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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#1 von Bendan , 08.06.2017 14:30

Hallo zusammen,

ich hab mal wieder eine Frage zur modernen Bahn: Der ICE T ist eine Neigetechnik-Zug und verkehrt hauptsächlich daher auf den kurvigen ICE-Linien zwischen Frankfurt und Dresden sowie zwischen Berlin und München. Hier würde mich interessieren ob und wo die Neigetechnik eigentlich Fahrzeitgewinne ermöglicht und wieviel es ist, oder hat die Neigetechnik nur Komfortvorteile? Die letztere Linie wird ja Ende des Jahres für die ICE Ts wegfallen, da hier die neue Schnellfahrstrecke benutzt wird. Wo werden dann die Züge eingesetzt?

Grund der Frage: Die Strecken die bisher bedient werden sind bald, wenn ich es richtig verstanden habe, für normale Züge für eine Geschwindigkeit von 200 km/h ausgelegt, man könnte also theoretisch auch einfache ICs verkehren lassen, ohne Zeitverluste zu kreieren, richtig? Wäre es dann nicht sinnvolle die Züge auf Strecken einzusetzen, die besser zum Leistungsprofil passen?

lg
Felix


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Bendan
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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#2 von 218 ( gelöscht ) , 08.06.2017 16:56

Hallo Felix,

der ICE-T besitzt etwas was für die VDE 8 extrem wichtig ist: ETCS. Ich sehe keinen Grund warum der ICE-T von diesen beiden Strecken abgezogen werden sollte.


218

RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#3 von Frank 72 , 08.06.2017 21:13

Frankfurt/M - Dresden kurvig? Nicht wirklich. Wenn ich mich recht erinnere, war die GNT damals auf der Strecke Berlin - München eingeschaltet, irgendwo südlich von Naumburg. Diese Wackelei ist aber schon seit Jahren außer Betrieb. Wieviel Minuten Fahrzeitgewinn das gebracht hat, weiß ich nicht mehr. Mittlerweile haben die nur noch so eine kleine "Komfortneigung".
Felix, wie kommst du darauf, dass die 411er ab Dezember nicht mehr zwischen Berlin und München eingesetzt werden?


Gruß Frank


 
Frank 72
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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#4 von Baureihe 103 , 08.06.2017 22:12

Hallo,
die Strecke München - Berlin ist nicht nur Neubaustrecke (ICE-Trasse), sondern teilweise nur Ausbaustrecke (Nürnberg - Ebensfeld), diese sind zwar ICE-technisch ausgebaut (keine Kreuzungen, keine Bahnübergänge...), jedoch relativ kurvenreich, und genau hier kann der ICE-T mit seiner Neigetechnik punkten.


Gruss Matthias


 
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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#5 von Bendan , 09.06.2017 15:21

moin zusammen,

ok, anscheinend hab ich da was nicht mitbekommen, und mal wieder beginne ich an der Sinnhaftigkeit mancher Entscheidungen zu zweifeln... mal wieder: Warum bauen wir für Milliarden Euro Strecken die mit 300 km/h befahren werden können und setzen Züge ein, die die Geschwndigkeit nicht erreichen, wenn man sich die Strecke Halle bzw. Leipzig München anschaut macht das immerhin 20 min aus.
Auf der anderen Seite warum haben wir keine Neigetechnikzüge bei denen diese auch richtig funktioniert und eingesetzt werden kann? Wenn man z.B. auf der Strecke Erfurt Fulda in Zukunft statt mit 200 km/h mit 230 fahren könnte wäre da sicher auch ein guter Zeitgewinn möglich... (Voraussetzung der ICE hält halt nicht an jeder Milchkanne...)

Zitat

der ICE-T besitzt etwas was für die VDE 8 extrem wichtig ist: ETCS. Ich sehe keinen Grund warum der ICE-T von diesen beiden Strecken abgezogen werden sollte.


[quote="Frank 72" post_id=1695669 time=1496949201 user_id=7329]
Felix, wie kommst du darauf, dass die 411er ab Dezember nicht mehr zwischen Berlin und München eingesetzt werden?
[/quote]

laut Wikipedia und den dort angeführten Quellen das:

Zitat
Zwischen Berlin und München sollten – soweit zur Inbetriebnahme verfügbar[34] – ICE 4 und ICE-3-Züge zum Einsatz kommen, zwischen Leipzig und Frankfurt am Main ICE T (Stand: 2012).[39] Bis Dezember 2017 sollen 40 ICE-1-Triebzüge mit ETCS ausgerüstet werden, um unter anderem auf den Strecken des VDE 8 eingesetzt werden zu können.[40]
Die Einführung des ICE 4 auf dem Projekt VDE 8 ist nunmehr für Dezember 2019 vorgesehen (Stand: März 2015).[41]
Einzelne ICE-4-Züge sollten bereits ab Dezember 2017 zwischen Hamburg, Berlin und München fahren (Stand: Dezember 2015).[42] Da Ende 2017 nur eine handvoll dieser Triebzüge zur Verfügung stehen werden, soll ihr Einsatz erst später erfolgen.[43]



lg
Felix


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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#6 von Frank 72 , 10.06.2017 12:12

Am Fahrzeugeinsatz wird sich noch was ändern. Später, wenn irgendwann mal ausreichend ICE4 zur Verfügung stehen.

Zitat
Auf der anderen Seite warum haben wir keine Neigetechnikzüge bei denen diese auch richtig funktioniert und eingesetzt werden kann? Wenn man z.B. auf der Strecke Erfurt Fulda in Zukunft statt mit 200 km/h mit 230 fahren könnte wäre da sicher auch ein guter Zeitgewinn möglich...


1.Satz: Gute Frage! Bei den 411ern hat die Wackelei nicht wirklich funktioniert. Die Züge hatten deswegen ständig Verspätung, und viele Leute wurden "seekrank". Inzwischen ist meines Wissens derartiges in Deutschland nicht mehr geplant.
2.Satz: Dazu gehört aber mehr als nur ein wackelnder Zug. Dafür müsste die Strecke komplett neu ausgebaut werden. Und das nur für ein paar Minuten Fahrzeit. Vergleichbares erlebe ich hier bei der Strecke Berlin - Hamburg (ebenfalls Ausbaustrecke für 230 km/h).


Gruß Frank


 
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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#7 von 218 ( gelöscht ) , 10.06.2017 14:56

Moin,

Zitat

moin zusammen,

ok, anscheinend hab ich da was nicht mitbekommen, und mal wieder beginne ich an der Sinnhaftigkeit mancher Entscheidungen zu zweifeln... mal wieder: Warum bauen wir für Milliarden Euro Strecken die mit 300 km/h befahren werden können und setzen Züge ein, die die Geschwndigkeit nicht erreichen, wenn man sich die Strecke Halle bzw. Leipzig München anschaut macht das immerhin 20 min aus.
Auf der anderen Seite warum haben wir keine Neigetechnikzüge bei denen diese auch richtig funktioniert und eingesetzt werden kann? Wenn man z.B. auf der Strecke Erfurt Fulda in Zukunft statt mit 200 km/h mit 230 fahren könnte wäre da sicher auch ein guter Zeitgewinn möglich... (Voraussetzung der ICE hält halt nicht an jeder Milchkanne...)



1. Gibt es Sprinter die mit 406 gefahren werden, diese können die streckenseitige Vmax schon sehr wohl ausnutzen.
2. Du beschwerst dich jetzt das da aktuell Fahrzeuge fahren die keine 300 schaffen. Hätte man mal angenommen nur für 230 gebaut wäre das nun in deinen Augen sinnhaft, aber jemand anderes hätte sich beschwert das ja "nur" 230 gefahren wird.
3. Ist die Infrastruktur das was zu ändern am längsten dauert. Neue Fahrzeuge kann man wenn es sein muss recht schnell (+- 5 Jahre) entwickeln und bauen. Eine neue Strecke von der Güte hier braucht heute locker 20 bis 30 Jahre Vorlauf, also im Prinzip mindestens eine Fahrzeuggeneration.

Und bevor man Erfurt-Fulda (effektiv ist das ja wohl nur Wandersleben-Eisenach) noch auf 230 aufbohrt wäre es eher sinnvoller den Hönebachtunnel ausbaut das der schneller befahren werden kann, da haben alle was von und die für die Leistungsfähigkeit der Strecke ist es auch förderlich.

Zitat

laut Wikipedia und den dort angeführten Quellen das:

Zitat
Zwischen Berlin und München sollten – soweit zur Inbetriebnahme verfügbar[34] – ICE 4 und ICE-3-Züge zum Einsatz kommen, zwischen Leipzig und Frankfurt am Main ICE T (Stand: 2012).[39] Bis Dezember 2017 sollen 40 ICE-1-Triebzüge mit ETCS ausgerüstet werden, um unter anderem auf den Strecken des VDE 8 eingesetzt werden zu können.[40]
Die Einführung des ICE 4 auf dem Projekt VDE 8 ist nunmehr für Dezember 2019 vorgesehen (Stand: März 2015).[41]
Einzelne ICE-4-Züge sollten bereits ab Dezember 2017 zwischen Hamburg, Berlin und München fahren (Stand: Dezember 2015).[42] Da Ende 2017 nur eine handvoll dieser Triebzüge zur Verfügung stehen werden, soll ihr Einsatz erst später erfolgen.[43]


Da hast du aber mal locker übersehen das etliche der Quellen schon einige Jahre alt sind.


218

RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#8 von Bendan , 12.06.2017 12:50

hallo allerseits,
denke für die Antworten.

[quote="Frank 72" post_id=1696014 time=1497089532 user_id=7329]
1.Satz: Gute Frage! Bei den 411ern hat die Wackelei nicht wirklich funktioniert. Die Züge hatten deswegen ständig Verspätung, und viele Leute wurden "seekrank". Inzwischen ist meines Wissens derartiges in Deutschland nicht mehr geplant.
2.Satz: Dazu gehört aber mehr als nur ein wackelnder Zug. Dafür müsste die Strecke komplett neu ausgebaut werden. Und das nur für ein paar Minuten Fahrzeit. Vergleichbares erlebe ich hier bei der Strecke Berlin - Hamburg (ebenfalls Ausbaustrecke für 230 km/h).
[/quote]

Ist die "Wackelei" eigentlich bei allen Neigetechnikzügen so schlimm? Ich bin früher immer mit den Br 610 gefahren, da war es sehr angenehm, dann kamen die Br 612 .... Die Neigetechnik ist doch eigentlich ein sehr gute Idee. Ich finde es schade, das man sie nicht gut nutzt.

Die Strecke wird zur Zeit ausgebaut und der Hönebachtunnel wird voraussichtlich erneuert.

Zitat

Da hast du aber mal locker übersehen das etliche der Quellen schon einige Jahre alt sind.



Hast du neuere?

Zitat

3. Ist die Infrastruktur das was zu ändern am längsten dauert. Neue Fahrzeuge kann man wenn es sein muss recht schnell (+- 5 Jahre) entwickeln und bauen. Eine neue Strecke von der Güte hier braucht heute locker 20 bis 30 Jahre Vorlauf, also im Prinzip mindestens eine Fahrzeuggeneration.



Naja es stellt sich eher die Frage ob für so kurze Distanzen eine höhere Geschwindigkeit sinnvoll ist, bzw. wieviel Mehraufwand betrieben werden muss.

lg
Felix


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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#9 von 218 ( gelöscht ) , 12.06.2017 21:10

Zitat

Zitat

Da hast du aber mal locker übersehen das etliche der Quellen schon einige Jahre alt sind.



Hast du neuere?


Spontan habe ich das hier gefunden. Bei DSO ist das Thema auch bestimmt schon ein paar mal abgehandelt worden.

Zitat

Naja es stellt sich eher die Frage ob für so kurze Distanzen eine höhere Geschwindigkeit sinnvoll ist, bzw. wieviel Mehraufwand betrieben werden muss.

Wenn man damit die Kantenzeiten zwischen den beiden Taktknoten Erfurt und Fulda schafft defintiv Ja!


218

RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#10 von Bendan , 13.06.2017 10:33

Hi,

danke für den Link! Aber im grunde ist es das was in Wikipedia auch steht. Ich lese das so, dass die ICE T nur noch übergangsweise da sind, bis genug ICE 4 da sind die dann entweder auf der VDE 8 fahren oder woanders die ICE 1 ersetzten. Im Grunde würde es ja Sinn machen, wenn man die 280 km/h schnellen ICE 1 auf der VDE 8 einsetzen würde und die ICE 4 auf der Strecke Würzburg- Hannover.

lg
Felix


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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#11 von Brillenhuber , 15.06.2017 09:25

Hallo
Noch ein Bild aus der ersten Eisatzzeit:


14. Oktober 2001

Wer weiss, wo das ist?

Gruss Heinz


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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#12 von netztier , 15.06.2017 21:59

Zitat

Wer weiss, wo das ist?



Ich würde mal auf die Eisenbahnhauptstadt der Schweiz tippen. MFO'ler und SAAS'ler werden jetzt natürlich jetzt Steine nach mir werfen...



Cheers
Marc


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RE: ICE T: Sein Einsatzgebiet und seine Zukunft

#13 von Brillenhuber , 19.06.2017 09:27

Zitat

Zitat

Wer weiss, wo das ist?



Ich würde mal auf die Eisenbahnhauptstadt der Schweiz tippen. MFO'ler und SAAS'ler werden jetzt natürlich jetzt Steine nach mir werfen...



Cheers
Marc




Bingo!

Ist schon recht!
Gruss Heinz


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