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RE: 3D gedruckte Loco Buggy in Spur N - betriebsfähig

#1 von Jens Merte , 06.05.2019 15:15

Moin Moin!

Die von RailAdventure durchgeführten Fahrzeugtransporte auf den sogenannten Loco Buggy Transportwagen ist mittlerweile in Real wie auch im Modell recht bekannt. In H0 ist das seit über einem Jahr auch umgesetzt (siehe LOCO BUGGY in H0 – der Weg einer Eigenentwicklung) und auch für TT habe ich zusammen mit dem Kollegen Harry Schneider da entsprechende Modelle entwickelt (siehe Railadventure Loco Buggy Transportwagen für TT (und was ist mit N?)). Beim Maßstab 1:120 (Spur TT) kommt man an da schon an die Grenzen des Machbaren und Sinnvollen, denn die Räder – im Original 550 mm im Durchmesser - sind da schon recht klein und speziell alte TT-Gleise und die relativ leichten Lokomotiven waren eine Herausforderung für einen letztendlich sicheren Betrieb.

Der Sprung zur Spurweite N (Maßstab 1:160) als betriebsfähiges Modell ist jetzt auch gelungen, auch wenn hier diese Grenzen eben überschritten werden müssen. Bei den Raddurchmessern mußte da schon auf das Spur Z Sortiment zurück gegriffen werden, das noch ungünstigere Verhältnis von Raddurchmesser zur Flanschhöhe bedingt eine – im Vergleich zum Original und H0/TT – doch höhere Lage des „Transportgutes“ über dem Gleis und die Größe bzw. die Kleinheit der Rahmen zu verbinden mit der trotzdem notwendigen Steifheit ist ein fummelige Herausforderung. Auch sind die Details und dünneren Querschnitte im Grenzbereich für den 3D Druck. Und „on Top“ noch eine Entwicklung und Test ganz ohne eine eigene N-Anlage…

Die Tests wurden so wieder bei den Eisenbahnfreunden in Schwarzenbek ausgeführt. Hier ist auch eine der wenigen RADVE 103 222 in Spur N vorhanden, so dass idealer Weise auch eine passende Lok zur Verfügung steht. Bilder von den ersten Test, bei denen die N Loco Buggy noch Optimierungsbedarf zeigten:


Bei der Präsentation des LUXON wurden die N-Loco Buggy als Ausstellungsstücke für die Vitrine erstmals öffentlich präsentiert


Die 101er auf Loco Buggy V 1.0 wartet auf den Abtransport, die Railadventure 103 222 steht im Hintergrund schon bereit. (Foto: Eisenbahnfreunden Schwarzenbek e.V.)


Warten auf die Abfahrt (Foto: Eisenbahnfreunden Schwarzenbek e.V.)

Und hier nun die serienreifen Loco Buggy in Spur N, passender Weise beladen mit einer Vectron: Geändert wurde u.a. der Verbindungssteg, die Achsaufnahme für die Transportlok und deren Höhe über SOK, die Rahmenbreite und Details dazu. Lackiert wieder im von Railadventure vorgesehenen RAL Design 100 80 80.



Zu sehen ist auch der Kupplungsadapter zwischen 103 222 und der Vectron auf den Loco Buggy. Da N und TT die Aufnahme nach der gleichen Norm (NEM 355) aufweisen und der Höhenunterscheid der Lok auf den TT und N Loco Buggy fast gleich ist (da bei N aus oben genannten Gründen die Lok im Vergleich zum Original höher liegen muss), kann der TT-NEM-Adapter auch für die N Loco Buggy Transporte verwendet werden.

Die ersten Fahrversuche fanden auf einem Nebengleis mit etlichen Weichen und auch Modulübergänge statt:


Da sich hier keine Probleme zeigten, ging es auf die Hauptstrecke – im „normalen laufenden“ Verkehr der anderen Vereinsmitgliedern, die auf der Strecke unterwegs sind (also etwas „Druck“, nicht als „lahme Ente“ oder Dauerentgleiser den Fahrspaß der anderen zu verderben):


Besonders die Modulübergänge sind „gefürchtet“, da hier die kleinen Raddurchmesser der Loco Buggy in der Schienenlücke oder an hohen Schienenstößen hängen bleiben könnten – aber während die 103 222 an einer bestimmten Stelle immer mit dem ersten Drehgestell entgleiste, versagten die Loco Buggy selbst da nicht.


Ein weiterer Testpunkt: Das Lichtraumprofil – da in Spur N die Transportlok vergleichsweise hoch auf dem Loco Buggy steht, war das Durchfahren der Abschnitte mit Oberleitung spannend, letztendlich war aber überall noch ausreichend Platz.


Auch die Bodenfreiheit über der SOK ist z.B. an Bahnübergängen wichtig.



Da bis dahin alles bestens lief, gab es erst mal ein paar Runden nur so zum Spaß und für ein paar Fotos:




Rückwärts ins BW rangiert für ein Fotoshooting auf der Doppeldrehscheibe:


Für Zugüberholungen ging es auch mal „auf die Seite“:



Dann wurde die Geschwindigkeit weiter gesteigert – weit über dem maßstäblichen hinaus. Im Bild schwer festzuhalten, im Film sind die rasanten Fahrten besser zu sehen.



Danach wurde eine zweite Lok auf Loco Buggy angehängt.


Auch diese Fahrten zeigten keine Probleme.


Die bewegten Bilder zu den Testfahrten:
[youtu-be]https://youtu.be/yuV_9JmW_N8[/youtu-be]


Fazit:
Geht bzw. rollt doch, die Loco Buggy in Spur N !

„Knackpunkt“ sind bei den Loco Buggy in Spur N (wie bei allen anderen Loco Buggy Modellen) die Radsätze, welche wesentlich zur Betriebssicherheit (bzw. Unsicherheit bei mangelhaften Achsen) führt und auch die Kosten eines Loco Buggy Satzes im Wesentlichen bestimmt. Denn ein Satz mit vier Loco Buggy hat gleich doppelt so viele Achsen und während der 3D Druck mit der kleineren Spurweite immer günstiger wird, sind die wieder speziell für diese Loco Buggy angefertigten Achsen gleich doppelt so teuer wie die H0 und TT Variante. Sprich der Satz Loco Buggy N ist, obwohl doch fast nur halb so groß wie die H0 Buggy, in der Fertigung teurer als H0 und TT.

Hinzu kommt noch, dass die N Loco Buggy bisher nur auf „modernen“ N-Gleisen ihre Betriebssicherheit unter Beweis gestellt haben - auf alten Piko-N-Gleisen und Weichen hingegen nicht. Ob es so überhaupt weitere Interessenten im N Spur-Sektor gibt, wird sich zeigen. Die ersten Serien-N Loco Buggy jedenfalls sind jetzt in Schwarzenbek im Einsatz, standesgemäß mit der dortigen RADVE 103 222 - und die passenden Adapterwagen werden auch noch folgen

Beste Grüße
Jens


PS:
Ja, es ging auch was schief – bei der Fahrt zur Drehscheibe zu spät angefangen zu bremsen und schon ist es passiert - wie gut das ich kein Lokführer bin


NFlo hat sich bedankt!
Jens Merte  
Jens Merte
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