RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#1 von ÖsiToni , 05.04.2019 20:45

Hallo liebe Stummigemeinde,

nun ist es schon über vier Jahre her, dass ich zuletzt einen Beitrag zu meiner Modellbahn hier gepostet habe. Verlorengegangen ist von alldem damals Gebasteltem seitdem nichts, außer Zeit und meine planerische Unschuld. Schließlich war mein erster Ausflug in den Modulbau von kritischen Fehlern gezeichnet, in die ich nun viele Überlegungen habe einfließen lassen, damit da nichts vergleichbares wieder vorkommt.
Da ich aber nicht davon ausgehe, dass sich jemand noch an meinen sehr kurzen und unerfolgreichen Ausflug erinnern kann, ignorieren wir das Ganze einfach und starten frisch in das neue Modellbahnabenteuer!

Hallo, ich bin Toni, werde in einigen Tagen 28 und wohne in Wien. Mit dem Modellbahnvirus wurde ich bereits im frühen Kindesalter angesteckt und zum Leidwesen meiner Frau, andere Familienangehörigen und meiner Freunde ist bisher kein Gegenmittel entdeckt worden. Und so sammelten sich über die Jahre einige Schachteln und Kartons in meinem Schrank an...

Aber genug des Intros. Fangen wir mit ein paar Fakten an.
Was habe ich derzeit?
Eine sehr unregelmäßig aufgebaute Parkettbahn aus Roco Geoline Gleisen, auf der hauptsächlich österreichische Dieselzüge aus den Epochen III-V fahren. Ein paar andere Loks und Wagen, die in keinster Weise in dieses Schema passen, laufen da auch manchmal im Kreis, wenn mal nicht nur ich damit spiele.

Was möchte ich?
Eine Modulbahn, die ich bereits ab dem ersten (oder den ersten beiden, wie unten gleich beschrieben wird) Modul im Zusammenhang mit der Parkettbahn betreiben kann. Dafür bräuchte es bloß eine etwas längere Rampe, die es auf 10-11cm Höhe schafft - also vom Boden zur Modulkante und schon kann ich beides zusammen betreiben, bis der komplette Umstieg auf die Module vollzogen ist (bei meinem Tempo gefühlt ca. im Jahre 2403).
Die Module sollen, wenn ich sie verstauen möchte, in einen bereits vorhandenen Schrank passen, weshalb sie maximal die Maße von 50cm x 90cm bekommen dürfen.

Konkret möchte ich als erstes eine kleine Abstellanlage bauen, besser gesagt, ein "Fiddleyard". Von allem, was ich bisher herausfinden konnte, beschreibt das meinen Wunsch nach einem "offenen Schattenbahnhof" am besten. Hierfür habe ich in SCARM zwei Module geplant und würde mich sehr über ein Feedback von regelmäßigen Fiddleyard Nutzern freuen.

Variante 1:

Meine eingleisige Nebenbahn soll in 180cm Länge aufgefächert werden und Abstell- und Rangiermöglichkeiten für mehrere Züge bieten. Jedoch kam mir dieser Plan recht eng vor (Roco Line, Gleismittenabstand ca. 62mm), weshalb ich mir auch folgendes überlegt habe:

Variante 2:

Selbes Schema, aber mit ca. 91mm Gleismittenabstand.

Nun die Frage an euch: ich weiß, es ist nichts aufwändiges, aber da es doch mein erster Ausflug in das Gebiet der Abstellgleise ist, würde ich mich über Meinungen oder Vorschläge von Nutzern mit Vorwissen sehr freuen.
Was mich gleich zum nächsten Punkt führt, nämlich die...

Gleiswahl
Durch meine bereits vorhandenen Roco Geoline Gleise lag es mir nahe, auf Roco Line Gleise für die Module umzusteigen und bisher konnte ich auch viel gutes darüber hören. Als ich mir jedoch die Preise von z.B. einer Weiche (jeweils ca. 23€ ohne Antrieb oder sonstwas - waren die immer schon so teuer?) anschaute, schreckte ich doch leicht zurück. Piko hingegen hat ähnlich aussehende Weichen, jedoch deutlich billiger. Vermute ich jedoch richtig, dass das so seinen guten Grund hat und sollte ich besser die Finger davon lassen?
Dann wären da noch ein paar Tillig Elite Gleise, die ich noch von meinem ersten Modulausflug rumliegen habe, die ich gerne verwenden würde, sobald es auf die Strecke geht, aber ich bin mir unsicher, ob die augenscheinlich filigranere Bauweise in einem Fiddleyard gut aufgehoben wäre.

Nun ja, ich denke mal, das war fürs Erste mal so die wichtigsten Infos. Wie schon oben geschrieben, freue ich mich auf mögliche Kommentare und in den kommenden Wochen werde ich dann sicher noch weiteres fragen!
Bis dahin wünsche ich einen schönen Abend und ein angenehmes Wochenende.


Lg, Anthony

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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#2 von Analogbahner , 05.04.2019 20:54

Hallo!
Was mir als erstes auffällt: du benutzt offenbar das längste, mittlere Gleis zur Durchfahrt - verschenkst also Abstell-Länge.
Wenn wir davon ausgehen, dass die längsten Züge in eine Modullänge passen: wie wäre eine klassische Fiddleyard-Schiebebühne für das andere Modul, wenn du bastlerisch fit bist? Dazu brauchst du keine Weichen, aber eine gute Führung und sinnvolle Kontakte. Automatisches Ein- und Ausfahren geht dann aber nicht mehr.
Ansonsten würde ich die schmalere Version bevorzugen, denn der Weichenabzweig ist nicht so steil, deshalb betriebssicherer, und du kommst ja sowieso von oben ran - anders als in einem Schattenbahnhof im Untergeschoss. Und später bereust du jeden Zentimeter, den du nicht genutzt hast...


Gruß Analogbahner


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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#3 von ÖsiToni , 06.04.2019 16:37

Hallo Analogbahner!
Als erstes: Danke für dein Kommentar!

Zitat
du benutzt offenbar das längste, mittlere Gleis zur Durchfahrt - verschenkst also Abstell-Länge.


Die Durchfahrt hatte ich nicht angesprochen, das stimmt. Die ist eigentlich optional - ich bin mir nicht sicher, ob ich sie brauche oder überhaupt haben will, eben wegen deinem Argument.
Ich gehe davon aus, dass selbst wenn einige Module schon fertig sind, es recht viele bräuchte, um einmal im Kreis zu fahren, deshalb war das eher nur ein optischer Versuch.

Zitat

wenn du bastlerisch fit bist?


Leider gar nicht. Ich schiebe schon leicht Panik beim Begriff "Herzstückpolarisation" und weiß nicht, ob ich mir eine Schiebebühne zutraue. Vor allem weil es ja bei der Länge Selbstbau sein müsste...

Zitat

denn der Weichenabzweig ist nicht so steil


Das verstehe ich jetzt nicht so ganz, die Weichen sind bei beiden Plänen dieselben, ich habe bloß bei der "engeren" Version keine kleine Gerade dazwischen. Aber dass ich jeden Zentimeter ausnützen sollte, das ist wohl ein sehr guter Ratschlag, danke!


Lg, Anthony

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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#4 von Analogbahner , 06.04.2019 16:51

Stimmt. Die Weichen sind dieselben. Ich bin irgendwie durch den Gleismittenabstand getäuscht worden... Danke für die Blindenbelehrung... ops:

Ich hatte ein ähnliches Problem mit Modulen, weil eine stationäre Anlage bei mir nicht in Frage kommt. Wenn Weichen elektrisch sein sollen, müsste man noch über die Kellerverdrahtung und die Anschlüsse nachdenken, vor allem bei regelmäßiger Stromeinspeisung. Zudem würde ich unbedingt vermeiden, Weichen über Modulgrenzen zu legen. Das wird nur elende Fummel- und Stückelarbeit.


Gruß Analogbahner


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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#5 von DR POWER , 07.04.2019 11:29

Hallo Toni

Beim geplanten Fiddle Yard könntest du noch folgende Variante probieren.
Die erste Weiche rechts als Dreiwegweiche und auch die direkt darauf folgenden Weichen oben und unten als Dreiwegweiche planen.
Das würde die Nutzlängen der Gleise auch noch etwas erhöhen.

Bei deiner Gleiswahl ist das Piko A Gleis für den Yard sicher gut geeignet und ich persönlich würde das dort auch für ausreichend halten. Die höheren Schienenprofile stören in diesem Bereich ja nicht.
Im sichtbaren Bereich ist das ROCO LINE eine gute Wahl, obwohl ich dort das Tillig Elite bevorzugen würde da es auch einen optisch tollen Eindruck macht und darauf auch Fahrzeuge mit niedrigen Spurkränzen holperfrei über die Weichen laufen.


Liebe Grüße, Andre


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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#6 von lernkern , 08.04.2019 07:00

Moin.

Ich würde den Fiddlye auf alle Fälle als Durchgangsmodul bauen und auch alle Abstellgleise bis ans Ende des Moduls führen. Erstens kannst du ihn dann als Durchgangsmodul verwenden, wenn du mal Bedarf hast (du musst ja nicht) und zweitens kannst du deine Abstellglgeise problemlos mit einem weitern Modul verlängern, wenn du das mal willst.

Ich würde versuchen, die Weichen zwei,drei CM von der Modulkante wegzulegen und dort lieber ein kurzes Gleisstück reinfrickeln. Wenn dann beim Auf- oder Abbau mal was abreißt, dann musst du nur ein kurzes Gleisstück tauschen und nicht die ganze Weiche.

Und wegen der Bastelei: Das kriegst du schon alles hin, wir haben alle Mal klein angefangen. Einfach mal loslegen! Ich bleibe hier mal dran!

Viele Grüße

Jörg


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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#7 von ÖsiToni , 08.04.2019 21:37

Einen schönen guten Abend!

So, ich habe SCARM wieder angeworfen und noch ein bisschen herumgebastelt und folgendes kam mit dem PIKO A Gleis und euren Vorschlägen dabei raus:

Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden mit dem Längengewinn. Die [quote="DR POWER" post_id=1961033 time=1554629346 user_id=34925]
direkt darauf folgenden Weichen oben und unten als Dreiwegweiche
[/quote]
habe ich erst verstanden, als ich sie einplante und siehe da - gefällt mir super! Einziges Manko: ich kriege mit der Geometrie nicht mehr die kleinen Abstellgleise an den äußersten Gleisen hin, so wie ich das bei den ersten Varianten hatte. Das finde ich etwas schade - ops: Vorschläge?

Auch ein Danke an Jörg, habe am Beginn ein kleines Schienchen reingenommen und alle Gleise dann bis zum Ende verlängert. Auf den ersten Punkt wäre ich wohl erst selber gekommen, wenn es bereits zu spät gewesen wäre!

Zitat von Analogbahner im Beitrag Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)
Zudem würde ich unbedingt vermeiden, Weichen über Modulgrenzen zu legen.

Hallo Jochen, an den Punkt hatte ich auch gedacht, aber ein noch größerer Abstand zu den Zwischenkanten kann nicht schaden! Daher bin ich umso zufriedener mit dem neuen Plan.

Jetzt habe ich aber eine ganz wichtige Frage zu den Dreiwegeweichen:
Ich möchte gerne die Antriebe in den Untergrund verlegen. Erstens um oben optisch ein wenig aufzuräumen, aber hauptsächlich um das Installieren von Unterflurantrieben für später auszuprobieren und zu üben. Aber bei DWGs müssten ja die Stellhebel sehr nahe aneinander sein, hat hier jemand Erfahrung, ob das trotzdem funktioniert? Oder sollte ich besser bei den normalen PIKO Antrieben bleiben?

Apropos Unterflurantriebe, auch hier habe ich schon einiges an Recherche betrieben und die von Conrad scheinen ja ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs Verhältnis zu haben. Aber als kompletter elektrischer Nichtswisser - welchen Trafo könntet ihr mir hierfür empfehlen?
Meine Recherche, wieder bei Conrad, führte mich zu diesem hier, der einen 12V Ausgang besitzt und auch sinnvolle Bewertungen bekommen hat.
Aber ich muss mir sowieso noch Gedanken zur Verkabelung und Schaltung generell machen, womöglich ist so ein Trum gar nicht so nützlich.

Nochmal danke für eure netten und hilfreichen Kommentare! So macht das Planen richtig Spaß, wenn man gleich mal was dazulernen kann!


Lg, Anthony

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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#8 von Krammark , 29.06.2019 07:08

Moin,

Zu vielen Deiner Fragen kannst Du Dir mal den Minimax Thread anschauen.

- FiddleYard
- Weichenantrieb von Conrad oder den MTB MP1
- einfacher Modulbau (Bauhandbuch auf der Webseite)
- Verkabelung, Weichenantrieb ohne Trafo aber Spannung über Gleisspannung
- usw.

MiniMax-Flachland 1965 Frühherbst

https://www.minimax-modellbahn.de

Generell im Forum mal nach MiniMax suchen.

Bzgl. Schiebebühne fand ich mal ein Beitrag in Dreyenbeck-N-Thread. Ich selbst bin von der Planung her vom FiddleYard weg hin zur Schiebebühne. Ich bekomme sonst meine Unbedingt-Haben-Will-Habe-Aber-eigentlich-Kein-Platz-Garnituren nicht untergestellt.


Gruß Mark

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RE: Modulbau: Fiddleyard (und bloß nichts überstürzen!)

#9 von ÖsiToni , 06.07.2019 15:33

Hallo Mark,

Danke für die Links, Minimax Module sind tatsächlich ein heißer Tipp und ich bin auch schon am Recherchieren ob ich mich mit einer womöglichen Gruppe in Wien anfreunden könnte.
Leider ist derzeit alles wieder schön im Schrank verstaut, da andere Themen Vorrang haben, aber vergessen habe ich meine Pläne deshalb noch nicht!


Lg, Anthony

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