Meine alte Lötzinn-Rolle ist leer und nun bin ich auf der Suche nach einem guten Ersatz. Ich habe zwar noch eine "Tube" Conrad "Bleifreies Lötzinn 99.3Sn0.7Cu", aber damit komme ich nicht zurecht. Es hat einen gefühlt höheren Schmelzpunkt, und keine besonders guten Fließeigenschaften. Die Lötstellen sehen "geklebt" aus und Drähte brechen an den Lötstellen leicht ab.
Gibt es das was besseres? Wer kann mir einen Tipp geben?
vG Uwe
„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt — er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.“ Henry Ford, ein außergewöhnlicher Manager, Geschäftsmann und Erfinder, 1863 - 1947
Wie viel lötest du denn? Und hast du für das bleifreie Lot auch die Lötkolbentemperatur gegenüber deiner für Bleilot gewohnten Temperatur angehoben?
Hole dir ein klassisches Elektroniklot mit Bleianteil so lange es das noch für den Hobbybereich gibt. Solltest du allerdings an fertigen modernen Schaltungen Löten, dann solltest du auf die dort verwendeten Lote achten. Und das Abbrechen von Leitungen an den Lötstellen ist typisch für Lötverbindungen, aber auch deutlich abhängig von der erforderlichen Löttemperatur und den verwendeten Flussmitteln.
Wenn du ein bisschen Sauberkeitsregeln und Lüften beachtest und mit angepasster Löttemperatur arbeitest, ist das bei der gelegentlichen Anwendung mit dem Blei weniger von gesundheitlicher Bedeutung. Die Zinn-Bleilote erfordern zumeist eine um 50°C niedriger Löttemperatur als die bleifreien Lote.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn Joachim
Das Lötzinn meiner Wahl ist von Stannol. Verbleit (SnPb) mit Kupferanteil (Cu). Flussmittelkern. Dicke max. 0.5 mm.
Ich löte mit einer Weller WS-81 Lötstation. Lötspitze meißelförmig 2 mm. Damit geht alles von SMD bis hin zu Deans-Steckverbindern und Masseblechen.
Auch einen Flussmittelstift nehme ich gerne zur Hilfe. Ggfs. anschließend Flussmittelreiniger verwenden.
Viele Grüße, Stadtbahner
Meine kleine Parkettbahn "Bärlin", neu: Gleisplan #024 mit BR 023, 80 und 218 . Dieser Beitrag endet hier. Sie können noch bis zum nächsten Beitrag mitlesen.
Hallo Uwe, ich verwende Felder Sn95,5 Ag3,8 Cu 0,7. Ist ein NoClean-Lot mit 217°C Schmelzpunkt. Das Lot gibt es z.B. bei Reichelt. Bei sehr feinen Lötspitzen muss die Temperatur an der Lötstation um etwa 50°C erhöht werden. Volker
Moin Uwe, ich löte mittlerweile fast ausschließlich bleifrei.
Da der Schmelzpunkt höher ist, stelle ich an der Lötstation gerne mal 400° ein. Das Lot ist irgendwelches von Stannol, 5 x 500g, irgendwann bei Ebay gekauft, wird mich vermutlich überleben. Mit 1mm ist es eher für die grobmotorischen Arbeiten geeignet, dort aber genau richtig.
Das von Volker genannte Felder-Lot hatte ich auch schon in den Fingern, es darf als Empfehlung gelten.
Hallo und danke an alle, dann werde ich mal zu dem bleihaltigen Lot greifen. Meine Lötstation hat in der höchsten Stufe wohl nicht genug Leistung für das bleifreie Lot.
viele Grüße Uwe
„Es ist nicht der Unternehmer, der die Löhne zahlt — er übergibt nur das Geld. Es ist das Produkt, das die Löhne zahlt.“ Henry Ford, ein außergewöhnlicher Manager, Geschäftsmann und Erfinder, 1863 - 1947
Hallo Uwe, deine Lötstation hat nicht genug Leistung? Üblicherweise haben die Kolben von Lötstationen Leistungen von 50W. Das reicht absolut problemlos. Löte damit sogar Gehäuse aus kupferbeschichteten Epoxydharzplatten (Leiterplattenmaterial). Viel wichtiger ist die richtige Wahl der Lötspitze. Für gröbere Arbeiten, also z.B. dem Verzinnen und Verlöten von 2,5qmm-Ringleitung niemals die Lötspitze für das Löten von SMD-Teilen verwenden. Eine feine Lötspitze hat einen geringeren Wärmespeicher als eine grobe. Die Station kann gar nicht die erforderliche Leistung nachschieben, dass die Lötspitze nicht festklebt. Nicht umsonst gibt es für meine I-CON-Station Lötspitzen von 0,4mm rund bis 10mm Meisel. Nach dem Ausschalten der Station schmilzt Lot am Meisel noch nach 10 sec wenn die Station auf 400°C eingestellt war. An der 0,4mm-Lötspitze ist schon nach weniger als 1 sec die Spitze kalt. Volker
Zitat Hallo und danke an alle, dann werde ich mal zu dem bleihaltigen Lot greifen. Meine Lötstation hat in der höchsten Stufe wohl nicht genug Leistung für das bleifreie Lot.
viele Grüße Uwe
Welche Temperatur hast du eingestellt? Wieviel Leistung hat dein Lötgerät?
Es ist so: bleifreies Löten ist anders, schwieriegr als bleihaltig. Bleifreies Lötzinn hat eine höhere Schmelztemperatur. Die Lötstelle wird matt, glänzt nicht mehr. Lötzinn ist nicht gleich Lötzinn. Der Hersteller ist nicht so wichtig, wie die Zusammensetzung des Lot. Ich habe je eine 1mm und eine 0.3mm Rolle (Drahtdurchmesser) vom Lot SN3.0AG0.5CU 3.5% von Weller gekauft (Conrad 456418 - 62) . Damit geht es ganz gut. Wichtig ist, wie schon erwähnt, die jeweils passende Lötspitze und eine leistungsfähige Lötstation (Temperatur einstellbar (mindestens bis 450 Grad) und natürlich auch der passende Lotdrahtdurchmesser. Wenn du nicht sicher bist, kaufst du zuerst weniger. Oft ist auch die Schmelztemperatur angegeben (Bei meinem Draht 217 bis 221 Grad). Diese mal so tief wie möglich wählen. Die ist natürlich von der Zusammensetzung abhängig.
Im Zweifelsfall kaufst du noch bleihaltiges Lot. Allerdings wird dieses mehr und mehr verschwinden vom Markt.
schau doch mal bei Ebay nach, da wird immer noch bleihaltiges Lot für die verschiedenen Anwendungen angeboten. Ist vielleicht eine alternative wenn du mit dem anderen nicht klarkommst.
schau doch mal bei Ebay nach, da wird immer noch bleihaltiges Lot für die verschiedenen Anwendungen angeboten. Ist vielleicht eine alternative wenn du mit dem anderen nicht klarkommst.
Gruß Michael
Nicht nur im Ebay, sondern auch in fast allen Elektronik Distributoren.
Moin, zumindest in D wird in der Medizintechnik und beim Militär noch immer auf bleihaltiges Lot gesetzt. Über eine mindestens mittelfristige Versorgung mache ich mir da keine Gedanken - notfalls gibt es einen Hamsterkauf...
Es gibt auch Überlegungen, dass die höhere Temperatur bei bleifreiem Lot zur Pyrolyse des Flussmittels führt - ob das gesundheitlich bedenklich ist, kann ich jedoch nichts sagen. Vielleicht tauscht man somit nur ein Übel gegen ein anderes aus?
Eine gute Absauge dürfte die beste Versicherung sein. Meine stammt aus einem ausgedienten Wäschetrockner und führt nach draußen. Die Pflanzen dort fallen auch nicht reihenweise um.
In der Medizintechnik ist aber vermutlich 2019 Schluss mit Blei. Militär schert sich nicht um solche Sachen sondern da "heiligt der Zweck die Mittel" und bei BOS-Ausrüstung gibt es auch noch Blei.
Und man denke immer daran: Auch Blei ist ein Naturprodukt.
Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn Joachim