RE: Planungshilfe für die Freyburger Gebietsbahn erbeten

#1 von Wagenknecht , 04.09.2019 19:51

Einen freundlichen Gruß an die Leser und Tippgeber hier im Forum.

In dieser Runde bin ich Neuling, und die Modellbahn ist seit meiner frühen Jugend ein Hobby, das ich in erster Linie theoretisch betreibe und die Werke vieler Anderer in den Zeitschriften und Foren bewundere; so auch hier. Nun ergibt sich für mich eine neue Situation: es gibt die Möglichkeit, eine kleine Modellbahn zu erbauen und zu betreiben. Wenig Platz, wenig Geld, aber auch vorhandenes Material, das möglichst genutzt werden soll. Und natürlich ziemlich große Rosinen im Kopf. Klar. Ich plane an einer Anlage und kann Hilfe gebrauchen. Deswegen wende ich mich an Euch.

Die Zwänge rund um die Anlage sind ziemlich intensiv: Eine Platte, 2,44 m x 1,22 m (nein, eine offene Anlagenform ist nicht möglich), die mit einer Schmalseite an der Wand steht und von beiden Längs- und der anderen Schmalseite her zugänglich ist. Keine Flexgleise (mein Sohn baut mit und wird hoffentlich auch gelegentlich mit spielen; mehr dazu weiter unten). Märklin K-Gleise sind im Haus, die sollen auch genutzt werden. Meine eigenen Beschränkungen sind: keine Steigung über 3%, möglichst weite Radien, sinnvolle Zugbewegungen. Und das Ganze in den Epochen 5 und / oder 6.

Aufgrund der Randbedingungen ist es völlig illusorisch, lange Züge und große Streckenfahrten anzustreben. Gleiswendeln und großzügige Schattenbahnhöfe sind ebenfalls undenkbar. Das bedeutet, dass ich meine Planungen minimieren muss. Und deswegen schreibe ich hier: Zwar habe ich mir viele Gedanken gemacht, aber bestimmt gibt es irgendwo noch Potential, das gehoben werden kann, das ich aber übersehen habe. Seht Ihr etwas? Dann, bitte, gebt mir einen Fingerzeig.

Meine Bahn, die Freyburger Gebietsbahn, ist im Dreieck Bamberg - Nürnberg - Rothenburg, also im Fränkischen, angesiedelt. Sie hat eine (fiktive) Anbindung an den Hafen in Bamberg, von wo mit der Bahn Düngemittel verteilt und im Gegenzug Futtermittel verschifft werden. Es gibt also, trotz der gewählten Epochen, Güterverkehr auf der Strecke. Im Moment habe ich mich noch nicht endgültig entschieden, aber vermutlich werde ich dafür eine Privatbahn "gründen", die diese Aufgabe übernimmt. Der Personenverkehr soll dagegen mit DB-Regio-Fahrzeugen stattfinden. Zwei Triebwagen, ein kleiner für den "normalen" Verkehr und ein "großer" für Verstärker. Auch hier habe ich mich noch nicht für spezielle Fahrzeuge entschieden, ich sichte noch das Angebot.

Darstellen möchte ich auf meiner Anlage zwei kleine Endstationen, Freyburg und Schillingsfürst; letztere als Spitzkehre. Beide Stationen werden nur durch eine Kurve, die in einer kleinen Steigung liegt, verbunden, aber durch eine Mittelkulisse optisch von einander getrennt. Freyburg soll dabei von einem zweiten Mitspieler (hoffnungsvoll: meinem Sohn) bedient werden können; ist er nicht anwesend und seinem alten Herren juckt es im Trafo-Finger soll die Station als Schattenbahnhof dienen können. So kann Schillingsfürst immer in seiner vollen Spitzkehren-Funktion betrieben werden. Die beiden Stationen sind durch einen kleinen Höhenunterschied - 4 cm - getrennt, um auch optisch die Notwendigkeit einer Spitzkehre darzustellen. Schillingsfürst liegt auf 10 cm Höhe, damit darunter die beiden Triebwagen abgestellt werden können.





Auf meiner Strecke fahren nur wenige Garnituren; es ist also überflüssig, einen großen Schattenbahnhof zu bauen. Ein kleiner muss es allerdings schon sein. Es genügen drei Abstellgleise: Zwei für die beiden Triebwagen und eines für den Güterzug. Das Güterzuggleis ist am vorderen Rand der Anlage gelegen, denn ich möchte es als einen einfachen Fiddleyard nutzen. Deswegen auch das zusätzliche Abstellgleis an der linken Seite. Damit die Hände aber zupacken können ist etwas Platz nach oben notwendig. Der wird dadurch geschaffen, dass die Anlage nicht am Plattenrand endet, sondern in diesem Bereich nach hinten verschoben wird. In der Planung ist das ebenfalls zu erkennen: Der größere Gleisabstand ermöglicht es mir, in der Lücke Stützen für die zurückverlegte Landschaftsebene zu bauen. Die beiden unter der Anlage befindlichen Abstellgleise für die Triebwagen benötigen dagegen nur im Falle eines Unfalls manuelle Eingriffe; dafür sollten die 10 cm gerade mal so ausreichen. Eine Kehrschleife wird nicht benötigt; da die Weichen und Entkuppler elektrisch betrieben werden sollen wird auch Platz für die Unterflurantriebe benötigt, der ohne Kehrschleife vorhanden ist.



Am Anlagenrand entlang (damit bei einem Unfall einfache Zugriffsmöglichkeiten bestehen) führt die gelbe Strecke bis auf eine Höhe von 10 cm; dabei bleibt sie den weitaus größten Teil unterirdisch; nur im Bereich der Zufahrt zum (grünen) Bahnhof Schillingsfürst kann sie zu einem kleinen Teil eingesehen werden. Hier schwebt mir eine Straßenbrücke vor, die sowohl den Übergang zwischen den beiden Stationen tarnt als auch den nötigen Tunnel zum Schattenbahnhof etwas verdeckt. Die gewählte Gegend Frankens gibt keinen Anlass für Schweizer-Käse-Berge; ich möchte also auch auf der Anlage auf diesen Eindruck verzichten.

Schillingsfürst besteht lediglich aus einem Stations- und einem Umfahrgleis, einem Rampen- und einem Freiladegleis sowie einem Gleisanschluss für einen kleinen Gewerbebetrieb; der großen Versuchung, in der rechten unteren Ecke einen weiteren Industriebetrieb anzusiedeln und mit einem kleinen Stichgleis anzubinden habe ich widerstanden zugunsten einer Illusion von einigen Zentimetern Fahrstrecke in der Bahnhofseinfahrt. Außerdem ist dieser Bereich der Bahnhofseinfahrt für die Rangierbewegungen in Schillingsfürst vorgesehen, wenn die Lok etwas ausziehen muss. Deshalb habe ich auch diesen Abschnitt waagerecht gelegt.



Freyburg hat, wie gesagt, eine Doppelfunktion: Einerseits ist die Station für den zweiten Spieler vorgesehen und beinhaltet deswegen, wie Schillingsfürst, die grundlegenden Gleisanlagen: Bahnsteiggleis, Umfahrgleis, ein Freiladegleis und der Anschluss an den Landhandel (gerade hier erinnere ich an den Hafenanschluss). Zusätzlich habe ich mit dem Gleis 21 gegenüber dem Empfangsgebäude einen Platz für eine Triebwagenhalle geschaffen, so dass auch ein klein wenig BW-Gefühl aufkommen kann. Und falls doch einmal ein Museumszug die Strecke befährt weiß der Lokführer ja, wo er seine Maschine versorgen lassen kann...

Übrigens: Auch hier kann in der Kurve, die durch die Strecke gebildet wird, kein weiterer Anschluss für einen Betrieb gelegt werden, weil hier die Strecke aus dem Schattenbahnhof so hoch angestiegen ist, dass sie diesen Anschluss vereitelt.



So, das ist die grundlegende Planung. Es gibt noch hundert Details, auf die ich achte oder die ich verworfen habe; damit möchte ich Euch nicht langweilen. Aber vielleicht habt Ihr noch den einen oder anderen Gedanken, den ich in die Anlage einfließen lassen könnte. Ich würde mich freuen, wenn Ihr Verbesserungsvorschläge postet.

Mit freundlichen Grüßen aus dem regnerischen Hamburg,

Carl Wagenknecht


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