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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#1 von Dieter_V200 ( gelöscht ) , 04.05.2017 08:49

Hallo!

Ich bin neu hier. Ich komme aus Graz (Österreich) und habe, bzw mein Sohn hat, einiges an Modellbahn Hardware von seinen Grossvätern "geerbt". Daran hängt, weils vom Opa kommt, somit ein gewisser sentimentaler Wert. Zum einen liegt nun ein vollständiges System vor (Märklin H0 analog AC, mit Metallschienen, ich glaube "C-Gleis" ist die richtige Bezeichnung) welches zwar aus den 50ern stammt (Funktionstüchtig: V200 und Schienebus, das Krokodil will nicht so recht ...und dann noch ein wenig was das in den 80ern hinzu kam als meine Generation übernahm) aber größtenteils tadellos funktioniert, wurde von mir grob zerlegt gereinigt geputzt teils instand gesetzt geölt geschmiert und ggf nachgelötet, und ein neuer Dieseltriebwagen Piko Gleichstrom (Piko Expert H0 ArtNr 59524 GTW 2/8 mit laut Piko HP digitaler Schnittstelle NEM652) kam nun etwas überraschend hinzu. Dieser ist zwar im Vergleich quasi neu (Baujahr 2012 wenn ich mich richtig erinnere) aber der wurde einem der beiden Opas in "Firmenlackierung" (GKB) zur Pension geschenkt als er als Eisenbahner in Pension ging. Somit hängt auch daran ein gewisser sentimentaler Wert.

Meine Frage nun: kann ich diese Gleichstromlok umbauen auf Betrieb mit Wechselstrom im Märklin C-Gleis analog System? Ich habe zu deisem Thema einges hier im Forum gefunden, das ist nun eine eher Verständnisfrage meinerseits. Wenn ich richtig recheriert habe sollte dies gehen. Ich muss die Räder tauschen (oder doch nicht? da ich ja mit Metallschienenfahre und somit das analoge AC Signal quasi überall anliegt, außer am mittelSchleifer Kontakt) und den Mittelschleifer anbringen und "einfach" alles verlöten und verkabeln. um die Fahrtrichtung ändern zu können muss ich noch einen FRU (zB Uhlenbrock 55500 wurde in einem Beitrag empfohlen) anbringen. Ist außer dem mittelschleifer (hat jemand eine Empfehlung für welchen ich mich entscheiden soll?) und dem FRU noch weitere Hardware von nöten, außer Kabel, Lötzinn, Lötkolben und einer ruhigen Hand?

Oder: wäre hier ein Hütchentausch dann doch das einfachere? Denn die Piko gibt es ja auch als GTW 2/8 in AC, jedoch dann zwar in digital aber da ist dann ev der Umbau noch einfacher (sollte ich etwas übersehen/überlesen haben in der todo Liste für den Umbau von DC auf AC)? also von digital AC auf analog AC. Müsste dann hier lediglich der Decoder getauscht werden? Wenn ja: auch hier würde ich mich über eine Hardware Empfehlung freuen.

Habe ich da richtig recherchiert oder ist der Umbau doch nicht möglich? Falls jemand eine Art Doku/Anleitung/Fotos oder der gleichen von einem ähnlichen Umbau hat: nur her damit ev war ich wiedermal dann doch nicht ganz begabt mit der Suchfunktion.

Eine Zusatz Frage außer Konkurenz: mein Neffe hat begonnen mit Märklin digital AC, ist es möglich diese Anlage mit der analogen (eher als vielleicht in ein paar Jahren) zu kombinieren? sprich: was ist einfacher bzw überhaupt möglich: umbau von Analog Märklin AC (bzw bereits umgebaute vormals Gleichstrom Piko umgebaut zu analog AC) auf digital AC? oder andersrum? dies ist mehr eine Prinzip Frage, ob ich das jemals in Angriff nehme steht noch in den Sternen.

Ich bedanke mich schon jetzt für jeden der sich die Zeit nimmt um mir/uns weiterzuhelfen!!

Gruß
Dieter


Dieter_V200

RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#2 von lokingo , 04.05.2017 09:40

Hallo Dieter

Du musst nicht unbedingt die Achsen tauschen. Das mit dem FRU von uhlenbrock ist ok. Beim Schleifer würde ich mir die Ersatzteile von dem AC Modell besorgen.

Mit freundlichen Grüßen
Ingo


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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#3 von digitalo , 04.05.2017 10:05

Servus Dieter

Willkommen im Forum erst einmal . Bei dem Piko sind die beiden Radschleifer zu verbinden. Damit wird auf beiden Achseiten die Masse genommen. Der Schleifer von Piko passt genau unter das Fahrzeug, da hast Du den wenigsten Aufwand mit. Bei dem M-Gleis ist die Geräuschbildung eh kein Thema . Vom Schleifer ist eine neue Verbindung zur Platine (+ Pol) zu ziehen.
Ich nehme mal an das Du noch die blauen Trafos (für 220 Volt gemacht) welche nun mit 230 Volt betrieben werden benutzt. Du brauchst also einen Umschalter der die höhere Spannung aushält oder Du tauschst die blauen Trafos gegen die neueren grauen Trafos aus, diese sind auf 230 Volt ausgelegt so das der höhere Umschaltimpuls nicht anfällt. In Östereich weiß ich jetzt nicht wie die Spannung im Netz ist, aber in Deutschland beträgt sie 230 Volt. Das wird bei Verwendung von blauen Trafos für die meisten Decoder zum Problem.
Deine Schienen sind M-Gleis, nicht C-Gleis, denn diese (C-Gleis) wurden erst mitte der 90er als Alpha-Gleis angestestet.
Außer Konkurenz Frage
Wenn in der Piko ein geeigneter Decoder steckt ist kein Mehraufwand bei Umstellung von AC analog auf AC Digital zu erwarten. Entscheidest Du dich für einen FRU muss dieser durch einen Decoder ersetzt werden. Geeignete Decoder funktionieren sowohl analog als auch digital .

Die Achsen kann mman mittels Lehre von ca. 14,2 mm auf 13,8 mm zusammendrücken.

Viel Erfolg


digitalo (Stephan) enjoy the day !

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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#4 von Dieter_V200 ( gelöscht ) , 04.05.2017 12:21

Hallo!

Uiuiui das ging ja flott mit den Antworten! Vielen Dank!
Gut dann M-Gleis, weider was dazu gelernt!
Ja wir haben hier in Ö auch 230V. Dann werde ich mich nach einem neueren Trafo umsehen.

Danke für die sehr aussagekräftigen Infos zum Umbau! Werde dies demnächst in Angriff nehmen! (Teile besorgen, schaun wie wo was ... kann dauern )

Gruss
Dieter


Dieter_V200

RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#5 von etr , 06.05.2017 13:55

Hallo Dieter

Ich habe schon mehrere Piko GTW von DC auf AC umgebaut. Geht gut, weil die Konstruktion sehr durchdacht und wartungsfreundlich ist.

Bei C-Gleis ist ein Tausch der Radsätze überhaupt nicht nötig, bei M-Gleis kann es mit den DC-Radsätzen gehen (muss aber nicht!). Wenn du Entgleisungsprobleme haben solltest, kannst du immer noch nachträglich:

a. die Radsätze tauschen oder

b. kontrollieren, ob der Radabstand exakt dem entspricht, was bei AC sein muss. DC-Radsätze sind geringfügig breiter, oft jedoch spielt das nicht so eine grosse Rolle. Du könntest dann die DC-Räder auf der Achse auch leicht zusammenschieben. Wenn du keine profimässige Einrichtung dafür hast, geht's in den meisten Fällen auch mit sanfter Anwendung von Gewalt. Ich habe mit dieser Methode dutzendfach gute Erfahrungen ...

Zum Dekoder: Ist etwas teurer, aber ich empfehle dir unbedingt den ESU LokPilot. Der ist - und ich sage dies nach Jahre langen eigenen Erfahrungen - im AC-Analogbetrieb allen Uhlenbrock-Dekodern um Welten überlegen. Hier lohnt es sich m.E. nicht zu sparen.

Mit dem LokPilot kann man sogar Änderungen der Fahreigenschaften vornehmen, die auch im Analogbetrieb wirksam sind. Dazu müsstest du zu einem Fachhändler oder Kollegen gehen, der CV's von Dekodern ändern kann. Bringt grad beim Piko GTW für den Analogbetrieb nochmals sehr viel. Bei Bedarf nenne ich dir gerne die CV-Einstellungen, die sich in diesem Triebwagen bei mir bewährt haben. Der LokPilot verhilft diesem Fahrzeug zu perfekten analogen Fahreigenschaften. Mit Uhlenbrock-Dekodern fährt er, aber nicht besonders schön. Zumindest wenn man einmal gesehen hat, welchen Mehrwert der LokPilot bringt, will man nie mehr zu Uhlenbrock zurück. Ich spreche hier vom AC-Analogbetrieb. Digital kann ich das nicht objektiv beurteilen, es gibt aber auch viele Digitalbahner, welche von Uhlenbrock-Dekodern nicht eben begeistert sind.

Wenn du beim Umbau nicht weiter kommen solltest, helfe ich dir gerne weiter.

Und nicht vergessen: Was "digitalo" oben zu blauen Trafos schreibt, unbedingt beachten. Sonst kann es den Dekoder - welcher Marke auch immer - ins Nirvana befördern.

Es gibt übrigens noch heute elektronische Fahrtrichtungsumschalter (FRU) mit 8-poligen NEM-Stecker von Uhlenbrock. Für AC analog ein sehr gutes Fabrikat, das noch heute in etlichen Loks von mir drinsteckt. Es gibt gewisse Loks, die damit im AC-Analogbetrieb schöner fahren als mit dem allerbesten Dekoder. (Ich habe also nicht grundsätzlich etwas gegen Uhlenbrock.) Solche FRU's kann man natürlich auch verwenden. Ob sie im GTW gut Platz haben, weiss ich jetzt nicht (ein FRU ist halt wesentlich dicker als ein zeitgemässer Dekoder). Und ich zweifle daran, dass sie hier dem LokPilot überlegen wären. Zudem musst du auch die Möglichkeit eines allfälligen späteren Umstieges auf digital in Erwägung ziehen: In dem Fall kannst du jeden FRU wegschmeissen, während ein Dekoder beibehalten werden kann. Der offizielle Verkaufspreis eines FRU's liegt übrigens nicht tiefer als derjenige eines LokPiloten, m.W. sogar eher höher.

Beste Grüsse & gutes Gelingen

ETR


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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#6 von Mattlink , 06.05.2017 17:10

Hallo,

also wenn die Kombination einer aktuellen Anlage mit der alten AC Anlage in Frage kommt, würde ich die Umbauten direkt nach AC digital machen. Ich würde aber das Metallgleis ausrangieren, da es sehr laut ist, und ein etwas anderes Radsatzmaß erfordert. Wenn man Gleichstrommodelle auf AC für M-Gleis umbaut, ist häufig eine Anpassung der Radsätze erforderlich. Wenn man auf dem modernen C-Gleis fahren möchte, dürften Anpassungen der Radsätze beim Umbau entfallen. (Anpassung wäre die Reduzierung des Radsatzinnenmaßes mittels Radsatzpresse, dafür sind - je nach Modell - einige Vorarbeiten zu leisten, wie Demontage des Gestänges.)

Der schwierige Teil bei einem Systemumbau ist meist der Anbau des Schleifers, und die Anpassung der Radsätze (wenn erforderlich). Elektrisch ist ein Umbau von DC auf AC weniger schwierig. Ich würde generell digital umbauen, da digitale Loks auch analog fahren können (umgekehrt nicht). Dann aber bitte keine blauen Trafos mehr verwenden!

Wie der Umbau auszusehen hat, muss man bei jedem Fahrzeug einzeln entscheiden. Ich habe schon ein paar Umbauten gemacht, aber der Aufwand / Schwierigkeitsgrad kann wirklich stark variieren. Zu den einzelnen Fahrzeugen kann ich nichts sagen, da ich diese noch nicht in der Hand hatte.
Es gibt z. B. bei Fleischmann Fahrzeuge die einen Motorumbau erfordern (Stichwort Motorschild), oder alte Fahrzeuge deren Motoren sehr viel Strom brauchen, und die somit leistungsstarke Decoder benötigen...

Ich würde empfehlen, die Umbauten pro Fahrzeug in einem eigenen Thread zu besprechen.

Generell: Der Umbau auf Fahrtrichtungsumschalter (also analog) ist nicht wesentlich einfacher als ein digitalumbau. Daher würde ich mir schon die Frage stellen ob eine Digitalisierung nicht sinnvoller ist.

Grüße,

Matthias


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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#7 von Dieter_V200 ( gelöscht ) , 14.10.2017 19:24

Anfang Mai habe ich meine Frage gestellt ... uiuiui das ist ja lange her!

Trotzdem wollte ich jetzt wo der "Umbau" fertig ist berichten: läuft!

Vielen Dank an alle die sich die Zeit genommen haben und mir weiter geholfen haben!!!

kleine Anmerkung meinerseits: man muss bei mehreren Achsen die Stromversorgung ändern bzw kappen, da die Gleichstromversion an mehreren Stellen den Strom abgreift und es - ohne kappen - sonst (bei verwenden im Wechselstrom analog System) zu einem Kurzschluss kommt. Den Umbau kann wirklich jeder selber machen ... voraus gesetzt man hat sowohl einen einigermaßen feinen/dünnen Lötkolben und eine ruhige Hand!

Vielen Dnk an alle die geholfen haben!!!


Dieter_V200

RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#8 von klein.uhu , 14.10.2017 20:10

Zitat

kleine Anmerkung meinerseits: man muss bei mehreren Achsen die Stromversorgung ändern bzw kappen, da die Gleichstromversion an mehreren Stellen den Strom abgreift und es - ohne kappen - sonst (bei verwenden im Wechselstrom analog System) zu einem Kurzschluss kommt. Den Umbau kann wirklich jeder selber machen ... voraus gesetzt man hat sowohl einen einigermaßen feinen/dünnen Lötkolben und eine ruhige Hand!


Moin,

Bei einer Lok für AC führen alle Räder "Masse". Da muss nichts "gekappt" werden, es ist sogar wünschenswert, wenn alle Räder und Achsen Massekontakt haben. Es müssen lediglich alle Radschleifer-Anschlüße rechts und links der exDC-Lok an den einen Kontakt der Dekoderschnittstelle gelötet werden, der Schienenmasse hat. Richtig die Verkabelung ändern, dann gibt's keinen Kurzschluß! Alle Achs-/Radschleifer werden verwendet, unrichtig angeschlossen. Nur der Mittelschleifer kommt an den andere Kontakt der Schnittstelle für Gleis.


| : | ~ analog

Gruß von klein.uhu
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RE: DC Lok Umbau auf analog AC

#9 von Mattlink , 14.10.2017 20:27

Richtig!

Zusammenlegen, nicht kappen!

Grüße,

Matthias


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