An Aus


RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#1 von Schindlerdosto , 23.03.2020 21:12

Werte StummianerInnen,

Kurz über mich: Mein Sammelschwerpunkt sind Reisezugwagen - und sagen wir - ich habe den Einen oder Anderen zuhause. Trotz ACME gibt es aber in der Sammlung immer noch Lücken (abgesehen davon dass mir ACME eine etwas zu empfindliche Angelegenheit ist). Diese möchte ich in nächster Zeit mit Umbaumodellen stopfen.

Ich hatte mich letztens im "geschnitten Brot"-Thread von Falcon nach passenden Werkzeugen für die Bearbeitung von Modellen erkundigt und war dabei von einem User auf Resinsägen hingewiesen worden. Leider war der mir empfohlene Laden "das-kantoor" so gut wie nicht zu erreichen, so dass es ebay tun musste.

Lange Rede, kurzer Sinn: Am Freitag ist endlich meine Resinsäge aus dem Hause JLC eingetrudelt - und da ich - wie die Meisten von uns - mehr Zeit hatte als sonst, wollte ich mich endlich in den Waggonumbau stürzen.

Vorbild:
Der BDuu ist ein Fahrradwagen, der aus Halbgepäckwagen BDms entstanden ist und sich - wie die letzten n-Wagen - wacker in Baden-Württemberg und bei TRI im Einsatz hält. Der Wagen ist durch seine Ausrüstung zum Fahrradtransport und seine große Schwenkschiebetür eine gute Ergänzung für n-Wagen-Züge in Ausflugsgebieten. So waren die Wagen zeitweise auf der Eifelstrecke, an Mosel und Enz und an der Murg im Einsatz. Aktuell laufen die Wagen noch im "Radexpress Murgtäler" und für National Express im Verstärkerzug der RB48 zwischen Wuppertal und Bonn.

Bild 1: Vorbild, hier in Bad Wildbad


Basiswagen hierfür sind ein Roco BDms in 1:87 und ein verbastelter Roco Avmz in 1:100, beide in Produktfarben. Der BDms hat noch eine einfache Zugschlussbeleuchtung, aber da ein BDuu ja über ein Wendezugkabel verfügt, wird diese erst einmal deaktiviert. Hauptanteil des Umbaus wird der Türentausch sein - es müssen überall Schwenkschiebetüren in den Wagen. Eigentlich müsste ich auch noch die Stirntüren ersetzen, das ist mir aber ehrlich gesagt dann doch zu fummelig. Also bleibt es vorbildwidrig beim Rollo.

Los geht es natürlich erst einmal mit einem Versuchskaninchen - auch wenn die Basiswagen eher Bastelwagen sind, will man ja unnötige Fehler vermeiden.

Bild 2: Versuchskaninchen mit Werkzeug


Zur Planung der Schnitte habe ich erst einmal mit dem Bleistift eine Abbildung der Seitenwände gerubbelt. Ich stelle fest, dass die große Schwenkschiebetür ohnehin selbst geschnitzt werden muss, da sie beim Vorbild schmaler ist als die Türöffnung der Falttüren.

Bild 3: Schnittplanung


Nun geht es ans Eingemachte: Zunächst rücke ich dem Avmz zu Leibe - er muss zwei seiner Türen mit Fenstereinsätzen herausrücken. Ich fange immer mit dem schwierigsten und kürzesten Schnitt an - zumeist oben im Türsturz - damit ich am Ende nicht so viel sägen muss, wenn nur noch wenig Material steht und die Angelegenheit besonders brüchig wird. Zusätzlich klemme ich einen Stapel Klebezettel zwischen die Wagenseiten, damit ich beim Festhalten den Wagenkasten nicht so zusammendrücke. Die Sägerei funktioniert erstaunlich gut und ich kann die Türen fast passend ausschneiden.
Besonder spannend ist es natürlich bei den Gepäckraumtüren, wo lediglich oben ein Steg im Wagenkasten bleibt.

Die große Schwenkschiebetüren müssen im Selbstbau entstehen - gut dass ich hier von früheren Projektversuchen noch Polystyrolplatten herumfliegen habe. Die Fenstergröße bemisst sich aus den Türen am Wagenende. Ich habe in meinem Dremelkoffer noch einen passenden Bohrer zum Vorbohren - aaaber: Das Spannfutter ist zu groß, so muss es der Handbohrer tun. Solange ich damit keine Stahlplatten durchbohren muss, geht das aber auch. Weil ich kein Nietenzähler bin, positioniere ich die Bohrungen anhand einer der Türen in vertikaler Richtung und horizontal anhand eines Vorbildfotos.
Nach drei Versuchen habe ich zwei passende Türen, in denen sich sogar das Fenster einklipsen lässt.

Leider verabschiedet sich das Skalpell recht flott - naja, als Set mit Schneidunterlage für 3,99€ kann ja auch nicht toll sein. Wer billig kauft, kauft eben zweimal.

Bild 4: Klick...


Gut, das soll es aber auch erst einmal gewesen sein. Die restlichen Schnitte klappen auch mit der Säge und einem Teppichmesser (wo ein Wille ist, da ist ein Weg) - so dass das Anprobieren wenigstens klappt.


Bild 5: Tadaa!



Wie soll es nun weiter gehen:

1. Einkleben der Türen: Ich muss natürlich darauf achten, dass sich der Wagenkasten danach auch noch wieder auf das Fahrgestell klipsen lässt - das ist bei den Roco UIC-Z- Wagen (z.B. den Interregiowagen) leider nicht immer ganz einfach. Wahrscheinlich werde ich die Türen im zusammengebauten Zustand einkleben - das hat allerdings auch noch die Herausforderung, dass ich natürlich fürs Lackieren die Fenstereinsätze und das Fahrgestell auch wieder abnehmen können muss. Wahrscheinlich werde ich Polystyrolstreifen einkleben und die Türen kommen anschließend drauf.

Als Kleber habe ich übrigens eine Tube Ruderer. Tolles Zeug, aber es verschweißt kalt und löst alles - vorzugsweise Lack... Gibt es Besseres?

2. Inneneinrichtung: Eigentlich haben die Wagen eine Flugzeugbestuhlung - fast alle Sitzreihen schauen aufs Fahrradabteil. Der Halbgepäckwagen hat natürlich Abteile. Ich werde sicher mindestens die Abteilwände wegsäbeln, werde wohl aber erst einmal auf einen vollständigen Innenumbau verzichten - sonst frage ich hier am Ende noch nach funktionsfähigen Vakuumtoiletten in 1:87...

3. Spachteln: Oh weia, da habe ich ja nun gar keine Ahnung von. Ich hätte jetzt erst einmal Modellbahnspachtelmasse und einen feinen Spachtel erworben und dann nach Gebrauchsanleitung losgelegt.

4. Lackieren: Falcons "Life Colour" - Farben habe ich schon einmal gefunden. Muss ich vorher den Lack anschleifen? Zumindest sein Doppelstocksteuerwagen "geschnitten Brot" sieht ja von der Oberfläche her auch pinsellackiert ganz gut aus - und für fünf (oder doch sieben?) Wagenprojekte fange ich glaube ich nicht mit Airbrush an... Fehlt auf meiner Einkaufsliste was?

- Verkehrsrot, Lichtgrau und ein dunkles Grau für Rahmen und Dach (oder haben Dächer eine andere Farbe?), ggfs. ein Blau für die Sitze
- Verdünner
- Tamiyaband zum Abkleben (man soll da wohl immer Markenware nehmen, sonst ärgert man sich)
- Pinsel (aber was für welche?)

Ich würde dann wohl mit verdünnter Farbe in mehreren Schichten von hell zu dunkel lackieren. Muss ich dann eigentlich das Lichtgrau überall auftragen oder reicht es, wenn ich damit die lichtgrauen Flächen lackiere?

5. Beschriftung. Nun ja, wenn ich irgendwann mal ein Decal anfange...

Soweit erst einmal von mir. Kritik, Anregungen und Tipps sind hochwillkommen.

Vg,

schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#2 von ZugAlex , 24.03.2020 09:52

Hallo Schindlerdosto!

Toll, dass du den Bduu nachbaust. Ich erinnere mich da an eine tolle Fahrt im Murgtäler RadExpress (der ja dieses Jahr sogar wieder mit n-Wagen fahren soll ).
Ich würde mir wirklich ein Großserienmodell wünschen.

Soweit ich weiß, fährt der Bduu bei TRI aber nicht auf der RB48, sondern auf dem Meridian Ersatzzug München-Kufstein und bei der Alex Süd Ersatzgarnitur.

Deine Umsetzung sieht auch aktuell schon wirklich gut aus. Ich freu mich auf das Ergebnis!

Tipps kann ich dir leider keine geben, ich selber habe noch nie sowas gemacht (auch wenn ich es mir immer wieder vornehme ops: ).

Grüße
Alexander



Teppichbahning mit meinem Bruder (Epoche 5/6): viewtopic.php?f=168&t=167590


 
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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#3 von Kehrdiannix , 25.03.2020 22:55

Hallo Schindlerdosto,

das sieht doch schonmal gut aus. Bin gespannt, wie es weitergeht!

Ist das obere Werkzeug auf dem zweiten Bild die Resinsäge? Von so einem Werkzeug habe ich noch nie gehört; ich habe bisher immer mit einem kleinen Cuttermesser oder einer Säge gearbeitet, aber ich werde mich mal kundig machen, was diese Resinnsägen so können.

Zu Deinen Fragen ein paar Antworten:
Ich verwende fast immer den UHU Plast Spezial. Die meisten Kunststoffe, die im Modellbau verbreitet sind, kann man damit gut kleben. Ich probiere immer erstmal an Stelle im Inneren des Modells aus, ob der Kleber den Kunststoff löst, bevor ich die Säge ansetze.

Zum Spachteln habe ich die Spachtelmasse von Revell genommen. Ist vielleicht nicht optimal, aber ganz passabel zu verarbeiten und leicht zu bekommen. Ich benutze als Spachtel ein stumpfes Messer und schleife danach mit 400er und 1000er Schleifpapier aus dem Baumarkt glatt. Ist eine Fleißarbeit und das Ergebnis wird dann gut, wenn man geduldig arbeitet.

Zum Lackieren: Wenn Du nur kleine Stellen lackieren willst, geht das bestimmt gut mit dem Pinsel. Wenn Du aber einen ganzen Wagen lackieren willst, würde ich Dir davon abraten, man sieht es später gsicher auf dem Wagen. Es gibt einigermaßen bezahlbare Airbrushs bei Conrad, aber das braucht einige Übung, bis das gut wird. Sonst kannst Du auch Spraydosen kaufen. Lichtgrau gibt es quasi in jedem Baumarkt, Verkehrsrot und Anthrazitgrau (für das Dach und den Rahmen) könnten schwieriger zu finden sein. Pinsel benutze ich "irgendwelche", die wahrscheinlich aus dem Schulmalkasten übrig geblieben sind. Damit mache ich aber nur Kleinigkeiten, keine flächigen Lackierungen. Und ansonsten: Wenn Du mal Airbrush anfängst, ist es viel angenehmer, mit wasserlöslichen Farben zu arbeiten. Ich mische mir meine Farben aus Revell AquaColor, die sind günstig und gut zu bekommen. Lösemittelfarben mag ich beim Verarbeiten gar nicht, weil es stinkt und man mit viel Verdünner auswaschen muss, statt einfach Wasser nehmen zu können. Außerdem trocknet das Zeug (auch an den Fingern) sehr langsam. Dafür haften die Lacke besser.

Wenn Du den Wagen neu lackierst, würde ich ihn zuerst komplett in Lichtgrau spritzen, dann hast Du einen gleichmäßigen und deckenden Untergrund. Anschleifen hat bei mir nicht wirklich geholfen, da ist eine Kunststoffgrundierung wirkungsvoller. Außerdem kann man beim Schleifen ganz schnell Details wegschleifen ... Ganz wichtig ist, das Modell vor dem Lackieren zu entfetten und beim Anfassen dann ein Tuch zu benutzen.

Und nun - viel Erfolg, ich bin gespannt!


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#4 von mss , 25.03.2020 22:59

Hallo,

Ein interessanter projekt, wenn auch recht aufwendig. Hoffentlich geht es bald weiter

Einige bemerkungen dazu:
Die Schwenchiebetüren am Wagenende wurde Ich wie der Gepäckraumtür selber machen. Die Eurofima-Türen passt nicht wirklich mit der alte Handgriff usw.

Hast du ein Lösung für die Fenster? Da braucht du entweder Klappfenster, vielleicht aus Eurofima-wagen 2. Kl. -oder gemischt halb- und festfenster aus ein IR oder modernisierten Silberling Wagen. Kommt auf der Vorbildvariante an.

Die Sitze könnte du ein alter Roco Bpmz oder Corailwagen entnehmen.

Bezüglich die Farben:
Ja, Dach und Rahmen ist beide RAL 7012 Basaltgrau. Wagenkasten RAL 3020 Verkehrsrot.
Türen + Begleitstreifen RAL 7035 Lichtgrau.


MFG Morten aus Dänemark
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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#5 von Schindlerdosto , 27.03.2020 21:34

Hallo Allerseits,
danke für die Antworten. Am liebsten würde ich gleich in die Geschäfte rennen... Moooment. Leider erweisen sich die umliegenden Fachgeschäfte trotz weiterlaufendem Betriebes eher unflexibel was das Abholen angeht - da werde ich wohl doch bestellen müssen. Und bis die Einkaufsliste zusammen ist...

Aber erst einmal muss ich natürlich auch noch einmal mit dem Kleber experimentieren - das Zeug lag jahrelang bei mir rum und ich muss erst einmal schauen ob es noch gut ist. Vielleicht schaffe ich es schon am Wochenende, die Türen an ihren Einbauort zu bringen - dann zieht es drinnen nicht mehr so.

Was die Spraydosen angeht: Da gibt es schon noch was - meint ihr, dass das funktionieren könnte?
https://www.bauhaus.info/buntlackspray/d...3020/p/20130093
https://www.bauhaus.info/buntlackspray/d...lor%20Lichtgrau

Das Anthrazit wird aber noch schwierig?

Da fast alle meine Projekte ohnehin mit den drei Farben auskommen würden (da hat das aktuelle Farbschema schon so seine Vorteile) ginge das mit den Spraydosen vielleicht sogar noch - auch wenn ich ganz sicher nicht 400 mL Lack auf den Modellen verballern dürfte... Sollte vielleicht mein Zweitfahrrad dran glauben müssen?

@Morten: Ja, mit dem Handgriff stimmt das schon - aber jetzt habe ich den IC-Wagen geschlachtet. Ich kann ja noch einmal in mich gehen, aber eine Art von Griff haben ja auch die verwendeten Türen für die Notöffnung.
Mit den Fenstern wird's auch schwierig - leider passen die vom Roco-Avmz nicht. Und was die Sitze angeht: Von meinem einen Roco Vtu gibt's nix! Großraumschrottwagen habe ich leider auch nicht da. Das Modell ist ja jetzt auch erst einmal eine Spielwiese und da muss es auch irgendwann fertig werden. Als nächstes steht nämlich noch einmal ein ähnlicher Wagen und ein Steuerwagen an - da sollte es dann schon besser passen.

Vg,

Paul


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#6 von Schindlerdosto , 28.03.2020 15:50

Hallo Allerseits,
ich hadere gerade mit meiner Einkaufsliste - so ganz traue ich mich ja nicht ans Airbrushen, aber Lacke auf Wasserbasis wären mir schon lieber.

Soll man eigentlich besser matten oder glänzenden Lack nehmen? Ich tendiere zu ersterem, das passt ja auch zu meinem Vorbildfoto...

schoki41


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#7 von Kehrdiannix , 29.03.2020 22:26

Hallo,

mir persönlich ist egal, ob die Lacke matt oder glänzend ist. Man sollte die fertige Lackierung auf jeden Fall noch mit Klarlack überziehen, um sie haltbarer zu machen und zu schützen. Üblich ist im Modellbau seidenmatter Lack, der dann ähnlich aussieht wie die Kaufmodelle. Wenn man Decals aufbringen will, sollte man vorher eine Schicht glänzenden Lack auftragen, weil Decals darauf besser haften. Anschließend sollte man das mit seidenmattem Klarlack versiegeln.

Die Sprühdosen sollten taugen! Aber üb vor dem Lackieren ein wenig, damit Du nicht am Ende Lacknasen oder zu viel Lack auf dem Modell hast.


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#8 von Schindlerdosto , 04.05.2020 22:02

Hallo StummianerInnen,
dieses Wochenende hat es mich wieder einmal gejuckt und ich habe nicht nur an meinem Bduu weitergebaut, sondern auch zwei weitere Projekte angefangen.

In der Zwischenzeit bin ich auch ganze 60 Kilometer geradelt, um zwei AMS-Platten und ein neues Skalpell zu besorgen - selbst in Europas größtem Ballungsraum ist das Beschaffen von Grundmaterialien manchmal gar nicht so einfach.

Doch beginnen wir mit dem Bduu: Hier mussten noch die Türen eingebaut werden. Löcher und Türblätter waren ja schon fertig, aber das Ganze musste ja noch passend gemacht werden. Also habe ich die Türblätter mit Schleifpapier in Form gebracht:

Bild 1: Abschleifen + mein neues Messer


Was auf den Bildern nicht zu sehen ist: die schmalen Schwenkschiebetüren ragen über die Wagenkastenunterseite heraus. Da hier beim Spenderwagen allerdings Klappstufen angedeutet sind und ich Wagenkasten und Fahrgestell darüberhinaus gerne weiterhin trennen können möchte, mussten die Trittstufen raus und ich musste mit einer Schlüsselfeile ordentlich arbeiten, bis für alles Platz vorhanden war.

Dem Wagen fehlen ansonsten noch zwei Kupplungsdeichseln (laut meinem Händler liefert Roco momentan keine Ersatzteile aus...) und eben - Spachtel und Farbe. Spachtel werde ich wohl erst einmal bei Revell kaufen, aber mit der Farbe bin ich unsicher. Wenn ich @Kehrdiannix richtig verstehe, dürfte ich mit Pinsellackierung nicht glücklich werden.
Aber wird es besser, wenn ich Sprühdosen aus dem Baumarkt nehme?

Plan wäre, erst zu Grundieren, dann alles Lichtgrau zu lackieren und sich dann mit Tamyaband, Verkehrsrot und Grau vorzuarbeiten (Danke an Morten noch einmal für die Farbcodes, ich vergesse sie immer wieder). Dank ebay-Kleinanzeigen habe ich jetzt auch schon Übemodelle.

Aktueller Stand ist jetzt jedenfalls wie Folgt. Mir gefällts schon ganz gut.

Bild 2: Seite 1



Bild 3: Seite 2


Ach so: An der Inneneinrichtung habe ich mich auch verdingt: Die Abteilwände und Seitengangtüren sind rausgeflogen (der Mist war festgeklebt). Sicher - am besten wäre es ich schlachtete einen Großraumwagen, aber so genau bin auch nicht. Außerdem hat das Vorbild eine Reihenbestuhlung (alle Blicke aufs Fahrradabteil) - da müsste ich stückeln ohne Ende.


Kommen wir aber nun zu den neuen Projekten.

Projekt 3: Steuerwagen Bpmmdzf

Die Steuerwagen dürfte ja jeder kennen - auf der Basis von DR-Halberständtern baute die junge DB Steuerwagen für ihre ICs um. Eine Handvoll Wagen haben auch ein Betätigungsfeld im Nahverkehr bekommen und verbinden (noch) als MüNüX Bayern mit Franken.

Leider gibt es das Vorbild nur verkürzt von Fleischmann - maßstäblich gibt es nur den Bimdzf von Roco - den habe ich zwar auch, aber er fährt (fuhr) eben vor allem auf den Ost-West-Linien und im Verstärkerverkehr. Meine Haus-IC-Linie Karlsruhe-Hamburg wurde schon zu IR-Zeiten mit Bpmbdzf bedient. Meine längste Strecke hinterm Lokführer (Frankfurt-Lüneburg) habe ich entsprechend in einem dieser Wagen zugebracht.

Da ich allerdings noch einen etwas ramponierten Bvmsz und einen Bimdzf von Roco hatte, möchte ich mir selbst helfen.

Bild 4: Vorbildfoto


Zunächst habe ich mir als "Zeichnung" ein paar Fotos im 90-Grad-Winkel zusammengebastelt und auf 30 cm Länge skaliert.

Bild 5: Zeichnungsersatz



Als nächstes folgten meine bewährten Abpausungen. Wenn man da nen Schnitt zu viel setzt, ist es nicht so ärgerlich .


Bild 6: Abpausung


Ziel war, einen guten Vorbildeindruck zu erreichen und ungefähr die maßstäbliche Länge zu treffen. Mit den Spenderwagen konnte ich also auf Details wie Fensteranzahl nicht unbedingt Rücksicht nehmen .

Bild 7: Vorbildvergleich


Wie man sieht, geht es sich halbwegs aus, wenn man aus dem Bvmsz zwei Fenster ausbaut.

Ganz angenehm an den 1:100er-Wagen ist, dass sie sich gut demontieren lassen und dass Dach und Seitenwände aus einem Guss bestehen.

So komme ich recht schnell zum Zwischenergebnis:

Bild 8: Zwischenergebnis:


Meint ihr, dass das zu große Fenster zwischen Tür und Kopf später sehr stört? Es gibt den Steuerwagen auch ohne dieses Fenster, ich könnte es also noch verschließen.


Projekt 3: Bbds

Ich habe die Idee schon sehr lange, aber User Kehrdiannix hat mich auch noch einmal geimpft: Ebenfalls fehlt in H0 ein Modell des Bbds - einem Fahrradwagen auf Basis des DR-Bghw. Diese Wagen habe ich selber nie persönlich gesehen, aber sie waren wohl vor allem auf nicht elektrifizierten Strecken in Neufünfland verbreitet. Mit Aufkommen von Triebwagen und Steuerwagen hatte sich das mit den Wagen aber sehr schnell und sie wurden laut https://www.bghw-wagen.de/ (Dank an @Kehrdiannix für den Link) dann nach Bulgarien und zur GySeV verkauft.

Zunächst eher zum Verwursten von Fahrgestell und Wagenkasten des Bimdzf gedacht, hat das Projekt eine gewisse Eigendynamik entwickelt...

Die Ausführung beginnt (natürlich) mit einer Radtour - über Kleinanzeigen wurde nämlich Grundmaterial besorgt: zwei Spielwagen von Piko (Rekowagen mit "Schlafwagen" und "Restaurant"bedruckung - jaja...) und ein Bghw-Wagen.

Eigentlich passen die Drehgestelle bei dem ersten Wagentyp und der Bghw-Wagen sollte geschlachtet werden. Da aber die Fahreigenschaften der ersteren gruselig sind und der zweite mir zum Zersägen zu gut gefällt, verwerfe ich den Plan und schwenke wieder auf die Ursprungsidee. Einer der Pikowagen muss lediglich eine Stirnseite opfern.

Bild 9: Fast kein Verschnitt


Die Inneneinrichtung ist nix für Puristen: Das Klo gehört woanders hin und es fehlt das Abteil mit den Klappsitzen...

Bild 10: Ich weiß, die Inneneinrichtung passt nicht


Die Arbeiten gehen ziemlich schnell von der Hand - ich entnehme einem Schrottwagen noch eine Kurzkupplungskulisse und füge sie an das kupplungslose Ende ein. Dabei verabschiedet sich die erste Klinge der Resinsäge. Naja, ich habe ja noch eine...

Bild 11: Einbau der Kupplung


Bild 12: Kupplungshöhe - passt


Natürlich musste ich auch das Fahrgestell kürzen. Ich bin gespannt, ob meine Konstruktion nach dem Durchhärten des Klebers hält - gerade bei tragenden Teilen muss man ja vorsichtig sein... Nächster Vorteil der 1:100-Wagen: Die Schürze überdeckt die Klebestelle.

Bild 13: Wagenboden


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#9 von Schindlerdosto , 11.05.2020 21:59

Hallo Allerseits,
ich habe mich heute mal wieder drangesetzt. Zuallererst ein kleines Nebenprojekt:

Ich wollte immer mal einen Schneepflug haben. Bei einer Auktion auf 123 bot sich ein dreiachsiger Tender für 3€ als Basis an.

Nach Entfernen der Kohle und dem Einkleben von Passtücken habe ich mich an die Räumschilde gemacht.

Über einer Kerze habe ich 1er-Polystyrol vorsichtig gebogen, um eine Schneeräumerform anzudeuten. Das Ganze wurde dann mit Ruderer verklebt.



Dann habe ich noch angefangen, etwas Spachtel am Modell zu verschmieren - ich habe den Revellspachtel genommen und einen Eisstiel zum Verstreichen genommen. Ich hatte etwas unterschätzt, dass Spachtel auch ein wenig muffelt...

Morgen werde ich mich ans Schleifen machen.

Dann war mein Bpmmdzf dran - hier gibt es mehrere Baustellen:

Zunächst habe ich das Oberteil verklebt, wobei ich die eingezogene Fahrradabteiltür (war ja vorher am Wagenende) mit der Kerzenmethode etwas begradigt habe. Obwohl ich auf der Rückseite das Material angesägt hatte, hat sich dabei leider die Fensteröffnung verzogen. Die Einsätze passen aber noch hinein.

Der nächste Schritt war dann etwas komplizierter - da der Wagen länger wird, muss das Drehgestell weiter in Richtung Führerstand rutschen - dafür habe ich die Endseite mit Kinematik zersägt, die Puffer entfernt und das Ganze umgedreht. Das Ganze wurde beidseitig mit Polystyrolplatten (2er) verklebt. Hoffentlich hält es...



Da mir die Frontkupplung wichtig ist, aber die Kräfte durch das kurze übriggebliebene Stück kaum sinnvoll durchkommen dürften, habe ich eine kräftige Kupplungsaufnahme gebaut.



Am Ende sieht man schon, was es werden soll.



Kennt wer günstige Möglichkeiten der farblichen Anpassung der Inneneinrichtung? Ich denke Revell dürfte unnötig teuer für etwas sein, was man später ohnehin kaum sieht, aber wenn man schon mal dran ist...

Abschließend haben alle Wagen bis auf der Bduu schon einmal großzügig Spachtel bekommen. Hübsch sieht es ja nicht aus, aber das scheint ja wohl so zu gehören...

Jetzt verlasse ich mal meinen Arbeitstisch, bevor mir der Spachtel noch zu Kopfe steigt .

Vg,
Schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#10 von Chrischi84 , 11.05.2020 22:24

Zitat

Was die Spraydosen angeht: Da gibt es schon noch was - meint ihr, dass das funktionieren könnte?
https://www.bauhaus.info/buntlackspray/d...3020/p/20130093
https://www.bauhaus.info/buntlackspray/d...lor%20Lichtgrau



Hi Paul,

mit den Farben der "Platinum"-Reihe habe ich nicht so gute Erfahrungen, vielleicht kann das jemand bestätigen oder (für dich gut) negieren.
Der Farbauftrag aus diesen Dosen war erschreckend "satt" und vielleicht auch zu grob, so dass Details sehr schnell verschwanden. Ich benutze ansonsten sehr gern die Grundierung und hatte auch paar ältere lösungsmittelhaltigere Dosen von denen, das ging sehr gut. Die Kontrolle wiebei ner Airbrush hat man aber nicht.

Von deinen Lowbudget-Umbauten zu lesen macht übrigens Spaß! Weiter so!!!

VG Christian


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#11 von Kehrdiannix , 12.05.2020 16:58

Hallo,

das sieht schonmal sehr gut aus! Ist ja eine etwas andere Methode als meine, aber deshalb umso interessanter.

Der Rahmen des Steuerwagens wird halten. 2mm Polystyrol hält reichlich.

Zum Lackieren:
Mit den Baumarktdosen kann man gute Ergebnisse erzielen. Man muss halt gaaaaanz dünne Schichten sprühen, schön die Dose mit Abstand draufhalten, dann geht es. Das wird allemal besser als mit dem Pinsel, vor allem bei so großen Flächen.
Die Inneneinrichtung lackiere ich immer von Hand, ich nehme AquaColor. Die kann man auch gut mischen, deshalb kaufe ich nicht für jede Inneneinrichtung neue Farbdöschen. Und so ist es dann gar nicht teuer.


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#12 von Chrischi84 , 12.05.2020 21:43

Zitat

Mit den Baumarktdosen kann man gute Ergebnisse erzielen. Man muss halt gaaaaanz dünne Schichten sprühen, schön die Dose mit Abstand draufhalten, dann geht es. Das wird allemal besser als mit dem Pinsel, vor allem bei so großen Flächen.



Hallo David,
ich finde deine Aussage recht pauschal. Es gibt durchaus Lack in Dosen, damit lassen sich gute Ergebnisse erzielen. Es gibt aber auch anderen. Ich hatte z.B. schon Montana Grafittilack gekauft, weil ich dachte: "Prima, nicht sehr teuer und soll hervoragend decken". Hab damit ein Lademaß eingesprüht ohne große Tests vorher, vorsichtig abseits des Teils begonnen, schnell und dünn drüber, so wie ich das vorher mehrfach gemacht habe und brauchbare Ergebnisse erzielt habe. Sicherlich ist da (bei mir speziell) trotzdem sehr viel Potential nach oben. Dennoch: beim Lademaß war es eindeutig auch der falsche Lack. Die Pigmente des Grafittilacks waren wahnsinnig grob und es bildete sich eine Art "Putzstruktur", also für Gebäude gut geeignet, bei einem mühevoll umgebauten Wagen eher nicht. Deshalb meine Warnung: Vorher an Bastelschrott Erfahrungen sammeln.

Viele Grüße

Christian


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#13 von Schindlerdosto , 12.05.2020 22:27

Hallo Allerseits,
zunächst freue ich mich, dass sich eine Lackdiskussion entfaltet - ich muss gestehen, dass meine Lust auf Fehlkäufe eher nicht so groß ist, zumal ich allenfalls ein Fahrrad zum Verballern von Fehlkäufen zur Verfügung habe...

Praktisch scheint jedoch, dass ich hier doch so Einiges an Schrott herumfliegen habe - und ich mich erst nach und nach zu den eigentlichen Hauptprojekten "Bduu" und "Bpmmdzf" vorarbeiten sollte.

@Chrischi84: Low Budget ist gut - allerdings wüsste ich auch nicht wirklich, was ich an einem Bduu groß anders machen sollte - ebenso beim Bpmmdzf. Gut: Ich könnte einen 1:87-Bvmz von Roco nehmen und Schwanenhalsdrehgestelle einbauen. Und mir Großraumwageninneneinrichtungen besorgen. Aber für Erstlingswerke will ich für einen Wagen dann doch nicht 100€ in Bastelmaterial investieren

Heute habe ich erst einmal ordentlich herumgeschliffen und dabei feststellen müssen, dass die ganze Angelegenheit eine ganz schöne Sauerei ist

Ich muss mich allerdings noch einmal in Davids Bauberichte einlesen, um für mich Qualitätskriterien für ein "jetzt ist Schleifen fertig" zu definieren.

Zunächst einmal mein Einstieg: Schneepflug


Zudem habe ich für mich überlegt, dass ich bei meinem Bbds doch ein paar Fenster verschließen möchte - das Modell ist zwar "nur" ein Abfallprodukt, aber die ungefähre Fensteranzahl sollte ja schon stimmen.

Entwurf mit Paint


An meiner Kupplungsaufnahme für den Bpmmdzf musste ich noch einmal ordentlich herumfeilen - das Drehgestell soll ja auch seinen Zweck erfüllen können.

Abschließend für heute noch die zweite Erkenntnis: Auch der Ruderer kriecht noch etwas - mein Bpmmbdzf ist etwas bananig geworden. Das lässt sich zwar noch verschmerzen, aber von unten sieht es nicht so toll aus:



In provisorisch montierter Form ließ er sich immerhin schon einmal prima durch eine S-Kurve mit r=360 schieben.

Soweit erst einmal von mir.

Schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#14 von Kehrdiannix , 13.05.2020 10:32

Hallo zusammen,

es stimmt, ich habe nicht soo viel Erfahrung mit den Spraydosen. Ich habe haupstächlich Felgensilber zum Grundieren (oder eben für silberne Flächen) verwendet, und den Klarlack nehme ich immer aus der Dose. Ansonsten habt Ihr wohl mehr Erfahrung damit.

Zum Schleifen:
Sei vorsichtig, wenn Du meine Werke als Vorbild nimmst! Gerade bei meinem Bbd war ich ziemlich schleiffaul und habe das teilweise durch sehr dicken Lack ausgeglichen (man sieht es trotzdem noch). Orientiere Dich vielleicht besser an dem Projekt hier: https://stummiforum.de/viewtopic.php?p=1156520#p1143154.
Beim Schneepflug musst Du nochmal etwas nachschleifen, denke ich. Das Schwierige ist, die Kanten am Übergang von Spachtel zu Kunststoff verschwinden zu lassen. Wenn man das wirklich gründlich macht, kann man da Stunden drin versenken, bei mir ist meist irgendwann die Geduld zu Ende und ich akzeptiere kleine Kanten. Wenn Du dann mal Lack da hast, kannst Du auch eine dünne Schicht auftragen, danach siehst Du ganz genau, wo Du nochmal nachschleifen oder -spachteln musst.

Der Entwurf für den Bbd sieht wirklich stimmig aus (hätte ich bei Deiner Baumethode offen gesagt nicht ganz so sehr vermutet)! Allerdings würde ich für den Charakter des Wagens versuchen, das kleine WC-Fenster in der Mitte darzustellen - vielleicht kannst Du ja eines der schmalen Fenster dorthin versetzen oder selber einen Fensterausschnitt einarbeiten?


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#15 von Schindlerdosto , 13.05.2020 20:22

Hallo David,
danke für die Blumen. Das hat mich doch motiviert, noch einmal den virtuellen Pinsel zu schwingen:



Das kommt dem Ganzen doch näher - aber das wird ne ganz schöne Sägerei und Bastelei... na gut, das Wetter soll ja schlecht werden .

Schleifen ist tatsächlich bei allen Projekten die schönste Arbeit - ich habe das letztens auch bei der Innenseite eines holzbeplankten Boots mit Nieten erfahren dürfen...

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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#16 von Kehrdiannix , 14.05.2020 14:49

Hallo,

das sieht doch prima aus! Ich finde, das Detail erhöht den Wiedererkennungswert ziemlich.

Oh ja, an die Schleiferei habe ich auch noch so meine Erinnerungen. An lange Tage des Um-Nieten-Herumschleifens, bei jedem Boot alle paar Jahre ... und jedes Mal wurden die Nietköpfe ein wenig kürzer, selbst wenn man sorgfältig gearbeitet hat.


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#17 von Schindlerdosto , 18.12.2020 21:36

Hallo Stummiversum,
da meine Jahresarbeitszeit aufgebraucht ist, muss ich jetzt Urlaub machen. Blöd für die Arbeit, gut für meinen Projektfortschritt.

Zunächst bin ich leider das Spachteln noch nicht ganz los - aber bei Erstlingswerken erlaube ich mir mal ein Level unterhalb der Perfektion ;D.

Als Erstes habe ich der Inneneinrichtung des Bpmmbdzf ein wenig Farbe spendiert - wenn man das letzte Mal im Kunstunterricht einen Pinsel gehalten hat, ist das schon eine spannende Angelegenheit - aber wenn schon das Layout nicht stimmt, sollen wenigstens die Sitze nach IC-mod aussehen.

Bild 1: Inneneinrichtung


Und dann habe ich heute meine Airbrush erstmalig mit Farbe angerissen - und dabei wieder festgestellt, dass doch eine Lücke zwischen Theorie und Praxis klafft.

Immerhin ist es so warm, dass man draußen sitzen kann - im Keller möchte ich trotz A2P3-Maske doch lieber nicht rumnebeln.

Als Versuchskaninchen habe ich ein rotes Spielzeug, dass entfernt an eine 169 erinnern soll, herausgekramt. Die soll jetzt erst einmal Verkehrsrot werden.

Der Primer ist von Vallejo, lackiert wird mit Elita.

Bild 2: Spielzeug


Schnell musste ich feststellen, dass das eigentliche Lackieren beim Airbrushen eher eine Teiltätigkeit darstellt - das Meiste ist Putzen:
1. Modell mit Spülmittel abschrubben
2. Entfetten mit Spiritus (oh weh, ich habe nicht sehr viele Handschuhe da...)
3. Lackieren
4. Pistole reinigen (Spiritus, Küchenpapier und Airbrushbürsten)

Bei mir sind jetzt natürlich Fragen an die Praktiker aufgetaucht. Hier gibt es eine schöne Anleitung: http://www.airbrush-index.de/airbrush-pistole-reinigen/

Leider ist bei mir das Reinigen eine ziemliche Sauerei mit Spiritus geworden - kann man das irgendwie schlauer machen? Ich habe schon einmal festgestellt, dass man als Gefäß Kronkorken nehmen kann - die lösen sich nicht an.

Wie sieht es eurer Erfahrung damit aus, dass man Schritt 2 weglässt? Wenn man mit einem Spirituslappen auf dem Modell rumwischt, hat man meistens ja auch schon die Farbe am Lappen - ist jetzt auch nicht unbedingt hilfreich...

Vielen Dank für eure Tipps,

Schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#18 von MorrisK , 20.12.2020 14:11

Moin,

interessante Projekte hast du am Laufen. Ich werd das auf jeden Fall verfolgen.

Du hast vor längerer Zeit schon gefragt, welche Farben man für den Innenraum nehemen könnte. Ich persönlich nutze da eine Kombination aus Revell Email Color und Acryl Buntlack aus dem Baumarkt, je nachdem was gerade passend ist.

Lackieren mit einer Airbrush muss man ein wenig üben, aber ich find, man hat da schnell den Bogen raus.
Wie du schon festgestellt hast, ist das Lackieren ansich nur eine geringe Teiltätigkeit an dem ganzen Prozess.

Ich persönlich reinige aber meine Modelle vor den Lackieren jetzt nicht so gründlich wie du das beschreibst. Also ja, natürlich müssen sie sauber sein, aber ich schrubb und polier sie jetzt nicht vorher mit Spülmittel und Spiritus. Augenscheinlich sauber reicht mir da und es sieht trotzdem gut aus.


beste Grüße
Morris


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#19 von Kehrdiannix , 21.12.2020 16:08

Hallo Paul,

schön, dass es weitergeht!

Ich entfette meine Modelle vor dem Lackieren mit Spüliwasser, dann nochmal gründlich nur mit Wasser abspülen. Dieses Entfetten hat sich als sehr nötig erwiesen, gerade auf meinem Polystyrolmaterial blättert die Farbe sonst wieder ab. Spiritus benutze ich da nie. Auch weil das Farbschichten lösen kann, die eventuell schon auf dem Modell sind, wenn ich zum Beispiel etwas nachträglich lackiere. Spiritus benutze ich nur zum Entlacken, die Revellfarben löst der gut.

Das Reinigen der Airbrush mache ich fast immer nur mit Wasser, nur wenn es ganz hartnäckige Reste gibt, nehme ich Verdünner dazu (das ist dann immer eine wirklich fiese Sauerei). Spiritus löst zwar Farbreste, aber eben oft nicht in ein paar Sekunden. Und ich reinige die Pistole meist nicht so gründlich wie in der verlinkten Anleitung, das mache ich eher nach einem ganzen Projekt statt nach jedem Sprühen.


Gruß,
David




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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#20 von Schindlerdosto , 22.01.2021 21:45

Hallo Allerseits,
letztes Wochenende habe ich endlich wieder Zeit gefunden und an meinem Schneepflug herumgespritzt. So ganz glücklich bin ich mit meiner Airbrushpistole nicht - das Sprühen war eher ein Sprotzeln (nix da mit 20 cm Abstand) und die Nadel war dann bis weit nach hinten voller Farbe:

- sind die Elitafarben möglicherweise unverdünnt zu zähflüssig?

Leider suppt die Farbe auch entlang der Nadel in den Griffteil - das ist natürlich nicht ganz so toll. Dummerweise habe ich die Pistole vorhin noch einmal zerlegt und jetzt hat die Nadel innen zwischen Luft- und Farbzuführung (da wo es durchsuppt) zu viel Widerstand, so dass die Nadel nicht mehr nach vorne gleitet, wenn man loslässt . Alles nicht so toll.

Immerhin: Das Ergebnis gefällt mir bei näherer Betrachtung ganz gut, lediglich ein leichter Rauputzeffekt fällt mir auf. Und: Farbe kommt wirklich nur dahin, wo man auch hinspritzt

Bild 1: Hier fehlt wohl was...


Immerhin: Dank Schneefalls am letzten Wochenende konnte der Schneepflug schon einmal getestet werden:

Bild 2: Pflugdienst


Ich hoffe, dass ich die Airbrush morgen wieder flott bekomme - ich wollte eigentlich endlich mal den Bbds fertiglackieren.

Unter der Woche habe ich es wenigstens geschafft, eine kleine Stelle am Bduu auszubessern.

Soweit von mir,

Schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#21 von trashmaster , 22.01.2021 22:55

Zitat

- sind die Elitafarben möglicherweise unverdünnt zu zähflüssig?



Servus!

Mir waren eigentlich alle Farben die ich gekauft hab zu dickflüssig um sie direkt zu spritzen. Ich habe alle passend runterverdünnt um dann mit sehr feiner Nadel in vielen dünnen Schichten zu lackieren. Teilweise 4 bis 5 Schichten feiner Farbnebel, dafür brauchts dazwischen nicht lange zum Trocknen. Nach den einzelnen Schichten habe ich den Airbrush immer mit dem passenden Lösungsmittel (Wasser, Isopropanol, Verünner, Nitro (nur in Ausnahmefällen)) durchgespült, am Ende des Tages dann einmal komplett reinigen und zerlegen. Mit Nitro übrigens sehr vorsichtig sein, das macht die Gummidichtungen porös! (Am besten kein Nitro nehmen, und den richtigen Elita-Verdünner kaufen. )

Zu meinen eigentlich recht erfolgreichen Erstversuchen mit dem Airbrush gibts hier einen Baubericht:
viewtopic.php?f=27&t=123494


Grüße Georg


 
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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#22 von Chrischi84 , 22.01.2021 22:56

Die Elitafarben verdünne ich reichlich. Mach das nach Augenmaß, aber bestimmt 1:1. Sonst kommt aus meiner Airbrushpistole gar nix raus.

Bei Rauputzeffekt trocknet die Farbe bereits vor dem Auftreffen auf das Modell zu stark an. Verdünnen, evtl. ein geringerer Abstand oder weniger Luft hilft dann.

Find, dass dein Schneepflug gelungen aussieht.

VG Christian


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#23 von Schindlerdosto , 23.01.2021 21:33

Hallo Allerseits,
zunächst erst einmal danke für die Tipps von Chrischi84 und Trashmaster. Wundersamerweise bewegt sich die Nadel ohne mein Zutun wieder prima. Gut, dass ich ein mittelgroßes Fläschchen Verdünnung gekauft habe.
Dennoch muss ich euch mit neuen Bildern noch etwas vertrösten: Ich war nämlich heute anderweitig aktiv:

Normalerweise nutze ich die Airbrush ja auf der Terrasse - allerdings bei dem Wetter ist natürlich immer etwas Erkältungsrisiko vorhanden - man bewegt sich ja überhaupt nicht. Also musste eine andere Lösung her.

Trotz Schutzmaske sollten ja die Lösungsmittelkonzentrationen in der Luft nicht zu stark ansteigen - also muss eine Lackiernische her. Da hier die Baumärkte zu haben, musste ich mit dem arbeiten, was hier so im Haus war: Karton, Panzertape und ein PC-Lüfter sowie der Abluftschlauch einer mobilen Klimaanlage.



Da ich bei Aldi letztes Jahr nur die eine "Röhren"-Lampe mitgenommen habe, habe ich diese sicherheitshalber in Frischhaltefolie eingewickelt - verkehrsrote Lackspritzer machen sich bei einem späteren Einsatz in der Küche nicht so gut.

Morgen schaffe ich es hoffentlich, ein bisschen mit Farbe zu klecksen.

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#24 von Schindlerdosto , 25.01.2021 20:42

Hallo Allerseits,
so, am Sonntag hat es mich noch einmal in meinen neuen Lackierkeller getrieben. An dieser Stelle noch einmal danke für die Tipps, in 1:1-Verdünnung spritzt sich die Elitafarbe richtig gut! Dazu ist das Reinigen der Airbrush geradezu ein Kinderspiel.

Nicht so glücklich bin ich mit der Vallejo-Grundierung. Erstens ist die Flasche jetzt leer (der Bduu-Unterboden bleibt also erst einmal nackig), zweitens versaut mir das Zeug (zumindest beim von mir eingestellten Druck laufend die Düse. Am Ende bin ich dazu übergegangen, eine Wagenhälfte zu spritzen, dann gleich mit einer in einem zweiten Farbbehälter bereitstehenden Spülilösung zu reinigen.

Aber nun wollt ihr sicher Ergebnisse sehen: Bitteschön:

Bbds mit erster Schicht in Lichtgrau


Bduu mit Grundierung


Blöd gelaufen ist das Lackieren des Steuerwagens. Irgendwie hatte ich ruckzuck die Front in Grundierung gebadet - die Lüftungsschlitze waren vollgelaufen, die Makrofonöffnungen nicht mehr zu sehen - also schnell wieder abgetupft - ich hoffe man sieht später nicht mehr so viel davon.
Dann ist mir noch etwas Schlamperei unterlaufen - es waren noch Fusseln in der Spritzecke. Jetzt sind sie auf dem Dach

Bpmmbdzf Wagenkasten


Anschließend ist mir gekommen, dass Rahmen und Drehgestelle ja auch Farbe brauchen - also flugs noch Drehgestelle lackiert. Die letzten Tropfen wanderten auf den Rahmen - es sieht sehr sparsam auf, hoffentlich reichts fürs Basaltgrau...

Draistellen - äh: Drehgestelle


Soweit von mir,

Schindlerdosto


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RE: Wagenselbstbau: Bduu, Bbds, Bpmdzf (IC-Steuerwagen)

#25 von Kehrdiannix , 28.01.2021 10:40

Hallo Paul,

schön, Deine Ergebnisse zu sehen! Ich war lange gespannt auf die Wagen.

Ja, das mit zu viel Farbe kenne ich auch. Wenn Dir das zu blöd ist mit all der Fusselei (und so ein Schwamm hinterlässt ja auch schonmal Streifen aus Farbe): bei mir hat sich Brennspiritus zum Entlacken bewährt.

Sind Vallejo und Elita eigentlich lösemittelhaltige Farben?


Gruß,
David




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