RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#1 von Revers ( gelöscht ) , 15.10.2016 15:14

Hallo,

ich habe mir für meinen [url]Koks-Ganzzug 2 "Maximilian Hütte"[/url] dem Original entsprechend (siehe Link auf der Seite) zwei BR216 besorgt.
Beide Loks sind absolut baugleich und doch laufen sie unterschiedlich schnell.
Ich habe daraufhin beide komplett demontiert, alles gereinigt, neu geölt und neue Kohlen und Bürsten eingesetzt. Trotzdem ist die Geschwindigkeit sehr unterschiedlich. Auf meiner 5m Teststrecke hängt die 3075 die 3074 um mehr als 1,5m ab.
Um die Geschwindigkeit anzugleichen habe ich in die schnellere eine Diodenkaskade eingebaut - klappt auch sehr gut, sie fahren nun nahezu gleich schnell. Auf der Strecke liegt die 3075 nun nur noch 20cm vor der 3074.

Nun meine Frage: Ist es normal, dass baugleiche Loks solche Unterschiede in der Geschwindigkeit aufweisen? Habt ihr gleiche Erfahrungen gemacht und was macht ihr dagegen?

Schönes Wochenende


Revers

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#2 von Revers ( gelöscht ) , 15.10.2016 15:15


Revers

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#3 von DeMorpheus , 15.10.2016 15:30

Hallo Richard,

unterschiedliche Geschwindigkeiten baugleicher Loks sind nicht unüblich, auch wenn der Unterschied bei deinen beiden auffällig groß ist.

Neben Verschmutzung, Verschleiß, Übergangswiderständen an den Umschalterkontakten und möglichen Fertigungstoleranzen spielt da bei den Scheibenkollektormotoren vor allem der Bürstenanpressdruck eine große Rolle: mit zu geringem Anpressdruck läuft der Motor schlecht weil der Kontakt zwischen Bürste und Kollektor schlecht ist, mit zu hohem Anpressdruck wird der Motor von den Bürsten gebremst und der Verschleiß ist sehr hoch. Dazwischen liegt ein recht großer Bereich in dem der Motor gut läuft und irgendwo auch der Punkt wo er die höchste Drehzahl erreicht.
Wenn nicht noch eine andere Ursache vorliegt solltest du durch Veränderung der Federspannung die Geschwindigkeit deiner beiden Loks aneinander angleichen können - aber Vorsicht, die Federchen sind sehr empfindlich und sollten weder zu stark noch zu oft verbogen werden!


Viele Grüße,
Moritz

'Nitwit! Blubber! Oddment! Tweak!'


 
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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#4 von H0_WOLF ( gelöscht ) , 15.10.2016 15:49

Hallo Revers was bei den alten Maschinen auch noch zu berücksichtigen ist, wäre die Stromaufnahme wenn bei einer Lok der Schleifer schon sehr verschlissen ist, kann es zu minimalen Ausätzern an Weichen oder Trennwippen kommen.
Was sich bei einer Strecke mit vielen Weichen oder Trennwippen dann sich auch wieder sehr stark bemerkbar macht.

Gruß H0_WOLF


H0_WOLF

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#5 von Peter BR44 , 15.10.2016 18:40

Hallo Richard,

hast Du mal die Anker getauscht, um mal zu sehen, ob es dann andersherum läuft.
Wenn es dann so sein sollte, würde ich mir in der Bucht LFCM Anker mit 8 Zähnen
suchen und dann schauen welcher passt.
Würde so lange testen, bis beide Maschinen gleich schnell laufen.
Diese Teile bekommst Du mittlerweile oft schon für einen Euro bei Ebay.


Viele Grüße Peter


Wenn Du Gott zum lachen bringen willst, schmiede Pläne!


 
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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#6 von Revers ( gelöscht ) , 15.10.2016 20:15

Zunächst mal Danke für eure Infos.
Ja, ich habe die Anker gegeneinander getauscht, mit dem gleichen Ergebnis.
Mit der Diodenkaskade geht's aber auch sehr gut.


Revers

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#7 von Stephan Tuerk , 15.10.2016 21:32

Hallo Richard,

es ist ja nur Spielzeug. Und die Abweichungen der Motoren sind bei bis zu 20%.

Dann kommen noch viele andere Parameter hinzu, die dein Ergebnis bestätigen.
Die beiden Loks haben auch schon einige Jahre auf dem Buckel und "arbeiten" ja noch analog, falls nicht umgebaut auf höherwertige Technik.
Das war ja früher das Können bei analog mehrere Loks mit nur einem Trafo sicher fahren zu können.


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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#8 von rennegade , 16.10.2016 10:32

Hallo Richard,

tausch doch mal die Motorschilde beider Loks aus. Gerade bei älteren Loks kann auch das Lager für die Ankerwelle ausgeleiert sein, was sich in leistungsverlust und Geschindigkeitsreduktion äußert.

ralph


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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#9 von SAH , 16.10.2016 19:13

Guten Abend Richard,

außer der Diodenkette beeinflusst auch eine Änderung des Bürstenandrucks die Geschwindigkeit.

mit freundlichen Grüßen,
Stephan-Alexander Heyn


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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#10 von Revers ( gelöscht ) , 14.11.2016 14:57

Ich hab' nun alle eure Vorschläge durch
- Austausch der Schilde
- Veränderung der Federspannungen auf den Kohlen/Bürsten
- Austausch der Kohlen und Bürsten von alt nach neu; nur Kupfer; nur Kohlen; Kupfer und Kohlen
- Reinigung der Getriebe. Wenn ich beide Lokgestelle ohne Kohlen den Berg hinablaufen lasse sind sie nahezu gleich schnell. Es liegt also auch nicht an unterschiedlichen Gängigkeiten der Getriebe

Ich komme nicht um die Diodenkaskade herum. Es sind jedoch nur noch 2x2 1N4001. Zu Beginn hatte ich 3x2 Dioden eingesetzt - also das Rumspielen an den Federn und Bürsten hat mir 0,7V gebracht. Die Bestückung der Motorschilde ist jetzt wieder wie im Original: Kupfer + Kohle

Danke für eure Unterstützung


Revers

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#11 von klein.uhu , 14.11.2016 15:21

Moin,

Das war wohl kaum anders zu erwarten. Das sind "Spielzeug-Motoren", keine Präzisionsprodukte. Man braucht sich doch nur die Wicklungen auf dem Läufer und der Feldspule anschauen. Ich bin davon überzeugt, dass da kein Teil wie das andere ist, zumindest dann nicht, wenn sie aus verschiedenen Produktionszyklen stammen. Ich bin auch davon überzeugt, dass die Anzahl der Wicklungen da von Lok zu Lok / von Produktionszyklus zu Produktionszyklus anders ist, ein "paar" Wicklungen mehr oder weniger dürften da drin sein. Vermutlich sind nicht mal zwei nacheinander produzierte Teile identisch.

Wie weit war denn die automatische Fertigung in den 1960-1980er Jahren?

Das hat jetzt nichts mit Kritik oder Meckern an Märklin zu tun, bei anderen Herstellern war es genauso. Ich fahre selbst seit gefühlten Ewigkeiten diese Loks, zwei wirklich gleiche habe ich noch nicht gehabt. Im Analogbetrieb merkt man das.

Gruß klein.uhu


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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#12 von K.Wagner , 14.11.2016 17:59

Hallo,

weiland 1968 hat mein Opa 2 216-er gekauft, deren eine ich unter dem Weihnachstbaum wiederfand. Diese Loks haben sicher dasselbe Produktionsdatum, hatten aber auch unterschiedliche Geschwindigkeiten. Zu Analogzeiten hat man dann die Schnellere als erste Lok laufen lassen....

Noch was zur "Automatisierung". M.W. hatte Märklin Spulenwickelmaschinend er alteingesessenen Erlanger Firma Friesecke und Höpfner (die hatte auch ein Aufgleisgerät für die 1:1 Bahn im Programm). Auch unsere Wickelei hatte solche Maschinen und da konnte man die Windungszahl einstellen! Und die Maschine hat auch genau diese Anzahl gewickelt....

Was den größeren Einfluß als der Anker hatte war übrigens der Feldmagnet. Wenn wir wirklich 2 einigermaßen gleichlaufende Loks wollten, haben wir da "herumexperimentiert" - das war aber auch damals schon nicht gerade zum Nulltarif zu haben, auch wenn die Ersatzteile "damals" noch recht günstig waren.


Gruß Klaus


 
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RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#13 von Revers ( gelöscht ) , 14.11.2016 18:52

Hallo Klaus,

inwiefern habt ihr rumprobiert?
Habt ihr verschiedene Wicklungen hergestellt?
Oder habt ihr verschiedene Feldmagneten anderer Lokomotiven eingesetzt?


Revers

RE: Märklin 3074/3075 unterschiedliche Geschwindigkeiten

#14 von K.Wagner , 16.11.2016 12:29

Hi,

nein - mein Opa hat mehrere Feldspulen gekauft und wir haben dann solange getauscht, bis die Loks ungefähr gleich schnell gefahren sind. Bitte beachten - von Halbleiterei etc. wußten wir Ende der 60-er noch nichts! Ich war damals 12 und mein Opa war im AW als Schlosser beschäftigt. Aber er hatte einen Lötkolben und konnte auch sehr gut löten.

Doppeltraktion /Vorspann haben wir mit (aus meiner Erinnerung) folgenden Loks durch diese Methode hingekriegt:
V216
V100
E10
E40
Von den Maschinen hatte mein Opa entweder zwei (Eloks) oder eine + meine.
Die E94 liefen beide fast gleich schnell, obwohl sie mein Opa zu unterschiedlichen Zeiten gekauft hatte - eine war mit E94, die andere bereits als 194 beschriftet. Das nur als ergänzende Info....

Was man beid en Diodenketten beachten sollte - so aus meiner Erfahrung - ist die Ansteuerung mit Impulsbreitensteuerung. Da sich die Drehzahl des Motors mit der Spannung (fast linear) ändert, hat man hier den definiertesten Zusammenhang über den Regelbereich - bei Phasenanschnitt etc. geht u.U. die Kurvenform merklich ein, da ja einfach was "abgeschnitten" wird. Aber dieser Unteerschied kann auch rein philosphischer Natur sein - man muß probieren.

OOT: Zwei PIKO-Herkuli aus der ALEX-Startpackung liefen in einem Kreis mit ca. 10 m Strecke so synchron, dass der schnellere erst nach zwei bis drei Runden > 5 cm Abweichung hatte. Beim Einbau der Dekoder (ESU - gleiches Produktionsdatum) und deren Werkseinstellung waren diese 5 cm schon nach 3 m Strecke erreicht.


Gruß Klaus


 
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