RE: Selbstbau von Wagen, die es für Märklin Maxi nicht gibt, Teil 1: Bif-Steuerwagen

#1 von guido , 10.07.2020 16:08

Hallo Stummis,
nachdem die Hauptstrecke meiner Gartenbahn jetzt vollständig ist, kann ich in diesem (nassen) Sommer ja auch mal ans Basteln denken.

Letzthin erwarb ich sehr günstig einen Karton mit fünf schrottreifen Maxi-Personenwagen. Drei Wagenkästen gingen noch, bei einem fehlten die Achsen, ein Dach ist... naja. Die sollten mir als Basis für Selbstbauten dienen, Wagen, die es nie für die Maxi-Bahn gab.

Als etwas später, ebenfalls schön günstig, eine rote V 36 "hereinflatterte", stand der erste "Bauauftrag" fest: Ein Steuerwagen sollte her!
Naja gut, eigentlich müssten es ja Donnerbüchsen sein, aber ich fand, mit V 36, roten Maxi-Wagen und Steuerwagen wäre für die Gartenbahn ein schöner Zug gewonnen. Man muss ja nicht so pingelig sein...

Hier erstmal der Wagen im Endergebnis:


Materialien waren:
- Der besterhaltene Wagen (Wagenkasten, Dach, Fahrwerk)
- Teile aus der Restekiste (Aufstiege, Dachstützen, Originalkupplung)
- Zwei Stirnseiten eines Schrottwagens für die Inneneinrichtung sowie der Fensterkunststoff des Wagens für die Scheiben
- Zwei preußische Laternen und Türklinken von Spur1-Werkstatt
- Stromabnehmer von einer Maxi-Schlussleuchte
- Ein Märklin-Lokführer, ein Neodym-Magnet
- Eine Schlussscheibe von Modellbau-Werkstatt Bertram Heyn
- Zwei rote und drei weiße LEDs, Vorwiderstände, Kabel, ein Kippschalter mit schwarzem Gummigriff
- Ein bisschen Farbe grün, schwarz und gelb

Ich bin nicht so dafür, neuwertige Fahrzeuge zu verbrauchen, daher verwende ich für solche Umbauten nur Wagen, die ohnehin schon "das Zeitliche gesegnet" haben, war also für diesen Karton sehr dankbar. Aber ich sage Euch - das Zeug war verklebt, verpappt, verbogen... der Wagenkasten hier sieht jetzt wieder ansehnlich aus, aber die Reinigung allein hat schon einen Tag gedauert. Der Vorbesitzer wollte wohl einen "Schnee-Express" bauen. Alles voller Schneespray, brrrr! Angeklebte LED-Leisten an den Seiten, abgesägte Kupplungen usw. Na, da hatte einer seinen Spaß!

Dann schnitt ich die Fenster aus, lackierte die Fronten neu und malte die Fensterrahmen in gelb analog zu denen des Wagenkastens. Ich beließ ansonsten die Lackierung wie sie war, denn so passt der Wagen mit den römischen Ziffern und den Zierlinien gut zu den werkseitig auch so gestalteten roten Wagen. Es sollte ja auch "Maxi-Stil" bleiben...

Die Front von Nahem:


Der Lokführer sollte natürlich einen eigenen Führerraum bekommen, also teilte ich den nach der ersten Fensterreihe mit einer Stirnseite eines Schrottwagens ab. Die zweite Stirnseite des Schrottwagens verwendete ich für eine "Toilettenkabine", in der sich die "Elektrik" verbirgt. Die Tür- und Seitenfenster der Toilette vermilchglaste ich mit Seidenpapier, das ich mit dünnflüssigem Kleber von innen anklebte. So baute ich übrigens auch mit Kunststoff und Seidenpapier die Streulinsen der Laternen (siehe Bilder unten).

Die Führerseite von innen. An der Wand hängt auch eine Schlussscheibe, falls doch mal die Lampen ausfallen sollten:


Elektrik bedeutet dabei: Stromabnahme von den Achsen und Zuleitung in die "Toilette". Dort befindet sich ein Handumschalter, der dort, wo das Fallrohr wäre, aus der Toilette nach unten ragt. Ganz im Maxi-Stil, nämlich "fast schon Retro-Tinplate", gibt es hier also keinen Decoder. Ansonsten sind in der Kabine die Kabelrollen der LEDS untergebracht, die ich lang belassen habe, denn falls doch mal eine ersetzt werden muss, kann ich dadurch die Lampen bequem aus der Laterne vom Wagenkasten abziehen und dann löten. Schalter in Fahrtrichtung stellen bedeutet die entsprechende Beleuchtung weiß oder rot. Bei Einstellung von rot kann der Lokführer andere Arbeiten erledigen (oder ist es dann der Schaffner, der hier sitzt?) und hat dazu eine Innenbeleuchtung im Führerraum. Der Lokführer hat übrigens einen Magneten am Allerwertesten und ist somit entnehmbar.
Zuletzt kam noch eine Originalkupplung an die Führerseite, denn hier wird ja künftig nicht mehr gekuppelt.

Die Lage des Schalters an der Unterseite des Wagens. Man sieht auch die Stromabnahme, die Kabel zu den LEDs an der Front und die Originalkupplung, deren Sicherungsbügel übrigens so zugebogen ist, dass man sie nicht mehr aushängen kann:


Die Beleuchtung (zur Demo wirklich im Dunklen):



Die Lampen sind, der aufmerksame Betrachter wird es merken, natürlich eigentlich Petroleumleuchten, aber ich fand einfach, dass die zum Stil des Maxi-Wagens besser passen als die kleinen, korrekten Elektrolampen, die es natürlich hätten sein müssen.
Die Türklinken waren sämtlichst der Zinkpest anheim gefallen; ich nahm Messingklinken von Spur1-Werkstatt als Ersatz. Die Türen sind jetzt nicht mehr zu öffnen, aber was solls. Der Spielwert dieses Wagens liegt ja woanders.
Ja und nun saust der Wagen mit dem Zug über die Gartenbahn und ich sause hinterher, weil ja jemand den Schalter bedienen muss
Es ist doch ganz lustig, wenn nicht alles auf Knopfdruck geht, ich bin jedenfalls auch ein Fan der einfachen Elektrik.

Es gibt dann auch ein kleines Video, wo man die Ankunft des Zuges im Endbahnhof und das Umschalten sehen kann (die Einfahrt ist ein bisschen ruppig, sorry an die Fahrgäste!!!):
https://youtu.be/cYOnLMYHotw

Also ich hoffe, dieser kleine Bericht macht Euch Spaß und ist nicht zu ausführlich, man will ja seine Erfahrungen als Tipps weitergeben...
Der zweite Wagen ist schon in Arbeit. Was das wird... bei nächsten Mal!

Viele Grüße,
Guido


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RE: Selbstbau von Wagen, die es für Märklin Maxi nicht gibt, Teil 1: Bif-Steuerwagen

#2 von felixS , 11.07.2020 13:36

Hallo

Ein Umbau ganz in meinem Sinne. Bin gespannt suf die Fortsetzung.

Felix


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