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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#1 von Alex80 ( gelöscht ) , 02.09.2016 17:23

Hallo Stummis,

ich habe eine Frage zum Übergang von Holzschwellen zu Stahlschwellen bei der deutschen Bahn.

Weiß jemand in welchem Zeitraum sich dieser vollzogen hat?

Konkret baue ich eine Nebenbahnstrecke im Harz (BRD) in den 50er Jahren und würde gerne wissen, ob es damals nur Holz oder auch schon Stahlschwellen gab.

Mich würde es aber auch ganz allgemein interessieren in welchem Zeitraum der Übergang vollzogen wurde.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Alex


Alex80

RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#2 von Schwanck , 02.09.2016 18:44

Moin Alex,

da ist nie ein konkreter Übergang vollzogen worden. In der Epoche II sind von der DRG Strecken bzw. Teilestücke mit Stahlschwellen ausgerüstet worden. Man erhoffte sich eine größere Liegedauer gegenüber den Holzschwellen und durch die nach unten gebogenen Schwellenenden eine sichere Lage in engen Bögen. Man fand, Stahlschwellen sind nicht für alle Klimazonen (Seeluft) geeignet.
Letztes Wiederaufkommen der Stahlschwelle war in der Epoche IV die Y-Schwelle. Heute dominiert beim Schotteroberbau die Betonschwelle.


Tschüss

K.F.


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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#3 von DB-IV-Proto87 ( gelöscht ) , 02.09.2016 18:56

Hallo Alex,

Du hast hier aus folgendem Grund freie Hand. Auf Neben- und sekundären Hauptstrecken sind bei Ausbesserungen oft aufgearbeitete altbrauchbare Schwellen (aber auch Weichen) verwendet worden, die zuvor bei ebensolchen Aktionen an "höherwertiger" Stelle ausgebaut worden sind.

Grüße aus Nürnberg,

Alexander


DB-IV-Proto87

RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#4 von 99651 ( gelöscht ) , 02.09.2016 19:02

Hallo Alex,

wie mein Vorredner schon schrieb, wurde begonnen Stahlschwellen wegen der längeren Liegedauer in der Epoche II zu verwenden. Man stoppte das, als man den Stahl lieber für kriegswichtigere Dinge verwenden wollte und wechselte zurück zur Verwendung von Holzschwellen.

Für die von dir angesprochen Nebenbahn in den fünfzigern kommen folgende Szenarien in Betracht:
- Erneuerung des Oberbaus in den 20er/30er Jahren zur Erhöhung der Achslast mit Stahlschwellen, davor Oberbau der Länderbauart.
- Austausch des Länderbahn Oberbaus später gegen Holzschwellen und Oberbau K -> keine Stahlschwellen
- Sanierung des Oberbaus durch gebrauchte Stahlschwellen. Auf Nebenbahnen wurden gerne aufgearbeitetes Material verwendet. Die Hochzeit dieser Verwendung von Stahlschwellen vermute ich aber erst in den 1960-1970er Jahren. Die Stahlschwellen müssen ja in ihrem Ersteinsatz ja erst mal lange genug gelegen haben, bevor sie dort ausgebaut wurden und dann ihr zweites Leben beginnen konnten.

Gruß Michael


99651

RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#5 von YINYANG , 02.09.2016 19:33

Zitat von Alex80
Hallo Stummis,

ich habe eine Frage zum Übergang von Holzschwellen zu Stahlschwellen bei der deutschen Bahn.

Weiß jemand in welchem Zeitraum sich dieser vollzogen hat?

Konkret baue ich eine Nebenbahnstrecke im Harz (BRD) in den 50er Jahren und würde gerne wissen, ob es damals nur Holz oder auch schon Stahlschwellen gab.

Mich würde es aber auch ganz allgemein interessieren in welchem Zeitraum der Übergang vollzogen wurde.

Vielen Dank für eure Hilfe,

Alex



Da gab es einen übergang? Bei uns wird gerade die Strecke Nürtingen - Reutlingen erneuert..... Da werden die Holzdinger doch tatsächlich durch Beton Schwellen ersetzt... da sind wohl nie Stahlschwellen gelegen. und ganz allgemein trift man zumindest hier in unserm Raum Stahlschwellen eher weniger an. Vielleicht weil es hier so viel billiges Holz gab? wer weis das schon.


Egal wie gut DU fährst....
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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#6 von Alex80 ( gelöscht ) , 02.09.2016 19:38

Klasse, danke für die vielen Antworten, dieses Forum ist wirklich eine Schatztruhe des Wissens.

Ich nehme dann dankbar unproblematisch verfügbare Stahlschwellen Schienen.


Alex80

RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#7 von ih-wo , 03.09.2016 21:46

Ich würde sagen, kommt ganz auf die Gegend an. Vgl. http://diehugs.de/Oberbau/Gleis/gleis.html

Zitat: "In Baden wurden Holz- und ab 1887 überwiegend Stahlschwellen verwendet."

Grüße,

Andreas


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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#8 von Turbo-Diesel , 09.11.2016 16:38

Und immer dran denken: Auf Brücken nur HOLZ-Schwellen. Beton würde schnell zerbröseln.


Gruß
Werner


 
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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#9 von Schwanck , 10.11.2016 08:13

Zitat von Turbo-Diesel
Und immer dran denken: Auf Brücken nur HOLZ-Schwellen. Beton würde schnell zerbröseln.



Moin Werner,

mee wirklich? Du solltest dir mal die Brücken der SFS näher ansehen, die mit durchgehendem Schotterbett und/oder fester Fahrbahn!


Tschüss

K.F.


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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#10 von Turbo-Diesel , 11.11.2016 15:18

Jaaaaa, sorry.
Feste Fahrbahn ist völlig außen vor und wenn ein Schotterbett drauf ist, dann geht auch Beton.
Da, wo das Gleis direkt ohne Federung auf der Brücke liegt, wird nur Holz genommen.


Gruß
Werner


 
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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#11 von Robur , 23.11.2016 08:33

Moin,

es gibt Strecken, da werden heute noch Stahlschwellen verbaut, die Y-Schwellen.

Und es gibt immer noch etliche Nebenbahnen, wo man auch heute noch Stahlschwellen findet. Auf der Madonnenlandbahn zwischen Miltenberg und Seckach gibt es immer noch ein paar Stellen, wo diese verlegt sind. Auch wenn durch die anhaltenden Streckenmodernisierung ihre Zahl sinkt. Zwischen Rippberg und Walldürn liegen aber noch einige Meter.

Also ich stimme zu, daß es keinen definierbaren Übergang als solchen gab.


Viele Grüße

Michael

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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#12 von Stefan Walter , 26.11.2016 00:36

Hallo Alex,

der Oberbau mit Holzschwellen ist eindeutig älter.
Nach vielen Versuchen und Fehlschlägen zeigten sich unter Druck teerölimprägnierte Hartholzschwellen aus Buche oder Eiche als sehr haltbar und wurden zur Standardbauart. Die Liegezeit solcher Holzschwellen beträgt bei normaler Beanspruchung etwa 30 Jahre.
Der Oberbau mit Stahlschwellen wurde ab den 20er Jahren eingeführt. Der Einsatz fabrikneuer Stahlschwellen endete ca. 1939, als Stahl kriegswichtig wurde und die Stahlkontigente in die Rüstungsindustrie umgeleitet wurden.
Vorteile von Stahlschwellen gegenüber Holzschwellen: Liegezeit 50-60 Jahre, gegenüber 30-40 Jahre, außerdem ist eine Stahlschwelle mit ca. 80 kg leichter als eine Holzschwelle mit ca. 120 kg und lässt sich durch Schweißen reparieren. Nachteil: Gleise mit Stahlschwellen lassen sich schwieriger isolieren (f. Gleisbesetztanzeigen).
Obwohl ab ca. 1940 keine neue Stahlschwellengleise mehr verlegt wurden, bedeutet das aber nicht, dass bei Umbauten oder Abbauten wiedergewonnene Stahlschwellen nicht irgendwo anders wieder eingebaut wurden. Viele Schwellen beendeten ihre "Karriere" angefangen von Hauptbahngleisen auf einer Nebenbahn oder in einem Abstellgleis. Manche Nebenbahnen und Gleise 2. oder 3. Ordnung gleichen einem Flickenteppich verschiedener Oberbaubauarten, z.T. wechseln sich Holz- und Stahlschwellen (ich habe sogar Betonschwellen in so einem Gleis entdeckt) in Form mehrerer kurzer Stücke mehrmals in einem Gleis ab.
Im Grunde wurde alles Wissenswerte schon gesagt. Für deine Nebenbahnstrecke der DB in den 50ern im Harz kannst du getrost alles außer Betonschwellen verbauen, auch können sich kürzere Abschnitte verschiedener Bauarten abwechseln, nur übertreiben solltest du es nicht. Wichtig: die Gleise waren damals fast ausschließlich noch mit Laschen verschraubt. An den Übergängen zwischen den Schienenprofilen lagen Doppelschwellen (auch bei der Stahlbauart). Die lückenlose Thermit-Schweißung von bis zu 120m langen Gleisprofilen kam erst gegen Anfang der 60er Jahre auf Hauptstrecken zum Einsatz. Damit entfielen die Doppelschwellen. Betonschwellen kamen noch später, da sie wegen ihres sehr hohen Gewichts (eine Schwelle wiegt bis zu 250 kg) nur maschinell verlegt werden.

mfG
Stefan Walter


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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#13 von LaNgsambahNer , 27.11.2016 17:25

Moin,



Sowas meint Werner


[big]Ab 25.5. werde ich wohl längere Zeit wg. Umzug offline sein(siehe unten)[{big]

Gröt ut Hamborg (ab 1.6.22 ut Schöningen)👍😁
Kai 🍺
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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#14 von BR 85 , 27.11.2016 20:25

Hallo,

als letztes Jahr die Bahnstrecke nach Winterberg saniert wurde standen im Bahnhof Winterberg ein paar Paletten mit neuen Stahlschwellen rum. Werden immer noch verbaut , wenn auch nur als Ersatz für einzelne defekte Stahlschwellen.


Gruß

Lukas

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RE: Übergang Holz zu Stahlschwellen deutsche Bahn

#15 von Derrick23 , 27.11.2016 21:25

Die Doppelschwellen hatten sich auch bei gelaschten Gleisen mit den verstärkten Laschen erledigt!

Seit wann diese verbaut wurden, kann ich allerdings nicht sagen, ich würde sagen ab Anfang der 70er!


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