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RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#1 von Eisenbahn_Opi ( gelöscht ) , 07.03.2017 16:14

Umbau einer Märklin Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht für Solofahrt
Da ich mit meiner Re4/4 öfter Rangierfahrten mache und die Lok dabei zeitweise Solo fährt, träumte ich schon lange von einem roten Schlusslicht hinten rechts, wie in der Schweiz üblich. Leider war meine Lok nicht damit ausgerüstet. Meine Lok hatte noch einen uralten Decoder mit „Mäuseklavier“ für die Adresseinstellung und 2 Trimmpotis für Höchstgeschwindigkeit und Beschleunigung/Bremsen.
Vorbereitung für den Umbau: Gehäuse abnehmen, alle Drähte zum alten Decoder und zu den beiden Lichtplatinen ablöten und die alte Decoderplatine sowie die bei-den Lichtplatinen entfernen. Da es für einen neuen, aufgesetzten Decoder auf eine MTC21-Schnittstelle zu wenig Platz in der Höhe hat, muss dieser auf den Boden der Lok montiert werden. Dort hat es aber wiederum zu wenig Platz in der Länge! Es muss ein solcher Decoder sein, da für den schweizerischen Lichtwechsel und das rote Schlusslicht 6 voll funktionsfähige Ausgänge zur Verfügung stehen müssen! Somit muss die vordere „Säule“, die vormals die Decoderplatine trug, bodeneben entfernt werden. Recht gut geht das mit z.B. einem Dremel mit dünner Trennscheibe, aber zur Not tut’s auch eine kleine Eisensäge. Ganz wichtig ist noch das Auslöten der 2 Entstör-Kondensatoren, die direkt vom Motor (Kohlenanschlüsse) auf das Motorgehäuse führen. Der Kondensator, der die beiden Anschlüsse kurzschliesst, muss belassen werden, genau wie die beiden Drosselspulen, die wie Widerstände aussehen!
Einbau des neuen Materials: Gerade noch genügend Platz hat es mit dem Umbau-satz von Märklin, er heisst mLD3 und besteht aus der Leiterplatine mit angelöteten Drähten, einer Halterung dazu sowie dem eigentlichen Decoder. Da Märklin-Decoder leider nur mit einem Märklin-Gerät programmiert werden können und ich einen ESU-Lokprogrammer habe, mit dem alles ausser Märklin programmiert werden kann, habe ich einen entsprechenden ESU-Decoder genommen, er heisst Lokpilot 4 V4.0 M4 MKL und ist erst seit Neujahr auf dem Markt, in der Schweiz noch nicht erhältlich, erst ab April 2017! Unbedingt diesen Decoder (oder einen ähnlichen von Märklin oder einer anderen Firma) einbauen, eben wegen der 6 Leistungsausgänge. Viele Decoder haben nur deren 4 und 2 sind nur logische Ausgänge! Die Leiterplatine wird mit der Kunststoffhalterung versehen und diese mit etwas Montageband direkt auf den Lokboden geklebt, siehe Foto!



Die neuen Lampen, die weisse und rote LED‘s enthalten, bekommt man z.B. bei der Fa. WHD Modelleisenbahn.ch unter der Artikelnummer E253056, diese können nur eingelegt werden.
Nun erfolgt die Verdrahtung entsprechend dem Schema auf der Decoderplatine, nicht vergessen, in die Zuleitungen vorne und hinten (orange Kabel) je einen Widerstand von 1 Kilo Ohm einzubauen und mit Schrumpfschlauch zu schützen! Wird das nicht gemacht, sind die LED per sofort kaputt! Achtung: Für den korrekten Schweizer Lichtwechsel an die vordere bez. hintere Beleuchtung nur jeweils die linke und obere Stirnlampe zusammen anschliessen, am einfachsten gleich mit einem kleinen Drahtstück direkt auf der Lichtplatine (auf der Foto ersichtlich). Die beiden rechten Lampen vorne und hinten gehören auf die Funktionsausgänge 1 und 2, die beiden roten Schlusslichter auf die Ausgänge 3 und 4.
So sieht es am Schluss aus, noch ohne aufgesteckten Decoder.


Und hier mit Decoder



Dieser Umbau sollte nicht allzu schwierig sein, was dann schon relativ schwierig ist, ist das Funktionsmapping zu programmieren! Ohne graphische Oberfläche ist das kaum machbar, vor allem nicht, wenn die rote Schlusslaterne einfach so eingeschaltet werden kann, ohne vorher die anderen Lichter abzustellen. Ohne zusätzlichen Aufwand habe ich auch noch das Parklicht realisiert, bez. programmiert, also vorne und hinten je das rechte (weisse) Schlusslicht bei abgestellter Lok, aber wenn der Lokführer schon in der Kabine ist.
Hier die Bilder der fertig umgebauten Re4/4.






Eisenbahn_Opi

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#2 von WSK , 07.03.2017 20:08

Hallo,
interessanter Umbau aber wo ist das Fernlicht geblieben ?
Gruß
Wolfgang


WSK  
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RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#3 von Eisenbahn_Opi ( gelöscht ) , 07.03.2017 20:30

Hallo Wolfgang
Diese Spielerei (meine persönliche Meinung, will niemandem zu Nahe treten!), brauche ich absolut nicht, habe Lok's mit dieser Funktion und habe sie noch gar nie gebraucht! Möglich wäre es schon gewesen, allerdings nicht mit zusätzlichen LED, die sind ja gegeben, aber mit dem Funkionsmapping könnte man das programmieren!
Gruss Werner


Eisenbahn_Opi

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#4 von nakott , 08.03.2017 09:06

Hallo Werner,

ein paar Kommentare meinerseits.

Zitat

Die neuen Lampen, die weisse und rote LED‘s enthalten, bekommt man z.B. bei der Fa. WHD Modelleisenbahn.ch unter der Artikelnummer E253056, diese können nur eingelegt werden.


E253056 ist die Märklin Ersatzteilnummer.

Zitat

Nun erfolgt die Verdrahtung entsprechend dem Schema auf der Decoderplatine, nicht vergessen, in die Zuleitungen vorne und hinten (orange Kabel) je einen Widerstand von 1 Kilo Ohm einzubauen und mit Schrumpfschlauch zu schützen!


So wie ich das sehe, hast Du 1k in den Funktionsrückleiter eingelötet. Ich habe E253056 auch schon verbaut. Den Funktionsrückleiter (bei Dir orange Kabel) aber direkt zum Decoder geführt und je AUX einen separaten Widerstand benutzt. Mit Deiner Beschaltung hast Du für alle LEDs den gleichen Widerstand benutzt. Meines Wissens benötigen weiße LEDs ca 10-20k und rote LEDs 20-30k Vorwiderstand. Ich habe den roten LEDs der Platine E253056 jedenfalls 30k vorgeschaltet zuzüglich der bereits auf der Platine vorhandenen Widerständen.

Aber Hauptsache es funktioniert bei Dir, wie Du es möchtest.

Grüße Dirk


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RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#5 von Eisenbahn_Opi ( gelöscht ) , 08.03.2017 18:39

Hallo Dirk
Das habe ich nicht gewusst, dass das eine Original-Märklinnummer ist. Dann gibt es wahrscheinlich den Lichtbalken, der bei meiner Lok drinnen war und keine rote LED enthielt, gar nicht mehr.
Das, was Du über die Widerstände schreibst, ist im Prinzip richtig, ich glaube aber kaum, dass mit Widerständen von 20-30 Kilo Ohm die LED's noch grossartig leuchten werden... Für eine Betriebsspannung zwischen 12 und 20 Volt braucht es einen Vorwiderstand zwischen 470 Ohm und ca. 2 Kilo Ohm, mehr nicht! Nach dem ohmschen Gesetz I=U/R würde auch mit 20 Volt noch gerade mal ein Strom von 1 mA fliessen, mit 20 Kilo Ohm. Die gleiche Rechnung mit 1 Kilo Ohm = 20 mA. Wenn Du es mir nicht glaubst, es gibt im Internet extra Rechner für LED-Vorwiderstände. Kannst es aber schon glauben, ich weiss es von Berufes wegen...
Es stimmt schon, dass die unterschiedlich farbigen LED verschiedene Durchgangsspannungen haben und dadurch sollten eigentlich auch unterschiedliche Vorwiderstände verwendet werden. Jetzt kommt aber das grosse aber: Zumindest bei einem ESU-Decoder kann jede LED einzeln für sich gedimmt werden und somit solche Unterschiede wieder ausgeglichen werden!
Ich finde es sowieso bedenklich, dass die fertige Lichtplatine mit integrierten Vorwiderständen überhaupt noch einen zusätzlichen Vorwiderstand braucht. Den hatte ich nämlich eben deswegen ursprünglich nicht eingebaut und prompt stieg nach einigen Sekunden ein Räuchlein auf von der Lichtplatine, sie war gestorben!
Ev. hast du sog. Low Current LED eingebaut, diese leuchten noch mit 2 mA, aber auch nicht mit 1 mA. Normale LED brauchen einiges mehr, mit 10 mA leuchten sie optimal, mit 20 mA ist dann aber etwa die Grenze erreicht. Da aber auf keinen Fall 20 Volt anliegen, wie ich in meinem Rechenbeispiel angeführt habe, wird auch der Strom entsprechend kleiner.
Dass es richtig schön funktioniert, zeigen ja meine Fotos. Schön, wenn es bei Dir auch funktioniert!

Freundliche Grüsse aus der Schweiz
Werner


Eisenbahn_Opi

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#6 von DiegoGarcia , 09.03.2017 06:24

Zitat
Ev. hast du sog. Low Current LED eingebaut, ...


Hallo Werner,

auf der E253056 sind low-current LEDs verbaut. Insofern hat Dirk da völlig recht. Und Du dimmst ja auch die Ausgänge zusätzlich per CV. Dann passt das auch mit den niedrigen Vorwiderständen. Bei einem niedrigen Vorwiderstand könntest Du übrigens beim ESU LoPi4 auch mit Deiner Verdrahtung Fernlicht per CV realisieren.

Ciao
Diego


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RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#7 von UlrichRöcher ( gelöscht ) , 09.03.2017 08:45

Hallo,

gibt es eigentlich außer bei HGH (derzeit nicht erreichbar) oder bei Märklin noch eine weitere Möglichkeit, für diese Lok Ersatzplatinen für die Beleuchtung zu bekommen, die mit warmweißen/roten LED ausgestattet sind?

Viele Grüße und vielen Dank
Ulrich


UlrichRöcher

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#8 von Eisenbahn_Opi ( gelöscht ) , 09.03.2017 10:07

Hallo Diego
Ist nicht ganz richtig, habe die Lampen nicht gedimmt bei diesem Umbau, bei anderen schon (Hobby-Lok Umbau). Wenn ich bei der Re4/4 Scheinwerfer wollte, müsste ich einen noch niegrigeren Vorwiderstand einbauen, so etwa 470 Ohm, dann könnte man das mit dem Funktionsmapping realisieren wie Du es meinst. Anhand dieses Verhaltens muss ich annehmen, dass auf meiner Lichtplatine keine Low Current LED sind oder schon sehr hohe SMD-Vorwiderstände auf der Platine. Aber dann doch zu wenig hoch, dass sich diese bei mir ohne Vorwiderstand verabschiedet hat...
Gruss aus der Schweiz Werner


Eisenbahn_Opi

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#9 von riedochs , 09.03.2017 21:27

Zitat

Hallo,

gibt es eigentlich außer bei HGH (derzeit nicht erreichbar) oder bei Märklin noch eine weitere Möglichkeit, für diese Lok Ersatzplatinen für die Beleuchtung zu bekommen, die mit warmweißen/roten LED ausgestattet sind?

Viele Grüße und vielen Dank
Ulrich


Mit einem Schaltplan und ein paar Maßen könnte man die Platinen selbst konstruieren. Allerdings müsste man diese selbst bestücken.


gruß

Jochen


 
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RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#10 von UlrichRöcher ( gelöscht ) , 10.03.2017 21:49

Hallo,

Zitat
Mit einem Schaltplan und ein paar Maßen könnte man die Platinen selbst konstruieren. Allerdings müsste man diese selbst bestücken.


ich habe schon selbst Platinen geätzt und für den Schaltplan gibt es Vorlagen. Außerdem ist es auch nicht so kompliziert. Nur wollte ich mir das sparen und da die Baureihe nicht selten ist, hatte ich gehofft, ich könnte die Platinen (unbestückt wäre auch kein Problem, habe ich auch schon gemacht) über die Ladentheke kaufen. Ist wohl nicht so - schaun' wir mal.

Trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe.

Viele Grüße
Ulrich


UlrichRöcher

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#11 von lui ( gelöscht ) , 11.03.2017 00:05

Hallo Ulrich,

mal ernsthaft gefragt - wenn inzwischen die Märklin LED Platine für diese Loks bereits in zwei Ausführungen verfügbar ist und aufgrund der Einzelansteuerung aller LEDs damit nun (endlich!) auch alle denkbaren Lichtschaltungen möglich sind - wo soll da der wirtschaftliche Nutzen sein, nochmals eine weitere Platine zu entwickeln die auch nicht mehr kann?

Wenn höchstens etwas fehlt dann eine "Schweizer Lichtwechselplatine Deluxe" für die Ansteuerung dieser zwei Platinen; also das Äquivalent zur Logikschaltung bei den neuen Märklin Loks.

Gruß,
Lui


lui

RE: Umbau Re4/4 II auf weisse LED und rotes Schlusslicht

#12 von nakott , 11.03.2017 08:32

Hallo,

bei Märklin gibt es als Ersatzteil auch die passenden Lok-Platinen mit MTC21 Schnittstelle. Die Lichtfunktionen werden über SUSI (SF13-SF16) angesteuert. Und der Lopi V4 m4 kann SUSI Mapping.
Ein kl. Wermutstropfen gibt es allerdings beim Lopi. Das SUSI Mapping geht nur bis SF15 und auf SF16 liegt das Fernlicht bei de Lok-Platine aus 37348. D.h. Man kann es nur unter DCC über F16 ansprechen und nicht über mfx.
Oder man nimmt einen mLD3 und kann dann alles mappen.

Grüße Dirk


Anlage URI


 
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