RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#26 von Verschiebebahnhof , 01.07.2026 21:33

Hallo,

David, bei Fleischmann gab es dass sogar in Farbe zur Visualisierung der unterschiedlichen Radien mit entsprechenen Weichenstraßen als Übersicht auch.😂
Technikinfo Fleischmann Profigleis !PDF!
Sehr nett waren auch die Testanlagen im Labor wo auf einer Anlage wirklich alle möglichen Gleiskombinationen eingebaut waren und man dann die Loks durchjagen konnte zum testen, ob die nun auch ohne Probleme durch alle möglichen Abfolgen von Gleiselementen aus dem System problemfrei durchlaufen kann.

Bei der Nörgelei an Tillig, sollte man nicht vergessen woher das System ursprünglich stammt (Pilz) und für wen es gedacht war bzw. ist und wer es mit entwickelt halt und dass sind bzw. waren die Profis und nicht zwingend jemand der schon bei der Kreisberechnung seine Probleme hat und alles vorgekaut bekommen muss.
Es ist ein Ingenieurprodukt, welches ursprünglich eine Alleinstellung am Markt hatte, entsprechend scheint bei Tillig heute noch das Selbstverständinis vorzuherschen seine Produkte nicht zu sehr zu bewerben. Es gibt dafür aber auch günstigere Bausätze für vieles, als einziges System inkludierte Schmalspurelemente und Stahlschwellenflexgleise z.B.. Nicht zwingend für Einsteiger gedacht, sondern für erfahrende Modellbahner und individuelle Gleisbauer. Es gibt für jene die es benötigen auch eine erwerbbare Planungsmappe für Code 83 unter 09620. Wäre aber wahrscheinlich sinnvoller dies kostenfrei als .pdf zu kommunizieren, wenn man sein System attraktivieren mag. Letztendlich ist das System aber zu selbstbauen nach Vorbild gedacht und bietet auch flexible Elemente gezielt dafür an. Obendrein bietet Tillig immer noch das alte Gleissystem von Pilz (Code 100) unverändert in leicht reduzierten Umfang an als sogennantes Standardgleissystem.
Halt für versierte praktische Macher gemacht und nicht nur für theoretische Meckerer.🙊🙉🙈

Wenn man schon meckern möchte, dann kann ich das bei Tillig nur an einem Punkt, ein vergleichbares Produkt wie Code 83 nie entsprechend angepasst für den N-Markt umgesetzt zu haben, trotz vorhandener Marktlücke. Für H0 und TT haben Sie viel gemacht, sogar extra Straßenbahnsystem für H0, ein Bettungssystem extra für TT, aber N-Spur haben Sie total vergessen, dabei ist das zu ihrem TT keine Konkurrenz, sondern ein eigenes Geschäftsfeld was einfach intern liegen gelassen wird.


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#27 von Ulf325 , 06.07.2026 16:11

Zitat von Railwolf im Beitrag #24
2° warum hat man bei R2 nicht 435 mm Radius gewählt, dann hätte man zu R1 wie zu R3 den gleichen 55-Millimeter-Abstand? So hat man zu R1 nur 45 Millimeter, und das dürfte reichlich eng werden.

die Radien 380/440mm hat man seinerzeit von Piko übernommen


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#28 von Kali , 06.07.2026 16:31

Zitat von Verschiebebahnhof im Beitrag #26

Obendrein bietet Tillig immer noch das alte Gleissystem von Pilz (Code 100) unverändert in leicht reduzierten Umfang an als sogennantes Standardgleissystem.
Halt für versierte praktische Macher gemacht und nicht nur für theoretische Meckerer.🙊🙉🙈



Dann fände ich es nicht schlecht, wenn Tillig auch Übergangsgleisverbinder von Pilz-Standardgleisen zu den Elite-Gleisen anbieten würde!


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#29 von maybreeze , 06.07.2026 17:10

Servus,

nachdem es von Code 100 (2,5mm) auf Code 83 (2,1mm, das Tillig Elite Gleis hat genau 2,07mm) geht, würden wohl die Roco Übergangsschienenverbinder eine Alternative sein.


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#30 von Kali , 07.07.2026 23:46

Hallo,
klar kann oder muss man dann eine alternative finden (Fleischmann 6437 ginge bestimmt auch), aber jemand der zwei Systeme anbietet, sollte doch auch soweit denken und entsprechend einen Verbinder zwischen den Systemen mit anbieten.
Andere machen es doch auch, oder man denkt sich, eben genau deswegen braucht man sowas nicht.


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#31 von derdavidauswien , 08.07.2026 00:26

Zitat von Kali im Beitrag #30
Hallo,
klar kann oder muss man dann eine alternative finden (Fleischmann 6437 ginge bestimmt auch), aber jemand der zwei Systeme anbietet, sollte doch auch soweit denken und entsprechend einen Verbinder zwischen den Systemen mit anbieten.
Andere machen es doch auch, oder man denkt sich, eben genau deswegen braucht man sowas nicht.


Ich finde auch, dass ein solches Adaptergleis, wenn man kundenorientiert denkt, Pflicht sein sollte. Roco bietet ja auch ein Adaptergleis für den Übergang zwischen geoLine- und Roco-Line-Gleisen an. Kato bietet für das Unitrack-N-Gleissystem ein Adaptergleis für den Übergang zu Gleisen von Tomix, Roco, Fleischmann oder Minitrix an. Märklin bietet Adaptergleise für den Übergang zwischen den drei Gleissystemen an. Piko bietet sehr viele Adaptergleise an (Piko A ohne Bettung zu Piko Hohlprofilgleis, Piko A ohne Bettung zu Piko Hobby und anderen 2,5mm-Gleisen, Piko A mit Bettung zu Fleischmann Profi - direkt für das Thema dieses Threads relevant! -, Piko A mit Bettung zu Piko A ohne Bettung, Piko A mit Bettung zu Roco geoLine). Und Tillig selbst bietet in Maßstab TT ein Adaptergleis für den Übergang zwischen Standard- und Modellgleis an. Also sollte Tillig das auch in Maßstab H0 schaffen

Natürlich kann der geübte Modellbahner das alles selbst lösen. Aber ein Hobby, das Zukunft haben will, das gesellschaftlich relevant bleiben (realistischer: wieder werden!) will, sollte eben nicht nur für Kunden da sein, die handwerklich geschickt sind, Übung haben, Zeit haben, basteln wollen, sondern auch für Otto Normalverbraucher, der einfach nur eine simple, funktionierende Lösung aus dem Laden haben will.

LG David


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#32 von maybreeze , 08.07.2026 13:42

Servus David,

herstellereigene und spezifische Übergangsschienen sind dann gefordert, wenn der Übergang technisch kompliziert ist, wie z.B. seinerzeit KLEINBAHN weiße Schienen auf die Modellschienen.



Ansonsten hilft eine gute Anleitung, wie aus einem Standard-Gleis ein Übergangsgleis hergestellt werden kann, beispielsweise aus einem Trix-C-Gleis eines zu Roco/Fleischmanngleisen >klick hier<. Zumal ja oftmals diese Sondergleise nicht (mehr) ab Werk verfügbar sind, wie beispielsweise geoLINE auf Roco Line. Da geht es ja auch nur um das Abzwicken der Verbindungslasche des geoLINE Gleises (wenn sie nicht ohnehin schon mal abgebrochen ist).

Diese Methode erlaubt praktischerweise auch Übergangsgleise in/aus Bögen zu machen.


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#33 von Verschiebebahnhof , 08.07.2026 13:56

Moin,

also zwischen Code 83 und Code 100 brauch es kein Adaptergleis und die Weiterführung vom Code 100 als Standardgleis ist ja mehr für Alt- bzw. Bestandskunden gedacht und nicht zum wilden kombinieren und wozu für die wenigen Leute die dass Produkt Übergangsverbinder dann benötigen extra ein eigenes Auflegen, wenn es davor schon von Mitbewerbern eh passendes schon gab und gibt und somit auch die Wirtschaftlichkeit fehlt. 🤷‍♂️
Roco und Piko haben entsprechendes Produkt im Sortiment.😉

Zitat von derdavidauswien im Beitrag #31
Natürlich kann der geübte Modellbahner das alles selbst lösen. Aber ein Hobby, das Zukunft haben will, das gesellschaftlich relevant bleiben (realistischer: wieder werden!) will, sollte eben nicht nur für Kunden da sein, die handwerklich geschickt sind, Übung haben, Zeit haben, basteln wollen, sondern auch für Otto Normalverbraucher, der einfach nur eine simple, funktionierende Lösung aus dem Laden haben will.
Nicht die eigene Sicht auf die Branche übertragen. Unternehmen wollten wirtschaftlich Gewinn erzielen und nicht everybodies Darling werden.😂 Oftmals ist eine Kompatibilität nichtmal gewollt, damit der Kunde bei dem System von Marke X bleibt und nicht zur Marke Y wechselt. Maximal Adapter zu nicht mehr hergestellten Systemen um die Kauferschicht abzufischen macht noch Sinn.

Für Ottonormalverbraucher den es so nicht gibt, sind die Produkte eh schon lang nicht mehr gemacht, sondern i.d.R. für anspruchsvolle Modellbauer und Sammler. Die Zeiten als Modelleisenbahn ein Spielzeug für breite Gesellschaftsschichten war ist lang vorbei und es ist ein Nischenhobby und entsprechend werden die Produkte nach Wirtschaftlichkeit realisiert. Und vieles lässt sich einfach mit einem Schiefenverbinder und bei Bettungsgleisen mit etwas Karton und/oder Kork zum unterfüttern lösen. Das gleiche betrifft auch "Anschlussgleise", man kann auch einfach von unten an zwei Schienenverbinder jeweils die Kabel zuführen und die Kabel da anlöten recht simple und extrem kostengünstig, oder von unten direkt an die Schiene, aber es gibt auch Verbraucher die brauchen industriell vorgefertigte "Anschlussgleise" und dass lässt man sich dann etwas kosten.😂 Grad bei Profigleis mit den tiefen Verbindern ist das so schön, unten Kabel in die untere Verbindungstasche stecken, kleiner Lötpunkt drauf und bequem fertig ist die Laube.

Aber einem Hersteller/Marke im Modellbahnbereich was vorzugschreiben für sein Gleissystem/Sortiment, wär ja so als zu Apple zu gehen und von denen zu verlangen USB-Schnittstellen einzubauen und ein Windows-Betriebsystem aufzuspielen.😉


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#34 von Bügeleisenmann , 16.07.2026 22:05

Zitat von Ulf325 im Beitrag #27
Zitat von Railwolf im Beitrag #24
2° warum hat man bei R2 nicht 435 mm Radius gewählt, dann hätte man zu R1 wie zu R3 den gleichen 55-Millimeter-Abstand? So hat man zu R1 nur 45 Millimeter, und das dürfte reichlich eng werden.

die Radien 380/440mm hat man seinerzeit von Piko übernommen


Nein, von Prof. Harald Kurz. Der hat das Gleissystem entwickelt und Pilz wie auch Piko übernahmen es.
Allerdings hatte Kurz den 440er Radius als Minimum vorgeschlagen, aus Rücksicht auf den Platzmangel infolge des Bombenkrieges wurde dann zusätzlich noch der 380er eingeführt.

Kurz dachte in den frühen 50ern weiter und legte dann ab Radius 500 einen Gleismittenabstand von nur 50 mm fest. Im Vergleich zu dem was heute an Gleisabständen geboten wird, war das schon fortschrittlich.

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zuletzt bearbeitet 16.07.2026 22:05 | Top

RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#35 von Railwolf , 16.07.2026 22:52

Zitat von Ulf325 im Beitrag #27

die Radien 380/440mm hat man seinerzeit von Piko übernommen


Ich hab den Beitrag von @Bügeleisenmann gelesen...
das erklärt aber nicht, warum in der Grafik von Tillig für den zweitkleinsten Radius 425 mm angegeben ist (und nicht 440 oder 435).
Mit 425 zu 380 kommt man nur auf einen Haufen Probleme; 435 hätte 55 mm zum R1 und 55 mm zum R3 gegeben, wie auch die weiter größeren Radien in 55-mm-Schritten gestaffelt sind.
Entweder hat bei der Grafik jemand groben Bockmist gebaut (dann aber komplett, denn die Abstände von 65 bzw. 45 mm stehen auch in der Grafik), oder bei der Konzeption der Radien nicht weiter gedacht als sein Mützenschirm.
Ein konstanter 55-mm-Abstand zwischen allen Bögen würde eine entsprechende Weichengeometrie nahelegen, aber verschiedene Abstände. und noch dazu gerade beim engsten merklich unterhalb der NEM-Angaben?
(Zuschlag E nach NEM 103 8 mm je Fahrzeugseite bei 400 mm Radius, bei einer Fahrzeugbreite BL1 nach NEM 102 von bereits 48 mm - macht eigentlich einen Mindestbedarf von 64 mm aus. Selbst wenn man nur die 40 mm B1 aus NEM 301 zugrundelegt, braucht man 56 mm für sichere Begegnungen... aber in NEM 103 steht BL1!)


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#36 von Bügeleisenmann , 17.07.2026 18:36

Moin!

Zitat von Railwolf im Beitrag #35
Zitat von Ulf325 im Beitrag #27

die Radien 380/440mm hat man seinerzeit von Piko übernommen


Ich hab den Beitrag von @Bügeleisenmann gelesen...
das erklärt aber nicht, warum in der Grafik von Tillig für den zweitkleinsten Radius 425 mm angegeben ist (und nicht 440 oder 435).



In der Tat, das ist irritierend.
Allerdings gilt es die Historie zu verstehen. Ich schrieb 2020 schon einmal:

Zitat von Bügeleisenmann im Beitrag Pilz - Gleis vs. Tillig Standard Gleis
Moin!

Das alte Pilzgleis basiert auf einem von Prof. Harald Kurz entworfenem Geissystem, welches auch Grundlage des Rasters von Piko war. Pof. Kurz hat damals den 440er Radius als Minimum definiert, auf Wunsch der Industrie und Kunden wurde dann der 380er Radius hinzugefügt. Als Mindesgleisabstand wählte man 50 mm ab den 500er Radius, darunter gab es einen Straßenbahnaufschlag von 10 mm.
So entstanden die Radien
380
440
500
550
600

Als das Elitegleis Ende der 80er entwickelt wurde, waren schon die ersten unverkürzten langen, in 1:87 gehaltenen Schnellzugwagen im Angebot. Diese wären nicht mehr problemlos durch die Pilzgleis-Radien gekommen, weshalb 59 mm als neuer standardisierter Gleisabstand bis runter zum R 1 definiert wurde.

Das Pilzgleis hat zwar ebenfalls 2,5 mm hohe Schienenprofile, die Code100-Profile sind aber sehr grob (Ende der 50er entwickelt), das Kleineisen kommt ohne Unterlegplatte aus und hat überdimensionierte Kleineisen. Für das Elitegleis mit Code83 wurde dann ein neues Schwellenband mit kleineren Kleineisen entwickelt. Die neuen Code83-Profile haben kleinere Schienenfüße, die davon abgeleiteten Code100-Profile ebenfalls. Die neuen Profile klappern im alten Schwellenband, weshalb das Tillig-Standardgleis keine eigenen neuen Schwellenbänder bekam, sondern die vom Elitegleis mit benutzt.

Später mit den Flexgleisen kamen wieder unnötig grobe Kleineisen ins Programm, wohl weil die Kunden mit den ursprünglichen Elitekleineisen überfordert waren. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich fand die alte Geometrie besser, als Epoche-II-Bahner habe ich damals nur 500er Radien und aufwärts benutzt. 50 mm Gleisabstand sehen besser aus als knapp 60 mm beim Elitegleis und liegen deutlich näher an den 46 mm, die z.B. der Fremo benutzt.




Harald Kurz war sehr vorbildorientiert, er schlug schon in den 50ern 0,6er Spurkränze vor, gab noch einen Sicherheitszuschlag und landete dann bei 1 mm. Plus Fertigungstoleranz ist man bei 1,2 mm. Nun, sein Gleissystem hatte er nach einer Längenverkürzung 1:3,75 (nagelt mich jetzt nicht darauf fest, Erinnerung) entworfen. Die Weichen hatten einen 600er Abzweigradius und waren nach dem Herzstück gerade. Das brachte dem Spielbahner viel Verdruß, weshalb der VEB Modellgleis Sebnitz bei der Entwicklung des Elitgleises Ende der 80er auch auf den Markt des NSW (Nichtsozialistisches Währungsgebiet) und seine Bedürfnisse Rücksicht nahm. Mit der Übernahme durch Tillig änderte sich einiges, vermutlich kommen einige "Unsininnigkeiten" aus den geänderten Rahmenbedingungen nach 1990.


Zitat von Railwolf im Beitrag #35

das erklärt aber nicht, warum in der Grafik von Tillig für den zweitkleinsten Radius 425 mm angegeben ist (und nicht 440 oder 435).
Mit 425 zu 380 kommt man nur auf einen Haufen Probleme; 435 hätte 55 mm zum R1 und 55 mm zum R3 gegeben, wie auch die weiter größeren Radien in 55-mm-Schritten gestaffelt sind.



Jetzt kommt der Hinweis auf die Geschichte: Das von Fritz Pilz entwickelte Gleissystem hatte als Zielgruppe den anspruchsvollen Modelleisenbahner. Deshalb die für damalige Verhältnisse große Anzahl von Weichen und der enge Gleisabstand von
380 - 60
440 - 60
500 - 50
550 - 50
600 - 50.

Zwar behaupteten die Kataloge in der DDR die Existenz fertig konfektionierter Gleisstücke, in der Realität gab es das im Laden nicht. Das mag im Westen anders gewesen sein, mir jedenfalls ist in meinem Leben noch kein Gleisstück mit verkupferten Eisenprofilen untergekommen.
Im Grunde war das Pilzgleis immer ein Bausatzsystem, Fertigweichen waren die Ausnahme. Man kaufte Weichenbausätze, Schwellenband und Profile, sofern es die gab. Wesentliche Anteile der Modellbahner nutzten noch nicht einmal die gebogenen Schwellenbänder, man schnitt einfach jeden zweiten Schwellensteg durch und hatte ein Flexgleis. Deshalb hatten die vorgegebenen Radien nicht die Bedeutung, die man heute vermutet.

Bis zur Wende waren vom Elitgleis die neuen Profile, die neuen Schwellenbänder und die Weiche EW1 mit 866er Radius fertig. Das sollte der Mindeststandard werden! Die Weiche mit 484er Radius und der Artikelnummer 85323 ist meines Erachtens ein Ausreißer, der Radius ergibt im Gesamtsystem in der Tat keinen Sinn, es sei denn, man betrachtet ihn als Industriekreis bzw einzeln zu verwendenen Radius auf Nebenbahnen.
Der R2 genannten Bogen mit 425 mm ist schon ein Rückschritt im Vergleich zum Vorgänger 440 mm und stellt nach meiner Meinung den Mindestradius dar.



Zitat von Railwolf im Beitrag #35

Entweder hat bei der Grafik jemand groben Bockmist gebaut (dann aber komplett, denn die Abstände von 65 bzw. 45 mm stehen auch in der Grafik), oder bei der Konzeption der Radien nicht weiter gedacht als sein Mützenschirm.



Wie gesagt, nach meiner Auffassung gehört der R1 nicht in das System, wird aber sicher trotzdem von vielen armen Seelen als Parallelkreis mißbraucht. Geht man aber ein Stück zurück und sieht das Elitegleis als in der Verarbeitung anspruchsvolles Bausatzprodukt mit Flexgleis welches wunderbare Gleisanlagern ermöglicht, dann sind die Fesseln starrer Radien ohnehin bedeutungslos.


Zitat von Railwolf im Beitrag #35

Ein konstanter 55-mm-Abstand zwischen allen Bögen würde eine entsprechende Weichengeometrie nahelegen, aber verschiedene Abstände. Und noch dazu gerade beim engsten merklich unterhalb der NEM-Angaben?



Wir wissen nicht, was sich die Entwickler vor fast 40 Jahren gedacht haben, meine Gedanken habe ich dargelegt. Ich bitte aber noch zu bedeken, daß wir mit zu kurzen Strecken auf der Modellbahn kämpfen. Und ein größerer Gleisabstand verkürzt die Strecken optisch, daher sollte man tunlichst auf der Strecke die Gleise zueinander rücken. Wenn ich mir so manche Anlage ansehe, wo man zwischen den Gleisen überall bequem einen Bahnsteig bekommt, wirkt das schon befremdlich!

Aber zurück zum Profigleis, hier hatten wir einen Gleisabstand von 61,6 (was ein unglücklich krummes Maß ist), bei Roco ebenso (wenn ich mich nicht irre), beim C-Gleis 77,5, beim Elitegleis 59 mm. Beim Fremo ist der Gleisabstand 46 mm und damit exakt auf dem heutigen Vorbildmaß von 4 m. Das preußische Maß von 3,5 m wären gute 40 mm in H0, das ist noch machbar, wenn bei den Dampfloks die Zylinder nicht zu weit rausragen.
Aber 77,5 mm sind beim Vorbild 6,75 m, das ist über Gebühr groß. Es erleichtert den Bau, vergeudet viel Platz (oder erspart dort Landschaftsbau). Aber ich komme vom Thema ab...

Andreas


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#37 von Railwolf , 17.07.2026 21:24

Hallo Andreas,

das ist alles sehr interessant zu lesen, und ich danke dir auch dafür, aber du hast das Problem offenbar nicht erfaßt:

in deinen Texten steht immer R2=440 mm (und der ist ja auch schlüssig), während die weiter oben verlinkte Grafik einen R2 = 425 mm angibt, der aus dem sonstigen 55-mm-Gleisabstand herausfällt.
380-435-490-545-600 hätte eine Logik in sich; 380-425-490-545-600 ist, Verzeihung, grober Unfug.


Mit vielen Grüßen

Wolf 🐺


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RE: Fleischmann Gleis HO wird nicht weiter produziert

#38 von Bügeleisenmann , Gestern 08:40

Guten Morgen!

Ich konnte mich wohl nicht verständlich ausdrücken, deshalb noch einmal anders.

Zitat von Railwolf im Beitrag #37
Hallo Andreas,

das ist alles sehr interessant zu lesen, und ich danke dir auch dafür, aber du hast das Problem offenbar nicht erfaßt:

in deinen Texten steht immer R2=440 mm (und der ist ja auch schlüssig), während die weiter oben verlinkte Grafik einen R2 = 425 mm angibt, der aus dem sonstigen 55-mm-Gleisabstand herausfällt.
380-435-490-545-600 hätte eine Logik in sich; 380-425-490-545-600 ist, Verzeihung, grober Unfug.


Wie gesagt, das Elitegleis sollte - so mein Kentnisstand - mit dem 425er als Mindestradius beginnen. Dann ist auch der Abstand zum 490er im Rahmen der NEM. Der 380er Radius gehört dort nicht rein, das ist einfach ein Artefakt und als Industriekreis zu verstehen. Was für Nebenbahnen, Werksbahnen und als Ersatz für den alten Kurz'schen Radius beim DDR-Gleis.
Im Grunde findet man beim Elitegleis wenigstens drei Grundannahmen, Ersatz und Ergänzung des Pilz/Tillig-Standardgleises; die Idee der späten 80er etwas sehr fortschrittliches zu entwickeln unter Ausschluß der Spielbahner und den Versuch, irgendwie alle Bedürfnisse zu bedienen.
Wie ausgeführt: Der 380er ist nicht als Parallelkreis zu verstehen.

Gruß
Andreas


 
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