RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#1 von Schienenchaos , 14.06.2020 18:16

Hallo!
Bei den Drucken mit meinem Anycubic Photon und Model Grey-Resin von Harzlabs kämpfe ich im Moment sehr mit dem Verziehen der Teile ab etwa dem Tag nach dem Druck bzw. dem Härten. Besonders bei größeren Strukturen (Bodenplatten und Wagenkästen für H0-Straßenbahnen) treten diese Verformungen sehr stark in Erscheinung:





Das ist naturgemäß dezent frustrierend, weshalb ich mich mit der Bitte um Hilfe an euch wenden möchte!

Gedruckt wurde unter folgenden Parametern:
Anycubic Photon
HarzLabs Model Grey
Schichtdicke 0.05mm
Belichtungszeit: 18s
OffTime: 3s

Gehärtet wird mit einem UV-Strahler chinesischer Provinienz in einer mit Alufolie ausgekleideten Kartonschachtel.

Materialstärke bei den Wagenkästen zwischen 1mm und 1,5mm, bei den Bodenplatten min. 1,5mm

Einige Teile habe ich nach den ersten auftretenden Verformungen probehalber in einem heißen Wasserbad erwärmt, worauf sich zwar die spannungen im Material lösten, die Verformungen schneller Eintraten, aber - so lange das Material weich genug war - zurückgebogen werden konnten. Gerade bei komplexeren Teilen ist das richten allerdings kaum möglich. Auch scheint das Material nach diesem Prozess insgesamt weicher zu sein.

Nun stehe ich leider an und bitte um Hinweise, an welchen Schrauben ich da am besten drehen kann, um formstabile und befriedigende ERgebnisse herauszubekommen!

LG aus dem verregneten Wien
Benedikt




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RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#2 von JoWild , 14.06.2020 18:51

Benedikt. ev. brauchst du in den Teilen gezielt Hilfsstrukturen, die du nach dem Härten und Auslagern herausschneidest.


Ich wünsche allen Freude an ihrer Modellbahn
Joachim


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RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#3 von LeonFoucault , 14.06.2020 22:50

Es sollte sich nach dem härten trotzdem nicht mehr verziehen. Einzige was ich mir erklären könnte wäre, dass das Harz nicht ganz in Ordnung ist und Feuchtigkeit gezogen hat.


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RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#4 von OBB1040 , 14.06.2020 23:30

Hallo Benedikt,

das Verziehen ist ein Standardproblem beim Harzdruck. Die wichtigste Methode um dem Herr zu werden: Ausrichtung beim Drucken. Ich drucke um 20 Grad verdreht um die X - und die Y - Achse. Dadurch liegen die Teile dreidimensional im Rum und die Größe der jeweiligen Schicht ist kleiner. Entsprechendes habe ich auch in meinen Beiträgen beschrieben.
Ich baue derzeit Flachwagen, da habe ich das Thema auch. Ich lasse dazu die schräg gedruckten Teile länger "auslagern". Letztens waren es Wochen, in denen ich die Teile samt Supportstruktur eben gespannt aushärten ließ. Dabei waren die Teile an Stellen weniger als 1mm dick.
Der Tipp von einem Vorposter mit Supportstrukturen ist auch gut, und dann versuche ein anderes Harz (ich hab gute Erfahrungen mit dem esun Harz das weniger Verzugsanfällig als das sonst auch gute Anycubic ist).
Und abschließend: Lange Belichtungszeiten (bzw. zu lange) führen auch zu Verzug.

So weit meine Erfahrung. Wobei was Du gepostet hast ist schon heftig. Ich versteh Deinen Frust!

Viele Grüße,
Udo

P.S.: Gegenfrage: Wo sind die Glasteile her die auf Deinen Fotos zu sehen sind?


Das Gesäuse im Keller


 
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RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#5 von El Lobo ( gelöscht ) , 05.07.2020 19:35

Hallo Benedikt!

Leider kann ich zum Thema nicht viel beitragen, da meine Erfahrungen im Harzdruck jetzt erst am Anfang stehen. Allerdings, hattest du in der Zwischzeit Erfolg, ev. mit veränderten Einstellungen ode so? Mich würde es interresieren, weil ich jetzt gerade dabei bin, einen Anycubic Harzdrucker auszuprobieren

LG

Wolfgang


El Lobo

RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#6 von Schienenchaos , 13.07.2020 15:14

Liebe Kollegen!
Vielen Dank für eure Rückmeldungen und die vielen guten Hinweise!
@[user]JoWild[/user]: Hilfkonstruktionen verwende ich bei den Wagenkästen an sich standardmäßig, nur bei den flachen Fahrwerken habe ich das bislang nicht probiert. Einen Versuch wärs jedenfalls wert!

@[user]LeonFoucault[/user]: Das kann durchaus sein, das verwendete Harz ist schon etwas länger im Einsatz. Habe auf deinen Einwand hin eine Neue Flasche bestellt! Und die harrt jetzt neuen Versuchen!

@[user]OBB1040[/user] Udo: die Ausrichtung hatte ich bisher bei den meisten Teilen mit x=0, y=(20) 45-60°, z=15. Rotationen um die x-Achse fand ich bisher gerade bei den Wagenkästen eher problematisch, weil dann Stützstrukturen an der sichtbaren Außenseite nötig wären. Mit der Folge entsprechender NAchbarbeitung und Unsauberkeit.

Zitat von OBB1040 im Beitrag ? Verziehen von DLP-Druckteilen

Letztens waren es Wochen, in denen ich die Teile samt Supportstruktur eben gespannt aushärten ließ.



Wie hast Du diese Einspannung konkret gelöst? Gerade bei detaillierten Bauteilen, bzw. Bodenplatten mit mitgedruckten Unterfluranbauten wüsste ich adhoc nicht, wie man das ohne aufwändiger Hilfskonstruktionen lösen könnte! Klingt jedenfalls sehr interessant!

Die Glasteile sind transparent gedruckt und dann in klaren Epoxy-Harz getunkt. Ein fürchterliche Patzerei...

@[user]El Lobo[/user]: bisher hab ich leider keine neuen "großen" Drucke starten können, sollte sich aber diese Woche endlich ausgehen!

Nocheinmal Danke für eure Denkanstöße!

LG aus Wien
Benedikt




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RE: ? Verziehen von DLP-Druckteilen

#7 von OBB1040 , 08.11.2020 08:51

Hallo,

sorry für die späte Antwort. Zum Einspannen: Wenn die Teile aus dem Drucker kommen haben sie ja noch die Basis für die Supports dran - den Teil der auf der Build Plate des Druckers haftet. Diese werden in Schienen gesteckt die ich aus Sperrholz - Resten hergestellt habe. Dazu hab ich in die Stirnseiten mit einer kleinen Tischkreissäge Schlitze geschnitten in die die Basis gesteckt wird. Bei größeren Teilen dann auf beiden Seiten des Druckbasis. In einfacher Form sieht es so aus:



Viele Grüße,
OBB1040


Das Gesäuse im Keller


andreasheckt und xflow79 haben sich bedankt!
 
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