RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#1 von Pauline , 21.06.2016 09:57

Im ersten Teil habe ich den Einbau eines Mittelleiters in die Fleischmann-Drehscheibe beschrieben.
Der heutige Bericht zeigt den Einbau eines Decoders. Damit kann die Scheibe über die Zentrale gesteuert werden. Um etwas mehr Spaß mit der Scheibe zu haben, bekam sie eine Beleuchtung in der Bude, eine Blinkleuchte auf dem Dach sowie funktionierende Sperrsignale an den Bühnenenden.

Orientiert habe ich mich am ESU-Umbau (die Idee ist also wieder nur geklaut). In Ermangelung eines ESU-Decoders habe ich einen Tams LD-G 33 verbaut,
weil ich mehr Funktionsausgänge haben wollte. Grundsätzlich kann jeder x-beliebige Lok-Decoder mit mind. 1 Funktionsausgang (für die Entriegelung) ver-
wendet werden.

Eines vorweg: An die Leistung des Decoders von Sven Brandt reicht meine Lösung nicht heran. Automatische Gleisvorwahl ist bei mir auch nicht möglich.
Wem aber die Bedienung der Scheibe mit ihren "Grundfunktionen" (Drehen, Signale schalten, Budenbeleuchtung) über die Zentrale ausreicht, dem kann mit dieser "Bastelei" geholfen werden. Alle anderen dürfen hier eh nicht reinschauen .

Folgendes Werkzeug habe ich benötigt:
Bohrer für die Kabeldurchführungen 2,0 / 2,6
Bohrer für die Signalfüße 4,0 mm
Fräser 3,0 mm
Akkuschrauber
Schlüsselfeilen
Schraubendreher
Lötkolben, Lötzinn

Vor Beginn der eigentlichen Arbeiten wird die Bühne von allen Anbauteilen befreit (Signalattrappen, Bude, Geländer, Treppen...), der Antrieb wird ausgebaut. Beim späteren Einbau des Antriebes ist darauf zu achten, dass er sich in der Führung von Hand leicht bewegen lässt.

Alle Bohr- und ggf. Fräsarbeiten habe ich bereits im jetzigen Stadium erledigt. Zum Einen sind alle zerbrechlichen Teile entfernt, zum Anderen können keine Späne etc. in den empfindlichen Antrieb gelangen. Im Bericht weise ich ggf. nochmals gesondert aufs Bohren hin.

Vom Umverdrahten des Motors und der notwendigen Stromzufuhr von Mittelleiter und Schiene habe ich leider keine brauchbaren Fotos (auf dem verlinkten "ESU-Beitrag" sind die Drähte leider nur zu erahnen). Auf Bild 5 ist die neue Verkabelung aber gut zu erkennen.

Die Budenbeleuchtung besteht aus einer SMD-LED, das Blinklicht ist eine 3,0 mm-LED, die mit orangefarbenem Edding-Stift bemalt wurde.

An einer Hilfsplatine treffen sich alle Drähte der Verbraucher mit dem Decoder.
Beim Verdrahten ist zu beachten, dass sich im Bereich des Königsstuhls keine Drähte befinden dürfen. Ansonsten verhakt sich die Bühne beim Drehen.

Die Kabel für die Stromzufuhr befinden sich bei meiner Scheibe unter dem Antrieb und werden am Gleis bzw. Mittelleiter angelötet. Durch ein kleines Loch werden diese zur Platine geführt.

Unter der Bude befindet sich das Decoderfach (nicht schön aber funktional). Die Drähte für Motor und Spule werden durch ein Loch hinter dem Laufrad geführt:


Bild 1

Alle Kabel sind durchgeführt und über die Hilfsplatine mit dem Deocder verbunden:


Bild 2


Bild 3


Bild 4


Bild 5

Die Kabeldurchführungen für das Sperrsignal:


Bild 6


Bild 7

Das Loch für die Blinkleuchte habe ich in die hintere linke Ecke gebohrt:


Bild 8


Bild 9

Die LED für die Budenbeleuchtung (Rest aus einer LED-Leiste) wird in der Deckenmitte aufgeklebt; das Blinklicht wird nur eingesteckt. Ein Stück Schrumpfschlauch verdeckt die farbigen Kabel:


Bild 10


Bild 11

Der Schrumpfschlauch ist nachher kaum noch zu sehen:


Bild 12


Bild 13

Die Aufnahme der Rastnasen der Bude wurde aufgebohrt (nach innen), um die Kabel durchzuführen:


Bild 14

Die Kabel werden durchgezogen; die Bude wird eingeklipst:


Bild 15

Die Kabel sollen sich bei eingeklipstem Haus frei bewegen lassen:


Bild 16

Jetzt werden die Sperrsignale angeschlossen und aufgestellt.
Die vorhandenen Löcher der Signalattrappen dienen als Standort für die Lichtsignale und müssen mit einem 4,0 mm-Bohrer vergößert werden.


Bild 17


Bild 18

Die Drähte werden durch die Löcher gezogen. Die Signale wurden mit Klebeband fixiert, um sie bei den weiteren Arbeiten nicht zu beschädigen:


Bild 19


Bild 20

Eine weitere Hilfsplatine dient zur Aufnahme der Widerstände:


Bild 21


Bild 22


Bild 23

Alle Drähte des Decoders führen zur Hilfsplatine. Die Rückleiterkabel habe ich an eine weitere Platine gelötet (war für mich einfacher). Den Decoder (und alle Platinen) habe ich mit Spiegelklebeband befestigt:


Bild 24

Nach erfolgreichem Testlauf wird der Decoder mit einem Stück Fotokarton getarnt. Hinten wird er am Bühnenträger festgeklebt, vorne mit einem Streifen Isolierband befestigt:


Bild 25


Bild 26


Bild 27

Decoder und Kabel sind nicht mehr sichtbar:


Bild 28


Bild 29

Eingebaut sieht das Ganze dann so aus:


Bild 30


Bild 31

Die Drähte sind jetzt schon kaum zu sehen und werden später noch zusätzlich von den Treppen und Geländern verdeckt.

Zu den Funktionen:
F0 schaltet das Licht in der Bude ein/aus
F1 versorgt die Spule mit Strom, gleichzeitig schaltet sich das Blinklicht ein bzw. aus.
F2 schaltet die Signale auf Sh0 bzw. Sh1 (dazu muss nur einer der beiden Signalausgänge "invertiert" werden)
Gedreht wird die Bühne (wie eine Lok) über den Fahrregler. Geschwindigkeit und Lastregelung sind individuell anzupassen.

Probeweise habe ich einen LD-G 33 plus von Tams eingebaut. Die integrierten Sounds (u.a. Hupe) werden für das akustische Signal ( mit F3) genutzt.
Der Lautsprecher ist unter der Bühne (von der Bude abgewandten Seite) eingeklebt. Die Lautsprecherkabel verlaufen parallel zu den Signalkabeln.
Die integrierten Sounds sind sicher nicht der "wahre Jakob" (zu laut, zu schrill...); ein Widerstand in der Zuleitung mindert dieses Manko. Mit einem
Wert irgendwo zwischen 220 und 300 Ohm klingt die Tröte für mich aber annehmbar (und witzig ist es allemal ).

Fazit: Viel Bastelspaß für ein Wochenende und geringe Kosten für meine sowieso schon „verbastelte“ Scheibe.

Jetzt fehlen noch ein paar Alterungsspuren – evtl. in Teil 3...


Viele Grüße!
Jürgen
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RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#2 von hu.ms , 26.06.2016 19:02

Gute arbeit.
War dir diese decoder-variante für 45€ bekannt?: http://www.bmbtechnik.de/web/?q=node/22

Hubert


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RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#3 von rmayergfx , 26.06.2016 23:33

Schon gelesen was Hr. Brandt dazu schreibt ?
http://www.digital-bahn.de/bau_ds/drehsb.htm

Zitat
Leider werden zur Zeit noch immer Dekoder dieses Typs angeboten. Es handelt sich hier um (fehlerhafte) Plagiate, zu denen ich keinerlei technischen Support geben kann.



mfg

Ralf


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RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#4 von hu.ms , 27.06.2016 17:40

Klar, dass Sven Brandt nachbauten seiner alten version schlecht macht. Er will die viel teurere neue version DSD2010 verkaufen.
Habe letztes jahr einen solchen Boll-decoder für 45€ bei einem bekannten verbaut - bisher keine probleme.
Bei mir werkelt seit 2007 einer gleichen typs - damals noch von Brandt gekauft.
Und support für den nachbau macht natürlich der verkäufer Boll.

@ Ralf: Hattest du probleme mit diesem decoder? Mir sind keine bekannt - sonnst hätte ich ihn hier nicht erwähnt.

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RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#5 von aftpriv , 27.06.2016 20:06

Hallo Jürgen

Zitat von Pauline
... Orientiert habe ich mich am ESU-Umbau (die Idee ist also wieder nur geklaut)...

das ist kein "klauen", sondern eine Idee borgen

Danke für den Super-Umbaubericht - ich habe selbst noch so einen DC-Pfannkuchen rumstehen - wenn ich auf AC umbaue werde ich Deine Anleitung direkt daneben liegen haben (also von Dir "klauen" ) bzw. Dich anrufen

Gruß und bis bald in Ascheberg

Alf


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RE: Umbau Flm-DS 6152 (Teil 2: Decoder-Einbau)

#6 von Pauline , 28.06.2016 09:36

Guten Morgen!

@ Hubert
Der Decoder war mir schon bekannt . Ich gehe auch davon aus, dass das Teil in Ordnung und sein Geld wert ist. Da ich aber noch einige andere
Decoder vorrätig habe, habe ich mit diesen (ESU, Uhlenbrock, Tams und sogar einen Märklin 6080 ) "experimentiert". Die Fräs- und Bohrarbeiten
müssen ja bei jedem Decodereinbau gemacht werden - ein Tausch beschränkt sich aufs Löten.

@ Alfred
Noch ist die "Gurke" nicht eingebaut. Mit dem Altern bin ich in den nächsten Tage fertig, so dass ich sie zum Stammtisch in der nächsten Woche mit-
bringen kann. Zum Steuern nehmen wir meine 6021, um den Fahrbetrieb nicht zu stören.

P.S.: Die vorbildwidrigen Mastschilder werden natürlich auch noch entfernt.


Viele Grüße!
Jürgen
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Pauline
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