RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#1 von Waldo-Pepper , 01.10.2016 18:40

Hallo zusammen,

ich möchte meine Roco BR 44 1315 digitalisieren. Gibt es einen passenden Märklin Decoder den ich hier nehmen kann ? Den vorhandenen Motor wollte ich aber beibehalten.

Gruß
Thorsten


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#2 von WiTo , 02.10.2016 11:35

Hallo Thorsten,

ich bin jetzt nicht so der Märklin-Decoderexperte, aber ich weiß in etwa, wie die Roco-44-er aufgebaut sind. Da du ein Roco-Modell besitzt, das bereits für Wechselstrom ausgelegt ist, muss da irgendwo in der Lok ein elektronisches Umschaltrelais eingebaut sein, das gleichzeitig auch als Gleichrichter fungiert, also den Wechselstrom im Analogbetrieb in Gleichstrom für den Motor umwandelt.

Am einfachsten ist es nun also, wenn du einen (beliebigen) Decoder für Gleichstrommotoren nimmst und diesen 1:1 gegen das besagte Umschaltrelais ersetzt. Jetzt kommt es auf deine Zentrale an, was das für ein Decoder sein muss. Wenn deine Cetrale nur Märklinformat kann (Motorola und mfx), dann ist die Auswahl an Decoder etwas kleiner, ist es eine Multiprotkollzentrale, geht fast alles an Decodern. Muss es unbedingt mfx sein, ist die Auswahl eher klein, aber nicht automatisch auf Märklin beschränkt. Du könntest zum Beispiel einen ESU 4.0 M4 nehmen, der dann wie ein mfx-Decoder von Märklin arbeitet und sich selbst an deiner Zentrale anmeldet.

Entscheidend wird aber sein, dass der Decoder von den Abmessungen dort rein passt, wo das Umschaltrelais bisher saß. Weiter ist zu bedenken, dass mit dieser Einfachstversion der Digitalisierung nützliche Funktionen, wie schaltbares Licht und Rauchsatz noch nicht funktionieren werden. Dazu musst du etwas tiefer in die Elektrik deiner Lok einsteigen und ggf. neue Verkabelungen durchführen. Dafür kann es nützlich sein, dass der Decoder in der Lok sitzt, weil nur so eine Verbindung vom Decoder zum Licht und zum Rauchsatz geschaffen werden kann. Dazu muss man das Lokgehäuse, das aus zwei Kesselhälften (oben und unten) besteht, aushebeln und da Zinkgewicht im Kessel etwas kürzen, um Platz für den Decoder zu schaffen ( fuckelig, aber machbar). Dazu muss man dann auch noch das Führerhaus abziehen. Die zweipolige Kupplung zum Tenden kann eben nicht so viele Informationen übertragen, darum muss der Decoder in die Lok und der Motoranschluss wird dann aus der Lok über die Kupplung in den Tender übertragen, wo du ggf. noch die direkte Verbindung zum Motor herstellen musst. Die Tenderbeluchtung kannst du so leider immer noch nicht schaltbares machen.

Ich fürchte, das war jetzt ein bisschen viel auf einmal, aber digitalisieren ist nicht mal eben mit " mach mal so und so, dann ist das fertig" zu beantworten. Es kommt darauf an, was für Voraussetzungen du hardwaremäßig hast und was du selber erreichen möchtest. Ich habe bewusst die Variante einer Soundausstattung, die grundsätzlich auch möglich wäre, mal weggelassen.

Ich hoffe aber, dass ich dir trotzdem ein wenig weiter helfen konnte und vielleicht finden sich ja noch ein paar echte Digitalisierungsexperten, die dir noch detaillierter Auskunft geben können und auch zum Thema "Märklindecoder" was beitragen können. Ich habe bisher ESU, Tams und Uhlenbrock als Decoder eingebaut, aber noch nie was von Märklin, daher kann ich dazu nichts konkretes sagen.

Liebe Grüße

Thomas (WiTo)


Meine Anlage:
https://www.stummiforum.de/viewtopic.php?f=64&t=121964

Computer hat man, um Probleme zu lösen, die man ohne Computer nicht hätte (für Modellbahnanlagen gilt sinngemäß das Gleiche).


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#3 von JUMBO 44 , 02.10.2016 12:09

Hallo Thorsten,

der Thomas hat es ja ausführlich beschrieben, und ich kann dem nichts mehr hinzufügen. Jedoch sollte genügend Platz im Tender der BR 44 für
einen Standard.-Decoder sein.

Zu den MÄRKLIN.-Decodern sei gesagt, dass sie ziemlich eingeschränkte Motor.-CV´s haben und somit nicht die beste Wahl für einen alten ROCO.-Motor sind.

Der Vorschlag einen ESU 4.0 4M = 64610 oder einen ESU 4.0 = 54610 für diese Lok zunehmen finde ich richtig, dieses habe ich selber bereits mehrmals gemacht mit guten Ergebnissen.

Natürlich muss in der Lok einiges geändert werden um eine gute Beleuchtung zu erreichen, aber das ist alles händelbar, es bedarf jedoch ein
wenig Kenntnis in der Sache der Verdrahtung.

Gruß Peter


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Gruß vom Unterenniederrhein


 
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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#4 von Waldo-Pepper , 02.10.2016 18:48

Danke für eure Antworten.

Ich steuere mit einer Märklin CS2 (60215)
In Sachen Umbauten bin ich kein Neuling. Ich habe schon ein paar Loks erfolgreich umgebaut. Allerdings bisher immer Märklin Loks mit Märklin Decoder.
Mit ESU habe ich bisher keine Erfahrungen sammeln können.

Muss bei einem solchen Decoder auch etwas am Motor verändert werden (Drosseln ??) ? Bei meinen Märklin Loks habe ich bei der Digitalisierung bisher immer auch einen neuen Motor mit eingebaut.

Den Decoder wollte ich in jedem Fall in der Lok unterbringen. Im Tender ist eher wenig Platz. Zumal ich ihn mit LED Beleuchtung versehen wollte.

Gruß
Thorsten


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#5 von JUMBO 44 , 03.10.2016 08:42

Moin Thorsten,

60215 passt doch, die kann MM und DCC somit sollte
die Einstellungen von Fremddecoder kein Problem sein.

Motoraustausch, Nööö, das würde teuer, Drosseln wäre
bei dem alten Motor ratsam, den Decoder würde ich da
unterbringen wo bis dato der Umschalter gesessen hat.

Gruß Peter


In der Ruhe liegt die Kraft.

Gruß vom Unterenniederrhein


 
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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#6 von Waldo-Pepper , 03.10.2016 10:53

Danke Peter,

dann werde ich mir einen der beider Decoder bestellen. Habe einen Verkäufer gefunden, der auch die passenden Drosseln hat.
Nutzt du den Stecker für NEM, oder lötest du die Kabel direkt an ?

Ich nehme an, der Decoder ist bereits fertig konfiguriert ?
Ähnlich wie bei Märklin.

Wie gesagt, mit ESU kenne ich mich jetzt (noch) nicht aus.
Wobei so eine Lokprogrammer und Prüftstand mich reizen würden.
Früher oder später werde ich mir auch so was anschaffen.

Gruß
Thorsten


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#7 von JUMBO 44 , 03.10.2016 15:58

Hallo Thorsten ,

ja, der Esu.-Decoder hat eine Grundeinstellung, die viele
Motortypen abdeckt.

In der Anleitung stehen auch einige CV-Beispiele für einige
andere Motoren.

Ich halte es bei der Einstellung so, Lok auf's Gleis,
schauen wie sie sich bei VMAX zeigt, wenn sie im Messbereich
zuschnell ist minimiere ich erst die CV 53 bis es passt.
Anschließend wird Fahrstufe 1 kontrolliert, ruckelt die Lok
wird der Wert in CV 52 minimiert bis es passt bzw. erhöht.

CV 5,6,4,2, beeinflusses selten, aber das macht jeder wie er es mag.

Und ja, den Stecker entsorge ich immer und löte direkt ans Kabel.
Den Programmer habe ich, der ist nicht mehr wegzudenken.

Gruß Peter


In der Ruhe liegt die Kraft.

Gruß vom Unterenniederrhein


 
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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#8 von Waldo-Pepper , 03.10.2016 16:45

Danke Peter für die ausführlichen infos.

Kannst du auch noch einen Rauchsatz empfehlen ?
Ich hätte noch einen Seuthe #22 übrig.
Passt der evtl. ?

Gruß
Thorsten


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#9 von JUMBO 44 , 03.10.2016 18:56

Hallo Thorsten,

Ob der der passt, da bin ich überfragt, ich hab keine
RG im Gebrauch.

Fakt ist , wenn du ihn gegen Masse schaltest sollte er
bei 10 bis 16 Volt funktionieren , sonst ist da nicht viel
mit Dampf. Der 16/22 Volt würde nicht so gut funzeln.

Gruß Peter


In der Ruhe liegt die Kraft.

Gruß vom Unterenniederrhein


 
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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#10 von H0WechselStromFahrer , 16.10.2020 07:16

ich habe die Roco schon länger digitalisiert. Auch wenn der Tenderantrieb nicht so gern gesehen wird.
Der Tender hat ein recht hohes Gewicht.
Grundsätzlich fährt die Lok ruhig.

Jetzt kommt das LEIDER:

1. ist die Zugkraft leider nicht so hoch.
2. DAS MANKO: bei allen K-Weiche schafft es die Lok selbst ohne Zug kaum über die Pukos.

Abhilfe?

mehr Freiraum für den Schleifer oder das Gewicht im Tender reduzieren.

Lösungvorschläge nehme ich gerne an.


Gruß

Matthias


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#11 von silz_essen , 16.10.2020 07:39

Hallo zusammen,

meine Antwort auf die miese Zugkraft der Lok war: Einen zweiten Tender dahinter hängen! Vorne ein Häuschen angebaut nach dem Vorbild, wie es beispielsweise der Zweittender der 41 360 hat. Damit ist das sogar halbwegs naturgetreu. Leider ist die Lok jetzt so lang, dass sie nicht mehr auf eine europäische Drehscheibe passt.
Die schlechte Zugkraft des alten Roco Modells kommt dabei im Wesentlichen aus dem Umstand, dass die vorderen beiden Tenderachsen nicht angetrieben sind, damit vom Tender auch nur die halbe Masse als Reibungsgewicht zur Verfügung steht. Und das ist für eine schwere Güterzuglok einfach zu wenig. Scheinbar ist im vorderen Tenderdrehgestell auch noch zu wenig Höhenspiel, sodass die erste Achse des hinteren Drehgestells teilweise in der Luft hängt. Auch ist der angetriebene Achsstand so kurz, dass die Lok (besser gesagt der Tender) auf Weichen teilweise mit allen angetriebenen Rädern auf den Spurkränzen aufsteht, somit die Haftreifen keinen Kontakt zur Schiene haben und der Antrieb durchdreht.
Abhilfe könnte also ein Einbau von Zahnrädern in das vordere Tenderdrehgestell sein. Dann muss allerdings der Schleifer unter die Lok und da hatte ich vor Jahr und Tag meine negativen Ergebnisse, da das Fahrwerk der Lok (bedingt durch den vorbildgerechten Steifrahmen) zu viel Seitenspiel hatte und der Schleifer in jeder Weiche Ärger machte.

Gruß
Maritn


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RE: Roco BR 44 1315 (14126 A) digitalisieren

#12 von H0WechselStromFahrer , 16.10.2020 08:20

Danke für die ausführliche Erklärung!

Schade, den ganzen Aufwand, die Lok darf dann nur wohl nur Kurzfahrten antreten oder BW

Sind die neueren 44er von Roco (6XXXX) (7XXXX )auch so anfällig?


Gruß

Matthias


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