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RE: Umbau von Peco Code 55 Weichen?

#1 von Foto-Herby , 29.12.2016 21:16

Hallo Stummi-Forenten!

Bei diversen Recherche-Tätigkeiten im Internet kommt mir immer ein Aspekt unter: Da werden scheinbar reihenweise fabrikneue Peco Code 55 Weichen 'umgebaut', wenn man aus den vielen Anleitungen hierfür im Netz schließt. Was mir allerdings nicht klar ist: Warum sollte man eine neue Weiche umbauen. Genauer geht es darum, dass scheinbar mit automatischen Schaltern auch die Herzstücke mit der richtigen Polarität versorgt werden. Dabei sollen die Peco Weichen von Vornherein richtig polarisierte Herzstücke haben, die über die Weichenzungen korrekt gepolt werden.

Machen das die Leute, weil sie der Konstruktion nicht trauen? Mein MoBa-Dealer meiner Wahl jedenfalls versichert mir, dass dies sicher nicht notwendig sein soll. Angeblich soll er massenweise Kunden haben, die diese Weichen verwenden und noch nie Probleme hatten, auch wenn die Weichen nicht 'umgebaut' werden.

Kann mir jemand erklären, weswegen das so gerne gemacht wird?

Und noch eine Frage: Ich werde ja mal digital unterwegs sein und jetzt hätte ich dann gerne gewusst, wie ich diese Weichen dann anschließen muss. Handelt es sich hierbei um Stop-Weichen, wo also die jeweils nicht geschaltete Seite der Weiche stromlos wird? Oder ist das gar egal beim digitalen Betrieb?

Thanks für ein paar klärenden Worte!

LG Herby


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RE: Umbau von Peco Code 55 Weichen?

#2 von Dreispur , 10.01.2017 07:55

Hallo !

Es wird am Stammgleis und am Abzweig die innere Schiene ein Isolierverbinder aufgesteckt .
So ist das erweiterte Herzstück immer der jeweiligen Stellung mit richtiger Polarität versorgt .
Setzt voraus das die Weichenstraße immer korrekt gestellt ist .
Die Einspeisungen der Grundschienen , zwischen den Weichen , die ja dann Stromlos sind müssen gemacht sein .
So können Züge bis zur Weiche fahren wo sie natürlich halten müssen wenn die Stellung das erfordert . Ein überfahren führt zu Kurzschluß .
Real werden ja auch nicht die Weichen aufgeschnitten . Ausnahmen bei Nebenbahnen hat es gegeben . Solltest sowas machen wollen muß umgebaut werden . Hat den nachteil das kurze Lok hängen bleiben können .


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RE: Umbau von Peco Code 55 Weichen?

#3 von BoboEGR , 10.01.2017 08:48

Moin,

es geht schlicht und ergreifend darum, im 2L Digitalbetrieb die Länge des isolierten Herzstücks zu minimieren, um a) die Kurzschluss Sicherheit zu erhöhen und b) auch kurze Loks in langsamer Fahrt über die Weiche zu bekommen.

Zitat
Mit diesen Maßnahmen wird garantiert, dass es nie zu einem Kurzschluss zwischen den Zungen und den Außenschienen kommen kann, da sie die gleiche Polarität haben. So modifizierte Weichen machen auch nach Jahren immer noch guten Kontakt zu den Lokrädern und nur so können auch 2-achsige Kleinlokomotiven störungsfrei über Weichen fahren.

Quelle: https://www.gianbott.com/_wp/tipps-zur-m...ng-von-weichen/

Das Umbauen der Weichen ist eine von vielen Möglichkeiten, die Betriebssicherheit zu erhöhen und dieser ist auch einfach. Außerdem versorge ich gerne die Weichen separat mit Digital Strom, um eventuelle Lücken durch nicht sicher leitende Schienenverbinder zu verbessern.

Aber wie immer gilt, kann man machen, muss man nicht.

Gruß
Sven


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RE: Umbau von Peco Code 55 Weichen?

#4 von Remo Suriani , 10.01.2017 09:52

Hallo,

an dem Umbau der Weichen scheiden sich die Geister, Manche sagen, dass sei wichtig, andere sagen das sei Unsinn. Relativ sicher ist, dass das Problem nur Digital auftritt.
Es soll die Gefahr von Mikrokurzschlüssen beim Stellen und Befahren geben, die bei empfindliche Zentralen zu einer Abschaltung führen können.

Dafür kommen zwei Ursachen in Frage:
1. Der Schon genannte Kontakt zwischen der abliegenden Zunge und einem in anderer Richtung laufendem Rad auf der Innenseite
2. Nicht bei allen Weichenschaltmethoden mit einer Herzstückpolarisierung schalten Weichenschalter und Polarisationsschalter ganz synchron. Wenn Du zum Beispiel durch einen Stelldraht einen Mikroschalter betätigst, schaltet ja erst die Weiche und dann wird der Schalter ausgelöst. Dann kann es passieren, dass die Zunge schon auf der anderen Seite anliegt, während das Herstück noch nicht umgepolt ist, was dann bis zu dem Moment, bis das Herzstück auch umpolt zu einem Kurzen führt

Meine persönsönliche Erfahrung:
Ich habe bei mir den Schnitt nicht und fahre Digital: Keine Probleme
zu 1: Ich finde eigentlich, dass die Weite zwischen nicht anliegender Zunge und Backenschiene bei Peco recht groß ist (könnte fast kleiner sein), daher kann ich persönlich das Problem nicht nachvollziehen. Eventuell ist es ein Problem mit falsch eingestellten Radsatzinnenmaße, denn da ist eben der Abstand zur Flügelschienen nicht so groß. Wenn es also wirklich Probleme geben sollte, würde ich eher das Fahrzeug als die Weiche korrigieren
zu 2. Das ist ein Problem, was ich als realitischer sehe. Es hängt aber von der Art des Antriebes an. Wenn sie synchron schalten ist es kein Problem, wenn nicht, ist die Bearbeitung der Weiche wohl kein Fehler. Ich kann sagen, dass es mit den Antrieben von Hoffmann und bei Servos mit den Servodecodern von MBTronic keine Probleme gibt (letztere schalten zum Umschalten das Herzstück komplett ab und nach dem Umschalten wieder zu).

Mit der Länge des isolierten Herzstückes hat das nie etwas zu tun, da das Herzstück immer Strom ab, theoretisch braucht man das Herzstück nicht einmal separat versorgen, da es Strom über die anliegenden Weichenzungen bekommt (natürlich nicht, wenn man die Weiche mit einem Schnitt umbaut). Tatsächlich ist aber die Stromübertragung über die Zungen nicht immer ganz zuverlässig, weshalb man das Herzstück schon separat anschließen sollte.
Manche (und das könnte tatsächlich sinnvoll sein), verlöten von unten das Zungengelenk in Mittelstellung, denn auch das macht wohl manchmal Probleme, so dass in der Kombination "Gelenk leitet nicht richtig" und "Übertragung Backenschiene zu Zunge klappt nicht richtig" zu einer Stromlosen Zunge kommen kann. Das Problem habe ich tatsächlich mal gehabt und musste den Anpressdruck des Motos erhöhen.
Das Verlöten führt natürlich dazu, dass die Beweglichkeit der Zunge reduziert wird, also muss der Antrieb ggf. etwas stärker sein (soll aber problemlos möglich sein, kann aber da nicht aus Erfahrung sprechen).

Viele Grüße

Dirk


Viele Grüße
Dirk

Rheinfort
Eingleisig/elektrifiziert am Niederrhein (Ep V/VI)

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Frei nach "Kirchen an der Sieg" und mit Selbstbauweichen (Ep V/VI)


 
Remo Suriani
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