Guten Morgen liebe Mitleserschaft!
1. erstmal zu Euren Antworten (wird lang – sorry):
@derdavidauswien – David,
Zitat von derdavidauswien im Beitrag #288
Das ist jetzt vielleicht eine wirklich doofe Frage, aber - was machst du dann eigentlich in weiterer Folge mit deinen Anlagen?
Verkaufst du die dann? Oder baust du sie wieder ab? Oder hast du schon irgendwo einen Schuppen voller Kleinanlagen? 
Erstmal vielen Dank für Deinen Zuspruch, das freut mich! Ja, ich habe schon Anlagen wieder verkauft. Wenn Loitzerwald fertig ist und ich mit Elgerswald angefangen habe, werde ich auch Loitzerwald verkaufen.
Zitat von derdavidauswien im Beitrag #288
Und verbunden damit meine zweite Frage: Hast du schon jemals in Erwägung gezogen, deine Anlagen von Anfang an erweiterbar zu gestalten? Gewissermaßen hätte man Elgerswald ja auch durch eine Erweiterung von Loitzerwald gestalten können. (Ganz davon abgesehen, dass dir bestimmt auch der Bau selbst viel Spaß macht, und man ja immer was dazulernt, etc.)
Ja, das habe ich. Ursprünglich war bzw. ist Loitzerwald ja erweiterbar. Es ist sogar als Durchgangsbahnhof geplant, der zusätzlich (eben bei beengten Platzverhältnissen) als Kopfbahnhof funktioniert. Das ist auch der Grund, warum ich damals – im ersten Planungsthread sowie auch in einer sehr hilfreichen Forendiskussion im MAPUD-Forum von OOK – keinen Lokschuppen eingeplant habe. Denn ein solcher wäre bei einem so kleinen Durchgangsbahnhof in jedem Fall nicht vorbildlich gewesen.
Jetzt haben sich aber zwei Erkenntnisse ergeben:
1. ich werde das daheim nie als Durchgangsbahnhof nutzen. Ich finde schon einen Fiddle Yard / Abstellbahnhof mehr als genug. Bei einem Durchgangsbahnhof braucht es immer zwei. Und jetzt fehlt mir der Lokschuppen, und wenn's nur für mein Spielbahn-Gemüt ist. Aber bei einem Endbahnhof kann man ihn auch unter Vorbildsgesichtspunkten verantworten.
2. das Gleissystem (Tillig Elite) ist zwar super, aber für meine speziellen Bedürfnisse das falsche. Ich kaufe mehr und mehr ältere Modelle, die hohe "Pizzaschneider" Radsätze haben. Daher gehe ich bei Bf. Elgerswald auf Roco Modellgleis, was natürlich heute kaum sonst einer macht – für mich ist das aber genau das richtige (hoffe ich).
Vor allem Erkenntnis Nr. 2 bedeutet halt, daß ich Loitzerwald nicht "umbauen" kann. Obwohl er vom Grundsatz sogar erweiterbar wäre! Daher, wie oben gesagt, geht Loitzerwald irgendwann sicher in den Verkauf.
@Hinnerk Zitat von Hinnerk im Beitrag #289
Das ging schon vernünftig vor rund 60 Jahren auf der Ausstellungsanlage im Verkehrsmuseum Nürnberg.
Da fuhr eine Kleinlok mit ein paar Waggons, beladen mit Holz, in ein Gebäude, Sägewerk o.ä., nach einer Weile kam ein identischer Zug mit unbeladenen Wagons wieder raus. Für mich Knirps war die Illusion perfekt.
Ja, das sowas geht, hab ich auch schon als Jugendlicher gesehen. Die ganzen "Klassiker" mit den Entwürfen von Ivo Cordes usw. sind ja auch aus den 80er Jahren, das ist mittlerweile auch schon lange her ... Gerade was den Betriebsablauf auf der Modellbahn angeht, finde ich nicht, daß wir da heute noch Fortschritte machen (wie auch – wenn die Abläufe gut dem Original nachgebildet sind, wie soll man das dann noch irgendwie verbessern). Wir machen heute eher nur noch in der Technik Fortschritte bei der Modellbahn wie z.B. Digitalisierung mit noch mehr Funktionen oder immer extremere Detaillierung.
@Badaboba – Volker,
Zitat von Badaboba im Beitrag #290
Ladeguteinsätze bei Schüttgütern finde ich persönlich eine Qual. Die meisten Einsätze passen nur für eine Bauart und wohin mit dem ganzen Zeugs…?
In einer FREMO Publikation las ich von loser Schüttung, das musste ich ausprobieren!
Woodland Schotter gekauft, der staubt weniger, und meine Ommis nach Zustellung zur Schotterverladung lose beladen. Wenn man anschließend eine Übergabe mit z.B. 10 derart beladenen Wagen fährt, kommt Betriebsfeeling pur auf, inkl. der Sorge, dass einem die ganze Fuhre umkippt…
Da habe ich wirklich das Gefühl, etwas Reales zu transportieren! Darauf möchte ich persönlich beim Mobabetrieb nicht mehr verzichten.
Ha! Die Idee finde ich gut. Das ist ein bißchen wie bei Lasercut-Häusern. Wenn man die baut, aus dicker Pappe und manchmal auch dünnen Holzteilen, hat man einfach eher die Illusion, ein echtes Haus zu bauen, als wenn es aus Plastik ist. So ist das sicher auch bei dem Ladegut.
Die Sache hat nur einen Haken: Also echte Kohle tu ich mir garantiert nicht an :) aber vielleicht finde ich ja irgendwas schwarzes, kohlenartiges, "sauberes". Das klingt wirklich gut!
Kohlewagen brauche ich eh am meisten, ansonsten sind O-Wagen ja in Loitzerwald nur für die Graff-Landmaschinenfabrik gefragt im Moment (1x die Woche und bei großen Aufträgen unregelmäßig auch mal mehr, bei Betriebsferien 6 Wochen gar keiner). Oder Rübenkampagne, aber das ist ja nur saisonal. Ich könnte natürlich auch einen Schotterwagen machen und den dann per Zufallsprinzip (2x6 würfeln oder so) fakultativ in den Fahrplan integrieren, nach dem Motto: wenn irgendwo gerade eine Baustelle ist und die das brauchen, dann muß er halt zugestellt werden, ansonsten auch mal ein paar Wochen lang gar nicht ...
Zitat von Badaboba im Beitrag #290
OT zum Miwula: Wunderschön, leider deshalb erfolgreich, weil es kein Modell einer Eisenbahn ist.
Ich finde das gar nicht schlimm – in mir schlagen da mehrere Herzen. Auch eine Spielbahn kann mich total begeistern. Meine Spur N-Anlage ist genau das ... da mir Rangieren nur in H0 Spaß macht, fahren die Züge in N bei mir wirklich nur noch konsequent im Kreis. Auch das MiWuLa ist letztlich eine riesige Spielbahn mit tollen Attraktionen ... ich finde schon, daß da einzigartige technische Wunderwerke bei sind wie der Flughafen oder die Formel 1. Ich kenne Leute, die überhaupt nur deswegen dahin fahren. Es sei ihnen gegönnt!
Am Ende ist die vorbildorientierte Modellbahn nur ein Teil der Modellbahn allgemein, die wieder ist nur ein Teil des Modellbaus, der nur ein Teil des großen Hobbys „Spielzeug“ ...
Ich hab auch gelernt, dass eine zu starke Vorbildorientierung irgendwie fast schon belastend sein kann. Ich hatte ja Bf. Loitzerwald anfangs auf 1927 datiert. Doch die Lebensrealität zu der Zeit – der erste Weltkrieg gerade vorbei, Weltwirtschaftskrise und Hunger vor der Tür, dann die Nazis und noch ein Weltkrieg ... je genauer ich mich mit Details auf meiner Anlage und den Hintergründen dazu beschäftigt habe, da kam keine rechte Freude auf. Inzwischen verstehe ich jeden Modellbahner, der sich diesen Stress nicht antut, einfach nach dem Motto: „Ich fahre, was mir Spaß macht, so genau will ich es gar nicht wissen!“ Gerade bei den ganz alten Epochen – ab Epoche III sieht es m.E. dann doch deutlich "rosiger" aus ...
so sorry, genug abgeschweift!
2. Neues vom GüterschuppenHier geht's nur langsam voran, aber immerhin: Ich habe jetzt eine schmale Rampe gemacht, daß man bequem Handkarren und dergleichen hoch zum Schuppen schieben kann. Und daneben ist Platz, daß ein LKW direkt rückwärts an den Schuppen bzw. die Plattform kann. (An der Rückwand des Schuppens geht das ebenfalls, da ist ja auch ein Ladetor – dies ist aber wegen der Hintergrundkulisse nicht mehr sichtbar.)

Die Rampe paßt von der Höhe, da noch ein dicker Kartonboden drauf kommt. Danach kann alles zusammen (Rampe + Schuppenboden. der ist ja auch aus dickem Karton) mit Pulverfarben noch etwas ausgestaltet werden.
Hier noch ein Schnappschuss vom Betrieb in Loitzerwald:

... es ist Donnerstag und daher steht am Güterschuppen der wöchentliche Kühlwagen für die Schlachtung parat. Damit werden neuerdings manchmal auch Bananen für die große Genossenschaft angeliefert! Der Kühlwagen wird mittwochs mit dem ersten Güterzug morgens zugestellt und Donnerstag vormittags abgeholt. Die 91er ist grad mit dem 10:30 Uhr Güterzug eingetroffen und setzt jetzt um, damit sie Waggons zustellen und abholen kann - unter anderem den fertig beladenen Kühlwagen. Abfahrt ist um 11:15. Ganz vorn am Rand ragt noch dem Oskar sein Tempo Matador Pritschenwagen ins Bild. Der ist im Moment froh, daß der Kohlewagen dahinter schon entleert ist und somit niemand mehr seinen schönen neuen Lastwagen schmutzig machen könnte!
Und wenn man ganz genau hinschaut, sieht man Karl und Artur beim Plausch hinter der offenen Schuppentür, an der immer noch die Türgriffe fehlen ... ihren Kühlwagen haben sie ja fertig und warten jetzt auf die nächsten Aufgaben.
LG
Thomas