nachfolgend einige Anmerkungen zu den neuen Märklin Erzwagen (46210), sie sind nochmals ergänzt worden:
Man kann 24 Wagen mit unterschiedlichen Nummern
in einem Display erwerben (46210) oder auch einzelne Wagen, um den Fuhrpark zu ergänzen:
Ein paar Details zum Wagen: - hier 46210-21:
Die Verpackung mit doppeltem Blister bietet sehr guten Schutz:
Die (zu hohe) Erzladung ist schön eingepasst:
Auch mit einem klassischen 4624 Ableger ergibt sich ein interessantes Bild. Der Neue ist höher, das Braun etwas heller und matter:
Zusammen mit dem Vorgänger aus 00722:
Die Erzladungen harmonieren perfekt:
Zerlegung der Modelle - Fahrgestell und Unterbau sind gleich - aus dem 00722 lässt sich das Ladegut leicht entnehmen, beim 46210 ist es in das obere Gehäuse geklipst. Es bewegt sich leicht, ist folglich nicht verklebt:
Mit einem beherzten Griff. lässt sich das Oberteil zerlegen:
Die Erzladung war nur eingelegt. Der Zusammenbau geht spielend leicht. Hier ist der Erzwagen ohne Beladung. Leicht ließe sich eine vorbildorientierte Beladung mit korrekter Höhe des Ladeguts nun selbst herstellen:
Das Modell rollt sehr leicht - hier das Fahrgestell. Die Laufeigenschaften sind identisch mit 00722:
Zum Gewicht: 46210 70g mit Ladung 00722 63g mit Ladung/56g ohne Ladung 4624 74g ohne Ladung
Der Wagen rollt leichter als der neue 4624 Ableger (ebenfalls Spitzenlager). Das Drehgestell liegt auf der Kinematik auf. Diese Konstruktion überrascht mich. Ein Festlegen der Kinematik wäre jedoch durch die offene Konstruktion leicht möglich.
In einem richtig schweren Zug kommt die Kinematik nach Auslenkung nicht mehr in die Ausgangsstellung zurück - sie steht leicht schräg und der Pufferabstand vergrößert sich:
Hier zwei kurze Videos auf der Laminatbahn des Jüngsten. Aufmerksame Beobachter werden wahrnehmen, dass die Wagen leicht geneigt im schweren Zugverband fahren. Hier zwei Videos
tolle Beschreibung der Wagen, vor allem, dass du dich gleich an die Zerlegung der Wagen herangetraut hast, finde ich klasse. Mich würde mal interessieren, ob man den Ladeeinsatz des "Ponys" (00722) in den 46210 einsetzen kann und man ihn dann trotzdem noch normal zusammenbauen kann? Dann hätte man einen OOtz 41 mit passenderer Ladehöhe! Vielleicht könnte man sich die Ledung des 00722 als Ersatzteil besorgen. Besser wäre natürlich, wenn Märklin es zum kostenlosen Tausch anbieten würde, wenn es passt.
Was die Kippstellung der Wagen angeht, so haben auch die 00722 dieses Problem gezeigt, was aber wegen des niedrigeren Aufbaus nicht so sehr auffällt. Dieses Wankverhalten machen die Wagen nicht ganz so betriebssicher, wie die guten alten 4624-er Ableger. Das 24-Display sollte aber auf normal gebauten Anlagen alles mitmachen.
Nochmal danke für die tolle ausführliche Beschreibung.
Moin Volker, herzlichen Dank für Deinen Beitrag! Endlich mal ein praktischer Inhalt mit Analyse des Modells einschließlich Umbautipps.
Wie ich schon in der anderen Artikelserie schrieb, sind die 46210 Wagen demnach nicht mehr auf 4624 basierend. Da stellt sich mir die Frage: wie sicher ist der Wagen bei echter Beladung gegenüber versehentlicher Selbstentladung?
Zitat Mich würde mal interessieren, ob man den Ladeeinsatz des "Ponys" (00722) in den 46210 einsetzen kann und man ihn dann trotzdem noch normal zusammenbauen kann? (...) Das 24-Display sollte aber auf normal gebauten Anlagen alles mitmachen. (...) Liebe Grüße Thomas (Wito)
Hallo Thomas, ich habe das mal eben mit meinem Jüngsten getestet. Tarsächlich ließe sich der Einsatz des 00722 in den 46210 einbauen. Die Breite passt perfekt, an den Enden fehlen leider weinige mm, da der Aufbau hier vorbildlich "nach außen geht". Der Einsatz könnte aber eine Bastelgrundlage sein, evtl. selbigen mit Polystyrol und passendem ASOA-Erz verlängern. Märklin hätte bei gleichem Montageaufwand eine niedrigere Lösung bauen können. Offensichtlich eine klare unternehmerische Entscheidung, den Vorbildbezug an dieser Stelle nachrangig zu sehen. Mein Jüngster sagte gleich: "Die Ladung sieht man aber nicht mehr richtig"... PS: Die 00722 findet er klar besser, weil da die Ladung so gut raus- und reingeht - Betriebsbahner halt...
Die Wagen laufen tatsächlich verblüffend leicht. Dieser Kesselwagenzug im Video ist mein Zug mit den schlechtesten Rolleigenschaften - mit gefetteten Lagern quietscht er wenigstens nicht mehr- und von daher nicht repräsentativ. Ist halt mein Testzug. Die 46210 laufen wirklich sehr leicht. Ich sehe da keine Probleme beim Einsatz des 24er Displays. Meine Planungen gehen Richtung 15 Wagen-Zug, da bin ich ohne Sorge.
Zitat Da stellt sich mir die Frage: wie sicher ist der Wagen bei echter Beladung gegenüber versehentlicher Selbstentladung? mit freundlichen Grüßen Stephan-Alexander Heyn
Hallo Stephan-Alexander, die sehr hohe Betriebstauglichkeit des klassischen 4624 in der Erstversion mit Relex-Kupplung erreichten schon die modifizierten Nachfolger nicht mehr. Dem neuen 46210 traue ich noch weniger zu. Bei den neueren 4624-Ablegern ist die Kinematik im Blechrahmen eingebunden, verbunden mit hoher Stabilität. Der Rahmen des 46210 besteht aus sehr elastischem Kunststoff, da fehlt schon die notwenige Steifheit, denn bei starkem Zug verbiegt sich dieser Rahmen. Im FREMO würde man die Kinematik festlegen, eine GFN-Bügelkupplung einbauen,den Rahmen ebenfalls fixieren und noch zusätzlich Gewicht einbauen, was zu einem tieferen Schwerpunkt führt. Federpuffer wären noch das i-Tüpfelchen. Derart modifizierten Wagen traue ich das komplette Programm inkl. der beim FREMO verbreiteten "losen Schüttung", um vorbildlich Betrieb zu simulieren. Die neuen 46210 sind eine hervorragende Bastelgrundlage, der "out of the box"-Bahner wird aber m.E. mit dem Display sehr gut leben können.
endlich wurde mal der Lastwechsler nachgebildet und bemalt. Der Ein/Aus Wechsler ist bei diesem Wagen unten und daher nicht sichtbar. Ein G/P Wechsler ist auch nicht vorhanden, da der Wagen nur für 80 km/h zu- gelassen war. Die Bremsecken sind richtig, aber die Höhe der Wagenladung ist für Erz viel zu hoch. Die Seilösen sind nun auch endlich nachgebildet. Das hat bei den bisherigen Wagen des fast gleichen Typs leider immer gefehlt. Wenn man die Auslenkung der Kinematik vergrößert hätte, dann könnte man die Wagen jetzt auch kürzer kuppeln. Daran hat sich leider nichts getan.
die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Selbstentladewagen der Bauarten OOtz 41 bis 44 betrug nur 55 km/h (Quelle: Stefan Carstens, "Güterwagen Bd. 4", Seite 111 (OOtz 41), Seite 114 (OOt 42), Seite 117 (OOtz 43) und Seite 121 (OOtz 44, mit Verweis auf OOtz 43).
Erst die Nachkriegsbauarten OOtz 50, OOtz 71, OOt 168 und OOtz 74 waren für eine V max von 80 km/h zugelassen. Daher macht es betrieblich auch keinen Sinn, planmäßig gemischte Züge aus OOtz 41 und OOtz 50 zu fahren.
endlich wurde mal der Lastwechsler nachgebildet und bemalt. Der Ein/Aus Wechsler ist bei diesem Wagen unten und daher nicht sichtbar. Ein G/P Wechsler ist auch nicht vorhanden, da der Wagen nur für 80 km/h zu- gelassen war. Die Bremsecken sind richtig, aber die Höhe der Wagenladung ist für Erz viel zu hoch. Die Seilösen sind nun auch endlich nachgebildet. Das hat bei den bisherigen Wagen des fast gleichen Typs leider immer gefehlt. Wenn man die Auslenkung der Kinematik vergrößert hätte, dann könnte man die Wagen jetzt auch kürzer kuppeln. Daran hat sich leider nichts getan.
toll, dass du das mit dem Ladungseinsatztausch gleich mal ausprobiert hast Für eine kleine Menge an Wagen (2 oder 3) kann man das ja vielleicht wirklich als Basis für einen Umbau benutzen, wobei ich nicht weiß, ob es den Ladungseinsatz wirklich bei Märklin als Ersatzteil gibt. Aber für einen gemischten Zug aus Ponys und eben hohen Erz IIId Wagen sicherlich eine lohnende Überlegung.
die zulässige Höchstgeschwindigkeit der Selbstentladewagen der Bauarten OOtz 41 bis 44 betrug nur 55 km/h (Quelle: Stefan Carstens, "Güterwagen Bd. 4", Seite 111 (OOtz 41), Seite 114 (OOt 42), Seite 117 (OOtz 43) und Seite 121 (OOtz 44, mit Verweis auf OOtz 43).
Erst die Nachkriegsbauarten OOtz 50, OOtz 71, OOt 168 und OOtz 74 waren für eine V max von 80 km/h zugelassen. Daher macht es betrieblich auch keinen Sinn, planmäßig gemischte Züge aus OOtz 41 und OOtz 50 zu fahren.
mfG Stefan Walter [/quote]
... dass Wagen unterschiedliche Geschwindigkeiten erlaubten, hielt die DB natürlich nicht davon ab, diese Wagen zu mischen. Das war auch betrieblich nicht unsinnig, denn im Ruhrgebiet waren die Entfernungen wesentlich geringer, als auf den bekannten Emsland Verbindungen, denn auch in den Binnenhäfen wurde Erz auf die Bahn umgeschlagen und dann nur noch über relativ kurze Entfernungen transportiert, da war es egal, ob mit 55 oder 80 km/h, letztere Geschwindkeit war für die bis auf´s Letzte ausgelasteten Loks eh kaum erreichbar.
Hier kann man ab Minute 3 bis zur Minute 5 einige Beispiele sehen, wo gemischte Garnituren im Einsatz waren.
Die in dem gezeigtem Zug laufenden, niedrigen Wagen entsprechen der Bauart Fads bzw. 177. Von diesen Wagen wurden 1972 bzw. 1974 insgesamt 85 Stück gebaut. Sie waren sogar für eine Vmax von 100 km/h zugelassen. Der Fads 177 hatte eine LüP von 11,95 m und war daher fast 2 m länger als die alten Bauarten. Außerdem sind deutlich die modernen Drehgestellen erkennbar. Da der Film von 1974 stammt, müssen diese Wagen damals fast noch nagelneu gewesen sein. Inszwischen sind sie aber auch schon alle seit 19 Jahrne ausgemustert (Quelle SC, Güterwagen Bd. 4, Seite 138).
Der letzte OOtz 44 wurde übrigens 1974 als Fad 165 ausgemustert. Der OOt(z) 41 war bis 1972 als Fad 155 im Einsatz und der OOtz 43 als Fad 163 bis 1974.
[quote="Stefan Walter" post_id=1955923 time=1553361066 user_id=8411] Die in dem gezeigtem Zug laufenden, niedrigen Wagen entsprechen der Bauart Fads bzw. 177. Von diesen Wagen wurden 1972 bzw. 1974 insgesamt 85 Stück gebaut. Sie waren sogar für eine Vmax von 100 km/h zugelassen. Der Fads 177 hatte eine LüP von 11,95 m und war daher fast 2 m länger als die alten Bauarten. Außerdem sind deutlich die modernen Drehgestellen erkennbar. Da der Film von 1974 stammt, müssen diese Wagen damals fast noch nagelneu gewesen sein. Inszwischen sind sie aber auch schon alle seit 19 Jahrne ausgemustert (Quelle SC, Güterwagen Bd. 4, Seite 138).
Der letzte OOtz 44 wurde übrigens 1974 als Fad 165 ausgemustert. Der OOt(z) 41 war bis 1972 als Fad 155 im Einsatz und der OOtz 43 als Fad 163 bis 1974.
mfG Stefan Walter [/quote]
Hallo Stefan,
tatsächlich, wo du recht hast, hast du recht. Scheint wirklich so zu sein, dass das die Wagen sind, die Anfang der 70 noch "geköpft" wurden. Sorry, wollte nicht oberschlau daher kommen, fand nur diese Mischung aus Groß und Klein seinerzeit im Ruhrgebiet halt sehr faszinierend und dachte, dass man da den OOtz 44 ganz gut nehmen kann, um dieses Bild im Modell nachbilden zu können. Auch wenn es nicht ganz korrekt ist.
Vielen dank für den sehr informativen startbeitrag.
Die halbhohen Erz IId kommen bestimmt auch noch in ep.III. In ep.II sind sie ja schon als 46230 zu haben. Evtl. werde ich solche zusammen mit den schon vorhandenen niedrigen 00722 kombinieren.
Die neuen hohen IIId 46210 werde ich nicht kaufen, da ich die gealterten aus den "langer heinrich"-sets schon habe.
Zitat Hast Du mal versucht, die Kinematik (Eierlöffel) mit einem winzigen tropfen öl zu versehen, um die Rückstellung zu unterstützen?
Hallo Guido, die Kinematik funktioniert sehr leichtgängig. Das Phänomen der mangelhaften Rückstellung ist bei schwersten Zügen ein prinzipelles "Problem" der KK-Kinematik und beschränkt sich nicht auf die neuen Erzwagen und nicht auf Märklin-Produkte. Im FREMO z.B. wird die Kinematik daher festgelegt, bei FREMO-Puko fahren wir "out of the box", da wir aufgrund der Größe der vorhandenen Betriebsstellen keine extrem langen Züge fahren.
vielen Dank für die Vergleichsaufnahme vom ex-Klein-jetzt-Roco OOtz 41. Bei Klein waren die Tafeln mit dem Lastwechselhebel (das Bauteil, das genau in Wagenmitte unter den Trittstufen nach unten zeigt) noch richtig herum eingebaut, Roco bekommt das irgendwie nicht hin. Zum Glück ist der "Umbau" ganz einfach.
Dafür hat dieses Modell aber korrekte Drehgestelle mit der Nachbildung von Rollenachslagern (und 1,8 m Achsstand).