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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#1 von applor , 23.09.2018 01:48

Hallo,

Ich würde gerne wissen, ob Semaphor-Signale und Weichenlaternen während des Tages oder nur nachts angezündet wurden.
Ich habe zwei Szenen in meinem Layout von 1954 Deutschland.
Einer ist ein regionaler Bereich mit Semaphor-Signalen, die durch Kabel verlaufen.
Das andere ist ein Stadtgebiet mit elektromechanischen Semaphorsignalen.

Ich muss die Lichter für meine Semaphor-Signale und die Laternen anschalten, und ich bin mir nicht sicher, ob sie permanent eingeschaltet oder nur nachts aktiviert werden sollten.

Vielen Dank!


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#2 von Modelltraumland , 23.09.2018 02:31

Hallo Eric,

bei Weichenlaternen bin ich mir nicht sicher. Aber bei Form-(semaphore) Signalen wurde später (ursprünglich Petroleumlaternen, die täglich gewartet und nachgefüllt werden mussten) Propangas verwendet. Diese Gasflaschen hingen an Seilzügen an den Signalen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass da morgens und abends etliche Mitarbeiter unterwegs waren, um die zu löschen bzw. wieder zu entzünden. Wenn ich das richtig verstanden habe, reichte eine Gasflasche 6 Wochen zur Beleuchtung und wurde nicht gelöscht. Sie leuchteten vermutlich also auch tagsüber. Macht eigentlich Sinn, z.B. bei Nebel, Starkregen, Schneefall etc.


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#3 von 8erberg , 23.09.2018 17:34

Hallo,

meist wurde schon gewechselt wenn in den Gasflaschen doch noch ausreichend Druck vorhanden war - wegen der Sicherheit.
Seit ca. 2000 sind alle Formsignale elektrisch (LED) beleuchtet.
Dabei stehen bei Einfahr- und Blocksignalen "in der Pampas" nähe der Signale Solarzellen.

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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#4 von Epsuedgro44 , 24.09.2018 17:12

Hallo Apllor,

in Deutschland gab es 1954 noch sehr viele Bahnhöfe, wo die Beleuchtung der Formsignale mittels Petroleum erfolgte.Das heisst Lampenwärter (bei großen Bahnhöfen) oder Bahnhofsarbeiter waren morgens und abends unterwegs, um die Lampen abzunehmen bzw. am Abend wieder hoch zuziehen.

Bei mechanischen Stellwerken waren die Weichensignale ebenfalls noch mit Petroleum betrieben.

Anders bei elektro-mechanischen oder elektrischen Stellwerken, diese waren mit elektrischer Belecuhtung ausgestattet und wurden vom Stellwerk aus ein-und ausgeschaltet.

Die Propangasbeleuchtung von Signalen wurde bereits von der DR vor dem 2.Weltkrieg entwickelt und so gab es davon auch schon etliche Bahnhöfe und Strecken.Nach dem Kriege wurde die Ausstattung forciert betrieben und es wurden spezielle Kleinwagen (Propangaszüge) dafür beschafft, die in einem festen Plan ihren Bezirk befuhren und die Signallaternen tauschten.
Die Propangasleuchten wurden im Dauerbetrieb an den Signalen belassen und nach 6 bis 7 Wochen dann gegen volle getauscht.


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#5 von applor , 24.09.2018 23:26

Vielen Dank für Ihre Hilfe.

Sehr informativ und ich habe die Antworten, die ich brauche


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#6 von mebo , 27.09.2018 00:29

Interessant ist in dem Zusammenhang noch der früher übliche "Energieversorgungszug". Dazu muss man wissen dass mechanische Stellwerke u.a. dort gebaut wurden, wo am Bahnhof keine Stromversorgung existierte. Das war auch der Hauptgrund warum viele Bahnhöfe noch mechanische Stellwerke erhalten haben - elektromechanische Stellwerke waren billiger zu bauen, konnten aber nur da installiert werden wo eine ausreichende Stromversorgung existierte, also z.B. bei elektrifizierten Strecken.

Sowohl mechanische Stellwerke als auch die Fernsprecheinrichtungen brauchen aber trotzdem für diverse Vorgänge Strom, wobei die mechanischen Stellwerke da drauf getrimmt sind dass sie nur kurzzeitig Energie benötigen.

Aus dem Grund ist früher regelmäßig der Petroleumzug gefahren und hat in allen Betriebsstellen Petroleum für die Signalbeleuchtungen, aber auch für die Beleuchtungen im Bahnhof (Diensträume, Wartesäle etc) abgeladen. Außerdem hatte der Zug geladene Akkus für die Stellwerke, Fernsprecher etc. dabei, und hat die entladenen Akkus wieder mitgenommen.


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#7 von Epsuedgro44 , 27.09.2018 18:55

Hallo Mebo,

enstchuldige aber das ist allgemein so nicht zutreffend.

Die Anwendung von Strom bei den Eisenbahnen begann lange vor dem Aufbau einer öffentlichen Stromversorgung und zwar mit Galvanischen Batterien (auch Luftzelle genannt). In vielen Westernfilmen kan man diese bei den Telegrafisten im Hintergund sehen.
Solche kamen auch bei den deutschen Eisenbahnen zum Einsatz, denn vor dem Einsatz von Telefonen war der Morseapparat das Verständigungsmittel der Wahl.
Ansonsten benötigen mechanische Stellwerke keinen Strom,da ja alles mit Muskelkraft bewerkstelligt wird einschließlich des Bahnhofesblockes, denn der war am Anfang auch mechanisch.Und beim Streckenblock war durch die geniale Erfindung von Siemens die Stromerzeugung ebenfalls mechanisch möglich durch den Wärter (Kurbelinduktor).

Für die Bahnhofsbeleuchtung wurde übrigens schon früh in den großen Städten die Gasbeleuchtung eingeführt, das sie natürlich wesentlich billiger ist.Nur in ländlichen Gebieten fand sich teilweise bis in die 1950er-Jahre noch Petroleumbeleuchtung bei kleinen Haltpunkten und Wohnhäusern.


Zum Thema elektro-mechanische Stellwerke:
Dieses sind im Bau keineswegs "Billiger" als ein mechanisches, machen dieses jedoch durch ihre Vorteile mehr als wett
1.Personaleinsparung
2.vergrößerter Stellbezirk, da elektrische Antriebe
3.Abhängigkeiten leichter herstellbar durch Relais

Währen die beiden WK nicht gewesen, wären mechanische Stellwerke bereits 1950 vollständig ersetzt worden durch elektro-mechanische und diese wiederum dann durch elektrische.


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#8 von mebo , 28.09.2018 00:22

Zitat

Die Anwendung von Strom bei den Eisenbahnen begann lange vor dem Aufbau einer öffentlichen Stromversorgung und zwar mit Galvanischen Batterien (auch Luftzelle genannt). In vielen Westernfilmen kan man diese bei den Telegrafisten im Hintergund sehen.
Solche kamen auch bei den deutschen Eisenbahnen zum Einsatz, denn vor dem Einsatz von Telefonen war der Morseapparat das Verständigungsmittel der Wahl.


Genau das habe ich doch oben geschrieben? Mit der Zeit hat sich natürlich der Typ der eingesetzten Batterien bzw. Akkumulatoren geändert.

Zitat

Ansonsten benötigen mechanische Stellwerke keinen Strom,da ja alles mit Muskelkraft bewerkstelligt wird einschließlich des Bahnhofesblockes, denn der war am Anfang auch mechanisch.Und beim Streckenblock war durch die geniale Erfindung von Siemens die Stromerzeugung ebenfalls mechanisch möglich durch den Wärter (Kurbelinduktor).


Bei den ganz ursprünglichen mechanischen Stellwerken ist das natürlich korrekt. Heutige mechanische Stellwerke sind ohne elektrischen Strom in der Regel nicht mehr zu bedienen, da viele Schaltaufgaben elektrisch erfolgen. Die Betonung liegt aber auf Schaltaufgabe, und nicht auf Antrieb der Weichen oder Signale, da (bei nicht vorhandenem elektrischen Ortsnetz) ein Elektromagnet zur Freigabe eines Hebels, Tasters o.ä. aus einer Batterie erfolgen kann, da hier nur wenig Energie benötigt wird, während der Antrieb eines elektrischen Motors nicht möglich war.

Das führte zu heute teils kurios anmutenden Versuchen. Am bekanntesten dürfte heute noch die als Einfahrsignal verwendete Hippsche Wendescheibe sein, die regelmäßig (laut Wikipedia alle 200 Umdrehungen) aufgezogen werden musste, da hier der Antrieb über ein in der Scheibe befindliches Gewicht erfolgte. Ausgelöst wurde die Drehung über einen Stromimpuls, der aus einer Batterie entnommen wurde, da ein Ortsnetz noch nicht zur Verfügung stand.

In Deutschland hat man zum Stellen weiter entfernter Einfahrsignale dafür mit einem sogenannten Kohlesäureantrieb experimentiert. Hier wurde in einer Hütte neben dem Signal eine große Kohlesäureflasche platziert, und das Signal mit der daraus gewonnenen Druckluft gestellt, ausgelöst vom Stellwerk über ein (nur wenig Energie verbrauchendes) Magnetventil.

Interessant ist auch der sich selbst aufziehende Weichenantrieb. Hier wurde, ähnlich wie bei der Hippschen Wendescheibe, zum Stellen von weit entfernten Weichen in Weichennähe ein Gewicht an einem Seil platziert. Ebenfalls über einen Elektromagneten konnte dann eine Umstellung vom Stellwerk aus ausgelöst werden, die Stellenergie wurde dem Gewicht entnommen. Zum automatischen Aufziehen des Gewichts wurde im Gleis ein Hebel angeordnet, der von den Rädern der vorbeifahrenden Züge nach unten gedrückt wurde, jeder Hub hat dabei das Gewicht wieder ein bisschen aufgezogen. Geeignet war dieses System nur für Weichen die - in Bezug auf die Zahl der vorbeifahrenden Achsen - nur selten gestellt werden mussten.

In wie weit die beiden letzten Systeme über das Versuchsstadium herausgekommen sind ist mir leider nicht bekannt.

In der zeitgenössischen Fachpresse ist auch ein Fall benannt bei dem sich das Einfahrsignal in einem Tunnel befand, und das Petroleumlicht regelmäßig durch den Dampf der vorbeifahrenden Lok ausgelöscht wurde. Hier hat man extra, um eine elektrische Beleuchtung des Einfahrsignals zu ermöglichen, ein Wasserkraftwerk in Bahnhofsnähe gebaut - und weil man dann das Wasserkraftwerk schon hatte auch gleich die Beleuchtung im Bahnhof sowie einiger benachbarten Wohnhäuser auf elektrische Energie umgebaut.

Zitat

Zum Thema elektro-mechanische Stellwerke:
Dieses sind im Bau keineswegs "Billiger" als ein mechanisches


Das sah die zeitgenössische Fachpresse aber anders. Für genaue Zahlen müsste ich den Artikel nochmal suchen, meiner Erinnerung nach müssten die Baukosten ca. 30% niedriger gewesen sein, was u.a. durch deutlich vereinfachte Verkabelung (Kabel lassen sich in Bahnhöfen viel einfacher unterbringen als Drahtzüge) als auch in weniger Materialbedarf (ein E-Mech ist wesentlich kompakter) und weniger Platzverbrauch begründet wurde.

Die Hebelbank an sich wurde zwar als teurer bezeichnet, was aber laut dem Artikel durch die anderen Einsparungen mehr als aufgewogen wurde.

Für Details müsste ich den Artikel wieder suchen.


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RE: Semaphor Signal- und Weichenlaterne Lichter

#9 von Epsuedgro44 , 28.09.2018 17:36

Hallo,

wurde weiträumig eingesetzt:

Zitat
Das führte zu heute teils kurios anmutenden Versuchen. Am bekanntesten dürfte heute noch die als Einfahrsignal verwendete Hippsche Wendescheibe sein, die regelmäßig (laut Wikipedia alle 200 Umdrehungen) aufgezogen werden musste, da hier der Antrieb über ein in der Scheibe befindliches Gewicht erfolgte. Ausgelöst wurde die Drehung über einen Stromimpuls, der au



Der Uhrantrieb (nichts anderes ist es ja) wurde sehr weitläufig bei allen Bahnverwaltungen in Form des Läutewerkes eingesetzt



Zum Thema Stellwerke:

Das elektro-mechanische Stellwerk ist nur in einem Punkt Kostengünstiger,nämlich den Baukosten für das Stellwerksgebäude.
Dadurch, das die Bedieneinrichtung (Stellhebel) nur noch ein Drittel des Platzes eines vergleichbaren mechanischen Stellwerkes benötigt, wird natürlich der Bau des Gebäudes wesentlich billiger.Denn ich brauche viel weniger Kubikmeter umbauter Raum.
Für alle, die sich im Bauwesen nicht auskennen, die Kalkulations-und Berechnunsggrundlage für Preise ist der umbaute Raum.


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