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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#1 von Vau100 , 14.12.2016 22:39

Hallo,

ich war längere Zeit abstinent hier im Forum, eher nur Mitleser; auch beruflich bedingt. Nun habe ich mir zuhause einen eigenen Raum nur für die Moba erkämpft Ich möchte mir jetzt dann nach ca. 15 Jahren wieder eine feste Anlage aufbauen. Früher konventionell mit M-Gleis, tendiere ich jetzt zum K-Gleis mit Digital. Die Anlage soll ca. 3,50 x 2,80 x 3,50 Meter groß werden ("U"-Form geplant).

Habe hier schon mal gestöbert nach Antworten auf meine Fragen, aber nicht so recht was dazu gefunden.


Mal so grundsätzlich zum Digital-System:

Ich habe mir vor Jahren eine Märklin CU 6021 besorgt mit der ich erst einmal die Anlage betreiben möchte.


Dazu einige Fragen:

- Kann ich später problemlos von der Control Unit 6021 z. B. auf die CS von Märklin umsteigen, ohne dann irgend was an der Anlage selbst umbauen zu müssen ? Welche Digital-Zentralen könntet ihr mir so empfehlen ? PS: Ich bin kein Fan von Loks mit 35 Funktionen, simuliertem Kohleverbrauch, etc.

- Ist das K-Gleis generell zuverlässig in der Stromübertragung, auch nach eventuellem Einschottern ? Das C-Gleis wurde mir als spröde und bruchanfällig nach Jahren beschrieben, stimmt das so ?

- Was muss ich an der Anlage beachten beim Bau ... müssen die Entstör-Kondensatoren an den Schienen weg ? Müssen Stromkreise auch isoliert sein gegeneinander, quasi wie beim klassischen konventionellen Betrieb oder ist die gesamte Anlage nur ein Stromkreis ? Ist es ratsam alle paar Meter ein Anschlussgleis für bessere Stromversorgung einzubauen ? Benötige ich irgendwelche "Booster", wenn ich z. B. gerade die CU 6021 betreibe ?

- Ist es ratsam Weichen, Signale auch über eine Digital-Zentrale zu steuern, oder wäre es Vorteile verschenkt, sie klassisch mit konventionellen Stellpulten zu legen bzw. stellen ?

- Ist es ratsam eine Oberleitung funktionsfähig anzuschließen oder ist sie generell im Digital-Betrieb nur optisches Beiwerk ?

- Ich möchte einen Schattenbahnhof mit ca. 5-6 Gleisen im "Untergrund" integrieren, gibt es spezielle Steuerungen was das betrifft ?


Danke schon mal im Voraus,


Gruß Wolfgang


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#2 von Borchi , 14.12.2016 23:54

Hallo Wolfgang,

wenn du digitalisieren möchtest, dann haben Entstörkondensatoren auf der Anlage nichts mehr zu suchen.
Das C-Gleise verspröden,das kann mit den neuen C-Gleisen nicht mehr passieren. Nur wenn du Gleise aus älteren Produktionen hast, könnte dies passieren.
Oberleitung auf einer Digitalanlage sollte grundsätzlich ohne Funktion sein, also stromlos.

Das Thema Zentrale, die Frage kann man nicht so einfach beantworten.

Grundsätzlich kannst du anfangs mit deiner 6021 weiter fahren. Da du nicht unbedingt auf viele Funktionen stehst. Mit jeder Zentrale kannst du die 6021 ersetzen. Wenn du dich für eine CS2 entscheidest, kannst du die 6021 an die CS2 anschließen. Ob das auch an der CS3 funktioniert, weiß ich nicht.

Zum Thema Zentrale kann ich dir den Rat geben, informiere dich bei den Anbietern, wie Viessmann, Uhlenbrock, ESU, und wie sie noch alle heißen.

Gruß Achim


 
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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#3 von Borchi , 15.12.2016 00:15

Hallo Wolfgang,

du hast eine Menge Fragen gestellt. Die Zuverlässigkeit der K-Gleise im Vergleich zu den C-Gleisen ist identisch. C-Gleise lassen sich besser verlegen und sind robuster. Was das Einschottern angeht, da habe ich hier im Forum geschotterte C-Gleise gesehen, die sahen nicht schlechter wie K-Gleise aus.
Die Stromeinspeisung sollte auch alle 2 bis 3 Meter erfolgen. Stromlose Abschnitte benötigst du eventuell auch. Wenn du z. B Bremsabschnitte benötigst.

Weichen kannst du weiterhin analog schalten oder :

1. Über ein digitales Keyboard
2. Über eine Zentrale
3. Über einen PC

In diesen Fällen müssen die Weichen mit Decoder ausgestattet werden.

Ich hoffe, ich habe jetzt alles beantwortet.

Gruß Achim


 
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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#4 von DHC500blau , 15.12.2016 00:53

Zitat von Vau100
- Ist das K-Gleis generell zuverlässig in der Stromübertragung, auch nach eventuellem Einschottern ? Das C-Gleis wurde mir als spröde und bruchanfällig nach Jahren beschrieben, stimmt das so ?



Hallo Wolfgang,

das Bröselgleis gab es bis 2004, neuere C-Gleise brechen nicht mehr - außer, man tut ihnen massiv Gewalt an. Das K-Gleis ist zuverlässig, man muss beim Zusammenstecken aber höllisch aufpassen, dass die Laschen sauber verbunden sind und auch keine Lasche umknickt (Kurzschlussgefahr). Für fliegenden Aufbau finde ich es daher ungeeignet. Für Anlagenbau ist es okay.

Gruß,
Lorenz


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#5 von driethenauer ( gelöscht ) , 15.12.2016 09:23

Hallo Wolfgang,

bezüglich der Stromlosabschnitte möchte ich dir noch einen Tipp geben.
Der commander von Viessmann brauch diese Abschnitte (As einige Station meines Wissens) nicht.
Der commander kann die Lok per Steuersignale voll steuern, also Start, Stop, minimal, maximal, normal.
Damit sind in Zusammenarbeit mit den Lokdecodermerkmalen langsames Anhalten und Anfahren mittels
Rückmelder möglich. Die Befehle werden in den Fahrstraßen eingegeben. Viele Funktionen,
die ein PC-Programm anbietet hat der commander ebenfalls.
Ich arbeite mit vollster Zufriedenheit ohne PC mit diesem System, seit es auf dem Markt ist.
informiere dich auf der Viesmannhomepage. Handbuch und updateinfos sind ohne Anmeldung herunterladbar.
Diese Infos sind für den Fall, dass du umsteigen möchtest interessant, da du vor Haltestellen keine Stromlosabschnitte
brauchst sondern ggf. Rückmeldeabschnitte.


driethenauer

RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#6 von Vau100 , 15.12.2016 09:38

Schönen guten Morgen,

ich danke euch für die vielen Tips ! Hilft mir schon mal einiges.


Gruß Wolfgang


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#7 von DHC500blau , 15.12.2016 10:01

Zitat von Vau100
- Was muss ich an der Anlage beachten beim Bau ... müssen die Entstör-Kondensatoren an den Schienen weg ? Müssen Stromkreise auch isoliert sein gegeneinander, quasi wie beim klassischen konventionellen Betrieb oder ist die gesamte Anlage nur ein Stromkreis ? Ist es ratsam alle paar Meter ein Anschlussgleis für bessere Stromversorgung einzubauen ? Benötige ich irgendwelche "Booster", wenn ich z. B. gerade die CU 6021 betreibe ?



Hallo Wolfgang,

falls Du noch alte M-Gleise verwendest, so müssen die darin enthaltenen Entstör-Kondensatoren ausgebaut werden, da sie den Digital-Betrieb stören. K- und C-Gleis wird ohne solche Kondensatoren geliefert.

Falls die Anlage mit der Zeit wachsen soll, wäre es sinnvoll, beispielsweise den Schattenbahnhof gleich von Anfang an so zu verkabeln, dass er später als Booster-Kreis über eine eigene Stromversorgung erschlossen werden kann, wenn die Leistung der Zentrale allein nicht mehr ausreicht.

In der Digitaltechnik kommst Du je nach Steuerung ohne Halteabschnitte für die Loks aus. Dafür solltest Du beizeiten möglichst viele Gleisbelegtmelder einbauen, die sich im C- und K-Gleis leicht realisieren lassen. Sie sind gewissermaßen die Augen Deiner Steuerung. Je mehr Belegtmelder vorhanden sind, desto genauer kannst Du Fahrstraßen oder einzelne Weichen und Signale in Abhängigkeit von den Lok-Positionen schalten.

Über die Art des Rückmeldebusses für die Gleisbelegtmelder gibt es viele Diskussionen. Hier solltest Du Dich sorgsam einlesen, bevor Du Dich entscheidest.

Gruß,
Lorenz


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#8 von Erich Müller , 15.12.2016 11:47

Zitat von DHC500blau
falls Du noch alte M-Gleise verwendest, so müssen die darin enthaltenen Entstör-Kondensatoren ausgebaut werden, da sie den Digital-Betrieb stören. K- und C-Gleis wird ohne solche Kondensatoren geliefert.



Das stimmt so nicht:
http://www.maerklinshop.de/maerklin/spur...ussgleis-gerade
Das Gleis 2292 wurde und wird mit Entstörkondensatoren geliefert. Wenn die konventionelle Anlage gemäß den Vorgaben des Herstellers aufgebaut wurde, dann ist in jedem Stromkreis ein solches Anschlussgleis verbaut.

Beim C-Gleis wird der Strom mit Anschlussgarnituren zugeführt (wenn man nicht selbst Kabel ans Gleis lötet); auch da gibt es für Analogfahrer eine andere als für Digitalos:
http://www.maerklinshop.de/maerklin/spur...schlussgarnitur
Dieses Ding ist deutlich größer als die alte Version, aber beinhaltet einen Überlast- und Kurzschlussschutz, der früher nicht dabei war.
Und auch wenn's da nicht ausdrücklich steht: das Teil oder sein Vorgänger darf nicht in der Anlage verbleiben, wenn sie auf digital umgestellt wird.


Freundliche Grüße
Erich

„Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt.“
Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#9 von DHC500blau , 15.12.2016 12:02

Zitat von Erich Müller
Das stimmt so nicht:
http://www.maerklinshop.de/maerklin/spur...ussgleis-gerade
Das Gleis 2292 wurde und wird mit Entstörkondensatoren geliefert. Wenn die konventionelle Anlage gemäß den Vorgaben des Herstellers aufgebaut wurde, dann ist in jedem Stromkreis ein solches Anschlussgleis verbaut.



Hallo Erich,

danke für die Berichtigung. Das kannte ich noch nicht. Habe bisher immer nur nacktes K-Gleis gekauft und verwendet.

Gruß,
Lorenz


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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#10 von Erich Müller , 15.12.2016 14:23

Hallo Lorenz,

ich habe die Dinger auch nie verwendet (weder in M noch in K), zur Freude der Fernsehgucker im Umkreis. Aber ich wusste noch, dass die im Katalog standen. Im Technik-Tipp 201 ist übrigens, wie ich eben gesehen habe, alles für den Analogbetrieb zusammengefasst.

Und um auf die Frage des TE zurückzukommen, im Digitalbetrieb sind genau diese Elemente nicht zu benutzen.


Freundliche Grüße
Erich

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RE: Anlagenbau Digital - was beachten ?

#11 von Vau100 , 17.12.2016 12:37

Hallo,

danke für die zahlreichen Tips, werde sie beherzigen. Werde hin und wieder mal berichten wie es läuft mit dem Aufbau.


Gruß & einen schönen letzten Advent.

Wolfgang


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