RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#1 von Christian_Ndb , 17.01.2017 10:48

Einen schönen guten Morgen wünsche ich den werten Forumskollegen,

nachdem ca. 1 Jahr seit meinem Spur1-Einstieg vergangen ist, möchte ich einige Erfahrungen (vielleicht für weitere Neueinsteiger interessant) mitteilen und auch die ein oder andere Frage an die erfahreneren Kollegen loswerden

Mein Einstieg begann mit einem Oval samt Abstellgleis auf dem Teppich eines Hobbyraumes. Zunächst war für mich entscheidend, den detaillierten Zug fahren zu sehen und mich an den Spielereien einer modernen Spur-1-Lok zu erfreuen. Somit stand der Gleisplan im Hintergrund, da der Schwerpunkt primär auf dem "Anschauen" des vorbeifahrenden Zuges und gelegentlicher Wangenwechsel (Rangiermanöver) lag. Die BR 75 von Märklin war da eine gute Entscheidung, bietet sie die optischen Reize einer fahrenden Dampflok (Gestänge, Steuerung usw.) und wartet mit genügend Spielereien und Effekten (Synchrondampf, Beleuchtungen,...) auf, gibt sich aber bezüglich Platzbedarfs und Preises noch bescheidener als die Schlepptenderpendants der BRn 24, 38 und 41. Der Sound ist wohl auch bei Spur 1 nicht die Riesenstärke von Märklin, bei dieser Baugröße wären gewiss bessere akustische Ergebnisse drin, die Standardsoundbibliothek mal aussen vor gelassen. Aber ansonsten, bis auf den Sound, ein Modell, was meine Ansprüche / Schwerpunkteund Spielerwartungen vollends erfüllt.

Dazu ein paar Donnerbüchsen und Güterwägen, dann kann man etwas Rangieren, Umhängen, Züge bilden und eben in der jeweiligen Konfiguration vorbeifahren lassen und sich dran "sattsehen".

Soweit so gut, mittelfristig begann dann aber, der Wunsch nach einigen Veränderungen aufzukeimen.

Erstens:
Zum Beispiel macht es zumindest mir langfristig keinen Spaß, beim Eisenbahnspielen auf dem Boden zu liegen. Möchte man als Augentier wie ich die Details gut sehen, ist weder Schneidersitz, noch fahren im Stehen interessant, man will das ja in "Augenhöhe" und aus der Nähe sehen können. Also runter auf den Bauch, Kopf in den Nacken und bald Schmerzen bekommen (neben der Hoffnung, dabei nicht beobachtet zu werden ).

Zweitens:
Trotz aller "Bescheidenheit" giert der Mensch nach Abwechslung. Angesichts der Preislage bei Rollmaterial für Spur1 ist zwar eine Sammelei wie bei den H0 Loks- und Wägelchen nicht drin, aber mal einen zusätzlichen Güterwagen oder Personenwagen bringt da schon wesentliche Veränderung, gefühlt.

Drittens:
Bei mir dauerte es jetzt ein Jahr, bis die Gedanken in Richtung Bahnausstattung und Gleisbild zu kreisen begannen. Das Oval, so schön der Zug auch vorbeifährt, hat sich visuell etwas abgenutzt. Und die Phantasie ermüdet auch langsam, sich einen Bahnhof oder Güterschuppen immer nur vorstellen zu müssen.

ALSO: Es sollte eine Lösung her, welche möglichst viele der vorbeschriebenen Szenarien verbessert. Bei einem nicht zu großen, aber ausreichenden Zimmer für die Spur 1 soll nun das Gleis hochgesetzt werden, so dass man im Sitzen den Zug in gewünschter Betrachtungshöhe vorbeifahren sehen kann. Das habe ich simuliert, indem ich mein Oval mit Abstellgleisen auf Tischen aufgebaut habe und nun auf einem bequemen Hocker sitzend die Züge vor meinen Augen fahren lasse. Einwandfrei, so taugt mir das.
Fehlt nur noch etwas Ausbau des Gleisplanes, so dass mal ein Bahnhof mit Personenwangen angefahren werden kann, ein Güterschuppen mit Güterwägen beliefert und weitere Betriebsvorgänge zumindest im Ansatz nachgespielt werden können. Zur Veranschaulichung der Ziele brauchts dann Baustätze für ebensolche Gebäude, wie es ja z.B. von Piko jetzt gibt. Bahnhof, Haltepunkt und Güterschuppen ermöglichen schon ein bisschen Spielerei. Jetzt noch die Gleisplansoftware dazu, damit auch gezielt die Strecken und Gleise passgenau entworfen werden können. Das Programm ist bestellt, so dass ich an den Entwürfen experimentieren kann. Bis dahin ist das Spielen auf den Tischen in Augenhöhe sehr schön und die neu dazugekauften Silberlinge erfreuen mich ganz gewaltig (Ihr erinnert Euch an die Abwechlsung.

Kann schon sein, dass ich mal mit einer Frage zum Gleisplan aufwarte, aber dafür muss ich erst die Software erhalten und experimentiert haben. Können mir die Spur1-Profis hier für diesen "nächsten Schritt" in der Spur1-Welt noch einige Tipps mit auf den Weg geben, damit ich eventuelle Fehler bei der weiteren Planung vermeide? Damit meine ich noch nicht konkrete Dinge wie eine verkehrt platzierte Weiche oder Ähnliches, sondern eher eigene persönliche Erfahrungen, die mit bei der Kreation der Spur1-Anlage behilflich sein könnten.

Vielen Dank, wer sich die Zeit genommen hat das alles zu lesen und noch mehr, wer seine Erfahrungen mit mir teilen möchte!

Viele Grüße,

Christian


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#2 von 4 REV ( gelöscht ) , 17.01.2017 16:45

Mja... es kommt mir vor, daß Du die Spur 1 wie ein H0-er angehst. Vor fast zehn Jahren habe ich für Eur 35,-- eine Spur-1-Lok gekauft. Ich dachte mir damals: "Wenn Du noch einmal etwas in einem größeren Maßstab anfangen willst, mußt Du jetzt zuschlagen" und habe hier seitdem eine alte Henschel von Märklin stehen. Der Preis erklärte sich aus der Tatsache, daß die Lok nicht fuhr und dazu unvollstandig war; Es hatte der Vorbesitzer mit wenig Erfolg versucht, sie zu digitalisieren.

Nach diesem Spontankauf fingen die Probleme, oder lieber, der Lernprozeß an. Als ich das gute Stück zum Ersten Mal in den Händen hatte, merkte ich, wie es sich zu selbigen, meinen Händen also, verhielt: Spur-1-Fahrzeuge wirken etwas klobig und, naja, ein Bißchen vulgär. Die rote Farbe meiner Startpackungslok hat hier natürlich nicht geholfen. Jetzt, wo ich mein erstes Fahrzeug besaß, brauchte ich natürlich ein (1!) Gleisstück und erlebte die zweite Überraschung: War das so groß und so teuer?

Plötzlich fiel der Groschen. Der ich eigentlich H0-Bahner bin, hatte ich mir die Spur 1 als 'etwa drei Mal größer' vorgestellt und darin lag mein Denkfehler. Was in einer Dimension drei Mal im Umfang zunimmt, hat einen neun Mal größeren Flächenbedarf und einen 27 Mal größeren Rauminhalt. Das ist einfachstes Schulrechnen, aber man wird sich erst über diese Tatsache klar, wenn man ihre Folgen erfährt. Darum möchte ich Dich warnen: Paß auf, daß Dir die Modellbahn nicht das Haus frißt, denn genau das wird sie tun.

Positiv sollte angemerkt werden, daß sich die Lok ohne Probleme wieder fahrbereit machen ließ. Alle Bauteile sind so groß, und haben soviel Platz im Modell, daß Reparaturen und Selbstbau nicht nur einfach sind, sondern auch richtig Spaß machen. Aus genau diesem Grund habe ich meine Lok auch nicht wieder verkauft: Die Idee, daß ich selber Hand anlegen kann ist einfach zu attraktiv.

Meine Meinung also: Betrachte die Spur 1 als eine andere Sporart. Sie hat ihre ganz spezifischen Nachteile und Reize. und wenn man als H0-Bahner damit anfängt, ist leider Umdenken angesagt.


4 REV

RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#3 von Redundant , 17.01.2017 17:22

[quote="4 REV" post_id=1641654 time=1484667910 user_id=29665]Meine Meinung also: Betrachte die Spur 1 als eine andere Sporart. Sie hat ihre ganz spezifischen Nachteile und Reize. und wenn man als H0-Bahner damit anfängt, ist leider Umdenken angesagt.[/quote]
Das ist genau der Punkt: Eis ist ein ganz anderer Umgang mit der Modellbahn!

Bei H0 und kleiner ist man der Fahrdienstleiter und stellt Weichen sowie Signale von einem zentralen Stellpult aus. Bei 0, 1 und 2 ist man eher der Lokführer auf einer Industrie- oder einer Nebenbahn und stellt die Weichen vor Ort selbst. Das hat natürlich auch Auswirkungen auf den Unterbau. Für Spur 0 halte ich 115 cm Anlagenhöhe für angenehm. Bei 1 und 2 sollte es noch höher sein - man steht ja schließlich neben der Anlage!

Bezüglich der Raumgröße kann ich immer wieder nur feststellen: Es gibt keine zu kleinen Räume, es gibt nur falsche Anlagenthemen! Wenn es auch mit dem Bahnhof einer Nebenstrecke nichts wird, kann man gucken, ob eine normalspurige Kleinbahn, eine Hafenbahn oder sonst eine normalspurige Industriebahn passen würde? Wenn das auch nichts wird, dann wäre vielleicht ein Umschlag von einer Feldbahn auf Normalspur interessant ... oder ... oder ... oder ... es gibt nahezu unendlich viele passende Themen.

Ich persönlich hatte mich für eine Steilstrecke in Spur 0 entschieden, habe aber dann sehr mit der Industriebahn in Stuttgart-Feuerbach geliebäugelt. Als Lenz dann die BR 213 und die BR 94.5 ankündigte, waren die Würfel doch zugunsten der Steilstrecke gefallen! Letztendlich ist es ein sehr platzsparendes Thema, weil man bei einer Rundumanlage quasi den Schattenbahnhof immer unter dem sichtbaren Bahnhof anordnen kann. Die Triebfahrzeuge standen ja auf Steilstrecken bis Epoche IV quasi immer an der Talseite des Zuges (keine Kehrschleifen und kein Umsetzen der Lok im Schattenbahnhof notwendig).

... vor allem muss man sich aber von dem Gedanken lösen, eine Bahnanlage komplett darstellen zu können. Man muss sich begrenzen und die richtigen Rosinen rauspicken können. So gesehen ist zum erfolgreichen Wechsel zu einem größeren Maßstab ein Prozess der charakterlichen Reifung notwendig (der allerdings oft genau durch den Wechsel beschleunigt wird)!

Viele Grüße,
Thorsten


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#4 von pae58 , 17.01.2017 19:48

Ich habe mich schweren Herzens aus Platzgründen von einer Spur-1-Anlage verabschiedet und fahre jetzt zweigleisig (nicht wörtlich gemeint ). Zum Fahren dient bei schönem Wetter ein lose verlegtes Oval mit Ausweichgleis auf der Terrasse, zum Anschauen (und ein bisschen Rangieren) baue ich gerade an einem (relativ) kleinen Nebenbahn-Betriebswerk: 3 Segmente à 0,70 x 1,50 Meter mit zweiständigem Lokschuppen mit Werkstattanbau, dazu ein paar offenene Abstellgleise (für Loks und/oder Kohlen- und Schlackewagen), Bekohlungsbühne mit Bansen, 2 Wasserkränen, Untersuchungsgrube, Umfahrgleis und einem Reiterstellwerk. Das Märklin-Jahrespräsent (Lokführer-Wartehaus) hat auch schon seinen Platz gefunden.

Schienen sind verlegt und eingeschottert, Stellwerk, Wasserkräne, Bansen und Grube sind auch fertig. Am Lokschuppen (kompletter Selbstbau) bastel ich ebenso noch wie an der Bühne mit kleinem Handkran. Das nimmt alles ganz schön Zeit in Anspruch.

Gruß aus Seevetal,
Axel


Märklin H0 Epoche 3(b) am liebsten mit SDS und Sound. CS2, 100% mfx (inkl. 3 mfx+), Kleine Gartenanlage Spur 1 mit MS2 und mfx


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#5 von Christian_Ndb , 18.01.2017 08:02

Guten Morgen allerseits!

Vielen Dank für Euere Beteiligung an dem Thema und die umfangreichen Stellungnahmen!

In der Tat ist es so, dass das Eisenbahnspielen in der großen Spur ein Anderes ist als in HO. Das habe ich schon beim Ausmessen des Start-Ovals gemerkt und mir die Geschichte damals vor einem Jahr, so mancher erinnert sich vllt. an meinen Thread, gut überlegt. Das Jahr "Probezeit" sozusagen ist jetzt vorüber und da ich trotz der bescheidenen Möglichkeiten bei einem ordinären Kreis mit Abstellgleis den Spaß am Betrachten der bewegten, hochdetaillierten Modelle nicht verloren habe, weiß ich jetzt, dass es sich lohnt, das Thema ein bisschen auszubauen und vom Oval weg den nächsten Schritt zu einem den Raum umspielenden Gleisplan zu gehen.

Wie Ihr schon genau zurecht davor warnt, muss man sich hier aufgrund der schieren Größe auf einen reduzierten Inhalt der Anlage konzentrieren, kann diesen aber intensiver hervorheben, ausgestalten und somit dem Auge trotzdem mehr / gleichviel Nahrung bieten, als bei größerer Themenvielfalt einer H0-Anlage. Außerdem steht bei diesem Maßstab, zumindest für mich, der hohe Detailreichtum der einzelnen Elemente und Fahrzeuge im Vordergrund, da bedarf es keiner gar so weiten Vielfalt.

Mein Vorhaben schaut, nun etwas detaillierter, folgendermaßen aus:
Der Raum, welcher nun allein und komplett für das Spur1-Thema zur Verfügung steht, verfügt über ca. 5 x 6 m. Das ist jetzt kein Riesenraum (und manch einer möchte zurecht meinen, da würde auch noch eine großzügige H0-Anlage reinpassen) es reicht aber wohl - auch noch in Spur 1 - , um eine schöne Umfahrung mit Spielmöglichkeiten zu integrieren. Ich will die großen Fahrzeuge beim (langsamen) Fahren sehen. DAS ist der Fokus. Am Rande des Zimmers kann umlaufend der Gleisplan entlangstreichen, der Zug fährt also außen. Der Bediener selbst steht innerhalb, Er wird von der Anlage sozusagen umspielt. Es soll dann an einem Endbereich der Anlage beispielsweise ein Güterschuppen stehen, an dem Güterwägen be- und entladen sowie abgestellt werden können. An einem andern Ort kann ein kleiner Bahnhof stehen, bei dem Personen aufgenommen, Personenwägen abgestellt oder zu einem weiteren (einfacheren) Haltepunkt gebracht werden können bzw. umgekehrt. Vielleicht kann auch noch dazwischen irgendwo eine zusätzliche Laderampe eingepflegt werden, so dass von hier das Lagerhaus / Güterschuppen beliefert werden kann. Das sind jetzt ca. 3 oder 4 "Ereignisbereiche" von denen alle paar Meter schon mal eines Platz finden kann, meine ich. Es kann ja der komplette Raum(-umfang) genutzt werden.

Die Tiefe/Breite dieser Raumumfahrenden Anlage kann wohl ca. 1 Meter betragen? So können auch mal mehrere Gleise nebeneinander liegen, damit rangiert, zum Fahrzeuge Abstellen abgezweigt oder umfahren werden kann.

So stelle ich mir das vor, ich hoffe, dass das Gleisplanprogramm bis zum Wochenende kommt, damit ich da erste Entwürfe probieren kann. Die Bausätze für Bahnhof und Güterschuppen habe ich auch schon bestellt, damit über Stellproben ein besserer Eindruck der Proportionen und Platzverhältnisse gewonnen werden kann.

Gibt es noch weitere Hinweise, Warnungen oder findet Ihr das Konzept soweit der Beschreibung nach zu urteilen in Ordnung? Danke Euch für Anregungen und Kritik,

schönen Tag wünscht grüßend

Christian


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#6 von Redundant , 18.01.2017 08:36

Hallo Christian,

mein Gaswerk in Spur 0 ist ca. 85 cm tief - und da ist die Rückwand schon sehr schlecht zu erreichen. Meine Empfehlung ist: Halte die Tiefe bei maximal 80 cm. Aber vielleicht kannst du ja auch beim Basketball den Ball am ausgestreckten Arm in den Korb fallen lassen. Dann geht natürlich mehr - will sagen: Das hängt sehr stark vom eigenen Körperbau ab!

Viele Grüße,
Thorsten


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#7 von doerphof ( gelöscht ) , 18.01.2017 19:14

Moin Christian,

auch bei 5 x 6 m Raumgröße, denke ich, ist es sinnvoll auch einmal darüber nachzudenken, ob Du Dich vom "Kreisverkehr" trennen kannst.

Ich habe mal nur so aus Spaß einen Plan entwickelt: Der "Endbahnhof" ist im Prinzip ein Timesaver und zwischen den beiden Kurven, die mit 2% nach unten führen ist noch ein Ausweichgleich mit Ladegleis. Unter dem Endbahnhof kann nun ein kleiner bescheidener Schattenbahnhof gebaut werden. Die Eingriffhöhe von ca. 20 cm sollte auch bei Spur 1 ausreichen.

Mindestradius 1394mm, max. Steigung 2%., max Eingrifftiefe unter 80cm.

Nur so ein Vorschlag ins "unreine" geplant. Aber eben ohne Kreisverkehr!

Grüße Klaus


doerphof

RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#8 von Christian_Ndb , 19.01.2017 19:45

Guten Abend!

Vielen Dank Klaus, dass Du mal wieder einen Gleisplan aus dem Ärmel geschüttelt hast! Tatsächlich habe ich mir das so in der Richtung vorgestellt, allerdings ohne Schattenbahnhof - da sollen die (wenigen) Züge doch lieber in Trainsafe-Vitrinen ruhen und bei Nichtgebrauch zumindest das Auge erfreuen.

Was meinst Du mit Timesafer?

Was den Kreisverkehr betrifft, hätte ich schon gern einen. Nämlich, weil ich mich neben dem aktiven Rangieren und Betrieb nachstellen auch mal gerne in den Sessel zurücklehne und vielleicht mit irgend ein Getränk in der Hand einfach mal genieße, wie die schönen Teile da vorbeifahren. Da ist es schon schön, wenn man auch mal entspannt einfach kreisen lassen und zuschauen kann.

Wenn du möchtest, könntest du gerne so einen Vorschlag basteln oder Deine Meinung äußern. Wozu übrigens alle Anderen auch herzlich eingeladen sind

Viele Grüße,

Christian


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#9 von doerphof ( gelöscht ) , 20.01.2017 08:48

Moin Christian,

... geht auch mit Kreisverkehr:



Der Timesaver ist ein Rangierspiel von John Allen. Ich habe mir mal letzten Sommen einen reinen Timesaver in 0e gebaut, ohne jeglichen Schnickschnack, macht echt heute noch Spaß das Brett aus der Ecke zu holen und einfach mal ein Spiel zu wagen.

Hier der Link zu meinem damaligen Thread:
http://stummiforum.de/viewtopic.php?f=15...rojekt#p1547911

Ich habe mal auf dem obigen Gleisplan den integrierten Timesaver blau markiert:



Grüße Klaus


doerphof

RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#10 von n-karl ( gelöscht ) , 20.01.2017 10:36

Hallo Christian, hallo Klaus,

ich kämpfe mit ähnlichen Problemen wegen des Platzbedarfs und der
Spielfreude für meine alte LGB, die mir noch anhaftet.
Natürlich ist G nicht 1 !!!

Hatte mal so zum Spass eine "mini an der Wand Anlage" im Keller aufgebaut,
ca 350 cm im Quadrat. Liegt ja im Trend, im Gegensatz zu einer Platte.

Hat ja auch seine Berechtigung!

Aber mir gehts ein wenig wie dir Christian, bei den "Großen" ist es imho einfach
nett, mit etwas Abstand im Sessel zu liegen, und den Zug fahren zu lassen.
Daher muss es für mich einen Rundkurs geben.

Und das geht imho bei einer "kleinen an der Wand Anlage" einfach nicht so gut.
Du stehst immer mitten drin und musst dich ständig mit dem Zug drehen.
Denn die paar Meter macht die große Lok ratzfatz. Nicht sehr entspannend.

Ohne Rundkurs hat seinen Reiz, unbestreitbar, aber für mich ist das nix.

Daher lass ich die alte LGB im Keller auf einer altmodischen "Platte",
einer gestauchten 8, mit 1/2/3 Abzweigen, rennen.
Je nach Lust und Laune, nichts ist fix verlegt.
Derzeit brauche ich den Platz, also wurden die Platten an die Wand gelehnt.

Und mit ein wenig "Flexibilität" kann man das Oval in der Tiefe
etwas runterzwingen, je nach Fuhrpark/Platz.

Das Ganze gar nicht so hoch, eben so, dass ich auch faul im Sessel
hängend das Szenario überblicke, und ein wenig regeln/switchen kann.

Logo dass ich damit völlig out bin, mir egal, ich finds nett.

Nur mal so, Grüße, Karl

PS: Zum Timesaver: Der wird immer und immer wieder bei "kleinen" Anlagen
hervorgehoben. Tolle Idee, für eine Knoblei, aber ich finde den dermassen
deplaziert auf einer kleinen MoBa. Lieber was wie ein Inglenook,
den kann man auch halbwegs reell an einem Endpunkt benutzen.
Vor allem den kurzen wie von C. Arendt mit seiner 3-2-2 Version.

Aber natürlich, jeder wie er mag!!!


n-karl

RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#11 von doerphof ( gelöscht ) , 20.01.2017 20:17

Hallo Karl,

Dein Ansatz hat ebenfalls seine Berechtigung. Es gibt auch einige Gartenbahner, die in der dunklen Jahreszeit einfach einen Kunstrasen-Teppich im Keller ausrollen und Ihre Bahn dann dort nach belieben aufbauen und damit fahren. Das ist ja auch eine charakteristische Eigenschaft der Gartenbahn.

Bei den großen Spuren (0 und 1) habe ich persönlich eher eine andere Sichtweise: Die Amerikaner nennen das Prinzip, so glaube ich "Walk by", - also "Vorbeigehen" oder "Nebenhergehen". Die großen Spuren leben meiner Meinung nach von den feinen Details an den Loks und Wagen. Die Königsklasse, also Spur 1, ist da wohl das Maß aller Dinge, wenn es um Details, wie voll bewegliche Steuerungen usw. geht.

Um das nun richtig geniessen zu können, begleite ich (... leider nur Spur 0e, aber auch schon recht detailliert ...) beim Modellbahnbetrieb meine kleinen Loks und schaue Sie mir aus der Nähe an. Um nun dieser Art des Modellbahnbetriebs noch einen kurzweiligen Rahmen zu geben, kann man ja auch ein wenig rangieren.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das die Gleislänge an der Wand entlang deutlich zunimmt. Und bei großen Spuren wird jeder Zentimeter Gleislänge dringend gebraucht! .

Diese Sichtweise hat über die Jahre bei mir persönlich dazu geführt, das ich mich vom Kreisverkehr verabschiedet habe, -ich brauche ihn nicht für den Modellbahnbetrieb.

Mit dran Schuld war unter anderem auch das blaue Buch von OOK, das ich vor 4 Jahren gekauft habe. Nach der Lektüre war ich noch sehr skeptisch, ob diese Art von Modellbahnbetrieb wirklich was ist, denn davor habe ich immer versucht alles was Schienen hat in eine Kreisform zu bringen.

... übrigens meine kleine N-Bahn fährt im Kreis! Aber das ist eine andere Geschichte ...

Grüße Klaus


doerphof

RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#12 von memento , 21.01.2017 02:12

Hallo zusammen,

also hätte ich ein Modellbahnzimmer zur Verfügung, ob nun 3x3 Meter oder 5x5 Meter, dann fände ich genau so eine An-der-Wand-Anlage wie hier skizziert in (je nach Raumgröße) Spur 0e, 0 oder 1 ... absolut perfekt und würde genau so etwas auch haben wollen !!

Vielleicht könnte man es sogar als "gefaltete 8" bauen, rein vom Platz her macht das ja eventuell keinen so riesengroßen Unterschied. Also kein einfaches Oval, sondern in zwei Ebenen für längere Fahrtstrecke und 2 Bahnhöfe / 1 Schattenbahnhof und wenn es nur eine einfache Ausweiche ist.

"Kreisverkehr" ist natürlich eine Geschmacksfrage, ich finde das gehört schon dazu, auch gerade wenn man bei so einem sehr detaillierten großen Modell einfach mal in Ruhe "zugucken" möchte.

LG
Thomas


Bf. Loitzerwald – oder: Wieviel H0 geht auf 120x30 cm?
Drei Kreise in Preußen (Kleinstanlage 2016)


 
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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#13 von Christian_Ndb , 22.01.2017 18:01

Einen guten Abend, den werten Herren!

Klaus, das zweite System ist für mein Zimmer ziemlich vollkommen!

Eine schöne Strecke mit zwei Hauptszenarien, auch bezüglich Gestaltungsthematik, baubar, dazu an einer Seite der integrierte 'Timesaver' fürs intensivere Rangierspiel, ansonsten Zurücklehnen und Rundumtuckern möglich... Super!

Das ein oder andere Abstellgleis werdenich noch hinzufügen, sobald mein Programm da ist, ansonsten denke ich ist es für meine Bedürfnisse und Vorstellungen ideal.

Vielen Dank für Euere Gedanken, Hinweise, Bedenken und insbesondere dem Klaus, der sich noch was Feines ausgedacht hat.

Viele Grüße,

Christian


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RE: Nach dem ersten Jahr mit Spur 1 - Erfahrungen und Tipps für weitere Entwicklungen

#14 von BernhardI ( gelöscht ) , 23.01.2017 10:58

Hallo Christian,

gegen Kreisverkehr ist nichts einzuwenden, aber dann besser im doppelten Oval mit einer Art Zugspeicher, so daß man Betrieb von A über B nach C und umgekehrt spielen kann. Um richtigen Verkehr und Transport zu spielen und nicht nur ein Hin- und Herschieben von Wagen braucht man unbedingt ein "Off" zur Darstellung der großen weiten Welt, etwas woher Züge mit Fracht und Passagieren kommen und wohin sie fahren.

Übrigens läßt sich dieses "Off" sehr gut mit Trainsafe-Vitrinen kombinieren, indem man eine Andockstelle für die Röhren vorsieht. So kann man Züge austauschen und zum Betriebsschluß alle Fahrzeuge wieder in die Röhren fahren lassen. Für Nahgüterzüge ist aber eine Möglichkeit zur Zusammenstellung mit der Hand im "Off" sinnvoll.

Die Höhe der Anlage würde ich zu Bedienung und Betrachtung im Stehen festlegen. So kann man mit dem Fahrzeug mitgehen, das man gerade steuert. Außerdem können sich halbwegs bewegliche Personen unter der notwendigen herausnehmbaren Überbrückung der Tür des Raums auch mal durchducken während des Betriebs.

Grüße
Bernhard


BernhardI

   


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