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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#201 von Mornsgrans , 06.06.2020 15:46

Hallo Gregor,
angesichts deiner Schilderung frage ich mich allen Ernstes, wo Du die Zeit hergenommen hast, um zeitgleich zwei Anlagen zu bauen bzw. die eine zu programmieren und die andere zu bauen.

Die Probleme mit Bröselgleis oder Zinkpest sind an mir vorbei gegangen. Dazu war meine Anlage zu alt, nur mit M-Gleis ausgestattet und die später zugekauften Fahrzeuge hatten schon Kunststoffgehäuse, die glücklicherweise nicht aus dem Bröselplastig bestanden. Allesamt waren sie noch in gutem Zustand, als ich alles im Jahr 2013 verkaufte.

Grüße aus Idar-Oberstein

Erich


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#202 von greg , 06.06.2020 16:49

Hallo Erich

das frage ich mich auch ... nein im Ernst: Die Anlage meines Vaters ist zwar größer als Cavembourg, aber vom Streckenverlauf und den verwendeten Komponenten sehr einfach. Es sind im Prinzip zwei parallele Kreisstrecken, die über zwei Wendel durch die Ebenen geführt werden. Auf den Ebenen befinden sich weitere SBH-Abstellmöglichkeiten, die später noch angeschlossen werden sollten. Nur der untere, große SBH ist in Betrieb. Es genügten neben den Rückmelder, schaltbare K84-Abschnitte um einen Zug zum Stehen zu bringen. Signale hatten wir keine verbaut, auch die Drehscheibe ist nicht angeschlossen. Es reichte, wenn die Züge nacheinander den SBH verließen, in gemächlichem Tempo ihre Runde drehten, wieder im SBH ankamen und nicht aufeinander auffuhren.
Theoretisch ist es möglich, zusätzlich noch zwei Züge frei fahren zu lassen. Diese Anlage war nach zwei Wochen im Groben aufgebaut. Die Kleinigkeiten verschlangen dann noch ein paar Wochenenden.

Der Aufwand hielt sich in Grenzen und nach dem der Fahrbetrieb hergestellt war und alles soweit automatisch lief, genügte es schon.

Schönen Gruß

gregor


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#203 von Frank K , 06.06.2020 19:20

Servus, Gregor,

danke Dir, dass Du uns an der Geschichte der Anlage Deines Vaters teilhaben lässt, auch wenn es am Ende eine traurige Geschichte ist. Die fortschreitende Demenz Deines Vaters und dann seinen Tod mitzuerleben war sicher eine schwierige Zeit für Dich. Und dennoch hast Du ihm zuvor schöne Stunden bereitet. Das allein sollte die Mühen gerechtfertigt haben.

Und wenn die Kinder Spaß an der Anlage hatten und nach Corona dann auch hoffentlich wieder haben werden, ist das Grund genug, sie noch ein bisserl stehen zu lassen.

Ciao, Frank




Grainitz II - Der Bautrööt:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=1...834173#p1834173

Filmisches auch auf Youtube! https://www.youtube.com/channel/UCHnXoBQ...3I_YqgZQ/videos


 
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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#204 von GSB , 06.06.2020 22:47

Zitat

Eine einfache und mit Hilfe der Lokkarten auch komfortable Sache, vor allem für meine (damals noch kleinen) Kinder. Ich hatte für den kleinen Schattenbahnhof, automatisiert über ein Steuerungsmodul von MBW, einen Kartenhalter gebastelt, womit angezeigt wurde, welche Loks auf welchem Gleis darin parkten. Man nahm eine Karte aus dem Halter, steckte sie in seine MS2, drückte den passenden Knopf auf dem SBH-Modul und los gings....


Hallo Gregor,

jetzt oute ich mich mal wieder als jemand, der von Digital wenig und von der Märklin-Digitaltechnik noch weniger Ahnung hat... ops: Das mit den Karten hört sich aber genial an! Vermute aber mal, daß es sowas heutzutage gar nicht mehr gibt...?

Mir ist grad auch aufgefallen, daß ich viele Geschichten aus CAVEMBOURG kenne - aber nicht wirklich die Anlage an sich... Vielleicht könntest du da nochmal nen aktuellen Überblick geben?

Und die alte Anlage kenne ich gar nicht... ops:

Gruß Matthias


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#205 von gaulois , 07.06.2020 08:55

Hallo Gregor,

Zitat
Dabei durchschritt ich so manches Jammertal (Märklins Bröselgleis, Zinkpest an US-Wagons, die unzuverlässigen Signale der Reihe 763xx 1.0, defekte Weichenantriebe - mein Vater und ich hatten alles!).



da habt Ihr ja allerhand mitgemacht. Respekt, dass Ihr trotzdem dabei geblieben seid. Was die Weichenantriebe angeht, die habe ich vor Jahren mal von meinem Sohn umbauen lassen (Varistoren, damit die Endabschaltung nicht verbrennt). Vielleicht hilft Dir das für künftige Projekte.

Ich melde mich aber aus einem anderen Grund und zwar aufgrund des letzten Satzes in diesem Abschnitt:

Zitat
Es muss 2016 gewesen sein, als mein Vater mitbekommen hatte (er war seit Jahren Insider mit entsprechender Versorgung von Werbematerial), daß es eine neue Central Station gab und so fragte er jedes mal, wenn ich an einem Wochenende zu Besuch kam und in der Haustüre stand, ob wir "nach Göppingen" fahren könnten, um eine CS 3 zu kaufen. Was ich jedesmal verneinte und auf die Fertigstellung der Anlage verwies, was ja unter anderem der Grund meines Besuches war. Doch mit seinem Wunsch nach Göppingen zu fahren, lag er auch meiner Stiefmutter in den Ohren, bis sich die beiden schließlich in den Zug setzten und den Weg auf sich nahmen. Sie hätten auch einen örtlichen Fachhändler aufsuchen können, aber mein Vater wollte nun mal zu Märklin nach Göppingen - eine Zugfahrt von 1,5 Stunden.
Eine CS 3 kauften sie dann trotzdem nicht. Ich hatte meiner Mutter davon abgeraten - das Ding hatte noch zu viele Kinderkrankheiten und alles was eine CS 3 konnte, machte die alte CS 2 auch, wenn nicht sogar besser. Ausserdem waren die geistigen Fähigkeiten meines Vaters zu diesem Zeitpunkt schon so weit eingeschränkt, dass man ihn mit dieser Zentrale nicht hätte allein lassen können. Es hätte eine umfangreiche Einarbeitung nicht nur von mir selbst, sondern auch von meiner Stiefmutter erfordert. Die beiden kamen mit einer neuen Lok und einem Satz Wagen aus Göppingen zurück. Aber immerhin, sie waren endlich bei Märklin gewesen und damit hatte die liebe Seele Ruhe.



Manchmal ist es einfach so, dass man noch etwas bestimmtes tun oder erleben muss, damit die Seele in der Tat Ruhe hat. Ich habe da eine Geschichte erlebt von meinem alten Physiklehrer, der kaum ein Jahr nach seiner Pension verstorben ist. Reflextod. Er hatte immer das Ziel, am Pui den Dome das Luftdruck-Experiment von Blaise Pascal nachzustellen. Das hat er dann in dem Jahr nach seiner Pensionierung in Angriff genommen, ist mit seiner Frau die Strecke abgewandert, hat gemessen, zum Parkplatz zurück gegangen, alle Messergebnisse dabei und brach dann tot zusammen.

Hat mich sehr bewegt, durfte den Schüler-Dank auf der Beerdigung sprechen und den Sarg mit tragen. Warum schreibe ich das? Die Sache löste bei mir sofort den Gedanken an ein Kim-Zeichen aus, das die meisten als Spiel-Ende kennen, ein Punkt in einem Kreis. Es heißt aber auch "ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen".

Vielleicht irre ich mich, aber vielleicht war es bei Deinem Vater auch so, dass er bestimmte Dinge einfach noch tun musste. Auf den Kauf kam es letztlich gar nicht an, aber da gewesen zu sein :

Als Wissender, was es mit der Demenz auf sich hat, habe ich allergrößten Respekt davor, was Du in den letzten Jahren des alten Herrn noch auf die Beine gestellt hast, damit er glücklich gehen konnte. Und das ist unbezahlbar. Das sollte jeder so haben können.


In der Krise: Zu Hause bleiben und weiter den Nachwuchs fördern!
Gruß aus dem Rheinland
Gerd 50 014

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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#206 von greg , 07.06.2020 10:10

Hallo miteinander

Danke für eure Kommentare, auf die ich gerne eingehe:

@Frank: Ja, die Anlage bleibt noch stehen. Ich habe aber vor, sie etwas zu verkleinern und wenn die Kids das wollen, werde ich die Ebenen abbauen. So hätten sie eine große Platte und könnten die Gleise selbst verlegen. So ist sie etwas langweilig, finde ich.

@Matthias: Doch, diese Lokkarten gibt es bei Märklin - auch in der neuen CS 3. Vorallem aber in Verbindung mit den kleinen MS 2s halte ich diese Karten für eine wirklich gelungene Idee. Das Bedienmenu in den MS 2 ist etwas verschachtelt und um eine bestimmte Lokomotive "nach vorne" zu holen, um sie zu steuern, muss man zuweilen lange durch die Lokliste scrollen. Da geht es schneller und einfacher, die entsprechende Lokkarte rauszusuchen, steckt sie in die MS2 und schon hat man die Lok parat.
Wie gesagt: Das geht auch mit der neuen CS3. Diese Karten sind einfache Chipkarten, die man in Elektroversandhäusern für einen Euro bekommt (man muss nicht die teuren Original-Märklin-Karten benutzen). Für Leute, die sich mit den Betriebsnummern der Loks nicht auskennen, oder auch für Kids, die noch nicht lesen können, sind sie optimal, da man diese Karten mit einem passenden Bild bekleben kann.
Die alte Anlage findest du hier.
Und einen Überblick über Cavembourg möchte ich noch hier einfügen. Aber das Foto passt auch hier rein:



@Gerd: Mein Vater hat das Material über mehrere Jahre gesammelt und zum Teil eben auch in der Kingsbridge-Ära. Was sicher Grund der vielen Probleme war. Dieses Forum hier hat mir aber bei fast allen Problemen weiterhelfen können, oder hat mich auf die richtige Spur gesetzt.
Im Nachhinein bereue ich es etwas, nicht selbst mit meinem Vater nach Göppingen gefahren zu sein. Er starb nicht sofort danach, sondern erst ein gutes Jahr später. Aber es war tatsächlich sein letzter Wunsch, den er so noch artikulieren konnte.

Nun wünsche ich euch einen schönen Restsonntag
bleibt alle gesund

gregor


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#207 von Miraculus , 07.06.2020 10:24

Hallo Gregor,

auch von mir nochmals ein Dankeschön, dass Du uns an deiner ganz persönlichen MoBa-Geschichte teilhaben lässt. Es wurde bereits alles gesagt, weshalb mir nur bleibt, dir einen schönen Sonntag zu wünschen.

Und ach ja, Danke auch für das aktuelle Cavembourg-Bild. Eine wirklich kleine, aber sehr feine Anlage.


Grüße


Peter

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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#208 von Vorarlberg-Express , 07.06.2020 13:58

Hallo Gregor,
Jetzt habe ich auf dem Umweg über Cavembourg auch hierhergefunden.

Und ich möchte sagen, dass es mich bewegt, die Geschichte mit deinem Papa. Danke dafür, dass du das hier zeigst und erzählst.

Ich finde das unheimlich schön, dass du ihm eine altersgerechte Anlage gebaut hast und es ihm noch eine Zeit lang möglich gemacht hast, dass er Freude daran hat! Und dass du ihm so ein bisschen was zurück geben konntest, was er dir und deinen Brüdern vermittelt hat.

Irgendwann dreht es sich ja, dass man als Kinder den Eltern wieder was zurückgeben kann, das gilt auch fürs Hobby!
Mein Papa (84) ist immer noch sehr bahninteressiert, freut sich über Lektüre (Zeitschriften), aber die aktive MoBa-Zeit ist bei ihm schon lange vorbei.

Den Trafo würde ich auch unbedingt sichern, und vielleicht gibt es ja noch andere Erinnerungsstücke für dich. Wenn die Anlage stehen bleiben kann und immer noch besucht wird, ist das sicher auch gut für deine Stiefmutter.

Ich hatte dich neben der perfekt durchdachten Modellbahn-Fantasy immer als einen Technik- und Elektronik-Crack (anhand der Qualität deiner Bilder und Filme) eingeschätzt, jetzt verstehe ich auch, woher das kommt.

Viele Grüße und einen schönen Sonntag Nachmittag

Gerhard


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#209 von greg , 11.06.2020 15:10

Hallo liebe Leser

der folgende Beitrag ist etwas polemisch und mag dem ein oder anderen vielleicht sauer aufstoßen. Es mag Modellbahner geben, die meine Probleme mit der CS3 nicht so empfinden, sie gerne nutzen und die am stundenlangen Programmieren einfacher automatischer Abläufe Spaß haben. Und das ist auch völlig OK. Bitte verzeiht mir, ich gehöre nicht dazu ....


Vom Trafo zur PC-Steuerung Teil 3: Quantensprünge

Meine Anlage "Cavembourg" hat eine Grundfläche von ca. 12 qm inklusive der 3 SBHs auf zwei Ebenen mit insgesamt 15 Gleisen. Sie ist also nicht sehr groß. Trotzdem hatte ich bald das Gefühl, daß man einen Hang zum Masochismus oder zumindest Zen-artige Selbstbeherrschung besitzen sollte, wenn man mit der CS3 z.B. eine automatische SBH-Steuerung von 15 Gleisen programmieren möchte.

Da traf eine ambitionierte, aber noch unausgereifte Steuerzentrale auf einen Modellbahner, der sich nicht schon wieder in ein neues System hineinarbeiten wollte. Ich merkte, dass Märklin die Programmierung per Zugfahrt auf die Spitze getrieben und dafür sogar einen eigenen Fachjargon und eine eigene Symbolsprache erfunden hatte und daß die Darstellungsmöglichkeiten der CS3 leider mehr als beschränkt sind. Und es gibt kein Handbuch, das alle Informationen und Erläuterungen zusammenfasst. Das Buch "Digital fahren mit der CS 3" für 19 € hat leider enorme Lücken und beschreibt nur die ersten Schritte (z.B. fehlt die erweiterte Ereignissteuerung komplett). Man muss sich also alle Informationen mühsam aus dem Netz zusammensuchen oder selbst herausfinden.

Ich konnte diese Produktpolitik von Märklin und schließlich die CS3 selbst nicht mehr mittragen. Auch wenn es bei der Einführung der CS2 ähnlich zugegangen sein mag und auch diese Zentrale erst nach Jahren ausgereift war. Eines werden die CS3-Entwickler nicht so schnell beheben können: Ab einer gewissen Größe und eines gewissen Umfangs einer Anlage, auch auf einem externen VNC-Viewer eines Computers, wird der auf Touchscreen-basierte Aufbau mit Symbolen und sich überlagernden Fenstern zu unübersichtlich. Hier fehlt, neben vielen anderen Dingen, dringend ein Bearbeitungsmodus für den Computer, mit scrollfähiger Listen-Ansicht und nebeneinander platzierbaren Fenstern. Die Unterteilung des Vorgängermodells CS2 mit den Reitern empfinde ich im Nachhinein als deutlich komfortabler.
Die "Usability" der neuen Zentrale erschließt sich mir bis heute nicht. Und dabei lasse ich die vielen unsauberen Softwarefehler mal beiseite.

Ich war zu diesem Zeitpunkt von der CS3 sehr frustriert und habe das auch raus gelassen, in höflicher und abgeschwächter Form auch direkt an Märklin. Für deren Beschwichtigungen und die Hinweise auf ein Update und baldige Hilfe in Form eines eigenen Youtube-Formats, war ich aber schon nicht mehr empfänglich. Die Youtube-Videos der CS3-"Profis" halfen mir dann auch nicht, da diese Profis mit ihren Mini-Gleisplänen auf dem Bildschirm der CS3 keine Darstellungsprobleme bekamen und mit neuen Fachbegriffen, wie Macros, Randoms, ifs usw., für Verwirrung sorgten.
Ich bin sehr gespannt, wie man die große Modellbahnanlage im Märklineum mit nur einer CS3 zum Laufen bekommt (lt. Aussage eines Märklinmitarbeiters!), bemitleide die Programmierer der automatischen Abläufe schon heute und lasse mich gerne eines Besseren belehren.



Foto: Mit diesem Mini-Gleisplan erklären die CS3-Profis von Märklin die erweiterte Ereignissteuerung. Eine Lokomotive, eine Weiche, drei Rückmelder. Damit bekommt man natürlich keine Darstellungsprobleme....Funfact: Dass mit dem Update auf 2.0.0(1) die Rückmelder nicht mehr in das Gleisbild integriert waren, wird im Video geflissentlich ignoriert. Quelle: Youtube-Kanal von Märklin



Foto: Auch im Video der CS3 - Profis zeigt sich die Unzulänglichkeit des CS3 - Gleisbildes. Während in Wirklichkeit die beiden Abstellgleise parallel verlaufen (Siehe links), sind sie im Gleisbild der CS3 krumm gezeichnet (Siehe Bildschirm CS3). Um diese Gleise korrekt darzustellen, benötigt es viel Geduld, die selbst die Märklinleute nicht aufbringen.

Meine Leidensgrenze war erreicht. Ich machte mich auf die Suche nach einer Alternative und fand sie in Form einer PC-gestützten Steuerung. Und so wie damals der Wechsel von der MS2 zur CS2, war für mich der Wechsel von der CS3 zu iTrain ein weiterer Quantensprung.

iTrain war das erste Steuerungsprogramm, das ich testete, und auf Anhieb hat es mir gefallen. Nach ein paar Schwierigkeiten, von denen ich unten noch berichte, war nach wenigen Abenden meine komplette Anlage in das Programm eingepflegt. Auch die 15 wichtigen Lokomotiven, die in den SBHs stehen, waren bald eingemessen.
Ein echter Augenöffner und AHA-Effekt war: Bei meiner ersten Probefahrt mit einem der Züge aus dem SBH schloß sich plötzlich und für mich völlig unerwartet und zum richtigen Zeitpunkt mein Bahnübergang. Ich erschrak förmlich. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte zwar seine Position und seine Adresse eingegeben, aber sonst keinen Gedanken an ihn verschwendet und war der Meinung, daß ich ihn irgendwann als Ereignis (in iTrain "Aktion") anlegen würde. Der Zug fuhr drüber und er öffnete sich wieder.
Dann "fiel es mir wie Schuppen von den Augen": Das Programm weiß ja wo sich welcher Zug befindet - Zugverfolgung mittels "Positionen"! D.h. eine Programmierung des Bahnübergangs ist nicht nötig und seine Bedienung erfolgt unabhängig von den beiden Rückmeldern, die ich aus CS-Zeiten dort noch eingebaut hatte. Auch die SBH-Steuerung und solche komplexen Dinge wie eine Blocksicherung, oder Banales wie langsames Anhalten und Abfahren am Bahnhof oder eben auch einen Bahnübergang rechtzeitig ansteuern, macht iTrain von ganz alleine. Mir war bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar, was eine PC- Steuerung tatsächlich bedeutet.
Der Spaß am Hobby war damit wieder hergestellt - so muss das sein! :D

Und noch ein weiterer Vorteil: Es gibt ein kostenloses, ausführliches Handbuch im pdf-Format, das keine Fragen offen lässt, und falls man "auf dem Schlauch steht", hilft ein kompetentes Fachforum (Nur der Vollständigkeit halber: Erklärvideos gibts es auch).

Die Zugverfolgung (Positionen) ist mit iTrain Version 4 bereits so weit ausgereift, daß nur ein Rückmelder pro Block nötig ist und dieser dient nur noch als Rückversicherung, ob der Zug im errechneten Zeitraum tatsächlich da ist, wo er sein sollte (ansonsten wird die Fahrt unterbrochen und das Programm schlägt Alarm). Was dieses Programm auf Anhieb kann, hatte mich mit der CS2 ungezählte Abende an Programmier-Zeit gekostet und da war ich weit davon entfernt, was iTrain jetzt schon bei mir leistet.
Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viel Zeit und Nerven es mich gekostet hätte, diesen Status mit der CS3 zu erreichen...



Foto: Zum Vergleich: iTrain im Bearbeitungsmodus. Klar und aufgeräumt. Nichts wird verdeckt, scrollbare Listen und ein immer einsehbarer Gleisplan.

Natürlich gab es auch mit iTrain Hürden. So hatte ich, wie erwähnt, keinen richtigen Gleisplan der Anlage. Vor allem keinen, in dem die Gleis- bzw. Blocklängen, die Längen der Weichen und die Positionen der Kontaktgleise bzw. Melder zentimetergenau eingetragen gewesen wären. Und erschwerend kam hinzu, daß alle sichtbaren Gleise eingeschottert sind.
Doch iTrain arbeitet nur korrekt, wenn man genau diese Daten zur Verfügung hat und entsprechend einpflegt. Nachdem ich die gut erreichbaren Abschnitte mit einem Metermaß erfassen und mit einem Wagen die Kontaktgleise, ihre Position und Längen ermitteln konnte, wurde es etwas kniffliger in den verdeckten, schwer zugänglichen Gleisabschnitten. Ich besorgte mir dafür den Messwagen von Piko, um mit diesem die schwer erreichbaren Bereiche auszumessen.



Foto: Mit dem Piko Messwagen habe ich die Stellen ausgemessen, die mit einem Metermaß schwer erreichbar sind. Der Messwagen ist über WiFi mit dem Smartphone verbunden. So lassen sich alle Werte, auch die Streckenlänge der Blöcke, bequem ablesen.

Nachdem ich im erwähnten iTrain-Forum gelesen hatte, was für einen Aufwand einige Nutzer mit dem Einmessen ihrer Loks betreiben (wissenschaftlich anmutende CV-Einstellungen, Zerlegen der Lok, peinlichste Säuberung der Motorkomponenten und die Anschaffung von Messmodulen etc.), versuchte ich es erstmal auf dem einfachen Weg.
Ich stellte die Anfahr- und Bremsverzögerung auf 0 und ließ die Loks, so wie sie sind, zwischen zwei Meldern hin und her fahren. Das lieferte bei einigen, vor allem älteren Loks zwar unbefriedigende Ergebnisse, wie z.B. daß sie bei gleicher Fahrstufe Rückwärts schneller fuhren als vorwärts, aber das ignorierte ich jetzt erstmal. Außerdem maß ich nur jede 10. Fahrstufe ein, was den Zeitbedarf bei 126 Fahrstufen pro Lok erheblich verkürzte.

Stoppstellen und schaltbaren Gleisabschnitte sind mit iTrain, bei einer gut eingemessenen Anlage und ebensolchen Lokomotiven, theoretisch nicht nötig. Trotzdem sind schaltbare Abschnitte nach wie vor wichtig, um zu verhindern, daß ein Zug "durchrutscht". Gerade in uneinsehbare SBHs oder in Blöcken, die längenmässig keine großen Bremswege erlauben. Für mich und meine groben Lokomotivmessungen sollten sie sich als sehr nützlich erweisen.

Doch davon beim nächsten mal.

Mobagrüße

gregor 8)

P.S.:
Eine Liste von meinen ganz persönlich empfundenen Unzulänglichkeiten der CS3. Alle, die diese Dinge nicht so sehen wie ich, gönne ich das von ganzem Herzen!

- Kein kostenloses Handbuch, auch nicht als pdf
- Kein Import von Lokbildern, Gleisbild, Artikeln und Zubehör von der CS2
- (noch) keine Traktionen (ich hoffe auf baldiges Softwareupdate - so lange sind meine US-F7 mit der CS3 nicht fahrbar!)
- Helligkeit/Kontrast und Schriftgröße nicht einstellbar (ich kann die schwarze Schrift auf der dunkelgrau unterlegten Artikelliste nur mit Lupe entziffern)
- Maus direkt an CS3: Anklicken im Gleisplan mit Mauszeiger führt zu unkontrolliertem Zoomen im Gleisplan
- kein Wlan (wer hat seinen Router im Mobazimmer? Bei mir ist das der Keller: Man muss also einen Repeater kaufen und noch eine Steckdose besetzen)
- Unpräzise Touchbedienung (es musste wohl das billigste Touchpad als Bildschirm herhalten)
- Man muss ständig die Fenster hin und herschieben, auf und zuklappen, da sie sich überlagern (besonders nervig im Bearbeitungsmodus und in Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt!)
- Keine extra Computeransicht mit scrollbaren Listen und nebeneinander plazierbaren Fenstern (siehe vorheriger Punkt)
- Gleisbildzeichnen - Ein echtes Geduldsspiel. Auch die Sinnhaftigkeit dieser Darstellungsweise erschließt sich mir nicht. Hat das nur optische Gründe? (ich habe das Gleisbild aufgegeben und mich auf das Stellpult beschränkt)
- CVs bearbeiten: Da ist noch der Wurm drin. Manchmal klappts aber.


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zuletzt bearbeitet 09.01.2022 | Top

RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#210 von Miraculus , 12.06.2020 05:50

Guten Morgääähn Gregor,

das mit den Problemen bei der Einrichtung einer digitalen Steuerung der MoBa kennt wohl jeder in der einen oder anderen Form

Das die CS3 hier nicht Vorreiter ist hatte ich auch mehrfach gelesen.

Ich hatte mich dann zunächst für die MS2 i.V.m. den CAN-Digitalbahnprojekt und dem WinDigipet entschieden. Mit dem WDP wurde ich nie richtig warm weshalb ich ja gerade, wie Du weißt, das iTrain teste. Aber so eine richtige Initialzündung gab's noch nicht. Liegt wahrscheinlich an den fehlenden Rückmeldern.

Wünsche weiterhin Spass am Hobby.


Peter

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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#211 von greg , 12.06.2020 08:54

Hallo Peter

Cavembourg ist ja eine bestehende Anlage, die alle Rückmelder aus der CS2-Zeit bereits verbaut hat und darum zum Teil auch mehrere RM in einigen Blöcken hat. Ich habe getestet, ob es einen Unterschied macht ob nun drei oder nur einer davon eingepflegt ist. Selbst in einem sensiblen Bereich, wie einem Bahnhof, wo ein Zug präzise am Bahnsteig ausgerichtet anhalten soll, macht das keinen Unterschied. Der Zug hält genauso korrekt auch mit nur einem RM am Bahnsteig ausgerichtet an. Falls man mit dem Ergebnis des Programms nicht zufrieden ist, kann man die Stoppstelle im Programm entsprechend verschieben.
Ich verstehe deine Antwort so, dass du noch gar keine RM verbaut hast.
Theoretisch müsste aber eine Lok auch damit zum Fahren gebracht werden können, aber das weiß ich nicht und da mich iTrain schon öfter überrascht hat, würde ich mich nicht darüber wundern.
Ein schönes Wochenende wümscht

gregor


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#212 von hk-dcc-kleinhofen , 15.06.2020 00:10

Hallo Gregor,
Ich habe Deinen Bericht mit Interesse gelesen. Ich bin ein 2-Leiter-Fahrer, habe aber schon eine CS2 bei einem Kumpel "bedient". Für mich war das absolut nichts und ich kann Dich sehr gut verstehen!
Südpfalz ist eine schöne Gegend. Meine Frau kommt aus KL und wenn wir da auf dem Rückweg bei unserem Winzer in der Nähe von Landau vorbeifahren, laden wir das Auto voll

@ Peter
Theoretisch kann man mit einer Software auch ohne Rückmeldung einen Zug bewegen, aber es macht keinen Sinn, denn das kann jedes Fahrpult. Rückmeldung ist die Basis für die Software. Ich treibe das Spiel schon länger und bin mir sicher, dass ich immer noch kaum eine Ahnung von den Möglichkeiten habe. Aber immer wieder neue Möglichkeiten entdecken macht Spaß.


Viele Grüße
Hans

-------------------------------------------------------------------------------
Der direkte Weg zu meiner Anlage:
https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=156582
Meine alte Anlage:
viewtopic.php?f=64&t=135921


 
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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#213 von vikr , 17.06.2020 17:42

Hallo Gregor,

vielen Dank für Deinen gelungenen, umfassenden Rückblick und den authentischen Bericht!

Zitat

...
Meine Anlage "Cavembourg" hat eine Grundfläche von ca. 12 qm inklusive der 3 SBHs auf zwei Ebenen mit insgesamt 15 Gleisen. Sie ist also nicht sehr groß. Trotzdem hatte ich bald das Gefühl, daß man einen Hang zum Masochismus oder zumindest Zen-artige Selbstbeherrschung besitzen sollte, wenn man mit der CS3 z.B. eine automatische SBH-Steuerung von 15 Gleisen programmieren möchte.

Da traf eine ambitionierte, aber noch unausgereifte Steuerzentrale auf einen Modellbahner, der sich nicht schon wieder in ein neues System hineinarbeiten wollte. Ich merkte, dass Märklin die Programmierung per Zugfahrt auf die Spitze getrieben und dafür sogar einen eigenen Fachjargon und eine eigene Symbolsprache erfunden hatte und daß die Darstellungsmöglichkeiten der CS3 leider mehr als beschränkt sind. Und es gibt kein Handbuch, das alle Informationen und Erläuterungen zusammenfasst. Das Buch "Digital fahren mit der CS 3" für 19 € hat leider enorme Lücken und beschreibt nur die ersten Schritte (z.B. fehlt die erweiterte Ereignissteuerung komplett). Man muss sich also alle Informationen mühsam aus dem Netz zusammensuchen oder selbst herausfinden.

Ich konnte diese Produktpolitik von Märklin und schließlich die CS3 selbst nicht mehr mittragen.


Habe Deinen Kampf mit der CS3, insbesondere mit der CS3-Ereignissteuerung auch in einem anderen Thread verfolgt und kann Deinen Frust sehr gut verstehen!

Zitat

Auch wenn es bei der Einführung der CS2 ähnlich zugegangen sein mag und auch diese Zentrale erst nach Jahren ausgereift war. Eines werden die CS3-Entwickler nicht so schnell beheben können: Ab einer gewissen Größe und eines gewissen Umfangs einer Anlage, auch auf einem externen VNC-Viewer eines Computers, wird der auf Touchscreen-basierte Aufbau mit Symbolen und sich überlagernden Fenstern zu unübersichtlich. Hier fehlt, neben vielen anderen Dingen, dringend ein Bearbeitungsmodus für den Computer, mit scrollfähiger Listen-Ansicht und nebeneinander platzierbaren Fenstern. Die Unterteilung des Vorgängermodells CS2 mit den Reitern empfinde ich im Nachhinein als deutlich komfortabler.
Die "Usability" der neuen Zentrale erschließt sich mir bis heute nicht. Und dabei lasse ich die vielen unsauberen Softwarefehler mal beiseite.


Tatsächlich war es bei der CS2 zwischen 2008 und 2012 genauso, bloß, dass sich praktisch kein CS2-Nutzer vergeichsweise ernsthaft mit der damals noch "memory" genannten Ablaufsteuerung beschäftigt hat. Eigentlich ist sie dort auch nie fertig geworden und außer für solitäre Pendelsteuerungen praktisch nicht bedienbar. Sie ist ansonsten vor allem zum Schalten von Fahrtwegen nützlich, während man die Loks per Hand fährt.

Zitat

Ich war zu diesem Zeitpunkt von der CS3 sehr frustriert und habe das auch raus gelassen, in höflicher und abgeschwächter Form auch direkt an Märklin. Für deren Beschwichtigungen und die Hinweise auf ein Update und baldige Hilfe in Form eines eigenen Youtube-Formats, war ich aber schon nicht mehr empfänglich. Die Youtube-Videos der CS3-"Profis" halfen mir dann auch nicht, da diese Profis mit ihren Mini-Gleisplänen auf dem Bildschirm der CS3 keine Darstellungsprobleme bekamen und mit neuen Fachbegriffen, wie Macros, Randoms, ifs usw., für Verwirrung sorgten.
Ich bin sehr gespannt, wie man die große Modellbahnanlage im Märklineum mit nur einer CS3 zum Laufen bekommt (lt. Aussage eines Märklinmitarbeiters!), bemitleide die Programmierer der automatischen Abläufe schon heute und lasse mich gerne eines Besseren belehren.


Ich auch!

Zitat

Meine Leidensgrenze war erreicht. Ich machte mich auf die Suche nach einer Alternative und fand sie in Form einer PC-gestützten Steuerung. Und so wie damals der Wechsel von der MS2 zur CS2, war für mich der Wechsel von der CS3 zu iTrain ein weiterer Quantensprung.

iTrain war das erste Steuerungsprogramm, das ich testete, und auf Anhieb hat es mir gefallen. Nach ein paar Schwierigkeiten, von denen ich unten noch berichte, war nach wenigen Abenden meine komplette Anlage in das Programm eingepflegt........
Ein echter Augenöffner und AHA-Effekt war: Bei meiner ersten Probefahrt mit einem der Züge aus dem SBH schloß sich plötzlich und für mich völlig unerwartet und zum richtigen Zeitpunkt mein Bahnübergang. Ich erschrak förmlich. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich hatte zwar seine Position und seine Adresse eingegeben, aber sonst keinen Gedanken an ihn verschwendet und war der Meinung, daß ich ihn irgendwann als Ereignis (in iTrain "Aktion") anlegen würde. Der Zug fuhr drüber und er öffnete sich wieder.
Dann "fiel es mir wie Schuppen von den Augen": Das Programm weiß ja wo sich welcher Zug befindet - Zugverfolgung mittels "Positionen"! D.h. eine Programmierung des Bahnübergangs ist nicht nötig und seine Bedienung erfolgt unabhängig von den beiden Rückmeldern, die ich aus CS-Zeiten dort noch eingebaut hatte. Auch die SBH-Steuerung und solche komplexen Dinge wie eine Blocksicherung, oder Banales wie langsames Anhalten und Abfahren am Bahnhof oder eben auch einen Bahnübergang rechtzeitig ansteuern, macht iTrain von ganz alleine. Mir war bis zu diesem Zeitpunkt nicht klar, was eine PC- Steuerung tatsächlich bedeutet.
Der Spaß am Hobby war damit wieder hergestellt - so muss das sein!


Neue Besen kehren immer erstmal gut!

Zitat

Ich mag mir gar nicht ausmalen, wie viel Zeit und Nerven es mich gekostet hätte, diesen Status mit der CS3 zu erreichen...


Es ist gut, dass Du eine andere Seite, eine Modellbahnsteuerung einzurichten kennengelernt hast, aber Du solltest Dir weitere Programme genauso energisch ansehen.
Was alle Modellbahnsteuerprogramm auszeichnet ist die eingebaute Teamunfähigkeit. Versuche mal mit drei Kindern unter iTrain einen kreativen Modellbahnspielbetrieb zu organisieren, wie Du ihn auf dem elterlichen Dachboden beschrieben hast. Das Programm sollte aufpassen, dass kein ernsthafter Schaden eintritt, aber ansonsten sollte der Ablauf den Spielern überlassen bleiben und das Programm ggf. auch noch eigene Züge fahren dürfen, wenn die Streckenauslastung es gerade zuläßt.

Zitat


Eine Liste von meinen ganz persönlich empfundenen Unzulänglichkeiten der CS3. Alle, die diese Dinge nicht so sehen wie ich, gönne ich das von ganzem Herzen!

- Kein kostenloses Handbuch, auch nicht als pdf
- Kein Import von Lokbildern, Gleisbild, Artikeln und Zubehör von der CS2
- (noch) keine Traktionen (ich hoffe auf baldiges Softwareupdate - so lange sind meine US-F7 mit der CS3 nicht fahrbar!)
- Helligkeit/Kontrast und Schriftgröße nicht einstellbar (ich kann die schwarze Schrift auf der dunkelgrau unterlegten Artikelliste nur mit Lupe entziffern)
- Maus direkt an CS3: Anklicken im Gleisplan mit Mauszeiger führt zu unkontrolliertem Zoomen im Gleisplan
- kein Wlan (wer hat seinen Router im Mobazimmer? Bei mir ist das der Keller: Man muss also einen Repeater kaufen und noch eine Steckdose besetzen)
- Unpräzise Touchbedienung (es musste wohl das billigste Touchpad herhalten)
- Man muss ständig die Fenster hin und herschieben, auf und zuklappen, da sie sich überlagern (besonders nervig im Bearbeitungsmodus und in Zusammenhang mit dem vorherigen Punkt!)
- Keine extra Computeransicht mit scrollbaren Listen und nebeneinander plazierbaren Fenstern (siehe vorheriger Punkt)
- Gleisbildzeichnen - Ein echtes Geduldsspiel. Auch die Sinnhaftigkeit dieser Darstellungsweise erschließt sich mir nicht. Hat das nur optische Gründe? (ich habe das Gleisbild aufgegeben und mich auf das Stellpult beschränkt)
- CVs bearbeiten: Da ist noch der Wurm drin. Manchmal klappts aber.


Die Liste könnte man noch verlängern. Was ich schon an der CS2 vermisst habe ist das (Wieder)Erkennen einer bereits in der Zentrale angemeldeten Lok in einem bestimmten Abschnitt. Eine Belegtmeldung meldet, welches Fahrzeug sich dort befindet und in der Ereignissteuerung können dann - an Hand der Fahrzeugdatenbank - genau für dieses Fahrzeug die richtigen Kommandos parametririsiert und ausgeführt werden.
Wie Du habe ich aber große Zweifel, dass Märklin das mit der CS3 zeitnah hinbekommt. Bei der CS2 konnte man das noch auf die Insolvenz bedingte teilweise Auflösung des Entwicklungsbegleitteams schieben, bei der CS3 gibt es diese Entschuldigung nicht. Hier scheint Märklins digitale Modellbahnsteuerzukunft vertaktiert worde zu sein.
Trotzdem gibt es meiner Meinung nach einen Bedarf an einer Standalone-Modellbahnsteuerung ohne PC, etwa wie der Vießmann Commander I, aber mit moderner Benutzeroberfläche und vor allem portierbar auf zukünftige Hardwareplattformen.

MfG

vik


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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#214 von XelionRail , 25.09.2020 22:26

Servus Gregor,

habe heute das letzte halbe Jahr das Stummiversum nachgelesen und so auch deine, teilweise sehr tiefgehenden Posts hier in diesem Thread. Auch ich habe den allergrössten Respekt davor, was du da in den letzten Jahren geleistet hast. Vielen Dank auch für die Bilder von damals. Da kommen auch bei mir Erinnerungen hoch, wenn auch nicht mit Märklin, das ist auch unwichtig.
Zur CS2 oder 3 kann ich nix sagen, kenne die nur vom sehen. iTrain hingegen begleitet mich seit meinem Wiedereinstieg in die Modellbahn-Welt seit knapp 10 Jahre kontinuierlich. Auch ich war ebenfalls nach dem ersten Test bereits so davon begeistert, dass ich mit allen anderen Software-Steuerungen nicht so rect klar komme. Was nicht heisst, dass die schlecht sind. Nur mein Hirn ist jetzt bereits so darauf eingestellt, das scheinbar nix anderes mehr geht
Weiterhin viel Spass mit deiner Anlage, Happy Mobaning


Grüße aus dem Münchner Outback, André

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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#215 von greg , 25.11.2020 14:04

Hallo Stummiländer!

Hier in meinem Bauthread nochmal das....

"Making of" zum Stummiländer in Cavembourg und im Miniatur Wunderland:

Vom letzten Kapitel der Europa-Reise von Toni und Trixi im "Stummiländer" gibt es eigentlich zwei Versionen. In der ersten Version wollte ich meine eigene Interrail-Reise aus dem Sommer 1990 verwursten. Es war die erste und abenteurlichste meiner insgesamt drei Interrailreisen, die ich als Jugendlicher unternahm. Die Geschichte war als Rohentwurf bereits fertig, als mir die Idee kam, eine Fotosession im Miniatur-Wunderland zu machen - doch davon später.
Ich möchte euch diese erste Version der Geschichte nicht vorenthalten, weise aber darauf hin, dass es sich nur um einen Rohentwurf handelt und, und das kommt erschwerend hinzu, daß ich damals mit 17 Jahren nur sehr wenig fotografiert, bzw. mich nicht all zu sehr für Eisenbahnen interessiert habe. Was heute natürlich sehr bedauerlich ist.

Ich war mit meiner Freundin unterwegs und wir übernachteten oft auf Bahnhöfen, in abgelegenen Bahnsteigbereichen, da wir auch nicht besonders viel Geld hatten. Aber wir hatten eine Gitarre dabei, die uns so manche Tür geöffnet hat. Wir hatten damals tatsächlich die (aus heutiger Sicht aberwitzige) Idee, bis nach Bagdad zu reisen. Ich hatte das Auslandskursbuch der DB dabei und es gab eine Verbindung über Ankara. Leider ist uns der Golfkrieg dazwischen gekommen und es war für Ausländer nicht mehr möglich in das türkisch-irakische Grenzgebiet zu gelangen.

Hier nun der Entwurf zu Version 1:

Toni und Trixi hatten eine abenteuerliche Interrailreise geplant: Von Cavembourg sollte es mit dem "Stummiländer" zunächst auf den Gleisen der GSB, über Sixtenix, an der Mosel entlang nach Ottbergen gehen. Dort endet der Sonderzug "Stummiländer" und kehrt zurück in sein Heimat-BW.
Toni und Trixi wollten dann mit normalen Zugverbindungen Richtung Süden fahren, quer durch Italien bis nach Brindisi. Mit der Fähre über die Adria nach Griechenland und Patras. Weiter mit der Schmalspurbahn den Peloponnes umrunden (und die tollen Strände erkunden, was heute leider auch nicht mehr möglich ist) bis nach Thessaloniki. Von Thessaloniki nach Istanbul und quer durch die Türkei. "Vielleicht schaffen wir es bis Bagdad!" hatte Toni gesagt.



Foto: Der Grenzbahnhof Pythion an der Griechisch-Türkischen Grenze (Bahnhof und Verbindung in die Türkei sind nicht mehr in Betrieb)

Bis nach Bagdad schafften sie es nicht. Aus Ankara erhielt ich diese Postkarte (sie zeigt den Ankara Gari, also den Hauptbahnhof):



"Lieber Guillaume! Wir sind in der türkischen Hauptstadt Ankara. Leider ist im Irak ein Krieg ausgebrochen und Bagdad ist mit dem Zug nicht mehr erreichbar. Wir fahren zurück nach Istanbul und über Edirne nach Scopje, quer durch Jugoslawien nach Wien. Uns geht es gut. Die Türken sind sehr nett und gastfreundlich! Bis bald! Ton ami Toni" und meine Schwester hat noch dazugeschrieben:
"Salut Bruderherz! Hätte nie gedacht, daß es Spass macht auf Bahnsteigen zu übernachten. Sag Maman und Papa: wir bekommen Familienzuwachs und liebe Grüße. Trixi."
Und ganz klein hatte sie noch eine Schildkröte gezeichnet und dazu geschrieben: "Keine Panik, es sind kleine Schildkröten aus Istanbul."



Foto: Meine Freundin hatte auf einem Markt in Istanbul diese zwei kleinen Schildkröten gekauft und einen kleinen Transportkorb dazu. Damals fragte kein Mensch nach Cites- oder Herkunftspapieren und aus heutiger Sicht ist sowas natürlich ein absolutes „Nogo“. Die beiden Reptilien begleiteten uns die ganze Reise. Ich habe diese Freundin von damals aus den Augen verloren, aber als ich sie das letzte mal traf (zu einem Klassentreffen 2003), lebten die Schildkröten noch...

Ich hätte das ganze noch mit ein zwei Anekdoten ausgeschmückt, doch es kam anders.....

----------

Nun kam es, dass die Wagen des Stummländers kurz vor unserem diesjährigen Urlaub eintrafen. Das erste Kapitel war bereits geschrieben und hier veröffentlicht. Noch am selben Abend bin ich in den Keller und habe weitere Fotos mit den Wagons gemacht. Die kleine Geschichte dazu war bereits im Kopf und musste während der ersten Urlaubstage nur noch auf Papier, bzw. in die Cloud gehämmert werden.

Da wir auf der Rückfahrt an Hamburg vorbeikommen würden, kam mir die Idee den Stummländer im Miwula zu präsentieren. Fragen kostet nichts und ich hätte jedes Verständnis dafür gehabt, wenn die Miwuländer das nicht gewollt hätten (außerdem hatte ich ja schon meine 1. Version im Kopf). Sofort schrieb ich, noch von zuhause, eine Email über den Homepagekontakt. Auf Gut Glück packte ich den Stummiländer und die beiden Figuren Toni und Trixi ins Auto, sie durften mit in den Urlaub fahren....
Zwei Tage später, wir waren bereits am Urlaubsort, kam eine sehr freundliche, positive Antwort. Da die restliche Familie auf der Rückreise in Hamburg lieber shoppen gehen wollte (da wir nicht zum ersten mal ins Miwula kamen), buchte ich nur für meinen jüngsten Sohn und mich online zwei Karten und nach etwas Emailverkehr, in dem z.B. die Frage geklärt wurde, welche Radsätze an den Wagen sind, waren wir pünktlich zum vereinbarten Termin im Miwula.
Ich wollte auf keinen Fall zu große Umstände machen und lehnte den Vorschlag ab, den Stummiländer über die Anlage fahren zu lassen. Fotos genügten und so würde es ausreichen, den Wagen auf wenig frequentierten Strecken aufzustellen, was Herr Hochbruck, der freundliche Mitarbeiter aus der Abteilung "Züge und Co.", übernahm.



Foto: Hier bereitet mein Sohn den Stummiländer auf die Fotosession vor. Wir befinden uns in der Lokwerkstatt. Im Hintergrund durch das Fenster kann man den Leitstand des Miwula erkennen.

Ich hatte nicht nur den Stummiländer, sondern auch die beiden Figuren Toni und Trixi dabei. Bereits mit zwei kleinen transparenten Plastikscheiben an den Füßen zum schnellen Aufstellen präpariert, wollte ich sie in den Szenen des Miwula fotografieren. Doch während der Fotosession mit den Wagen gingen diese beiden Figuren verloren. Ich weiß nicht wie das passierte. Sie waren beide in einer kleinen Preiserpackung und ich muss diese Packung irgendwo aus der Hand gelegt haben, oder sie sind aus der Tasche gerutscht, oder...wir waren ja nicht alleine da. Weg waren sie. Nicht mehr auffindbar.
Da war guter Rat teuer, weil ich nicht nur die Wagen, sondern eben auch die beiden Figuren fotografieren wollte. Also habe ich schließlich den "Original"-Toni, der noch auf dem Stummiländerwagen befestigt war, vorsichtig abgelöst und ihn auf die Klebeseite eines kleines Stückes Tesafilm gestellt. Damit ging es auch. Trixi musste nun eben die Fotos schießen und konnte so nicht mehr selbst abgebildet werden.

So kommt es, daß leider nur Toni auf den Fotos zu sehen ist.

Auch wenn es für das Miwula in Corona-Zeiten finanziell nicht einfach ist - der Besuch lohnt sich gerade jetzt. Es ist wenig los, da sie nur eine begrenzte Anzahl Leute rein lassen. Wir waren über fünf Stunden dort und es hat uns - wie immer - sehr gut gefallen!

In der Zwischenzeit habe ich Trixi neu gekauft (zusammen mit ihrer Wandergruppe von Noch) und zusammen mit dem Original-Toni zurück auf den Wagen geklebt.

Viel Spaß euer

gregor


Herzlich willkommen in C A V E M B O U R G - Eisenbahnperle im Herzen Europas


 
greg
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RE: BAUBERICHT: Cavembourg - Making Of Stummiländer in Cavembourg

#216 von UKR , 25.11.2020 22:32

Moin Gregor,

ja, manchmal kann es so einfach sein, ich durfte dort vor einigen Jahren nach persönlichem Vorsprechen im Leitstand mit Begleitung zwei drei Bilder meiner Modelle machen. Nach deinem Bericht / Besuch bekam ich auch wieder lust, aber wir sollen ja nicht reisen...als aus touristischen Zwecken. Ich halte es mal im Hinterkopf für die Zukunft und bin jetzt mal gespannt, ob du deine Interrail Geschichte doch noch in anderer Form erzählst. Ich kann da auch auf ein paar nette Touren zurückblicken

Harzliche Grüsse und gesund bleiben

Ulrich


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Reinigung von Bahnsteigen auf der Anlage
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