RE: Signal- und Weichensteuerung für M-Gleis-Anlage

#1 von Steffen_Berlin , 22.03.2020 19:08

Hallo, liebe H0-Modellbahn-Freunde,

ich wollte gern mal eine Erfahrung zur Weichen- und Signalsteuerung mit Euch teilen, die ich bei dem letzten Aufbau meiner Märklin-Bahn gesammelt habe. Ich habe dazu leider keinen schon vorhandenen Chat gefunden, daher mache ich jetzt einen eigenen auf.

Vorab zur Ausgangslage: Ich verwende M-Gleise von Märklin (Punktkontakte) und fahre komplett analog. Ich wollte einen klassischen Block-Betrieb realisieren, dass also ein fahrenden Zug den hinter sich befindlichen Gleisblock freigibt (also das Einfahrt-Signal für diesen Block auf grün schaltet) und den Block, in dem er sich gerade befindet, für nachfolgende Züge sperrt (also das Einfahrt-Signal für diesen Block auf rot schaltet). Ich brauchte also eine elektrische Information, wenn der letzte Wagen eines Zugs einen Gleisabschnitt verlassen hat.

Märklin sieht für solche Fälle zwei Möglichkeiten vor, die jedoch alle für mein Problem nicht passten:

1) Kontaktgleise: Hier überbrückt ja schon die erste Achse eines Zugs (also i.d.R. die Vorderachse einer Lok) und liefert das Signal. Ich müsste also ein Kontaktgleis so spät in einen Block einbauen, dass der letzte Wagen auch des längsten Zugs den vorherigen Block verlassen hat. Außerdem müsste jeder Block dann mehr als doppelt so lang wie der längste Zug sein, damit ein am Eingangssignal der nächsten Blocks stehender Zug nicht noch mit einem hinteren Wagen das Kontaktgleis des belegten Blocks überbrückt. So lang wollte ich meine Blöcke nicht gestalten, da mir dafür auch der Platz fehlte.

2) Schaltgleise: Auch hier habe ich das o.g. Problem, dass schon der Schleifer der Lok das Signal liefert, mit denselben Folgen für die erforderliche Mindestlänge der Blöcke.

Ich habe es dann mit kleinen Reedrelais versucht, die ich auf dem Gleis montiert und mittels eines Magneten unter dem jeweils letzten Wagen der Züge geschaltet habe. Das daraus abgreifbare Signal konnte ich auch problemlos zur Signal- oder auch Weichensteuerung (über Relaismodule mit Abschaltvorrichtung) verwenden. Das Problem dabei ist jedoch, dass auf Dauer die kleinen Magneten unter den Wagen die M(etall)-Gleise magnetisieren, von allem die zu überfahrenden Weichenzungen. Das führte dazu, dass die nach einiger Zeit bei Schaltvorgängen von Weichen die Weichenzungen klebten und nicht oder nicht mehr vollständig an die neue Stellung kamen.

Als Lösung habe ich folgendes gefunden:

Ich befestige die kleinen Reedrelais an den Streckenmasten der Oberleitung und steuere diese über seitlich am letzten Wagen eines Zugs angebrachte Magneten an. Das kann man (sowohl am Wagen, wie auch am Mast) sehr diskret machen; ich finde, man sieht das nicht wirklich. Jedenfalls funktioniert die Signal- und Weichensteuerung auf dieser Basis perfekt!

Einzige Ausnahme (und vielleicht hat dafür noch jemand von Euch eine Idee): Meine E-Lok BR 103 (3054, TEE) hat im Motor offensichtlich einen so starken Magneten, dass sie die an den Streckenmasten montierten Reedrelais gelegentlich auslöst. Bei allen anderen Loks habe ich das Problem nicht. Weiß dafür vielleicht noch jemand eine Lösung?

Wenn Ihr noch Fragen zu meiner Darstellung oben habt, bitte gern melden.

Viele Grüße
Steffen


Steffen_Berlin  
Steffen_Berlin
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Registriert am: 28.05.2018


RE: Signal- und Weichensteuerung für M-Gleis-Anlage

#2 von LPW ( gelöscht ) , 22.03.2020 23:21

Hallo Steffen,

Zitat

Vorab zur Ausgangslage: Ich verwende M-Gleise von Märklin (Punktkontakte) und fahre komplett analog. Ich wollte einen klassischen Block-Betrieb realisieren, dass also ein fahrenden Zug den hinter sich befindlichen Gleisblock freigibt (also das Einfahrt-Signal für diesen Block auf grün schaltet) und den Block, in dem er sich gerade befindet, für nachfolgende Züge sperrt (also das Einfahrt-Signal für diesen Block auf rot schaltet). Ich brauchte also eine elektrische Information, wenn der letzte Wagen eines Zugs einen Gleisabschnitt verlassen hat.

Märklin sieht für solche Fälle zwei Möglichkeiten vor, die jedoch alle für mein Problem nicht passten:

1) Kontaktgleise: [...]
2) Schaltgleise: [...]


besser wäre es, wenn Du wie beim Vorbild (Drucktasten-Spurplan-Stellwerke) Gleisstromkreise hättest. Die sind aber wohl nur beim K- und C-Gleis möglich, weil Du bei Deinen Metallgleisen die beiden Schienen elektrisch nicht trennen kannst. Elektrisch betrachtet bist Du also ein Zweileiter-Fahrer .


Zitat

Als Lösung habe ich folgendes gefunden:

Ich befestige die kleinen Reedrelais an den Streckenmasten der Oberleitung und steuere diese über seitlich am letzten Wagen eines Zugs angebrachte Magneten an. Das kann man (sowohl am Wagen, wie auch am Mast) sehr diskret machen; ich finde, man sieht das nicht wirklich. Jedenfalls funktioniert die Signal- und Weichensteuerung auf dieser Basis perfekt!

Einzige Ausnahme (und vielleicht hat dafür noch jemand von Euch eine Idee): Meine E-Lok BR 103 (3054, TEE) hat im Motor offensichtlich einen so starken Magneten, dass sie die an den Streckenmasten montierten Reedrelais gelegentlich auslöst. Bei allen anderen Loks habe ich das Problem nicht. Weiß dafür vielleicht noch jemand eine Lösung?


Du könntest versuchen, das Magnetfeld in der betroffenen Lok mit ferromagnetischem Material abzuschirmen, also einem Material, das Magneten anziehen. Das Magnetfeld wird darin nämlich gebündelt - wie auch durch die Polschuhe eines Elektromotors - und schwächt sich so in der Umgebung ab. Vielleicht deutet die starke Streuung dieser Lok sogar auf einen Defekt in, etwa einen losen Magneten in der Lok.

Generell wären vielleicht IR-Reflexlichtschranken in Gleismitte am sichersten. Die wären auch am diskretesten, wenn die erforderlichen Bohrungen auf die schwarzen Schwellen fallen würden. Vielleicht gibt es dafür sogar fertige Module in hinreichend kleiner Form, die sich direkt in der Bettung der M-Gleise unterbringen lassen. Die benötigen allerdings i.d.R. Gleichspannung als Versorgung und können auch nur eine Gleichspannung schalten.

Mit freundlichen Grüßen
LPW


LPW

   


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