Lokomotivumbauten: BR 55, 56, V36, V60, 91, 75, E69, 212

#1 von guido , 02.09.2019 20:45

Hallo Leute,
nachdem ich mehrere Threads zu verschiedenen Projekten habe, wird es mir etwas unübersichtlich. In diesem Thread ging es ursprünglich um Umbauten von Märklin-Loks, künftig stets um neue Umbau/Bauprojekte.

Viele Grüße, Guido

PS: Es folgt der unsprüngliche Text zu Beginn dieses Threads:

Hallo Erfahrene,

eine Frage (edit: hatte ich ursprünglich hier): Was ist der technisch (!!) notwendige Mindestradius für die Märklin- 55 bzw. 56 Spur 1? Ich meine tatsächlich das technisch Unabdingbare, also ohne Entgleisung Mögliche.

Hintergrund: Meine Gartenbahn hat, geländebedingt, Mindestradien von ca. 90 cm. Loks fahren mit Klauenkupplung. Laut Märklin fahren diese Loks ab 1020mm - sind also die fehlenden cm bereits ein Betriebsrisiko?

(Edit: Es folgt eine Diskussion dazu und dann Vorschläge von mir zur Anpassung der 55er bzw. 56er von Märklin, so dass sie auch auf kleineren Radien als 1020mm fahren).

Viele Grüße,
Guido


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zuletzt bearbeitet 12.07.2022 | Top

RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#2 von Schwanck , 02.09.2019 22:44

Moin Guido,

Versuch macht kluch! Bei einem Versuchsaufbau mit Spur 1-Flexgleis konnten mein Freund und ich 1978 noch 950 mm Radius mit seiner Märklin 78 alter Bauart langsam durchfahren. Langsam bedeutet in dem Fall etwa 100 mm/s, das entspricht etwa 10 km/h Vorbildgeschwindigkeit. Meine Livesteam 78 von Aster benötigte einen Radius von 2100 mm mit Übergangsbogen, um mit der ihr möglichen Höchsgeschwindigkeit, die umgerechnet etwa 70 km/h gewesen sein mochte, sicher durch eine Kurve zu fahren.


Tschüss

K.F.


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#3 von Rentschler , 03.09.2019 05:15

hallo Guido
geht nicht, deine Loks entgleisen sofort bei der 1. Kurve nach ca. 5 cm !
Von den alten Spur 1 Loks ( 80-er Jahre ) fahren nur wenige auf den engen Radien, z.B. BR 80, MAXI, oder die 212-er.
Spur 1 Loks benötigen mindestens 1.020 mm Radius.
Ausnahmen sind in meinen Fuhrpark die neue Köf und die neue E 44 .
Diese Loks würden sich zwar auf den kleineren Radien durch die Kurve quälen, dann aber ohne Wagen weil sich diese dann wegen "Überpufferung" sofort aus den Gleisen hebeln.
Gruß
Bernhard


 
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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#4 von Schwanck , 03.09.2019 09:14

Moin zusammen,

meinen Beitrag #2 habe ich gestern Abend so einfach aus dem Gedächtnis geschrieben; heute Nacht fiel mir dann noch ein, dass wir bei den kleinen Radien auch einen Trick ausprobiert haben: Spurerweiterung im Bogen: Das kannten wir DB-Ingenieure aus der Versuchsanstalt Minden vom Vorbild, schließlich hatten wir das Versuchsfeld für automatische Kupplungen mit engen Bögen in Porta vor der Nase. Dort war u.a. die Nennspurweite 1435 + 15 mm verlegt worden. Beim Modellbahngleis machten wir das nach: wenn man die Spur an den Schienen mechanisch spreizt, erkennt man dass sich die Schwelle dabei nach oben wölbt. Umgekehrt funktioniert das auch - wölbt man die Schwelle nach oben (convex) , vergrößert sich die Spurweite. Das wurde bei den auf unseren TiPla-Trassenbrettern daurch erreicht, dass in Gleismitte des Bogens ein isolierter Kupferdraht von 2,6 mm Durchm., 1,5 mm² verlegt wurde, mit Heißkleberpunkten fixiert und dann das Bogengleis aufgelegt und an an allen Schwellenenden ebenfalls mit HK fixiert wurde. Das ergab etwa einen 1 mm Spurerweiterung. Ein Märklin-Radsatz läßt eine Spurweite von 50 mm (45 + 5 mm) gerade noch zu. Normal ist die Spurweite des Gleises 45 mm + 0,05; mit dem Spreiztrick kommt man auf 46 + 0,1 mm. Heute nochmal überprüft!
Unsere selbst gemachten Radien entstanden aus den 2,70 m langen Spur 1 Schienenprofilen von Märklin mit den 30 cm Schwellenrosten der geraden Gleise 5900, die man extra bestellen konnte. Für den Bogen wurde jeder 2. Schwellenlängssteg bogenaußen durchtrennt. Mit dem Gleisbausatz 5998 habe ich auch gearbeitet.


Tschüss

K.F.


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#5 von guido , 07.09.2019 19:19

SOOOOOO!
Heute kam die BR 55, Art.Nr. 5744, aber vom Vorbesitzer digitalisiert.

Und nun, eingedenk Herrn Schwanks Motto:

Zitat
Versuch macht kluch! Bei einem Versuchsaufbau mit Spur 1-Flexgleis konnten mein Freund und ich 1978 noch 950 mm Radius mit seiner Märklin 78 alter Bauart langsam durchfahren. Langsam bedeutet in dem Fall etwa 100 mm/s, das entspricht etwa 10 km/h Vorbildgeschwindigkeit.



hab ich erstmal probiert. Die unmittelbare Erkenntnis: Nein, lieber Bernhard,

Zitat
geht nicht, deine Loks entgleisen sofort bei der 1. Kurve nach ca. 5 cm !
Von den alten Spur 1 Loks ( 80-er Jahre ) fahren nur wenige auf den engen Radien, z.B. BR 80, MAXI, oder die 212-er.
Spur 1 Loks benötigen mindestens 1.020 mm Radius.



so stimmt das nicht.
Tatsächlich fährt die 55er OHNE Tender sofort auch mit Vmax durch einen 600er-Radius
Allerdings nicht mit dem angehängten Tender. Erstens strammt der ziemlich mit dem mittleren Radsatz, zweitens ist die Lok-Tender-Kupplung so kurz angelegt, so dass 1. Lokachse und letzte Tenderachse sich einfach dadurch raushebeln.

Aber das war kein Problem. Abhilfe wie folgt:
-mittlere Tenderachse ausbauen.
-Achslager entfernen. Dazu die Haltebolzen aufschleifen/bohren.
-die Haltebolzen am Fahrgestell und den am Achslager restlos abschleifen.
-die beiden Löcher im Achslager miteinander zu einem Schlitz verbinden.
-gewünschtes Seitenspiel der Achse am Fahrgestell anzeichnen.
-zwei Löcher ins Fahrgestell bohren, Achslager auflegen, mit Zylinderschrauben befestigen. Das Achslager muss leicht hin- und hergleiten können. Im Tender die Zylinderschrauben mit Gegenmutter sichern und am besten verkleben.

Damit kommt der Tender durch einen 600er-Radius wie durch Butter.

Dann hab ich noch die Kupplungsdeichsel mit einem Stück Blech (aus einer Weinflaschenkapsel, prost!!! ) verlängert, war praktisch, weil die Kapsel schon schwarz lackiert war.

Zuletzt hab ich noch Gewichte in den Tender geklebt, der war mir dann doch zu leicht. Der Vorbesitzer hatte ohnehin die Geräuschelektronik dort bei der Digitalisierung entfernt.

Ich hab die Lok gerade so fahren lassen, sie gleitet ohne Mucken mit sieben OOt-Erzwagen durch den 600er-Radius. Wohlgemerkt, 600er hab ich garnicht in der Anlage, sondern so um die 900er, aber das sind immer noch 10 cm weniger als in der Betriebsanleitung als Mindestmaß angegeben und 30 cm mehr als die Lok mitmacht.

Also diese Mutmaßungen, dass es garnicht geht, stimmen nicht. Ohne großen Aufwand, sogar rückbaubar, hab ich in drei Stunden die 55er engradiustauglich bekommen. Demnächst kommt die 56er, der wirds genauso ergehen.

Also, liebe Freunde mit "kleinen" Radien, die genauso wenig Platz haben wie ich: Auch Schlepptenderloks lassen sich, gewiss in Grenzen, aber doch einige, für unsere Radien tauglich machen.

Viele Grüße an alle und danke für Eure Antworten,

Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#6 von Rentschler , 07.09.2019 19:43

hallo Guido
dann ist ja alles in "Butter"
Gratulation an den Bastler
viel Spaß
Bernhard


 
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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#7 von guido , 08.09.2019 09:21

Hallo und danke Bernhard,

hier sind noch ein paar Bilder zur Illustration (Stummis lieben Bilder, hab ich gelesen ).
Das seitenverschiebbare Achslager:


Lok-Tender-Abstand im "Industrieradius" (der Kabelbaum braucht noch Kaschierung per Schrumpfschlauch):


und die Lok mit Wagen auf Testgleis 600mm Radius.


Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#8 von Rentschler , 08.09.2019 10:07

hallo Guido
das sieht gut aus,
mit den Kuppelstangen und der Überpufferung bei angehängten Wagen gibt es keine Probleme ?
Was ist in der Lok für ein Motor verbaut, Original mit ESU Permanentmagnet oder SB-Motor ?
Grüße
Bernhard


 
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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#9 von guido , 08.09.2019 10:15

Hallo Bernhard,

danke des Lobes.

Überpufferungen gibt es nicht, allerdings fahre ich (hier) mit Klauenkupplungen, nur vorn an der Lok ist eine Schraubkupplung wegen der Optik. Hab dieses Jahr erst angefangen mit Spur 1, für den Winter plane ich eine kleine schnuckelige Wandanlage zum Betrieb mit Schraubkupplungen. Das wird dann natürlich ein anderes Kaliber (hoffe ich).

Auch mit den Kuppelstangen keine Probleme. In der Lok ist der Originalmotor (entsprechend laut! wurde hier andernorts schonmal beschrieben, warum). Bei Gelegenheit werde ich den tauschen, natürlich hätte ich auch gern einen schönen Sound, auch dafür muss der Motor leiser sein.

Die Lok war aber so dermaßen günstig, dass es sich noch lohnt. Außerdem bastele ich ja gern
Nach dem Lesen einiger Postings über diese alte 55 bin ich übrigens von der hervorragenden Stromaufnahme dieses Modells überrascht.

Grüße,
Guido


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#10 von Rentschler , 08.09.2019 11:34


 
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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#11 von Rentschler , 08.09.2019 11:36

Guido,
inspiriert von deinem Vorschlag, versuche ich es auch mit meiner 55-er
Grüße
Bernhard


 
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#12 von guido , 08.09.2019 11:59

Lieber Bernhard,
hui, welche Ehre. Fühle mich sehr geschmeichelt.

Übrigens war in den Tiefen der Verpackung auch noch der Originalbeipack mit Kolbenstangenschutzrohren usw. Dabei auch zwei kleine, filigrane rote Kunststoffrähmchen. Weißt Du, was das ist? Fangeisen für die Steuerung vielleicht?

Viele Grüße und Spaß beim Basteln, wie gesagt, ich hab es so gemacht, dass man den alten Zustand problemlos wieder herstellen könnte (dann natürlich durch Verkleben der Achse, die Zapfen sind ja ab...)

Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#13 von Rentschler , 08.09.2019 12:19

hallo Guido,
leider nein, bei mir sind nur die Kolbenstangenschutzrohre dabei.
Kannst ein Bild machen ?
Grüße Bernhard


 
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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#14 von guido , 10.09.2019 18:03

Hallo Bernhard,
hab's rausgefunden.
Da die Teile für sich so nichtssagend sind, hab ich kein Foto gemacht, aber auf dem Detailbild mit der Steuerung einer KM1-55 sind sie auch zu sehen. Es sind die -wasweißichwiedieheißen-Eisen, die um die Treibstange von oben vom Träger der Gleitbahn herumragen. Sehen aus wie kleine rote aufrecht hängende Rechtecke.
Leider weiß ich nicht, wozu die beim Vorbild dienten. Eine rein technische Funktion? Schutz? Hab im Netz dazu keine Infos gefunden.
Wie gesagt lagen sie meiner Lok bei. Bei Gelegenheit werde ich sie montieren.

Übrigens hatte ich die Lok jetzt mal auseinander. Darin also ein alter Märklin-Gleichstrommotor und ein Uralt-Decoder (66***), der aber noch seine Dienste tut, bis ich mal einen neuen Motor und Sound einbauen werde. Das hat aber Zeit. Erstmal die 56 finanzieren...

Der Vorbesitzer war merkwürdig drauf: Alle Funktionen (Licht, Dampfgenerator, Führerhausbeleuchtung) waren auf dem F0-Pin gelötet, mit einem Haufen überflüssigere Dioden und wasweißich dazwischen.... Nicht sehr praktisch, den Generator sich beim Lichteinschalten mit erhitzen zu lassen...
Das hab ich jetzt entzerrt, F0=Licht, F1=Dampf, F2=Führerhauslicht.
Schade dass der ursprüngliche Soundbaustein nicht mehr dabei ist. ich weiß zwar nicht, wie der klingt, aber Läutewerk und Pfeife wären noch zwei schöne weitere Funktionen gewesen.

So und jetzt geh ich in den Garten und putze Gleise, denn sie soll heute mal einen Lgo draußen ziehen...

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#15 von guido , 19.09.2019 19:34

Hallo nochmal
...zum Thema des Mindestradius, das mittlerweile kein Fragenthema mehr ist, sondern Infos zum Umbau enthält.

Die Tipps zur Anpassung der BR 55 habe ich ja schon gegeben.

Nun ist die BR 56 (Märklin 55282) eingetroffen. Wieder sehr günstig.
Hier nun muss ich Vorrednern Recht geben: Konnte die 55 noch (ohne Tender) auch durch den 600er Radius fahren, so geht das mit der 56er nicht ohne Weiteres.

Die Anpassungen müssen hier betreffen:
-Seitenverschiebbarkeit der mittleren Tenderachse
-Verlängerung der Tender-Lok-Deichsel
-Anpassung des Vorläufers

Die beiden ersten Maßnahmen sind ähnlich wie bei der 55 auszuführen. Allerdings hat Märklin die Konstruktion der Tenderfahrwerke verändert (die 55er war ja uralt). Hier will ich noch neu nachdenken, denn - das ist das Prinzip - die Loks sollen jederzeit wieder rückbaubar sein, um den Modellwert nicht zu vernichten.

Der Vorläufer ist eine andere Sache. Ich will den vorhandenen wegen der Rückbaubarkeit nicht verändern. Das Problem ist die Breite des Auslegers, der gegen die Rahmenwangen stößt. Also baue ich mir einen Ersatzvorläufer, der innen schmäler ist, so dass er weiter ausschwenken kann.

Kolbenschutzrohre bleiben dann für den Vitrinenbetrieb reserviert, macht nix.

Zunächst aber steht noch eine Reparatur an. Man siehe hier:


Das war mal das Antriebszahnrad. Fehlen aber zwei Zähne. Zum Glück gibt es das Teil nachzubestellen. Tipp dazu: NICHT die Ersatzteilliste der Lok konsultieren, da hat es eine rote Ampel. Die Ersatzteilnummer E585860 muss (MIT E!!!) direkt in der Ersatzteilsuche eingegeben werden. Oder man fragt bei seinem Händler, ich beziehe das Teil von Schweickhardt mit einer anderen Lieferung.

So weit so gut oder auch schlecht. Vom Umbau kommen dann natürlich auch Bilder.

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#16 von JoWild , 19.09.2019 20:17

Zitat

Hallo Bernhard,
hab's rausgefunden.
Da die Teile für sich so nichtssagend sind, hab ich kein Foto gemacht, aber auf dem Detailbild mit der Steuerung einer KM1-55 sind sie auch zu sehen. Es sind die -wasweißichwiedieheißen-Eisen, die um die Treibstange von oben vom Träger der Gleitbahn herumragen. Sehen aus wie kleine rote aufrecht hängende Rechtecke.
Leider weiß ich nicht, wozu die beim Vorbild dienten. Eine rein technische Funktion? Schutz? Hab im Netz dazu keine Infos gefunden.
Wie gesagt lagen sie meiner Lok bei. Bei Gelegenheit werde ich sie montieren........




Hallo Guido,
es handelt sich um eine Fangvorrichtung, die verhindert, dass bei Triebstangenbruch nahe dem Kreuzkopf bei Vorwärtsfahrt oder nahe der Triebachse bei Rückwärtsfahrt die Stange sich am Boden abstützen und damit die Lok aus dem Gleis heben kann oder weitere Schäden z.B.am Gleisbett anrichtet. Das Teil wird offiziell Fangbügel zur Triebstange genannt. Siehe auch dort: http://dlok.dgeg.de/115.htm


Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#17 von guido , 19.09.2019 20:34

Hallo Joachim,
vielen Dank für diese Info! Und auch der Link zur Grafik ist wertvoll.

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#18 von guido , 28.11.2019 17:14

Hallo wieder einmal,

Herbstzeit, Bastelzeit. Nachdem das Ersatzzahnrad für die 56 da war, habe ich es jetzt endlich eingebaut.

Die 56 habe ich analog zur 55 für die 600mm-Radien im Garten angepasst. Während ich die mittlere Tenderachse ebenfalls wieder verschiebbar umbaute und die Deichsel verlängerte (siehe Umbau 55 oben), war tatsächlich für den Vorläufer ein Komplettumbau fällig.

Hier sieht man das maximale Seitenspiel des Originalauslegers:


Und hier mit einer schmaleren Testdeichsel aus Sperrholz, um die Möglichkeiten auszuloten:


Ganz klar kann es so nicht funktionieren: Die Deichsel kann immer nur bis maximal Radberührung der Kolbenbuchsen ausschwenken.

Daher dachte ich an eine andere Lösung. Wenn die Deichsel wegfiele und die Achse seitwärts verschiebbar wäre, könnte der Zylinder auch nicht mehr im Weg sein.

Zunächst konstruierte ich eine Führung, die einen Radsatzschlitten aufnehmen wird:



Der Mittelsteg war dann doch hinderlich, er wurde später ersetzt. Sieht man auf späteren Bildern.

Die Achse erhielt den Radsatzschlitten. An den Winkelenden befinden sich Kerben, durch die der Schlitten durch Führungen gehalten wird:


Und hier alles im eingebauten Zustand:


Deutlich kann man sehen, dass der Schlitten ohne Weiteres an den Zylindern vorbei und bei derzeitigem Konstruktionsstand sogar seitwärts aus der Führung hinaus gleiten kann. Das Herausnehmen ist praktisch, wenn man die Konstruktion wieder gegen die Originaldeichsel austauschen möchte.

Hier die 56 auf einem Stück 600er Radius. Was noch fehlt sind rote Blenden hinter den Rädern, damit der Vorläufer nicht so nackt aussieht, aber für diese Aufnahme habe ich die Konstruktion sichtbar belassen.


Ich habe die Originalachse in den Schlitten eingebaut. Wenn die Lok im Winter in der Vitrine steht oder auf der Kelleranlage fährt, kommt wieder die Originaldeichsel dran: An der Lok selbst sind keine dauerhaften unumkehrbaren Umbauten vorgenommen! Und für die Originaldeichsel besorge ich mir noch einen schönen Finescale-Radsatz....

Übrigens hat die 56 einen ESU Loksound XL 3.5, es macht also wirklich Spaß, sie läutend und pfeifend durch den Garten fahren zu lassen.

Das nächste Projekt ist dann eine MAXI-18er für 600er_Radien. Die braucht allerdings ein ganz neues Vorlaufdrehgestell und eine besondere Konstruktion für die dritte Tenderachse. Ich hab da schon so Ideen.... demnächst mehr ebenfalls hier...

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#19 von guido , 02.04.2021 14:35

Hallo liebe Leute,

da sich gerade vor ein paar Tagen bei meiner BR 55 der Decoder LokSound XL 5.0 verabschiedet hat (Friede seiner Asche), möchte ich in diesem alten Thread doch noch eine zusätzliche Info unterbringen. Bei der Digitalisierung der Loks mit Bühler-Motor ist UNBEDINGT Vorsicht geboten! Bei meiner betroffenen Lok war der Decoder schon drin. Daher hatte ich nichts gemessen oder überprüft...

Tatsächlich sind weder die Welle noch das Gehäuse des Motors potentialfrei, auch wenn man das zunächst nicht bemerkt. Die Welle ist natürlich gegen den Kollektor isoliert, sonst ginge das ja gar nicht. Aber sie liegt an beiden Enden in einem Metalllager, das auch ohne weitere Isolierung im Motorgehäuse sitzt. Die Magneten liegen direkt innen am Metallgehäuse des Motors. Offenbar ist dann einer der Pole nicht gegen das Gehäuse isoliert. Daher kann der Motor auch betrieben werden, indem nur einer der Anschlüsse (zum Kollektor) und der andere Pol mit dem Gehäuse oder der Welle verbunden wird, sobald Motor und Decoder beide eingebaut und über die Decoderausgänge miteinander verbunden sind!
Ich habe auch noch mal ein paar andere DC-Motoren überprüft, die ich hier herumliegen habe und siehe da: Das ist offenbar normal.
ESU selbst erwähnt in seiner Anleitung für den XL V 1.0 (meine Hervorhebung. Leider hat ESU diese Passage in den neuesten Anleitungen nicht mehr stehen!):

Zitat
> Einbau in die Lok
> Trennen Sie zunächst alle bisherigen Kabelverbindungen innerhalb der Lok auf und achten sie
> auch auf eine Verbindung über die Gehäusemasse:
> Die beiden Motoranschlüsse müssen unbedingt
> potentialfrei sein, also keinerlei Verbindung zum Chassis oder den Rädern/Stromabnehmern besitzen.
> Insbesondere beim Umbau von älteren Märklin Loks
> mit Bühlermotor werden diese immer wieder übersehen.
Bitte messen Sie nach erfolgtem Anschluss alle
> Verbindungen mit einem Ohmmeter noch einmal
> nach, suchen Sie insbesondere nach Kurzschlüssen
> zwischen den Motor- und den Schienenanschlüssen.



Der "illegale" Stromweg in der BR 55 zum Motor ist vertrackt, selbst wenn man ihn mit einer Kunststoffplatte und -schrauben statt der Metallplatte am Getriebe befestigt.
Denn das äußerste Ende der Motorwelle liegt in einer entsprechenden Aufnahme im Getriebekasten! Und über diese eine Stelle fließt dann immer noch der Strom aus dem Chassis in den Motor. Auch den Getriebekasten nach unten zu isolieren bringt nichts, denn über die Zahnräder erhält der Kasten dann doch wieder Strom und über die Welle wiederum der Motor.
Man müsste diese Lagerung der Welle mit einer Kunststoffbuchse isolieren. Dazu müsste man aber etwas fräsen, denn sonst presst man das Ritzel zu stark an das Antriebszahnrad aus Kunststoff, das garantiert darunter leiden würde. Ich habe mit einem Stück Schrumpfschlauch experimentiert, was erstmal Erfolg brachte, aber wirklich nur zum Testen des Stromflusses! Denn der Antrieb wurde sofort unangenehm laut, das würde ich dem Zahnrad nicht zumuten.
Es bleibt also schwierig.

Ich muss dazu sagen, dass meine Lok trotzdem die zwei Jahre, die ich sie besitze, gefahren ist. Es haben sich nur des Öfteren die Beleuchtungsanschlüsse abgeschaltet und ich habe mich lange gewundert wieso. Es kann sein, dass der 4.0 etwas härter im Nehmen ist als der 5.0, da laut einem Umbauvorschlag aus dem Netz, wo ein 4.0 Verwendung fand, alles funktionieren sollte.
Naja. Schwieriger wird die Frage, wie ich die Lok künftig digitalisieren kann. Um etwas Umbau mit Fräsen kommt man wohl doch nicht herum.

Viele Grüße,
Guido


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#20 von JoWild , 02.04.2021 20:48

Hallo Guido
Sind bei deinem Motor die Kohlebürsten tauschbar? Wenn ja, dann prüfe, ob der Bürstenschacht bei entnommener Bürste Kontakt zum Gehäuse hat. Wenn nein, dann vergleiche die Büstenhalterung mit der anderen Seite. Ev. brauchst du nur eine Isolierscheibe.
Und den Motor gegen das Chasis kannst du ggf. auch mit einer Lackierung beider Teile Isolieren. Befestigungsschrauben sollten dann aber aus Kunststoff sein.


Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim


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#21 von guido , 03.04.2021 12:50

Hallo Joachim,

im Prinzip ist das eine gute Idee, aber leider nicht ohne Weiteres machbar. Ich hatte den Motor komplett auseinander genommen, um den Stromfluss darin zu untersuchen.
Wie heißt es so schön? "Don't try this at home!"
Denn zwar lassen sich die beiden Endstücke des Motors abnehmen, die Reihenfolge Ritzel/Deckel_1/Kollektor/Elektronik/Deckel_2 auf der Welle ist aber so, dass man, ohne das Ritzel abzuziehen, die Komponenten nicht wieder zusammenbekommt. Das Problem ist, dass man beim Wiederzusammenbauen dann den Kollektor nicht mehr zwischen die Bürsten bekommt, da dann das Gehäuse im Weg ist. Offenbar macht Bühler das anders herum und presst das Ritzel ganz zum Schluss auf (ist ja auch logisch, die Motoren werden ja für alle möglichen Getriebe eingesetzt).

Also musste ich das Gehäuse dazu aufbiegen und zum Schluss um den zusammengesetzten Motor wieder verschließen, das rate ich keinem, der nicht das geeignete Werkzeug dazu hat.

Nachdem der Motor jetzt wieder zusammengesetzt ist, werde ich ihn nie (!!!) wieder auseinandernehmen, auch wenn gewiss Dein Tipp die Lösung gewesen wäre. Die andere Erkenntnis ist also, dass wenn die Bürsten mal "ab" sind, ein neuer Motor fällig werden wird. Aber das dauert hoffentlich noch...

Auf der anderen Seite habe ich dennoch eine Lösung gefertigt.
Die Welle habe ich hinter dem Ritzel um 5mm gekürzt, dadurch hat sie keinen Kontakt mehr zum Getriebeblock. Und die Zwischenplatte aus Metall zwischen Motor und Getriebe habe ich durch eines aus Kunststoff ersetzt. Genau wie Du sagst mussten dann auch die Schrauben sämtlichst aus Kunststoff sein. Ab M3 bekam ich im Baumarkt (Befestigung Zwischenplatte/Getriebe), aber ich musste noch Schrauben M2 (Befestigung Platte/Motor) im Netz bestellen.
Den Decoder hab ich eingeschickt, mal sehen ob es Ersatz gibt. In der Lok ist jetzt ein LokPilot 4.0, den hatte ich noch, alles funktioniert bestens. Ich hab dazu ein Uhlenbrock IntelliSound-Modul bestellt, das kommt an die Susi und dann ist hoffentlich alles wieder gut.

Vielen Dank nochmal für die Tipps, viele Grüße und schöne Feiertage,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#22 von guido , 03.04.2021 15:22

Nachtrag:
Spur-1 mel, der selbst Elektroingenieur ist, hat mir das eine oder andere auseinandergesetzt. Ich selbst bin ja da doch Laie.
Also es muss einfach sein, dass eine der Bürstenhalterungen Kontakt zum Motorgehäuse hat. Anders geht es nicht. Das leuchtet auch ein.
Nun da ich den Motor nicht nochmal auseinandernehmen will und ihn ja ohnehin isoliert habe, kann ich das aber nicht mehr nachprüfen. Es bleibt nur der Hinweis, dass man alles gut durchmessen muss, wenn man keinen Schaden am Decoder riskieren möchte.

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#23 von guido , 12.04.2021 14:46

Noch'n Nachtrag:

Ich hatte den Decoder zu ESU eingeschickt. Der Kaufnachweis lag zum Glück vor. Und was glaubt Ihr? Ich habe kostenlos Ersatz bekommen, auf Kulanz wurde auch der Sound wieder draufgespielt.
Nun ist gleichzeitig der Uhlenbrock-Soundbaustein mit Susi eingetroffen.
Ich werde also mit meiner zweiten 55er schauen, wie die beiden Sounds im Vergleich abschneiden.

Aber zum Service von ESU: Also Hut ab! Ich hatte denen geschrieben, dass der Fehler ja wohl nicht beim Baustein lag, sondern am Einbau, aber meine Bereitschaft, die Servicepauschale zu zahlen haben sie glatt ignoriert. Das ist natürlich wirklich sehr kulant!

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#24 von guido , 12.04.2021 20:28

Hallo Leute,

Schritt für Schritt geh ich voran und lass Euch ein wenig teilhaben in der Annahme, dass es vielleicht anderen nutzt.

Also ich hab nun das Susi-Modul von Uhlenbrock an den LokPilot von ESU angeschlossen.

Licht (also nicht Beleuchtung, sondern das Positive):
*Das Modul funktioniert sofort in vollem Umfang. Alle Sounds lassen sich gemäß Vorgaben in der Anleitung abspielen. Macht Spaß!

Schatten:
*Bitte warum können sich die Hersteller da nicht einigen.... der ESU-Decoder hat die Funktionen F1-F4 verplant:
F1 - Aux 1
F2 - Aux 2
F3 - Langsamgang
F4 - Brems/Beschleunigungsverzögerung an/aus

Ist ja schön und gut und an F1 hatte ich dann die Führerhausbeleuchtung gelegt.
ABER:
Das Soundmodul von Uhlenbrock belegt dieselben Funktionstasten.
F1 - Geräusch ein
F2 - Pfeife
F3 - Rost (Zusatzgeräusch)
F4 - Glocke

Hm.
Nun, trotz Plug-Susi kann man also nicht Sound-Play machen.
Ich weiß nicht wie es Euch geht aber ich finde die Möglichkeiten des Function Mapping viiiiieeeel zu umfangreich und mir reichen eigentlich ein paar einfache Funktionen - fahre ich doch vor allem digital, weil ich dann im Garten (und im Keller) nicht so viel verkabeln muss. Der ESU-Decoder ist so dermaßen komplex umzuprogrammieren - es sei denn man hat den Programmer, der ja nun auch wieder eine Stange Geld kostet. Hm.

So ist also die nächste Aufgabe, die Funktionen bis F8 hoch zuzuordnen und ich muss mir das immer sehr genau aufschreiben, weil ich sonst sofort Fehler mache.
Den Rauchentwickler hab ich übrigens rausgeworfen, der hat mir zuvor schonmal fast den Schornstein zerschmolzen. Die ESU-Funktionsausgänge muss man dafür eben auch sehr genau tarieren!

Aber eins muss ich sagen: Die Uhlenbrock-Geräusche gefallen mir persönlich besser. Vielleicht Geschmackssache, aber das kann ich schon mal als Teilergebnis mitteilen.

Viele Grüße,
Guido


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RE: Märklin BR 55 oder 56 für Mindestradius anpassen und Digitalisierungsinfo

#25 von guido , 19.04.2021 12:03

Hallo wieder einmal,

so, nun ist die 55er auch soundtechnisch fertiggestellt.
Ich muss sagen, dass das Intellisound-Modul von Uhlenbrock sehr viel nutzerfreundlicher ist als die Programmieranforderungen des zugegebenermaßen sehr mächtigen LokSound von ESU.

Die in der Bedienungsanleitung vorgesehenen Soundslots, jeder hat eine eigene CV, sind rasch und transparent zuzuweisen.
Zudem gefallen mir die Sounds sehr gut, so dass ich künftig Uhlenbrock den Vorzug geben werde. Auch preislich wirklich überzeugend. In der Anleitung sind allen Funktionen drei CV-Bereiche zugewiesen. Davon nicht beirren lassen: Es liegt daran, dass bis zu drei IntelliSound-Module parallel betrieben werden können.

Die mit meiner alten Intellibox IR aufrufbaren 12 Funktionen (plus Licht an F0) habe ich folgendermaßen zugewiesen:

F1 - Fahrgeräusch an/aus
F2 - Lokpfeife
F3 - Rangiergang (hat der LokPilot so zugewiesen und ich hatte keine Lust, das aufwendig umzuprogrammieren)
F4 - Glocke
F5 - Führerhausbeleuchtung an Aux 3 des LokPiloten. Aux 3 weil Aux 1 und 2 werkseitig an F1 und F2 hängen - hätte ich auch wieder umprogrammieren müssen, wollte ich nicht. Aux 3 ist der erste freie Anschluss...
F6 - Bahnhofsansage (mit merkwürdigem Akzent...schwäbisch? Süddeutsch? )
F7 - kurzer Loksignalpfiff
F8 - Sound aus/einblenden. Das ist eine werkseitig eingestellte Funktion des IntelliSound Moduls und vorgesehen für Tunnelstrecken auf Zimmeranlagen. Ich hab's einfach mal dabei belassen. Hier wird weich ein/ausgeblendet, im Gegensatz zu F1. Aber auch alle Zufallsgeräusche sind dann aus.
F9 - Schaffnerpfiff kurz
F10 - Kuppelgeräusch
F11 - Ruf "Abfahren!"
F12 - Schaffnerpfiff lang

Ich finde es ganz gut, dass das Modul nicht weitere Dutzende von überflüssigen Sounds bereitstellt. Eigentlich reichen mir Pfeife, Glocke und Fahrgeräusch. Pumpe, Rost, Kohleschaufeln usw. reichen komplett als Zufallsgeräusche, finde ich. Wenn man im Haus fährt, geht einem das sowieso rasch auf den Geist. Nur im Garten macht mir das wirklich Spaß. Ich habe auch die Lautstärke auf den niedrigsten Wert (50) geregelt.

Ach ja, den Rauchentwickler habe ich abgeklemmt. Mir ist mit dem verflixten Ding schonmal ein Schlot fast zerschmolzen, man muss sehr aufpassen. Und diese dürftigen Rauchfahnen finde ich auch nicht überzeugend.

Jetzt ist die 55er fertig. Ich habe mir nun die zweite vorgenommen, die noch den alten Allstrommotor mit Stirnradgetriebe hat. Da kommt ein neuer Motor rein. Mehr dazu in einem anderen Thread zu Motorumbauten.

Ich hoffe, wer mal was zu Umbauten sucht, bekommt hier ein paar gute Infos.
Viele Grüße,

Guido


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