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(N) Dudelburg: Kleinste All-In-One Kamera zum Bau eines Kamerawaggons ? - Test einer SOMIKON DV-705.cube

#1 von Brownie reloaded , 17.06.2020 17:34

Moin moin,

der Titel des Themas stellt schon eine Frage in den Raum. Ist die genannte SOMIKON DV-705.cube, NX-4438-675, wirklich die derzeit kleinste All-In-One Kamera, also mit eingebautem Akku und Aufzeichnung auf microSD? Ich konnte sonst nichts finden, für Hinweise wäre ich dankbar.

Das Thema Kamerawagen ist ja nicht neu und auf YouTube findet man viele Kamerafahrten. Die meisten aber in Spur H0 und wenn es von hoher Qualität in Full-HD sein soll, eigentlich nur in H0 oder größer.

Wobei ich mit "Qualität in Full-HD" auch wirklich Full-HD meine. Nativ. Also der Sensor selbst mindestens eine Auflösung in Full-HD hat.

Sehr oft werden die angebotenen Full-HD Kameras in Würfelform mit 25 mm Kantenlänge von SOMIKON und ähnlichen Fantasienamen verwendet, wobei - soweit ich das bisher sehen konnte - alle diese Kameras nativ maximal 'nur' eine HD-Auflösung haben und das Bild einfach auf Full-HD hochrechnen. Je nach Modell recht gut oder halt recht schlecht. Die kleinsten, nativen Full-HD Kameras als All-In-One Kamera, die ich finden konnte, hatten eine Kantenlänge in Höhe und/oder Breite von 36 - 40 mm, wodurch sie für Spur N aus dem Raster fallen.

Auf meiner kleinen Anlage sind die Ansprüche noch etwas höher, da meine Bahnsteige so eng wie möglich gebaut sind und meine niedrigsten Tunnelportale von Schienenprofiloberkante 37 mm Höhe aufweisen. Als Anfang habe ich mir ein recht flaches Fahrgestell von einem alten, geschlossenen Güterwaggon genommen. Resultierend aus allen Maßen, darf eine Kamera nicht breiter als 21 mm und nicht höher als 27 mm sein.

Nach langer Recherche blieb dann nur die genannte SOMIKON DV-705.cube, NX-4438-675 über. Preis zur Zeit 22,95 €, so dass es einen Versuch wert war. Bleibt ja auch noch die Frage, ob sich so etwas bei einer recht kleinen Anlage überhaupt lohnt, sind ja recht schnell immer wieder die gleichen Streckenabschnitte.

Die Kamera wird mit HD in 1280 x 960 beworben, was aber nur eine drastische Interpolation von eigentlichen 640 x 480 des Sensors darstellt.
Das ist schon heftig. Wenigstens hat sie eine Framerate von 30 fps und man kann mittels Setzen von Flags in einer Textdatei auf der microSD zwischen der interpolierten und nativen Auflösung wählen. Der Blickwinkel des Objetives beträgt nur 60°.

Ich bastel gerne und der Preis tut nicht weh, also habe ich das Miniding mal bestellt.


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Jetzt brauchte es noch einen geeigneten, rollenden Untersatz. Wie oben erwähnt, musste das Fahrgestell eines alten Güterwaggons herhalten. Da dieses aber nur 4 g wog und damit reichlich hoppelte und entgleiste, wurde es mit 1 mm starken Bleiplatten beschwert, die aufgeklebt und schwarz bemalt wurden. Danach wog er stolze 21 g + 6 g für die Kamera und lag satt auf der Schiene ...


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Die Kamera hatte ich zuerst mit etwas Klettband auf dem Waggon befestigt, was aber schnell nervig wurde, weil man diese öfter in die Hand nehmen muss. Die Bedienung mit einem Knopf ist etwas gewöhnungsbedürftig. Also wurde dem Waggon noch eine kleine Halterung aus PS und kleinen Pappestückchen zum Klemmen gegönnt. Nun sitzt sie fest und ist trotzdem leicht zu entnehmen ...


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Der Kamerawagen wurde dann nicht immer geschoben, sondern mit einem leeren Containertragwagen als "Abstandshalter" zur Lok gezogen. So sieht das dann in Aktion aus ...


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Nach den ersten Versuchen stellte sich - wie erwartet - heraus, dass die Auflösung von 1920 x 960 nicht für bewegte Bilder zu gebrauchen war. Die etwas älteren unter uns können sich bestimmt noch an das Fernsehbild erinnern, das in Wellen von oben nach unten durchlief, während der Schwiegersohn versuchte, auf dem Dach die Antenne richtig auszurichten. Die Rechenleistung des Minichips im Innern des Würfels ist damit einfach überfordert.

Also habe ich nur noch in 640 x 480 aufgezeichnet und in Erinnerungen an alte VGA Zeiten geschwelgt. Um das Video trotzdem noch etwas flüssiger zu bekommen, habe ich einen kleinen Trick angewendet und den Zug im Rangiergang etwa nur halb so schnell fahren lassen, wie er im fertigen Video fahren sollte. In der Videobearbeitung wurden die Clips dann auf doppelte Geschwindigkeit skaliert, so dass das Video eine Framerate von 60 fps aufweist. So wurde es dann auch produziert.

Trotzdem darf man von diesem Würfel keine Wunder erwarten und die kleine Auflösung ist heute auch noch kaum jemand gewohnt. Und wenn man sich so mal die Bäume, Büsche etc. ansieht, die wie Scherenschnitte aussehen, möchte ich auch nicht beschwören, dass die Kamera wirklich nativ 640 x 480 Pixel hat. ops:




Abschließend bin ich aber trotzdem irgendwie etwas angefixt und überlege, ob ich es nicht doch noch mit einer richtigen Full-HD Kamera versuche. Bei meinen weiteren Recherchen bin ich bisher nur auf eine Kamera-Konfiguration gestoßen, die in Spur N praktikabel und finanziell noch sinnvoll wäre.

Eine RunCam Split Mini 2 M12 1080P 60FPS FPV


Bild-Quelle und Kameraangebot: https://www.fpv24.com/de/runcam/runcam-split-mini-fpv-kamera

Die Full-HD Kamera mit 60 fps ist mit 19 x 19 mm relativ klein und der HD-Recorder mit microSD Schacht müsste hochkant auf einen Tieflade-Waggon passen. Fehlt nur noch die Stromversorgung. Muss ich mir mal durch den Kopf gehen lassen.

Gruß, Dietmar

.


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zuletzt bearbeitet 27.05.2021 | Top

RE: Kleinste All-In-One Kamera zum Bau eines Kamerawaggons ? - Test einer SOMIKON DV-705.cube

#2 von oligluck ( gelöscht ) , 17.06.2020 21:03

Moin Dietmar,
solch einen 25mm-Würfel habe ich auch - bei 10 Euro aus China war es mir den Versuch wert, obwohl mir das Ergebnis vorhersehbar schien...
Ich meine, der Würfel von GoPro ist noch immer Referenz, wobei ich das nur für H0 sagen kann, da ich ihn nicht selber habe.

Ich habe mir aber mal die NEM 102 angeschaut: sie gibt für Spur N eine lichte Breite von 25/27mm vor (Bahnsteigkante, darüber) sowie eine lichte Höhe von 37mm bei Fahrleitungsbetrieb.

Meine Sony HDR-AZ1 passt mit 24mm Breite und 35,5mm Höhe ziemlich knapp, aber doch noch in das Lichtraumprofil von Spur N.
Im Internet kursiert eine Druckvorlage, um sich einen "Schwerlastwagen" mittels 3D-Druck zu fertigen, bei dem du lediglich zwei N-Drehgestelle benötigst und die Kamera tiefstmöglich über dem Gleis schwebt. Ich habe solch einen Wagen auf meinen H0e-Modulen fahren lassen, problemlos.
Sind deine Bahnsteige jedoch nicht NEM-gerecht, nützt das natürlich wenig, wäre aber vielleicht eine Überlegung wert?

Hier hast du wirklich FullHD und einen ausreichend schnellen Bildprozessor.
Sie ist nun etwas betagt (2016 erschienen?), dürfte auf dem Gebrauchtmarkt günstig zu bekommen sein.
Bei 170° Bildwinkel (Diagonale) ist ein Fisheye-Effekt deutlich erkennbar.
Ob du ihn als störend empfindest, entscheide selber:

[youtu-be]https://youtu.be/msN9-ix2PP0[/youtu-be]


(komprimierte Filmdatei für Youtube - die native Datei ist gewaltig größer)

Viele Grüße,
Oliver


oligluck

RE: Kleinste All-In-One Kamera zum Bau eines Kamerawaggons ? - Test einer SOMIKON DV-705.cube

#3 von mosi62 , 17.06.2020 21:19

Hallo Dietmar,

sieht schnuckelig aus die kleene......

Ich habe mir mal vor Jahren einen Wagen gebastelt um meine Servos im Schattenbahnhof einzustellen, dort findet meine Action-Cam ihren Platz wenn benötigt.
https://www.mosi62.de/html/Moba2019_file...moba2019001.jpg

Die Pana HX-A1 wird mit Full-HD beworben bei 30fps. Mir kam es halt auf die WiFi-Übertragung zum Handy an, um die Livebilder zu nutzen.
Mit 26mm Durchmesser passt sie auf einen Roco-RoLa-Wagen drauf, und ich komme damit überall gut durch. Habe noch 2 Mini-Leds vorne am Wagen montiert so das es auch mit der Beleuchtung im Untergrund funzt.
Wird wohl nicht ganz deiner Preisklasse entsprechen, bei mir ist die Mehrfachnutzung maßgeblich zur Kaufentscheidung gewesen.

Viele Grüße
Uwe


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RE: Kleinste All-In-One Kamera zum Bau eines Kamerawaggons ? - Test einer SOMIKON DV-705.cube

#4 von Brownie reloaded , 18.06.2020 08:47

Hallo Oliver,

nach kleinen Action-Cams habe ich auch geschaut und mir auch die Sony angesehen gehabt. Aber sie sind halt zu groß. Mein Lichtraumprofil ist gar nicht soo viel kleiner, als in NEM angegeben. Habe noch mal die engsten Stellen gemessen. Ab Gleisprofil OK habe ich 35 mm und in der Breite 23 mm am Bahnsteig, wobei hier eine mögliche Querbewegung durch die Toleranzen zwischen Schiene / Radsatz berücksichtigt werden muss, so dass ich auf maximal 21 mm Breite komme.

Die GoPro Session wäre natürlich mein Favorit gewesen, aber mit 38 mm Kantenlänge und 72 g Gewicht jenseits von Gut und Böse.

Die Qualität des von Dir gezeigten Videos ist natürlich wirklich top, so in etwa stelle ich mir das vor.

Über einen Schwerlastwaggon habe ich mir auch schon Gedanken gemacht und wäre recht einfach zu bauen: Aus einem alten Containertragwagen das Mittelteil heraus sägen, ein Trapezprofil in gewünschter Waggonlänge aus 1 x 20 mm Alu-Flachprofil biegen, und dann die Endteile mit den Drehgestellen vom Containerwagen drunter kleben. Fertig.

Gruß, Dietmar


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RE: Kleinste All-In-One Kamera zum Bau eines Kamerawaggons ? - Test einer SOMIKON DV-705.cube

#5 von Brownie reloaded , 18.06.2020 08:48

Hallo Uwe,

Deine Panasonic könnte eventuell sogar noch von den Maßen her passen, weil sie kreisrund ist. Die dickste Stelle ist ja dann auf halber Höhe zwischen z.B. Bahnsteigkante und Bahnsteigdach.

Aber sie scheint auch, wie einige andere runde Kameras, wieder vom Markt verschwunden zu sein.

Gruß, Dietmar


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