An Aus


RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#1 von runninfox , 12.01.2020 11:14

Meint ihr es wäre technisch möglich meine re 460 in Doppeltraktion zu betreiben?
Mein Plan ist es eine zweite Lok B zu kaufen und deren Motor Kabel einfach mit dem Dekoder der Lok A zu verbinden.
Über stromführende Kupplungen, oder einfach die Kabel versteckt in der Luft hängen lassen.

Diverse Fragen gibt's natürlich:
Überlastung des Dekoder?
Was wäre wenn es nicht der gleiche Motor ist?
Würden die Motoren der baugleichen loks überhaupt synchronisiert laufen?

Das diese dann immer in Doppeltraktion laufen ist für mich kein Problem.

Auf die Idee bin ich gekommen als ich diese Lok auf eBay gesehen habe. Das gleiche Spiel aber in einer Lok.
https://www.ebay.de/itm/Maerklin-H0-3729...3935?nav=SEARCH

Mein Ziel ist es so wenig Schlupf wie möglich zu erreichen, evtl eine Lok am Anfang und eine am Ende des Zuges.

Einfach mal ein Denkanstoß, Diskussion willkommen.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#2 von 1001-digital , 12.01.2020 11:29

Hallo,
prinzipiell geht das, allerdings auf Kosten der Lastregelung. Der Decoder bekommt dann eben von beiden Motoren Werte zurück und regelt entsprechend, was nicht zwingend optimal sein muss. Die bessere Lösung sind auf jeden Fall 2 Decoder. Natürlich musst du auch drauf achten, dass der Decoder genügend Strom liefern kann.

Geringe Drehzahlunterschiede gibts praktisch immer. In einem gewissen Rahmen sind die aber unkritisch, nur wenn die sehr stark voneinander abweichen wirds Probleme geben. Bei Fahrzeugen mit 2 Motoren habe ich immer die Haftreifen auf eine Seite gebaut, die zweite fährt auf blankem Metall und so können sich Unterschiede leichter durch Schlupf ausgleichen. Ob das auch funktioniert, wenn du die Fahrzeuge im Zug verteilst, musst du einfach mal testen. Ich denke aber, dass das schon geht, diese Fahrweise ist ja bei US-Bahnern durchaus üblich.

Viele Grüße
Carsten


 
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#3 von ET 65 , 12.01.2020 13:26

Zitat
... Ob das auch funktioniert, wenn du die Fahrzeuge im Zug verteilst, musst du einfach mal testen. Ich denke aber, dass das schon geht, diese Fahrweise ist ja bei US-Bahnern durchaus üblich. ...

Hallo Carsten,

die US-Bahner fahren aber auch ohne Haftreifen!

Gruß Heinz


Tried to reduce to the max Ich weiß, nicht immer einfach, aber einfach kann ja jeder.
Was noch fehlt? "Ein Sack voll Zeit"


 
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#4 von 1001-digital , 12.01.2020 14:58

Hallo Heinz,
deswegen schrieb ich, Haftis soweit möglich auf einer Lok, die andere ohne.

Viele Grüße
Carsten


 
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#5 von Regionalexpress , 12.01.2020 15:23

Hallo,
bei größeren Loks im Bereich von Spur1 werden oftmals zwei Motoren parallel an einem Decoder betrieben, es funktioniert hier sehr gut.
Ich habe auch schon bei einer H0-Doppellok von Roco zwei Decoder eingesetzt, die Lok fährt völlig problemlos. Wichtig ist aber, dass es sich um zwei gleiche Motoren und auch gleiche Decoder mit den gleichen Einstellungen handelt. Ebenso ist die elektrische Verbindung zwischen den Loks für das Gleissignal unbedingt erforderlich. Wenn die Loks untereinander verbunden wird auch gleichzeitig eine bessere Stromversorgung hergestellt. Die Haftreifen habe ich so gelassen, sollte ein Motor etwas schneller laufen so wird er durch die höhere Belastung automatisch wieder etwas langsamer so das sich die Drehzahlunterschiede selbstständig wieder ausgleichen.


Mit freundlichen Grüßen
Franz-Friedrich

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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#6 von Schwanck , 12.01.2020 16:57

Moin,

das Wichtigste bei einem solchen Vorhaben ist, dass die in den beidenLoks befindlichen Motoren vom System - damit meine ich den normalen DC-Motor oder den Motor mit eisenlsosem Anker (Glocki) - und von der Bauserie her absolut gleich sind. Die Gesamtstromaufnahme der beiden Motoren darf auch unter Last den Decoder nicht überfordern.
Märklin lieferte zuletzt das Insider-Krokodil 39567 bzw. noch im aktuellen Katalog das Goldstück 32560 in dieser Bauweise; hier wird jedes Treibgestell von einem eigenen Motor angetrieben. ASB und Lastregelung funktionieren dabei so gut, dass es keine auffälligen Missfunktionen gibt; beide Gestelle haben Haftreifen auf beiden Rädern der Mittelachse!


Tschüss

K.F.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#7 von Heinzi , 13.01.2020 13:53

Na ich sags mal so:
fast alle Doppelloks sind herstellerseitig mit zwei Motoren und nur einem Decoder ausgerüstet. Also geht das sehr wohl ohne grössere Probleme.
Im Gegensatz zu den oben erfolgten Ratschlägen, würde ich die die Haftreifen aber auf beide Loks (oder Lokhälften) verteilen. Drehzahlunterschiede werden so recht gut ausgeglichen.
Drehzahlunterschiede gibt es aber immer, extrem ist das auf einem Rollenprüfstand zu beobachten. Aber nur keine Panik, auf dem Gleis sieht und spürt man das nicht.
Die Regelung ist vor allem beim Anfahren und bei Langsamfahrt nicht so toll wie mit zwei Decodern. Dies Ist besonders bei Märklin HLA Motoren der Fall. Bei meinen beiden Roco Loks Ae8/14 und Ae8/8 (BLS) ist auch das kein Problem Meiner Märklin Ae3/14 2xHLA-Motor habe ich letztens zwei Decoder von Zimo spendiert. Damit das Anfahren und langsamfahren zur wahren Freude.

Mit unterschiedlichen Motoren würde ich das nicht machen. Unterschiedliche Motoren benötigen unterschiedliche Motoreinstellungen und haben auch unterschiedliche Geschwindigkeitsverhalten, welche ja auch von unterschiedlichen Getriebeübersetzungen herrührt. Gerade bei der Re460 von Märklin kann das ja durchaus der Fall sein.
Was ich auch nicht machen würde ist eine Lok am ende des Zuges einzureihen. Hier entsteht vermutlich schon ein Spannungsabfall der nicht mehr zu vernachlässigen wäre. Dazu fehlen mir aber entsprechende Erfahrungen.

Im speziellen Fall von zwei Re460 würde ich allerdings auch zwei Decoder verwenden. Alleine für die beiden Stromführenden Kupplungen bekommt man ja schon fast einen Decoder. zudem den Vorteil dass man eben zwei vollwertige Loks hat und auch in Doppeltraktion wenigstens die Standard Lichtfunktionen.


Gruss Heinzi
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#8 von jogi , 13.01.2020 14:31

Hallo , jogi hier


Wird das gebraucht für die Zugkraft oder nur für die Optik?

Für die Optik: Ich würde den Motor und das Getriebe ausbauen und die Lok einfach so mitlaufen lassen.


Bastelnde Grüße Jogi ;
Elektronische Bauteile kennen 3 Zustände:Ein-Aus-Kaputt".
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Jogis Bahn
https://www.youtube.com/watch?v=OuJXf42GAUU

mein letzter Umbau


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#9 von Hatti54 , 13.01.2020 16:25

Moin.
Vom Märklin gab es mal eine RE 460 mit Lichtwechsel.
Die Bestellnummer war 40300.
Go...e findet bestimmt einiges an Infos.

Gruß Erhard


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#10 von runninfox , 13.01.2020 21:30

Zitat

Na ich sags mal so:
fast alle Doppelloks sind herstellerseitig mit zwei Motoren und nur einem Decoder ausgerüstet. Also geht das sehr wohl ohne grössere Probleme.
Im Gegensatz zu den oben erfolgten Ratschlägen, würde ich die die Haftreifen aber auf beide Loks (oder Lokhälften) verteilen. Drehzahlunterschiede werden so recht gut ausgeglichen.
Drehzahlunterschiede gibt es aber immer, extrem ist das auf einem Rollenprüfstand zu beobachten. Aber nur keine Panik, auf dem Gleis sieht und spürt man das nicht.
Die Regelung ist vor allem beim Anfahren und bei Langsamfahrt nicht so toll wie mit zwei Decodern. Dies Ist besonders bei Märklin HLA Motoren der Fall. Bei meinen beiden Roco Loks Ae8/14 und Ae8/8 (BLS) ist auch das kein Problem Meiner Märklin Ae3/14 2xHLA-Motor habe ich letztens zwei Decoder von Zimo spendiert. Damit das Anfahren und langsamfahren zur wahren Freude.

Mit unterschiedlichen Motoren würde ich das nicht machen. Unterschiedliche Motoren benötigen unterschiedliche Motoreinstellungen und haben auch unterschiedliche Geschwindigkeitsverhalten, welche ja auch von unterschiedlichen Getriebeübersetzungen herrührt. Gerade bei der Re460 von Märklin kann das ja durchaus der Fall sein.
Was ich auch nicht machen würde ist eine Lok am ende des Zuges einzureihen. Hier entsteht vermutlich schon ein Spannungsabfall der nicht mehr zu vernachlässigen wäre. Dazu fehlen mir aber entsprechende Erfahrungen.

Im speziellen Fall von zwei Re460 würde ich allerdings auch zwei Decoder verwenden. Alleine für die beiden Stromführenden Kupplungen bekommt man ja schon fast einen Decoder. zudem den Vorteil dass man eben zwei vollwertige Loks hat und auch in Doppeltraktion wenigstens die Standard Lichtfunktionen.



Ist nur ein Gedankenexperiment, ich hatte vermutet dass die zwei Motoren mit einem Decoder gleichmäßiger laufen als mit zwei Decodern, du hast anscheinend gegenteilige Erfahrungen gemacht, schade, aber danke für das Teilen.

Ach Mist, genau das mit der zweiten Lok am Ende hat mich gereizt, weil es ja so kompliziert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Spannungsabfall im Kabel so hoch ist, aber Probieren geht hier wohl über Studieren.

Ich habe tatsächlich eine Re460 von Märklin, mit HLA nachgerüstet.
Ich werde es einfach einmal mit einem kurzen Zug versuchen und dann über die Erfahrungen berichten.

Könnte mir gut vorstellen dass die Rücklaufzeiten der Motordrehzahlen an den Dekoder Probleme bereiten.
Wie gesagt, muss ich mir erstmal die 2. Lok kaufen und dann das ganze angehen, kann also ne Weile dauern.

Vielen Dank für die Anregungen und liebe Grüße.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#11 von runninfox , 13.01.2020 21:34

Zitat

Hallo , jogi hier


Wird das gebraucht für die Zugkraft oder nur für die Optik?

Für die Optik: Ich würde den Motor und das Getriebe ausbauen und die Lok einfach so mitlaufen lassen.



Eigentlich geht es mir darum, die technische Herausforderung der Abstimmung der Doppeltraktion gut hinzubekommen. Daher ist ein dummy keine Option.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#12 von Heinzi , 14.01.2020 09:03

Hallo

Zitat

Ist nur ein Gedankenexperiment, ich hatte vermutet dass die zwei Motoren mit einem Decoder gleichmäßiger laufen als mit zwei Decodern, du hast anscheinend gegenteilige Erfahrungen gemacht, schade, aber danke für das Teilen.

Ach Mist, genau das mit der zweiten Lok am Ende hat mich gereizt, weil es ja so kompliziert ist. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Spannungsabfall im Kabel so hoch ist, aber Probieren geht hier wohl über Studieren.


a) "Probieren geht über Studieren" Ja richtig, Ich sage ja nicht dass es nicht es nicht geht, ich wollte nur auf allfällige Problemzonen aufmerksam machen. Schliesslich fahren auch viele Triebzüge mit Antrieben in jedem Kopfende und irgendwo einem Decoder. (z.B vom PIKO)

Zu meiner Ae 8/14 von Märklin möchte ich nachtragen dass sie auch mit nur einem Decoder bereits ganz anständig lief und objektiv betrachtet auch keinen Anlass zum Klagen gab. Mich reizte, genau wie dich, einfach die Herausforderung.... nur in meinem Falle etwas umgekehrt. Auch sind die eingesetzten Zimo Decoder für gutes Langsamfahrverhalten bekannt. Es bleibt in meinem Falle also die Frage offen ob meine Ae 8/14 nicht auch bereits mit einem Decoder von Zimo schöner angefahren wäre. Unter dem Aspekt "Herausforderung" hat sich für mich das Experiment gelohnt. Unter dem Aspekt "Aufwand / Nutzen" (es wurde ja auch eine zweite Platine fällig) eher nicht.


Gruss Heinzi
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#13 von hans-gander , 14.01.2020 10:43

Hallo Kollegen,
nach langem Mitlesen möchte ich euch meine Erfahrug zu dem Thema mitteilen.
Ich mache das so:
Durch die oben beschriebenen Nachteile und nach abwägen dieser fahre ich jede Lock mit einem eigenen (ESU V4) Decoder.
Da mir punktgenaues Halten wichtig ist, habe ich all meine Loks eingemessen. Das heist, dass alle meine Loks bei bei der gleichen Fahrstufe gleich schnell fahren.
Wie mache ich das?
Unter der Anlage habe ich ein Gleisoval mit einer Streckenlänge von ca. 6m. Da mache ich erst mal mit jeder Lok die Grundeinstellung.
Die Lokomotiven, die in irgend einer Weise zusammen fahren sollen, das können durchaus Lokomotiven unterschiedlicher Baureihen sein, also Doppeltraktion oder Schublok, bekommen eine "Sonderbehandlung".
Diese sieht wie folgt aus. Beide Loks werden mittig auf dem geraden Abschnitts gegenüber platziert. Sie fahren im System als Doppeltraktion, so ist sichergestellt, dass beide zeitgleich losfahren bzw. die gleiche Fahrstufen empfangen. *
Nun werden die Regelparameter der beiden Loks soweit korrigiert bis beide das gleiche Fahrverhalten zeigen.
Gleich ist für mich, wenn nach drei Umrundungen die Abstand der Loks ca. 10cm beträgt.
Da auf den meisten Heimanlagen die Fahrtstrecke bis zum nächsten Halt eh deutlich kürzer als die 18m auf meinem Oval sind, sind die 10cm ausreichend genau für mich.
Mit dieser Genauigkeit kann ich die Loks an beliebiger Stelle eines Zuges eingsetzt werden. Selbst Züge mit kleinen zweiachsigen Wagen mit Zug- und Schublok werden auf meinen 3% Gleiswendel nicht aus der Kurve gedrückt.

Viel Erfolg bei der Umsetzung
Hans

* Mir ist schon klar, das bei einem seriellen Protokoll, zwei Lokadressen nicht zeitgleich gesendet werden. Das nur für die, die vielleicht jetzt aus der Deckung kommen und meinen dass das nicht "zeitgleich" sei. Seit beruhigt, für mich ist der ms Versatz zeitgelich genug.


Frei nach Loriot:
Ein Leben ohne Modellbahn ist zwar möglich, aber sinnlos.

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Es ist schon alles gesagt, nur nicht von allen.


 
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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#14 von Jürgen , 14.01.2020 13:19

Die Motoren laufen sicher nicht exakt mit gleicher Drehzahl bei gleicher Leistungsaufnahme, aber das macht bei sehr ähnlichen Motoren gar nichts. Wenn ich mich recht erinnere, ist die Leistungsaufname eines Moters durch den s.g. Schlupf im Motor bestimmt. Kurz gesagt hoher Schlupf => hohe Leistungsaufnahme => hohe Leistung des Motors. Bei zwei Motoren, die mechanisch gekoppelt sind (z.B. über Getriebe, Räder und Gleis und über das Chassis und die Kupplung), wird der Motor mit einer geringeren Leistungsabgabe durch den stärkeren unterstützt. Die Drehzahl bei beiden ist gleich, der Schlupf und damit die Leistungsaufnahme aber nicht. Steht genug Leistung seitens der Stromversorgung (max. Leistung des Decoders beachten) zur Verfügung, sollte es also keine prinzipiellen Probleme geben. Aber: die Kupplungen müssen ausreichend dimensioniert sein bzw. bei einer Lok am Anfang und einer am Ende, kann es zu Entgleisungen kommen, wenn die Motoren so unterschiedlich sind, dass die Kraft des unterstützenden Motors auf den zu unterstützenden Motor, die Wagen entgleisen lässt.

Wie die Lastregelung reagiert weiß ich nicht, aber ich gleube da gibt es keine Probleme, da es für die Lastregelung egal sein dürfte, ob sie einen oder zwei Motoren bedient.

Probleme kann es theoretisch auch mit Schwingungen geben, da das System m.E. schwingungsfähig ist. Aber das glaube ich nicht, da es recht träge sein dürfte.

Noch eine Bemerkung: Die max. Stromstärke, die theoretisch gezogen werden kann, ist bei Höchstgeschwindigkeit bei Stillstand der Räder. Hier wird der Schlupf am größten. Wenn die max. Leistung nicht bekannt ist, würde ich es ausmessen, um für den Dekoder auf der sicheren Seite zu sein.

Grüße
Jürgen


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#15 von Heinzi , 14.01.2020 14:13

Hallo Jürgen

Zitat
Wenn ich mich recht erinnere,.....

Ich glaube du erinnerst dich falsch!

Zitat
ist die Leistungsaufname eines Moters durch den s.g. Schlupf im Motor bestimmt. Kurz gesagt hoher Schlupf => hohe Leistungsaufnahme => hohe Leistung des Motors

Schlupf basiert funktionieren die Asynchron(Drehstrom)Motoren. Da stimmt die Sache mit der Leistungsaufnahme.
Hier geht es aber um Gleichstrommotoren (und der SINUS Antrieb von Märklin ist streng genommen ein Drehstromsynchronmotor)

Der (Modell) DC Motor funktioniert etwas anders. Der DC Motor ist vereinfacht nur eine drehbar gelagerte Spule in einem Magnetfeld. Über den Kommutator wird der Spule so Strom zugeführt, dass sich das Magnetfeld der Spule entgegen dem äusseren Magnetfeld richtet. Dem äusseren Nordpol steht als ein Rotierender Südpol entgegen. Die Magnetfelder stossen sich also ab und die Spule beginnt sich zu drehen. Spätestens nach einer halben Umdrehung würden sich nun ungleiche Pole gegenüberstehen also muss der Spule mittels dem Kommutator der Strom umgekehrt zugeführt werden. Die Pole in der Spule "polen sich um" und die Rotation geht weiter.
Im ersten Moment wird dabei der Strom einzig durch den ohmschen Widerstand der Spule begrenzt. (ohmsches Gesetzt: I=U/R) Da der Spulenwiderstand eher gering ist, hat das einen hohen Strom zur folge und damit auch ein starkes inneres Magnetfeld, damit eine starke Abstossung und damit eine grosse Anlaufkraft. (grosses Drehmoment, keine Drehzahl ergibt Leistung = 0)
Nun wird in der rotierenden Spule aber auch eine Spannung erzeugt (Generatorprinzip) diese Spannung ist der aussen angelegten Spannung entgegengerichtet. Damit verkleinert sich die "wirksame" oder treibende äussere Spannung. Das bedeutet dass je schneller die Spule dreht, die treibende Spannung immer kleiner wird und somit wird der Strom, (mit zunehmender Drehzahl) auch immer kleiner. Spätestens wenn die Spule so schnell rotiert, dass die Gegenspannung gleich gross ist wie die äussere Spannung, wird der Strom = 0. Die maximale Drehzahl ist erreicht, das abgegebene Drehmmoment (Leistung) ist = null. (ev bezeichnest du diesen Effekt als Schlupf?)
Es besteht also auch hier ein Zusammenhang zwischen Drehzahl und Leistung welcher bei zwei elektrisch parallel Motoren die mechanische gekuppelt sind eine Selbstregulierungseffekt.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#16 von Jürgen , 15.01.2020 08:07

Hallo Heinzi,

Du hast Recht, ich schrieb über den Asynchronmotor. Das wichtigste ist aber der Selbstregulierungseffekt. Bei zwei unterschiedlichen Motoren wird im Extremfall bei einer bestimmten Drehzahl ein Motor ein relativ hohes Drehmoment erreichen, der andere aber als Generator wirken. Das sollte aber für den Decoder unproblematisch sein. Die maximale Leistung tritt dann auch bei Stillstand der Motoren und maximaler Spannung auf. Tritt das nicht automatisch durch die Lastregelung ein ?

Grüße
Jürgen


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#17 von JoWild , 15.01.2020 09:49

Hallo,
ohne jetzt alles gelesen zu haben
Wenn man die Lastregelung ausschaltet, dann können sich die beiden Motoren an einem Decoder problemlos synchronisieren. Da spielt dann auch kein kleiner Spannungsfall auf der Leitung keine Rolle. Die Lok/der Motor, die/der geringfügig schneller laufen will als die/der andere, wird einfach etwas eingebremst - respektive die andere etwas beschleunigt. Das ist übrigens das gleiche, wie bei einer Doppeltraktion, bei der man auch gerne bei der 2. Lok die Lastregelung abschaltet.
Und vorbildgerechter ist das m.E. auch noch, denn auch die meisten echten Lokomotiven reagieren/reagierten auf Laständerungen z.B. an einer Steigung.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#18 von JoWild , 15.01.2020 09:59

Zitat

....Im ersten Moment wird dabei der Strom einzig durch den ohmschen Widerstand der Spule begrenzt. (ohmsches Gesetzt: I=U/R) Da der Spulenwiderstand eher gering ist, hat das einen hohen Strom zur folge und damit auch ein starkes inneres Magnetfeld, damit eine starke Abstossung und damit eine grosse Anlaufkraft. (grosses Drehmoment, keine Drehzahl ergibt Leistung = 0)
....


Hallo Heinzi,
du solltest dich vielleicht doch erst mal etwas mit induktivem Widerstand befassen. Der ohmsche Widerstand kommt erst derart zum Tragen, wenn sich die Spule in Sättigung befindet. Und das findest du dann nur am blockierten Gleichstrommotor wenn kein permanentes Umpolen von Magnetspulen im Motor mehr stattfindet.


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RE: Doppeltraktion mit einem Dekoder

#19 von Heinzi , 15.01.2020 10:14

Hallo Jürgen

Zitat

Das wichtigste ist aber der Selbstregulierungseffekt

jep....(oder wie sagt man?)


Zitat

Die maximale Leistung tritt dann auch bei Stillstand der Motoren und maximaler Spannung auf. Tritt das nicht automatisch durch die Lastregelung ein ?


Leistung ist ja Drehmoment x Umdrehungen. Im Stillstand ist zwar das Drehmoment gross, die Drehzahl aber null. Also Null Leistung. Am anderen Ende, also bei Leerlaufdrehzahl, ist zwar die Drehzahl hoch, aber das Drehmoment ist null. Also auch keine Leistung. Das Leistungsmaximum ist irgendwo dazwischen.
Mit Lastregelung meinst vermutlich die getaktete Ansteuerung des Motors zwecks Drehzahlregelung.
Ein analog geregelter Motor bekommt für kleine Drehzahlen nur eine kleine Dauerspannung. Das heisst, es fliesst nur ein kleiner Strom. Damit kommt nur ein kleines Drehmoment zustande was für einen Anlauf des Motors ungünstig ist. Bei der getakteten Ansteuerung bekommt der Motor getaktete die volle Spannung. Für kleine Drehzahlen nur ganz kurze Impuls, für höhere Drehzahlen werden die Imulse immer länger und ggf auf häufiger. Durch die kurzen, aber vollen Impulse entwickelt der Motor bereits für kleine Drehzahlen ein grösseres Drehmoment. Aber eben auch nur gepulst. Das ruckeln das daraus eigentlich entstehen sollte wird durch einige mechanismen ausgebügelt. Zum einem folgen sich die Pulse so rasch dass sie kaum sehbar (dafür hörbar) sind. Die Schwungmasse des Rotors und ggf zusätzlicher Schwungmassen wirken dem Ruckeln mechanisch entgegen, und der Strom durch die Spule ist nicht wirklich rechteckig ein und aus, sondern durch die Induktivität der Spule bereits auch etwas geglättet.


Gruss Heinzi
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