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RE: Meine Planung

#1 von hlag , 04.01.2020 01:32

Nabend alle miteinand.
Seit Weihnachten letzten Jahres gehöre ich auch zu den Modellbauprofis.
Meine derzeitige Anlage: Kehrschleife C-Gleis 360mm, Paradestrecke (2 x 180 mm), Kehrschleife. Schattenbahnhof hinterm Weihnachtsbaum (für jeden Zug ein einzelnes speziell zugewiesenes Gleis!).
Rollmaterial:
eine Tenderlok, ein Anhänger mit Lorenkippe, ein Flachwagen und: ein Kühlwagen, in der Farbe meiner Firma gebrandet.

Ich hab, ehrlich, versucht mich von dem Virus fernzuhalten, aber es erwischte mich halt in Form eines Weihnachtsgeschenkes.

Jetzt ist Not am Mann, ich hätte das gerne in größer.
Gewünschte Züge:
ICE 3 BR 406, Bombardier Traxx mit gaaanz vielen Anhängern.
Das Problem ist jetzt ein räumliches: im Dachgeschoss wohnen schon die Gitarren. Die Alternative wäre mein Büro. Ärgerlicherweise kommen da auch gelegentlich Kunden vorbei, deshalb brauche ich eine gute Begründung, warum da eine Spielzeugeisenbahn steht.

Also hab ich mir jetzt so lose folgenden Plan zusammengesponnen:
Zunächst einmal der Gleisplan (ist nicht so komplex, daher schriftlich)
Kehrschleife (nicht nur, wie ganz oben, ein Halbkreis).
Auf dem Hinweg ein paar Parallelgleise als Schattenbahnhof.
Einspuriger Übergang in den Besprechungsraum.
Zweigleisige "Paradestrecke" an der Wand des Besprechungsraumes, leichter Schlenker über Flexgleis am Pfeiler vorbei, dann nochmal ein Stück mit einer Kehrschleife.
Das letzte Stück ließe sich noch als Schattenbahnhof ausbauen und unter einer Schreibtischplatte abtarnen.

Dioramamäßig werde ich nicht viel tun. das wird mein zeitlicher und finanzieller Ruin, und noch hab ich ne eigene Frau. Ich werde mich ausschließlich auf die Gleise und die Züge beschränken. Das Gleis wird aber, zumindest im Besprechungsraum, K-Gleis mit Schotterung, Öl, Rost und dem ein oder anderen Grasbüschel, mit Latexkleber (unter meinem Büro leben Menschen), ggfs OL.

Die Strecke ist ja recht trivial. Diese wird in mehrere Gleisabschnitte unterteilt und mit Signalen und Kontaktgleisen versehen.
Die Steuerung soll ausschließlich über den PC erfolgen. Die Anlage wird mit Webcams versehen. Von meiner Webseite aus werden die Züge gesteuert (rudimentär: Auswahl, welche Zug fahren soll, Steuerung der Geschwindigkeit im Rahmen der von mir für die einzelnen Streckenabschnitte vorgesehene Höchstgeschwindigkeit). Die verschiedenen Webcams werden durch die überfahrenen Kontaktgleise aktiviert. Geht bestimmt, weiß nur noch nicht wie, aber das kriege ich hin.

Die Komponenten sind mir soweit klar, was Programmierung und Webtechnik anbelangt. Aber eisenbahntechnisch hätte ich noch ein paar Fragen:

1. Ich vermute mal, dass unterschiedliche Loks deutlich unterschiedlich schnell sind. Wenn ich mit einer schnellen Lok K-Gleis R3 fahre, kann so ein Zug aus der Kurve fliegen?

2. Wie sinnvoll ist bei meinen Traumzügen (vor allem der ICE) eine Kehrschleife mit 424,6mm? Ist das betriebssicher? absurd? Was sagen 25 Anhänger zu so einem Radius?

3. Wie zuverlässig sind die verschiedenen Kontaktgleise, wenn die Schienen sauber sind (kein Öl, kein Schmodder)? Reichen da die selbst gebastelten (länger als der längste Anhänger)

4. Als Port denke ich an USB oder Ethernet. Seriell will ich nicht. Gibt es da etwas preiswerteres als die CS 2? Ich will nichts selber steuern, ich will nur die Befehle per PC auf die Schiene bringen...


(nächste Ausbaustufe: ein zweiter Schattenbahnhof unter dem Schreibtisch, eine Führerstand-Webcam über WiFi. Ist bei dem Büro etwas schwierig, da das Wlan nicht über verschiedene Räume reicht...)

LG Klaus


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RE: Meine Planung

#2 von Atlanta , 04.01.2020 05:27

Moin Klaus,

bei der Eisenbahn spricht man im Allgemeinen nicht von Anhängern sondern von Wagen oder Wagons, welche einem Zugteil beigestellt oder angehängt werden.

Ein Kurvenradius von 42 cm ist als ziemlich sportlich zu bezeichnen, bei einigen Modellen ist dieses sogar der erforderliche Mindestradius.

Größere Radien sind der allgemeinen Betriebssicherheit immer vorzuziehen, besonders bei sehr langen Zügen.
Ist dann das Wagengewicht eher gering bzw. befindet sichim hinteren Zugteil ein etwas schwereres Fahrzeug, dann kann es bei sehr langen Zügen durchaus vorkommen, daß die leichteren Wagen bei engen Kurven seitlich aus den Gleise gerissen werden. Deswegen empfielt es sich schwere Wagen nach vorn und leichtere Wagen nach hinten in den Zug einzureihen.

Bei Neigungsstrecken damit sind Gefälle und Steigungen gemeint, sollte ein Wert von bis zu 2,5 % im sichtbaren Bereich und bis zu 4 % im nicht sichtbaren Bereich möglichst nicht überschritten werden und der Neigungsbeginn sollte ebenso wie das Ende in einer Kurve liegen, so liegen die Brechungspunkte nicht parallel sondern seitlich versetzt, was ungewolltes selbstständiges Abkuppeln einiger Zugteile verhindert, je nach verwendeter Kupplung reagieren da Modellbahnfahrzeuge sehr unterschiedlich.

2 % Neigung entspricht 2 cm Höhengewinn auf 100 cm Fahrstrecke.

Als Anregung was dir so vorschwebt ist die Abgespeckte Variante dieses US Modellbahners aus den USA...
[youtu-be]https://youtu.be/ea8G6cxWe58[/youtu-be]

Nimm es Mal als Inspiration, was alles so möglich ist.

Wenn du Gebäude halbiert an den Hintergrund setzt, hast du schöne Hintergrundkulissen.

Plane nicht mit zu engen Gleisradien, je größer, je besser.

Ich selber habe einige Wagons, welche ich bauartbedingt erst ab einem Radius von 750 mm einsetzen kann, ohne daß diese entgleisen, zum Glück sind es nur drei.


LG Ingo

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RE: Meine Planung

#3 von hlag , 04.01.2020 10:35

Hi Ingo, Danke für die ausführliche Antwort.
Die Bahn ist beeindruckend, sogar Häuser und Loks gealtert.

Über eine Kulisse hatte ich auch schon nachgedacht. War dann gedanklich beim Nachbau der Straße mit meinem Büro über 3d-Druck. (Gründerzeit-Häuser. Sehr viele Details). Habs dann ad Acta gelegt. Der Aufwand wäre immens und die im Dachgeschoss wohnenden Gitarren wollen auch Beachtung haben (geht halt nicht alles auf einmal)

Lg Klaus


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RE: Meine Planung

#4 von Atlanta , 04.01.2020 20:57

Moin Klaus,

Eine Modellbahn und wenn auch nur an der Wand entlang auf Regalbrettern und an der Wand montierten Kragarmen für Regalbretter entwickelt sich mit der Zeit.

Egal wie komplex deine geplante Anlage auch ist, der Aufbau und vor Allem auch die Ausgestaltung benötigen viel Zeit.
Eine Modellbahn ist nie fertig.

Ich hatte mich einmal an einem gemeinsamen Modellbahnprojekt beiteiligt, wo mehrere Kollegen zusammen ein Segment gestalteten, also auch Häuser bauten, da bastelten wir teilweise bis zu drei Jahre an einem Segment von 150 cm x 75 cm herum bei eingleisiger Streckenführung...


LG Ingo

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RE: Meine Planung

#5 von hlag , 04.01.2020 22:01

Hi Atlanta,

>> entwickelt sich

das steht zu befürchten

Mein Spass an der Sache ist zunächst mal die Steuerung, kombiniert mit dem Marketinggedanken, übers Internet auffällig zu werden.
Insofern wird die Zielgruppe die Anlage zunächst mal nur aus den Augen der Kamera sehen. Im ersten step sind diese stationär.
Hab überlegt, die Poppelsdorfer Allee zu fotografieren und sie perspektivisch verzerrt an die Wand als Foto zu kleben, so dass die Perspektive aus der Kamerasicht korrekt ist.

Aber scheuen wir mal.

Das zunächst größte Problem ist die 120 mm Bohrung zwischen meinem Büro und dem Besprechungsraum. Die Wand hat knapp 60 cm und der Vermieter muss dem zustimmen. Ansonsten wird es eine hakelige Brückenkonstruktion an der Gastherme vorbei...

lg Klaus


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RE: Meine Planung

#6 von Pirat-Kapitan , 04.01.2020 22:32

Zitat

deshalb brauche ich eine gute Begründung, warum da eine Spielzeugeisenbahn steht.


Moin Klaus,
- eine Modelleisenbahn ist in der täglichen Pflege weniger anspruchsvoll als ein Aquarium.
- den vorbeifahrenden Zügen zuzuschauen kann auch eine Entspannungsübung sein, die von Ergotherapeuten immer wieder gefordert wird.

Schöne Grüße
Johannes


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RE: Meine Planung

#7 von hlag , 04.01.2020 23:13

Hallo Johannes,

das beruhigt schonmal, zumal ich gehört habe, dass die Lokomotiven nicht verhungern, wenn man sie nicht füttert.
Nichtsdestotrotz, meine eigentlichen Fragen waren folgende:

1. Ich vermute mal, dass unterschiedliche Loks deutlich unterschiedlich schnell sind. Wenn ich mit einer schnellen Lok K-Gleis R3 fahre, kann so ein Zug aus der Kurve fliegen?

(beantwortet: 2. Wie sinnvoll ist bei meinen Traumzügen (vor allem der ICE) eine Kehrschleife mit 424,6mm? Ist das betriebssicher? absurd? Was sagen 25 Anhänger zu so einem Radius? )

3. Wie zuverlässig sind die verschiedenen Kontaktgleise, wenn die Schienen sauber sind (kein Öl, kein Schmodder)? Reichen da die selbst gebastelten (länger als der längste Anhänger)

4. Als Port denke ich an USB oder Ethernet. Seriell will ich nicht. Gibt es da etwas preiswerteres als die CS 2? Ich will nichts selber steuern, ich will nur die Befehle per PC auf die Schiene bringen...

Neu hinzugekommen:

5. wenn ich durch eine Signalanlage eine Strecke ( und damit eine Lok) stromlos stelle, merkt die sich auch ohne Strom ihr vorheriges Tempo oder muss die bei grünem Signal neu gestartet werden?

lg Klaus


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RE: Meine Planung

#8 von Atlanta , 05.01.2020 04:14

Moin Klaus,

ob analog oder digital, selbst bei absolut baugleichen Loks oder Triebwagen, hast du immer das eine oder andere Triebfahrzeug, welches nicht gleichschnell fährt.

Es ist zwar möglich mehrere Fahrzeuge in Doppel- oder Mehrfachtraktionen zusammen zu betreiben, jedoch wird dann immer mal ein Fahrzeug ein anderes ziehen (weil das nachlaufende Fahrzeug zu langsam läuft) oder schieben (weil das vorausfahrende Fahrzeug zu langsam fährt), mit diesem Dilemma müssen wir leben.

Die nächste Frage ist eher, unterstützt deine Digitalzentrale auch Mehrfachtraktionen, die über eine gemeinsame Lokadresse gebildet werden?
Falls nicht, ist es ja immer noch möglich, mehrere "gleiche" Fahrzeuge über eine Dekoderadresse laufen zu lassen.
Dieses hätte dann aber den Nachteil, beim Zusammenstellen von Mehrfachtraktionen mit anschaltbaren oder auftrennbaren Abschnitten in Bahnstationen arbeiten zu müssen, denn bei gleicher Adreßprogrammierung würden sich ja dann auch mehr wie ein Fahrzeug bewegen.
Ganz anders sieht es mit der weiter oben erwähnten Sammeladresse aus: hierbei werden mehrere Adressen über eine andere Dekoderadresse zusammen geführt. Beim Auftrennen können z.B. die einzelnen Zugteile oder Loks einzeln zugestellt oder wegrangiert werden, beispielsweise bei Vorspannfahrt mit zusätzlicher Schublok.

Im Analogbetrieb wird mit stromlosen Abschnitten gearbeitet, im Digitalbetrieb hingegen nicht, denn da liegt die Fahrspannung zu jeder Zeit am Gleis an.
Der Lokdekoder registriert, ebenso wie der Signaldekoder auch, das Befahren des Kantaktabschnittes und die Digitalzentrale sendet dann Steuerbefehle an den Lokdekoder (deinem Lokführer) mit welchen CV-Werten (Fahrstufen) weitergefahren werden soll.
Die Signalstellung löst je nach Signalbegriff eine Bremsung bis zum Stillstand oder wieder eine Beschleunigung auf den, in den CV-Werten festgelegten Geschwindigkeiten aus.

Weichendekoder werden benötigt, wenn die Digitalzentrale die Ansteureungen der Weichen vornehmen soll.

Stromlose Abschnitte werden von der Digitalzentrale als Kurzschluß gewertet, was zur Systemabschaltung führt.

Ein Kontaktabschnit muß lang genug sein, daß alle Mittelleiterschleifer eines Zuges darin Platz finden.
Beispiel:
Ein Triebzug mit mehr wie einem Schleifer und innenliegender stromführender Verbindung aller Schleifer über die Gesamtzuglänge des Triebzuges, dann muß der Kontaktabschnitt auch so lang sein wie eben dieser Triebzug, weil sonst der Kontaktabschnitt überbrückt wird und seine Wirkung verliert.

Im Mittelleiterbetrieb werden m.E. Kontakttrennstellen am Mittelleiter ausgeführt und der Mittelleiter elektrisch unterbrochen (machte man früher mit einem Stück Pappe oder Plastik)

Im Zweileiterbetrieb langt ein kleiner Schnitt durch das Schienenprofil auf einer Seite der Fahrschienen.


LG Ingo

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RE: Meine Planung

#9 von BernhardN , 19.01.2020 12:58

Hallo Klaus,

willkommen in der Selbshilfegruppe.

Zitat

Seit Weihnachten letzten Jahres gehöre ich auch zu den Modellbauprofis.
Meine derzeitige Anlage: Kehrschleife C-Gleis 360mm, Paradestrecke (2 x 180 mm), Kehrschleife. Schattenbahnhof hinterm Weihnachtsbaum (für jeden Zug ein einzelnes speziell zugewiesenes Gleis!).
Rollmaterial:
eine Tenderlok, ein Anhänger mit Lorenkippe, ein Flachwagen und: ein Kühlwagen, in der Farbe meiner Firma gebrandet.


Also Um-den-Weihnachtsbaum-Teppichbahning mit großzügig erweiterter Startpackung. (Sicherheitshinweis: Weihnachtsbäume sind ein Brandrisiko, so langsam dürfte der knochentrocken sein).

Zitat

Ich hab, ehrlich, versucht mich von dem Virus fernzuhalten, aber es erwischte mich halt in Form eines Weihnachtsgeschenkes.
Jetzt ist Not am Mann, ich hätte das gerne in größer.


Ausgeprägte Erstsymptomatik, damit praktisch unheilbar. Behandlungsvorschlag: Einleitung der Palliativtherapie mit Unterstützung der Wahnvorstellungen und kontinuierlicher Zuführung von Modellbaumaterial ohne Rücksicht auf die Dosis. Alles gute!

Zitat

Gewünschte Züge:
ICE 3 BR 406, Bombardier Traxx mit gaaanz vielen Anhängern.
Das Problem ist jetzt ein räumliches: im Dachgeschoss wohnen schon die Gitarren. Die Alternative wäre mein Büro. Ärgerlicherweise kommen da auch gelegentlich Kunden vorbei, deshalb brauche ich eine gute Begründung, warum da eine Spielzeugeisenbahn steht.


Kommt auf die Zielgruppe an. In der Regel ist das aber zumindest ein Hingucker! Allerdings sollte es dann auch was zum hinschauen sein, eine Modellbahnanlage ist aber oft eine Dauerbaustelle. Du beschränkst Dich ja deshalb bereits selbst auf "nur Gleise". Eventuell ist dann eher ein ungewöhnliches "Designerstück" was für Dich: Gleistrassen aus Plexiglas, Metall oder behandeltem Holz.

Egal wie, generell vermute ich, dass in Deinem Fall eine An-der-Wand-lang-Anlage in Segment- oder gar Modulbauweise die zielführendste Variante sein wird.

Zitat

Die Strecke ist ja recht trivial. Diese wird in mehrere Gleisabschnitte unterteilt und mit Signalen und Kontaktgleisen versehen.
Die Steuerung soll ausschließlich über den PC erfolgen. Die Anlage wird mit Webcams versehen. Von meiner Webseite aus werden die Züge gesteuert (rudimentär: Auswahl, welche Zug fahren soll, Steuerung der Geschwindigkeit im Rahmen der von mir für die einzelnen Streckenabschnitte vorgesehene Höchstgeschwindigkeit). Die verschiedenen Webcams werden durch die überfahrenen Kontaktgleise aktiviert. Geht bestimmt, weiß nur noch nicht wie, aber das kriege ich hin.


D.h. Du überlässt die Steuerung, zumindest die rudimentäre, fremden Leuten über Deine Webseite? Das ist mal ein interessantes Projekt! Erfordert aber einiges an IT-Expertise, sowohl von der programmtechnischen Gestaltung als auch vom IT-Security-Aspekt her. Wenn es hier generische Lösungen gäbe, würde mich das überraschen. Da musst Du wohl selbst viel Hirnschmalz reinstecken.

Zitat

1. Ich vermute mal, dass unterschiedliche Loks deutlich unterschiedlich schnell sind. Wenn ich mit einer schnellen Lok K-Gleis R3 fahre, kann so ein Zug aus der Kurve fliegen?


Man kann Loks einmessen und so sehr genau - per Software - steuern. Die üblichen Softwaresteuerungen bieten das an. Der Rest ist eine physikalische Frage, (Märklin-)Modellbahnen sind aber Spielzeuge und von daher recht robust gebaut - aus der Kurve fliegen ist auch für Kinder mit Zerstörungsabsicht zum Glück nur schwer zu erreichen (ich spreche aus Erfahrung). Unfälle werden wahrscheinlicher, wenn lange Züge um kleine Radien müssen, ggf. auch noch in Gefällen - da ziehen die Wagen ggf. den Zug aus dem Gleis.

Wenn Du sowieso schon (selbstprogrammierte) Software einsetzt, dann kann man da ggf. auf bestimmten Streckenabschnitten Beschränkungen vorgeben. Lässt sich aber auch per Hardware realisieren (Thema "Bremsmodule").

Zitat

2. Wie sinnvoll ist bei meinen Traumzügen (vor allem der ICE) eine Kehrschleife mit 424,6mm? Ist das betriebssicher? absurd? Was sagen 25 Anhänger zu so einem Radius?


Das wird im Einzelfall per Experiment zu klären sein. Je enger, je schneller, je länger, desto problematischer.

Zitat

3. Wie zuverlässig sind die verschiedenen Kontaktgleise, wenn die Schienen sauber sind (kein Öl, kein Schmodder)? Reichen da die selbst gebastelten (länger als der längste Anhänger)


In der Regel sind die sehr zuverlässig. Probleme macht meist die (Digital-)Elektronik dahinter, in der sich gerne zahlreiche Fehlerquellen verstecken, z.B. schlecht verlegte Leitungen, Störungen durch parallel verlegte Leitungen, sonstige Kommunikationsprobleme etc.

Zitat

4. Als Port denke ich an USB oder Ethernet. Seriell will ich nicht. Gibt es da etwas preiswerteres als die CS 2? Ich will nichts selber steuern, ich will nur die Befehle per PC auf die Schiene bringen...


Es gibt hier im Forum mindestens einen Thread, der sich um die Selbstprogrammierung dreht: viewtopic.php?f=7&t=116416&start=100 (ab Seite 2 wird die Diskussion vernünftig, ab Seite 4/5 hilfreich).
Irgendwo müsste auch noch ein Thread sein, der die Ansteuerung direkt über die Gleisbox zum Thema hat und die CS2 umgeht, finde den aber gerade nicht.

Für Hilfe bei der Gleisplanung bräuchten wir konkrete Angaben v.a. zum tatsächlichen Platzangebot, siehe Fragebogen im Planungsunterforum: viewtopic.php?f=24&t=49352

Viel Spaß und Erfolg, auch wenn Heilung nicht mehr zu erwarten ist...


Grüße aus OBB,
BernhardN

Von mir gepflegte Links/Themen/Listen/FAQs befinden sich in Überarbeitung. Bis sich die Aufregung hier beruhigt hat, gibt es derzeit keine Neuerungen, sorry.


 
BernhardN
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RE: Meine Planung

#10 von Railwolf , 19.01.2020 15:36

Zitat

Im Analogbetrieb wird mit stromlosen Abschnitten gearbeitet, im Digitalbetrieb hingegen nicht, denn da liegt die Fahrspannung zu jeder Zeit am Gleis an.
Der Lokdekoder registriert, ebenso wie der Signaldekoder auch, das Befahren des Kantaktabschnittes und die Digitalzentrale sendet dann Steuerbefehle an den Lokdekoder (deinem Lokführer) mit welchen CV-Werten (Fahrstufen) weitergefahren werden soll.
Die Signalstellung löst je nach Signalbegriff eine Bremsung bis zum Stillstand oder wieder eine Beschleunigung auf den, in den CV-Werten festgelegten Geschwindigkeiten aus.



Da gehen zwei Dinge durcheinander.
Erstens: Bremsbaustein. Es gibt verschiedene Typen; in jedem Fall funktioniert das so, daß der Decoder bemerkt, daß das Signal im Gleis anders ist als normal (asymmetrisch, Gleichstrom, ...) und darauf mit einer Bremsung reagiert. Wenn er wieder mit "normalem" Signal gefüttert wird, fährt er wieder an. Die Zentrale bekommt davon überhaupt nichts mit, der Signaldecoder auch nicht - der stellt nur das Signal.
Zweitens: ohne Bremsbaustein, mit Rückmeldung und einer Auswertung. Das Steuerungsgehirn - in der Zentrale oder einem angeschlossenen Rechner - "erfährt", daß der Zug den Melder auslöst, und sendet ihm einen Befehl zum Bremsen. Die Zentrale kann auch die Stärke der Verzögerung regeln.

CV sind übrigens nicht Fahrstufen! CV stellen den Vergaser ein, nicht die Gaspedalstellung!

Zitat

Stromlose Abschnitte werden von der Digitalzentrale als Kurzschluß gewertet, was zur Systemabschaltung führt.



Wer sagt denn sowas?!?

Zitat

Ein Kontaktabschnit muß lang genug sein, daß alle Mittelleiterschleifer eines Zuges darin Platz finden.
Beispiel:
Ein Triebzug mit mehr wie einem Schleifer und innenliegender stromführender Verbindung aller Schleifer über die Gesamtzuglänge des Triebzuges, dann muß der Kontaktabschnitt auch so lang sein wie eben dieser Triebzug, weil sonst der Kontaktabschnitt überbrückt wird und seine Wirkung verliert.

Im Mittelleiterbetrieb werden m.E. Kontakttrennstellen am Mittelleiter ausgeführt und der Mittelleiter elektrisch unterbrochen (machte man früher mit einem Stück Pappe oder Plastik)



Wer außer hartnäckigen M-Gleis-Fahrern macht denn bei Mittelleitersystem Stromfühler-Rückmeldung und Mittelleitertrennung?

Da macht man es wie die große Bahn und isoliert eine Schiene von der anderen; beide werden durch einen Meldestromkreis verbunden, der geschlossen wird, sobald eine Achse die isolierte Schiene mit der anderen verbindet. Und prinzipiell reicht da ein einziger Millimeter isolierter Schiene, um eine Meldung zu bekommen.
In der Praxis wird man den Melder länger machen als den längsten Achsstand zwischen zwei Drehgestellen, damit der Melder nicht mehrfach ausgelöst wird. Manche Systeme mögen das nämlich nicht. Den meisten Steuerungsprogrammen ist es allerdings egal.

Zitat

4. Als Port denke ich an USB oder Ethernet. Seriell will ich nicht. Gibt es da etwas preiswerteres als die CS 2? Ich will nichts selber steuern, ich will nur die Befehle per PC auf die Schiene bringen...



Es gibt noch relativ wenig Möglichkeiten, ohne CS2 oder CS3 einen mfx-Decoder komfortabel einzustellen, zumal wenn er kein DCC kann. Davon abgesehen ist als reine Blackbox die RedBox von tams eine gute und günstige Alternative.

Zitat

5. wenn ich durch eine Signalanlage eine Strecke ( und damit eine Lok) stromlos stelle, merkt die sich auch ohne Strom ihr vorheriges Tempo oder muss die bei grünem Signal neu gestartet werden?



Solange die Zentrale die Fahrgeschwindigkeit sendet, wird die Lok die auch empfangen, sobald sie wieder Strom bekommt.
Aber mit einer Softwaresteuerung brauchst du keine stromlosen Abschnitte.


Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺


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