ich möchte euch hier demonstrieren, wie mit einfachsten Mitteln und Methoden ganz ansehnliche Gebäude entstehen können. Diese sind vielleicht nicht mit hochwertigen Gebäuden bekannte Hersteller zu vergleichen und nicht so präzise wie Lasercut-Produkte, aber selbst gebaut und jedes ein Unikat.
Denn wie sagte schon Konfuzius: "Der Weg ist..." nun, ihr kennt das ja.
Wer Interesse hat, kann mich gern beim Bau begleiten.
Empfangsgebäude mit Güterschuppen
Entwurf
Zuerst habe ich die Maße festgelegt und die einzelnen Wände am Computer gezeichnet. Danach wurden diese auf normalen Papier ausgedruckt.
Die Umrisse der einzelnen Wände wurden so mit einem Skalpell ausgeschnitten, daß an den Seiten noch Papier übersteht. Dieser "zusätzliche" Papierstreifen wird zum Umkleben der Rückseite benötigt. Das ist wichtig, damit die Pappe sich später nicht verzieht. Die Öffnungen für Fenster und Türen werden später ausgeschnitten.
Jetzt Pappe zur Stabilität in der Breite der Wände zuschneiden.
Eine Seite der Wandtextur mit der Rückseite (!) des Skalpells vorsichtig einritzen, knicken und an diese Seite die Pappwand ankleben.
Nach dem Trocknen die andere Seite entlang der Pappe (an beiden Knickkanten) wieder mit der Rückseite der Klinge vorsichtig einritzen.
Nach dem Kleben die überschüssigen Leimreste entfernen und unter Druck trocknen lassen.
Danach werden überstehende Teile ab- und vorhandene Türen und Fenster ausgeschnitten. Die Schnittkanten werden farblich behandelt.
Diese Vorgehensweise wiederhole ich für alle Wände.
alle ausgeschnittenen Wände
Türen und Fenster wurden eingesetzt
An die Fenster, deren Räume keine Einrichtung bekommen, werden noch Gardinen "angehängt". Ein guter räumlicher Effekt wird erzielt, wenn die Gardinen etwas Abstand zum Fenster haben.
Im nächsten Schritt werden die einzelnen Gebäudeteile zusammengesetzt...
@André Seit ca. 4 Jahren beschäftige ich mich mit Modellbau. Das, was du da siehst, ist das Ergebnis von Versuch und Irtum. Naja, sehr viel Versuch und noch mehr Irrtum.
@Peter Stabil ist es, in der Tat. Fast schon wie Holz. Da kann ich ja das nächste gleich mit Balsa bauen. Ich zeichne mit Gimp und Paint...
nachdem alle Wände vorbereitet sind, kann mit dem Zusammenbau begonnen werden. Die einzelnen Gebäudeteile werden alle separat zusammengebaut. Das macht das "Handling" einfacher. Ich zeige es am Beispiel des Anbaus, in dem sich ein Büro befindet. Diese Vorgehensweise ist bei allen Gebäudeteilen identisch.
Ich beginne mit zwei Wänden, die rechtwinklig zusammengeklebt werden. Danach wird der Boden eingeklebt und eine dritte Wand. Die vierte bleibt erst einmal offen, da dieses Büro mit einer Einrichtung ausgestattet werden soll. Weiterhin soll der Raum auch eine Beleuchtung erhalten. Deshalb wird eine LED an der Decke befestigt und durch den Boden nach außen geführt.
Die Einrichtungsgegenstände bestehen in diesem Fall aus einem Schreibtisch mit Stuhl, Schränke und einem Bücherregal. Die Fenster haben noch Vorhänge erhalten.
Beim Betrachten der Fotos stellte ich fest, dass das Bücherregal auf dem Kopf steht. Ist aber nun zu spät. Jetzt die Decke einpassen und schon mal das Licht testen - funktioniert!
Zum Schluß kann die vierte Wand angebracht werden. Die Dächer kommen erst drauf, wenn alle Gebäudeteile zusammengeklebt worden sind.
Der rechte Hauptteil des Empfangsgebäudes erhielt keine Möblierung. So bekamen die Fenster eine Gardinenmaske. Vielleicht noch zu erkennen: der Abstand zwischen Fensterglas und Gardine.
Beleuchtet wurde dieser Teil mit zwei LED - eine je Etage. Dazu wurde noch eine Zwischendecke eingezogen.
Als nächstes wird der linke Hauptteil und der Güterschuppen zusammengebaut...
Hallo Zetti, es ist immer ein Vergnügen Dir bei Deinem Schaffen zu zuschauen.Bin mal gespannt was der Dachdecker so auf der "Pfanne" hat Liebe Grüße Jörg
Die Dächer des Originals waren mit blauem Schiefer gedeckt worden. Diese wurden jedoch infolge einer Restaurierung durch rote Dachschindeln ersetzt. Nur das Güterschuppendach - wohl aus Kostengründen - erhielt seine originale Pappeindeckung zurück. Zuerst wurden Dachlatten angebracht und nach dem Trocknen gekürzt. Die Dachunterseite erhielt einen braunen Anstrich.
Für die "Dachpappe" schnitt ich 2,5 mm schmale Papierstreifen, die ich dann von unten nach oben und überlappend auf das Dach klebte. Nach dem Durchtrocknen wurde das Dach schwarz angemalt.
Die Regenrinnen und Fallrohre waren im Original hellgrün. Ich nahm also grüne Aderleitung (0.14 mm²), schnitt sie mit dem Skalpell längs ein und entfernte die Kupferlitze. Die Fallrohre entstanden aus passendem massiven Draht aus der Bastelkiste: Entsprechend gebogen, mit einem grünen Lackmarker angemalt und mit Sekundenkleber an Regenrinne und Gebäudesockel befestigt.
Im nächstes Schritt werden die anderen Dächer gedeckt...
weiter geht es mit dem Dach des Anbaus. Die Ablauf entspricht dem des Güterschuppens: Die Dachflächen wurden zugeschnitten, die Pfetten (oben Dachlatten genannt) angebracht und die Unterseite des Dachüberstandes braun angestrichen.
Nach dem Ankleben des Daches an den Anbau und dem Trocknen wurde die Dachziegeltextur aufgeklebt. Nach erneuter Trocknungsphase wurde der Überstand abgeschnitten. Weiterhin wurden Regenrinnen und Fallrohre montiert.
Die Montage des Hauptdaches erfolgt in gleicher Reihenfolge.
Die Reihenfolge beim Bekleben der Dächer:
Die Firstziegel entstanden aus einem 1mm breiten Steifen. Ebenso die Abdeckung der Kehle.
Die Treppen entstanden aus unterschiedlich breiten Pappstreifen, zusammengeklebt und Betongrau angemalt.
Abschließend wurden noch Schornsteine und die vorgefertigten Treppenstufen angebracht.
Damit ist der Bau weitestgehend abgeschlossen.
Was noch fehlt, sind Beschriftungen und die Alterung...
Ich habe bei dir auch still mitgelesen und muss sagen exzellenter Modellbau 👍👍👍. Hut ab bei mir wären die kleinen Details wegen meiner Augen nicht mehr machbar.
Abweichend vom Original wurde der Lokschuppen etwas verlängert, um später auch etwas größere Lokomotiven abstellen zu können.
Der kleine Werkstattanbau gestattete es, einfache Reparaturen auszuführen. Lokschuppen und Werkstatt wurden in Fachwerkkonstruktion errichtet, letztere wurde später verputzt. Der Schuppen wurde von der Werkstatt aus betreten, deshalb fehlte in den Toren eine Schlupftür. Die Farbgebung ist die gleiche, wie beim Empfangsgebäude.
ja, die Wände wurden am PC gezeichnet und dann ausgedruckt. Mit einem schwarzen Fineliner habe ich die Schnittkanten eingefärbt, dabei bin ich wohl etwas abgerutscht...
An der Stirnseite befindet sich eine Lokwerkstatt. Diese wurde nicht mit Papier beklebt, sondern "verputzt". Das realisierte ich ganz einfach mit etwas dickerer Farbe. Ausgestattet wurde die kleine Werkstatt noch mit Feuerlöscher, Werkbank, Ständerbohrmaschine, Werkzeuge (natürlich alles aus Papier ) ... und Licht.
Die Tore des Lokschuppens sollen sich später unabhängig voneinander öffnen und schließen lassen. Dazu wurden die Scharniere vorbereitet. Die Form und die Maße der Türen wurden festgelegt.
Die Innenwände erhielten ebenfalls eine Textur. Des Weiteren wurden zwei Untersuchungsgruben eingebaut, die Wände zusammen geklebt und es erfolgte eine erste Stellprobe.
Jetzt muss ich mir Gedanken über den Antrieb für die Tore machen...
Er hat den Sicherungskasten installiert und so konnte die Beleuchtung eingeschaltet werden. Funktioniert!
Nachdem ich eine Lösung für den Torantrieb gefunden habe, konnte ich mit den Toren weiter machen. An die Unterkante der Torflügel klebte ich den 0.4 mm-Stelldraht. 1 bis 2 mm breite Papierstreifen wurden auf die Pappe geklebt und imitieren Holzbretter. Die Scharnierbolzen entstanden aus 0,25 mm² Aderendhülsen, in denen ein Stückchen Draht eingelötet und entsprechend gekürzt wurde.
Der Antrieb
Der Antrieb war eigentlich nur ein Probeaufbau. Er hat aber auf Anhieb so gut funktioniert, dass ich ihn gleich eingebaut habe. Gesteuert werden die Servos mit einem Arduino Nano, was ein langsames Öffnen und Schließen der Tore ermöglicht. Leider kommt der Servo nicht in seine Endlage, was sich mit einem anhaltenden Brummen bemerkbar macht. Zudem ist er im Betrieb sehr laut. Ich habe eine Billig-Version eines Micro Servos verwendet.
Und ein Servomotor hat beim Testen auch noch seinen Geist aufgegeben.
das Dach entstand aus 5mm breiten Papierstreifen, die von unten nach oben und überlappend auf die Pappe geklebt wurden. Für die Dauer des völligen Trocknens wurde das Dach eingespannt, damit es sich nicht verzieht. Anschließend wurde es schwarz angemalt.
Damit man an die Gleise kommt, soll das Dach abnehmbar bleiben. Ich habe einfach vier dicke Pappstückchen an die Unterseite geklebt. Jetzt rastet es regelrecht ein. Wenn sich das nicht bewähren sollte, kommen Magnete zum Einsatz.