ich habe in meinem Bahnbetriebswerk einen 9 ständigen Ringlokschuppen. Wie wurde zur Reichsbahnzeit geheizt? Die Zeit liegt so Anfang der 30er Jahre. Leider findet man im Netz sehr wenig. Wäre bei der größe vom Schuppen so ein Heizhaus, Heizwerk oder mehrere Öfen im Lokschuppen realistisch?
#2 von
Ronny_Sommer
(
gelöscht
)
, 26.07.2017 20:55
Hallo,
warum sollte im Lokschuppen geheizt werden? Die Dampfloks strahlten mehr als genug Wärme ab. Das Heizhaus war für die Büros, Werkstätten und Sozialräume zuständig.
in der kürzlich erschienen Miba 08/2017 ist auf Seiten 46 - 49 unter dem Titel "Kohle, Wasser und ein Dach über`m Kopf" ein kleiner LOkschuppen zu sehen, der am hinteren Ende eine Esse /Schmiede und einen Rauchabzug hat. Hier wird über einen Lokschuppen in Selbstbauweise berichtet.
Diese kleine Esse /Schmiede könnte wohl auch die Beheizung des Schuppens an anderer Stelle gewesen sein. Den heutigen Brandschutzbestimmungen genügt " ein offenes Feuer " im Lokschuppen mit Holz- oder Teerdach natürlich nimmer aber auf der Moba Anlage geht´s noch.
Wie gesagt für mich gehört da gar kein Heizhaus hin.
Was es gab: große BW hatten mitunter eine zentrale Rauchgasabführung. Mein "Heimat-BW" Magdeburg-Rothensee hatte ursprünglich sogar 4 solcher Schlote. Aber wie gesagt das war kein Heizhaus sondern die Rauchgasabführung für die Loks in den Ständen
Hallo, ein 9-ständiger Lokschuppen ist für Modellbahnverhältnisse schon ein "großes" BW, und da gehören Lokleitung, Kantine, Sozial- und Schlafräume für die Personale als ein oder mehrere eigenständige Gebäude dazu. Die Werkstattbereiche dürften typischerweise in den Lokschuppen integriert sein, eventuell in einem Anbau. Alles zusammen ist sicherlich genug, um ein eigenes Kesselhaus und eine Zentralheizung zu rechtfertigen. Im übrigen wurden auch die Lokschuppen zumindest teilweise geheizt. Es gab Heizkörper (Heizschlangen) im Bereich von Werkstattanlagen innerhalb des Lokschuppens und es gab spezielle "Auftaustände", auf denen im Winter die Triebwerke von festgebackenem Schnee und Eis befreit wurden. Im BW Neuenmarkt-Wirsberg ist so ein Auftaustand zu sehen.
Danke für die Info gibt es von diesem "Aufstand" auch irgendwo ein Foto zum Anschauen? Die Werkstatt ist in einem Anbau am Lokschuppen. Der Rest sind 3 eigenständige Gebäude. Da werde ich bei dem kleinen Heitzhaus von Vollmer den überdimensionierten Schornstein weg lassen, weil der passt eher zu einem richtig Großen Heitzwerk.
Hallo Stefan, ich kann im www leider nichts Passendes zum Auf-Tau-Stand (Auf-Stände gibt es genug) finden, auf die Schnelle fand ich nur einen Textbeitrag, in dem Auftaustände für Lokomotiven erwähnt wurden. Bilder aus Neuenmarkt Wirsberg zu dem Thema habe ich nicht.
Ich bin ziemlich sicher, daß solche Auftaustände für Diesel- bzw Elloks gedacht waren.
Ich habe in meiner Lehrzeit als Lokschlosser ('84-86) mehrere BW kennengelernt, wenn Heizungen vorhanden waren dann waren das immer Konstruktionen aus den 60er/70er Jahren, eben zum Traktionswechsel. Diese wurden dann durch eine Heizlok versorgt.
Lokschuppen wurden durchaus ab und zu beheizt, und zwar mit Öfen. Hier ist ein solcher zu sehen https://eisenbahnfreund-ronald.de.tl/Wolstyn-2013.htm der abgebildete steht in der Werkstatt in Wolsztyn, im Text dazu wird aber auch erwähnt, dass mehrere solcher Öfen auch im Lokschuppen stehen. Ich weiß aber nicht, ob diese Öfen bereits in der Epoche 2 vorhanden waren. Später übernahmen Heizlokomotiven diese Aufgabe. Die letzte mir bekannte war die 44 377 in Gelsenkirchen-Bismarck, bis Februar 1978 im Einsatz. Voll betriebsfähig, da sie noch selbständig zum Kohlebunkern fahren musste.
VLG Bernd
Tillig Elite H0, 2-Leiter, Rocrail mit Tams MC DCC (Loks), IB-com MM (Weichen Signale), GCA101 Loconet (Rückmeldung), DC-Car, Light@Night Lichtsteuerung, Ampelsteuerung Arduino http://www.modelltraumland-wuppertal.de/
Zitat Der (Dampf-)Lokschuppen wurde gar nicht geheizt, wozu auch. Nur bei Dauerfrost wurden zwischen den Gleisen auch Kokskörbe aufgestellt.
In den Werkstätten gab es stählerne "Kanonenöfen", die mit Lokohle geheizt gerne mal eine rotglühende Bauchbinde hatten.
Im Schuppen standen meist große Kanonenöfen. Einige Exemplare stehen meines Wissens noch in Darmstadt-Kranichstein oder in Nördlingen, halt in Museums-Betriebswerken, in denen auch noch im Schuppen, außerhalb der Öffnungszeiten, an den Lok gearbeitet wird. Körbe mit glühenden Koks in geschlossen Räumen aufzustellen, wäre wegen der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung keine gute Idee. Kokskörbe kamen im Freien zum Einsatz um z.B. das Einfrieren von Wasserkränen zu verhindern.
ich habe mal ein wenig recherchiert. Von der Firma Weinert gibt es ein ähnliches Modell eines solchen Ofens aus Weißmetall https://www.modellbundesbahn-shop.de/pro...uppen-3249.html (BW Ottbergen) Und im Teil 2 der Reihe Bahnbetriebswerke des Eisenbahn Journals findet man eine Bauanleitung für den Selbstbau. Dort steht auch, dass das in der Frühzeit der Eisenbahn so war, daher gehe ich davon aus, dass das auch auf Epoche 2 zutrifft.
VLG Bernd
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Danke für die Info. Ich habe jetzt aus Messingteile mal ein paar Öfen gebaut, weil die von Weinert sind mir etwas zu teuer. Die Teile sehen zwar richtig gut aus, aber wenn man durch die Schuppentore von vorne schaut sieht man eh nicht so viel davon.
Zitatdass das in der Frühzeit der Eisenbahn so war, daher gehe ich davon aus, dass das auch auf Epoche 2 zutrifft.
Hm. Mit "Frühzeit der Eisenbahn" dürfte (in Deutschland) der Zeitraum 1835-1850 gemeint sein, in dem die wesentlichen Strukturen des Netzes geschaffen wurden. Da waren es noch mindestens siebzig Jahre bis zur Gründung der Reichsbahn...
offenbar waren solche Öfen im Lokschuppen sogar bis Epoche 4 im Einsatz. Nach ein wenig suchen habe ich im Teil 3 der Reihe Bahnbetriebswerke des EK (S. 120) noch ein Bild entdeckt, welches das Innere des Lokschuppens des BW Lehrte zeigt. Dort steht ein Ofen direkt neben der 051 654-2.
VLG Bernd
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wenn er da steht, dann kann das auch sein, dass ihn nur noch keiner weggeräumt hat. Herumstehen und im Einsatz sein sind zwei verschiedene Niveaus...
Freundliche Grüße Erich
„Es hat nie einen Mann gegeben, der für die Behandlung von Einzelheiten so begabt gewesen wäre. Wenn er sich mit den kleinsten Dingen abgab, so tat er das in der Überzeugung, daß ihre Vielheit die großen zuwege bringt.“ Friedrich II. über Fr. Wilhelm I.