RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#1 von matzetower ( gelöscht ) , 13.09.2007 22:36

HalloZusammen,

wenn man sich Bilder aus den verschiedenen Regionen Deutschlands anschaut, dann fällt einem (mir zumindest) auf, dass im Bereich Rhein/Ruhr von der DB dasältesteund ungepflegteste Material eingesetzt wird. Nix moderne Triebwagen und Züge, teilweise gurken hier sogar noch Silberlinge rum (vorletzte Woche zwischen Witten und Hagen gesehen).
Woran liegt das?

Gruß
Mathias


matzetower

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#2 von Gast , 13.09.2007 22:49

Hallo Matze,

das kommt einfach daher, dass dort weniger Geld dafür ausgegeben wird und der Anteil der Bahnfahrer niedriger ist. Auch ist die Landesregierung dort traditionell wenig bahnfreundlich.

Aber Silberlinge verkehren bei uns in großer ZAhl auch noch und das wohl auch noch auf Jahre hinaus. Soviel mehr Fassungsvermögen hat nämlich si ein Dosto-Wagen gar nicht. Der Bn hat immerhin 96 Sitzplätze und wer weiss wieviele Stehplätze.

Wolfgang



RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#3 von Torsten R. ( gelöscht ) , 14.09.2007 08:24

Hallo Mathias,

von den S-Bahnen abgesehen, wo in den nächsten Jahre Baureihe 143 mit x-Wagen sowie die Baureihe 420 durch neue Elektrotriebwagen abgelöst werden, wird überwiegend modernes Fahrzeugmaterial an Rhein und Ruhr eingesetzt.

Auf den RegionalExpress-Linien verkehren fast ausschließlich Doppelstockwagen mit Baureihe 111/112/146 und die RegionalBahn-Linien werden fast alle mit Triebwagen bedient, nur wenige Linien mit Baureihe 110.3/111/143 und modernisierten Silberlingen.

Die Bahn-Linie Essen - Witten - Hagen wird von einer Privatbahn bedient, die bis zur Auslieferung von neuen Elektrotriebwagen Ersatzzüge aus Taurus, alten Silberlingen und Steuerwagen eingesetzt hat.


Grüße
Torsten


Torsten R.

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#4 von Murrrphy , 14.09.2007 08:35

Zitat von Torsten R.
...nur wenige Linien mit Baureihe 110.3/111/143 und modernisierten Silberlingen.


Naja, modernisiert... Wenn ich da an die Hellweg-Bahn (RB 59) denke, wird mir ziemlich schlecht. Da wird so ziemlich das älteste Material abgeorgelt, was die Bahn noch irgendwo zur Verfügung hat (außen vekehrroter Anstrich, innen neue Polster drauf, das war es dann mit der Modernisierung und nach 4 Bundesliga-Wochenenden (RB hält u.a. in Dortmund am Stadion) ist von der Pracht auch nicht mehr viel erkennbar Was dann dazuführt, daß öfter mal Zugaausfälle oder deutliche Verspätungen auftreten, weil wieder irgendwo ein technisches Problem eintritt, oder wie neulich erst passiert, 2 mal binnen einer Woche die Oberleitung reißt (die Strecke selber wird nämlich auch nicht sonderlich gepflegt). Und bei der Neuausschreibung hat sich (so besagen Gerüchte) die Bahn angeblich geweigert, moderneres Material einzusetzen. Hat sie nun davon, ab 2008 fährt Eurobahn die Strecke...

Ich muß außerdem feststellen, daß die Züge in NRW generell in einem deutlich schlechteren Pflegezustand sind. Die fahren teilweise verdreckt (innerlich, wie äußerlich), daß man schon keine Lust mehr hat, einzusteigen. Das kenne ich aus anderen Regionen Deutschlands ganz anders, da wird scheinbar auch äußerlich auf ein entsprechendes Erscheinungsbild geachtet.


Viele Grüße
Achim



 
Murrrphy
Administrator
Beiträge: 9.369
Registriert am: 02.01.2006
Homepage: Link
Gleise C-Gleis
Spurweite H0
Steuerung CS 3 / MS 2
Stromart AC, DC, Digital


RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#5 von Gast , 14.09.2007 08:47

Hallo Achim,

das mit dem äusseren EWrscheinungsbild ist richtig. Allerdings ist das auch ein Mentalitätsproblem.

Ich weiss noch als der Herr Hopfensteht? Bahnhofschef in Stuttgart war, da durfte keine dreckige Lok an einem umgespannten Zug gehängt werden. Garnituren, die in Stuttgart begannen hatten stets sauber zu sein. Und wehe, eine dreckige Garnitur verlies den Bahnhof ohne gute Begründung und wurde vom Chef gesehen. Da konnte der Verantwortliche bloß hoffen, dass dem ein anderer wichtiger Umstand vor dem Donnerwetter dazwischen kam.

Allerdings rannte der auch den ganzen Tag in "Uniform" rum und war überall auf dem Bahnhof zu finden. Heute ist das leider nicht mehr so eng.

Wolfgang



RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#6 von Gelöschtes Mitglied , 14.09.2007 09:03

nrw ist eben ballungsgebiet.
in der regel sind die züge hier in nrw so überfüllt, dass zumindest innen kaum einer erkennen kann, ob sie schmutzig oder sauber sind.
manchmal kann man froh sein, wenn man sich auf seinem stehplatz nicht all zu nah an einen stinkenden nachbarn "kuscheln" muss.
und wenn man wie ich vor kurzem mit einer großen sporttasche von köln nach dortmund reist, stellt man auch fest, dass die gepäckablagen in den doppelstockwagen diesen namen nicht mehr annähernd verdienen, weil da allenfalls noch eine dicke zeitung reinpasst.
das hätte man trotz doppelstockwagen auch anders lösen können oder müssen, weil das noch zusätzlich platz in den überfülllten wagen wegnimmt.

ich frage mich ohnehin dann oft, warum der zug nicht um ein oder zwei wagen verlängert wird.
bei uns auf der moba wird es irgendwann eng mit dem platz, bei der bahn ist das ja doch nicht der fall, dass kein wagen mehr dran passt.
und das dürfte dann auch sehr gerne ein uralter silberling sein.
wenn ich da platz habe und sogar mein gepäck ablegen kann, bin ich der erste der im silberling sitzt.



RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#7 von Jochen K. ( gelöscht ) , 14.09.2007 09:39

Zitat von Murrrphy
und nach 4 Bundesliga-Wochenenden (RB hält u.a. in Dortmund am Stadion) ist von der Pracht auch nicht mehr viel erkennbar


Wäre das bei komplett nagelneuem Material anders? Würde das länger schön aussehen?
Eine andere Möglichkeit: Für Bundesliga-Einsätze und als Reserve irgendwelchen alten Schrott bereithalten und die restliche Zeit mit neuen Sachen durch die Gegend fahren

Zitat
bei uns auf der moba wird es irgendwann eng mit dem platz, bei der bahn ist das ja doch nicht der fall, dass kein wagen mehr dran passt.


Der Platz mag da sein, aber genau wie auf der Moba kostet so ein Wagen eine Menge Geld.


Jochen K.

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#8 von Gelöschtes Mitglied , 14.09.2007 10:09

Zitat von Jochen K.
Der Platz mag da sein, aber genau wie auf der Moba kostet so ein Wagen eine Menge Geld.


hallo jochen,
das stimmt. aber ich weiß ja nicht wie es auf deiner anlage ist, bei mir jedenfalls fahren die preiserlein völlig gratis mit. im gegenteil, ich zahle sogar noch für sie.

das ist bei der bahn dann doch anders. ich musste bisher jedes mal geld bezahlen, wenn ich mitgefahren bin und setze daher voraus, dass das bei den restlichen leuten im überfüllten zug überwiegend auch so sein dürfte.



RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#9 von Torsten R. ( gelöscht ) , 14.09.2007 11:00

Hallo!

Zitat von Caesar
ich frage mich ohnehin dann oft, warum der zug nicht um ein oder zwei wagen verlängert wird.



Offizielle Begründung: Zusätzliche Wagen wirken sich negativ auf die Beschleunigung aus und der Zug kann seinen Fahrplan nicht mehr halten.
Dass der Zug seinen Fahrplan nicht halten kann, weil das Ein- und Aussteigen wegen zu wenig Wagen länger dauert, wird dabei ignoriert.

Aber ein zusätzlicher Wagen würde für die Bahn nur zusätzliche Ausgaben ohne zusätzliche Einnahmen bedeuten.
Und da sich die DB AG im Nahverkehr dumm und duselig verdient und an die Börse will, wird sich daran auch nichts ändern, da die betroffenen Verkehrsverbünde entsprechende Verträge mit der DB AG abgeschlossen haben.


Grüße
Torsten


Torsten R.

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#10 von Gelöschtes Mitglied , 14.09.2007 11:06

Zitat von Torsten R.
Offizielle Begründung: Zusätzliche Wagen wirken sich negativ auf die Beschleunigung aus und der Zug kann seinen Fahrplan nicht mehr halten.
Dass der Zug seinen Fahrplan nicht halten kann, weil das Ein- und Aussteigen wegen zu wenig Wagen länger dauert, wird dabei ignoriert.



hallo torsten,
ohnehin ist das quatsch. welche lok geht denn wirklich tagtäglich an ihre geschwindigkeits-leistungsgrenze? da ist doch bei allen noch luft, um die fahrpläne auch mit 2 wagen mehr einzuhalten.
es geht nur ums geld.

ich vermute sogar, dass heute ein doppelstockwagen nicht mehr wiegt, als früher einfache wagen.



RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#11 von maput ( gelöscht ) , 14.09.2007 12:29

Zitat von Caesar
welche lok geht denn wirklich tagtäglich an ihre geschwindigkeits-leistungsgrenze? da ist doch bei allen noch luft, um die fahrpläne auch mit 2 wagen mehr einzuhalten.



Da fallen mir spontan die 101er auf mit dem München-Nürnberg-Express ein. Eine 120er hat mit dem 6-Wagen-Wendezug Probleme den Fahrplan einzuhalten. (Allerdings ist es hier auch aus anderen Gründen (Bahnsteiglängen) nicht möglich die Züge zu verlängern.)

Und noch was zum teilweise alten Wagenpark der DB Regio: Mir sind die (modernisierten) Rotlinge noch immer die liebsten Nahverkehrswagen, zumindest hier bei Regio Bayern. In sämtlichen Dostos, Pumas oder IC-Wagen (beim MNE) sind die Sitze so nah zusammen, dass ich mit meinen 1,95 m kaum Platz habe.
In diesem Sinne hoffe ich, dass meine Pendlerei bis zur Neuausschreibung der Donautalbahn ein Ende hat, da die Silberlinge die geforderten 160 km/h nicht fahren können...


maput

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#12 von Boomel ( gelöscht ) , 14.09.2007 23:05

Zitat von maput

Zitat von Caesar
welche lok geht denn wirklich tagtäglich an ihre geschwindigkeits-leistungsgrenze? da ist doch bei allen noch luft, um die fahrpläne auch mit 2 wagen mehr einzuhalten.



Da fallen mir spontan die 101er auf mit dem München-Nürnberg-Express ein. Eine 120er hat mit dem 6-Wagen-Wendezug Probleme den Fahrplan einzuhalten. (Allerdings ist es hier auch aus anderen Gründen (Bahnsteiglängen) nicht möglich die Züge zu verlängern.)

Und noch was zum teilweise alten Wagenpark der DB Regio: Mir sind die (modernisierten) Rotlinge noch immer die liebsten Nahverkehrswagen, zumindest hier bei Regio Bayern. In sämtlichen Dostos, Pumas oder IC-Wagen (beim MNE) sind die Sitze so nah zusammen, dass ich mit meinen 1,95 m kaum Platz habe.
In diesem Sinne hoffe ich, dass meine Pendlerei bis zur Neuausschreibung der Donautalbahn ein Ende hat, da die Silberlinge die geforderten 160 km/h nicht fahren können...




Ja,
letzt habe ich in Ingolsdtadt einen fresh mit 9 wagen und je einer 101 am Anfang und Ende gesichtet. Hier wird wohl auf Spitzen reagiert.
Und der Bahn sollte mann mal stecken das die Durchschnittsgroesse von mitteleuropaerern nicht mehr bei einem Meter 75 cm liegt, sondern groesser ist.
Aber die Bahn versucht ja so effizient wie moeglich zu sein.
Mir tun in den DoStos die Knie schon bei einem Meter 82 weh.

Viele Gruesse
Jochen


Boomel

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#13 von Sherk ( gelöscht ) , 17.09.2007 14:59

Hallo Leute!

Also, dass die Dostos Züge in NRW nicht verlängert werden, hängt immer mit den Bahnsteiglängen zusammen. Ich wohne mitten im Ruhrgebiet und habe auch öfters dieses Problem schon zu spüren bekommen. Die 146 ziehen hier teilweise Dostos-Züge mit 6 Wagen. RE-Züge steuern nunmal auch Banhöfe an, die nicht die Bahnsteiglängen von IC-Bahnhöfen haben. Machbar ist allerdings alles, die Frage ist nur zu welchem Preis.

Kleiner Trost am Rande. Die ganzen privaten Bahnen können es auch nicht besser. Das hat die Love-Parade gezeigt. Die Sonderzüge wurden nur von der DB eingesetzt. Glaubt mal ja nicht, dass Nordwestbahn, Prignitzer und Co. großartig Sonderzüge eingesetzt haben. Im Gegenteil. Die Nordwestbahn hat an dem Tag ihren Halt in Bottrop ohne öffnende Türen verbracht. Am Zug stand "Nicht einsteigen", aber raus kam auch keiner. Es wurde lediglich gewartet, bis das Signal grün war und dann gingen die 2 Talente (die übrigens immer in Doppeltraktion fahren) komplett voll bis Essen.
Bin dann 10 Minuten später mit einem als Sonderzug verkehrenden ET420 nach Essen gefahren und habe gefeiert.

Grüße

Michael


Sherk

RE: Wieso im größten deutschen Ballungsraum die ältesten Züge?

#14 von Uwe der Oegerjung , 18.09.2007 14:49

Hallo zusammen

bei meiner Reise gestern von Hagen nach Albstadt sind mir in Koblenz und Mainz die Gleichen "dreckigen" ex-Silberling Züge aufgefallen
Wenn ich die Reise an einem Wochenende mache nehme ich das SWT und in Hessen und Baden-Würtenberg sind die RE´s auch immer von innen nicht sehr sauber;obwohl es Dostos und die 423 Triebwagen sind
MfG von Uwe dem Oegerjung aus dem Urlaub


Modell/Spielbahner u. Sammler. Testanlage mit M-,K- u. C-Gleis.Modulanlage mit K- u. C-Gleis.
Fahre in H0 mit IB (DCC/MM2) oder analog mit AC oder DC.
H0 Strab.-, H0m/ H0e Klein- u. Feldbahn mit DC u. DCC
Schalten analog m. GBS.


 
Uwe der Oegerjung
Trans Europ Express (TEE)
Beiträge: 8.620
Registriert am: 29.07.2005
Ort: Hagen
Gleise Märklin m/k/c
Spurweite H0, H0e, H0m
Stromart AC, DC, Digital, Analog


   


  • Ähnliche Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag
Xobor Einfach ein eigenes Forum erstellen
Datenschutz