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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#1 von dioramen-träumer , 05.03.2017 21:16

Erstmal ein herzliches Hallo an alle in diesem interessanten Forum, in dem ich schon seit längerem „stiller“ Mitleser bin. Jetzt habe ich mich entschlossen mich zu registrieren, weil ich mein Hobby wieder vertiefen möchte (man wird ja nicht jünger).
Ich möchte mich kurz vorstellen, - bin 55 Jahre alt, lebe in Regensburg (nicht gebürtig) und bin im Möbelgroßhandel aktiv.

Das Dio, das ich hier mal probeweise vorstellen möchte ist vor 25 Jahren entstanden, als ich zum ersten Mal seit der Kindheit wieder zum Modellbau gekommen bin.
Begonnen habe ich 1992 mit der Grundplatte und dem Landschftsaufbau aus Styropor und Spachtel und mit einem Bach aus Gießharz.
Im Frühjahr 93 bin ich nach Irland „ausgewandert“, wo ich 10 Jahre blieb, und vielleicht habe ich aus „Heimweh“ die nostalgische Szene aus Kindheitserinnerungen dann in 3 Monaten 1993 fertiggestellt. Ich habe immer Schrottplätze geliebt!

Ich füge ein paar Bilder ein, jedoch ist das alles vor Digi-cam-und Internetzeiten entstanden, daher sind dies analoge, mit einer 70er-Jahre Kamera aufgenommene Bilder, - zudem teils schlecht ausgeleuchtet, aber ich hoffe, man kann was erkennen.

Das Baumaterial war (lange vor Ebay-Zeiten) aus meinen Beständen aus Flohmarktkäufen der 70er Jahre. Die Fahrzeuge waren entweder Bastelschrott meiner Kindheit oder teils neu gekauft.

Bei Interesse gebe ich gern Detail-Infos über Bautechniken bei den Fahrzeugen und Accessoires…
Viel Spaß beim Schauen…(und vielleicht träumen?)
Viele Grüße, Stefan

PS.: Die Begrünung ist nach heutigen Standards nicht mehr zufriedenstellend und zeitgemäß, und hat in den 25 Jahren auch reichlich gelitten. Daher möchte ich das Dio mit heute erhältlichen Materialien frisch begrünen und auch einige Baulichkeiten restaurieren.




















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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#2 von Harald , 05.03.2017 23:38

Toll.........


 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#3 von Fenrire , 06.03.2017 06:40

In würde gealtert! Ich finde es beeindruckend und klasse so wie 3s ist!

Gesendet von meinem SM-N910F mit Tapatalk


 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#4 von dioramen-träumer , 06.03.2017 15:49

Hallo, ….
Schön, daß gleich zweien von Euch das Dio gefallen hat…! Danke für das Lob!
@Fenrire: Ich vermute, daß Du Dich auf meinen Hinweis mit der Begrünung beziehst? Dazu möchte ich sagen, daß die Aufnahmen ja das damals frische Grün zeigen, - inzwischen ist das Moos und die Naturstoffe völlig ausgebleicht und getrocknet / bröselig geworden. (Verstaubt ist das Dio bis heute gar nicht, da ich damals gleich eine Plexiglashaube mitgebaut habe für Ausstellungen).
Ich habe es heute mal abgebürstet, und jetzt habe ich eine etwas kahle Savannenlandschaft…
Daher sollten vernünftige Büsche, etwas höheres Gras von nicht gemähten Sommerwiesen und vor allem überzeugende Bäume drauf. Ich werde Euch mit Bildern auf dem Laufenden halten…
Grüße, Stefan

PS.: anbei nochmal 10 weitere Bilder mit Details und Lichtstimmungen (gehen ja nicht mehr als 10 auf einmal…).

Im Morgennebel


Bach und Setra Richtung Osten


Lager und kleine Werkstatt – der alte Wagner-Betrieb des Seniors aus der Jahrhundertwende-Zeit (bei einem Brand im 2. WK ist die Osthälfte abgebrannt).


Opas alte Schlosserei mit Lager und Kran nach Norden


Der Kran wurde vom Junior 1948 im Hafen gekauft und auf die alten Fundamente gestellt


Kleine Tanke in der Sommerstille (wenn Ihr genau lauscht, könnt Ihr die Grillen zirpen hören…)


Blumenmädchen und Lausbub


Lieferwagensammlung in der Sonne


Barock-Taunus zum letzten Mal aufgebockt


Wehrmachtskübel – damit kam der Junior aus dem Krieg zurück…


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#5 von maybreeze , 06.03.2017 16:00

Servus,

erinnert mich an frühere Zeiten: Was waren das für schicke Autos - und all die schönen Modelle enden auf dem Dio wie in 1:1. Mir wär's schon leid, die Modelle so zu "verwenden"!

Jetzt im Frühling: Frisches Grün hat was für sich - und 25 Jahre Anlagendasein hinterlässt auch (Brösel)Spuren. Bin schon auf die Bilder der Revitalisierung gespannt.

Danke für's Zeigen


Liebe Grüße aus Wien
Klaus
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#6 von pollotrain , 06.03.2017 16:25

Moin Stefan

Einfach nur toll, sehr gut
Aber ich glaube mit heutiger Zeit, wirst Du bösen Ärger mit dem
Ordnungs- oder Umweltamt bekommen
Das Gewässer dürfte doch schon tot sein, bzw. die Fische sind gleich
in "Öl" eingelegt


Gruß Thomas

GKB


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#7 von dioramen-träumer , 06.03.2017 20:57

Hallo Klaus,

Danke für Deine Anerkennung...!
Bin selber auch Oldtimer-Liebhaber und fahre einen 60er Opel Kapitän, den ich von 12 Jahren in Wien gekauft habe.
Das Diorama zeigt halt auch die Achtlosigkeit, mit der damals die Alltagskisten "plattgemacht" wurden, aber ohne diese Entwicklung wären die paar Überlebenden ja heute keine Liebhaberstücke...

Die Revitalisierung wird bei mir auf Wochenend-Aktionen beschränkt bei einer langen Arbeitswoche im Geschäft...
Lieben Gruß, Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#8 von dioramen-träumer , 06.03.2017 21:07

Hallo Thomas,

Danke-danke für die Blumen...!
Ja, das Ordnungsamt war schon bei mir... Ich hab halt erklärt, daß ich eine öko-mäßig besonders "brutale" Zeit portraitiert habe... Das Öl im Hof, aus -zig Ölwannen, die Bremsflüssigkeit des alten 54er-Kapitäns im Bach, das Ölfaß beim Blumenmädchen ist ja schon halb weggerostet... ops:
Aber die waren dann ganz froh, daß unter meinem Basteltisch keine Ölflecken waren
Lieben Gruß, Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#9 von steve1964 , 07.03.2017 19:06

Tag Stefan,
sahne Arbeit und eine Super Stimmung, mal ganz was Anderes !
Tolle Fotos, klar, Sonne macht viel aus, aber auch dein Kopfsteinpflaster ist
sehr realistisch. Cool das verrostete Wellblechdach. Danke fürs Einstellen !
Vom ökologischen Standpunkt aus kann man natürlich über Fässer im Bach
bzw. Autos mit Altöl und sich auflösenden Reifen streiten.. guck mal :
-
http://www.autobild.de/klassik/artikel/i...en-1010906.html
-
es gab aber in D tatsächlich eine Zeit, vor den " Grünen " 80ern,
da hatte man sich über solche Kleinigkeiten nicht viel Kopf gemacht ..
dafür gab es auch noch Orte, an denen unverplante Wildnis möglich war,
Abenteuerspielplätze, die nicht von Sozialpädagogen tutorialisiert waren,
ganz zu schweigen vom Jugendamt auf Sicherheit beTÜVt,
sonden von Kindern selbst zu solchen gemacht wurden ...das hatte was mit
Entdeckung zu tun. Mit geheimen Orten. Mit Bandenkriegen,
undomestizierter Wildheit, Fantasie, Natur und 3 D statt Smartphone -
in einem Wort - mit ECHTHEIT !!!!
Das u.a. zeigt mir - dein Diorama.
VG
Steve
-


Ich baue, also bin ich.


 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#10 von dioramen-träumer , 08.03.2017 10:53

Hallo Steve,

Ja, - superklasse Feedback von Dir, - erstmal herzliches Dankeschön für das Lob.
Ich war fast gerührt, - Deine Betrachtungen über diese magischen Orte haben wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen!
Das Thema dieser ungegängelten, fast anarchischen Verhältnisse war neben anderen Aspekten eine der Hauptbotschaften, die ich in dieser Darstellung einzufangen und rüberzubringen versucht habe. Ich bin selber so aufgewachsen, - war bereits ab Grundschulalter, Ende der 60er Jahre (wie manche meiner Spielkameraden) weitgehend mir selbst überlassen, und mußte nur pünktlich zum Abendbrot (möglichst ohne aufgeschlagene Knie! ) zu Hause sein.
Was haben wir alles für gefääährliche Sachen gemacht…!
Und – wir haben viel fürs Leben gelernt.
Ich habe in Irland hauptsächlich als Bühnenbildner gearbeitet (learning-by-doing) und dort auch noch die öko-mäßig brutalen Verhältnisse einer „versauten“ Landschaft erlebt.
Bei einer Ausstellung des Dios in unserem Städtchen waren viele Betrachter von der Romantik sehr angetan, aber an dem Altöl hat sich keiner gestört!
Der Schrottplatz hat mich auch, als ich ‘92 das Dio angefangen habe, modellbauerisch sehr gereizt, weil zu der Zeit - bis auf gelegentliche Darstellungen verwilderter Bahn-BW aus der Dampflokzeit in den Magazinen – eher noch ein romantischer „heile Welt“ Ansatz auf Anlagen vorgeherrscht hat. Pola hat ja dann eigentlich als einer der Ersten begonnen, Bausätze zum Thema Nachkriegszeit (und zwar eben nicht die Schwarzwald-Idylle!) und Industrie-Kultur auf den Markt zu bringen…
Zu Deinem Bilder-Link hab ich geschmunzelt, - ich war damals computermäßig überhaupt nicht „beleckt“ (habe erst ca. 98 einen zaghaften Einstieg in das Medium gewagt), aber später bin ich natürlich auch beim Surfen auf Gürbetal und den norwegischen Waldfriedhof gestoßen und habe die Bilder verschlungen…
Ich möchte – sowie ich Zeit habe – zu Deinem Lob des Wellblechdaches eine kleine Baubeschreibung der Bleche liefern, da das Material zu meinen Lieblings-Materialien gehört.

Bis demnächst, - und: Bilder folgen!

Lieben Gruß, Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#11 von 1zu87 , 10.03.2017 18:33

Hallo Stefan,

ein wahrhaft authentischer Schrottplatz aus der Zeit, als Öko noch ein Fremdwort war .

Beste Grüße
Karl Heinz


Ein Städtchen in Niederbayern - Burghofen a. d. Donau


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#12 von dioramen-träumer , 11.03.2017 22:25

Hallo Karl Heinz,

Erstmal Dankeschön für Deine Anerkennung ! Ich habe mich heute Abend mal ca. 2 Std. lang durch Dein niederbayerisches Städtchen geklickt...(nur Bilder, ohne alles zu lesen! ) Bin ja in der Nähe der Region ansässig und über die Jahre in Niederbayern viel unterwegs gewesen.
Bei dieser Fülle an traumhaft umgesezten Baulichkeiten, Szenen, Strukturen, Texturen (Straßen / Fassaden / Felsformationen / Natursteinmauern...die Liste nimmt kein Ende...) kann ich nur staunen!
Ein Lob von einem so passionierten Modellbauer ehrt mich schon sehr...! (Das wollte ich dann doch loswerden). Mir selbst war das authentische Umsetzen der gewählten Beobachtungen aus der Realität ein besonderes Anliegen und bei Dir sehe ich diesen Anspruch in Perfektion. Deine Begrünungs-Standards werde ich gerne als Inspiration nutzen.
Werde sicher Dein Projekt weiterverfolgen ...
Gutes Schaffen wünscht
Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#13 von Pogo1104 , 13.03.2017 21:11

Hallo Stefan

ich kann mich den Vorrednern nur anschließen ! SUPER

Da ich noch immer dabei bin einen Wellblechgarage zu bauen, würde mich das interessiern,
wie du die Wellblechbaracke so gut hinbekommen hast.

Werde gerne wieder vorbeischauen.

Gruß Andreas


 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#14 von dioramen-träumer , 14.03.2017 23:15

Hallo Andreas,

Heute komme ich dazu, auch Dir (zumindest) kurz zu antworten, - Herzlichen Dank für Deine Anerkennung ! Hat mich natürlich sehr gefreut zu lesen, daß Dir mein Wellblech gefällt.
Ich muß noch eine Geschäftsreise hinter mich bringen, dann kann ich am Wochenede mal endlich ein paar Bilder zur Herstellung des Bleches einstellen und es beschreiben. Freue mich schon auf Deine Meinung dazu...
Bis die Tage,
Gruß Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#15 von dioramen-träumer , 20.03.2017 00:17

Ja, heute möchte ich mal die Wellblechgeschichte beschreiben. (inzwischen gibt es natürlich viel zu dem Thema nachzulesen, aber damals war die Idee wahrscheinlich relativ neu…).
Als ich das Diorama geplant habe, war schon klar, daß ich die überwiegend selbst gebauten oder aus Bastelschrott modifizierten Gebäude (bis auf die große Werkstatt, ein Bausatz aus der damaligen „noch-DDR“ mit einigen Wellblechdächern versehen möchte. (Zumal in Irland, wo ich damals lebte, überall auf dem Land bei Werkstätten und landwirtschaftlichen Gebäuden meist altes, verwittertes Wellblech zu sehen war).
Erst hatte ich mir in Deutschland (ich glaube von Kibri) einfache Platten aus biegsamem Kunststoff gekauft (die mit kleinen Abstufungen), - das zeigen die beiden folgenden Bilder mit einigen Vorentwürfen von Dächlein. (z.B. Vergleich beim Schlosserei-Dach und beim Buswartehäuschen).
Das Ergebnis war mir aber doch viel zu grobschlächtig und unnatürlich.





So kam ich schnell zu meinem Lieblingsmaterial, - (ich glaube die meisten Modellbauer entdecken irgendwann so einen besonderen Favoriten…), - und das waren die heute noch üblichen Alu-Gefrier-„Wannen“. Es gibt sie auch für Frischfleisch, für Pizzas und Kuchen etc. In IRL gab es flache, runde Teller für den berühmten Apple-Pie.
Man kann eben jede beliebige Menge Blech herstellen, und das kam dem Mini-Budget für das Dio sehr entgegen. (Das ganze Dio hat incl. einiger Autos nen Tick über 100 Mark gekostet )

Dieses Zeug ist sehr leicht formbar und behält die gegebene Struktur.
Ich habe mir also nochmal neues Plastik-Wellblech – diesmal ohne die Abstufungen – gekauft und mir daraus ein kleines Presswerkzeug zusammengeklebt.





Für dünnes Wellblech sollte man das Werkzeug mit Butter einschmieren (die leicht mit Spüli weggeht) und dann wird das Blech gepresst. Die Wellstrukturen auf den Plastikplatten greifen jetzt ineinander und das Paket wird mit einem Tapetenroller (oder wie hier mit einem Rundholz) gewalzt. (Vorsicht, bei zu viel Druck, zu dünnem Alu und zu wenig Butter reißen die Rippen ein!) Deshalb sollte man mit gewölbten Plastikplatten das Blech dazwischen in einer fortlaufenden „rollenden“ Bewegung formen. (Hierfür gibts inzwischen ja viel ausgefeiltere Lösungen mit drehbaren Walzen).

Nach ersten superguten Erfahrungen damit kam mir bezügl. der Oberfläche ein Zufall zu Hilfe:
Ich hatte damals eine Apple-Pie-Schale mit Salzwasser und Naturgrün-Material befüllt und es im Gasofen bei 250° bis zur völligen Austrocknung geröstet. (= für Herbstlaub, Rindenmulch aus Thuja-Zweiglein usw.).--- Das Dio zeige ich gern auchmal in einem eigenen Thread...

Der Boden der Alu-Schale hatte jetzt die verwitterte Optik von einst verzinktem (nicht mit Farbe gestrichenem) Original-Wellblech. Dieses mußte ich für den Auto-Unterstand und das Dach des Lüfters auf der Werkstatt nur noch mittels dry-brushing mit Rost-Optik versehen!
(Das Blechdach der Schlosserei wurde erst blaßgrau gestrichen).



Die heute mittag gefertigten Beispiele bekamen eine Füllung aus Zwiebelschalen, Salz, Pfeffer, Paprikapulver und Oregano. Ist vllt. etwas zu schwarz geworden, aber die Bleche kommen – wenn man sie mit verdünntem Weißleim und Zigarettenasche überzieht und dann mit Pigmenten arbeitet - recht gut raus.







Daß generell eher nur kleine Flächen so gefertigt werden können, ist kein Nachteil, denn man sollte ohnehin in maßstäblicher Größe (z.B. 8 x 20 mm) Wellblechtafeln mit der Schere ausschneiden und sie überlappend auf ein Trägerblech kleben. (Siehe Auto Unterstand)
Die beim Scherenschnitt geplätteten Well-Kanten kann das Werkzeug leicht wieder nachwellen…

Warum ich auf dieses Zeug so stehe…?
Es gibt noch unendlich viel mehr Anwendungsgebiete,
z.B. meine Ölfässer:
-> 1 Rechteckstreifen wird mit einer Stiftmine oder einer Essgabel mit Rillen versehen und um ein Stückchen Rundholz gewickelt. (Sticht jedes Plastikbausatz-Ölfass aus, das war zumindest damals so, als es noch nichts Besseres zu kaufen gab).
z.B. Genietete H- und T-Träger oder z.B. ein Garagentor-Rahmen:
-> Lange, schmale Streifen werden mit einem Zahnrädchen aus dem Näh-Zubehör perforiert bzw. auch nur mit Nietenstruktur versehen und wenn nötig in Winkelform geknickt…





…und hier noch ein paar kleine Details…
(Für das Riffelblech würde ich inzwischen die schwarzen Nylon-Verpackungsbänder für Pakete in Streifen schneiden)




Danke herzlich für Euer Interesse,
Ich poste mal wieder, wenn die Begrünung vorangeschritten ist.


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#16 von Pogo1104 , 21.03.2017 13:01

Hallo Stefan

Mensch, was hast Du dir für Mühe gemacht.

Tausend Dank für diese tolle, bebilderte Beschreibung

Werde ich mal ausprobieren, sobald ich wieder Zeit habe.

Habe selber mal eine Bushaltstelle mit welligen Kunstoff-Platten aus Papier gebaut.

Gruß Andreas








 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#17 von shaddowcanyon , 21.03.2017 19:51

Hallo Stefan,

Was für ein Schrottplatz, ein Traum! Mag sein, das Grün ist etwas blass geworden nach all den Jahren. das ist nicht schlimm.

Man möchte loslaufen und die Autowracks durchstöbern. Ein alter Rückspiegel von einem DKW, eine verchromte Stoßstange vom 60er Käfer, mit Hörnern. Ein in Chromblech gefaßter Nebelscheinwerfer, wie man sich ihn früher selbst anschrauben konnte. Und wenn es nur ein Plastik-Innenrückspiegel aus einem Opel C-Kadett wäre. Oder ein Tankdeckel, solche mit dem zahnradförmigen Griff in Metalloptik. Eine Blende oder ein Drehknopf von einem Becker-Autoradio. Nein, was das heute für den Oldtimer-Freak bedeuten würde! Meine Preiserleins hier von der Autowerkstatt brechen in Tränen aus, dass es zu Deinem Diorama keine Zugverbindung gibt!

Großartig, wir sind gespannt.

Hans Martin & Manu


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#18 von steve1964 , 22.03.2017 10:39

Tag Stefan, danke dir ebenfalls für dein feedback, sehe schon wir sind
in dem Punkt seelenverwandt ..
Die Idee mit der Aluprägung ist super,
läßt sich ja beliebig anwenden auf alles Modell- Metall, was Nieten -
oder Riffelstruktur haben soll.
Für dickere Platten sind Paketbänder übrigens auch klasse Material !
Deine Ölfässer im Eigenbau atmen einen Charme,
der noch damit verwandte Erinnerungen weckt :
Neben den Orten der Entdeckung-natürlich ( ähm - heute: PI) - Boys only !
waren natürlich auch die mobilen Trophäen wie Ketten, Schlösser etc.
unsere Schätze, die es zu verstecken galt, natürlich auch gelegentliche
( gottseidank leere ) Patronenhülsen ...
VG
Steve
-


Ich baue, also bin ich.


 
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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#19 von dioramen-träumer , 22.03.2017 11:56

Hallo Andreas,

Zitat

Hallo Stefan

Mensch, was hast Du dir für Mühe gemacht.

Tausend Dank für diese tolle, bebilderte Beschreibung




Danke für die "Blumen", - hat aber auch viel Spaß gemacht, mal wieder nen Sonntag (zum Glück mit Regenwetter) mit Basteln und Fotografieren zu verbringen, - bin wieder auf den Geschmack gekommen. Das ist das Schöne an so einem Forum, - man wird doch motiviert, mal wieder was zu zeigen und nicht nur auf dem Sofa zu sitzen...

Dein 60er Jahre Buswartehäuschen find ich auch sehr athmosphärisch! Die halbtransparenten Kunststoffplatten in pastellgelb führen genau zu diesen gedämpften Lichtverhältnissen im Innern des Häuschens, was es sehr authentisch macht. (Das erinnert mich auch an die Hauseingänge und Balkonverkleidungen der 60er, die damals sehr verbreitet waren!).


Bis die Tage,
Viele Grüße, Stefan


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#20 von dioramen-träumer , 22.03.2017 12:56

Hallo Hans Martin und Manu,

Erstmal natürlich DANKE für Eure "Träumereien" - da umherzuschleichen und auf Entdeckungsreise zu gehen...!
Die Fahrzeuge sind Vorbildern meiner Kindheit entlehnt, - so manches einzelne Wrack (z.B. der Barock-Taunus) hat sich aus eigenem Erleben so in mein geistiges Auge eingebrannt, daß ich es heute noch vor Augen habe...

Zitat

Hallo Stefan,

Was für ein Schrottplatz, ein Traum! Mag sein, das Grün ist etwas blass geworden nach all den Jahren. das ist nicht schlimm.

...Meine Preiserleins hier von der Autowerkstatt brechen in Tränen aus, dass es zu Deinem Diorama keine Zugverbindung gibt!

Großartig, wir sind gespannt.

Hans Martin & Manu



Ihr habt da aber auch eine ganz besondere Athmosphäre eingefangen, mit Eurer Railroad im Süden der USA (Filme mit Bruce Willys , z.B. Last man standing) kommen in den Sinn, - und ich zum Beispiel sehe mich beim Betrachten Eures verwitterten Güterbahnhofs sofort als Hobo, der in zerlumpten Klamotten neben den Boxcars herläuft, um sich dann schließlich auf dem Dach derselben die Fahrt 800 miles nach Phoenix / Arizona mit dem Rauchen eines Pfeifchens zu vertreiben (Tabak natürlich am Bahndamm gepflückt und getrocknet)...

Bei Euren Preiserleins meint Ihr wahrscheinlich die Simpson-Brothers, nehme ich an...
Bahnanschluß ist natürlich ein Thema --- Ich hatte in der Frühphase des Dio's mal den Traum, ein Stadtrandgebiet mit Straßenbahn zu bauen, von wo aus eine Überlandstrecke ihren Endpunkt am Schrottplatz findet. Ja, Träume, - es ist nie was draus geworden (vor allem wegen Platzmangel) aber jetzt (oder dann in der Rente ) könnte es ja vllt. noch was werden.

Noch ein Wort: Eure Alterung der Loks und Wagen (v.a. des Tankwagens!) finde ich Spitze

Liebe Grüße und weiter so!
Stefan


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#21 von dioramen-träumer , 22.03.2017 14:08

Hallo Steve,

Habe mich natürlich über Dein neuerliches Lob gefreut! Danke!
Das mit dem Träumen ist halt so eine Sache, die viele Modellbahner zu haben scheinen...
(Habe nicht umsonst meinen Spitznamen so gewählt )

(Ich zeige nächstes mal einen Tanklaster in 1:43, (vom Flohmarkt fü 3 Euro) der mit dem Paketband gerichtet wurde, da der Aufbau fehlte...).

Zitat


...Neben den Orten der Entdeckung-natürlich ( ähm - heute: PI) - Boys only !
waren natürlich auch die mobilen Trophäen wie Ketten, Schlösser etc.
unsere Schätze,....



Ja die Trophäen, - das waren bei mir oft die Schriftzüge (wie "17 m", "Olympia" und die Opelzeichen) und auch für mein selbstgebautes Seifenkistenauto ein Kadett-A-Lenkrad. Dann gab's 2 vordere Blinker vom 63er-A-Rekord, die an den Gepäckträger meines Sperrmüll-Opa-Fahrrades kamen, ein Blinkhebel vom Kapitän um die Taschenlampen-Birnchen zu schalten...
Manches davon (die Embleme z.B.) habe ich wirklich später für gutes Geld an Oldtimer Liebhaber in der berühmten 'Bay verkauft.
Eigentlich ein bißchen schade drum, naja...

Bis die Tage + Gruß, Stefan


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#22 von Jandrosch ( gelöscht ) , 28.03.2017 21:02

Hallo Stefan,
der Schrottplatz hat was ............ und viel zu entdecken.

Danke auch für die sehr gut illustrierten Kniffe und Tricks. Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge, die Wirkung haben.


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RE: Neu hier – Mein 25 Jahre altes Schrottplatz Diorama

#23 von aps , 14.04.2017 16:27

Moin,

super Schrottplatz fernab der heutigen Recycling- bzw. Verwertungsunternehmen. Weitläufig verstreuter Schrott, der sogar bis an das Bächlein hineinreicht. Details ohne Ende. Durchaus reell bis in die 60er oder gar 70er Jahre.



Ein sehr schönes Thema, abgerundet mit Tips rund um die Entstehung.


Gruß aus dem Münsterland
Andreas


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