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RE: Alte Gleisbild-Anzeigetafel nach 50 Jahren in Betrieb genommen

#1 von lachmichkaputt , 28.11.2016 15:21

So meine Herrn: Die Ansteuerelektronik für meine uralte Gleisbild-Anzeigetafel ist fertig und funktioniert
prima. Zunächst aber die alte Gleisbild-Anzeigetafel:

Gleisbild-Anzeigetafeln in Stellwerken wurden früher vor allem in Mosaiksteintechnik ausgeführt. Heute haben
sich dort Bildschirmanzeigen etabliert. Bei der MoBa finden wir beides. Entweder die teuren
Gleisbildmosaikbausteine oder editierbare Visualisierung an den Anzeigen der Steuerzentralen (Märklin CS2).
Die meisten Modellbahn-Leitsysteme für den PC zeigen das Gleisbild sogar groß am PC-Bildschirm an.
Trotzdem hat eine alte, genau für die eigene Anlage speziell angefertigte Gleisbildanzeige auch ihren Reiz.
Zumal sie in meinem Fall ja bereits vorhanden, jedoch nie angeschlossen war.

Die Anzeigetafel besteht aus einer Plexiglasscheibe mit eingelassenen Leuchtdioden (LED). Das Format ist etwa
DIN-A4. Mit weißem Wachsmalstift wurde der Gleisplan rückseitig seitenverkehrt aufgezeichnet. 3mm-Bohrungen
für ebensogroße LEDs sowie 2mm-Sacklöcher zur Markierung von Weichenzunge und Prellbock vervollständigen die
Darstellung. Eine Weiche (ganz oben) ist nicht „ferngemeldet“. Die Plexiglasscheibe wird dann mit schwarzem
Velourpapier hinterlegt, dies hebt den aufgemalten Gleisplan hervor. Eine Darstellung auf schwarzem
Hintergrund entspricht auch eher der modernen Großbild-Visualisierung in den Stellwerken auf Bildschirmen.
Diese Gleisbildanzeige ist nicht neu. Ich habe sie hier bei dieser Modellbahnanlage schon vor 50 Jahren im
Alter von 15 Jahren so ausgeführt. Die Plexiglasscheibe kann mittig links und rechts an der Kante beleuchtet
werden. Deswegen fehlt dort das schwarze Klebeband, mit welchem das Velourpapier befestigt ist. Die
Schraubenlöcher werden später auf der Anlage von einem „Bilderrahmen“ abgedeckt.






Die Weichennummern sind auf der Frontseite der Acrylglasscheibe aufgebracht. 4mm Schlagziffern zum
Nummerieren von Metall wurden dazu mit einer Lötstation auf 150°C erhitzt und vorsichtig auf die Oberfläche
der Scheibe eingedrückt. Das Acrylglas (Plexiglas) wird dadurch oberflächlich angeschmolzen, also Vorsicht,
denn der Vorgang ist nicht reversibel. Im Foto oben nur schwer zu sehen (Nummer 24 rechts oben), sind die
eingebrannten Weichennummern in der Praxis deutlich erkennbar. Die Acrylglasscheibe ist in das hölzerne
Steuerpult eingelassen und von der Unterseite her angeschraubt.



Hätte ich das vor 50 Jahren bereits fertiggestellt, wäre es wahrscheinlich für die Moba geradezu sensationell
gewesen. Bis auf die Ansteuerung und die Verdrahtung der LEDs war es ja damals schon fertig und eingebaut.
Leuchtdioden waren anfangs (1966) noch nicht am Markt, die ursprünglichen Lämpchen wurden jedoch schon bald durch LEDs ersetzt. 3 davon haben Jahrzehnte später nicht mehr geleuchtet. Mit einem zusätzlichen Vorwiderstand (wegenn der viel größeren Helligkeit) konnte ich moderne LEDs als Ersatz verwenden. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie ich das Zeug vor 50 Jahren ansteuern wollte? Na so:



Dieses alte Relaisgestell wiegt etwa 10kG und leistete in etwa das Gleiche wie nachfolgend gezeigte
Elektronik. Vorne sind die beiden Drehwähler erkennbar. Einer war für die Zehner-Stelle der Weichennummer
zuständig, der Andere für die Einer-Stelle. Die Weichen wurden mit einer Telefonwählscheibe angewählt. Dieser
Teil hat damals bereits funktioniert. Mann war ich als 15-Jähriger stolz auf mein Werk. Leider sind die
Unterlagen dazu verloren gegangen. Die alte Weichenansteuerung kann also nicht mehr in Betrieb genommen
werden. Für die Gleisbild-Anzeigetafel wäre ein 2. Gestell vorgesehen gewesen. Jede Weiche hätte dort ein
Relais mit Haltekontakt gehabt, welches die Stellung der Weiche repräsentiert.
Doch zurück zur heutigen Lösung. So sieht die Gleisbild-Anzeigetafel im Testbetrieb aus:



Alle Weichen (mit 2 Ausnahmen) sind auf „geradeaus“ gestellt. Eine Weiche leuchtet nicht (Es war ein
Kontaktfehler, deswegen ja der Testaufbau). 4 Weichen müssen sich aus Platzgründen jeweils eine LED teilen.
Diese LED leuchtet dann gegebenenfalls mit halber oder voller Helligkeit.
Auf der Rückseite ist die Verdrahtung der LEDs zu sehen. Die Kathode aller LEDs wird zusammengefasst. Die
Anode (Pluspol) zu einem Doppelpfostenstecker geführt. 2 alte IDE-Kabeln aus dem Computertrödel verbinden das
Gleisbild mit der Ansteuerung.



Das letzte Bild zeigt den Testaufbau beim Funktionstest mit der Märklin MS2. Wie man sehen kann, führen die
beiden IDE-Flachbandkabel zu einer selbstentwickelten neuen Elektronikplatine mit der erforderlichen
Ansteuerung. Wenn euch das Thema weiter interessiert, beschreibe ich gern die Schaltung im Detail und liefere
euch den Schaltplan dazu.



Freilich muss man die Elektronik dazu nicht unbedingt selber machen. Man könnte ja entsprechened programmierte m83- oder einfach m84-Decoder verwenden. Doch das würde eine Verdoppelung der nicht gerade billigen Weichendecoder bedeuten (in meinem Fall 6 Stück). Die einzustellenden Adressen wären die Gleichen wie bei den Weichendecodern. Da war mir eine eigene Lösung lieber, auch wenn ich die LEDs in der Anzeige nicht blinken oder aufdimmen lassen kann. Eine weitere Alternative wäre der Tams Weichenrückmelder WRM-4. Er würde (im Gegensatz zu den bisher vorgestellten Lösungen) auch auf manuelles Umstellen der Weichen reagieren. Das ist sonst nur mit aufwenigen mechanischen Endschaltern in jeder einzelnen Weiche möglich.


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RE: Alte Gleisbild-Anzeigetafel nach 50 Jahren in Betrieb genommen

#2 von histor , 28.11.2016 21:27

Wow - offenbar Postrelais (?). Ein Paar davon habe ich noch. Mit vieviel Volt hast Du diese Relais und Drehwähler betrieben? Langen 42 Volt?


Freundliche Grüße
Horst
viewtopic.php?f=64&t=50018


 
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RE: Alte Gleisbild-Anzeigetafel nach 50 Jahren in Betrieb genommen

#3 von lachmichkaputt , 28.11.2016 21:45

Zitat von histor
Wow - offenbar Postrelais (?). Ein Paar davon habe ich noch. Mit vieviel Volt hast Du diese Relais und Drehwähler betrieben? Langen 42 Volt?



ja genau: Flachankerrelais! Die gingen mit 24V auch ganz gut. Würde dir ja gerne den für eine solche Relaissteuerung geradezu klassischen Stromlaufplan liefern, doch (wie gesagt) hab ich ihn nicht mehr gefunden.


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RE: Alte Gleisbild-Anzeigetafel nach 50 Jahren in Betrieb genommen

#4 von Helgasheimkeller , 29.11.2016 18:05

Woh Auch ich hatte solche Relais für meinen ersten Schattenbahnhof. Es gab auch solche mit einem Harteisenkern wo das Relais kleben blieb auch nach abschalten der Stromzufuhr und nur mit einer Gegenspannung abfielen. Auch ein riesiges Netzteil von 24V und 10A hatte ich, ja das waren noch Zeiten. Gruß Werner


SabrinaMirijam


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