RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#1 von MicroBahner , 05.09.2016 12:41

Hallo,
Wolfgangs aktuelles Bauprojekt - der Bahnhof Greißelbach - haben ja sicher schon viele entdeckt. Um mich auch ein wenig am Bau der Altmühlmodule zu beteiligen, werde ich die Elektrik für den Bahnhof Greißelbach beisteuern. Das ist zwar sicher nicht so spektakulär wie die Bilder von der 'Oberseite' der Module, aber vielleicht interessiert es doch den einen oder anderen, der sich auch mit Elektrikbasteleien beschäftigt. Ausserdem ist es für Wolfgang auch eine Dokumentation seiner Elektrik .
Wolfgangs Wünsche führten letztendlich zu einer vielleicht nicht ganz alltäglichen Lösung.

Seine Weichen wird er mit Servos betreiben. Für die Ansteuerung braucht's also eine Elektronik um die Servoimpulse zu erzeugen. Ausserdem wollen die Tilligweichen polarisiert werden. Dafür habe ich mal meinen Arduino basierten Zubehördecoder vorgesehen. Wolfgang möchte die Weichen aber nicht über seine Multimaus stellen, sondern ein ganz klassisches Stellpult mit Kippschaltern für Weichen, Signale und Beleuchtung bauen. Um nun nicht ein vielpoliges Kabel zwischen Stellpult und Modulen einsetzen zu müssen, habe ich mich dafür entschieden auch in das Stellpult einen kleinen Arduino einzubauen ( die kosten ja fast nichts mehr ). Der liest die Schalter ein und erzeugt beim Betätigen entsprechende DCC Weichenbefehle, die dann über eine einzige Datenleitung zu den Decodern übertragen werden. Für die Verbindung Stellpult - Module werden daher nur 3 Kabel benötigt: Spannungsversorgung, Masse und eine Datenleitung. Diese 3 Leitungen werden dann auch durch alle Module geschleift. Darüber können dann in allen Modulen Weichen, Signale und die Beleuchtung geschaltet werden.

Im Übersichtsplan sieht das dann so aus:


Und das sind die 'realen' Module:

die müssen jetzt nur noch eingebaut werden

Alternativ kann er statt dem Stellpult auch eine kleine Zusatzplatine an ein beliebiges Modul anstecken. Dann läuft die Steuerung - ohne das zusätzliche Verdrahtung nötig ist - über das Gleissignal. Damit ist dann CV-Programmierung möglich, und die Weichen könnenüber die Zentrale gestellt werden. Es sind also grundsätzlich beide Betriebsarten alternativ möglich.


viele Grüße
Franz-Peter
Ein 'elektromechanisches' Stellwerk
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#2 von garti62 , 06.09.2016 11:50

Hallo Franz-Peter,

Zitat von MicroBahner

Das ist zwar sicher nicht so spektakulär wie die Bilder von der 'Oberseite' der Module, aber vielleicht interessiert es doch den einen oder anderen, der sich auch mit Elektrikbasteleien beschäftigt.



Da muß ich mal energisch widersprechen. Das ist sogar sehr spektakulär und wenigstens mich intereesiert es sehr. So langsam wächst da Schritt für Schritt ein richtiges DCC-Selbstbausystem heran . Bin schon sehr gespannt auf die Details.

Schöne Grüße
Ulli


erste Versuche: Weichenbau


 
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#3 von MicroBahner , 07.09.2016 16:28

Hallo Ulli,
danke für die Blumen - aber für die überwiegende Zahl der Stummies ist definitiv die Oberseite der Module spektakulärer - auch ich finde das, was Wolfgang da zaubert sehr spektakulär

Aber da es doch 1 oder 2 oder ... Stummies gibt, die sich auch für die Unterseite interessieren , hier noch ein paar Details.

Alle Schaltpläne sind in diesem PDF zu finden:
[attachment=2]Greißelbach-Schaltbilder.pdf[/attachment]
Die Zahl der Servo- und Polarisierungsausgänge unterscheidet sich etwas von Modul zu Modul. Hier nochmal der Gleisplan von Wolfgang:
https://abload.de/image.php?img=greisselbachv01ydu1g.jpg
Modul 1 ist das rechte Modul
Die Software basiert auf dem DCC-Zubehördecoder aus dem MoBaTools Thread, ist aber schon etwas weiterentwickelt ( das werde ich dann dort auch noch integrieren ). Die wesentlichen Punkte sind:

  • Es sind auch statische Ausgänge möglich ( zum Schalten von Beleuchtung )
  • Betriebsarten werden per Jumper und Spannungsteiler an einem Analogeingang eingestellt ( Normal - PoM aktiv - Programmiermodus ). Da braucht man dann nur einen Pin für mehrere Betriebsarten
  • Servos können in die Mittelstellung gefahren werden ( zur Justierung )
  • nicht benutzte Funktionsausgänge können deaktiviert werden. Z.B. der Ausgang für das Polarisierungsrelais wenn das Servo nur ein Signal stellt. Das spart Output-pins und so können meist bis zu 8 Funktionen genutzt werden
  • Die Konstantendefinitionen zur Anpassung der Software sind in eine eigene Datei ausgelagert - das erleichtert die Übersicht.


Dies ist der momentane Stand der Decodersoftware:
[attachment=1]DCC_Zubehoerdecoder.zip[/attachment]
Und das ist die Software für das Stellpult, die die DCC-Telegramme erzeugt:
[attachment=0]Switch2Dcc.zip[/attachment]
Morgen wird's ernst - da wird die Elektrik eingebaut. Dann muss es nur noch funktionieren ...
Beim nächsten Stummitreff wollen wir schon drauf fahren


viele Grüße
Franz-Peter
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#4 von Wolfgang44 , 08.09.2016 20:10

Hallo Franz-Peter,
hat ja alles wunderbar geklappt! Ich bin echt begeistert was man da für ca €55 an Hardwarekosten alles an Möglichkeiten hat!
Deine Arbeit und Unterstützung ist sowieso unbezahlbar - vielen Dank, und nun kann die Generalprobe beim Stammtisch kommen


Grüße aus Nürnberg
Wolfgang
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#5 von bauerflower , 06.01.2017 12:30

Hallo Franz-Peter,

die Ansteuerung von Wolfgangs Lokschuppen ist echt klasse.

Gedanklich war ich hier immer bei einer Ansteuerung mit einem Servo . Warum, keine Ahnung.

Die 2-Servo Lösung eröffnet da doch mehr Möglichkeiten. Kann man mit Deiner Ansteuerung auch erst das eine Tor und dann das andere öffnen? Würde Bahnh-Personal sparen

Viele Grüße

Thomas


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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#6 von MicroBahner , 06.01.2017 16:14

Zitat von bauerflower
Kann man mit Deiner Ansteuerung auch erst das eine Tor und dann das andere öffnen? Würde Bahnh-Personal sparen

Hallo Thomas,
in der jetzigen Software ist das nicht vorgesehen, ließe sich aber mit wenigen Zeilen Code nachrüsten. Vielleicht hat Wolfgang da auch Interesse dran?

Beim nächsten Stummitreff können wir ja mal drüber reden.


viele Grüße
Franz-Peter
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#7 von Wolfgang44 , 06.01.2017 16:47

Hallo Franz-Peter,
ja mit dem Gedanken hab ich schon gespielt
Obwohl ja die Möglichkeit bestünde für jedes Tor/Servo auch einen eigenen Schalter zu benutzen gibt es ja auch die Möglichkeit das softwaremäßig so zu programmieren dass zuerst ein Flügel geöffnet wird und nach 1 sec der 2.
Mit getrennten Schaltern könnte man dann aber auch mal nur einen Flügel aufmachen, hat auch seinen Reiz :


Grüße aus Nürnberg
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#8 von 211064 , 13.01.2017 08:26

Hallo Franz-Peter,

ich habe den Thread gerade erst entdeckt, finde das sehr interessant und werde mich eingehend mit den Schaltplänen befassen. Danke, dass Du uns daran teilhaben lässt!


Viele Grüße
Christoph

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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#9 von 211064 , 21.01.2017 22:40

Hallo Franz-Peter,

ich habe mir zunächst den Schaltplan für das Schaltpult angeguckt. Leider bin ich eletrotechnisch ziemlich unterbelichtet. Ich habe vor ein paar Jahren inzwischen nach einem Schaltplan in einem Miba-Spezial eine Start-Zieltasten-Schaltung zusammengelötet, die jeweils +12 V am Ausgang zur Verfügung stellt. Das lässt sich mit deiner Arduino-Lösung nicht kombinieren, weil die gegen Masse schaltet, also quasi -12 V benötigen würde. Sehe ich das richtig?


Viele Grüße
Christoph

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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#10 von silv1971 , 29.10.2020 18:24

Hallo Franz-Peter,

eine Frage zum Stellpult. Kommen hier nur Taster zum Einsatz oder können statt 16 Taster auch 8 Wechselschalter verwendet werden?


Viele Grüße
Silvio

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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#11 von MicroBahner , 30.10.2020 08:48

Das Stellpult ist für Schalter ausgelegt. Jeder Schalter kann also in Position EIN oder AUS sein, und das kann die Software auswerten. Für Momentfunktionen könnte man auch Taster nehmen. Das muss dann in der Software entsprechend berücksichtigt werden.
Was versprichst Du dir von den Wechselschaltern?


viele Grüße
Franz-Peter
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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#12 von silv1971 , 30.10.2020 09:29

Moin Franz-Peter,

die Wechselschalter kann ich dann direkt ins Stellpult einbauen und erkenne an der Schalterstellung die Weichenlage und die Stellung der Signale.

Bei den Weichen braucht es dann kein Wechselschalter sein sondern nur einfach "AN" und "AUS". Verstanden.

Bei (Licht-) Hauptsignalen kann ich aber mit einem Schalter "EIN - AUS - EIN" in eine Richtung den Fahrtbegriff und in die andere Richtung Sh1 schalten. Mittelstellung des Schalters wäre dann "Rot" am Signal. Oder habe ich hier noch einen Denkfehler?


Viele Grüße
Silvio

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RE: Bahnhof Greißelbach - die Elektrik

#13 von MicroBahner , 30.10.2020 09:36

Zitat

Bei (Licht-) Hauptsignalen kann ich aber mit einem Schalter "EIN - AUS - EIN" in eine Richtung den Fahrtbegriff und in die andere Richtung Sh1 schalten. Mittelstellung des Schalters wäre dann "Rot" am Signal. Oder habe ich hier noch einen Denkfehler?

Das geht natürlich. Sind aus Sicht der Software dann 2 einzelne Schalter, die sich aber durch die Mechanik nie beide gleichzeitig einschalten lassen.


viele Grüße
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