#1 von
Sven Kerkvliet
(
gelöscht
)
, 15.10.2016 12:03
Hallo,
Bislang waren bei mir immer nur Steuerwagen mit Zugschlussbeleuchtung versehen, aber ich wollte auch andere Wagen im Zugverband mit Zugschlussbeleuchtung fahren lassen. Da die meisten Wagen ja universell überal im einem Zug eingereiht werden können sollte die Zugschlussbeleuchtung auch ein-/ausschaltnar sein. Da ich aus Kostengünden nicht in allen Wagen mit Zugschlussbeleuchtung einen Funktionsdecoder einsetzen möchte habe ich das jetzt auf andere Weise gelöst. Wie genau und mit welchem Ergebnis wollte ich Euch hier mal zeigen:
Was ist hier anders als sonst üblich am Wagenboden einer Roco 1:87 massstäblicher langen Bm ? :
Jawohl, da ist ein "Kasten" zu viel. Vorweg: Diese Lösung ist damit für Nietenzähler leider nicht geeignet:
Dieser 'Kasten" ist ein einfacher Pfennigartikel-Schalter:
An den Seiten schwarz lackiert fällt der Schalter schon viel weniger auf:
Per Handbohrer werden zwei winzige Löcher in den Wagenboden gemacht, die beiden Pins werden dann hindurchgesteckt und umgebogen:
In diesem Fall hat Roco schon die ganze Vorarbeit gemacht: 8-Punkte-Stromabnahme per Halbachsen. Der "Sammeldraht" der einen Schiene geht direkt an die LEDs. Der andere über den Schalter an die LEDs. Vorwiderstand und eventuellen Brückengleichrichter bitte nicht vergessen:
Die Beleuchtung selbst besteht aus ganz normale rote 3mm rundkopf-LED, welche dan flach und so zurecht geschliffen werden, dass sie klemmend in den Lampenöffnungen eingesetzt werden können. Kleben ist immer so eine Sache mit LED. Dann lieber schleiffen und des öfteren Mal ausprobieren ob die Sache schon klemmend passt. Wenn man gut hinschaut glaubt man sogar die Glühbirnen in den Zugschlusslampen erkennen zu können :
Wenn der Wagen am Zugende eingesetzt werden soll und die LED sollen eingeschaltet sein muss man den Wagen mal kurz anheben und den Schalter betätigen: einfacher geht es nicht. Widerstand für die LEDs bitte den persönlichen Geschmack nach anpassen. Persönlich mag ich es nicht so grell obwohl die LEDs hier auf den Bildern ziemlich grell aussehen ist dem in Wirklichkeit nicht so. Die Zugschlüssbeleuchtung bei diesen Wagen ist beim Vorbild, mit einfachen Glühbirnen drin, auch eher als schwach zu bezeichnen:
Der Umbau ist wie gesagt ziemlich einfach, universell (egal welche Marke oder Gleissystem ab H0 und Grösser) durchfürbar und ohne mit all zu viel Kosten verbunden. Da kann man ruhig mal ein paar Wagen mehr machen:
Oder wie hier ein Güterwagen (SNCF von Jouef umgerüstet auf KKK) mit aus 2mm LEDs selbstgemachten SNCF-Zugschlusslaternen:
Ich hoffe dass dieser Bildbericht Euch, als mal so als Anregung für das eigene Fuhrpark, gefallen hat. Fragen, Anmerkungen und Tipps sind wie immer sehr willkommen.
Gruß Magnus ------------------------------------------------------------------------ Tams MC / Delta Control 66045 ESU Switch Pilot / Tams S88-4 Lok-Decoder: mfx, MM, DCC / C-Gleis Mageia Linux; Raspi, andRoc
eine wirklich einfache und geniale Lösung. Dein ausführlicher bebilderter Bericht ist gelungen und regt sicherlich zum nachbauen an. Evtl. könntest Du die Artikrlnummer und Bezugsquelle noch ergänzen?
#4 von
Sven Kerkvliet
(
gelöscht
)
, 16.10.2016 10:49
Zitat von acbahner2005Moin Sven,
eine wirklich einfache und geniale Lösung. Dein ausführlicher bebilderter Bericht ist gelungen und regt sicherlich zum nachbauen an. Evtl. könntest Du die Artikrlnummer und Bezugsquelle noch ergänzen?
Danke Manuel
Hallo Manuel,
Das mit dem Anregen zum Nachbauen ist immer schön zu hören.
Der kleine Schalter nennt sich entweder Micro-, DIP-, Codier-, Schiebe- oder Piano-Schalter ( 1-polig RM 2.54 ) und gibt es bei den bekannten (Internet-) Elektronikhäusern. Kostenpunkt: etwa Euro 0,75 Stück.
Dann habe ich versäumt zu erwähnen dass nach den Schleiffarbeiten am LED-Kopf dieser mit ein kleines Stückchen Schrumpfschlauch versehen wird damit später kein ungewollter Lichtaustritt bei den Einstiegstüren zu sehen ist.
Hier mal gezeigt an einer unbearbeiteten LED:
Eigentlich sollte der Schrumpfschlauch so lange sein dass dieser sich, nachdem er kurz erwärmt wurde, hinten (= Beinchen-Seite) mit den Nägeln oder Pinzette zukneifen lässt. Damit wird verhindert dass hinten an der LED noch ungewolltes Licht austreten könnte.
- Tag Sven, danke für die Bauanleitung ! hatte schon mal in Erwägung gezogen, einen ganz leicht beweglichen Kippschalter am Wagenboden anzubringen und den dann via Entkupplungsgleis zu steuern, oder besser noch ein magnetisches Relais ... es muß nicht immer digital sein, im elektromechanischen Bereich stehen schon noch Möglichkeiten offen .
@ "Hartmut28": Da fehlt bei Dir ein " " vor dem "http://...."
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
#9 von
Sven Kerkvliet
(
gelöscht
)
, 18.10.2016 00:11
Hallo,
Selbst habe ich die Schalter vor Jahren mal über ein grosses Internet-Auktionshaus bezogen. Gibt es aber auch bei (Internet-)Elektrofachgeschäfte usw.
Die zwei-, drei- oder sogar noch mehr poligen Schalter geben noch mehr "Spielraum" für Sachen wie beidseitiges Schlusslicht, Schlusslicht + Innenbeleuchtung, Arbeitslicht an Dienstfahrzeuge und bestimmt noch vieles mehr. Selbstverständlich ist der Einsatz eines Funktionsdecoders viel schöner, aber wenn letzteres z.B. durch den Besitz eines grösseren Wagenparks doch ziemlich Kostenspielig wird stellen die erwähnten Schalter vielleicht doch eine gute und auf jeden Fall eine günstigere Alternative dar.
Bitte die technischen Daten beachten! Stromstärke z.T. nur 25mA
Gruß klein.uhu
| : | ~ analog
Gruß von klein.uhu Es ist keine Schande, etwas nicht zu wissen, wohl aber, nichts lernen zu wollen. (Sokrates) Fantasie ist wichtiger als Wissen, denn Fantasie ist unbegrenzt. (Einstein)
#13 von
Sven Kerkvliet
(
gelöscht
)
, 03.11.2016 14:16
Hallo,
Hier mal kurz eine H0 WLABm der SZD von der firma Sachsenmodelle mit LED-Zugschlussbeleuchtung:
Die Schlusslichtimitationen wurden aufgebohrt. Die dritte rote Zugschlussleuchte unten rechts (wozu dienst die beim Vorbild eigentlich?) ist hier bereits mit einer "Dummy-LED" versehen.
Die beiden Schiebeschalter sind bereits montiert, aber noch nicht schwarz eingefärbt:
Wenn man vorsichtig bohrt und zwischendurch regelmässig kontrolliert ob die Tower-LED schön klemmend passen halten diese nachher auch ganz ohne Kleber. Ausser die letzten zwei mm. der Zylinder (Tower) werden die LED komplett mit schwarzem Schrumpfschlauch ummantelt.
Eine reibungslose, flackerfreie Zugschlussbeleuchtung über 8-Punkte-Stromabnahme wiederum nach altem Prinzip hergestellt mit Peho Achsbüchsen aus Messing, Roco Halbachsen und zuletzt ein Bisschen Decoderdraht. Der Wert der von mir verwendeten Vorwiderstände: 1/4W 20K Ohm
danke für den ausführlichen Bericht und die Fotos. Wirlich Einfach und Genial Manchmal sind es wirklich die einfachen Dinge auf die man kommen muß. Besonders gut finde ich die Sache auf für die Gütterwagen. Vielen Dank nochmal für den schönen Bericht
Hi Sven, Eine wirklich tolle Lösung. Aber für die "Pickelfahrer" gibt's da wohl keine einfache Lösung, oder? Ich wüsste jedenfalls nicht, wo ich Plus abgreifen könnte. Gruß Wolfram
Sven hat sich wohl hier beim Forum abgemeldet... aber zu deiner Frage: du brauchst einen Mittelschleifer irgendwo im Zugverband, der die komplette (Innen-) Beleuchtung versorgt und damit dann auch deine Schlussleuchten.
Hallo zusammen, ich habe schon einige Wagen mit dieser Art schaltbarer Schlussbeleuchtung ausgestattet. Schwarz eingefärbte Schalter sind praktisch unsichtbar. Da alle Personenwagen bei mir mit Innenbeleuchtung und stromführenden Kupplungen ausgestattet sind, ist die Stromzuführung kein Problem. Alte Märklinwagen haben eine Stromverbindung mittels Mikrostecker und Kabel. Die Idee ist einfach und gut. Gruß Robert und frohe Weihnachten für alle