ich bin neu hier und möchte mich kurz vorstellen: Mein Name ist Michael, ich bin 45 Jahre alt und wohne in der Nähe von Karlsruhe/Baden. Ich lese schon seit einiger Zeit in diesem (und anderen) Modellbahnforen mit. Ich finde es faszinierend, dass nicht nur ich ein verrückter Modellbahner bin, sondern dass da draußen noch viel mehr und viel Verrücktere als ich es bin herumlaufen und ihre Zeit investieren, ihr Wissen mit anderen hier zu teilen. Vielen Dank dafür!
Mich hat der Modellbahn-Virus mit ca. 6 Jahren ereilt, als ich meine erste Fleischmann H0-Eisenbahn von meinen Eltern geschenkt bekommen habe. Zwischenzeitlich hat das „Krankheitsbild“ dann fast 3 Jahrzehnte geruht, um mit der Geburt meines Sohnes wieder auszubrechen. Nun, der Gleichstrom-Modellbahn im Maßstab H0 bin ich durch die Fleischmann-Altlasten aus der Kindheit treu geblieben und habe in den letzten 2 Jahren auch einige alte Lokomotiven mit ESU-Digitaldecodern nachgerüstet und neuere Sachen zugekauft. Ich fahre damit als Digital-Einsteiger mit der Roco Lokmaus auf Fleichmanns Modell-Gleisen. Neueste Errungenschaft ist der ESU-Lokprogrammer, da er für mich eine einfache Möglichkeit bietet, die CVs zu ändern und die Funktionsausgänge der ESU-Decoder an z. B. Beleuchtungsschnickschnack (Feuerbüchse etc.) anzupassen.
Nun zu meiner aktuellen Frage: Ich habe in der Bucht ein digitales, grünes Roco Krokodil der SBB (schweizer Krokodil, Be/Ce 6/8II) zu einem akzeptablen Preis ersteigern können. Dabei handelt es sich wohl um ein ca. 18 Jahre altes Modell aus einem Zugset (Art.-Nr. 43043), welches damals durch Roco Schweiz vertrieben worden ist. Dieses Modell beruht auf dem damaligen analogen Lokmodell von Roco, hat aber statt der Standard-Platine eine Decoder-Platine mit Lenz-Decoderbauteilen drauf und weiterhin 2 Schwungmassen am Motor. Die Beleuchtung ist nicht schaltbar, sondern die Glühlämpchen leuchten (bzw. flackern) in Fahrtrichtung, wenn man den digitalen Regler in eine der beiden Fahrtrichtungen dreht. Eine Decoderbeschreibung oder Ersatzteile gibt es weder bei Roco Modelleisenbahn GmbH (als Nachfolger der Roco Deutschland, aber nicht Roco Schweiz Tochter), noch bei Lenz. Es scheint ein kleiner „Exot“ zu sein.
Im Moment besteht das akute Problem, dass die Maschine auf den Fleischmann-Weichen Kurzschlüsse verursacht. Bei mittlerer Geschwindigkeit werden diese nur als kurze „Overload“-Anzeige am Roco Verstärker angezeigt, die Lok fährt aber weiter. Fährt man langsamer bis hin zum Kriechgang gibt es dann den entsprechenden „Nothalt“ und die Kurzschlussanzeige an der Lokmaus. Bei einer Fleischmann-Dampflok (BR 52) konnte ich das Problem durch Entfernen des hinteren Stromabnahmebleches am Loktender lösen. Seitdem fährt die Dampflok auch ohne Kurzschluss rückwärts durch die Weichen. Da noch ein Rückgaberecht beim Krokodil besteht, möchte ich an der Lok noch nicht viel selber herumdoktern und frage deshalb hier, ob andere ebenfalls die Erfahrung von Kurzschlüssen bei digitalisierten Roco Krokodilen gemacht haben. Ich habe ja die Stromabnehmer für die Beleuchtung am Vorlaufgestell und das Lokchassis als gemeinsamen Rückleiter in Verdacht.
Hallo Vossi, m.E. handelt es sich um eine 43538 Variante,die als analog Modell auf den Markt gekommem ist.Sofern die Lok jetzt digital ist wurde sie umgebaut und hat kleine Fehler wie z.B. das flackernde Licht oder die Kurzschlüsse. Ich würde die Lok zurückgeben und auf eine neu günstige Gelegenheit warten. Gruss Wolfgang
Ich habe das Rocodil 69529. dieses ist gemäss Ersatzteillisten antriebstechnisch identisch aufgebaut wie das Deinige. Der Motor wirkt zwar absolut Vorbildgereu auf die Antriebswelle und die Räder werden über das Gestänge angetrieben. Aber mann kann es mit der Vorbildgetreue auch übertreiben. Mein Rocodil ist jedenfalls die grösste Antriebskrücke die ich habe.
Nur so nebenbei Falls du mit den Fahreigenschaften nicht zufriedenn sein solltest und falls du das Deinige wieder zurückgibst. schau dir auch mal das Trix-Krokodil an. Das wird zwar 2 bis 3 mal soviel kosten wie dein Rocodil, Fahrtechnisch sind da aber Welten dazwischen.
Wenn der Preis gut genug war, würde ich den Decoder einfach gegen einen neuen tauschen, ich nehme einfach mal an, dass du mit einem alten Lenz Decoder (wenn der wie das Modell 18 Jahre alt ist, kann der wahrscheinlich nur Registerprogrammierung) würdest du mit den Fahreigenschaften sowieso nicht zufrieden sein.
Ich würde einen LoPi oder Zimo einbauen. Und vielleicht mit dem Verkäufer mal klären, ob es vielleicht einen kleinen Rabatt gibt.
Ich würde die lok auch zurückgeben und nach einer herstellermäßig digital-fähigen variante (schnittstelle) ausschau halten.
Ich hatte bei meiner roco 43941 auch lfd. kurzschlussprobleme. Es stellte sich heraus das die 3 metall chassisteile unter verschiedenen stromphasen standen. Wenn sie sich berühten gab es kurzschluss Ich habe dann die ganze maschine zwischen rad-/ puko-schleifern sowie motor/beleuchung und decoder ganz neu verkabelt.
bei der ersten Generation der Roco-Krokodile ist bei der DC-Version eine Radseite mit dem Lokchassis elektrisch verbunden. Dies über die kombinierten Radschleifer-Lampenhalterungen. Ob auch die Radschleifer der gegen die Lokmitte stehenden Treibachsen eine Verbindung zum Chassis haben, konnte ich auf die Schnelle nicht prüfen. Berühren sich nun die Räder der anderen Lokseite und das Chassis, gibt es einen Kurzschluss. Die Lösung ist aber - im Gegensatz zum AC-Krokodil sogar ohne Bohren eines zusätzlichen Lochs für das Schleiferkabel - möglich: Entweder neue Lampenhalterungen beschaffen, oder die alten so trennen, dass die Radschleifer keine direkte Verbindung mehr zum Chassis haben und sie mittels zusätzlichem Kabel mit dem Decoder verbinden. Falls Du einen neuen Decoder einbaust und auch noch die Kontakte der Lampe zum Chassis trennst, kannst Du die Beleuchtung potentialfrei an den Decoder-Rückleiter anschliessen, so dass sie nicht mehr flackert.
Bei alldem: Vorsicht beim Abheben des Mittelgehäuses. Es kann mittlerweilen sehr spröde sein und leicht zersplittern.
wow, vielen Dank für die sehr schnellen und sehr ausführlichen Informationen.
Ich hatte zunächst meine Fleischmann-Modellgleis-Weichen - besonders die Bogenweichen - im Verdacht. - Ja, die sind leider aus Platzgründen durchaus zahlreich eingebaut, werden aber bei der nächsten Anlage keine Verwendung mehr finden. Auch das Entfernen der Drahtbrücken (um einige Schienenteile in der Weiche stromlos zu machen) brachte keine Verbesserung.
Aber: Das/Dieses Krokodil hat eine "Schokoladenseite". In einer Richtung aufgegleist durchfährt es alle Weichenkombinationen langsam und schnell ohne jegliche Kurzschluss-Probleme, in der anderen Richtung kommt es dann immer wieder zu den Kurzschlüssen. Da spricht aus meiner Sicht dafür, dass wirklich ein Kontakt der Räder am Chassis - wie von Lidokork beschrieben - vorliegt. Immer wenn die Radseite mit dem Stromabnehmer und Chassis-Verbindung "unglücklich" auf der Anlage steht, kommt es in den (Bogen-)Weichen zum Kurzschluss.
Der Lok-Kauf ist inzwischen rückabgewickelt, weil: 1) sehr alter Decoder bzw. zusätzliche Arbeit/Kosten, wenn man einen Neuen einbauen möchte (ggf. Ersatzplatine aus 43000er Reihe notwendig, die dann bearbeitet wird) und evtl. weiterhin Probleme mit Kurzschlüssen, 2) bei all den Kurzschlussproblemen die Risse in den Metallgehäusen der Vorbauten zunächst meiner Aufmerksamkeit entgangen sind.
@Heinzi: Ich habe mir mal Trix-Modelle und deren Preise angeschaut - ich fürchte, meine persönliche finanzielle Grenze bzw. das Geld, das ich bereit bin für eine Lok auszugeben, wird hier überschritten.
@Lidokork: Das Problem des versprödenden Kunststoff des Mittelgehäuses habe ich bislang nur bei den braunen Roco-Krokos gelesen. Hier gibt es auch keine Ersatzteile mehr. Ist das bei den Grünen denn auch ein Problem? Die Risse in den Metallvorbauten fand ich bei "meinem Modell" auch ein wenig merkwürdig.
Im Moment baue ich dann lieber meine alten "Kinderschätze" auf einen Digitalbetrieb um und warte auf eine gute Gelegenheit einer Roco 63528 (bereits mir 8-poliger Schnittstelle und daher hoffentlich wenige problematisch). Leider scheinen grüne Schweizer Krokodile Typ Be/Ce 6/8II - und dann auch noch in der digital vorbereiteten Version - eher selten in der Bucht und auf MoBa-Börsen zu sein. Die behalten die Besitzer wohl lieber selber.
Allen nochmals vielen Dank für Ihre Kommentare und Hilfe.
Servus Zusammen ich weiss, Thread wurde schon länger nicht mehr beackert, und das Problem hat sich für den Initianten gelöst - aber ev. helfe ich hiermit trotzdem noch jemandem, der ein ähnliches Problem hat:
Ich habe ebenfalls ein grünes Roco Krokodil H0, AC Version und hatte nach Einbau von LoPi 4.0 das gleiche Phänomen: In eine Fahrtrichtung oft kurze Kurzschlüsse, die zum Stocken der Lok führten (gesehen auf Teststrecke mit MS1).
Analyse hat ergeben, dass das ganze Chassis (wie weiter oben bereits konstatiert) unter Strom steht (vom Schleifer, also nicht Masse), zudem aber auch das Gestänge! Diese berührte nun in gewissen Situation mit einer Schraube das Rad ganz aussen, welches natürlich an Masse war. Abschleifen der beiden Schrauben vom Gegengewicht am Gestänge löste das Problem vermutlich; ich muss noch weitere Tests machen, um dies wirklich zu bestätigen, da ich kurze Kurzschlüsse mit meiner TAMS Redbox nicht feststellen kann (mit der MS1 aber schon).
Grüsse Guido
Redbox mit internem Booster, PC und TAMS Weichedecoder und Rückmelder. Märklin Rollmaterial, Mittelleiter C- und K-Gleis, ESU Lopi 4.0 M4 Anlagenplanung Anlagenbau
Zitat Analyse hat ergeben, dass das ganze Chassis (wie weiter oben bereits konstatiert) unter Strom steht (vom Schleifer, also nicht Masse)
damit ist die Lok nicht normgerecht, denn für Mittelleitersystem erlaubt die NEM auf Rahmen, Gehäuse und Kupplung zwar Radpotential, nicht aber Schleiferpotential!
Grober Konstruktionsfehler.
Freundliche Grüße Erich
„Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt.“ Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.
Hallo Guido, Prüfe, ob der Schleifer eventuell falsch montiert ist. Vermutlich berührt der zum Schleifer führende Draht oder der Schleifer das Lokchassis. Anders ist deine Fehlerbeschreibung nicht erklärbar. Volker
Wie von mir schon weiter oben geschrieben, ist die lok sehr kritisch verkabelt. Da das hier im forum seit jahren schon immer wieder mal für die älteren AC-versionen zu lesen war, ist es vermutlich ein herstellungsfehler. Ich habe bei meinem 43941 eine ganze weile gebraucht und gemessen bis ich das gepeilt hatte. Man muss die isolierung des schleifers gegen das fahrgestell prüfen/ergänzen. Soweit ich mich erinnern kann habe ich ein neues rotes kabel vom schleifer zur schnittstelle/decoder verlegt, damit sichergestellt ist, dass keine andere verbindung besteht. Alle sonstigen kabel von den 3 fahrgestellteilen/radschleifern an zentralen punkt zusammenfassen und weiter an das schwarze decoder-kabel oder dessen schnittstellenanschluss. Auch die fassungen der spitzenbeleuchtung sind direkt mit den radschleifern verbunden. Um flackern zu vermeiden müssen diese ebenfalls gegen das fahrgestell isoliert und mit decoder-plus (blau) verkabelt werden.
wenn ich mich recht erinnere, so hat Roco bei manchen AC-Versionen das Metall-Chassis für den Mittelleiter-Anschluss genutzt - ob das jetzt gegen irgendwelche Normen verstößt, steht auf einem anderen Blatt.