RE: LocoNet Rückmelder auf Arduino-Basis

#1 von rainynight65 , 08.06.2020 01:02

Hallo zusammen,

es hat zwar ein halbes Jahr gebraucht, bis ich mich endlich mal an dieses Projekt gewagt habe, aber was lange währt, wird ja deswegen nicht unbedingt schlechter.

Ich habe schon seit längerem damit experimentiert, Rückmeldung mit einem Arduino und passenden Modulen zu realisieren. Reguläre Rückmeldebausteine sind hundsteuer, vor allem, wenn man sie nach Australien importieren muss. Als ich mit diesen Experimenten anfing , hatte ich auch noch eine ältere Zentrale, die in Sachen Rückmeldefähigkeit sehr eingeschränkt war. Also habe ich damals mit einem Arduino und DCC++ gebastelt - das ging auch ziemlich gut, DCC++ kann als reine Rückmeldezentrale auch ohne Motorschild laufen. Allerdings können nur sehr wenige Steuerprogramme mit DCC++ umgehen, mir ist das nur von RocRail und JMRI bekannt.

Dann hatte ich aber meine Zentrale durch eine DR5000 ersetzt, und die kann ja nun wirklich einiges. Warum also nicht LocoNet oder eines der anderen Bussysteme verwenden? Also mal ein bisschen im Internet geforscht, und ich stiess auf das niederländische Arcomora-Projekt. Der Entwickler bietet Arduino-basierte Hardware und Software für Zubehör- und Signalsteuerung an, und da fand sich auch ein LocoNet-Rückmelder, genannt ArLoco, der als Arduino-Schild implementiert wurde. In Verbindung mit einem Arduino Uno kriegt man so 16 Rückmelder, mit einem Mega2560 satte 58.

Davon habe ich mir mal zwei bestellt, zum Stückpreis von EUR4,60 plus Versand - die kommen als Bausatz mit bedruckter Platine und allen Komponenten zum Selbstlöten. Einen Arduino braucht man natürlich auch noch. Die Bauanleitung ist einwandfrei, der Druck auf der Platine lässt keine Zweifel daran, was wo hinkommt und wie herum es eingesetzt werden muss. Ich als relativer Anfänger mit dem Lötkolben habe ca. anderthalb Stunden gebraucht, um einen ArLoco zusammenzulöten. Die Software ist schnell installiert und übersichtlich, mit umfangreichen Optionen - man kann, wenn man will, jeden Pin individuell adressieren und konfigurieren.

An meiner DR5000 funktioniert der ArLoco nach Konfiguration und Anschluss ohne weiteres Zutun einwandfrei. Ich benutze im Moment Reed-Kontakte, man kann aber auch Lichtschranken und ähnliche Sensoren einsetzen. Ein Zusatzbaustein vom gleichen Projekt, der Okkie, fungiert als Stromfühler.

Es gibt ein paar Einschränkungen - die Software erlaubt derzeit nur die Nutzung der LocoNet-Adressen 1-256, also nur ein Teil des verfügbaren Adressraums. Der Entwickler hat sich aber die Option offen gehalten, das in Zukunft zu ändern. Die Software ist frei erhältlich, aber nicht quelloffen. Mich selbst stört das wenig, aber es sollte erwähnt werden. In der Anleitung findet sich auch ein Schema für einen vereinfachten Schaltkreis, der anstelle der von Arcomora vertriebenen Platine verwendet werden kann.

Hier mal ein Foto meines zweiten ArLoco, der erste ist schon verbaut. Vielleicht hilft dieses Post ja dem einen oder anderen. Ich fand es schon ziemlich spannend, wie man sich recht kostengünstig gut funktionierende LocoNet-Bausteine zulegen kann.


Grüsse aus Australien

Alex

Meine australischen Modelle


PeetBr1 hat sich bedankt!
 
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RE: LocoNet Rückmelder auf Arduino-Basis

#2 von fantux , 08.06.2020 21:13

Hallo rainynight65,

ein cooles Projekt! Ich habe selbst vor mehrern Jahren mal mit selbstgebauten Loconet-Rückmeldern gearbeitet. Dabei habe ich die Platinen alle auf Streifenraster von Hand aufgebaut... eine rückenzerstörerische Arbeit . Fertige Hardware ist dabei wesentlich besser.

Wenn dir die Software nicht zusagt, kannst du auch eine eigene schreiben. Als Ausgangspunkt hilft dir vielleicht mein altes Projekt. Der verlinkte Arduino-Sketch ist für einen beliebigen Arduino mit Atmega382 (z.B. Uno oder Nano) und geht von 8 Gleismeldern und 8 Relais-Ausgängen aus - aber den Code kann man ja ändern . Kleinere Atmegas (z.B. Atmega168 oder Atmega funktionieren nicht, da der Sketch ziemlich viel RAM braucht.

Gruß,
fantux


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