RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#1 von Dirk Frielingsdorf , 25.10.2016 17:39

Ich hatte es hier in diesem Beitrag schon angedeutet, dass es diesen Winter bei mir wieder was zum Basteln zugucken geben wird - nur ausnahmsweise geht es (derzeit noch) nicht bei meinen Epoche I-Bürenwerder-Segmenten weiter, sondern ich will endlich an einem schon vor längerem begonnen Projekt weitermachen und vor allem mal voran kommen.

Für das IKEA-Billy-Regalsystem soll ein 26x76cm großes Fotodiorama entstehen, dass man auch mal einpacken und mitnehmen kann, um es anderswo zu zeigen.

Schon vor einigen Jahren stieß ich auf diese Aufnahme von Helmut Böckhoff (Bildzitat, veröffentlicht in: MIBA-Report Güterzuggepäckwagen, VGB 2012), die es mir angetan hatte, es zeigt die Eisenbahnklappbrücke in Elisabethfehn:



In dieser Umgebung mit ostfriesischen Wasserstraßen, Straßen und der Bahnlinie liegt die Brücke:


(Quelle: google-maps)

Folgende Gedanken zum Thema:
Wie so häufig bei mir kam ein vorbildgerechter Nachbau nicht in Frage. So hätte ich auf dem Diorama nicht ein einziges Gebäude unterbringen können, obwohl die Bebauung sonst relativ bahn-nah ist an dieser Stelle im Vorbild. Zum zweiten wollte ich nicht sklavisch ein ostfriesisches Motiv nachbauen, sondern bei der Hofstelle, die in Zukunft das Diorama schmücken soll, habe ich eigentlich wieder ein niedersächsisches Hallenhaus im Sinn, also musste die Szene gedanklich aus Ostfriesland weg. Da ich noch ein paar wenige Epoche III-Bahnmodelle mein Eigen nenne, die nicht irgendwann in der Bucht gelandet sind, soll das ganze in der Epoche III irgendwann nach 1956 angesiedelt sein, um diese auch mal zeigen zu können. Die Gleise sollten befahrbar sein, auch wenn ein Anschluss an die "weite Welt" weder geplant noch durch normgerechte Übergänge derzeit möglich ist. Das bedeutete auch, dass die Brückengleise Stromanschluss bekommen sollten und die Brücke dennoch klappbar sein soll, um mal ein Schiff hindurch schieben zu können (oder durch meine Tochter hindurch schieben zu lassen)...

Im Fundus meines Bastelmaterials fand sich noch eine Kibri-Klappstraßenbrücke (dort dereinst im Programm, ob aktuell bei Viessmann noch oder wieder, weiß ich nicht), die sich doch irgendwie für dieses Vorhaben adaptieren lassen sollte. Vor zwei Jahren begann ich mit den Arbeiten, als Untergrund diente der von mir so geschätzte Hartschaum, von dem ich mir zwei jeweils 2cm dicke Platten zuschneiden ließ und miteinander verleimte. So dann begann das Ausheben des schiffbaren Grabens und der Einbau der Klappbrücke:







Vom Bürenwerder-Segment waren noch ein paar Weinert-Mein-Gleis-Gleisstücke übrig, die sodann verbaut werden konnten:





Als das alles funktionierte, ging es "im Jahres-Rythmus" in kleinen Schritten weiter. Vor einem Jahr wurde die braune Grundierung aufgebracht und eine erste Gießharzschicht im Graben gegossen, in diesem Herbst dann schließlich die erste größere Landschaftsgestaltung, sprich gesiebte norddeutsche Erde und Begrasung/Beflockung aufgebracht. Ganz bewusst habe ich bis zum ersten halbwegs wilden Rasen einschließlich eines großen gepflasterten Platzes alles schon mal soweit vorbereitet, auch wenn für den geplanten Bau dann wieder einiges auf dem gepflasterten Platz herausgenommen werden muss. Patiniert ist da noch nichts, das kommt noch. Ist ja auch nur ein Zwischenstand:







Gedachtermaßen führt eine damals relativ neue Betonstraße vor dem Hof vorbei und kreuzt die Bahnlinie, die ihrerseits knapp davor den Kanal gekreuzt hat. Neben der Stelle, an der nun die Betonstraße liegt, ist noch ein alter unbefestigter Deichweg erkennbar, der am Bahnübergang auf die Betonstraße führt. Dieser wird dereinst vergessen sein und überwuchert, ist aber noch da und wird an der Stelle gegenüber des Hofs auch noch vom Bauer genutzt.








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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#2 von Otaku , 26.10.2016 08:12

Sieht schon sehr interessant und gut gestaltet aus!


Gruß, Sebastian


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#3 von notbremse , 26.10.2016 12:29

Wie cool ist das denn!



Bewundernde Grüße

Karl


Wer schnell fertig werden will, sollte nicht Modellbau betreiben, sondern sich mit losen Damen vergnügen...

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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#4 von T13 , 26.10.2016 12:58

Hallo Dirk,

tolles Diorama, das würde auch zu unserem MiniMax-Thema super passen

Eine Frage zum Giesharz. Ich hätte das Giesharzwasser erst nach der Naturgestaltung gemacht! Ist das Harz so unempfindlich, dass man da locker drüber arbeiten kann?

(Kenne mich mit Giesharz nicht aus, nehme für Wasserflächen Bootslack!)


MiniMax-Grüße
Tjark


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#5 von Dirk Frielingsdorf , 26.10.2016 17:57

Besten Dank den Reaktionen! Das ist nur eine erste Schicht Gießharz, da kommt final eine zweite, sehr dünne drüber, so dass Kratzer, die übrigens sehr leicht entstehen, jetzt noch keine Rolle spielen, die werden unter der zweiten Schicht unsichtbar. Hintergrund der Vorgehensweise ist, dass das Gießharz an den abgedichteten Segmentkanten stark hoch kriecht und ausrundet, dieses Ende habe ich nach dem Aushärten und Wegnehmen der Abdichtung heruntergeschliffen auf das Niveau der Wasseroberfläche. Die zweite Schicht Gießharz (oder auch Bootslack, geht genauso, nur vorher Verträglichkeit mit dem verwendeten Gießharz testen) wird dünn aufgepinselt bis zur Kante, so dass diese auch sauber endet.

(Nach der abgeschlossenen Geländegestaltung sollte man kein Gießharz mehr in die Landschaft gießen, dieses hat je nach Produkt enorme Kriecheigenschaften und würde hier zum Beispiel die begrasten Hänge hinaufkriechen. Deswegen die Vorgehensweise mit zwei Schichten, wobei die zweite aus eben diesem Grund nicht gegossen, sondern dünn aufgepinselt wird.)


Zum heutigen Thema:
Wie geschrieben, die Gleise auf der Brücke führen Strom und sind mit dem langen Gleisstück elektrisch verbunden:



Dazu wurde vor dem Einbau der Gleise jeweils auf der Unterseite der Schienenprofile ein Stück Kabel angelötet. Dieses wurde deutlich länger als benötigt ausgeführt: Die beiden Kabelstücke verschwinden in einem Hohlraum unter dem einen Brückenkopf. So kann die hochklappende Brücke die benötigte Kabellänge aus dem Hohlraum herausziehen und auch wieder hereindrücken, ohne das Kabelknicke entstehen, die gemeinhin irgendwann zu Kabelbrüchen mutieren:



Als Analogie zum Insprirationsbild und zum Abschluss des Beitrages:




Bis demnächst, wenn ich Neues zu berichten habe.


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#6 von T13 , 27.10.2016 09:48

Moin Dirk,

vielen Dank für Deine interessante Antwort zum Giesharz, wieder was dazugelernt.

Übrigens kriecht der Bootlack auch, aber nicht sehr stark. An der senkrechten Wand ca. 1mm!


MiniMax-Grüße
Tjark


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#7 von Jumbo-44 , 01.11.2016 12:08

Moin Dirk,
auch auf diese Baustelle folge ich Dir gerne!

Gruß,
Mark


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#8 von BahnKai , 26.11.2016 18:51

Hallo Dirk,

wie so oft, hast Du hier einen guten Blick für die Situation. Und viel Geschick für die Umsetzung.

Beste Grüße,
Kai


Mit besten Grüßen,

Kai


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#9 von roepejoe , 29.12.2016 03:42

Ich liebe norddeutsche Themen! Davon gibt es echt zuwenig im Stummiforum.
Und hatte nicht geschnallt, dass die KIBRI- Klappbrücke auch "gut" für die Eisenbahn ist. Von daher "danke" für das Vorbildfoto und klasse Tipp!
Natürlich ist Dir die Umsetzung meisterhaft gelungen. Dafür mein aufrichtiges Kompliment!


Beste Grüsse,
Jörg


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#10 von August Fidelius Hammerman , 11.01.2017 22:33

Ich bin ja schon ein Büttenwarder Klingsiel Fan, und so werde ich auch dieses tolle Projekt mal direkt zu meinen Favoriten hinzufügen.


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#11 von Dirk Frielingsdorf , 21.01.2017 21:22

Besten Dank allen Anmerkungen, endlich geht es hier weiter...

Nach vielen Ablenkungen habe ich endlich zeigenswerte erste Schritte in Sachen "Hof" dieses Diorama "Klappbrücke & Hof" betreffend vorzuweisen:

Entstehen soll ein niedersächsisches Hallenhaus in Form eines Zweiständerhofs. Ich habe mich wieder ein wenig durch das Buch "Das alte Büren, Rudolf Stein, Carl Schünemann Verlag Bremen 1957" inspirieren lassen. Ich wollte auf diesem Schaustück ein Hallenhaus unterbringen, aber es sollte eben auch halbwegs glaubhaft darauf passen. Die meisten Kötner- und Brinksitzerstellen des alten Büren* hätten locker darauf gepasst, viele Hofstellen ob ihrer Hausbreite aber nicht. Da aber kein Vorbildhaus genormt ist, sondern nach den ganz individuellen Bedürfnissen seiner Bewohner entstand, so ergaben sich auch die Grundmaße dieses Gebäudes nach meinen ganz individuellen zur Verfügung stehenden Grundmaßen:





Ich zeige hier nochmal den Bau eines Niedersachsenhauses "meiner Bauart" Schritt für Schritt, mit ein paar Abwandlungen zu bisher gezeigtem in Sachen Fassadengestaltung. Kern des Hauses ist wieder, wie oben schon zu sehen, Finnpappe aus dem Architekturbedarf, mein Lieblingsmaterial, da es sehr einfach zu verarbeiten (scheinden, schleifen...) ist.

Jede Wand entsteht einzeln, ein paar Gedanken muss man sich um die Gebäudeecken machen, da diese hier mit einem Fachwerkträger, entweder an der Stirn- oder an der Seitenwand, befestigt wird und die jeweils andere mit querliegenden Fachwerkstreben stumpf an diese stoßen wird.

Nochmal grundsätzliches zur norddeutschen Bauweise:
Sowohl Hallenhäuser als auch friesische Gulfhöfe haben keine tragenden Wände, sondern stützen sich auf ein innen liegendes Ständerwerk. Das führt beim Hallenhaus zu einem Fachwerk ohne schräge Eckaussteifungen und (bedarfsweise) zu nicht in einer Höhenlage liegenden Querbalken im Fachwerk. Auch ist an der Stirnseite häufig stark dimensioniertes Ständerwerk zu sehen (welches die Giebelwände und den Walm trägt), während das Ständerwerk an den Walmseiten eher zierlich ausfällt. Das sind elementare Unterschiede zur Fachwerkbauweise mit tragenden Wänden in anderen Gegenden Deutschlands.

Auf den Finnpappewänden wird zunächst Schritt für Schritt das Fachwerk aus Eichenholzleisten von Frank Horschig aufgebracht, dafür habe ich für das Holz am Sturz der groot Dör ein wenig mit Cutterklinge und Dremel "geschnitzt":


Stallseite


Wohnseite

Während die mit Weißleim verbundenen Teile anziehen, habe ich schon mal ein paar Hoftüren, hier die groot Dör in Form von zwei Flügeln sowie in einzelnen Leisten die beiden Misttüren links und rechts außen in Angriff genommen:



Sowohl die Türen als auch das Ständerwerk sind im unteren Bereich schon stark verwittert. Dafür wird das Holz (Eichenholz für das Ständerwerk und Nußbaumleisten für die Türen) im unteren Bereich mit der Cutterklinge angegriffen, eingeritzt und kleine Stücke heraus gebrochen. Der Hof soll gedachtermaßen in Epoche III schon ein stattliches Alter erreicht haben und entsprechend 'gebraucht' aussehen. Die einstmals kräftig grünen Türen sind nur noch blass (bronzegrün) und mit braunschwarzem Washing patiert. Dazu habe ich sowohl die Türen als auch das Ständerwerk mehr oder weniger stehend patiniert, damit das Washing herunterlaufen und sich im unteren Bereich sammeln kann. Später werden mit verschiedenen anderen Techniken noch weitere Akzente gesetzt.



Die Türbretter werden an der Stelle der Misttüren eingesetzt, die beiden Türflügel der groot Dör habe ich für das Foto rückseitig mit Tesafilm fixiert, um einen ersten Eindruck der stallseitigen Giebelwand zu geben:



Demnächst mehr, wenn ich Neues zu berichten habe!



*) zum alten Büren siehe im Büttenwarder-Thread ab ungefähr hier: viewtopic.php?p=1215022#p1215022


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#12 von h0purist ( gelöscht ) , 22.01.2017 07:50

Lieber Dirk,

sehr bewundernde Grüße ob der Vorbildwahl und dessen Umsetzung in einem feinen Deine persönliche beim Eisenbahnmodellbau über die Jahre geprägten "norddeutschen Handschrift" entstehenden Diorama aus Merzien.


h0purist

RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#13 von August Fidelius Hammerman , 22.01.2017 14:34

Es ist äußerst spannend zu sehen, wie Du an den Bau eines Gebäudes herangehst. Die Fassade auf Finnpappe aufzubauen ist eine prima Alternative zum Eingravieren in Heki Dur Platten. Wie wirst Du die Fächer füllen?


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#14 von Dirk Frielingsdorf , 22.01.2017 18:17

Besten Dank Euren Anmerkungen! Weiter geht es: Das Fachwerk soll einen verputzten Zustand darstellen. Hierbei sind verschiedene Darstellungen möglich: nur geweißtes Mauerwerk, verputztes und geweißtes Mauerwerk, beides mit oder ohne geweißtem Fachwerk. Dann gab es Höfe, deren Ausfachungen nicht in Ziegelmauerwerk, sondern mit Ton-Strohgemisch gefüllt wurden, auch diese wurden anschließend in der Regel geweißt.

Letzteres möchte ich in nicht mehr ganz taufrischer Ausführung darstellen, also schon mit deutlichen Unregelmäßigkeiten und Ausbrüchen im Putz, wobei ganz glatt und sauber sahen diese Ausfachungen auch im Neuzustand ob ihrer Herstellungsweise nie aus. Bei der Moorkate hatte ich vor ein paar Jahren ähnliches schon einmal gemacht, jetzt also in groß:

Dazu wird in das vorhandene und schon vorgealterte Fachwerk ein Fertigspachtel eingearbeitet. (Das Voraltern ist in sofern wichtig, als dass man später nicht mehr überall sauber ran kommt und eine nur oberflächliche, nicht in die Tiefe gehende Alterung nicht richtig glaubwürdig aussieht.)
Zum Spachteln benutze ich einen kleinen Kunststoffspatel, wie er häufig mit Holzkit mitgeliefert wird. Nach dem Aushärten und ggf. Nachverfüllen können die Fachwerkstreben mit einem Metallspachtel frei gearbeitet und nochmals nachgealtert werden.





Das naturweiß des Füllspachtel bleibt bis auf noch etwas Patinierung im unteren Bereich der Fassade erhalten, es wirkt wie schon bei der Moorkate "naturell" am besten.

Bei der Stallgiebelseite habe ich mich am Hof "Mittelsbüren 3" orientiert, aber mit zwei einfachen Fenstern und dem Zugangsloch für Hühner, in welches später noch die Holzbretter angebracht und die Hühnerleiter angehängt werden.


(Das Alte Büren, bearbeitet von Rudolf Stein, Carl Schünemann Verlag, Bremen 1957, S. 236)

In Kürze folgen die weiteren Wände, demnächst mehr, wenn ich Neues zu berichten habe!


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#15 von Dirk Frielingsdorf , 05.02.2017 19:45

Die zweite Giebelwand ist im Entstehen, zunächst habe ich aber die Stallgiebelwand weiter bearbeitet. Da das Holzfachwerk nicht mit Farbe gestrichen ist, sondern mit teerhaltiger Imprägnierung behandelt dargestellt werden soll, sollte das Fachwerk, je nach Alter/Verwitterung, eher dunkel sein:



Hier wie auch an den folgenden Bildern habe ich die leichten Übermalungen des Washings (hier als letzter Farbauftrag Vallejo Washing schwarz) über das Fachwerk hinaus auf die Ausfachungen noch nicht wieder sauber gekratzt, das kommt noch. Da das Washing nicht in den Fertigspachtel einzieht, kann man Pinselausrutscher sehr schön mit ein scharfen Klinge vom Putz kratzen, wie ich auch schon bei der Moorkate seinerzeit beschrieben hatte.

Die Giebelwand des Wohntrakts:



Um das Fachwerk in seinen Abmessungen festzulegen, musste ich noch auf die bestellten gelaserten Fenster von MKB-Modelle warten. Da diese Rahmenlos sind, habe ich mit 0,3mm dicken Kartonstreifen "Kastenrahmen" hergestellt, das musste zuvor bei den Abmessungen des Fachwerks mit einkalkuliert werden. Erstaunlicherweise habe ich so genau gearbeitet, dass die Kartonstreifen größtenteils so sauber passten, dass sie von selbst hielten. Mit nur eingelegtem Rahmen und eingelegtem Fenster:



Die Innseiten des Rahmenkastens habe ich dann mit verdünntem Weißleim dünn eingestrichen und die Rahmen von außen eingesetzt. Das Fensterglas folgte dann von hinten.



Demnächst mehr, wenn ich Neues zu berichten habe!


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#16 von Otaku , 07.02.2017 07:18

Sehr schöne Fortschritte! Allerdings... vielleicht solltest du nicht alles in 90°-Winkeln errichten, das nimmt der Sache ein bisschen die Natürlichkeit. Also ich meine nicht die Wände sondern Straßen, Schienen, Wege, Gebäude...


Gruß, Sebastian


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#17 von Dirk Frielingsdorf , 07.02.2017 07:33

Nee, da ist fast nichts im 90°-Winkel, alles um wenige Grad abweichend, insbesondere in Bezug auf die Modulkanten. Nur Straße und Schiene treffen im rechten Winkel aufeinander. Der Hof wird später auch wieder leicht abweichend zur Straße stehen.


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#18 von Shorty_GSI , 07.02.2017 08:39

Das Du Gebäude perfekt umsetzen kannst, hast Du ja schon gezeigt (Von Klockenstedt über Büttenwarder nach Klingsiel). Ich bin immer wieder erstaunt wie gut Du die typischen Norddeutschen Häuser im Modell wiedergibst.

Gruß Shorty


 
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#19 von Dirk Frielingsdorf , 28.02.2017 21:14

Weiter ging es. Die Fenster der Hausseite sind mit Gardinen und Zimmerpflanzen hinterklebt, dann habe ich die schon mit Fachwerk begonnenen beiden Seitenwände in unterschiedlichem Baustadium mal mit den beiden Stirnseiten zusammengesteckt. Alle vier Wände entstehen einzeln und werden erst weitgehend fertig entgültig zusammengefügt.









Die tragende Finnpappe ist an den Ecken auf Gehrung geschnitten, die Seitenwände greifen hinter die Eckbalken der Stirnseiten. Das Fachwerk der Seitenwände stößt stumpf dagegen. Das ist auch im Testaufbau ausreichend stabil, um die Wirkung des Gebäudes in diesem Stadium zu testen.

Entstehung des Fachwerks: Untere Ziegelgründung und obere Abschlussbalken zuerst, dann die senkrechten Streben, gefolgt von den waagerechten Balken, die in der Höhe, ganz ortstypisch, etwaigen Fenstern, Türen etc angepasst werden. Diese Eichenholzleisten werden anschließend zunächst mit braunem, dann schwarzem Washing eingefärbt und danach die Felder (bis auf die späteren Fenster/Türen) mit dem Feinspachtel gefüllt und abgezogen. Die Feinarbeit folgt nach dem vollständigen Aushärten des Spachtels in Form von Freikratzen des Fachwerks und einem weiteren Washingauftrag auf dieses.


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#20 von Erich Müller , 02.03.2017 09:10

Ich will gar nicht stören, darum lasse ich nur schnell ein da.


Freundliche Grüße
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Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.


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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#21 von Dirk Frielingsdorf , 21.03.2017 18:56

Mittlerweile sind beide Seitenwände entstanden, jede etwas unterschiedlich, um dem Gebäude etwas Lebhaftigkeit zu verleihen. Dazu zählen unterschiedliche Anzahl der Seitenfenster im Wohnteil, Position der Seiteneingänge zum Flett (einstiger Hausmittelpunkt mit Kochstelle am offenen Feuer zwischen Wohn- und Wirtschaftsteil), ein mit alten, tlw. brüchigen Klosterformatziegeln zugemauertes Stallfenster usw.

Eine Seitenwand:


Beide Seitenwände mit den Stirnwänden zusammengesteckt und verklebt:




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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#22 von Nutri , 23.03.2017 20:15

Servus Dirk,
tja, wie fang ich denn mal an...
Also, ich bin ja nun schon längerer Zeit auf Deiner Seite unterwegs und was ich immer wieder feststelle ist, dass nichts dabei ist...
was mir nicht gefällt. Allein schon Deine Klappbrücke ist bewundernswert, aber die Häuser, und dann auch noch nach Vorbild, sind schon eine wahre Augenweide.
Da ich auch vom Kartonmodellbau recht angetan bin, lohnt es sich immer wieder hier vorbeizuschauen. Fachwerk und Putz, das ist doch mal eine Herausforderung. Plastik, kann doch jeder.
Ich muss doch noch mal genauer nachlesen, welche Materialien Du verwendest, Fenster, Türen etc.
Das Thema reizt mich schon enorm.

Grüße


Markus
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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#23 von Dirk Frielingsdorf , 03.05.2017 16:35

Nächster Schritt war das Erstellen des Dachunterbaus: Der Hof soll wieder ein Reetdach bekommen, wie schon bei vielen meiner Bauten zuvor mit Schaumstoff. Da dieser mit viel gefärbten Wasser behandelt wird, muss das Dach unbedingt abnehmbar bleiben, bis es fertig gestellt ist. Dies erfordert einen stabilen Unterbau aus wasserfesten Materialien, hier Polystyrolplatten und Profilen:







Für die hier zu erstellende Dachflächen sind die bisher verwendeten Schaumstoffplatten von Noch (Weichendämmplatten) zu klein, weshalb ich im Baumarkt eine große Schaumstoffbahn für nahezu den gleichen Preis erwarb: Das reicht noch für viele Reetdachhäuser...



Vorteil ist hier auch, das komplette Dach in einer Abwicklunmg erstellen zu können. Der Nachteil ist die Farbe, hier muss noch mehr mit wässriger Farbe gearbeitet werden als beim grauen Noch-Schaumstoff.

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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#24 von Dirk Frielingsdorf , 18.06.2017 13:03

Das Wetter wird besser, die Lust auf's Basteln bei gutem Wetter entsprechend weniger. Dennoch habe ich das Hofgebäude vorerst mal soweit fertig gestellt, Feinarbeiten, insbesondere ein wenig Moos aufs Dach fehlen noch, genauso wie die Einbindung in das Segment sowie die Umfeldgestaltung.

Die große Schaumstoffbahn aus dem Baumarkt offenbarte nach dem ersten wässrigen Einfärben mit anthrazitfarben einige unschöne Unregelmäßigkeiten in der Struktur in Form von länglichen Löchern, die ich in jener Phase dünn mit wässrigen Noch-Grasleim und feinen Schaumstofffasern von Woodland aufgefüllt und anschließend mit eingefärbt habe.

Zuvor habe eine Dachabwicklung an der großen Bahn erstellt, das heißt, die komplette Dacheindeckung in einem Stück (großzügig, mit Überstand) ausgeschnitten. Trennkannte ist am kurzen Walm über dem Wohntrakt und natürlich unter der Firsteindeckung. Das hatte ich auch fotografiert, nur leider diese Fotos irgendwann vor dem Überspielen auf den Rechner "wegformatiert", weil ich Platz auf der Kamerakarte brauchte. So gibt es jetzt einen geistigen Sprung zum zunächst eingefärbten und erstmalig beigebraun graniertem Dach mit noch grüner Moosplackenauflage:




(Die Ziegel im zugemauerten Stallfenster sind absolut maßstäblich, es sind Klosterformatziegel, die de Buur in seinem Hof noch gefunden hatte... Wer sowas braucht: Die alte Vollmerziegelplatte aus Kunststoff hat dieses größere [alte, nicht normierte] Ziegelformat)



Dann wurde der Kaminabzug eingebaut und das Dach im ganzen farblich weiterbehandelt sowie die Hühnerleiter angebaut:







Jetzt ist Sommer, bis zum Herbst also wenn dann nur sehr sporadisch Neues hier...


Beste Grüße!

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RE: Diorama Klappbrücke & Hof

#25 von Voll die Bea ( gelöscht ) , 18.06.2017 14:16

Hallo Dirk.
Das Haus sieht super aus
Zuerst dachte ich ja was für ein fetter Moosklumpen, aber so eingefärbt ...
Die Hühnerleiter direkt am Haus finde ich auch spitze.
Wünsche einen schönen Sommer.
Liebe Grüße
Bea


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