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RE: Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

#1 von jochen3030 , 21.04.2017 19:13

Moin @ all!

Ich war nun zwar lange nicht mehr hier und auch die Modellbahn selbst hat geruht, am Weiterbau leider ist schon lange nichts mehr geschehen (ein anderes Blatt ), aber untätig war ich nicht.

Als immer noch 100%iger Schachtelbahner ergibt sich ein Problem, das vermutlich die allermeisten anderen Schachtelbahner auch kennen:

Die *piep* Schachteln!

Es ist einfach nur grausig, alle Modelle immer in die Papp/Plastikschachteln verstauen zu müssen. Gerade bei Märklin mit den Sichtfenstern aus Kunststoff, die sich so gerne lösen. Ich hab mich schon sooo oft die Finger daran geschnitten, es macht einfach keinen Spass!

Aber schon vor fast 20 Jahren hatte mein Großvater ein ähnliches Problem (nicht mehr vorhandene Schachteln), sowie eine Lösung (die wohl in der einen oder anderen Form die meisten Schachtelbahner so finden):

Kisten!

Dies ist so ein Exemplar, beinahe 20 Jahre in Gebrauch:

Die Modelle werden dabei liegend gelagert.

Offen gestaltet sich das Ganze dann so:


Die Aufteilung ist folgendermaßen:
3 Fächer mit je gut 6 cm und ein Fach mit gut 2,5 cm. Das untere, kleine Fach für Kleinteile, Zurüstteile oder Anleitungen, etc. was sonst gern verloren geht.

Der Deckel und der Boden ist jeweils gepolstert, aber dazu komme ich noch .

Auf der Vorderseite sind (heutzutage echt nur noch schwer zu bekommende) Klavierhaken als Verschluss, an der Rückseite ein Klavierband über die volle Breite (abzüglich ca. 0,5 cm je Seite). Das alles natürlich lackiert.

Aber die Kisten (6 an der Zahl) haben auch Mankos:

Am auffälligsten ist Breite, die Kisten sind innen knapp 38 cm lang. Reicht für 3 kurze Güterwägen, aber bei allem anderen bleibt viel Spiel. Das Maß war im übrigen einer Holzplatte geschuldet, die vor 20 Jahren in einem Sägewerk "übrig" war und dafür kurzerhand zurecht geschnitten wurde... .

Die "Farbwahl" de Stoffes. Der Stoff selbst ist genial, aber die Farbe nicht so ganz. Waren wohl auch einfach Reste, die meine Großeltern irgendwo bekommen haben... .

Die "Sammlung" passt sowieso nicht einmal ansatzweise komplett hinein! Es müssen also neue her .

Und so habe ich insgesamt 6 neue Kisten gebaut!

Diese sind nun deutlich Länger, ein Innenmaß von 58 cm erlaubt es mir auch, auf jeder "Ebene" 2 Schnellzugwägen oder ähnliches (z.B. die Komponenten meiner beiden ICE) zu verstauen. So passt nun ein ICE in eine Kiste!

Der Stoff sollte wieder "gut" sein, gleichzeitig irgendwie zu den alten Kisten passen und dabei aber auch nicht zu schlecht aussehen. Im örtlichen Stoffgeschäft waren dann noch 4 Meter (bei 2,4 m Breite) als "Stoffrest" zu einem Spottpreis, bei dem ich nicht nein sagen konnte. Die Qualität ist nämlich hervorragend! Als "Vorschau" sieht das dann so aus:


(Und ich hab noch genug für 20 Kisten... .)

Die "Höhe" der Fächer mit 3 x 6 und 1 x 2,5 ist identisch geblieben, da bewährt!


Anmerkung: Den neuen Kisten fehlt noch der Lack und die Montage der Klavierhaken, sind aber ansonsten komplett!


Nun zu den "technischen Details":

Die Kisten selbst bestehen aus einem Kiefernholzrahmen mit 10mm (im Deckel mangels Verfügbarkeit 10 x 13 mm), die beiden Deckflächen aus Birke Multiplex in 4mm. Alternativ auch Buche, bei mir ist das bei den "kurzen/alten" der Fall. Nur bitte keine Pappel, das ist einfach zu weiches Holz!

Das Ganze ist verleimt und in den Ecken auch getackert, sowie die Deckflächen zusätzlich genagelt (näheres dazu unten). Bei den "langen" Kisten sind die "Zwischenböden" ebenfalls fest verleimt, bei den "kurzen" Kisten sind sie es nicht. Ich wollte einfach "sicher" sein .

Der Stoff selbst ist im "Boden" an die Seitenwände und die "Zwischenböden" getackert und ansonsten "lose" eingelegt. (Kann aber ja nicht weit!) Links und Rechts ist auf jeder Ebene ebenfalls ein wenig Stoff eingetackert, falls mal ein Wagen oder eine Lok nach vorn/hinten rutschen sollte. Und der Stoff ist doppelt (sprich, umgefaltet unten drunter). Das spart mir die Arbeit, das zu säumen und sieht auch besser aus .

Der Deckel und die Böden der "großen" Fächer sind gepolstert. Bei den fast 20 Jahre Alten waren das mit 2 x 5 mm Schaumstoff, aber in der Stärke habe ich nichts mehr gefunden, in keinem der Baumärkte. (Nur dickes, festes Zeug ab 2 cm... .)
Daher die Alternative: Die "äußerste" Schicht besteht aus Schwammtüchern (die für die Küche, 1-2 Woche(n) ausgelüftet und an der Luft getrocknet, wobei die deutlich dabei eingehen!). Gibt es billig und dämpft gut. Darüber dann eine Filtermatte für Dunstabzugshauben, ebenfalls zurechtgeschnitten, das zusätzlich "superweich" ist. Oben drauf der ebenfalls weichen Stoff. Ist zwar Arbeit, aber es erfüllt seinen Zweck.

Generell sind die Kästen in der Höhe/Tiefe/"ihrwisstwasichmeine" so gestaltet, dass die Modelle "leicht" in den Deckel hineinragen. Beim schließen ergibt sich dann ein leichter Druck, der die Modelle zuverlässig an Ort und Stelle hält. Und auch "empfindliche" Modelle haben bisher keinerlei Schaden erlitten.

Alles in allem viel Arbeit, aber kostentechnisch sehr überschaubar und viel Werkzeug benötigt man auch nicht. Zu empfehlen sind aber ausdrücklich 2 Sätze "Spannecken" für Bilderrahmen oder ähnliches um beim verleimen (ich habe immer mit den "Außenwänden" angefangen) die Rechtwinkligkeit und den Halt zu gewährleisten.

Generell sind die Arbeitsschritte (ohne Bilder) wie folgend:

  • Material kaufen, dabei die Deckflächen für Deckel und Boden im Baumarkt zurecht schneiden lassen!
  • Mit einer Gehrungssäge die Außenwände für Deckel und Boden passen zurecht sägen (Kanten auf 45° Winkel, die Längen müssen möglichst genau stimmen, aber lieber einen Hauch kürzer!!!)
  • Die Schnittflächen (grob) entgraten
  • Die "linken" und "rechten" Außenwände des Bodens mit "Schlitzen" versehen (in die später die Zwischenböden kommen) (Habe mir dafür eine Schablone zum anzeichnen gemacht, die Gehrungssäge hat "Abstandshalter" bekommen, damit ich die Leisten nicht durchsäge! Dann mit einem schmalen Schlitz-Schraubendreher die "Schlitze" ausgestemmt.)
  • Die Zwischenböden/decken/"wieauchimmer" zurechtsägen. (Achtung: Die müssen natürlich etwas länger als das Innenmaß sein!)
  • Nun geht es an's leimen: Die Außenwände (wahlweise für Deckel und Boden) mitsamt einer Deckfläche in die "Spannecken" einspannen und gegeneinander verleimen, die rechten Winkel sind durch die Spannecken und die gleichzeitig eingespannte Deckfläche vorgegeben. In den Ecken nun die Seitenteile gegeneinander (von "oben") fest tackern! (Auch in den Bilder mit offenen Kisten zu erkennen)
  • Das Ganze möglichst schonend umdrehen und die Nägel (in den Bildern zu erkennen) von "außen" einschlagen. Dies fixiert die Deckfläche gegen die Seitenteile, abheben wird dadurch verhindert. Gleichzeitig ist alles zusätzlich stabilisiert und man kann nochmals ein wenig nachkorrigieren. Und aufpassen, die Nägel sollten nicht hochstehen! (Schrammt sonst die nächste Kiste, wenn man Sie stapelt. Ist recht gut an der "alten" Kiste zu sehen.)
  • Alle "Teile" übereinender stapeln, Gewicht drauf und gründlich (mind. 24h) austrocknen lassen!
  • Nun den Stoff (in Länge und Breite + mind. 2cm!) zurechtschneiden, die Polsterung ebenfalls zurechtschneiden (falls nicht schon geschehen) Zeit hat man ja jetzt erst einmal .
  • Nun kann es gut sein, dass es leichte (minimalste) Überhänge der Deckflächen gegenüber den Seitenteilen gibt. Diese einfach abschleifen (daher die Seitenteile eher eine Idee kürzer ). Generell sowieso alle Kanten und Seiten nun ordentlich entgraten und verschleifen.
  • Das Klavierband auf die richtige Länge bringen (falls nicht sowieso schon geschehen) und festschrauben.
  • (ggf. die Kanten nochmals verschleifen, falls ein Teil gegenüber dem anderen größer ist...)
  • Die Zwischenböden einlegen und festleimen (ist ggf. aber auch schon früher möglich!)
  • Die Polsterung einlegen und den Stoff fest tackern. (Empfohlen haben sich 6 mm lange Klammern, da kommt selbst beim Deckel nichts raus! Den Stoff an den Enden doppelt nehmen, um ausfransen zu verhindern!)
  • Lackieren und die Klavierhaken/Ösen einschrauben.
  • Freuen!


Ich hoffe mein kleiner Bericht ist neugierig und regt Nachahmer an! Ich selbst hab jetzt 6 kurze und 6 lange Kisten. (Und einige wilde Ideen... .) Dadurch dass ich überhaupt nicht daran gedacht hatte, gibt es keine Bilder vom Bau. (Was auch besser ist, hatte doch einiges an Verschnitt .)

Ach ja: Ich hab zwei linke Hände, bin handwerklich nicht geschickt und zittere leicht in beiden Händen. Wer also denkt, dass dafür großes, handwerkliches Geschick von nöten ist: Nö!
Ich hab nicht einmal eine wirkliche Werkbank, sondern nur eine Arbeitsplatte und ein wenig Werkzeug. Es ist also für (fast) jeden machbar!
(Klar, mit Geschick wird es vielleicht "besser" aber an der Funktion ändert es nix!)

So, ich hoffe Euch hat's gefallen. Für Fragen, Maße und alle anderen Kommentare stehe ich gerne zur Verfügung!

Gruß, euer Jochen


 
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RE: Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

#2 von Ulf325 , 21.04.2017 20:20

Vielen Dank, so "schöne" Kisten hatte ich mir auch lange vorgestellt. handwerklich hätte ich das wohl durchaus auch hinbekommen, nur: nach dem Bau der Eisenbahn ist der Hobbykeller doch arg geschrumpft, und tischlern mag ich dort auch nicht mehr - die ganze Anlage würde ja einstauben.

Eine pragmatische Lösung fand sich aber auch schnell:
Euro-Stapelboxen gibt es in allen mögliches Größen, ich habe mich für 60x40 cm entschieden in 7,5cm, so wie diese

Nur beim Innenleben, da ist natürlich wieder Basteln gefordert.


Mit freundlichen Grüßen: Ulf

2L DCC + Roco Z21 + Rocrail
Meine Anlage
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RE: Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

#3 von jochen3030 , 22.04.2017 11:30

Danke für die positive Rückmeldung .

Ja, ich hab auch gezögert, ob ich das wirklich tun will, aber Zeit habe ich nunmal zur Zeit ne Menge.

Die Arbeitsplatte ist bei mir auch im Wohnungsflur in ein Regal geschraubt (und der Rest, der beim Zuschnitt meiner Küchenarbeitsplatte aus Massivholz übrig geblieben ist). Aber ich habe Fliesen und einen Teppich im Flur, den ich auch in die Waschmaschine stopfen kann! Und für den Staub, da habe ich einen kleinen, alten Staubsauger der Marke "Klein, laut, stromhungrig aber leistungsschwach" der dafür auch noch gut genug ist . Ich habe dann sogar ein billiges Schleifmaschinchen gekauft, aber sogar das hat einen Staubsaugeranschluss. Und der Wohnungsflur ist der Eingangsbereich, da muss eh häufiger Sauber gemacht werden . Der Rest ist dann auf dem normalen Wohn-/Esszimmertisch passiert. Bei mir steht da ein günstiges Qualitätsprodukt aus schwedischem Hause .

Nur bevor ich die Plasteboxen nehme, würd ich dann doch eher die 7 cm hohe Holzkiste von OBI verwenden: Kesper Allzweckkiste Kiefer in 7cm x 40cm x30cm (gibt es in 7cm, 14cm und 23cm Höhe, sowie bei 14cm und bei 23cm auch mit Klappdeckel)
Die ist ja auch mit Stapelleisten und Tragegriffen, wer mag kann da sicher auch außen Schnappverschlüsse montieren um die untereinander zu verbinden und seitlich Griffe dran. Oben drauf die "große" Kiste mit Klappdeckel für Trafo und Gleise . Dann wäre auch ein Griff "oben" machbar.

Aber ich steh eh mehr auf "Holz" denn auf Plaste . Nur kann ich auch sein, dass ich in Zukunft eher die OBI-Kisten nehmen würde. Wobei die mir von den Maßen eben nicht so zusagt... . Aber jetzt hab ich ja erst mal meine 12 Kisten!

Gruß Jochen


 
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RE: Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

#4 von hu.ms , 22.04.2017 17:55

Liest sich interessant.
Zeitaufwand, benötigtes werkzeug und schmutz wurden schon beschieben.
Wie ist der finanzielle aufwand bei komplett eingenbau bzw. "kesper" von OBI mit fächern verbessern?
Wie sieht es mit einem "sichtfenster" aus, damit man - analog der hersteller-OVP - ohne öffnen sehen kann was drin ist?

Hubert


Mein anlagenneubau: https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=15&t=140152
Meine fahrzeugverbesserungen: https://stummiforum.de/viewtopic.php?f=27&t=132888


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RE: Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

#5 von jochen3030 , 22.04.2017 20:23

Zitat von im Beitrag Eine Bastelei - Aufbewahrung der Modellbahn

Liest sich interessant.
Zeitaufwand, benötigtes werkzeug und schmutz wurden schon beschieben.
Wie ist der finanzielle aufwand bei komplett eingenbau bzw. "kesper" von OBI mit fächern verbessern?
Wie sieht es mit einem "sichtfenster" aus, damit man - analog der hersteller-OVP - ohne öffnen sehen kann was drin ist?

Hubert



Moin! Danke .

Also, finanziell würde ich eine Kiste auf 30-45 Euro schätzen, kommt immer darauf an welches Holz man will, etc. .
Die vom "Kesper/OBI" sind da erst einmal billiger (die 7 cm hohe kostet rund 5 Euro), aber haben auch Nachteile:
  • Die "Kesper/OBI" Kisten sind mit 7 cm sehr hoch! Da kannst Du die Modelle kaum liegend lagern und die Poster kosten Geld!
  • Die anderen "Kesper/OBI" sind mit 14, bzw. 23 cm noch höher, da müsstet man in den Kisten stapeln (oder zusätzliche Böden einsetzen). Ist eher schwierig.
  • Die "Kesper/OBI" Kisten sind auch schon "fertig", da "Führungsschlitze" für Trennwände hinein zu sägen ist im besten Falle schwierig.
  • Die niedrigen "Kesper/OBI" Kisten haben keinen Deckel (die höheren schon, aber sind nur mäßig dicht und original ohne Verschluss) und sind auch sonst nicht "zu" (seitliche Halteöffnungen). Meine Kisten sind weitgehend dicht, Staub kommt da jedenfalls bei mir keiner rein.

Sichtfenster in meine Kisten zu sägen stellt wohl nur technisch in so weit ein Problem dar, als dass man sehr genau arbeiten muss. Sollte mit einer Laubsäge gehen. Nachteil ist aber, dass dann die Polsterung des Deckels schwierig werden könnte. Mittig sollte in jedem Fall eine Strebe zur Stabilität bleiben. Die Öffnungen/Sichtfenster selbst würde ich mit Plexiglas abdecken und fest einleimen... . Bei meinen Kisten muss ich aber auch nicht sehen, was drin ist. Die bekommen ein "Einsteckblech", in den ein Zettel für eine Beschreibung passt. Wie man es z.B. von alten Apothekerschränken kennt. Ihr wisst was ich meine .
Grundsätzlich sind die Kisten aber "stapelbar" gemacht, daher würde ein Sichtfenster wenig Sinn, bei gleichzeitig großem Aufwand, machen. Meine sind als "Turm" übereinander gestapelt im Regal, da sieht man sowieso nichts!

Gruß Jochen


 
jochen3030
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