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RE: Roco-Line-Bettungsweiche: Erfolgreiche Reparatur

#1 von Uwe Post , 17.12.2017 20:55

Liebe Kollegen,

monatelang brachte mich eine meiner Bogenweichen zur Verzweiflung, da sie sich nur per Hand schalten ließ. Der elektrische Antrieb brachte nicht genügend Kraft auf, um den spürbaren Widerwillen der Weiche, sich umstellen zu lassen, zu überwinden. Es handelt sich dabei wohlgemerkt um eine second hand erstandene Bogenweiche R1/2 Roco Line mit Bettung, und auch der Antrieb war zum Zeitpunkt des Kaufs sicher alles andere als neu. Heute habe ich mir endlich ein Herz genommen, die betreffenden Stelle der Bahnhofsausfahrt zerlegt und die Weiche geöffnet. Dabei brach direkt mal eine Lasche der Plastikabdeckung der Mechanik ab - ohne große Gewalteinwirkung wohlgemerkt, das Material ist vermutlich in all den Jahren spröde geworden. Das Innenleben zeigte sich wie folgt:



Der ultraflache Antrieb (rechts untergeklipst) bewegt seinen Stellarm nur um 2-3 Millimeter. Die beiden Federn kümmern sich um den Rest. Dabei ist die in der Mitte erkennbare Feder eine DRUCKfeder, die für die Umschaltung des Herzstückstroms zuständig ist (das Kabel unten rechts führt dorthin). Die linke Feder ist wiederum mit der Stellzunge verbunden. Der abgenommene Deckel liegt oberhalb der Mechanik.

Tatsächlich zeigt das Foto schon den Zustand nach meinen Bemühungen. Ihr erkennt links neben der Kante der Platine ein paar Kratzer auf dem Plastik. Dort klebte irgendein Tropfen Harz oder Lötflussmittel o.ä., der der Stellfeder einen kleinen Widerstand entgegensetzte. Das Hindernis habe ich weggekratzt, davon sieht man die Spuren. Das reichte allerdings nicht: Weiterhin gelang es dem Elektromagneten nicht, die nötige Kraft aufzubringen, um die Mechanik zu verstellen. Probeweise nahm ich die Druckfeder heraus - dann klappte der Stellvorgang. Aber dummerweise ist die Kraft dieser Feder erforderlich, um am Ende des Stellvorgangs die Mechanik "einrasten" zu lassen. Kurzerhand griff ich zum Seitenschneider und kürzte die Druckfeder um einen knappen Millimeter. Dadurch sank ihre Stellkraft genau auf den richtigen Wert: Die Weiche lässt sich sicher schalten und meine Weichenstraße kann endlich immer korrekt befahren werden.

Es war eine fummelige Bastelei, die auch erfolglos hätte ausgehen können, aber jetzt ist mein Tag erstmal gerettet. Falls jemand ähnliche Probleme hat, möge dieser kleine Erfahrungsbericht vielleicht eine Hilfe sein.


Mit unelektrifizierten Grüßen, Uwe

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Uwe Post  
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RE: Roco-Line-Bettungsweiche: Erfolgreiche Reparatur

#2 von Ulf325 , 18.12.2017 17:58

Das Problem gibt es in identischer Weise gelegentlich beim sehr ähnlichen Geoline-Antrieb, irgendwo habe ich schon mal eine entsprechende Anleitung gepostet.
Zumindest der Geoline-Antrieb arbeitet mit Wechselstrom (16V~) aber zuverlässig, den Gleichstrom den er vom Decoder bekommt mag er nur nicht so sehr


Mit freundlichen Grüßen: Ulf

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Ulf325
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