da Sh1 (und natürlich Kennlicht) benötigt wird.
Zitat
Soll ein Zug in Gleis 2 einfahren bis vor das vorgezogene Signal, wird das vor der Weiche in Gleis 2 stehende Signal auf Kennlicht gesetzt, das Vorgezogene Signal kann beliebig stehen. Ausfahrsignal an Gleis 1 ist Hp0, Schutzweiche und Sperrsignal der Dreiwegweiche wie oben.
Wenn das vorgezogene Signal das hinter der Weiche ist: Korrekt.
Zitat
Ein Problem bleibt dann: die Signale besitzen keine Kennlichtfunktion. Das Abschalten sollte aber denk ich über die nicht verwendeten Relais der Zugbeeinflussung der Signale (märklin 764xx) zu machen sein. Damit kann ich den betreffenden Signalen dann den Saft abdrehen!?
Das Kennlicht bliebe dann meiner Fantasie überlassen...
Aus Sicht der Vorbildgerechtigkeit ein Albtraum, vor einem dunklen Signal ist anzuhalten.
Wenn das Kennlicht ein Problem ist, wäre es wohl sinnvoller nur ein Ausfahrsignal aufzustellen, und dafür vor den Weichen mit (hohen) Sperrsignalen zu arbeiten (oben genanntes Beispiel Dachau, auch wenn dort die abzweigende Weiche nur die Abstellanlage anbindet).
Zitat von Klaus3
Ein Blocksignal kann es ohnehin nicht sein, weil dieses kein HP2 zeigen könnte
Um mal ein bisschen Erbsen zu zählen: Natürlich gibt es Blocksignale, die Hp2 zeigen können 
(Du meinst aber vermutlich das, was im Modellbahnkatalog Blocksignal heißt?
)