RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#1 von 118Fan , 19.05.2017 08:17


Hallo zusammen,

vermutlich am 11.07. (eher weniger wahrscheinlich am 12.07.) besuchte ich das Wiener Tramwaymuseum in Erdberg bei der Schlachthausgassse am Ludwig-Kössler-Platz.
Vermutlich war das mein erster Besuch, zu mir war der Ruf durchgedrungen, dass dies weltweit das einzige Tramwaymuseum war, das einen so umfangreichen Fuhrpark eines einzigen Straßenbahnbetriebes beherbergt(e).
Vor 25 Jahren konnte man dort noch sehr ungeniert und gut fotografieren, nach einem umfangreichen Umbau dürfte das wohl mittlerweile so nicht mehr gehen.

Ich fange nicht chronologisch, sondern alphanumerisch an.

Los geht's:


Bei der Type A handelt es sich um sogenannte Kriegsstraßenbahnwagen, die 1944 in 30 Exemplaren nach Wien geliefert wurden. Solche Wagen wurden auch in deutschen Städten eingesetzt. Konkret ist mir da ein Bild aus Heidelberg aus den 60ern erinnerlich.
Die Linie 52 existiert auch noch heute und fährt auch noch immer nach Baumgarten.




Die Type B war die erste österreichische Nachkriegsproduktion aus den Jahren 1951/52.
Die Linie 118 gibt es heute noch indirekt...
Mit dem Liniensystem in Wien hatte es nämlich folgende Bewandnis: Die Hauptlinien waren, nicht durchgängig, von 1 bis 82 beschriftet. Gab es dann noch eine oder gar mehrere (sehen wir dann beim Z) Anschluss- oder Zubringerlinien, so wurde der Hauptlinie einfach eine 1, 2 oder 3 als Zusatz vorangestellt.
Insofern gibt es heute noch die Linie 18, die vermutlich die ursprünglichen Anschlußlinie übernommen hat, sofern diese nicht stillgelegt wurde.
Und dann gab es noch sogenannte Duchgangslinien, die mit Buchstaben und ggf. Index (runtergesetzte Zahl) versehen wurden. Lernen wir auch noch kennen.
Die 118 war also einmal eine Anschlusslinie der Stammlinie 18.




Damals schon im Museum, der C1 141, hatten seine Geschwisterfahrzeuge noch 4 Einsatzjahre auf der Linie 46 vor sich.
Die Type C1 waren Lizenznachbauten von DÜWAG aus den Jahren 1955 - 59.
Obwohl die c1-Beiwagen den c3-5 ähnlich sahen, konnten sie nicht getauscht werden, da die C1-c1 druckluftgebremst waren.
Die C1+c1 (Beiwagen bekamen in Wien stets kleine Buchstaben, mit Index, passend zum Motorwagen) waren zuletzt auf der Linie 46 eingesetzt, eine große Ausnahme war wohl mal der Einsatz auf der Linie D im berufsverkehrsbedingten Einschub ab der Augasse 1989, insofern hat die Betafelung eine gewisse Korrektheit. Allerdings fährt die Linie 46 nicht mehr von der Bellaria, sondern nur zwischen Joachimsthaler Platz und dem Ring.




Der Type D (nur 16 Fz) war kein sehr langes Leben beschieden. 1958 in Dienst gestellt, waren sie bis 1974 wieder ausgemustert, wo hingegen die Type M von 1927 sogar bis 1978 im Einsatz waren.
Der Grund lag daran, dass in den 50er und 60er Jahren in Wien eine Autobus-Euphorie einsetzte, die nach und nach viele Linien in Wien dahinraffte. Erst mit der Energiekrise um 1973 herum bewirkte ein Umdenken und man erkannte die Straßenbahn als günstiges, umweltfreundliches Massenverkehrsmittel.
Der D 4301 ist als Linie 41 besteckt, diese vekehrt noch immer von Pötzleinsdorf zum Schottentor.




Die Type G gab es in zwei Varianten, mit normaler Holzverglasung der ursprünglich offenen Plattformen und, wie hier, mit Kobelverglasung. Mit 520 gebauten Exemplaren war diese Type die stückzahlmäßig stärkste, je für einen Betrieb gebaute Type. Im Jahre 1900 gebaut, fuhr diese Type immerhin bis 1962!
Die Linie 39 gibt es nicht mehr, sie war eine jener, die der Autobuseuphorie zum Opfer fiel. Dabei war diese Linie als Heurigenlinie nach Sievering sehr beliebt.




So also sähe die normale Holzverglasung aus.
Sähe, denn dies ist ein G2, der einmal, erkennbar an den großen Fenstern, ein Exkursionswagen war.
Auch er ist sehr alt geworden, 1907 gebaut, 1966 ausgemustert.
Hier haben wir wieder eine der Stammlinie 65 vorangestellte 1.
Die Linie 65 habe ich noch erlebt, sie ist vor wenigen Jahren in der Linie 1 aufgegangen (Veränderte Verkehrsführung).




Wunderschöner Dreiwagenzug, mit einem "regulären" G2 als Zugfahrzeug. Auch dieses Fahrzeug war 60 Jahre lang im Einsatz.
Die Linie 25k ist so ein Zwischending. Das war sicher einmal auch so eine Art Anschlusslinie, die teils die Linie 25, teils die Linie K befuhr. Es gab also auch Nummern mit nachgestellten Buchstaben, nicht zu verwechseln mit den Buchstabenlinien mit dem Index als Zahl!





Und wieder haben wir einen Exkursionswagen, diesmal allerdings dem ihm eigentlichen zugedachten Zweck gewidmet, also nicht für den Liniendienst umgebaut. Es handelt sich hierbei um einen G3, der aber ebenfalls um die 60 Jahre im Dienst stand.




Und wo es G3 gab, gab es auch G4 ("Scherz")
Weil im 2. Weltkrieg keine Neubauten möglich waren, wurden im Jahre 1944 neue Wagenkästen auf alte G-Fahrgestelle gebaut. 1948 gab es nochmals 18 Nachbauten.
Zur Linie L kann ich nichts sagen.




In den Jahren 1910 und 11 wurde die Type H, als erste in Wien, mit geschlossenen Plattformen in ca. 130 Exemplaren in Dienst gestellt. Sie liefen bis etwa 1962.
Die Linie 47 wurde, wie könnte es anders sein, durch Autobus ersetzt. Heute macht das, glaube ich, der 48a (a steht in Wien für Autobus). Steinhof ist eine Nervenheilanstalt bzw. Nervenheilklinik in Wien, etwas oberhalb der Stadt.




Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen H2.
Bei diesem wurde, wie beim G4 ähnlich, NEUE Wagenkästen auf ALTE Fahrgestelle aufgebaut. Dies geschah um das Jahr 1949. Im Jahre 1963 nochmals modernisiert.
Die Linie E2 gibt es heute noch, stark verkürzt, als Linie 40 von Gersthof zum Schottentor. Mit dem E2 bin ich einmal geahren, der begann auch dort, wo heute der 40er beginnt, bog aber vor dem Schottentor in die Schwarzspanierstraße ab und fuhr weiter bis zum Prater!




Wunderschöner K-Dreiwagenzug.
Dieser K ist allerdings umgebaut, sie entstanden erstmals in den Jahren 1912 - 15 und liefen bis 22.12.1972.
Dieses Fahrzeug entstand 1913.
Die Linie J war eine der letzten Buchstabenlinien, die es sogar bis in die jüngste Vergangenheit geschafft haben. Heute existieren noch der D und der O. Der J ist weitgehend in der Linie 2 aufgegangen und wurde erst vor wenigen Jahren in diese integriert (so 2007 oder 2008).





Wunderschöner L-Dreiwagenzug, wie ich ihn noch 1981 mit der Pocketkamera im Einsatz auf der Linie 40 fotografiert habe (Beiwagen leider nicht komplett drauf). Sehr verwirrend ist die Unterscheidung von L, L3 und L4. Einer der Unterschiede rührt von den Einsatzmöglichkeiten bzw. Einsätzen mit schaffnerlosen und schaffnerbesetzten Wagen her. Beim "nur"-L waren beide Beiwagen schaffnerlos!! Diese Wagen fuhren so bis 1990. Aber L habe ich danach noch ein oder zwei Jahre später fotografiert (hatte ich auch mal veröffentlicht) Und zwar als Einlagezüge auf der Linie D im Berufsverkehr zwischen Augasse und Südbahnhof, allerdings dann mit c3-5-Beiwagen gekuppelt.
Die Linie H2 gibt es natürlich auch nicht mehr, habe sie aber noch in den 70er Jahren erlebt. Es gab ja insgesamt drei dieser Linien: E2, G2 und H2. Alle zeichneten sich durch recht lange Strecken durch Wien aus.




Ein L1 mit einem c3-5 Beiwagen. Diese Betriebsform, alter Motorwagen und moderner Beiwagen nannte sich "Halbstarker" und war so in den späten 60ern und frühen 70ern "inn". Ich kann mich noch als ganz kleiner Bub daran erinnern, so etwas gesehen zu haben. Dies rührte daher, dass es mehr moderne Beiwagen als Motorwagen gab (also noch nicht genug E und E1).
Die Linie 5 existiert auch heute noch und auch heute noch fährt sie bis fast zur Mariahilfer Straße. In die andere Richtung geht’s zum Praterstern, womit der 5er zu einer der längeren Linien in Wien gehört. Bin ich früher oft mit gefahren.
Den L1 2597 kann man auch heute noch mieten! Und zwar z. B. für eine Heurigen, Geburtstags- oder Hochzeitsonderfahrt. Ich habe aktuellere Bilder von diesem L1.




Das ist nun ein L4. Folglich müssen bei ihm die Beiwagen schaffnerbesetzt sein.
In den Jahren 1960 - 62 entstanden ca. 110 Exemplare mit passenden Beiwagen l3, die dann solche schönen, wie abgebildeten Dreiwagenzüge bildeten.
Die Linie 43 fährt auch heute noch vom Schottentor (oben) nach Neuwaldegg.




Die sicherlich erfolgreichste alte Straßenbahntype Wiens war der M mit passenden Beiwagen m2-3. 1927 gebaut, hielt sich diese Type bis 1978. Von ihr sind auch erstaunlich viele Fahrzeuge erhalten geblieben, viele davon betriebsfähig und zum Mieten (siehe L1).
Die Linie 22 gibt es nicht mehr.




Zeigte sich im vorangegangen Bild der M im etwa Letztzustand, so ist hier ein M in seiner Frühzeit abgebildet. Passend mit einem Beiwagen steht er vor dem Museum, wo man auch erkennt, dass ich an diesem Tag nicht alleine dort war.




Sieht aus wie ein M ist auch fast einer.
Der M1 ist eine Weiterentwicklung des M in nur zwei Exemplaren.
Unterschiede zum M: Stahlgerippe, Nockenschaltwerk.
Die Linie D wurde von mir bereits als noch existierende Buchstabenlinie erwähnt und fährt auch heute noch von Nussdorf zum Südbahnhof, der heute wohl eher der neue Zentralbahnhof ist.





Die Type N, gebaut 1925 bis 27 (gewisse Ähnlichkeit mit dem M), war etwas sehr spezielles. Gedacht für den Stadtbahnbetrieb, sollte sie auch in der Lage sein, als Straßenbahn verkehren zu können. Berühmtestes Beispiel seinerzeit war die Linie 18G, die als Stadtbahn vom Osten her kommend bei der Gumpendorfer Straße die Stadtbahn verlies und als Straßenbahn weiter bis zum Südbahnhof verkehrte. In den letzten Einsatzjahren verkehrte diese Type dann aber nur noch als reine Straßenbahn-Dreiwagenzüge, vor allem auf der Linie 60, wie dieses Bild zeigt. Diese Linie existiert auch heute noch und fährt von Hietzing nach Rodaun.




Hier haben wir nun die Stadtbahnversion des N, eingesetzt mit je einem Motorwagen und einem Mittelwagen. Es konnten bis zu 9 Fahrzeuge in unterschiedlichen Konstellationen zusammengestellt werden.




Nach den N kamen die N1, als erstere nicht mehr zeitgemäß waren. Zwischen 1954 und 62 wurden 130 Motor- und 200 Beiwagen gebaut, die bis zum 01.07.1983 im Einsatz waren. Auch ich bin noch mit ihnen gefahren, damals im Linksverkehr. Ab etwa 1979 wurde die Stadtbahn, auf der sie fuhren, sukzessive auf U-Bahn umgestellt. Die Linien U4, aber auch die kuriose Oberleitungs-U-Bahnlinie U6 fahren heute vielfach auf der ehemaligen Trasse der Stadtbahn. Auch hier konnten bis zu 9 Fahrzeuge in unterschiedlichen Konstellationen zusammengestellt werden. Ursprünglich war der seitliche "Ausschnitt" keiner, sondern ging durchgehend gerade zwischen den Türen.




Auch dieser Tw sieht aus wie ein M, ist aber ein P2 und ebenfalls eine Weiterentwicklung des M in zwei Exemplaren.
Unterschiede: Motoren mit doppeltem, statt einfachem Vorgelege, kleinere Räder, daher im inneren keine Stufen mehr. Leider hat sich diese Neuerung nicht bewährt und die Wagen wurden der regulären Bauart angepasst.
Die Linie 36 gibt es nicht mehr.




Die im Wiener Tramwaymuseum ausgestellten Arbeitsfahrzeuge haben mich im wesentlichen nicht so sehr interessiert, Ausnahme war dieser Schienenstoßmesswagen Type SM. Baujahr 1920, bis 1966 eingesetzt.




Wieder ein recht ansprechender Dreiwagenzug, gebildet aus T1 k6 und k7-Beiwagen. Wieder wurden hier auf alten Fahrgestellen 18 neue Kästen aufgebaut. Einsatz bis 1975.
Die Linie 62 gibt es noch, sie wurde von mir fotografisch in Gestalt der E sehr intensiv in den Jahren 2004 bis 2008 beharkt und fast auf ihrer Gesamtstrecke dokumentiert. Sie führt vom Kärnter Ring/Oper nach Lainz.




Sieht ein wenig aus wie ein L/L4 ist aber ein T2! Markantester Unterschied für mich ist der Einholmstromabnehmer. Auch hier wieder, wie so oft in der Nachkriegszeit in Wien: Neuer Kasten auf altem Gestell. Der zuvor erwähnte T1 war als Zweirichtungsfahrzeug ausgeführt, der T2 hier nun als Einrichtungsfahrzeug. Einsatzzeit vom 22 Mai 1956 bis zum 19.05.1982.
Die Linie 69 gibt es nicht mehr.




Eigentlich in den USA bereits 1939 gebaut, wurde nach dem 2. Weltkrieg ein Verkaufsangebot im Rahmen des Marschallplanes aus Amerika wahrgenommen und 1949 insgesamt 42 Triebwagen gekauft, die in Wien die Bezeichnung Z bekam.
Die Tw waren wegen der vielen gepolsterten Sitze sehr beliebt und fuhren bis 1969 hauptsächlich auf den "transdanubischen" Linien - der breiteren Gleisabstände wegen.
Hier greife ich nochmals die Story der Wiener Vorgansweise auf, der Stammlinie eine vorangestellte Vorziffer einer Anschlusslinie zu verpassen. Die Liniennummer 331 war die höchste Liniennummer in Wien. Es war eine Anschlusslinie der Linie 31, die auch heute noch existiert und in Stammersdorf endet, Wiens nördlichster Tramendpunkt.





Auch Autobusse beherbergt das Tramwaymuseum, zwei möchte ich kurz vorstellen.
Da ist zunächst dieser Saurerbus, genaue Bezeichnung 5 GF-ST, gebaut 1949 in 40 Exemplaren, im Einsatz bis 1970, danach noch 9 Jahre als Fahrschulwagen.




In den Jahren 1958 bis 1966 entstanden insgesamt über 200 derartiger Busse bei der Firma Gräf & Stift.
Wie lange diese Busse im Einsatz waren, kann ich leider nich sagen, jedoch meine ich mich erinnern zu können, mit dieser Busart in den 70er Jahren noch im 41a von der Endstelle der Linie 41 hoch im besseren Schritttempo über Kopfsteinpflaster (vorbei am nicht mehr existierenden Hotel-Restaurant "Römischer Kaiser" (in dem wir immer wieder mal zu Mittag aßen)) zum Neustifter Friedhof, 2. Tor, gefahren zu sein.

Und das war mein Ausflug in Wiener Tramwaymuseum am 11.07.1992. Ich hoffe, ich habe nicht allzuviel falsches über die Fahrzeuge geschrieben und hoffe weiters, dass der Beitrag ein wenig gefallen hat.


Ehemals überzeugter Analogfotograf, der diese Art der Fotografie schätzte und nun das digitale ebenso zu schätzen weiß.

Und für alle, die mir schlechte Motive vorwerfen: Für mich ist das Motiv die Lok bzw. der Zug

Grüße

Stefan


TW 334 hat sich bedankt!
 
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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#2 von ukrupp , 13.06.2017 00:01

Beeindruckende Bilder. Da wäre doch mal ein Zeitvergleich recht interessant, was heute da noch geht.

Liebe Grüße Udo


ukrupp  
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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#3 von LDG , 13.06.2017 14:04

Hallo Stefan,

schöne "alte" Bilder.
Ich war vor rund 3 Jahren im "Verkehrsmuseum Remise" (Öffnungszeiten beachten!).
Eine sehr schöne, didaktisch gut aufgebaute Reise durch die Geschichte des Wiener Nahverkehrs.
Immer noch sehr empfehlenswert auch wenn heute die Fahrzeuge ein bisschen enger platziert sind.

Gruß,
Lothar

PS: Die haben auch einen kleinen Shop mit netten, "relativ preiswerten" Sachen


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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#4 von Lohengrin_Wien , 15.06.2017 00:27

Wirklich schöne Bilder, danke!

Ergänzen möchte ich noch das Grundschema der Linienbezeichnungen in Wien:

„Zirkularlinien“ (also Linien, die irgendwie rund ums Zentrum oder daran vorbei fahren): 1-20
„Radiallinien“ (Linien, die vom Zentrum oder von einem anderen übergeordneten Knotenpunkt stadtauswärts fahren): 21-99 (vergeben bis 82)
„Anschlußlinien“ (Fortsetzungen anderer, meist radialer Linien, wie schon oben von 118Fan beschrieben): Vorangestellte Hunderter
„Durchgangslinien“ (Linien, die aus der Peripherie durchs Zentrum, später nur mehr über die Ringstraße, fahren, und wieder hinaus): Buchstaben

Die Linien E2, G2 und H2 waren Durchgangslinien, die nicht über die Ringstraße, sondern über die sogenannte „Lastenstraße“, eine ähnlich breite, bei der Stadterweiterung angelegte Straße parallel zur Ringstraße, die für den eigentlichen Verkehr, im Gegensatz zur für repräsentative Zwecke gedachten Ringstraße, angelegt wurde, fuhren.
Der Ausdruck „Lastenstraße“ ist dadurch bald der Bezeichnung „Zweier-Linie“ gewichen, der heute noch verwendet wird.

Leider wurde in jüngster Vergangenheit das Bezeichnungssystem stark verwässert, zuletzt durch die Benennung der neuen Durchgangslinie aus J und anderen in „2“ u.a.....

LG

Martin.


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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#5 von lernkern , 15.06.2017 01:55

Tag.

Das ist ein wunderbarer Bericht, herzlichen Dank!

Zitat von 118Fan im Beitrag Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

vermutlich am 11.07. (eher weniger wahrscheinlich am 12.07.) besuchte ich das Wiener Tramwaymuseum in Erdberg bei der Schlachthausgassse am Ludwig-Kössler-Platz.



Eigentlich hätte der oben zitierte Satz schon Verdacht erregen müssen, aber...



Zitat von 118Fan im Beitrag Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92





... erst bei diesem Bild ging mir ein Licht auf!

Markus aka 2043er baut die Remise des Tramwaymuseums in Erdberg in seinem Wiener Schaufenster nach.

Sicherheitshalber und falls es nicht bekannt ist, verlinke ich das mal.

Viele Grüße und danke für die schönen Fotos und Informationen!

Jörg

Edit: Stefan, ich hoffe, es ist in Ordnung, dass ich dein Bild in Markus Thread verlinkt habe. Falls nicht, gib Bescheid, dann nehme ich es wieder raus.


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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#6 von 2043er , 19.06.2017 17:58

Hallo Stefan,

Danke für die Bilder aus längst vergangener Zeit.

Seit dem großen Umbau hat sich das Ausstellungskonzept gänzlich gewandelt. Weg von der reinen Fahrzeugausstellung mit Schautafeln hin zu einem interaktiven Museum mit zahlreichen Stationen wo man die Materie selbst begreifen kann.

Aufgeteilt auf die Hallen 2 und 3 haben nun 15 Themeninseln Platz gefunden, der Platz wurde durch auslagern und verkauf von Museumsfahrzeugen geschaffen. Fahrzeuge wurden u.a. nach Rumänien und nach Deutschland abgegeben.

Fahrzeuge die derzeit nicht in der Ausstellung gezeigt werden, sind u.a. in der Halle 4 untergestellt oder im Betriebsbahnhof Simmering. Einige Fahrzeuge mussten leider das Wiener Gleisnetz verlassen und befinden sich aktuell im Museumsdepot Traiskirchen und werden dort restauriert.

Ein Besuch im Verkehrsmuseum Remise ist aber dennoch zu empfehlen. Seit deinem Besuch 1992 gibt es neben dem neuen Ausstellungskonzept auch neue Museumsfahrzeuge in der Ausstellung.

So wurde der 4160 in den P2 462 rekonstruiert und kann in der Ausstellung besichtigt werden.



Lg Markus




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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#7 von AminsModellbahn , 29.06.2017 18:30

Zitat von 2043er im Beitrag Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

Hallo Stefan,

Danke für die Bilder aus längst vergangener Zeit.

Seit dem großen Umbau hat sich das Ausstellungskonzept gänzlich gewandelt. Weg von der reinen Fahrzeugausstellung mit Schautafeln hin zu einem interaktiven Museum mit zahlreichen Stationen wo man die Materie selbst begreifen kann.

Aufgeteilt auf die Hallen 2 und 3 haben nun 15 Themeninseln Platz gefunden, der Platz wurde durch auslagern und verkauf von Museumsfahrzeugen geschaffen. Fahrzeuge wurden u.a. nach Rumänien und nach Deutschland abgegeben.

Fahrzeuge die derzeit nicht in der Ausstellung gezeigt werden, sind u.a. in der Halle 4 untergestellt oder im Betriebsbahnhof Simmering. Einige Fahrzeuge mussten leider das Wiener Gleisnetz verlassen und befinden sich aktuell im Museumsdepot Traiskirchen und werden dort restauriert.

Ein Besuch im Verkehrsmuseum Remise ist aber dennoch zu empfehlen. Seit deinem Besuch 1992 gibt es neben dem neuen Ausstellungskonzept auch neue Museumsfahrzeuge in der Ausstellung.

So wurde der 4160 in den P2 462 rekonstruiert und kann in der Ausstellung besichtigt werden.



Lg Markus



Früher war es definitiv besser,da hatten noch alle Fahrzeuge Platz!Heute steht nur mehr ein Bruchteil drinnen(es fehlen z.B. E6-c6,E2-c5,ULF-Versuchsträger,c4,E,E1,...)


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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#8 von 2043er , 02.07.2017 16:06

Zitat von AminsModellbahn im Beitrag Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

Früher war es definitiv besser,da hatten noch alle Fahrzeuge Platz!Heute steht nur mehr ein Bruchteil drinnen(es fehlen z.B. E6-c6,E2-c5,ULF-Versuchsträger,c4,E,E1,...)



Hallo Armin,

Na ganz so schlimm ist es aber wirklich nicht.

Zumal kein Fahrzeug aus der Ausstellung verschrottet werden musste. Jene Fahrzeuge die das Netz verlassen mussten sind zumindest geschützt hinterstellt oder werden gerade aufgearbeitet.

Mit einer reinen Fahrzeugausstellung lockt man heute leider wirklich niemanden mehr in ein Museum. Die Besucherzahlen sprechen jedenfalls für das neue Konzept, auch wenn es einiges an Verbesserungspotential gibt und auch die ein oder andere Zugszusammenstellung etwas missglückt ist.

Von den von dir angeführten Fahrzeugen gab es bereits zu Zeiten des alten Museums lediglich E sowie E6-c6 im Museumswagenstand welche auch ausgestellt waren. Die übrigen angeführten Fahrzeuge sind ja noch im Planbetrieb unterwegs, man hat sich jedoch bereits um entsprechende Museumsgarnituren umgesehen.

Lg Markus




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RE: Besuch im Tramwaymseum Wien am 11.07.92

#9 von maybreeze , 02.07.2017 16:17

Servus,

zwei der im Erstbeitrag im ersten Bild gezeigten KSW (A) sind am 1.9.2017 unterwegs siehe *hier*

So ist es ja am besten: Die Oldies auf Strecke!


Liebe Grüße aus Wien
Klaus
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